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WiehengeBIERge, Thomas (Metal), Wolfgang R, raeuberhotzenplotz1, delfi, PowerAM, Habakukk, dxbruelhart

Empfang über bandfremde Antenne

Startbeitrag von Thomas (Metal) am 20.07.2013 16:38

Vermutlich sind gefühlte 10 Bier aufwärts der ideale Zeitpunkt auf solche Ideen zu kommen. Derartiges war aber im folgenden nicht im Spiel.
Als ich irgendwann 1998 im Haus wo meine erste eigene Wohnung war die Mastweiche gegen einen Mehrbereichsverstärker tauschte, hatte ich schlicht die UHF- und VHF-Kabel vertauscht. Als Ergebnis waren die drei Programme des örtlichen Füllsenders (E7 / E26 / E43) verrauscht. Allerdings wurde auf E42 Südwest3 aus Langenburg sichtbar. Die Bildqualität war kaum schlechter als die der anderen drei Programme. Sehr freudig steckte ich also soglich um. Die drei normalen waren perfekt, Südwest3 dagegen völlig verschwunden. Also nochmals um Test zurück und da war wieder Südwest3. Ich mußte natürlich wieder zurückbauen. Zu starke Ortssender auf dem Nachbarkanal könnte man meinen. Aber: Es sei an dieser Stelle gesagt, daß mit der UHF-Antenne auf E28 (Langenburg) ein kaum ansehbares ZDF ankam. Verfolgt habe ich das nicht weiter.
Inzwischen habe ich hier einen Multiswitch getauscht. Dieser hat auch einen terrestrischen Eingang, welcher allerdings mit einer Dämpfung von 3dB beschrieben ist. Die UKW-Pegel über den neuen Switch habe ich mal an allen Dosen mit dem Originalsignal direkt von der UKW-Antenne verglichen. Fazit: Es ist vielleicht ein Druckfehler ;-) und die meinen A = -3dB, also 3dB Verstärkung :-) . Normalerweise befindet sich ein Ankaro Mehrberichsverstärker davor. Schließlich will ich neben UKW noch UHF und optional VHF-III (DAB) betreiben. Spaßeshalber hatte ich jetzt doch mal den DVB-T-Receiver eingeschaltet...und gestaunt: Die Nürnberger Signale waren voll da, was zu erwarten war. Aber: Es ging auch Gelbelsee völlig ausreichend :eek: . Normalerweise ist hierfür mindestens eine 43er Yagi unter Dach notwendig. Mehr noch: Sogar Sonneberg wird erkannt, allerdings nicht synchronisiert. Ohne die 91er auf dem Dach ist da nichts zu machen; damit ist allerdings dann auch das Bild einwandfrei. Vielleicht muß ich die 8er UKW nur entsprechend drehen und der wird mir auch noch synchronisiert und läuft aussetzerfrei :rp: .

Antworten:

Zitat

Dieser hat auch einen terrestrischen Eingang, welcher allerdings mit einer Dämpfung von 3dB beschrieben ist.

Ist soweit völlig normal, eine Verteilung & Einspeiseweiche (nichts anderes ist in dem MS drin auf dem terrestrischem Signalweg) hat zwangsläufig eine Dämpfung. 3dB kann aber eigentlich nicht sein, das ist viel zu wenig - oder hat der Multischalter nur 2 Ausgänge...?
Die Dämpfung müsste deutlich höher sein bei einem gängigem passiven Multischalter.

von WiehengeBIERge - am 20.07.2013 17:20
Zitat
WiehengeBIERge
Ist soweit völlig normal, eine Verteilung & Einspeiseweiche (nichts anderes ist in dem MS drin auf dem terrestrischem Signalweg) hat zwangsläufig eine Dämpfung. 3dB kann aber eigentlich nicht sein, das ist viel zu wenig - oder hat der Multischalter nur 2 Ausgänge...?
Die Dämpfung müsste deutlich höher sein bei einem gängigem passiven Multischalter.

Es ist ein Eurosky MS 58 C und sollte damit ein aktiver Multischalter sein.

von Thomas (Metal) - am 20.07.2013 19:59
Der Mulitschalter ja - aber der terrestrische Eingang so wie es aussieht nicht, jedenfalls dem Datenblatt bei Conrad nach. Die -3 dB beziehen sich auf den Sat-Bereich, nicht auf den terrestrischen Eingang.

