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Kabel BW blendet Schweizer Fernsehen während Sportübertragungen aus

Startbeitrag von freiwild am 28.08.2013 17:16

Gestern abend war Champions-League-Abend, u.a. im ZDF und auf SRF zwei. Kabel BW überträgt bekanntlich SRF 1 und SRF zwei im gesamten baden-württembergischen Kabelnetz digital. Dadurch waren bisher z.B. die Dienstags-Champions-League-Spiele auch für Nicht-Sky-Kunden live zu sehen. Denn das ZDF hält für die Champions-League-Hauptrunde nur die Rechte für den Mittwoch, während das SRF am Dienstag und am Mittwoch live überträgt.

Gestern aber wurde das Programm von SRF zwei ungefähr zwischen 20 und 23 Uhr durch eine Hinweistafel von Kabel BW ersetzt, die darauf hinwies, dass man aus rechtlichen Gründen die SRF-Fußballübertragungen nicht in Deutschland zeigen dürfe. SRF 1 lief regulär weiter, und heute sind auch wieder beide Programme regulär zu sehen.

Aber wer bisher bei Kabel BW hatte, um sich Sky für die Champions-League zu sparen, dürfte in diesem Jahr in die Röhre schauen (bzw. auf die stillen LEDs).

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Alqaszar
Denn man muss schon verstehen, dass weder die Fußball-Weltmeisterschaft, noch die olympschen Spiele, auch nicht die nationalen Fußballigen und schon gar nicht die Champion's League & Co. öffentliche Veranstaltungen sind, sondern von Firmen ogansierte Großevents, bei denen es einzig und allein um die Gewinnmaximierung geht.

Der ein oder andere schaut sich tatsächlich noch sowas an. Ich wurde 1992 (Rostock: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/eintracht-frankfurt-das-trauma-von-rostock-11752901.html) geheilt, alles Folgende konnte ich mit einem "Lebbe geht weider" quittieren.
Ob es noch förderungswürdiger Breitensport ist wie eine tumbe Masse dem nachläuft? Aber auch bei sogenannter Kultur, ja auch Hochkultur, heißt es Augen auf. Genauso wie beim "Sport" ist die "Kultur" ebenso nur Beiwerk um Geld zu verdienen oder schlicht abzuzocken. Ich bin überzeugt: Würde es ohne diesen Inhalt gehen, er kostet schließlich Geld, hätten man keine Probleme auch so weiter machen. Wobei hier die Frage zu stellen ist: Welcher Inhalt?
Zitat
Rolf
Die Millionengehälter der Spieler und Funktionäre sollten nicht durch Gebührengelder mitfinanziert werden.

Dagegen sind so manche Top-Manager, die berechtigter Weise bezüglich ihres Salärs in der Kritik stehen, noch deutlich unterbezahlt...

von Thomas (Metal) - am 29.08.2013 06:12
Hier sind ja einige Gerüchte am Kochen, die so absolut nicht stimmen.

Die Sender von SRF und ORF waren / sind auf einer mündlichen Vereinbarung im Kabelnetz von Kabel BW. Es wird KEIN Geld dafür gezahlt. Sie laufen unter der so genannten Bonus Verordnung.
Diese hat es erlaubt bis zum Jahr 2007 den Sendern eine kostenlose digitale Promotionseinspeisung anzubieten. Heute ist das nicht mehr erlaubt, es sei denn man gibt diesen Sendern eine Grundverschlüsselung, da sonst die Bundesnetzagentur eingreift, da eine Diskriminierung der zahlenden Free To Air Sender statt finden würde.

Den Parteien ORF und SRG wurde also die Einspeisung angeboten in ganz BW. Beide Parteien stimmten mündlich zu, sagten aber, dass sobald jemand die Einspeisung anklagt, die Verbreitung gestoppt werden müsse. Die Bonuseinspeisung kann als unbefristet in die internen Dokumente eingetragen werden. Das waren Schlupflöcher, die ab 2007 verboten waren, Alteinspeisungen genießen Bestandsschutz.

Beim ORF ging alles gut, bis zum Intentdatenwechsel 2006 / 2007. Der neue Intendant soll gut befreundet sein mit dem Chef der RTL Gruppe, die sich ziemlich über die Einspeisung geärgert hat und daraufhin die Situation angeklagt hat. Der neue ORF Intendant hat daraufhin die Einspeisung verboten und Kabel BW zum Wohle der Werbeeinnahmen von RTL bei Formel 1 und Spielfilmübertragungen die parallel laufen die Verbreitung untersagt.
Es erfolgte also eine Absprache im Sinne der RTL Gruppe, die sonst vor Gericht gegangen wäre.

Kabel BW wurde angeboten, dass man das Signal des ORF's von beiden Programmen digital einspeisen darf, allerdings nur bis zum Netz Geislingen. Eine weiter-nördliche Verbreitung der Programme würde der ORF nicht erlauben.

Das Problem: Kabel BW hatte extreme bedenken, dass wenn man nun den ORF regional, digital einspeist, sofort eine Forderung kommen würde, dass man dies auch mit dem Schweizer Fernsehen tun soll. Aus Gründen des Bestandsschutzes und zum Schutz der landesweiten Verbeitung verzichtet man bis heute auf eine regionalisierung des ORF's auf digitaler Basis um den SRF Bestandsschutz zu gewährleisten.

Bei der Ausblendung des Champions-League hat sky von seinem Heimrecht gebrauch gemacht und die Lücke geschlossen durch die Zuschauer in Deutschland die Schweizer Programme zum Fussball schauen verwenden können. Sky hat die Verwertungsgesellschaft beauftragt ihren Rechteschutz für Deutschland wahr zu nehmen.

Wir können froh sein, dass Kabel BW nur die Sendung ausblendet und nicht die Sender komplett raus nimmt, denn zulässig wäre nur eine Einspeisung in die Netzknoten, wo auch die terrestrische Einstrahlung erfolgt. Das Schweizer Fernsehen spielt bislang mit, wenn diese die Verbreitung aber nicht mehr wollen, muss das Schweizer Fernsehen regionalisiert eingespeist werden und das wäre dann wohl bis zum Netzknoten Singen.

Hierin ist auch der Grund zu suchen, wieso die Programme der französischen Schweiz / italienischen Schweiz, die via DVB-T einstrahlen nicht eingespeist sind. Man will die Gutmütigkeit des Schweizer Fernsehens nicht überstrapazieren und irgendeine Partei wütend machen, dass nachher eine Unterlassung ins Haus steht.

Eine Einspeisung der HD Ableger ist nicht möglich, da die Einspeisung von SRF 1 und zwei auf Grundlage der Overspillverordnung eingespeist wird und die HD Programme nicht via DVB-T einstrahlen, daher hat man keine Grundlage für die Einspeisung.

Ich hoffe ich konnte die Rechtslage nun etwas klären.

Die Einspeisung ist also zusammengefasst auf Grundlage der Overspill-Regelung, die besagt "Ein Sender darf dort eingespeist werden, wo er terrestrisch einstrahlt." Dies streckt Kabel BW enorm durch die BW-weite Einspeisung, die das Schweizer Fernsehen momentan duldet. Kommt aber morgen ein Einwand von einer einwandsbefugten Partei, ist die Einspeisung BW-Weit vorbei. Alles kann das Fass zum Überlaufen bringen, daher keine regionalisierte digitale Einspeisung vom ORF, obwohl dies erlaubt gewesen wäre bis 2007, deshalb keine weiteren Schweizer Programme und vieles mehr. Das Argument heißt Bestandsschutz.

von Chris4981 - am 30.08.2013 07:34
Da hier immer über die bösen Österreicher gelästert wird, die unsere tollen deutschen öR kostenlos schauen können, möchte ich nur anmerken, dass diese Ausblend-Praxis auch für das in Österreich terrestrisch verbreitete 3Sat zutrifft.

Hintergrund: 3Sat war als reiner Satellitenkanal konzipiert und somit wurde versäumt, die terrestrischen Übertragunsrechte für das deutschsprachige Ausland mitzuerwerben. Diese Filme aus dem Altbestand müssen in Österreich ausgeblendet werden.

Somit eigentlich gängige Praxis. Nur dass die Österreicher eben auf Sat-Empfang ausweichen können und kein so großes Zugpferd wie Fußball zum Opfer fällt.

Noch weiter zurückgeblendet: Bei der WM2002 waren ARD und ZDF gezwungen, die Ausstrahlung der Fußballspiele digital via Astra auszublenden. Ein PayTV-Anbieter aus dem Ausland hatte geklagt. Analog war das kein Thema, weil im Zielland keiner mehr über analoges Equipment verfügte. Waren meines Wissens die Spanier :)

Auf Hotbird wird rechtlich problematisches Material von ARD und ZDF, hauptsächlich FIFA-Ereignisse, ebenfalls ausgeblendet.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.08.2013 08:14
Zitat
Chris4981
Es wird KEIN Geld dafür gezahlt. Sie laufen unter der so genannten Bonus Verordnung. Diese hat es erlaubt bis zum Jahr 2007 den Sendern eine kostenlose digitale Promotionseinspeisung anzubieten. Heute ist das nicht mehr erlaubt, es sei denn man gibt diesen Sendern eine Grundverschlüsselung, da sonst die Bundesnetzagentur eingreift, da eine Diskriminierung der zahlenden Free To Air Sender statt finden würde.


Dass ein FTA-Sender überhaupt etwas für die Kabeleinspeisung zahlen soll, ist Diskriminierung genug. Darum verzichtet man bei KabelBW wohl auch auf die Einspeisung so bedeutungsloser Programme wie SWR BW HD?

Zitat
Chris4981
Kommt aber morgen ein Einwand von einer einwandsbefugten Partei, ist die Einspeisung BW-Weit vorbei. Alles kann das Fass zum Überlaufen bringen [...]
Das Argument heißt Bestandsschutz.


Der Einwand ist ja nun erfolgt, zumindest gegen einen Teil des Programminhalts

Zitat
Chris4981
Bei der Ausblendung des Champions-League hat sky von seinem Heimrecht gebrauch gemacht und die Lücke geschlossen durch die Zuschauer in Deutschland die Schweizer Programme zum Fussball schauen verwenden können.


Ein Rechteinhaber sagt Piep und schon ist der schöne Bestandsschutz im Arsch. Als nächstes motzt einer bei der Formel1, dann bei den Spielfilmen und am Schluss kann man das Programm gleich ganz rauswerfen.

Zitat
Chris4981
Hierin ist auch der Grund zu suchen, wieso die Programme der französischen Schweiz / italienischen Schweiz, die via DVB-T einstrahlen nicht eingespeist sind.


Selber schuld, dass man RTS und RSI 2006 nicht gleich ins digitale Programmangebot genommen hat. Dann hätten sie jetzt auch Bestandsschutz. Sogar der ORF wäre ab Ende 2006 schon via DVB-T empfangbar gewesen (über den provisorischen Kanal 65 am Pfänder).

