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htw89, alzarius, Jens1978, Marc_RE, HansEberhardt, enricodx, Kay B, GLS, WiehengeBIERge, RheinMain701, ... und 4 weitere

Einspeisung von UKW-Sendern im Kabelnetz vor ADR und Co.

Startbeitrag von alzarius am 11.07.2013 18:34

Ich habe im Netz Listen von Radiobelegungen diverser Kabelnetze so um 1990 gefunden.
Die meisten dieser Sender dürften ja kaum über Satellit gekommen sein; die wurden ja zum größten Teil doch (noch) gar nicht verbreitet.
Dass die meisten Sender (bis auf die üblichen Verdächtigen, wie z.B. Star*Sat oder Klassik Radio) aber direkt terrestrisch abgefangen wurden, kann ich mir in manchen Fällen nicht so recht erklären. In Bayreuth, zum Beispiel, gab es angeblich mehrere WDR-Radiosender.
Woher bekam man die denn?

Antworten:

Wenn nicht über Sat, dann tatsächlich terrestrisch.

von Marc_RE - am 11.07.2013 19:07
Meines Wissens nach kamen die alle terrestrisch herein. In Bayreuth WDR kann ich mir allerdings eher schlecht vorstellen (außer WDR3 über DSR). Dann schon eher der NDR, der müsste dort für Kabelkopfstationen gehen.
Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass man damals sogar in der Richtung Bay. Wald Schweizer Radioprogramme eingespeist hatte, vllt. kann das ja noch einer direkt aus der Gegend bestätigen/widerlegen. Jedenfalls wurde damals ein sehr viel höherer und die Kosten rechtfertigender Aufwand getrieben.

von Jens1978 - am 11.07.2013 19:16
Es handelt sich definitiv nicht um díe DSR-Zuführung:

http://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Datei:Bayreuth1991.png

von alzarius - am 11.07.2013 19:18
Nicht schlecht, dann scheint das wohl tatsächlich über Wittgenstein/Ederkopf reingekommen zu sein. Weil es schwach war, ist es auch bloß in Mono. Bielstein denke ich eher weniger, denn von dort wäre auch WDR4 gegangen. Die 100,5 neben der 100,3 Ochsenkopf wäre bestimmt gegangen, allerdings ist die 90,6 gegenüber der 90,7 doch etwas eng für die Entfernung und Konstanz.

von Jens1978 - am 11.07.2013 19:23
Früher™ hatten sich die Bundespost-Kabelnetze noch richtig Mühe gegeben und vieles an ihren Kopfstationen hereingeholt, was nicht unbedingt ortsüblich war. Da hatte das Kabel auch in Deutschland noch einen echten Mehrwert. Nicht so wie heute...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.07.2013 19:26
Das ist leider nicht Bayreuth. Dort gab es früher keinen WDR-Hörfunk. Bei NDR war nur NDR1 NDS, beim hr nur hr2 und hr4 drin.
Ich hätte da eher z. B. Hanau oder Aschaffenburg im Verdacht: Südwest3 SWF war dabei, Das Erste als BR, hr und SWF-Version. Zudem war kein DDR-Hörfunk (außer Deutschlandsender: Inselsberg 97,2 in Mono?) oder Fernsehen dabei. Somit fällt auch Gießen oder Marburg weg. Außerdem wäre dort damals noch kein Bayern4 in Stereo möglich gewesen. Der "Lokalfunk" könnte ggf. Primavera gewesen sein.
Bayreuth oder das gesamtliche östliche Franken war dagegen stehts arm an ö. r. Hörfunkvielfalt.

von Thomas (Metal) - am 11.07.2013 19:41
Tatsächlich, muss mir ein Fehler unterlaufen sein. Die richtige Belegung für Bayreuth 1991 wird gleich hochgeladen.

von htw89 - am 11.07.2013 19:53
Programme die nicht über UKW zu empfangen waren, wurden dann auch von der Mittelwelle geholt, z.B. RTL und DLF.

von Marc_RE - am 11.07.2013 19:59
Das erklärt auch das Fehlen vom RIAS.

