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BR-Interview: DVB-T auf der Verliererstraße?

Startbeitrag von - am 31.07.2013 06:12

Nachdem man uns hier in Mitteleuropa mit der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens schon unser liebstes Kind genommen hat, munkelt man beim BR schon über den "Anfang vom Ende für das Überall-Fernsehen"...

http://www.br.de/radio/bayern-plus/sendungen/das-magazin/dvb-t-102.html

http://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/rundfunktechnik-dvb-t-aktuell102.html

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
ParadiseFM
Nachdem man uns hier in Mitteleuropa mit der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens schon unser liebstes Kind genommen hat, munkelt man beim BR schon über den "Anfang vom Ende für das Überall-Fernsehen"...


Ich habe mir die beiden genannten Links zum BR angehört bzw. angeschaut.
Es tut mir leid, aber davon, dass man beim BR " schon über den Anfang vom Ende für das Überall-Fernsehen ... munkelt " finde ich darin nichts.
Diese Behauptung hat keine Grundlage, sondern ist frei erfunden. :confused:
Im Gegenteil, es wird ein recht optimistischer Blick in die Zukunft vermittelt.
Wieso das analoge Antennenfernsehen " unser liebstes Kind war " , verstehe ich auch nicht.
Meins zumindest war es nicht. DVB-T ist mir wesentlich lieber.
Zum verlinkten Audiobeitrag auf BayernPlus: Die von jeder Sachkenntnis freien Äußerungen des Moderators Peter Fraas sind schon ...., wie sag ich's jetzt ...., irgendwie erstaunlich für einen Medienmann !! :rolleyes:

von SagittariusA - am 31.07.2013 07:13
Zitat
Radiopirat
Es wird mittelfristig auf DVB-T2 umgestellt! Wann genau, weiß ich auch nicht!


Woher kommt die Info? Beschlossen ist das jedenfalls noch nicht.
Man hat wohl auch Angst, dass wenn sich alle DVB-T Zuschauer neue Receiver kaufen muessen, der Anteil am teresstrischen TV weiter reduziert.

von Nordlicht2 - am 31.07.2013 11:37
Na ich denke, dass man nur mit DVB-T2 terrestrisches HD-Fernsehen realisieren kann.
Langfristig kann ja das Antennenfernsehen nicht auf SD stehenbleiben,
während digitales Kabel und Satellit mit HD-Kanälen der Sonne entgegen reiten. ;)

von SagittariusA - am 31.07.2013 16:40
Prinzipiell spricht nichts dagegen, HD mit MPEG4 auch im bisherigen DVB-T1-Standard zu senden. Der entscheidende Vorteil von DVB-T2 sind die größeren Gleichwellennetze, die damit möglich sind, und die man braucht, wenn DVB-T in wenigen Jahren zwölf seiner vierzig Kanäle für LTE räumen muss. Und da die meisten Alt-DVB-T-Empfänger weder MPEG4- noch HD-tauglich sind, müsste man sich für HD über DVB-T ohnehin einen neuen Receiver zulegen.

von freiwild - am 31.07.2013 17:13
Zitat
SagittariusA
Na ich denke, dass man nur mit DVB-T2 terrestrisches HD-Fernsehen realisieren kann.
Langfristig kann ja das Antennenfernsehen nicht auf SD stehenbleiben,
während digitales Kabel und Satellit mit HD-Kanälen der Sonne entgegen reiten. ;)

Die ARD hat ja offiziell betont, dass ein Umstieg auf DVB-T2 nur sinnvoll ist, wenn auch die Privatsender diesen Schritt gehen. RTL hat sich komplett verabschiedet. P7S1 wird nur umstellen um seine HD-Kanäle verschlüsselt ausstrahlen zu können.

Bei den großen Kabelanbietern kommen außer ARD und ZDF keine anderen öffentlich-rechtlichen in HD-Auflösung. Und dies wird die nächsten Jahre auch so bleiben.

Das ZDF hat überhaupt kein Interesse an DVB-T mehr, auch wenn man das amtlich nicht so kommuniziert. Dort hält sich die Begeisterung für ein Umstieg auf DVB-T2 stark in Grenzen.

Die Politik wird ARD und ZDF vorgeben, mit den 17,98€ Rundfunkgebühren auch in Zukunft auszukommen. Inflation hin oder her. Die KEF wird in der ganzen Sachen auch noch ein Wörtchen mitreden. Von den gierigen Mobilfunkern mal ganz abgesehen.

Alles in allem denke ich, dass DVB-T in Deutschland leider keine große Zukunft hat. An einen Umstieg auf ein besseres System braucht man gar nicht zu denken.

von transponder - am 31.07.2013 17:33
Nein. DVB-T2 bietet eine höhere spektrale Effizienz, d.h., bei gegebenen C/N ist die Nettodatenrate ca. 50% höher ggü. DVB-T(1). In keinem mir bekanntem Szenario wird derzeit der Vorteil bei größeren Gleichwellennetzen (t_guard >224us) gesehen.

von Sascha_Berlin - am 31.07.2013 17:35
Aber es hat sich schon gezeigt, dass terrestrisches Pay-TV in Deutschland nicht überlebensfähig ist. Insofern wird das auch zu nichts führen.

Es gibt nur eine Möglichkeit, DVB-T zu retten, und die wäre, die Lizenz der privaten Fernsehsender in Deutschland an eine unverschlüsselte terrestrische Ausstrahlung zu binden. Aber dafür hat man sicher nicht den nötigen Mut, um das notfalls auch durchzuziehen.

von RheinMain701 - am 31.07.2013 17:50
In dem Dokument http://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3348.pdf auf Seite 47 oder Kapitel 4.1.4 wird am praktischen Beispiel des K47 in SH das Mehr an Nutzdatenrate bei annaehernd gleichem C/N dargestellt. Sie erhoeht sich von 13,3 auf 23 MBit/s.

Von daher ist T2 natuerlich das bessere System. Ob es dann wirklich mehr als nur die Oeffentlich Rechtlichen 720p HD Programme darueber als FreeTV geben wuerde darf aber bezweifelt werden.
Schon jetzt gibt es kaum neue Bewerber fuer terrestrisches TV die auch hohe Einschaltquote haben. Meine Sorge ist auch, dass nur wenige Zuschauer in neue Empfangstechnik investieren wuerden. Bei SD und HD TV via DVB-T und Mpeg4, wie es beispielsweise in Denmark und Polen gesendet wird, koennen die meisten FlachTVs das bereits und neuere Receiverkisten auch. Anders als beim analog auf digital Umstieg vor 10 Jahren, haelt sich der Mehrwert jetzt eher in Grenzen was die Investitionsfreudigkeit der Verbraucher reduzieren duerfte.

von Nordlicht2 - am 31.07.2013 19:29
Zitat
RheinMain701
Es gibt nur eine Möglichkeit, DVB-T zu retten, und die wäre, die Lizenz der privaten Fernsehsender in Deutschland an eine unverschlüsselte terrestrische Ausstrahlung zu binden. Aber dafür hat man sicher nicht den nötigen Mut, um das notfalls auch durchzuziehen.


