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DX Standort Cuba

Startbeitrag von 102.1 am 31.07.2013 19:48

war jemand von Euch schon zum DXen auf Cuba?

Insbs. auf AM wuerde koennte ich es mir dort als interessant vorstellen.

Werden US Sender eigentlich in Cuba gejammt?
Wurden auf Cuba jemals russische Programme verbreitet? ( zur Zeit des kalten Krieges)

Antworten:

Als ich das letzte mal dort war, 2008, wurde Radio Marti auf 1180 gestört. In Varadero in Strandnähe Richtung Florida ließen sich die Störer ausblenden. In Havanna war es schon schwieriger noch etwas zu verstehen. Ich kann aber kein spanisch, daher für mich sowieso uninteressant.
Bei einer Rundreise durch Kuba ist tagsüber kaum etwas von benachbarten Inseln zu hören gewesen, nachts ist das MW-Band übervoll von mexikanischen und südamerikanischen Stationen überwiegend in spanisch. Ein paar Talkradiosender aus den USA gingen auch immer in der Nacht.
Frühmorgens mit der täglichen Morgetropo, so bis 11 Uhr Ortszeit etwa, sind in Varadero UKW-Sender mit jedem fast jedem RDS-fähigen Handy von den Florida-Keys zu hören gewesen, mit RDS, das Band ist dann recht voll, Notizen habe ich keine gemacht, wollte Urlaub genießen und nicht am Radio hängen.
2008 hatte kein einheimischer UKW-Sender bei mir RDS angezeigt auf meinem damaligen Sony-Erricson. Der FM-Hub der kubanischen UKW-Sender war nochmals stärker als der US-amerikanischen. Mit schmalen Filtern ist da nicht viel, bester Klang wahrscheinlich mit 300kHz-Filtern, in Varadero gabs damals 3 einheimische UKW-Sender zu empfangen, 2 davon waren Urlaubsradios und sendeten nur stundenweise. In Havanna gabs ca. 10 Stationen, hatte ich nicht notiert.
Besondere DX-Standorte kann ich nicht nennen, Strandnähe ist immer gut zum scannen, wegen internen Störungen, besonders in AM, aus den Hotels.
Im April 2008 konnte ich in der dunklen Zeit noch die 6075 problemlos mit Teleskopantenne hören, heute wirds mit dt. KW-Stationen sehr schwierig sein oder gar nicht.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.08.2013 08:07
@ 102.2

Zitat

Wurden auf Cuba jemals russische Programme verbreitet? ( zur Zeit des kalten Krieges)


In der Wikipedia steht:
"Benutzt wurden Sendeanlagen in der Sowjetunion, in Osteuropa und auf Kuba."
http://de.wikipedia.org/wiki/Stimme_Russlands

Frequenzen sind mir aber nicht bekannt. Strategisch wäre es aber schon blöd gewesen, wenn die Stimme Russlands diesen "Vorposten des Sozialismus" nicht für Ausstrahlungen genutzt hätte.

von Kay B - am 01.08.2013 11:09
Lt. Wikipedia wurde aus Havanna auf 600 kHz (MW) gesendet: https://en.wikipedia.org/wiki/Voice_of_Russia

von Bolivar diGriz - am 01.08.2013 13:53
Der Wikipedia-Eintrag deutet aber schon an, daß es diese Mittelwellen-Ausstrahlung nicht lange gegeben hat. Die WRTH-Ausgaben 1981 und 1982 schreiben "R. Moscow/The Voice of Cuba, geplant 600 kW". Davor und danach gehört die Frequenz Radio Rebelde. Wahrscheinlich war das Moskauer Zwischenspiel auf der 600 kHz noch deutlich kürzer.

Ältere WRTHs erwähnen eine Radio Moskau (Auslandsdienst)-Relaisstation, aber wie für Radio Moskau zu dieser Zeit üblich gibt es keine weiteren Details.