[Edit] SWF war ja damals nicht gleich SWR ... meine Güte doch schon 'ne Weile her die Trennung SDR/SWF ;-) Südwest 3 hätte gepasst, aber SWF Radio+ARD natürlich nicht.

von Jens1978 - am 11.07.2013 19:59
Das was da erschien war übrigens Aschaffenburg, welches ich direkt davor hochgeladen hatte... ;)

von htw89 - am 11.07.2013 20:07
Zitat
Heiner
Das was da erschien war übrigens Aschaffenburg, welches ich direkt davor hochgeladen hatte... ;)

Das wundert mich nicht. Da stimmen alle Indizien dafür:

* ARD-BR wird zuerst gelistet, liegt also in Bayern
* kein DDR-Rundfunk
* dafür WDR (geht dort durchaus)
* RTL in Mono bedeutet terrestrischer Empfang über 97,0 Hosingen (auch noch im Machbaren)

von RheinMain701 - am 11.07.2013 20:12
Zitat
RheinMain701
RTL in Mono bedeutet terrestrischer Empfang über 97,0 Hosingen (auch noch im Machbaren)

RTL wurde vor 1990 in der Regel von der MW 1440 abgegriffen, danach vom Kopernikus und noch später von Astra. DLF wurde vereinzelt sogar von der LW ins analoge Kabel eingespeist.

von MainMan - am 11.07.2013 21:09
DLF war bei uns anfangs auch erst MW-Abgriff, muss sich aber noch vor 1990 geändert haben. Wann wurde die 107,1 aus Bremen von denen belegt? Diese Frequenz wird jedenfalls bis heute zur Einspeisung genutzt.

von htw89 - am 11.07.2013 21:37
RTL war vor ca. 1991, als plötzlich eine ganze Reihe von neuen Sender auftauchten (Star*Sat etc.) und infolgedessen auch die UKW-Belegung verändert, hier von UKW 97,0 eingespeist, in Mono. Auch der DLF war mono, hatte aber UKW-Qualität.

von Alqaszar - am 12.07.2013 01:53
Zitat
MainMan
Zitat
RheinMain701
RTL in Mono bedeutet terrestrischer Empfang über 97,0 Hosingen (auch noch im Machbaren)

RTL wurde vor 1990 in der Regel von der MW 1440 abgegriffen, danach vom Kopernikus und noch später von Astra. DLF wurde vereinzelt sogar von der LW ins analoge Kabel eingespeist.


Ich habe vor wenigen Jahren eine Kopfstelle in Dortmund abgebaut, die bis zu diesem Tage die 1440 auf UKW umgesetzt und eingespeist hatte (also in den 2000ern noch...).

von WiehengeBIERge - am 12.07.2013 18:09
Hallo zusammen! Ich arbeite bei einem Electronik Geschäft, das gleichzeitig ein Kabelnetz betreibt!

Wir sind hier in Schruns, in West Österreich, in Vorarlberg!

Unsere Empfangsstelle liegt auf dem 2500m hoch gelegenen Kreuzjoch!

Wir speisen derzeit noch einige UKW Programme ein, die absolut nicht ortsüblich sind!

Darunter das Highlight Radio Regenbogen von der Hornisgrinde auf 100.40 MHz!

Der Empfang ist meist RDS tauglich, meist nur in Mono möglich, aber ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass auf gleicher Frequenz in Bürserberg auf 100.40 MHz Kronehit verbreitet wird!

Aber der exponierte Standort ist es eben!

Auch Antenne 1 auf 103.40 MHz wird eingespeist, dass von Kronehit auf Golm auf 103.50MHz sehr heftig angegriffen wird! Aber es geht!

Gruss aus Vorarlberg!

von enricodx - am 12.07.2013 18:43
Zitat
enricodx1
Unsere Empfangsstelle liegt auf dem 2500m hoch gelegenen Kreuzjoch!
Wir speisen derzeit noch einige UKW Programme ein, die absolut nicht ortsüblich sind!
Darunter das Highlight Radio Regenbogen von der Hornisgrinde auf 100.40 MHz!
...Auch Antenne 1 auf 103.40 MHz wird eingespeist

Und welchen Antennenaufwand betreibt Ihr hierzu?

von HansEberhardt - am 12.07.2013 19:20
Zitat
Thomas (Metal)
Das ist leider nicht Bayreuth. Dort gab es früher keinen WDR-Hörfunk. Bei NDR war nur NDR1 NDS, beim hr nur hr2 und hr4 drin.
Ich hätte da eher z. B. Hanau oder Aschaffenburg im Verdacht: Südwest3 SWF war dabei, Das Erste als BR, hr und SWF-Version. Zudem war kein DDR-Hörfunk (außer Deutschlandsender: Inselsberg 97,2 in Mono?) oder Fernsehen dabei. Somit fällt auch Gießen oder Marburg weg. Außerdem wäre dort damals noch kein Bayern4 in Stereo möglich gewesen. Der "Lokalfunk" könnte ggf. Primavera gewesen sein.
Bayreuth oder das gesamtliche östliche Franken war dagegen stehts arm an ö. r. Hörfunkvielfalt.