Wieso Mut? Mut zum Rechtsbruch?

Es gibt keine rechtliche Grundlage für solche Zwangsmaßnahmen. Und die kann auch nicht geschaffen werden, ohne dass es zu einem Konflikt mit dem Grundgesetz und den EU-Richtlinien kommt.

Der Rundfunkstaatsvertrag und die Landesmediengesetze sehen nun mal keine Bevorzugung eines bestimmten Verbreitungsweges vor. In Europa gelten die Gesetze der Marktwirtschaft. Da kann ein Zwang zum unwirtschaftlichen Handeln nicht von oben verordnet werden. Und was unwirtschaftlich ist, liegt im Ermessen der einzelnen Programmanbieter, nicht der Landesmedienanstalten.

In Oberbayern beginnt morgen das Experiment "DVB-T ohne RTL" mit alternativen Ersatzprogrammen. Man wird im Sommer 2014 sehen, wie es ausgegangen ist, und die Schlussfolgerungen für 2015 ziehen.

von Manfred Z - am 31.07.2013 19:38
Zitat
Manfred Z
Es gibt keine rechtliche Grundlage für solche Zwangsmaßnahmen. Und die kann auch nicht geschaffen werden, ohne dass es zu einem Konflikt mit dem Grundgesetz und den EU-Richtlinien kommt.

In Sachsen-Anhalt ist das seit Jahren gang und gäbe. Da heißt es, entweder DAB oder keine Lizenz.

von RheinMain701 - am 31.07.2013 19:40
Zitat
RheinMain701
In Sachsen-Anhalt ist das seit Jahren gang und gäbe. Da heißt es, entweder DAB oder keine Lizenz.


Das hat mit dem Fernsehen nichts zu tun. Und der Zusammenhang ist nicht stimmig, da der Begriff Lizenz mehrdeutig ist.

Das Gesetz unterscheidet hier zwischen der Zulassung eines Programms und der Zuweisung von terrestrischen Kapazitäten oder Frequenzen.

Die Zulassung (um die es beim Fall "RTL" geht) ist nicht an einen Verbreitungsweg gebunden. Die Zuweisung von analogen UKW-Frequenzen kann dagegen in bestimmten Fällen mit Auflagen wie der DAB-Förderung versehen werden.

von Manfred Z - am 31.07.2013 19:56
Zitat

In Sachsen-Anhalt ist das seit Jahren gang und gäbe. Da heißt es, entweder DAB oder keine Lizenz.


Bei den Münchner lokalen Radiolsendern ist es auch so. Nur weiter auf UKW wenn gleichzeitig DAB+. :xcool:

von SagittariusA - am 31.07.2013 19:57
Zitat
Manfred Z
In Oberbayern beginnt morgen das Experiment "DVB-T ohne RTL" mit alternativen Ersatzprogrammen. Man wird im Sommer 2014 sehen, wie es ausgegangen ist, und die Schlussfolgerungen für 2015 ziehen.


DVB-T ohne RTL ist doch keine neue Erfahrung.
Es gibt ja Regionen in Deutschland mit DVB-T, aber ohne jegliche Beteiligung privater Sender.
Und das schon seit ca. 8 Jahren.
Da muss man doch nicht erst auf die oberbayerischen Erfahrungen warten, um zu wissen wie das laufen wird ohne RTL.

von SagittariusA - am 31.07.2013 20:25
RTL erreichte in Nürnberg wohl ein paar zehntausend potenzielle Zuschauer. In München/Südbayern geht das in die Hundertausende...
Es wird ja nicht nur ne Stadt versorgt wie in Nürnberg, sondern mit zwei Sendern fast ganz Südbayern.
Dieses Ungleichgewicht ist auch bei DAB vorhanden. München hat zwei leistungsstarke Sender, Nürnberg ne 2kW Funzel von nem niederen Standort.

von Scrat - am 01.08.2013 13:39
RTL hat ja selbst gesagt: wir haben keine hohen Marktanteile bei DVB-T Nutzern. Also werden die meisten RTL wohl nicht vermissen - zumindest nach Lesart von RTL.
Um den Sender RTL ist es am wenigsten schade, aber zB VOX hat schon einige sehenswerte Serien. Ob dafür allerdings jetzt 100.000 Kabel abonnieren oder Schüsseln kaufen, mal sehen. Ein Teil sicherlich.

von Terranus - am 01.08.2013 15:33
Der Chef der MABB (Medienanstalt Berlin-Brandenburg) ist sehr skeptisch, was die Zukunft von DVB-T in diesem unserem Lande betrifft:

Zitat
DVB-T steht vor der Herausforderung, sich mit dem neuen Standard DVB-T2 zu modernisieren. Damit wäre auch der Empfang von HD-Fernsehen möglich. Allerdings gibt es die Geräte dafür noch nicht und die Sender wollen sich für HD bezahlen lassen. Der Umstieg kann nur klappen, wenn die Privaten mitmachen und eine verbraucherfreundliche Lösung angeboten wird. Gelingt das nicht in zwei, drei Jahren, wird das Antennen-Fernsehen auslaufen. Das rechtfertigt es aber nicht, schon jetzt Frequenzen umzuwidmen.



http://www.digitalfernsehen.de/MABB-Chef-DVB-T-steht-vor-grossen-Herausforderungen.105271.0.html

von transponder - am 01.08.2013 17:23
Ein Umstieg in den nächsten 2 oder 3 Jahren ist absolut illusorisch. Die Gerätebasis ist (noch) nicht vorhanden (aber das ist hier im Forum allseits bekannt).

Aus Verbrauchersicht müsste man

1) ein Szenario identifizieren, was wie über DVB-T2 gesendet werden soll (SD, HD, gemischt, ...) und dabei eindeutig einen klar erkennbaren und signifikanten Mehrwert ggü. dem heutigen Zustand anbieten,

2) die dazu nötigen Anforderungen an die Geräte festlegen (insbes. ob H264 oder H265),

3) die geeigneten Geräte mit einem klar erkennbaren, widerspruchsfreien Logo und Slogan ausstatten (keinesfalls wieder "Überallfernsehen", das führt nur zu Fehlinterpretationen, siehe hunderte von sinnfreien Beiträgen im achso technikaffinen heise-Forum u.s.w)

4) auf den Einzelhandel dahingehend einwirken, dass solche Geräte schnell verfügbar und bisherige verkaufte, später unnütze Geräte, sobald wie möglich aus dem Handel verschwinden (zur Not mit Zwang).