Zitat
Chris4981
Hier sind ja einige Gerüchte am Kochen, die so absolut nicht stimmen.


Mein "Gerücht", dass es letztendlich immer nur um die Kohle geht, stimmt jedenfalls. Der Rest ist eine Sache der wohlwollenden Formulierung... :D

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.08.2013 10:58
Es gibt beim Kabelfernsehen in Deutschland zwei Hindernisse, die es verhindern, dass man übers Kabel attraktive ausländische Programme sehen (oder hören) kann:

1) Die von Kabelnetzbetreibern von den Programmanbietern verlangten Einspeisegebühren zusammen mit der Vorgabe der BNetzA, solche Gebühren entweder gar nicht oder aber von allen Programmanbietern zu verlangen.

Ein ausländischer Programmanbieter wird in der Regel nicht noch dafür bezahlen wollen, dass sein Programm im Ausland verbreitet wird, also ausserhalb des eigentlichen Zielgebiets. Wenn man Glück hat, dann ist er ohne viele Umstände damit einverstanden, dass auch ein paar Zaungäste zuschauen oder zuhören dürfen. Siehe die Situation zwischen Kabel BW und der SRG, die wohl nur noch dem Bestandsschutz zu verdanken ist.

Wenn die Kabelnetzbetreiber auf ihr altes Geschäftsmodell mit den Einspeisegebühren verzichten würden, dann wären die Chancen grösser, neue attraktive Programme aus dem Ausland einzuspeisen.

2) Die EU-Richtlinie 93/83/EWG

Diese Richtlinie war eigentlich dazu gedacht, den grenzüberschreitenden Empfang über Satellit oder Kabel zu erleichtern. Für die Weiterleitung übers Kabel von Programmen aus dem (EU-) Ausland wird allerdings eine Vereinbarung zwischen dem Programmveranstalter und dem Kabelnetzbetreiber verlangt. Damit sollte verhindert werden, dass der Kabelnetzbetreiber mit allen Inhabern von Senderechten einzeln verhandeln muss. Tatsächlich behindert dieser Passus die grenzüberschreitende Verbreitung - die Programmanbieter schliessen mit dem Hinweis auf fehlende Rechte erst gar kein Abkommen zur Kabelverbreitung im Ausland ab! Deshalb gibt es weder BBC- noch ORF-Inlandsprogramme in deutschen Kabelnetzen, von den Overspill-Regeln mal abgesehen.

Dazu findet man im Fazit eines Artikels zum Thema aus 2009 die folgende Bewertung:

Zitat

Mehr als fünfzehn Jahre nach Verabschiedung der Satelliten- und Kabelrichtlinie ist klar, dass sie ihre Ziele nur teilweise erreicht hat. Der Markt für Satellitenrundfunkdienste in der EU ist noch genauso zersplittert wie Anfang der 1990er, als die Richtlinie konzipiert wurde. Vertragliche Lizenzpraktiken in Verbindung mit Signalverschlüsselungstechniken haben es Rundfunk-veranstaltern und Rechteinhabern ermöglicht, die Aufteilung von Rundfunkmärkten entlang der Staatsgrenzen fortzusetzen. Wie die Kommission in ihrem Bericht beklagt, wird dadurch eine große Zahl europäischer Bürger nach wie vor um die Möglichkeit gebracht, Rundfunk- und Bezahl-fernsehdienste zu empfangen und anzuschauen, die auf inländisches Publikum ausgerichtet sind.


Das kann mal wohl nur unterschreiben, wenn man die Hürden ansieht, die es beim Empfang ausländischer Sendungen gibt. Es wäre ja schon ein Fortschritt, wenn unverschlüsselt empfangbare Programme aus dem Ausland in der Regel übers Kabel ungehindert weiterverbreitet werden dürften bzw. die entsprechende Einwilligung durch den Programmanbieter erteilt werden muss. Das wäre im Interesse der Zuschauer, aber es würde die Vermarktung der Ausstrahlungsrechte natürlich ziemlich erschweren.

In der Schweiz läuft es bekanntlich so - die Kabelanbieter sind von einem Grundangebot abgesehen frei in der Entscheidung, welche unverschlüsselt empfangbaren Programme sie weiterleiten und welche nicht - die erwähnte Richtlinie braucht dort natürlich nicht beachtet zu werden. Dass die EU-Fernsehrichtlinie nicht entsprechend im Sinne der Verbraucher abgeändert wird, dafür werden allerdings schon die Rechteinhaber und -verwerter mit geschickter Lobbyarbeit bei der EU sorgen...

Von Kabel BW und Co. hätte ich erwartet, dass sie ihre Rechtsanwälte auf so eine Richtlinie ansetzen und im Sinne ihrer Kunden auf eine Verbesserung hinarbeiten. Zeit genug hat es seit dem erzwungenen Rauswurf der ORF-Programme gegeben. Stattdessen versuchen sie, ihr überholtes Geschäftsmodell mit den Einspeisegebühren durch eine Kette von Prozessen gegen ARD und ZDF zu retten.:sneg:

73 de Uli

von ulionken - am 30.08.2013 21:30
Zitat
smid
Das Problem ist doch, dass in Deutschland die Politik sehr auf analog setzt.


Kannst Du das näher erläutern? Ich verstehe nämlich nicht den Zusammenhang dieser Aussage mit dem Titel des Threads, also der Ausblendung einiger Programme aus der Übertragung von SRF zwei im Kabel. Mit Ausnahme des Grenzgebiets zur Schweiz wird SF zwei durch Kabel BW nur digital (DVB-C) und nicht analog übertragen. Die analoge Abstrahlung in der Grenzregion ist durch die Spill-over-Regelung gedeckt, die Inhaber der Sportrechte stören sich an der digitalen, landesweiten Übertragung auf SF zwei.

Es gibt übrigens je nach Bundesland einige Programme, die analog im Kabel übertragen werden müssen (must-carry), in Baden-Württemberg sind es diese: http://www.lfk.de/programme/verbreitung/kabel/fernsehprogramme-must-carry-bereich-analog.html , also 13 TV- und 12 Radio-Programme. Das ist in der Tat durch die Politik (in dem Fall die LfK) vorgegeben. Ansonsten ist der Kabelnetzbetreiber frei in der Entscheidung, welche Programme er überträgt (ob analog oder digital), soweit er mit ausländischen Anbietern gemäss der weiter oben erwähnten EU-Vorgabe eine Vereinbarung fürs Einspeisen abgeschlossen hat.

Zitat

Wenn ich das richtig verstehe, ist sogar vorgeschrieben, welche Frequenzen analog und welche digital genutzt werden können.

Kannst Du bitte dazu eine Quelle angeben? Die Bundesnetzagentur hat zuletzt in 2011 im TV-Kabel analoge Ausstrahlungen auf den Kanälen S04 und S05 untersagt, weil es durch "Kabellecks" Störungen von Funkdiensten auf diesen Frequenzen gab. Ansonsten sind mir keine Einschränkungen auf analoge oder digitale Nutzung bekannt.

73 de Uli

von ulionken - am 22.09.2013 08:38
@ UM74

Zitat

Nur die dt.ÖRs sind so blöd und verbreiten ihr komplettes Programm FTA über ganz Europa.
Das ist ein Fass ohne Boden.


Die Öffentlich-Rechtlichen waren damals so blöd und sind unverschlüsselt auf den Astra gegangen. Oder möglicherweise waren sie so naiv und haben an europaweites unverschlüsseltes Fernsehen geglaubt. Die Rechteproblematik war damals aber eigentlich bekannt, sodaß N3, das als erstes über Astra sendete, oft Inhalte durch Hinweistafeln ersetzen mußte.

Dadurch haben die Öffentlich-Rechtlichen einen unverschlüsselten Empfang über Satellit als primären Empfangsweg forciert und die Terrestrik quasi verdrängt. Hätten wir heute noch die Terrestrik als primären Empfangsweg für die Öffentlich-Rechtlichen, würden sich diese Rechteprobleme gar nicht ergeben.

Ich hatte das hier
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1139812,page=1
schonmal angesprochen. Das ist ein sehr heißes Thema, da sich die Idee eines europaweiten Fernsehens einerseits und die Rechteproblematik andererseits offenbar nicht vereinen lassen.

von Kay B - am 28.09.2013 18:46
[Halb-OT]
Zitat
Kay B
Die Öffentlich-Rechtlichen waren damals so blöd und sind unverschlüsselt auf den Astra gegangen. Oder möglicherweise waren sie so naiv und haben an europaweites unverschlüsseltes Fernsehen geglaubt. Die Rechteproblematik war damals aber eigentlich bekannt, sodaß N3, das als erstes über Astra sendete, oft Inhalte durch Hinweistafeln ersetzen mußte.

Dadurch haben die Öffentlich-Rechtlichen einen unverschlüsselten Empfang über Satellit als primären Empfangsweg forciert und die Terrestrik quasi verdrängt. Hätten wir heute noch die Terrestrik als primären Empfangsweg für die Öffentlich-Rechtlichen, würden sich diese Rechteprobleme gar nicht ergeben.

Nein, das kann man in Teilen so nicht stehen lassen. Der ö. r. Rundfunk war unter Zugzwang. Damals, wir schreiben 1993, waren die gängigen Privaten allesamt in offenem PAL über ASTRA empfangbar. Gut "Kabelkanal", heute Kabel1 natürlich nicht. Hatte sich ein Teilnehmer auf den SAT-Receiver verirrt, schaltete er diesen am Abend nicht mehr ab und schaute fortan darüber. 3sat und 1Plus waren allerdings dann nicht i. d. R. die Programme seiner Wahl.
Wir sprechen also über vorwiegend schlichte Bequemlichkeit der Zuschauer welche nicht via Kabel zugeschaut haben.

von Thomas (Metal) - am 28.09.2013 20:54
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Nur die dt.ÖRs sind so blöd und verbreiten ihr komplettes Programm FTA über ganz Europa.
Das ist ein Fass ohne Boden.


Die Öffentlich-Rechtlichen waren damals so blöd und sind unverschlüsselt auf den Astra gegangen. Oder möglicherweise waren sie so naiv und haben an europaweites unverschlüsseltes Fernsehen geglaubt. Die Rechteproblematik war damals aber eigentlich bekannt, sodaß N3, das als erstes über Astra sendete, oft Inhalte durch Hinweistafeln ersetzen mußte.

Dadurch haben die Öffentlich-Rechtlichen einen unverschlüsselten Empfang über Satellit als primären Empfangsweg forciert und die Terrestrik quasi verdrängt. Hätten wir heute noch die Terrestrik als primären Empfangsweg für die Öffentlich-Rechtlichen, würden sich diese Rechteprobleme gar nicht ergeben.