Sobald Dosen und Verteiler (der MS ist auch nur ein Verteiler oder Abzweiger für das terrestrische Signal) im Einsatz sind muss deren Dämpfung mit einem Verstärker kompensiert werden, wenn an der Dose noch der Pegel ankommen soll der auch an der Antenne anliegt.
Daran führt kein Weg vorbei, außer ein direkt angeschlossenes Antennenkabel direkt von einer Antenne zu einem Empfänger ;-).

von WiehengeBIERge - am 20.07.2013 20:20
Ja, das ist die Kiste von Conard.

Jetzt wird es eher derb: In Ermangelung eines ordentlichen Meßeisens mußte die Pegelanzeige eines Tuners dafür herhalten. Mir ist durchaus klar, daß ich hier eigentlich nichts ableiten kann, da unklar ist auf wessen Basis die Balken zustande kommen :-( . Nunja, dann nimmt man eben zwei verschiedene Tuner :hot: . Das einzige Gerät mit analoger Pegelanzeigte im Haus, Sony Captain 55, schied auf Grund des fehlenden 75 Ohm Eingangs leider aus. Mögliche Abweichungen durch Wärme hatte ich berücksichtigt, die Geräte liefen im Vorfeld mindestens 20min.
Folglich mußte ein nahegelegener und pegelstabiler Sender dafür herhalten. Ich wählte Energy aus Erlangen (93,6) und drehte die die Yagi bis der 5. von 5. Balken so eben verschwand. Getestet hatte ich dies direkt ab Antennenabgang.
Schloß ich mich nun am DG, OG oder EG den Tuner an die Dosen an, war der 5. von 5 Balken wieder da und das stabil. Die Gegenprobe blieb natürlich nicht aus: Danach marschierte ich wieder nach ganz oben und ging wieder direkt an die Antennenleitung. Es lachten mich wieder nur 4 von 5 Balken an. Ein Fazit daraus: Das Signal muß verstärkt worden sein.
Die Kabel, speziel das Adapterkabel hatte ich natürlich auch gegengeprüft. Das von der Antenne kommen ein IEC-Männchen für den Mehrbereichsverstärker montiert war, hatte ich mir einen Adapter Weibchen - Weibchen gebastelt um an den/die Tuner anschließen zu können. Um hier wieder ein Fehler ausschließen zu können, wollte ich dies natürlich auch an den Dosen testen. D. h. ich baute mir einen weiteren Adapter Männchen - Männchen und hatte durch die Kobination beider ein normales Anschlußkabel ;-) . Auch damit waren hinter den Dosen 5 von 5 Balken zu sehen.
Gleiches Spiel hatte ich mit dem 2. Tuner getrieben. D. h. ich hatte die Balkenanzeige durch leichtes Drehen der Antenne wieder entsprechend genau auf einen Balkenübergang "kalibriert".

Vielleicht hätte ich mir doch besser einfach ein Meßgerät ausgeliehen ;-) .
Bei UHF habe ich diesen Tanz nicht veranstaltet. Es kann also gut sein, daß dort eine Dämpfung anliegt.

von Thomas (Metal) - am 20.07.2013 21:16
Bei mir geht das fast noch weiter:
Ich nutze derzeit meine 3-Element UKW-Yagi für den USB-SDR mit SDR# vom Noxon DAB-Stick, und damit empfange ich z.B. auf 1800 MHz ganz gut, also weit besser als z.B. mit dem Icom R-20 und seiner angepassten Teleskopantenne.
Diese UKW-Yagi empfängt eigentlich in den meisten Frequenzbereichen mit dem Noxon USB-SDR ganz gut.

von dxbruelhart - am 21.07.2013 20:28
Hallo,

bei dem Multischalter handelt es sich - wie schon gesagt - um ein aktives Modell. Die Terrestrik-Dämpfung liegt bei nur 3db, das würde ein passiver MS nie hinbekommen.

Eine empfangsstarke Antenne, zudem noch in guter Empfangslage, kann damit ohne weiteren Verstärker angeschlossen werden und an den Dosen noch brauchbare Ergebnisse liefern, denn Sat-Stichdosen haben i.d.R. nur eine sehr geringe Dämpfung.