5) einen Zeitplan (gültig für die nächsten 4-6 Jahre) kommunizieren, was wie umgestellt wird,

6) sich zumindest aus ÖR-Sicht klar für die Terrestrik bekennen (das ZDF sollte dazu jedwede Abschaltpläne schnellstens und energisch dementieren).

7) das ÖR-Programmangebot für weite Alters- und Interessensschichten interessant gestalten (siehe Jugendkanal etc.)

8) in der Umstellungsphase möglichst keine Einschränkungen am derzeitigen Angebot durchführen.

9) und sobald wie möglich in Startinseln mit dem Betrieb von wenigstens einem Multiplex beginnen, selbst, wenn die Geräte noch nicht breit verfügbar sind.


So, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht mehr ein. Fehlt noch was?

von Sascha_Berlin - am 01.08.2013 18:04
Zitat
SagittariusA
Die von jeder Sachkenntnis freien Äußerungen des Moderators Peter Fraas sind schon ...., wie sag ich's jetzt ...., irgendwie erstaunlich für einen Medienmann !! :rolleyes:


Peter Fraas ist Moderator und Redakteur, und kein Techniker an einem Senderstandort. Ein Buchhalter der Deutschen Bahn kann auch keinen ICE fahren. :rolleyes:
Selbst wenn er es selbst ganz genau weiß: Er stellt die Fragen nicht, weil ihn ganz persönlich das Thema interessiert, sondern weil die Hörer diese Fragen stellen würden. So funktioniert Service-Radio.

von DigiAndi - am 01.08.2013 18:10
Zitat
DigiAndi
Zitat
SagittariusA
Die von jeder Sachkenntnis freien Äußerungen des Moderators Peter Fraas sind schon ...., wie sag ich's jetzt ...., irgendwie erstaunlich für einen Medienmann !! :rolleyes:


Peter Fraas ist Moderator und Redakteur, und kein Techniker an einem Senderstandort. Ein Buchhalter der Deutschen Bahn kann auch keinen ICE fahren. :rolleyes:
Selbst wenn er es selbst ganz genau weiß: Er stellt die Fragen nicht, weil ihn ganz persönlich das Thema interessiert, sondern weil die Hörer diese Fragen stellen würden. So funktioniert Service-Radio.


"Ohne Sachkenntnis" habe ich gesagt, weil der Hr. Fraas in seinem Interview z.B. wiederholt sagte,
dass " die Privaten " aus DVB-T rausgehen, obwohl es sich doch nur um RTL handelt.
Ich finde, wenn man ein solches Interview führt, sollte man wenigstens wissen, wer genau aussteigt.
Das hat mit Technik überhaupt nichts zu tun, aber mit der Frage,
ob ich mir als Journalist ein wenig Mühe gebe oder mich einfach vors Mikrophon setze und den Mund auf- und zumache.
Aber Qualitätsjournalismus war wohl gestern. Leider. Nicht nur beim BR.

von SagittariusA - am 01.08.2013 18:25
Zitat

DigiAndi

Zitat
SagittariusA
Die von jeder Sachkenntnis freien Äußerungen des Moderators Peter Fraas sind schon ...., wie sag ich's jetzt ...., irgendwie erstaunlich für einen Medienmann !! :rolleyes:


Peter Fraas ist Moderator und Redakteur, und kein Techniker an einem Senderstandort. Ein Buchhalter der Deutschen Bahn kann auch keinen ICE fahren. :rolleyes:
Selbst wenn er es selbst ganz genau weiß: Er stellt die Fragen nicht, weil ihn ganz persönlich das Thema interessiert, sondern weil die Hörer diese Fragen stellen würden. So funktioniert Service-Radio.

So funktioniert Serviceradio NICHT.
Ein Mod muss wenig wissen. Aber seine Redaktion. Und wenn da beim BR "die Privaten gehen raus" gesagt wurde, liegt da in der Tat eine fehlende und peinliche Sachkentnis vor (weil stümperhaft recheriert - ein Blick in die heutigen Münchener Zeitungen hätte gereicht).
Und dass das dann letztendlich an dem Mod hängen bleibt, ist auch normal. Denn der hat die (falschen) Infos nun mal am Mikro gesagt.

von Schwabinger - am 01.08.2013 20:10
Hr. Fraas hat nur mit der Stimme des unwissenden Volkes gesprochen.
Manchesmal werden aus journalistischer Taktik auch falsche Sachen ausgesprochen um eine ausführliche Richtigstellung zu provozieren.
In Verbindung mit seinem Interviewpartenr gesehen war das ganze ein guter Beitrag.

von HansEberhardt - am 01.08.2013 20:14
Auch wenn ich mich gebetsmühlenartig wiederhole: sobald wie möglich (hart) DVB-T mit MPEG4 einführen! Ein Großteil der Geräte bei den Zuschauern kann das bereits, die meisten Flachmänner seit ca. 2008. Natürlich sollte man den Kunden einen Mehrwert bieten, das könnten zwei (bereits bestehende) HD-Programme pro Mux sein und ein zusätzliches (fünftes) SD-Programm. Natürlich müßten die Öffis voranschreiten. Das könnte z.B. für die Region Hannover so aussehen:

ARD-Mux 1: Das Erste HD, ARTE HD, Phoenix, Tagesschau 24, einsFestival (neu)
ZDF-Mux: ZDF HD, 3Sat HD, ZDF info, ZDF neo (neu: ganztägig), KiKa
ARD-Mux 2: NDR HD, WDR HD, mdr Fernsehen, hr Fernsehen, rbb Fernsehen (neu)

Das paßt mit MPEG4 mit ordenlich Datenrate problemlos in die Muxe rein, die Polen und die Spanier machen's vor. Ich könnte mir vorstellen, daß die Privaten teilweise nachziehen, zumindest die Sat1-Gruppe.