Ich hatte das hier
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1139812,page=1
schonmal angesprochen. Das ist ein sehr heißes Thema, da sich die Idee eines europaweiten Fernsehens einerseits und die Rechteproblematik andererseits offenbar nicht vereinen lassen.

Die ÖR hatten damals natürlich Angst vor Reichweitenverlusten bzw. Angst das die Zuschauer den Weg vom Receiver-Programmplatz zu den terr.Programmen zurück nur noch selten findet.Denen war das Risiko damals einfach zu hoch,kann ich mir vorstellen.

Und dann hat man sich da wohl einfach in der Höhe des Sat-Aufschlags und der ganzen Entwicklung beim Pay-TV verschätzt.Das hat man ja das erste mal bei der Fussball-WM 2002 gesehen,wo man bekanntlich via DVB-S ein Ersatzprogramm senden musste.

von UM74 - am 29.09.2013 02:10
Achtung leicht OT...

Ich denke die deutschon ÖRs wollten damals auch nicht kompliziertheit von verschlüsselten SAT-Receivern haben, nachdem Analog-Sat mehr oder weniger free2air war. Sieht man jetzt in der Schweiz, wo wieder mal die Karten getauscht werden müssen, zudem noch kostenpflichtig. Zudem sollen angeblich noch neue CI/CI+ Adapter notwendig werden. Mit den relativ wenigen schweizer SAT-Benutzer kann man ja sowas machen. Persönlich wäre ich sogar auch dafür, dass man SAT-TV in Deutschland verschlüsselt. Nur, das Geld würden wohl wieder zu einem schönen Teil jene bekommen die eh schon genug haben. Umgekehrt finde ich es schade, dass die EU nicht bestimmt, gebührenfinanziertes ÖR-SatTV sei immer free2air. Dazu gehörte natürlich auch die Bestimmung, dass man pro Einwohner einen vorbestimmten Betrag an die SAT-Betreiber bezahlen muss und nicht mehr. Beispiel: Österreich zahlt nur soviel an die SAT-Betreiber, entsprechend der eigenen Einwohnerzahl im Land, kann dafür europaweit senden. Ich kann auch nicht verstehen, dass ein Schweizer in Spanien ca. 100€ pro Jahr zahlt um die schweizer Programme zu sehen, während einer im eigenen Land nichts bezahlt, ausser der einmaligen Zahlung für die Karte.

Sorry, ich weiss, bin damit etwas OT, aber es hat mich einfach gereizt zu schreiben, nachdem hier verlangt wurde, Deutschland solle doch endlich den SAT-Empfang verschlüsseln.

von drahtlos - am 29.09.2013 09:45
Zitat
cougar1989
Die Leute würden dann lieber den Sonntagabendfilm werbefrei im ORF, anstatt auf RTL oder PRO7 sehen, welche Werbung bringen. Den Privatsendern, würden mit dieser Maßnahme wichtige Werbeeinnahmen verloren gehen.
/quote]
Auch wenn der Zusammenhang aus dem ich dieses Zitat ziehe nicht ganz paßt: Dies war auch zum großen Teil der nur terrestrischen Versorgung des ORF geschuldet und eben eine geschätzte halbe Umdrehung in bekannter Spriale. Man wollte durch ein attraktives Programm (was ja im Grund kein Fehler ist!), also Gleiches zur gleichen Zeit wie die Privaten nur eben ohne Werbung, Zuschauer an sich binden, damit die eben auch wieder auf den Antennenempfang zurückschalten, wenn sie zuvor SAT sahen.
Ich weiß nicht wie es in Österreich war. In der Bundesrepublik hatte der ö. r. (Fernseh-)Rundfunk in 90ern das Image eines bieder-konservativ-verstaubtem, die Privaten dagegen des progressiv-jugendlichem. Wer weg war war weg, zurück auf die andere Fernbedienung so, wie wenn man gefühlt während eines Elfmetersschießens auf das Klo mußte. Egal ob die nachmittäglichen Talksendungen objektiv betrachtet noch so scheiße waren...


von Thomas (Metal) - am 29.09.2013 12:33
Die Grundversorgung - ... ein interessantes Thema.
Dein Zahlung der GEZ steht Dir zu, dass Du folgende TV Programme erhalten musst, da Du sonst die Bezahlung deiner Rundfunkgebühr angehen kannst:

- ARD
- ZDF
- Das dritte deines Bundeslandes.

Leider gesteht Dir dieser Vertrag keines Falls eine Regionalisierung oder aber auch einen Standard wie HDTV oder SDTV zu.

Zu dem umfasst dies nur deinen GEZ Vertrag, nicht aber ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen deines Kabelbetreibers geregelt, dass ARD, ZDF überhaupt angeboten werden.
Sprich: Dein Kabelprovider ALS AUCH die ÖR, haben sich alle Möglichkeiten offen gelassen.

Selbst ein Must-Carry-Status ist nur dann in Kraft, wenn ein rechtskräftiger Vertrag vorliegt. Diese Information stammt von Axel Dürr, damals im Amt für die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg tätig. Es ging damals um Klassik Radio bei unserem Gespräch. Er sagte mir, dass die Must Carry Regelung nur greift, wenn ein rechtskräftiger Vertrag als Grundlage existiert. Kommt ein Vertrag nicht zu Stande, so hat der Kabelbetreiber das Recht einem Sender die Einspeisung zu verweigern trotz Must-Carry Status und dies ist rechtens.

Natürlich würde ein Kabelprovider niemals ARD und ZDF aus dem Netz entfernen, das dies der sichere Todesstoss ist, da die Kunden kündigen könnten bei solch enorm wichtigen Programmen. Sprich: Die ÖR haben eine unglaubliche Marktmacht, die sie laut Kabelprovidern dazu missbrauchen keine Einspeisegebühren mehr bezahlen zu müssen.

Wer hier im Recht ist sei dahin gestellt, warum ich das aber schreibe ist um Dir klar zu machen, dass Du nach den AGB's deines Kabelproviders und der öffentlich-rechtlichen TV Sender ans Messer geliefert wurdest. Du hast kein Anrecht irgendwas zu verlangen und genau das ist das Schlimme daran - Der Kunde wurde mit AGB klauseln dazu geknebelt alles fressen zu müssen, was die Sender und Kabelbetreiber kochen.

von Chris4981 - am 29.09.2013 16:15
@ UM74

Zitat

Dieser "Fussballmist" bringt einfach ungeheuer Zuschauer.


Das ist ja gerade in Bezug auf die Öffentlich-Rechtlichen so paradox.

Einen der zahllosen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in soetwas wie ein deutsches ORF 1 umzuwandeln und dort aktuelle Serien und Spielfilme zu zeigen, soll nicht möglich sein, weil die Öffentlich-Rechtlichen angeblich nicht auf die Quoten angewiesen sind und für die europaweiten Rechte, von denen man in der Regel über mehrere Jahre zehren kann, angeblich kein Geld da ist. Stattdessen überläßt man dieses Feld komplett den Privaten.

Sobald es um Sportübertragungen geht, ist aber seltsamerweise aufeinmal die Quote sehr wichtig. Und für die Rechte, von denen man nur EINMAL zehren kann, sind aufeinmal MILLIARDEN an Gebührengeldern vorhanden und es scheint sch***egal zu sein, daß man für ganz Europa mitzahlen muß. Für die Übertragung von so einem sch*** Fußballspiel könnte man wahrscheinlich bei den großen Filmstudios ein ganzes Spielfilmpaket erwerben. Und statt diesen ganzen Kaspern, die dann neben Katrin Müller-Hohenstein & Co. (Oliver K**** usw.) noch ihren Senf dazu geben, könnte man wahrscheinlich eine ganze Staffel einer aktuellen Sitcom kaufen.

Da erkläre doch mal einer die Logik dahinter?

von Kay B - am 29.09.2013 21:50
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Dieser "Fussballmist" bringt einfach ungeheuer Zuschauer.


Das ist ja gerade in Bezug auf die Öffentlich-Rechtlichen so paradox.

Einen der zahllosen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in soetwas wie ein deutsches ORF 1 umzuwandeln und dort aktuelle Serien und Spielfilme zu zeigen, soll nicht möglich sein, weil die Öffentlich-Rechtlichen angeblich nicht auf die Quoten angewiesen sind und für die europaweiten Rechte, von denen man in der Regel über mehrere Jahre zehren kann, angeblich kein Geld da ist. Stattdessen überläßt man dieses Feld komplett den Privaten.

Sobald es um Sportübertragungen geht, ist aber seltsamerweise aufeinmal die Quote sehr wichtig. Und für die Rechte, von denen man nur EINMAL zehren kann, sind aufeinmal MILLIARDEN an Gebührengeldern vorhanden und es scheint sch***egal zu sein, daß man für ganz Europa mitzahlen muß. Für die Übertragung von so einem sch*** Fußballspiel könnte man wahrscheinlich bei den großen Filmstudios ein ganzes Spielfilmpaket erwerben. Und statt diesen ganzen Kaspern, die dann neben Katrin Müller-Hohenstein & Co. (Oliver K**** usw.) noch ihren Senf dazu geben, könnte man wahrscheinlich eine ganze Staffel einer aktuellen Sitcom kaufen.

Da erkläre doch mal einer die Logik dahinter?


Ob jetzt ein dt.ÖR-Kanal ähnlich wie ORF1 erstrebenswert wäre wage ich zu bezweifeln.Manchmal habe ich das Gefühl,beim ORF gehen 50% der TV-Gebühren direkt nach Hollywood.Das ist aber wohl kaum der Auftrag der ÖR wie er in D verstanden wird.
Mittlerweile ist es ja mit US-Ware bei den ÖR etwas besser geworden.Die ARD leistet sich immerhin ihr Sommerkino mit recht aktuellen Streifen und das ZDF hat zu Zeit z.B.Illuminati oder
Inglourious Basterds und Bond-Filme im Programm.Serien tw.bei zdf_neo.Ist aber noch ausbaufähig.
Aber ich habe damals in den 90ern auch nicht verstanden weshalb sich die ÖR so ziemlich alles an zugkrätigen Kaufprogrammen scheinbar ohne grosse Gegenwehr haben abnehmen lassen.
Die ARD z.B.hatte einen Output-Deal mit Disney.Nahezu alle Filme der Disney-Studios liefen in Ersten oder den dritten.Ausgenommen waren nur die berühmten Hochglanz-Zeichentrickfilme.
Was habe ich mich damals geärgert,als sich (so 1994/95) RTL die Rechte unter den Nagel gerissen hat.:mad:
Warum dieser Aderlass ?
Ich fürchte die Programmeinkäufer der Privatsender waren einfach schneller/besser als ihre ÖR-Kollegen.Anders kann ich mir das nicht erklären.Am Geld kann es eig,nicht gelegen haben.
Heute haben die Privatsender alle langlaufende Verträge mit den Studios,und die ÖR müssen nehmen,was übrig bleibt.
2.Teil am Montag.

von UM74 - am 29.09.2013 23:52
Zitat
Manager.
Im Heilbronner Netz von KabelBW wird aktuell Das Erste mit der hr-Variante verbreitet.
Eben vor der Sportschau war Onkel Otto vom hr anstatt Äffle und Pferdle vom SWR als Werbetrenner im Einsatz... :)


Ja, ist auf der Website von Unitymedia (auf der KabelBW offenbar nicht?) auch so aufgeführt, siehe: http://www.unitymedia.de/hilfe_service/aktuelles_anderungen/

"9. Warum sehe ich im Vorabendprogramm von ARD/Das Erste keine landestypischen Cartoons mehr während der Werbeblöcke (Maus/Elefant in NRW, Äffle und Pferdle in Baden-Württemberg)?