Die Entfernung von Bayreuth nach WDR-Land hätten mehr als 250km bedeutet. Trotzdem sind zwei NDR-Programme auch recht beachtlich - das müssen doch auch so um die 200km sein -- über Mittelwelle kamen die doch nicht? (Soweit ich mich erinnern kann waren NDR1&3 immer nur UKW.)

von alzarius - am 13.07.2013 17:07
@ alzarius

Zitat

Die Entfernung von Bayreuth nach WDR-Land hätten mehr als 250km bedeutet.


Der Empfang der WDR-Programme ist hier in Thüringen schon schwierig. Es gibt einige Ecken, wo die Sackpfeife mit dem WDR geht.


Zitat

Trotzdem sind zwei NDR-Programme auch recht beachtlich - das müssen doch auch so um die 200km sein -- über Mittelwelle kamen die doch nicht? (Soweit ich mich erinnern kann waren NDR1&3 immer nur UKW.)


Das dürften die Torfhaus-Frequenzen sein. Die gehen nördlich des Thüringer Waldes noch als Ortssender. In den nördlichen Teilen Bayerns sind bzw. waren die auch empfangbar, sodaß die auf dem Wachknock bei Kälberberg terrestrisch empfangen und ins Kabelnetz eingespeist wurden. Und in Bayreuth offensichtlich auch.

Heute wird die 92,1 MHz auf dem Wachknock bei Kälberberg, wo auf ihr einst NDR 2 empfangen und ins Kabel eingespeist wurde, selbst durch einen Radiosender belegt.

von Kay B - am 13.07.2013 17:26
Zitat
Kay B
Das dürften die Torfhaus-Frequenzen sein. Die gehen nördlich des Thüringer Waldes noch als Ortssender. In den nördlichen Teilen Bayerns sind bzw. waren die auch empfangbar, sodaß die auf dem Wachknock bei Kälberberg terrestrisch empfangen und ins Kabelnetz eingespeist wurden.


Weißt du sicher, dass die NDR-Sender auf dem Kälberberg (Buttenheim 1) empfangen wurden? Der war nämlich meinen Infos nach nur eine AMTV-Sendestelle, also wo eigentlich nur Sat empfangen wurde. Die terrestrisch empfangenen Sender wurden ja damals immer an den üBKVrStn (= Unterkopfstationen) eingespeist, jedoch war der FMT Kälberberg gleichzeitig keine solche, denn er hatte m. W. kein direkt per Koax versorgtes BK-Netz. Also hätte man dort nicht unbedingt eine terrestrische ESt aufbauen müssen.

Interessanterweise wissen wir, dass die Sat-Radios (Klassik Radio, RTL Radio, StarSat etc.) tatsächlich per AMTV empfangen, auf anderen Frequenzen verteilt und dann an der üBK wieder umgesetzt wurden. Da hätte man es mit NDR genauso machen können, wäre aber ein riesiger Aufwand gewesen.

Gegen den Kälberberg als Radio-ESt spricht, dass der NDR in den alten Belegungen (http://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Kabelbelegungen_damals_und_heute#Bamberg) nur im BK-Netz Bamberg, nicht aber in den BK-Netzen Zapfendorf und Hirschaid auftauchte, die aber zum Buttenheimer Stern gehörten. Dementsprechend müsste der NDR nur in Bamberg (am Bahnhof?) empfangen worden sein - war/ist das an der Stelle möglich?

Weiterhin wurde NDR-Radio z. B. in Ebern eingespeist (s. obigen Link), das jedoch nie an einem Richtfunkstern angeschlossen war (aber seit Novemberg 2011 zum Glasfaserstern Bamberg gehört), sowie in den beiden Rhön-Grabfelder BK-Netzen Bad Neustadt und Bad Königshofen; auch dort wurde terr. Radio "vor Ort" empfangen, während die Sat-Programme vom Heidelstein kamen.:)

von GLS - am 13.07.2013 19:23
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