Über DVB-T2 kann man dann in ein paar Jahren immer noch nachdenken.

von Optimierer - am 01.08.2013 20:59
Zitat
Schwabinger
Ein 1. Schritt wäre schon, wenn die ARD bundesweit die gleichen Digitalkanäle einseipeisen würde. Also EinsFestival oder EinsPlus. Auch so ein hausgemachtes (selbergemachtes) Problem.

oder Tagesschau 24 deutschlandweit. Aber in Anbetracht der Überlegungen zu einer Zusammenlegung der Digitalkanäle, haben sich ZDFinfo und EinsFestival möglicher Weise eh bald erledigt.

von Zwölf - am 02.08.2013 05:08
Zitat
Optimierer
Auch wenn ich mich gebetsmühlenartig wiederhole: sobald wie möglich (hart) DVB-T mit MPEG4 einführen!.
Nein, das sollte man so tunlichst nicht machen. Ohne große Vorwarnphase von DVB-T1/MPEG2 auf DVB-T1/MPEG4 wechseln, und dann die Leute im Unklaren darüber lassen, ob nach wenigen Jahren dann schon der nächste Umstieg auf DVB-T2/MPEG4 oder DVB-T2/H.265 ansteht, oder DVB-T1/MPEG4 eine längere Zeit bleibt, oder DVB-T in wenigen Jahren zugunsten von LTE ersatzlos wegfällt - so schafft man es garantiert, die Leute von der Terrestrik wegzubringen.

Besser: EINEN Umstieg durchführen (von DVB-T1/MPEG2/SD auf DVB-T2/H.265/HD), und den sorgfältig planen und transparent kommunizieren.

von freiwild - am 02.08.2013 05:42
Zitat
Optimierer
sobald wie möglich (hart) DVB-T mit MPEG4 einführen! Ein Großteil der Geräte bei den Zuschauern kann das bereits, die meisten Flachmänner seit ca. 2008.


Nicht unbedingt, es gibt schon einige TVs auch 2008 mit eingebautem DVB-T Tuner, die nur MPEG2 beherrschen. Allerdings haben diese Geräte meist einen CI-Schacht, wo man ein Modul einstecken kann, dass den MPEG4 Datenstrom für den Fernseher umsetzen kann.

Zitat
Optimierer
(neu: ganztägig), KiKa


Das wäre ja nur eine Stunde mehr am Abend. Ich denke eher im Zuge der wohl anstehenden Zusammenstreichung/Zusammenlegung der ÖR-"Digital"Programme würde ein Timesharing gut passen. Bei der BBC ist es ganz gut aufgeteilt, tagsüber laufen auf 2 Ketten CBeebies und CBBC und abends dann BBC3 und BBC4. So etwas in diese Richtung wäre sicher besser als den KiKa ganztägig ohne ganztägiges Programm auf DVB-T zu bringen.

Ansonsten volle Zustimmung. Allerdings ist ein harter Umstieg aufgrund der noch vielen verbreiteten nur MPEG2 SetTopBoxen ohne CI Schacht wahrscheinlich noch nicht in naher Zukunft machbar. Eher ein z.Zt. noch möglicher Simultanbetrieb mit dauerhafter Hinweis-Einblendung über mehrere Monate auf den herkömmlichen Kanälen.

Zitat
Schwabinger
Ein 1. Schritt wäre schon, wenn die ARD bundesweit die gleichen Digitalkanäle einseipeisen würde.


S.o., man könnte mit der besseren Codierung eine Ausstrahlung ;) aller relevanten und regional wichtigen ÖR Programme auf DVB-T erreichen.

Zitat
freiwild
oder DVB-T2/H.265


Darauf würde ich statt MPEG4 auch setzen, wie es in Frankreich schon geplant ist, einzuführen. DVB-T2 gleich mit dem nun aktuellen effizientesten Codec einzuführen. Der Schritt auf DVB-T2 ist groß genug, das man das rechtfertigen könnte.

von CBS - am 02.08.2013 06:59
Wobei man auch sicher stellen muss, dass es ausreichend Receiver im Angebot gibt. Wenn Deutchland das Erste und erstmal enizigste Land mit dem Standard ist, wird das schwierig werden.

Eine Alternative waere es auch bei den Oeffentlich Rechtlichen darueber nachzudenken, ob man mit DVB-T2 dann alle Oeffentlich Rechtlichen Programme deutschlandweit in HD ausstrahlt und dafuer die auch sehr teure Sat Verbreitung einstellt oder zumindest um Lizensgebuehren zu sparen, verschluesselt. Dann haette DVB-T2 den Mehrwert fuer die Zuschauer den es braucht und einen Teil der Kosten wenn nicht sogar alles, kaeme durch die Einsparungen im Sat Bereich wieder rein. Was die Privaten dann machen ist klar, die gehen auch auf DVB-T2 und bleiben nicht alleine auf Sat.

von Nordlicht2 - am 02.08.2013 07:39
Natuerlich braucht das einen laengeren Planungsprozess, allein schon weil auch die rechtlichen Vorraussetzungen geschaffen werden muessen. Moeglich ist es aber ohne Sat auszukommen. Ging schliesslich sogar mit AnalogTV. Es erfordert auch nicht eine Ueberall In Door Versorgung. In einigen Gegenden muss man eben weiterhin etwas ausserhalb der Wohnung installieren.
Jedenfalls ist das etwas worueber man nachdenken sollte. TV dort zu senden wo die Zuschauer sind und nicht fuer ganz Europa. Die technische Moeglichkeit gibt es dazu und genuegend Frequenzen im UHF Band sind auch vorhanden. Wenn ich sehe, dass die Deutschlandweite DVB-T Ausstrahlung eines UHF Kanals ungefaehr 50 Millionen Euro kostet, ist das im Vergleich zum Sat auch nicht so viel mehr. Ein verbindlicher Plan muesste aber schnellst moeglich vorgelegt werden, noch bevor es wirklich kaum noch Frequenzen dafuer gibt.
Im Interesse der Zuschauer duerfte es auf jeden Fall sein, alle Programme in HD zu empfangen ohne komplizierte Kabelverteilung wie bei Mehrteilnehmer Sat Anlagen immer erforderlich. Die Kabelanbieter wuerden aber ganz sicher Sturm dagegen laufen, werden sie dadurch doch ueberfluessig.

von Nordlicht2 - am 02.08.2013 09:59
Wenn man überlegt, was es für Kämpfe um den Bundesmux-Kanal gab - der sollte ja mal ganz ursprünglich auf drei verschiedenen Kanälen senden, und es hat ewig gedauert, den 5C deutschlandweit freizuschaufeln. Da ist das gleiche mit einem Fernsehkanal völlig aussichtslos.

von RheinMain701 - am 02.08.2013 11:50
Am 10.9.13 gibt es übrigens auf der IFA eine Diskussion mit Teilnehmern aus Politik und Industrie zu dem Thema: Terrestrik reloaded - Szenarien für die Zukunft des Antennenfernsehens.