Seit dem 03.09.2013 werden bei Unitymedia und Kabel BW zwischen 18-20 Uhr nur noch die regionalen Werbeblöcke vom Hessischen Rundfunk im Vorabendprogramm von ARD/Das Erste ausgestrahlt. Auf übrige Programmbestandteile hat diese Änderung keinerlei Auswirkungen."


Es scheint sich da wohl um einen kleinen Tritt vor Schienbein der ARD zu handeln, nachdem ARD/ZDF keine Einspeisegebühren mehr bezahlen. Für ARD (SWR) (und wohl auch das SWR- Fernsehen?) soll es ja bislang eine direkte Glasfaserzuführung gegeben haben, die man sich jetzt eben spart.

Ich frage mich nur, warum man nicht die ARD (WDR)-Variante nimmt, die ja bundesweit über Sat zu sehen ist und wohl auch weiterhin im digitalen Kabel läuft? Eventuell eine bewußte Entscheidung, weil die HR-Variante vermutlich die werbetechnisch uninteressanteste für große Teile des UMKBW-Gebietes ist (BW und NRW)?

Zitat
Unitymedia-Homepage
Das ist in ganz BW so. Beim SWR ist man darüber "not amused", kann aber nichts dagegen unternehmen.


Hast Du beim SWR nachgefragt? Die Frage ist, ob man an dem Thema dranbleiben soll. Notfalls schnappt sich KabelBW einfach das regionale DVB-T-Signal des Ersten und speist das ein. Resultat wäre eine deutliche Verschlechterung der Bildqualität. Beim ZDF hatte ich lange Zeit den Verdacht, daß es analog von DVB-T eingespeist wird, seit einigen Wochen hat sich die Qualität aber plötzlich verbessert.

Zitat
Thomas (Metal)
Nein, das kann man in Teilen so nicht stehen lassen. Der ö. r. Rundfunk war unter Zugzwang. Damals, wir schreiben 1993, waren die gängigen Privaten allesamt in offenem PAL über ASTRA empfangbar. Gut "Kabelkanal", heute Kabel1 natürlich nicht. Hatte sich ein Teilnehmer auf den SAT-Receiver verirrt, schaltete er diesen am Abend nicht mehr ab und schaute fortan darüber


Man darf nicht vergessen, daß die Öffentlich-rechtlichen (vor allem das ZDF) teilweise auch noch Versorgungslücken bei der terrestrischen Ausstrahlung in den neuen Bundesländern hatten.

Zitat
Chris4981
Selbst ein Must-Carry-Status ist nur dann in Kraft, wenn ein rechtskräftiger Vertrag vorliegt. Diese Information stammt von Axel Dürr, damals im Amt für die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg tätig. Es ging damals um Klassik Radio bei unserem Gespräch.


Wenn ich das recht in Erinnerung habe, ist auch Radio Neckarburg trotz must-carry nicht in den regionalen KabelBW-Netzen des Sendegebietes vertreten, weil man für die Verbreitung kein Geld zahlen will?

Zitat
UM74
Die ARD leistet sich immerhin ihr Sommerkino mit recht aktuellen Streifen und das ZDF hat zu Zeit z.B.Illuminati oder Inglourious Basterds und Bond-Filme im Programm.Serien tw.bei zdf_neo.Ist aber noch ausbaufähig.


Vor allem bei Klassikern profitiert die ARD teilweise wohl noch von einem Uralt-Vertrag mit MGM/UA aus den 80ern, als sich die ARD-Intendanten (vom aufkommenden Privatfernsehen unter Druck gesetzt) mal trauten, an Kirch vorbei einen direkten Output-Vertrag mit einem Hollywood-Studio einzugehen. Daß die Bond-Filme jetzt im ZDF laufen, ist darauf zurückzuführen, daß die Münchener TMG sich da ein entsprechendes Paket sichern konnte und daß das ZDF seit vielen Jahren ein guter TMG-Kunde ist.

Daneben scheinen ARD/ZDF wohl teilweise auch direkt bei RTL/P7S1 einzukaufen, insbesondere bei einigen Serien scheinen die Privaten wohl Teile ihrer Rechtepakete "weiterzuvermieten", weil sie sie nicht brauchen (kein Wunder: RTL und Sat.1 setzen ja im Tagesprogramm stark auf Scripted-Reality und ProSieben bzw. Kabel1 strahlen tagsüber gefühlt immer nur die gleichen drei Serien aus). Durch den geringeren Bedarf und das zunehmende "Controller-Fernsehen" kämpfen RTL und P7S1 auch nicht mehr so stark um jedes kleine Rechtepaket .

Zitat
UM74
Aber ich habe damals in den 90ern auch nicht verstanden weshalb sich die ÖR so ziemlich alles an zugkrätigen Kaufprogrammen scheinbar ohne grosse Gegenwehr haben abnehmen lassen.
Die ARD z.B.hatte einen Output-Deal mit Disney.Nahezu alle Filme der Disney-Studios liefen in Ersten oder den dritten.Ausgenommen waren nur die berühmten Hochglanz-Zeichentrickfilme.
Was habe ich mich damals geärgert,als sich (so 1994/95) RTL die Rechte unter den Nagel gerissen hat.:mad:
Warum dieser Aderlass ?


Ah, auch ein früherer Fan des Disney Clubs im Ersten mit Antje, Stefan und Ralf? ;)

Meines Wissens lockte RTL damals nicht nur mit (vermutlich deutlich mehr) Geld, sondern auch mit einer strategischen Zusammenarbeit. Man hat ja dann gemeinsam Super RTL aus der Taufe gehoben (dort ist Disney immer noch beteiligt).

Interessanterweise hatte Disney dann in den 2000ern aber ein großes Rechtepaket an ProSiebenSat.1 lizensiert, da war der Disney-Anteil auf Super RTL zeitweise relativ gering... das ist halt das alte Problem für die großen Rechteinhaber: Soll man die Highlights aus der eigenen Rechte-Library auf einem eigenen (kleinen) Sender vermarkten (mit allen damit verbundenen Risiken, wer schaut schon einen Blockbuster auf einem kleinen Sender) oder nicht doch lieber an einer der bekannten großen Sender lizensieren?

Das war im Grunde schon bei Super RTL (Disney) und Das Vierte (in der Universal-Zeit) die knifflige Frage, mal gespannt wie sich der zukünftige Disney Channel (passenderweise als Nachfolger von Das Vierte) so schlägt. Die großen Blockbuster wird man dort wohl kaum verwerten wollen...

cu talk

von talk - am 30.09.2013 08:43
Zitat

[Halb-OT]

Zitat
Kay B
Die Öffentlich-Rechtlichen waren damals so blöd und sind unverschlüsselt auf den Astra gegangen. Oder möglicherweise waren sie so naiv und haben an europaweites unverschlüsseltes Fernsehen geglaubt. Die Rechteproblematik war damals aber eigentlich bekannt, sodaß N3, das als erstes über Astra sendete, oft Inhalte durch Hinweistafeln ersetzen mußte.

Dadurch haben die Öffentlich-Rechtlichen einen unverschlüsselten Empfang über Satellit als primären Empfangsweg forciert und die Terrestrik quasi verdrängt. Hätten wir heute noch die Terrestrik als primären Empfangsweg für die Öffentlich-Rechtlichen, würden sich diese Rechteprobleme gar nicht ergeben.

Nein, das kann man in Teilen so nicht stehen lassen. Der ö. r. Rundfunk war unter Zugzwang. Damals, wir schreiben 1993, waren die gängigen Privaten allesamt in offenem PAL über ASTRA empfangbar. Gut "Kabelkanal", heute Kabel1 natürlich nicht. Hatte sich ein Teilnehmer auf den SAT-Receiver verirrt, schaltete er diesen am Abend nicht mehr ab und schaute fortan darüber. 3sat und 1Plus waren allerdings dann nicht i. d. R. die Programme seiner Wahl.
Wir sprechen also über vorwiegend schlichte Bequemlichkeit der Zuschauer welche nicht via Kabel zugeschaut haben.


Richtig. Nahezu fast die ganze ex-DDR hat ja damals (auch mangels Kabel - "bestes Bild, bester Ton" :rolleyes: ) auf Sat umgestellt.
Und im Westen ging das auch mit Sat dort richtig los, wo kein Kabel-TV zu erwarten war.
Und ich würde zu "Bequemlichkeit" noch ergänzen, dass ohne die FTA-Sat-Ausstrahlung ARD und ZDF zumindest im Osten dann halt kaum geschaut worden wäre. Sondern nur RTL und Sat1.

Die Öffis waren daher tatsächlich im Zugzwang.

von Schwabinger - am 30.09.2013 16:04
@ UM74

Zitat

Manchmal habe ich das Gefühl,beim ORF gehen 50% der TV-Gebühren direkt nach Hollywood.


...Und bei den deutschen Öffentlich-Rechtlichen gehen von den TV-Gebühren gefühlt
- 50% für Hausfrauen- und Seniorenberieselung,
- 35% für Sportgedöns und
- 10% für den "Rentenfond" ausgelutschter TV-Moderatoren (Gottschalk & Co.)
drauf.

Gefühlt 5% bleiben dann für neutralen, objektiven und investigativen Journalismus übrig. :-(


Zitat

Heute haben die Privatsender alle langlaufende Verträge mit den Studios,und die ÖR müssen nehmen,was übrig bleibt.


Komisch, daß es in Österreich und der Schweiz funktioniert. Die deutschen Privaten haben ja ebenfalls die Rechte für Österreich und die Schweiz. Und trotzdem haben die dortigen Öffentlich-Rechtlichen Zugriff auf die gleichen Rechte. Auch in anderen Ländern scheinen sowohl die Öffentlich-Rechtlichen wie auch die Privaten Zugriff auf die gleichen Rechte zu haben. Da scheint es eher eine Unterscheidung zwischen Rechten für die Erstausstrahlung und Rechten für weitere Ausstrahlungen zu geben.