In der 1988er-Ausgabe gibt es ein Relais für "Soviet All Union Radio" auf 4765 kHz (variabel 4745-4785 kHz) "24h. Relay USSR Home Service (Mostly 2nd Prgr) for Soviet citizens in Cuba, Nicaragua and at sea."

Catperson

von catperson - am 01.08.2013 16:09
d.h. es gab in den spaeten 80iger Jahren offenbar ein sovietisches Programm fuer Soviets die dort stationiert waren.

Radio Moscow wird vermutl. einen fremdsprachigen Auslandsdienst gesendet haben, vornehml. auf Englisch und Spanisch?

von 102.1 - am 01.08.2013 17:36
Die Quellenlage ist bei den sozialistischen Bruderländern immer etwas dürftig, deshalb würde ich aus fehlenden WRTH-Einträgen nicht schließen wollen, daß es keine Sendungen für dortige Sowjetbürger gab.

Radio Moskau sendete natürlich auch weltweit auf russisch. Der amerikanische Doppelkontinent war aber nie ein besonderes Ziel von Radio Moskau. Sendungen gab es auf englisch, spanisch und portugiesisch. Verglichen mit Asien oder Europa war das ziemlich dürftig, nicht nur bezüglich der Anzahl der Sprachen, sondern auch bei der Sendedauer. Die drei Sprachen sind zwar die wichtigsten in Amerika, aber zum Beispiel hatte Radio Habana 1988 außerdem Kreolisch (für die Karibik), Französisch (für Kanada und die Karibik) und Guarani und Quechua (für Südamerika) im Programm. Es gibt dort also schon weitere Sprachen, die man aus Moskau hätte bedienen können, wenn man gewollt hätte. Der Vollständigkeit halber: Zumindest Quechua gab es zeitweise auch aus Moskau.

Catperson

von catperson - am 01.08.2013 22:02
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Als ich das letzte mal dort war, 2008, wurde Radio Marti auf 1180 gestört. In Varadero in Strandnähe Richtung Florida ließen sich die Störer ausblenden.


Ich vermutete oft, dass die nur Radio Marti stoeren, da dies von der US Regierung geziehlt auf Cuba gesendet wird. Dass Du Talksender aus den USA nachts bekommen konntest, wuerde darauf hindeuten, dass diese Sender der cubanischen Regierung egal sind.

Varadero ist ja auch diese Halbinsel. Vermutl. bekommen die von den USA mehr Sender rein, und sind moegliches Jamming weniger effektiv.

von 102.1 - am 02.08.2013 08:09
@ catperson

Zitat

Der amerikanische Doppelkontinent war aber nie ein besonderes Ziel von Radio Moskau.


Wieso eigentlich nicht? Die Voice of America hatte ja auch versucht, möglichst weit in den Ostblock zu senden.

Gerade Kuba müßte ja eigentlich sehr gut geeignet gewesen sein, in den Südosten der USA zu senden. Mittelwelle war in den USA sehr lange Gang und Gäbe und speziell in den Südstaaten wären einige Minderheiten wie Schwarze und Latinos bestimmt sehr anfällig für kommunistische Propaganda gewesen.

von Kay B - am 02.08.2013 16:13
Lange Zeit war Geheimhaltung das A und O in Sachen Kuba - die USA sollten nicht wissen, dass die Sowjets dort aktiv sind. Große Sendeanlagen wären da sehr auffällig gewesen und da hätten in Amerika sofort die Alarmglocken geschlagen.

von RheinMain701 - am 02.08.2013 16:57
In Key West hatte ich folgendes in Erinnerung

- irgendwo ist ein riesiger Antennenwald.
- Nach Einbruch der Dunkelheit ist auf der MW einiges los, viele Stationen aus Lateinamerika,
- Das Gefuehl eines un-koordinierten Durcheinanders entsteht

Auf Cuba ( bin nie dort gewesen) gibt es Berichte, die Russen haetten dort einen Horchposten gehabt, oder immer noch in Betrieb?

von 102.1 - am 02.08.2013 17:40
Zitat
Kay B
@ catperson

Zitat

Der amerikanische Doppelkontinent war aber nie ein besonderes Ziel von Radio Moskau.