Zitat
Mehr Klarheit könnte die IFA, vom 6. bis zum 11. September in Berlin, bringen: Im Rahmen des hochkarätig besetzten Diskussionsforums medienpolitik@IFA diskutieren Experten aus Politik und Industrie die Zukunft der Antennenausstrahlung unter dem Veranstaltungstitel „Terrestrik Reloaded – Szenarien für die Zukunft des Antennenfernsehens“. Die Diskussion findet am Dienstag, 10. September, um 12:00 Uhr im Saal 7 des ICC statt. Für IFA-Besucher ist der Eintritt frei.


http://www.satnews.de/mlesen.php?id=526df54edc8d8d3ac11bfd02a4262e24

von transponder - am 02.08.2013 12:58
Das Koordinierungsproblem seh ich als gar nicht so schlimm an. Denn wenn etwa der ZDF-Mux auf einen deutschlandweit einheitlichen Kanal käme, würden ja umgekehrt wieder die bisherigen Kanäle frei, und dort, wo bisher der ZDF-Mux auf mehreren Kanälen zu empfangen ist, würden sogar mehrere Kanäle frei. Die Schwierigkeit ist eher, dass ein engmaschigeres Netz mit mittleren Leistungen wesentlich teurer ist wie ein weitmaschiges Netz mit hohen Leistungen, sowohl im Aufbau wie im Unterhalt.

von freiwild - am 02.08.2013 13:05
Man muss das alles halt vor allem mit dem Ausland abstimmen, und das dürfte aufwendig sein.

Weshalb sollte man ein engmaschigeres Netz brauchen? Wenn ich mir die DAB-Senderstandorte z.B. hier in Bayern anschaue, dann sind diese weitestgehend identisch mit DVB-T-Standorten.

von Zwölf - am 02.08.2013 16:47
Zitat
Sascha_Berlin
Zitat
DigiAndi
DAB ist aber nicht DVB-T.


Das hilft jetzt nicht wirklich weiter...


DVB-T ist ein anderer Standard mit anderen Übertragungsparamtern als DAB. Daher kann man die zwei Systeme nicht 1:1 vergleichen.

von DigiAndi - am 02.08.2013 17:39
DVB-T wird ja grundsätzlich auch als Dachantennen-Empfangsweg angesehen (im Gegensatz zu DAB). In Problemzonen müsste sich da mit einer gerichteten Antenne noch einiges herausholen lassen.

In irgendeiner online-Präsentation habe ich mal für Bayern einen (landesweiten) SFN-Vergleich DVB-T vs. DVB-T2 gesehen. (T2 hatte sich darin natürlich besser geschlagen.) Allerdings kann ich mich nicht mehr so recht daran erinnern, ob für die Simulation real existierende Sender verwendet wurden oder passende gewählt wurden. (ich meine aber, man hätte sich an tatsächlich existierenden orientiert) Vielleicht ist das Ding ja noch irgendwo im Internet auffindbar.

von Zwölf - am 03.08.2013 13:34
Zur Simulation wurden vom IRT bestehende DVB-T-Standorte verwendet im Bereich Bayern Süd. Das Papier stammt von der EBU ( http://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3348.pdf, Kapitel 4.1.5 ab S.48 ) Damit wäre in Bayern mit etwa 2 SFNs eine DVB-T2-Versorgung auf jeden fall möglich,

von HansEberhardt - am 03.08.2013 15:30
Wenn man heute, in 2013 mit DVB-T2 anfangen würde, dann muss es noch mindestens 10 Jahre DVB-T1 geben, um die Bevölkerung nicht für blöd zu verkaufen. Wenn man für DVB-T2 auch von einer Laufzweit von 20 Jahren ausgeht, dann könnte man frühestens ca. in 2025 starten mit DVB-T3 / Hybrid TV-Internet auf den jetzigen DVB-T1 Frequenzen. Alles andere wäre eine Verschaukelung der Bevölkerung!

von TobiAC - am 03.08.2013 16:31
Zitat

Wenn man heute, in 2013 mit DVB-T2 anfangen würde, dann muss es noch mindestens 10 Jahre DVB-T1 geben, um die Bevölkerung nicht für blöd zu verkaufen.

Dann wird deiner Meinung nach also die Bevölkerung in Österreich für blöd verkauft werden? Dort ist meines Wissens kein Simulcast bis 2023 geplant, obwohl DVB-T1 später eingeführt wurde. (DVB-T2 ist dort dieses Jahr im Regelbetrieb gestartet)

von Zwölf - am 03.08.2013 17:58
Ja, genau das ist meine Meinung! Ich will nicht wissen wie viele sich nach dem ATO Boxen wie den Digi Pal 2 gekauft haben oder jetzt TV´s mit integriertem DVB-T1 Tuner im Betrieb haben. Wer HD möchte, dem kann ich erklären dass er DVB-T2 braucht, aber wie erkläre ich den Leutem, die nur den ORF bzw. ARD schauen wollen, dass ihre Geräte schon veraltet sind?

von TobiAC - am 03.08.2013 19:06
Gut, in Österreich hat man noch das Argument mit den mehr Programmen; statt meist 3 bis 8 Programmen, gibts über DVB-T2 an die 40. Allerdings auch nur gegen Bezahlung; kostenlos gibs auch nur drei HD-Versionen der schon über T1 in SD vorhandenen gratis dazu.
In Deutschland würde etwas anders aussehen, da es hier keine bekannten Sender gibt, die man einfach so aus der Tüte zaubern könnte. Das Argument in Deutschland wird sein: Entweder T2 oder keine Privatsender mehr. Die Öffentlich-rechtlichen können sich überlegen was sie machen (evtl. brauchen sie die Unterstützung der Politik was Rf-Staatsverträge angeht) und könnten zwei T1-Muxe anbieten und einen T2-Mux. Über die T1-Muxe könnten dann halt vielleicht nicht mehr fremde Dritte oder nicht mehr so viele Digitalprogramme angeboten werden oder man müsste bei den Sendeparametern Kompromisse eingehen um noch je ein 5. Programm übertragen zu können. Über den T2-Mux könnten dann die drei Hauptprogramme in HD und 2-3 Dritte/Digitalkanäle in SD ausgestrahlt werden.

von Zwölf - am 03.08.2013 22:35
Das wird davon abhängen, wieviele Leute auf simpliTV einsteigen. Wenn nicht eine gewisse Anzahl an Boxeen oder Modulen dafür verkauft werden, kann man DVB-T2 in Österreich auch wieder sterben lassen.
Am sinvollsten wäre ein gesamteuropäischer Zeitplan für die Umstellung auf DVB-T2, das fördert auch die Verfügbarkeit von geeigneten Geräten zu günstigen Preisen. Wenn DVB-T2-Receiver für 40 € zu haben sind, steigen auch ehr Leute darauf ein, als wenn man einen 100er dafür investieren muß.

von HansEberhardt - am 03.08.2013 22:38
Zitat

Nun, m.W. ist in Österreich nur simpliTV, also Pay TV in DVB-T2 getartet. Die anderen Muxe werden weiterhin auf absehbare Zeit in DVB-T senden, oder soll das umgestellt werden?