Es muß ja nicht mal unbedingt die aktuellste Ware sein. Es wäre ja schon etwas, wenn die Öffentlich-Rechtlichen die Rechte für ältere Staffeln erwerben würden um diese dann ungeschnitten und ohne Werbeunterbrechungen zu zeigen.



@ talk

Zitat

Daneben scheinen ARD/ZDF wohl teilweise auch direkt bei RTL/P7S1 einzukaufen, insbesondere bei einigen Serien scheinen die Privaten wohl Teile ihrer Rechtepakete "weiterzuvermieten", weil sie sie nicht brauchen (...).


Ja, das ist schonmal ein Anfang. Um die Privatsender kommen sie derweil sowieso nicht mehr rum, weil dort die Rechte für die deutsche Synchronisation vorliegen müßten. Anfang der 90er war es noch umgekehrt. Da hatten die Privatsender die Rechte für die deutsche Synchronisation bei den Öffentlich-Rechtlichen einkaufen müssen. Teilweise wurde aber auch neu synchronisiert, z.B. bei Magnum P.I., da hier die ARD die Episoden gekürzt und teilweise zensiert hatte. Das ZDF hat dagegen die RTL-Synchronisation übernommen.

von Kay B - am 30.09.2013 16:53
Zitat
talk
Vor allem bei Klassikern profitiert die ARD teilweise wohl noch von einem Uralt-Vertrag mit MGM/UA aus den 80ern, als sich die ARD-Intendanten (vom aufkommenden Privatfernsehen unter Druck gesetzt) mal trauten, an Kirch vorbei einen direkten Output-Vertrag mit einem Hollywood-Studio einzugehen. Daß die Bond-Filme jetzt im ZDF laufen, ist darauf zurückzuführen, daß die Münchener TMG sich da ein entsprechendes Paket sichern konnte und daß das ZDF seit vielen Jahren ein guter TMG-Kunde ist.

Ja dieser alte Vertrag scheint bis heute zu gelten.Vermutlich wird der immer wieder verlängert,weil die (überwiegend) alten Streifen eh nur noch fürs Nachtprogramm taugen,und sie auch sonst kein Sender haben will.Da sind ja s/w Filme aus den 40ern/50ern (mit u.a Mickey Rooney und Co.) dabei.

Zitat
talk
Daneben scheinen ARD/ZDF wohl teilweise auch direkt bei RTL/P7S1 einzukaufen, insbesondere bei einigen Serien scheinen die Privaten wohl Teile ihrer Rechtepakete "weiterzuvermieten", weil sie sie nicht brauchen (kein Wunder: RTL und Sat.1 setzen ja im Tagesprogramm stark auf Scripted-Reality und ProSieben bzw. Kabel1 strahlen tagsüber gefühlt immer nur die gleichen drei Serien aus). Durch den geringeren Bedarf und das zunehmende "Controller-Fernsehen" kämpfen RTL und P7S1 auch nicht mehr so stark um jedes kleine Rechtepaket .

An welche Serien denkst du da konkret ? Für zdf_neo vermutlich.
Kann ich nicht so ganz glauben,das sich das ZDF bei RTL und Co. Material holt.

Zitat
talk
Ah, auch ein früherer Fan des Disney Clubs im Ersten mit Antje, Stefan und Ralf? ;)

Jaein
Hab da manchmal reingeschaut.War ganz schön.Mehr Leid tats mir um die Spielfilme.
Das war die Zeit in der den ÖR die Senderechte schneller abhanden kamen,als sie schauen konnten.Die ARD wollte um 1994/95 herum noch mal den Baywatch-Pilotfilm wiederholen.Erst relativ kurz vorm anvisieren Sendetermin bemerkte man das man die Rechte dazu garnicht mehr inne hatte.:rolleyes: =>Sat.1


Zitat
talk
Meines Wissens lockte RTL damals nicht nur mit (vermutlich deutlich mehr) Geld, sondern auch mit einer strategischen Zusammenarbeit. Man hat ja dann gemeinsam Super RTL aus der Taufe gehoben (dort ist Disney immer noch beteiligt).

Dem hatte dann der SDR (der ja der Disney-Vertragspartner innerhalb der ARD war) nichts zugkräftiges entgegenzusetzen.Das wäre wohl auch nur über deutlich mehr Geld gegangen.Schade.So einen Deal bekommt die ARD so schnell nicht wieder.

Zitat
Schwabinger
Richtig. Nahezu fast die ganze ex-DDR hat ja damals (auch mangels Kabel - "bestes Bild, bester Ton" :rolleyes: ) auf Sat umgestellt.
Und im Westen ging das auch mit Sat dort richtig los, wo kein Kabel-TV zu erwarten war.
Und ich würde zu "Bequemlichkeit" noch ergänzen, dass ohne die FTA-Sat-Ausstrahlung ARD und ZDF zumindest im Osten dann halt kaum geschaut worden wäre. Sondern nur RTL und Sat1.

Die Öffis waren daher tatsächlich im Zugzwang.

Zumindest die ARD (1.+3.Programme) waren doch mit den Senderketten des ehem. DDR-Fernsehens ordentlich terr. versorgt.OK,das ZDF könnte noch grössere Lücken gehabt haben.
Die Verbesserung von damals bezahlen wir heute teuer.

von UM74 - am 30.09.2013 20:16
Zitat
Kay B
..Und bei den deutschen Öffentlich-Rechtlichen gehen von den TV-Gebühren gefühlt
- 50% für Hausfrauen- und Seniorenberieselung,
- 35% für Sportgedöns und
- 10% für den "Rentenfond" ausgelutschter TV-Moderatoren (Gottschalk & Co.)
drauf.

Gefühlt 5% bleiben dann für neutralen, objektiven und investigativen Journalismus übrig. :-(


Sehe ich nicht so duster.
Zumindest in den Hauptprogrammen hast du schon teilweise Recht.An Herz-Schmerz mangelt es da nicht.Aber deine 5% für Journalismus kann ich nicht nachvollziehen.Sowohl Das Erste wie auch das ZDF bieten weit mehr Nachrichten und Information als alle anderen Sender.Teilweise stündlich.Das sehe ich als ÖR-Kernkompetenz.Um wieder mal den ORF als Gegenbeispiel zu bemühen:Tagsüber kommen da in ORF1 bestenfalls Nachrichtenhäppchen a la RTL2.In ORF2 gibt es unter der Woche die erste Nachrichtensendung des Tages erst um 13 Uhr.Weiter geht es erst um 17 Uhr.Ich find das sehr mager für einen ÖR-Sender.

Und da die ÖR bei den Serien und Filmen den kürzeren zieht,investiert man viel Geld in massenattraktiven Sport.Und bietet da wohl auch Preise die weit über dem liegen die ein Privatsender refinanzieren könnt ( z.B.Bundesliga).
Aber so ganz allmählich scheint sich diese "Arbeitsteilung" (ÖR/Sport,Private eingekaufte Filme/Serien) etwas zu entschärfen.Die ÖR haben wieder entdeckt,dass mit prominenten Kauffilmen zur Primetime viele ihrer heissgeliebten jungen Zuschauer zu holen sind und bestücken ihre Spartensender oftmals mit überraschend guten Programmen/Filmen/Serien. RTL hat sich mit der Brechstange die kommenden Quali-Spiele der DFB-Elf gesichert.Obwohl sich auf diese HD+/Werbeüberflutung nicht alle freuen dürften...:rolleyes:

von UM74 - am 30.09.2013 20:45
@ WiehengeBIERge

Zitat

Willst du ernsthaft, dass auf den Ö-Rs auch noch dieser billige US-Sitcom-Mist läuft?


Das ist immer noch tausendmal inhaltsreicher als der Senf, den irgendein Sportler zur Moderation dazu gibt.



@ UM74

Zitat

Kann ich nicht so ganz glauben,das sich das ZDF bei RTL und Co. Material holt.


Zumindest die Synchronisationen müssen sie sich dort holen, weil quasi jegliche US-Ware in den letzten 20 Jahren durch die Privatsender synchronisiert wurde.


Zitat

Zumindest die ARD (1.+3.Programme) waren doch mit den Senderketten des ehem. DDR-Fernsehens ordentlich terr. versorgt.OK,das ZDF könnte noch grössere Lücken gehabt haben.


Das ZDF bekam in der Regel die dritte DDR-Kette, für die leistungsstarke Sender koordiniert waren und eigentlich auch gleich Anfang der 90er Jahre im Eiltempo in Betrieb genommen wurde. (Ausnahmen waren Inselsberg E48 --> nicht für das ZDF benötigt, sollte an tm3 gehen und lag brach; Bleßberg E44 --> nicht für das ZDF benötigt und ging Ende 1999 als Ersatz für den E12 an die ARD; und Berlin E44 --> ging 1995 an vox, dann an Pro Sieben).

Im Herbst 1993, ganze drei Jahre nach dem Beitritt der DDR zur BRD, war so eine Astra-Aufschaltung zur Versorgung der neuen Bundesländer eigentlich schon zu spät. Wenn es wirklich um die Versorgung der neuen Bundesländer gegangen wäre, dann hätte man zumindest mit dem ZDF schon im Frühjahr 1991 auf den Astra 1B gehen müssen. Da waren anfangs noch einige Transponder frei.

Und statt Südwest 3, WDR und Bayerischem Fernsehen hätte man die Regionalversionen des MDR auf Astra aufschalten müssen, wenn es wirklich um die Versorgung der neuen Bundesländer gegangen wäre.

So richtig zieht das Argument also nicht, daß die Astra-Aufschaltung zur Versorgung der neuen Bundesländer war.


Zitat

Um wieder mal den ORF als Gegenbeispiel zu bemühen:Tagsüber kommen da in ORF1 bestenfalls Nachrichtenhäppchen a la RTL2.In ORF2 gibt es unter der Woche die erste Nachrichtensendung des Tages erst um 13 Uhr.Weiter geht es erst um 17 Uhr.Ich find das sehr mager für einen ÖR-Sender.


Ich sage ja nicht, daß das gesamte öffentlich-rechtliche Fernsehen sich am ORF orientieren soll. Aber im Bereich Unterhaltung für jene, die nicht auf diese grottenschlechte deutsche Schauspielerei stehen und die Werke der Schweigers und Ochsenknechts sowie deren Lendenfrüchte nicht ausstehen können, sollten sich die deutschen öffentlich-rechtliche Fernsehsender schon am ORF orientieren.


Zitat

Und da die ÖR bei den Serien und Filmen den kürzeren zieht,investiert man viel Geld in massenattraktiven Sport.Und bietet da wohl auch Preise die weit über dem liegen die ein Privatsender refinanzieren könnt ( z.B.Bundesliga).