Wieso eigentlich nicht? (...)


Die geheimen Gedanken der Sowjet-Mächtigen werden wir wohl nie ergründen können. Im Gesamtsendeplan fällt jedenfalls sofort ins Auge, wie klein der Teil für Amerika war. Vielleicht hat man sich nur geringe Chancen ausgerechnet, im U.S.-amerikanischen Hinterhof brauchbare Machtpositionen aufbauen zu können.

Zitat
RheinMain701
Lange Zeit war Geheimhaltung das A und O in Sachen Kuba - die USA sollten nicht wissen, dass die Sowjets dort aktiv sind. Große Sendeanlagen wären da sehr auffällig gewesen und da hätten in Amerika sofort die Alarmglocken geschlagen.


Hm, also allerspätestens seit 1962 müßte jedermann klar geworden sein, daß die Sowjets auf Kuba waren. Die U.S.A. hatten da aber ganz andere Sorgen als Sendeanlagen. (de.wikipedia.org/wiki/Kubakrise)

Meine persönliche These ist, daß die gegenseite Zuneigung zwischen Moskau und Havanna entgegen aller Propaganda eher gering ausgefallen war und man der eigenen Bevölkerung nicht zu große russische Präsenz - auch im Äther - zumuten wollte...

Catperson

von catperson - am 02.08.2013 21:55
Zitat
catperson

Meine persönliche These ist, daß die gegenseite Zuneigung zwischen Moskau und Havanna entgegen aller Propaganda eher gering ausgefallen war und man der eigenen Bevölkerung nicht zu große russische Präsenz - auch im Äther - zumuten wollte...

Catperson


ich hatte mal aehnliches gehoert. Ich denke Ost-Europas Kommunisten betrachteten den Kommunismus in Cuba eher mit Vorsicht, da in der Revolution zu viel vom Volk ausging. Bestaehtigen kann ich es aber nicht.

In Havanna gibt es eine russisch-ortodoxe Kirche, zum Ausdruck der Freundschaft.

von 102.1 - am 03.08.2013 15:13
Zitat
102.1
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Als ich das letzte mal dort war, 2008, wurde Radio Marti auf 1180 gestört. In Varadero in Strandnähe Richtung Florida ließen sich die Störer ausblenden.


Ich vermutete oft, dass die nur Radio Marti stoeren, da dies von der US Regierung geziehlt auf Cuba gesendet wird.


Ich bin letztens bei Recherchen (war nicht vor Ort) auf die 1180 KHz gestoßen:

Auf 1180 KHz sendet, laut fmscan.org, Radio Rebelde von diversen Standorten aus Havanna und umliegenden Orten, Radio Reloj hat 200 km östlich von Havanna einen 200 Kw starken Sender auf 1180 KHz (umgeben von Radio Rebelde Sendern auf gleicher Frequenz) - und dazu sendet Radio Martí von den Keys mit 100 Kw auf 1180 KHz mit Zielgebiet genau in diese Region.

Kann man auf dieser Frequenz überhaupt noch etwas verständliches empfangen? Alleine die Koordinierung Radio Rebelde vs. Radio Reloj auf 1180 KHz wundert, und dazu noch Radio Martí...

Wieso sendet Radio Martí auf einer Frequenz, die von zwei lokalen Programmen belegt ist? Das macht doch keinen Sinn.

von Klaus Wegener - am 22.08.2016 09:12
Zitat
Klaus Wegener

Wieso sendet Radio Martí auf einer Frequenz, die von zwei lokalen Programmen belegt ist? Das macht doch keinen Sinn.