Wenn es nach der ORS geht wird simpliTV im Erfolgsfall DVB-T1 ersetzen (wohl noch vor 2020). Mux A, Mux B und teilweise Mux C werden ja auch von der ORS betrieben, die diese derzeit auch schon als kostenlosen Teil von SimpliTV anpreist. Sollte SimpliTV nicht zum gewünschten Erfolg führen, würde das wahrscheinlich das Ende der Terrestrik in Österreich bedeuten (wurde irgendwo mal so erwähnt).

von Zwölf - am 03.08.2013 22:43
Zitat
Zwölf
Zitat

Nun, m.W. ist in Österreich nur simpliTV, also Pay TV in DVB-T2 getartet. Die anderen Muxe werden weiterhin auf absehbare Zeit in DVB-T senden, oder soll das umgestellt werden?

Wenn es nach der ORS geht wird simpliTV im Erfolgsfall DVB-T1 ersetzen (wohl noch vor 2020). Mux A, Mux B und teilweise Mux C werden ja auch von der ORS betrieben, die diese derzeit auch schon als kostenlosen Teil von SimpliTV anpreist. Sollte SimpliTV nicht zum gewünschten Erfolg führen, würde das wahrscheinlich das Ende der Terrestrik in Österreich bedeuten (wurde irgendwo mal so erwähnt).


Der Fahrplan in Österreich steht fest:

Zitat
Der Übergang von DVB-T zu DVB-T2 soll schrittweise bis Ende 2016 erfolgen. Dann endet die Lizenz der privaten DVB-T Sender. Deren Umstieg auf DVB-T2 liegt zu diesem Zeitpunkt nahe. Schon im Sommer 2014 könnten Mux-A und Mux-B für DVB-T2 ausgeschrieben werden, so die Anfang 2013 aktualisierte Strategie.


Man wird also keine Rücksicht auf die bisher mit nur DVB-T Equipment ausgestatteten Haushalte in Österreich nehmen. In spätestens drei Jahren, kann jeder in Österreich seine DVB-T Empfangsgeräte nach Deutschland verkaufen, dort wird bis 2016 nämlich nicht mal über eine Umstellung auf DVB-T2 entschieden sein, geschweige denn ein DVB-T2 Sendebetrieb stattfinden.:sleep:

Quelle: http://www.dehnmedia.info/?page=dvbt2&subpage=2at1

von transponder - am 04.08.2013 06:07
Die Sache in Österreich stellt sich ganz anders dar. Die Muxe A und B haben auch zukünftig nichts mit SimpliTV zu tun (außer in der Werbung, falls die ORS erneut die Ausschreibung gewinnt). Da die bisherige Lizenz für den Multiplex-Betrieb (Lizenznehmer ORS) am 1.8.2016 ausläuft, soll es im August 2014 eine Neuausschreibung geben.

Auszug aus dem "Digitalisierungskonzept 2013" [Verordnungstext]:

Zitat

2. Abschnitt: Ausschreibung bundesweite Multiplex-Plattform (MUX A und MUX B)

Ausschreibung MUX A / B

§ 3. (1) Die KommAustria wird im August 2014 die Multiplex-Plattform MUX A und B mit zwei bundesweiten Bedeckungen für digitales terrestrisches Fernsehen im Übertragungsstandard DVB-T2 bei einer Audio- und Videokomprimierung mittels MPEG-4 ausschreiben. Gegenstand der Ausschreibung ist auch der Umstieg im Regelbetrieb von DVB-T bei einer Audio- und Videokomprimierung mittels MPEG-2 auf DVB-T2.

(2) Im Zuge der Ausschreibung wird insbesondere zu berücksichtigen sein, wie der Antragsteller gewährleistet, dass
1. ein Übergangsszenario von DVB-T auf DVB-T2, das sich an den Bedürfnissen der Konsumenten und der Rundfunkveranstalter orientiert, vorhanden ist;
2. die Versorgung im Sinne von § 3 Abs. 1 zweiter Satz ORF-G für die Programme gemäß § 3 Abs. 1 Z 2 ORF-G gewährleistet wird;
3. Programme, die bisher aufgrund einer bundesweiten terrestrischen Zulassung ausgestrahlt wurden, im Programmbouquet auch weiterhin Berücksichtigung finden können.

(3) Die Bedeckung MUX A besteht aus folgenden Allotments und den dazugehörigen Kanälen: [...]

(4) Die Bedeckung MUX B besteht aus folgenden Allotments und den dazugehörigen Kanälen: [...]

(5) Zur Sicherstellung einer Versorgung im Sinne von § 3 Abs. 1 zweiter Satz ORF-G für die Programme gemäß § 3 Abs. 1 Z 2 ORF-G können über die in Abs. 3 bzw. Abs. 4 gennannten Allotmentkanäle hinaus weitere Übertragungskapazitäten zumindest temporär herangezogen werden.

(6) In Abstimmung mit der Regulierungsbehörde kann es - abhängig von der beantragten Sendernetzplanung - zu Abweichungen bei einzelnen Kanälen kommen.



Aus den "Erläuterungen" zum "Digitalisierungskonzept 2013":

Stellungnahme der ORS zum Entwurf (vor Verabschiedung der endgültigen Fassung) des Digitalisierungskonzepts 2013:

Zitat

Die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG sieht mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Multiplex-Plattformen für regionales Fernsehen außerhalb von Wien bei Ausschreibungen von weiteren Versorgungsgebieten einen Vorrang für die Erweiterung von bereits bestehenden Plattformen, um mit der Schaffung überregionaler Plattformen deren wirtschaftliche Tragfähigkeit zu verbessern.

Hinsichtlich der Neuausschreibung von MUX A/B solle eine gebündelte Ausschreibung vorgenommen werden, damit ein einheitliches Geschäftsmodell mit möglichst vielen Programmen angeboten und so der Fortbestand der beiden Plattformen gesichert werden könne. Mittelfristig solle dabei auch nur der DVB-T2 Standard zum Einsatz kommen, wobei ein Umstiegsszenario von DVB-T auf DVB-T2 zu ermöglichen sein werde. Auf MUX B werde ein harter Umstieg bis 2017 angedacht, auf MUX A solle der Umstieg mit Rücksicht auf die Grundversorgung bis 2020 erfolgen und mittels eines kurzen Simulcastbetriebes abgewickelt werden.