Demnach würden die Öffentlich-Rechtlichen ja am längeren Hebel sitzen und könnten die Preise für die Sportrechte etwas drücken. Und trotzdem bläßt man den Vereinen das Geld zu Hauf in den Allerwertesten. Es scheint so, als deklariert man Championsleague, Bundesliga, Europa- und Weltmeisterschaften sowie das ganze andere Sportgedöns als förderungsbedürftiges Kulturgut und legt noch mal ein paar Millionen darauf. :mad:


Zitat

RTL hat sich mit der Brechstange die kommenden Quali-Spiele der DFB-Elf gesichert.Obwohl sich auf diese HD+/Werbeüberflutung nicht alle freuen dürften...:rolleyes:


Fans aktueller US-Serien und -Filme dürfen sich seit Anfang der 1990er mit Werbeunterbrechungen, nervigen Trailern und Einblendungen herumärgern. Mir soll jetzt bloß kein Fußballheini daher kommen und sich über Werbung beschweren! :mad:

von Kay B - am 30.09.2013 21:55
Zitat
Berlin E44 --> ging 1995 an vox, dann an Pro Sieben).


Etwas OT: Nicht ganz korrekt, die Frequenz E44 ging bereits zum VOX Sendestart pünktlich vom Alex auf Sendung, dies vor allem weil man keinen Platz im Berliner Kabelnetz seitens der Telekom bekam und man eine große Reichweite in der Hauptstadt haben wollte, da es noch viele Dach- und Zimmerantennen gab.

Bei mir war es so, das ich damals das Antennenkabel aus der Kabeldose rausnahm um den Sendestart von VOX mitzubekommen, das Signal war so stark das bereits die ur-alte Schwaiger Zimmerantenne ausreichte, um einen einwandfreien Empfang im Wohnzimmer (welches auch noch im linken Seitenflügel liegt) zu haben (die 1000 KW machten sich damals wirklich bezahlt).

Erst Ende 1995/Anfang 1996 (OHNE GEWÄHR! Muß mal nachkucken, wann genau die Umschaltung vorgenommen wurde...) ging die Frequenz an Pro Sieben nachdem man die Sendelizenz erstmals von der MABB bekam. VOX wechselte auf die schwächere E29 vom Schäferberg und war mit der Zimmerantenne hier im Wedding gar nicht mehr empfangbar...aber da war ja VOX längst im Berliner Kabel drin.

OT Ende

von Francesco210175 - am 30.09.2013 22:24
Zitat
RheinMain701
Zitat
talk
Ich frage mich nur, warum man nicht die ARD (WDR)-Variante nimmt, die ja bundesweit über Sat zu sehen ist und wohl auch weiterhin im digitalen Kabel läuft? Eventuell eine bewußte Entscheidung, weil die HR-Variante vermutlich die werbetechnisch uninteressanteste für große Teile des UMKBW-Gebietes ist (BW und NRW)?

Der Grund ist ein ganz anderer: in Hessen befindet sich der ARD-Sternpunkt, wo alle Ton- und Fernsehprogramme der ARD zusammentreffen. Da ist es naheliegend, gleich die hr-Variante der ARD abzugreifen, wenn man schon da ist.


Ja, in FFM besteht eine direkte Anbindung der großen NE3-Kabler zur ARD (über Ancotel/Equinix) für die Zuführung der digitalen Kabelpakete. UMKBW könnte dann ja aber das in diesen Multiplexen enthaltene "Erste" mit WDR-Werbefenster für die analoge Einspeisung heranziehen, anstatt zusätzlich auch noch Das Erste mit HR-Werbefenster zuzuführen. Von daher macht man sich da durchaus einen zusätzlichen Aufwand, der mich wundert.

Zitat
freiwild
Inwiefern UMKBW Geld damit spart, jetzt das hr-Erste in seinen eigenen Netzen von Münster bis Friedrichshafen intern weiterzuleiten, anstatt gleich das WDR-Erste auf Sat abzugreifen (wo man doch auch sonst alles von Sat abgreift), erschließt sich mir auch nicht.


KabelBW holt sich inzwischen einiges direkt via Glasfaser - insbesondere die ARD-Digitalpakete. Wie das beim ZDF und den Privaten aussieht, bin ich mir nicht ganz sicher, aber auch da ist man teilweise von der Sat-Zuführung abgekommen. Bei einigen großen Privatsendern hatte man vor einiger Zeit ja auch schon mit regionaler Werbung experimentiert, was auf diesem Wege (Glasfaser) deutlich einfacher funktioniert...

cu talk

von talk - am 01.10.2013 10:17
@ Francesco210175

Zitat

Etwas OT: Nicht ganz korrekt, die Frequenz E44 ging bereits zum VOX Sendestart pünktlich vom Alex auf Sendung, dies vor allem weil man keinen Platz im Berliner Kabelnetz seitens der Telekom bekam und man eine große Reichweite in der Hauptstadt haben wollte, da es noch viele Dach- und Zimmerantennen gab.


Danke. Dann ging der E44 vom Berliner Fernsehturm also schon 1993 auf Sendung.


Zitat

Erst Ende 1995/Anfang 1996 (OHNE GEWÄHR! Muß mal nachkucken, wann genau die Umschaltung vorgenommen wurde...) ging die Frequenz an Pro Sieben nachdem man die Sendelizenz erstmals von der MABB bekam.


Ja, das genaue Datum wäre da mal interessant.



@ RheinMain701

Zitat

N3 war aber von Anfang an dabei, da die Versorgung in Meck-Pomm wirklich sehr dünn war.


Ja, im Fall von N3 war es wirklich so, daß man auf Astra ging um Mecklenburg-Vorpommern zu versorgen. Deswegen wurde über Astra auch immer die Regionalversion für Mecklenburg-Vorpommern ausgestrahlt. Das stand damals auch direkt so im NDR-Videotext.

Und deswegen ist N3 ja auch gleich 1991 auf den Astra 1B gegangen. Die ARD, das ZDF sowie die Dritten von MDR, SWR, BR und WDR gingen aber erst im Herbst 1993 auf Astra 1C. Das wäre dann schon viel zu spät gewesen um irgendwelche terrestrischen Versorgungslücken zu schließen.

von Kay B - am 01.10.2013 15:19
Zitat
UM74
Zitat
talk
Daneben scheinen ARD/ZDF wohl teilweise auch direkt bei RTL/P7S1 einzukaufen, insbesondere bei einigen Serien scheinen die Privaten wohl Teile ihrer Rechtepakete "weiterzuvermieten", weil sie sie nicht brauchen

An welche Serien denkst du da konkret ? Für zdf_neo vermutlich.
Kann ich nicht so ganz glauben,das sich das ZDF bei RTL und Co. Material holt.


Bei einigen RTL/P7S1-Eigenproduktionen war es in der letzten Jahren deutlich zu sehen, daß die ARD bei den Privaten einkauft. Siehe z.B. "Ein Schloß am Wörthersee" oder "Ein Bayer auf Rügen" vor ein paar Jahren fürs ARD-Nachmittagsprogramm oder in der letzten Zeit "SK Kölsch", "Edel & Starck" bzw. "Der Bulle von Tölz" für die Dritten. Da bietet es sich geradezu an, auch noch den einen oder anderen nicht benötigten "Beifang" aus einem US-Rechtepaket mitzuverkaufen.

Bei Lizenzserien ist das halt nicht so eindeutig "nachzuweisen". Da sind in der letzten Zeit verschiedene Universal-Serien (Magnum und Miami Vice bei ZDF/ZDFneo, Mord ist ihr Hobby und Kojak in diversen Dritten der ARD) wieder bei den Öffentlich-Rechtlichen aufgetaucht - obwohl RTL in den letzten ca. 20 Jahren da den Daumen draufgehabt hat und andere Serien dieses Studios (z.B. Columbo, Knight Rider, Simon & Simon) weiterhin ausstrahlt(e). Entweder hat RTL da ein paar Formate unterlizensiert oder aber man hat mangels eigenem Bedarf keine neue Lizenz mehr dafür abgeschlossen und ein eventuelles Vorkaufsrecht verfallen lassen. Vor 10 Jahren wäre das auf jeden Fall kaum passiert, da hätte man die Serien notfalls vormittags bei RTL2 oder Vox verheizt (aber Scripted-Reality dürfte da heutzutage wohl noch günstiger sein)...

Viele andere ZDFneo-Serien stammen aus dem Sony-Konzern (z.B. Hart aber herzlich, Die Nanny, Seinfeld), das könnte auf einen direkten Deal zwischen ZDF und Sony hindeuten. Vor ein paar Jahren war zu lesen, daß man bei Sony von den klassischen Paketdeals etwas loskommen will.

Zitat
UM74
Zumindest die ARD (1.+3.Programme) waren doch mit den Senderketten des ehem. DDR-Fernsehens ordentlich terr. versorgt.OK,das ZDF könnte noch grössere Lücken gehabt haben.
Die Verbesserung von damals bezahlen wir heute teuer.


War es nicht so, daß die zweite und dritte Frequenzkette ein paar Lücken aufwiesen? War nicht DDR2 seinerseits schon schlechter zu empfangen als DDR1?

Und bei dieser Gelegenheit: Ich bin schon mal darüber gestolpert, daß angeblich 1992 "Das Erste" auf Eutelsat-II-F1 gewesen sein soll (als Zuführung zum MDR bis eine Glasfaser-Anbindung aufgebaut wurde), was ist da dran?

cu talk

von talk - am 02.10.2013 09:28
Zitat
Kay B
Das hieße ja dann, daß die Schweizer Streß gemacht hätten und nicht Sky.


Die erste Ausblendung bei Kabel BW war noch mit Verweis auf die Verwertungsgesellschaft VFF geschehen.

Dann konnte man ein Spiel anschauen, was wohl nicht so gewollt war.

Die neueste Einblendung geschah dann mit Verweis aufs SRF.

Dem SRF dürfte es in erster Linie egal sein, da kam der Druck wie schon beim ORF von deutscher Seite. Und wenn das weiter Wellen schlägt, könnte es auch bald um die Serien und Spielfilme im Kabel mit Zweikanalton geschehen sein, hieße Entfernung des SRF aus dem BW Kabel. Wie schön, DVB-T nutzen zu können.

http://www.suedkurier.de/sport/themensk/Keine-Free-TV-Uebertragung-bei-SRF-2-im-deutschen-Kabelnetz;art410965,6293501

http://www.suedkurier.de/sport/themensk/Geschenk-an-Fussball-Fans-Bayern-Spiel-in-Champions-League-doch-auf-SRF-2;art410965,6297354

Vor einiger Zeit wurde es hier auch schön beschrieben, gerade die Antennenmöglichkeit (warum der Südkurier hier auf Zimmerantennen verweist???). Aus der "sicheren Seite" bei Kabel ist man nun halt nicht mehr:

http://www.badische-zeitung.de/computer-medien-1/schweizer-umweg-zur-champions-league--36845135.html

von CBS - am 02.10.2013 16:12
@ UM74

Zitat

Aber nur die dt.ÖR sind so behämmert das sie sündhaft teure FTA-Rechte für Sportübertragungen einkaufen.Wie jetzt eben erst das CL-Spiel Bayern-Mancester City.
(...)
Bezahlt von der erzwungenen Haushaltsabgabe.