Wieso wird die Frequenz von zwei lokalen Frequenzen belegt? Weil Radio Marti dort sendet ;-)
Und einfach so von 1180 kHz weg auf eine beliebige andere Frequenz wechseln geht in einem Rechtsstaat nun mal nicht so einfach.

von DH0GHU - am 22.08.2016 09:20
Was mich wundert, dass die USA den Propagandasender nicht einstellt. Der ist sowieso nahezu unhörbar auf Kuba, dann sollte es wegen der derzeitigen leichten Entspannung zwischen den beiden Staaten auch aufgegeben werden, hat soweiso nichts genutzt, die Castros sind immer noch da.
Nun sollte man das Embargo gegen Kuba auch endlich lockern und zur friedlichen Koexistenz übergehen, und Obama hat in knapp 8 Jahren Regierungzeit Guantanamo immer noch nicht geschlossen, obwohl er es versprochen hatte... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.08.2016 09:30
Zitat
Klaus Wegener
Wieso sendet Radio Martí auf einer Frequenz, die von zwei lokalen Programmen belegt ist? Das macht doch keinen Sinn.

Doch. Das ist ein Radiokrieg. Und Absicht, damit der Feindsender Radio Marti nicht in Kuba gehört werden kann.
Als Reaktion hat Kuba in der Vergangenheit auch schon seine anderen MW-Stationen mal "aufgedreht" und die clear channel stations in den USA plattgemacht...

von iro - am 22.08.2016 09:42
Obama ist doch spätestens seit seiner zweiten Amtszeit innenpolitisch eine lame duck, weil sich die beiden Lager bekanntermaßen gegenseitig blockieren, ergo auch nix mit Guantanamo bzw. einer Lockerung des Embargos. Sieht man ja auch im Iran. Da haben ja nachweislich Republikaner an Hardliner geschrieben, die ebenfalls gegen eine westlich-iranische Annäherung waren. Um Obama ans Bein zu pinkeln, ist den Republikanern nicht erst seit der Tea Party jedes Mittel Recht. Und ja, zum Thema, nich wundert auch, das Martí noch sendet. Auf Cuba wird ja ohnehin zur Nachrichteninformation Reloj gehört, soweit ich weiß. Und Castro ist ja, wie man diversen Dokus auf Phoenix in diesem Jahr entnehmen konnte, unter anderem auch wegen des eigenartigen Gebarens der Amis auf der Insel und deren Billigung eines gewissen Batista an die Macht gekommen. Man wird also auch gezielte Falschinformationen von Martí nicht gerade mit Begeisterung auf der Insel verfolgen.

von rolling_stone - am 22.08.2016 09:59
Radio Reloj, das ist der Sender mit dem Zeitzeichentakt zu jeder vollen Minute. Der war landesweit auf MW sehr gut tagsüber empfangbar, 2008 aber war er nicht flächendeckend auf UKW hörbar, in Santiago und Havanna kam er auch auf UKW, nach meiner Erinnerung, vielleicht ist das UKW-Netz noch etwas verbessert worden, seit dem.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.08.2016 10:24
WRTH Eintrag von 1985
[attachment 7913 cu.jpg]

von Radiologe - am 22.08.2016 10:33
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Was mich wundert, dass die USA den Propagandasender nicht einstellt. Der ist sowieso nahezu unhörbar auf Kuba, dann sollte es wegen der derzeitigen leichten Entspannung zwischen den beiden Staaten auch aufgegeben werden, hat soweiso nichts genutzt, die Castros sind immer noch da.
Nun sollte man das Embargo gegen Kuba auch endlich lockern und zur friedlichen Koexistenz übergehen, und Obama hat in knapp 8 Jahren Regierungzeit Guantanamo immer noch nicht geschlossen, obwohl er es versprochen hatte... .


Das ist in Vietnam auch nicht anders. Radio Free Asia bringt auch seine Meinung in Vietnamesisch in den Äther, obwohl seit Jahren offiziell Ruhe ist oder irre ich mich da.

von Sandy N - am 22.08.2016 13:14
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