Die Vorbereitung des Umstiegs solle bereits mit der Wiedergabe der Zulassung erfolgen und eine rund zweijährige Vorlaufzeit umfassen, damit sich Rundfunkveranstalter, Konsumenten und Industrie auf die Änderungen einstellen könnten. Mit der Umstellung sollen die Programme des ORF gesammelt auf MUX B (neu) migrieren. Die bestehenden Programme auf MUX B (alt) würden auf MUX D verbreitet werden.

Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Plattformen solle eine möglichst flexible Geschäftsmodellgestaltung ermöglicht werden, die sich auch an den Modellen anderer Plattformen orientieren sollten.

Im Bereich des digitalen terrestrischen Hörfunks sieht die ORS die derzeitige geplanten Bedeckungen sowie den Standard DAB+ als ausreichend an. Eine Förderung solle sich auf eine „Anschubhilfe“ etwa im Bereich der Endgeräteförderung beschränken. Im Bereich der Digitalisierung der Kabelnetze würde eine gemeinsam abgestimmte Abschaltung im Sinne einer effizienten Kapazitätsnutzung begrüßt werden. Im Bereich der anderen Mediendienste solle eine regulatorische Festlegung auf HTML5 und HbbTV erfolgen, um eine Fragmentierung des Marktes zu verhindern.


Aus der Stellungnahme des ORF:

Zitat

Der ORF verweist in seiner Stellungnahme zunächst darauf, dass eine Trennung von MUX A und MUX B im Hinblick auf die Nutzung von Synergieeffekten nicht sinnvoll erscheine. Im Fall der Neuausschreibung von MUX A und MUX B solle auf DVB-T2 umgestiegen werden und ein Übergangsszenario ermöglicht werden. Begrüßt werde die Trennung in einen öffentlich-rechtlichen und einen privaten Multiplex, weil es unterschiedliche Anforderungen an den Versorgungsgrad gebe. Bei der Auswahl sollte der Fokus auf technisches Know-How und die Einbindung bestehender Rundfunkveranstalter gelegt werden.


Zweite Stellungnahme der ORS:

Zitat

Die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG regt – entgegen ihrer ersten Stellungnahme – zunächst die zwar zeitlich gebündelte, aber getrennte Ausschreibung der Multiplex-Plattformen MUX A und MUX B an. Dabei verweist die Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG auf Vorgaben des ORF-G, die die ORS-Gruppe betreffen würden, wonach Leistungen im Bereich eines öffentlich-rechtlichen Multiplexes von der Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG erbracht werden müssten, während Dienstleistungen in Bezug auf andere Multiplexe (stand alone kommerziell) von einer Tochtergesellschaft erbracht werden müssten. [Diesen Vorschlag hat die KommAustria nicht berücksichtigt; siehe unten.]

Begrüßt wird in Bezug auf das Programmbouquet der Grundversorgungsgedanke von MUX A und MUX B mit der Berücksichtigung von bereits verbreiteten Programmen. Weiters verweist die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG darauf, dass es im Rahmen der Ausschreibung und vor Zulassungserteilung schwierig sei, Verbreitungsvereinbarungen mit den Rundfunkveranstaltern abzuschließen und regt daher an, dieses Erfordernis bei der Ausschreibung von weiteren Multiplex-Plattformen nicht festzuschreiben.


Bewertung dieser und anderer Stellungnahmen durch die KommAustria:

Zitat

Hinsichtlich der nunmehrigen Anregung der Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG zwei Multiplex-Plattformen mit jeweils einer Bedeckung auszuschreiben, ist auf die Stellungnahmen zweier betroffener Rundfunkveranstalter – nämlich des Österreichischen Rundfunks und der ATV Privat TV GmbH & Co KG zu verweisen, die sich beide aus Wirtschaftlichkeitsgründen für den Betrieb einer Multiplex-Plattform mit zwei Bedeckungen ausgesprochen haben.

Aus diesen, für die zu verbreiteten Rundfunkveranstalter wesentlichen, Gründen der Kosten sieht die KommAustria daher keine Veranlassung von ihrem Konzept, das im Vergleich zur Erstüberlegung im Rahmen der Vorkonsultation aufgrund der Stellungnahmen der Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG, des Österreichischen Rundfunks und der ATV Privat TV GmbH & Co KG geändert wurde, abzugehen. Bei einer abstrakten Betrachtung ist davon auszugehen, dass Aspekte der Wirtschaftlichkeit – wie bereits bei der Zulassungserteilung 2006 – auch weiterhin für die die Ausschreibung der beiden Bedeckungen MUX A und MUX B im Rahmen einer Multiplex-Plattform sprechen, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass nicht nur Unternehmen aus der ORS-Gruppe Antragsteller für die Multiplex-Plattform sein können.


Dass sich auch andere Unternehmen bewerben können und auch Erfolgsaussichten haben, ist wohl eher eine theoretische Möglichkeit.

von Manfred Z - am 04.08.2013 08:48
Hier noch zum Thema Verschlüsselung in Österreich die zweite Stellungnahme der Bundesarbeitskammer:

Zitat

Die Bundesarbeitskammer verweist zunächst auf ihre Stellungnahme vom 19.11.2012 und führt ergänzend aus, dass nicht nachvollziehbar sei, warum über DVB-T2 eine Grundverschlüsselung und eine Registrierung mit Freischaltung aller Nutzer – also auch jener, die nur die kostenlos empfangbaren Programme nutzen wollen – notwendig sei. Dabei wird darauf hingewiesen, dass die Weiterentwicklung des terrestrischen Fernsehens über kurz oder lang wohl auch die Basisversorgung in HD-Qualität umfassen würde. Es werden daher aus Konsumentensicht Bedenken hinsichtlich der erforderlichen Registrierung bei DVB-T2 geäußert und sei aus regulatorischer Sicht sicherzustellen, dass auch in Zukunft Konsumenten nicht angehalten werden, dass der anonyme TV-Nutzer zum registrierten Nutzer wird. Hinsichtlich der anstehenden Ausschreibung für MUX A/B wird angemerkt, dass Vorgaben vorzusehen sind, um den Nutzer vor finanziellen Nachteilen des Übergangs auf einen neuen Übertragungsstandard (bspw. durch eine definierte Übergangsphase) zu schützen. Weiters sei sicherzustellen, dass die ORF-Programme in HD ohne jegliche Empfangshürde kostenlos und unverschlüsselt zu empfangen sind.