Genau so ist es leider! :mad: :mad: :mad:



@ Stefan Heimers

Zitat

Nein, behämmert sind nur die Deppen die sich PayTV leisten und damit die Preise für alle in die Höhe treiben. Ohne dieses bescheuerte PayTV wären die Rechte etwa fünf mal billiger und niemand würde sich aufregen, ausser vielleicht die Stars und Funktionäre, bei denen die Millionen nicht mehr sprudeln würden.


Zu so einem Preiskampf gehören immer mindestens zwei Bieter. Und gerade im Sportbereich liegen die Gebotsgrenzen bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar extrem hoch. :mad: :mad: :mad:

Die Öffentlich-Rechtlichen sollten mit dem Einkauf von Sportrechten einfach das machen, was sie Anfang der 90er mit dem Einkauf aktueller Serien und Spielfilme gemacht haben: Sich ganz schnell und dezent zurückziehen!!!!!!

von Kay B - am 03.10.2013 15:21
Zitat
w_weinmann
Allerdungs nur in den ohnehin schwach besiedelten Grenzregionen. Einen terrestrik Hype erwarte ich jetzt nicht. Dort wo Srf oder orf empfangbar sind, ist der Terrestrikanteil auch nicht getade überdurchschnittlich hoch. Der Aufwand ist für den normalen linearen Tv Konsumenten i.d.R. zu groß. Es bräuchte einfach mehr Daniels in dieser Tv Landschaft.


Ich wohne am Dreiländereck in Lörrach mit immerhin knapp 50000 Einwohnern und kann das nicht so ganz bestätigen. Man sieht hier doch einige Astra-Schüsseln neben einer neuen (vertikal polarisierten) UHF-Antenne in Richtung Schweiz. Der Terrestrikanteil ist deutlich höher als etwa im Raum Stuttgart. Und viele alte terrestrische Anlagen sind weiterhin in Benutzung, auch wenn die Antenne aus Anlaogzeiten noch horizontal steht. Das DVB-T-Signal von St. Chrischona oder Eggflue kommt hier sowieso fast überall mit dem berühmten nassen Finger rein; eine Bekannte empfängt eh nur DVB-T mit der Zimmerantenne (Schweiz und zum Teil D). Von dort, wo die Schweizer Programme vermisst werden, bin ich schon hier und da um Rat gefragt worden.

Der Frankreich-Empfang ist da schon viel seltener, das sind ähnlich wenige Exoten wie zu Analogzeiten. Da wirken sich die Sprachbarriere und der höhere technische Aufwand aus (es geht kaum ohne Yagi auf dem Dach).

Als ich beim Einzug das Antennenstandrohr mit Erdung beim Fachhandel in Auftrag gegeben habe, da war die erste Frage, ob ich eine Karte habe oder ob ich die Schweiz lieber via DVB-T empfangen will;-). Naja, hier läuft natürlich DVB-T :p - und Kabel BW dient nur noch als Internet-Provider.

73 de Uli

von ulionken - am 25.10.2013 18:26
@ Kay B
Ich hatte gerade selbst was geschrieben, das aber versehentlich wieder gelöscht, und dann fand ich in einem anderen Thema gerade das:
Zitat
DG0GHU
Wirtschaftliche, kulturelle, soziale, politische Informations- Reportage- und Kultursendungen mit einigermaßen vernünftigem journalistischem Niveau habe ich bei den Privaten noch nicht gefunden.
Bei den ÖRs gibt es diese. Und das sind ja wohl keine Rentner-Angebote.
Welcher Privatsender unterbricht sein normales Programm bei gegebenem Anlaß für sowas wie einen "Brennpunkt"? Das letzte mal, als ich bei einem Privatsender Nachrichten gesehen habe, kam nach kürzester Zeit schon irgendein Boulevard-Müll über irgendwelche Promis. DAS ist für mich ein Programm mit "Hausfrauen-Klischee", aber nicht Sendungen wie Kontraste, Report, etc.
Auch die ganzen "Kult-serien" aus den USA sind wohl eher als Hausfrauenunterhaltung (für Desperade Housewives? ;) ) zu betrachten als ein gut gemachter Tatort... und die kitschigen Vorabendserien bei ARD & ZDF zelebrieren wenigstens keine kitschigen US-Way-of-Life-Klischees


Und so ziemlich genau das hatte ich auch geschrieben...
Was bin ich froh das auf den Öffis wenigstens nicht dieser aus den USA eingekaufte Serienmüll läuft der auf z.B. Pro Sieben den ganzen Tag abgedudelt wird...

von WiehengeBIERge - am 25.10.2013 19:34
Ich möchte meinen direkten Österreichempfang (DVB-T Mux A+B aus Salzburg) hier in München nicht missen, auch wenn ich doch zumindest das fiktionelle Programm komplett bei den Deutschen Sendern (weil HD) schaue. Die Werbung kann man sinnvoll nutzen oder die Sendung gleich aufnehmen und später schauen (mein Receiver hat eine offizielle, bezahlte, HD+ Karte drin und macht sich aber nix aus Aufnahmesperren).

Zu unseren ÖR:

Spätestens seit Anfang der 90er haben unsere ÖR ihren Programmauftrag aufgegeben und sich im Bereich Fiktion selbst begrenzt auf seichte Unterhaltung für Leute, die keine drei Meter über die Landesgrenze schauen können. Die wenigen hochwertigen Inhalte, die man noch hat, werden zu abartigen Zeiten versendet - wohl um die gerade angesprochene Zielgruppe nicht zu verschrecken. Wenn man einem heutigen Teenager sagt, dass die Simpsons ursprünglich im ZDF kamen gibts großes Geschau. Immerhin hat man sich die Champions League geholt und hält noch am Winter- und Bundesmannschaftssport fest, ohne Sport (Grundauftrag, großes Interesse in der Bevölkerung!) wären die zwei ÖR-Hauptprogramme bei einem noch größeren Teil der Bevölkerung schon ausserhalb des Fokus. Das Tagesprogramm besteht heute neben qualitativ arg schwankenden Redaktionsbeiträgen (vorallem wenns ums Neuland geht) zumeist aus lebendigen Tieren im Zoo oder toten Tieren, schmackhaft zubereitet.

von elchris - am 27.10.2013 01:27
Zitat
CBS
Yep, Uetliberg und Chrischona/Eggflue sind wegen über 1000m hohen Bergen dazwischen im Freiburger Talkessel nicht ortsüblich. Nur weiter draussen in der Rheinebene kann es noch gehen, im Elsass hat man trotz freier Sicht schon etwas nördlich Mulhouse Probleme, Colmar dürfte absolute Grenze sein (aufgrund Aussagen im franz. TVNT Forum).

In Colmar sieht man auf einigen Häusern vertikal polarisierte UHF-Yagis, die nach Süden ausgerichtet sind. Ob E31 oder E56, das weiss ich nicht. Colmar dürfte nach Norden wirklich die Grenze für den Schweiz-Empfang sein.

SF1 hat man früher einigen Gemeinden, in denen Chrischona und Les Ordons abgeschattet war, vom Uetliberg E3 oder Rigi E6 empfangen. In Untermünstertal gibt es noch mindestens eine Band-I-Antenne zum Uetliberg. DVB-T auf UHF dürfte aber hinterm Berg nicht mehr gehen, auch nicht im Freiburger Talkessel.

Zitat
Rolf
Schwache Leistung! Abgesehen vom schnellen Internet bieten deutsche Kabelnetze so langsam keinerlei Mehrwert mehr. SAT-Schüssel und ggf. terrestrische Antenne(n) für den Auslandsempfang ist die deutlich bessere Alternative, wenn man nicht zwangsverkabelt ist.


:spos: Ich bin froh, dass ich dem Laden das TV-Kabel vor einem Jahr mit einer ähnlichen Begründung gekündigt habe. Das Internet und Telefon funktionieren allerdings zuverlässig (bisher keine Einbrüche im Datendurchsatz, Störungen sehr selten und in wenigen Stunden behoben). TV und Radio bei Kabel BW ist nun nur noch ein dürftiges Basisangebot ohne die meisten HD-Programme der Öffis und ohne all die Spezialitäten, die es vor zehn Jahren mal interessant gemacht haben. Die französischen Sender sind unterdessen auch in ein Bezahlpaket verlegt worden. Für so ein Angebot zahle ich keine 18 €/Monat.

73 de Uli

von ulionken - am 18.03.2014 18:22
Zitat
CBS
..... Jemand aus Lahr in diesem Forum konnte selbst bei Abschaltung Nordheims und großer Antenne nicht mal ein Signal aus der Schweiz loggen. Das ist zwar noch weiter, verdeutlicht aber das schwache Schweizer Signal hinter den Scharzwaldbergen.


Gerade mal interessehalber einen Blick auf die DVB-T Parameter SWR, SRG, TNT geworfen;
losgelöst von den Bergen (z.B. Blauen) im Weg
(mit Parameter-Rechner von http://www.saschateichmann.de/dvb-t-hf.html) :

Demnach ist von der Robustheit SWR, SRG, TNT tatsächlich die (Reichweiten-)Reihenfolge.
Bei dem Beispiel Lahr müsste aber noch eine andere Problematik dazukommen, wie "Kaiserstuhl im Weg", weil im TNT Forum stand doch mal, dass jemand aus Truchtersheim (westlich von Strasbourg) K56 Chasseral per DVB-T empfangen hatte (mit ner Wisi EB66-K48-69).
Damit wäre es von den DVB-T Parametern wohl reichweitentechnisch (zumindest theoretisch) möglich.
Aber KabelBW wird Truchtersheim wohl nicht als overspill für das Kabelnetz Lahr anerkennen:)
In Lahr und Offenburg ginge theoretisch ja in geeigneter Lage auch der Säntis auf K34 - aber keine overspill Regelung, schade.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

SRG Suisse

Modulation: 16-QAM
Guardintervall: 1/4
Fehlerkorrektur: 5/6
Datenrate: 16,33 Mbit/s

Preferred network topology: regional SFN, nationwide SFN
Preferred reception situation (rough estimation!): fixed
Required C/N (Rayleigh/Rice/AWGN ch.): 21.3dB / 14.8dB / 13.8dB
Required min. median equivalent field strength at 10m a.g.l. and coverage range (see note):

indoor outdoor fixed

VHF-III 79.4dBµV/m / 14.8km 69.4dBµV/m / 24.6km 43.7dBµV/m / 70.8km
UHF-IV 89.2dBµV/m / 12.7km 77.2dBµV/m / 21.3km 47.7dBµV/m / 63.9km
UHF-V 95.3dBµV/m /

von uhf - am 18.03.2014 19:48
Zitat
ulionken
Das mit dem "wir" kann ich für mich nicht nachvollziehen: Ich empfange hier u.a. die Programme aus zwei Nachbarländern über DVB-T und das gesamte Freesat-Angebot aus UK. Die bevorzugt eingeschalteten Programme kommen zur Hälfte aus dem Ausland, und ich bezahle nur die Haushaltsabgabe.