Allerdings dürfen diese breitbandigen MS-Verstärker eigentlich nicht direkt an eine Antenne angeschlossen werden, da sie - logischerweise - alles verstärken, was die Antenne empfängt. Also auch BOS 2m, und wenn da ein starker Brummer in Form eines Relais bei dir in der Nähe ist, kann dir das schon die Anlage - zumindest kurzzeitig - zustopfen.

Ein vorgeschalteter, schwacher UKW oder MBV wäre daher die bessere Lösung, wenn es zu Störungen kommt.

Ich hatte ja hier irgendwann schon mal erwähnt, dass ich mal eine Sat-Anlage mit aktivem MS und UKW-Ringdipol aufgebaut hatte. Damals war der Raichberg analog noch on-air und ich konnte über den Ringdipol (direkt am MS angeschlossen) ohne Probleme ARD auf E04 gestochen scharf, wenn auch mit leichten Doppelbilden empfangen. Die Doppelbilder waren wohl dem Ringdipol zuzurechen, mit einem normalen Dipol oder einer UKW-Yagi wäre er wohl 1A gewesen.

Mit einer zum Vergleich angeschlossenen Band III-Antenne ging der wesentlich schlechter aber noch brauchbar. Lediglich mit einer UHF-Antenne fast gar nicht mehr.

Somit können bandfremde Antennen schon noch in den angrenzenden Bereichen empfangen, wenn auch bei weitem nicht so gut, wie die eigentlich dafür vorgesehenen. Gerade im Band IV / V gibt es da ja wegen der weiten Spreizung schon Probleme, den oberen UHF-Bereich noch sauber mit einer Antenne für den unteren Bereich zu empfangen.

Das gab bei Pforzheim/Langenbrand mit der grausigen Belegung ARD E21 / ZDF E34 / SW3 E59 schon immer Probleme, weshalb ARD - wo immer möglich - von E11 (Stuttgart Fernsehturm) geholt wurde. So breitbandig empfing kaum eine Antenne sauber.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 22.07.2013 08:25
In dem Datenblatt steht aber nicht -3dB, sondern 0 dB. Außerdem steht in dem Datenblatt eindeutig "Verstärkung" in der entsprechenden Zeile.
Du wirst aber dennoch recht haben, denn bei 8 Ausgängen müsste man bei einer passiven Verteilung für die Terrestrik schon um die 10 dB Dämpfung haben.

Ich finde das sehr unglücklich ausgedrückt in dem Datenblatt, dann hätte man besser "Dämpfung" schreiben sollen statt Verstärkung...

von WiehengeBIERge - am 22.07.2013 16:26
Toll waere es ja, wenn es umgekehrt waere, wenn man mit einer Band III oder gar Band IV/V-Antenne auch guten UKW-Empfang haben wuerde. Einfach wegen der sehr viel kompakteren Groesse und der unauffaelligeren Installation. Aber leider basiert ja das Yagi-Prinzip auf Lambda/2.
Mal ganz ketzerisch: Waere theoretisch eine Lambda/4-Yagi denkbar?

von Habakukk - am 23.07.2013 09:59
Theoretisch machbar, jedoch mit den gewohnten Verlusten.

von PowerAM - am 23.07.2013 10:53
Besser wie eine Wurfantenne ist eine Band III - Yagi durchaus, wobei eine Band I noch ziemlich gut für UKW genutzt werden kann - bei noch monströseren Ausmasen.

Hier in der Region hat man sich bei Raichberg-Empfang über E04 oftmals die UKW-Antenne eingespart.

Oder eine 3-Element UKW hat den Raichberg mitempfangen.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 23.07.2013 13:16
In den 1980ern hatte für Sporadic E K2-4 primär eine UHF-Antenne im Einsatz. Die ging meist sogar besser als die Band-1-Antenne.

von delfi - am 23.07.2013 13:19
Das Resonanzverhalten vieler Hochfrequenzschaltungen und Antennen abseits des Frequenzbereichs für das sie dimensioniert wurden ist oft unergründlich. Es gibt da sicher Frequenzen wo sie toll empfangen und solche wo gar nichts geht. Oft schielen Antennen dann auch und empfangen aus einer Richtung, die man gar nicht erwarten würde, of auch aus mehreren Richtungen!

von raeuberhotzenplotz1 - am 23.07.2013 13:20
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