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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
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RadioNORD, Manager., Heinz Schulz, jb luxbg, WellenJäger, Wasat, 102.1, hegi_ms

Frage: Wann wechselte der Langwellen-Sender von Radio Luxemburg auf 234 kHz?

Startbeitrag von RadioNORD am 28.08.2013 17:01

Hallo zusammen,

für www.senderfotos.de überarbeite ich gerade einige Artikel. Bei manchen Geschichten findet man ja recht widersprüchliche, immer wieder auch offensichtlich falsche Angaben im Netz. Im aktuellen Fall geht es um die Ausstrahlung der Luxemburger Langwelle 234 kHz. Unter
http://www.senderfotos.de/senderfotos_aus_dem_ausland/luxemburg/junglinster/
habe ich nun die mir bekannten Informationen zum Sender Junglinster zusammengetragen. Im Internet fand ich die Angabe, dass Radio Luxemburg an diesem Standort angeblich im Jahr 1988 von 236 auf 233 kHz gewechselt ist. Das kommt mir etwas merkwürdig vor - zum einen war 1988 ja schon gut 15 Jahre der benachbarte Sender Beidweiler in Betrieb, Junglinster war also nur noch Betriebsreserve - zum anderen meine ich gelesen zu haben, dass Beidweiler von Anfang an auf 234 kHz sendete. Hat jemand von Euch genauere Informationen?

Viele Grüße

Antworten:

1988 dürfte stimmen. Das genaue Datum weiß ich aber nicht mehr.

Gewechselt wurde damals aber in Beidweiler in Folge des neuen Wellenplans Genf 75 von 236 auf 234 kHz. Die gleiche Frequenzverschiebung als Folge des neuen Wellenplans gab es auch bei den anderen LW-Sendern; z.B. DLF Donebach von 155 auf 153, BBC von 200 auf 198, DLF Aholming von 209 auf 207 usw.

Junglinster war/ist seit der Inbetriebnahme von Beidweiler 1972 nur noch Reserve.

von Manager. - am 28.08.2013 17:29
Das klärt es auf :-) Danke schön. 233 kHz ist also definitiv falsch. Das bedeutet, Beidweiler war die ersten etwa 15 Jahre auf 236 kHz aktiv? Oder war es 233 kHz? Meiner Quelle zufolge soll Junglinster von 1932 an auf 252 kHz, in den Jahren des 2. Weltkriegs auf 233, ab 1952 auf 236 kHz und ab 1953 dann wieder auf 233 kHz gesendet haben - bevor es dann 1988 den Wechsel (in Beidweiler) auf 234 kHz gab. Ich habe die Beiträge Junglinster und Beidweiler mal entsprechend angepasst - sollte das noch was falsch sein, baue ich noch mal um^^

von RadioNORD - am 28.08.2013 17:42
ich hatte den Wechsel von 233 auf 234 nicht wirklich mitbekommen, da meine Radios die ich damals hatte alle mit Analogskala waren.

Bekannt ist mir lediglichlich, dass das Raster in den 70ern und 80ern mal gewechselt wurde.

von 102.1 - am 28.08.2013 17:45
Nein, Beidweiler war zunächst auf 236 kHz.

Die 233 kHz muss schon länger (frühere Wellenpläne) zurückliegen. Und wenn, dann war das noch in Junglinster.

von Manager. - am 28.08.2013 17:46
...okay... ich bastele noch mal :-)

Nachtrag: Jetzt müssten die Beiträge Junglinster und Beidweiler eigentlich korrekt sein...

von RadioNORD - am 28.08.2013 17:48
Auf meiner Homepage hatte ich auch falsche Daten drinnen, weil ebenfalls ungeprüft abgeschrieben.

Tatsächlich sendete man (laut WRTH) bis 1952 auf 232 kHz, dann kurzzeitig auf 236 kHz. Ende 1953 waren es aber 233 kHz. Der Wechsel von 233 auf 236 kHz fand dann im Zeitraum zwischen Anfang 1973 und Ende 1974 statt. Im WRTH 1973 sind es noch 233 kHz, im WRTH 1975 schon 236 kHz. Ich meine, dass die Umstellung 1974 erfolgte, als die 1972 errichtete Anlage in Beidweiler auf 2000 kW verstärkt wurde.

Der Wechsel von 236 auf 234 kHz erfolgte dann am 1.2.1988 nach den Vorgaben des Genfer Wellenplanes. Die Langwelle hinkte nämlich bei der Umstellung etwas nach, weil andere Funkdienste, die die Langwelle nutzten, auch umgestellt werden mussten. Während auf Mittelwelle am 23.11.1978 umgestellt wurde, fand dies auf Langwelle später in 3 Schritten statt:
148,5 - 193,5 kHz am 1.2.1986
193,5 - 238,5 kHz am 1.2.1988
238,5 - 283,5 kHz am 1.2.1990

von Wasat - am 28.08.2013 18:44
Das bedeutet schlussfolgernd aber, dass Beidweiler im Laufe seiner Betriebsdauer doch auf DREI verschiedenen Frequenzen sendete:
Inbetriebnahme bis 1973/1974: 233 kHz
1973/74 bis 1.2.88: 236 kHz
seit dem 1.2.88: 234 kHz

von RadioNORD - am 28.08.2013 19:02
Nach dem Kopenhagener Wellenplan 1948 waren die Frequenzen 227 kHz Polen und 236 kHz Leningrad/UdSSR zugeteilt. Luxemburg hatte diesen Plan nicht unterzeichnet und betrieb seinen Sender zwischen beiden Frequenzen, die Angabe 233 kHz dürfte wohl stimmen. Die UdSSR baute auf 236 kHz in den 70igern ein Gleichwellennetz mit sehr starken Sendern auf, und Polen bekam auch einen Supersender mit 2000 kW und einem über 600 m hohen Sendemast. Daher störte vor allem in den Abendstunden ein starkes 3kHz-Interferenzpfeifen. Die Genfer Wellenkonferenz billigte dann Luxemburg die 236 bzw. später 234 kHz mit Ausblendung in Richtung UdSSR zu.

von hegi_ms - am 29.08.2013 00:53
Radio Luxemburg sendete laut einer Liste aus dem Jahre 1938 auf 232 kHz (200 kW).

von WellenJäger - am 29.08.2013 07:41
In den mir zur Verfügung stehenden historischen Senderlisten sind folgende Einträge zu finden:

1939: 232 kHz/200 kW
1947: 232 kHz/150 kW
1954: 233 kHz/150 kW
1959: dito
1967: 233 kHz/600 kW
1974: 236 kHz/1400 kW
1994: 234 kHz/2000 kW

von Heinz Schulz - am 29.08.2013 08:20
Zitat
Heinz Schulz
In den mir zur Verfügung stehenden historischen Senderlisten sind folgende Einträge zu finden:

1939: 232 kHz/200 kW
1947: 232 kHz/150 kW
1954: 233 kHz/150 kW
1959: dito
1967: 233 kHz/600 kW
1974: 236 kHz/1400 kW
1994: 234 kHz/2000 kW


Und seit 2011 : http://www.transradio.de/index.php/de/referenzen

von jb luxbg - am 29.08.2013 08:54
Der Wechsel auf 234 kHz fand aber definitiv im Jahr 1988 statt... nicht 1994. Oder sind die Angaben in dieser Liste keine "ab"-Angaben?

von RadioNORD - am 29.08.2013 10:28
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