Dazu die Antwort der KommAustria:

Zitat

Die von der Bundesarbeitskammer angesprochene Problematik der Grundverschlüsselung der Programme des ORF wird von der KommAustria vollinhaltlich nachvollzogen und wird im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens von MUX A/B sichergestellt werden, dass alle zum Betrieb eines Fernsehempfangsgerätes berechtigten Bewohnern gleichmäßig und ständig mit den Programmen entsprechend dem Versorgungsauftrag des § 3 Abs. 1 ORF-G versorgt werden.


von Manfred Z - am 04.08.2013 09:21
Zitat

Dabei verweist die Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG auf Vorgaben des ORF-G, die die ORS-Gruppe betreffen würden, wonach Leistungen im Bereich eines öffentlich-rechtlichen Multiplexes von der Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG erbracht werden müssten,

Demnach ist der ORF also gewisser Maßen gezwungen bei DVB-T2 auf die ORS zurückzugreifen; da stellt sich schon die Frage, ob der ORF überhaupt die Möglichkeit hätte, seine Programme über DVB-T2 unabhängig von SimpliTV auszustrahlen.

Zitat

Die von der Bundesarbeitskammer angesprochene Problematik der Grundverschlüsselung der Programme des ORF wird von der KommAustria vollinhaltlich nachvollzogen und wird im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens von MUX A/B sichergestellt werden, dass alle zum Betrieb eines Fernsehempfangsgerätes berechtigten Bewohnern gleichmäßig und ständig mit den Programmen entsprechend dem Versorgungsauftrag des § 3 Abs. 1 ORF-G versorgt werden.

Nachvollziehen kann man viel, ob man dem auch zustimmt ist eine andere Sache. Weiter unten ist plötzlich die Rede von "allen berechtigen Bewohnern"; dies würde auch das Transportmodell (kostenlos nach Registrierung nutzbar) von SimpliTV erfüllen. Von daher sollte man diese Antwort mit Vorsicht genießen.

von Zwölf - am 04.08.2013 11:26
Das sind alles Spkulationen...

Abwarten und Tee trinken. :sleep:

Vermutlich wird simplitv nur dann ein Erfolg, wenn die anderen Alternativen (also DVB-T alt) verschwinden. Man hat in die Infrastruktur viel Geld investiert und wird auch alles darauf fokussiren.

Übrigens zum Thema Empfang in Fahrzeugen, mir ist zu Ohren gekommen, daß in neue Oberklassefahrzeuge von Mercedes-Benz und BMW für die nächste Fahrzeuggeneration DVB-T2 fähige Telematiksysteme geplant sind und jetzt kommt's: auch mit CI+ Schacht! Also dann geht simplitv auch im Auto :)

von raeuberhotzenplotz1 - am 04.08.2013 11:37
Zitat

Übrigens zum Thema Empfang in Fahrzeugen, mir ist zu Ohren gekommen, daß in neue Oberklassefahrzeuge von Mercedes-Benz und BMW für die nächste Fahrzeuggeneration DVB-T2 fähige Telematiksysteme geplant sind und jetzt kommt's: auch mit CI+ Schacht! Also dann geht simplitv auch im Auto

Dafür müssten aber auch die verwendeten Sendeparameter passen, sonst wird DVB-T2 bei höheren Geschwindigkeiten genauso ins Stocken geraten wie DVB-T1. In Österreich könnten derzeit ca. 5 HD-Programme untergebracht werden pro Mux; ist die Frage ob das noch mobil funktionieren würde. In Deutschland könnte es allerdings sein, dass mobiltauglichere Parameter verwendet werden, falls DVB-T2 eingeführt wird.

von Zwölf - am 04.08.2013 11:56
Fuer die in Oesterreich zulaessige Hoechstgeschwindigkeit reichen die in Deutschland verwendeten DVB-T1 Parameter aus, auch die vom MDR. In der Stadt sowieso. Ausserdem wirken sich unterschiedliche Parameter in erster Linie auf das S/N aus und aendern nichts direkt an der nutzbaren Geschwindigkeit. Geht es schlechter auf der Autobahn, geht es genauso schlechter zu Hause.

von Nordlicht2 - am 04.08.2013 18:18
Zitat
RheinMain701
Das ist doch sowieso wurscht, weil während der Fahrt kein Fernsehen geschaut werden darf


Es sollen angeblich auch gelegentlich Motorfahrzeuge unterwegs sein, in denen mehr als nur eine Person sitzt. Zugegeben, die werden immer seltener... :rolleyes:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 04.08.2013 18:34
Zitat
Zwölf
Zitat

Dabei verweist die Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG auf Vorgaben des ORF-G, die die ORS-Gruppe betreffen würden, wonach Leistungen im Bereich eines öffentlich-rechtlichen Multiplexes von der Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG erbracht werden müssten,


Demnach ist der ORF also gewisser Maßen gezwungen bei DVB-T2 auf die ORS zurückzugreifen; da stellt sich schon die Frage, ob der ORF überhaupt die Möglichkeit hätte, seine Programme über DVB-T2 unabhängig von SimpliTV auszustrahlen.


Da die KommAustria dem Wunsch der ORS (aus Eigeninteresse) nach einer Trennung in eine reine ÖR- und eine reine Privat-Plattform nicht entsprochen hat, ist das gegenstandslos. (Ich habe die Bewertung dieses Vorschlags durch die KommAustria oben ergänzt.) Es gilt der Verordnungstext und nicht, was während der Konsultationen im Vorfeld der Verabschiedung alles eingebracht worden ist.

Die Plattformen Mux A/B und Mux D/E/F (simplitv) sind zwei verschiedene Plattformen.

von Manfred Z - am 04.08.2013 19:44
Zitat
RheinMain701
Das ist doch sowieso wurscht, weil während der Fahrt kein Fernsehen geschaut werden darf. Allerhöchstens für DVB-T-Radio wäre das relevant, aber ich glaube, das Thema hat man abgehakt.


Quatsch! Das Fahrzeug hat vorne auf dem Zentraldisplay sogenannte Splitview Technik, d.h. der Fahrer sieht z.B. den Navi Bildschirm, der Beifahrer kann sehrwohl DVD's gucken oder Fernsehen. Die beiden Personen im Fond haben auch jewiels einen Bildschirm und können auch gucken. Allerdings müssen alle das selbe Programm sehen. Soweit ist es nicht, daß gleich 4 Tuner eingebaut würden :-)

Empfang im Fahren habe ich mit der "alten" S-Klasse (BR221) getestet. Naja solange man in Nähe zum Sender (bis 20km) rumfährt geht es auch auf der Autobahn. Ist der Sender weiter weg stört es ständig. Aber bei so manchem dicken Stau auf der Autobahn habe ich mich auch als Fahrer über DVB-T im Auto gefreut...

von raeuberhotzenplotz1 - am 06.08.2013 18:16
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