Das ist aber die Ausnahme.Vor allem nach der Änderung bei Kabel BW.
Früher war das ein geben und nehmen,heute wächst das Ungleichgewicht immer mehr.ARD+ZDF verteilen alle teuer eingekauften (HD-) Inhalte frei durch ganz Europa,während im Gegenzug das Angebot aus dem Ausland für dt.Haushalte immer kleiner wird.
Das naheliegendste wäre für ARD+ZDF ein Einstieg bei HD+.Aber dann bitte restriktionsfrei.


Schön für dich das du (noch) ausländische Programme empfangen kannst.Oft ist das aber auch kein HD (ORF+SRF).

Zitat

Wenn man sich aufs TV-Kabel verlässt oder allein darauf angewiesen ist, dann ist das Angebot an ausländischen Programmen dort allerdings inzwischen ein schlechter Deal. Solange die Kunden für solch ein verschlechtertes Angebot weiter zahlen, wird sich daran aber auch nichts ändern. Zumindest gedeihen hier auch in den alten Kabelausbaugebieten die Sat-Schüsseln wie Pilze, und eine grössere Wohnsiedlung in der Nachbarstadt hat gerade vom Kabel-Fast-Monopolisten auf ein alternatives Angebot umgestellt.:D

73 de Uli


Ich selber bin auch KabelBW-Kunde.Aber nur wegen dem konkurrenzlos schnellen Internetanschluss.
Für den Fernsehempfang brauche ich die sicher nicht (mehr).

von UM74 - am 18.03.2014 23:27
Zitat
UM74
Zitat
ulionken
Das mit dem "wir" kann ich für mich nicht nachvollziehen: Ich empfange hier u.a. die Programme aus zwei Nachbarländern über DVB-T und das gesamte Freesat-Angebot aus UK. Die bevorzugt eingeschalteten Programme kommen zur Hälfte aus dem Ausland, und ich bezahle nur die Haushaltsabgabe.


Das ist aber die Ausnahme.Vor allem nach der Änderung bei Kabel BW.
Früher war das ein geben und nehmen,heute wächst das Ungleichgewicht immer mehr.ARD+ZDF verteilen alle teuer eingekauften (HD-) Inhalte frei durch ganz Europa,während im Gegenzug das Angebot aus dem Ausland für dt.Haushalte immer kleiner wird.
Das naheliegendste wäre für ARD+ZDF ein Einstieg bei HD+.Aber dann bitte restriktionsfrei.


ARD und ZDF haben mit der kommenden Verschlechterung des Auslandsangebots für die Kabel-BW-Haushalte nichts zu tun. Das ist vielmehr hausgemacht. Welche ausländischen Programme würden denn nach solch einer HD+-Einführung für diese Haushalte neu oder wieder verfügbar? Richtig, kein einziges. Und so einen blöden Verschlüsselungskram durch ARD und ZDF einführen, nur damit es den Zuschauern in den Nachbarländern dann eben auch nicht besser gehen soll? Nee danke!

Die kommenden Verschlechterungen bei Kabel BW haben doch ganz andere Hintergründe, nämlich folgende:

  • Eine hier im Forum schon öfters erwähnte EU-Richtlinie verhindert, dass Kabelnetzbetreiber in der EU ausländische Programme ohne Einverständnis der betreffenden Stationen einspeisen. Mangels Einverständnis können z.B. die über Sat frei empfangbaren BBC-Inlandsprogramme durch Kabel BW nicht verbreitet werden, anders als im Nicht-EU-Land Schweiz.
  • Kabel BW erhebt Einspeisegebühren von den TV-Stationen, als Teil des Geschäftsmodells. Die Bundesnetzagentur hat offenbar zur Auflage gemacht, dass solche Gebühren dann von allen Stationen erhoben werden müssen und nicht nur selektiv von einigen (Gleichbehandlung). Wenn eine ausländische TV-Station zwar nichts gegen die Weiterverbreitung einzuwenden hat, aber dafür nicht auch noch bezahlen will, dann kann sie nicht verbreitet werden.
  • Von dieser Regelung waren wegen Bestandsschutz die Stationen ausgenommen, die im alten Bonuspaket verteilt wurden. Darunter sind zahlreiche ausländische Sender, mit SRF 1 und zwei als prominenteste Vertreter. Nach der Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia soll nun offenbar das Programmangebot mit dem von NRW auf tieferem Niveau angeglichen werden, d.h. viele dieser Stationen entfallen.


Den ersten Punkt kann Kabel BW bzw Unitymedia nicht gross beeinflussen (auch wenn man dagegen zumindest im Sinne der Kabelkunden deutliche Lobbyarbeit in der EU hätte erwarten können). Aber die anderen beiden Punkte sind freie unternehmerische Entscheidungen von Kabel BW bzw. Unitymedia. Mit einem anderen Geschäftsmodell ohne Einspeisegebühren könnte man ein attraktiveres Angebot zusammenstellen, auch mit ausländischen Programmen und mehr HD-Angeboten. Und den freiwilligen Verzicht auf Programme, die noch unter Bestandsschutz laufen und z.B. von der SRG zumindest toleriert wurden, kann ich schon gar nicht nachvollziehen. Das Meckern der Sportrechte-Inhaber hätte man doch weiterhin mit dem Ausblenden von ein paar Sendungen auf SRF zwei abfangen können.

73 de Uli

von ulionken - am 19.03.2014 06:42
Zitat
UM74
Aber Hauptsache wir bezahlen beim TV für halb Europa mit.
Im Gegenzug tendiert das was wir aus dem Ausland empfangen,fast gegen null.

Das stinkt mir gewaltig !


Mal ein paar Fakten zu den Rundfunkgebühren:

Der Schweizer zahlt in Europa mit Abstand am meisten für die öffentlich-rechtlichen Sender: sage und schreibe 32,08 EURO pro Monat. Die Österreicher zahlen 23,20 Euro Monat für Monat. Deutschland liegt mit seinen monatlichen 17,98 EURO im oberen Mittelfeld.

Was MIR gewaltig stinkt, sind die unverschämten Vergütungen der Fernsehheinis. Anbei mal ein kleiner Überblick:

Das verdienen die Langeweiler:
„Botschafterin“ der ARD-Fernsehlotterie 450.000 Euro
Dieter Bohlen soll pro „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel auf 1,2 Millionen Euro kommen.
Anne Will 7,85 Millionen Euro
Günther Jauch 10,5 Millionen Euro (lt. Stern.de 4500 Euro pro Minute)
Thomas Gottschalk im ZDF und Günther Jauch bei RTL (100.000 Euro pro Sendung)
Harald Schmidt neun Millionen Euro "Der Rundfunkbeitrag passt gut in dieses Land. Er ist genau genommen eine "Demokratie-Abgabe". Jörg Schönenborn

Dagegen ist die "kostenlose" und unverschlüsselte Verbreitung von ARD und ZDF via Satellit für ganz Europa doch Peanuts.

von transponder - am 19.03.2014 16:43
Zitat
ulionken
ARD und ZDF haben mit der kommenden Verschlechterung des Auslandsangebots für die Kabel-BW-Haushalte nichts zu tun. Das ist vielmehr hausgemacht. Welche ausländischen Programme würden denn nach solch einer HD+-Einführung für diese Haushalte neu oder wieder verfügbar? Richtig, kein einziges. Und so einen blöden Verschlüsselungskram durch ARD und ZDF einführen, nur damit es den Zuschauern in den Nachbarländern dann eben auch nicht besser gehen soll? Nee danke!

Das ist bestenfalls die halbe Wahrheit.Richtig ist:Mit HD+ kommt kein Programm zurück.Richtig ist aber auch dass dieser kostspielige Unsinn aufhört,bei dem ARD/ZDF für alle Sportevents (WM,EM,Olympia u.a.) Rechte für ganz Europa einkaufen müssen (wie heute wieder CL).Da kannst du sicher sein,das die Rechteinhaber für diesen Luxus eine Stange Geld haben wollen.
Und dieser Aufpreis wird regelmässig wiederkehrend fällig,und sicher nicht geringer werden.

Nicht vergessen:ARD und ZDF sind Inlandsprogramme,und nicht von Nordafrika bis zum Polarkreis zuständig.
Zitat

Die kommenden Verschlechterungen bei Kabel BW haben doch ganz andere Hintergründe, nämlich folgende:

  • Eine hier im Forum schon öfters erwähnte EU-Richtlinie verhindert, dass Kabelnetzbetreiber in der EU ausländische Programme ohne Einverständnis der betreffenden Stationen einspeisen. Mangels Einverständnis können z.B. die über Sat frei empfangbaren BBC-Inlandsprogramme durch Kabel BW nicht verbreitet werden, anders als im Nicht-EU-Land Schweiz.
  • Kabel BW erhebt Einspeisegebühren von den TV-Stationen, als Teil des Geschäftsmodells. Die Bundesnetzagentur hat offenbar zur Auflage gemacht, dass solche Gebühren dann von allen Stationen erhoben werden müssen und nicht nur selektiv von einigen (Gleichbehandlung). Wenn eine ausländische TV-Station zwar nichts gegen die Weiterverbreitung einzuwenden hat, aber dafür nicht auch noch bezahlen will, dann kann sie nicht verbreitet werden.
  • Von dieser Regelung waren wegen Bestandsschutz die Stationen ausgenommen, die im alten Bonuspaket verteilt wurden. Darunter sind zahlreiche ausländische Sender, mit SRF 1 und zwei als prominenteste Vertreter. Nach der Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia soll nun offenbar das Programmangebot mit dem von NRW auf tieferem Niveau angeglichen werden, d.h. viele dieser Stationen entfallen.


Den ersten Punkt kann Kabel BW bzw Unitymedia nicht gross beeinflussen (auch wenn man dagegen zumindest im Sinne der Kabelkunden deutliche Lobbyarbeit in der EU hätte erwarten können). Aber die anderen beiden Punkte sind freie unternehmerische Entscheidungen von Kabel BW bzw. Unitymedia. Mit einem anderen Geschäftsmodell ohne Einspeisegebühren könnte man ein attraktiveres Angebot zusammenstellen, auch mit ausländischen Programmen und mehr HD-Angeboten. Und den freiwilligen Verzicht auf Programme, die noch unter Bestandsschutz laufen und z.B. von der SRG zumindest toleriert wurden, kann ich schon gar nicht nachvollziehen. Das Meckern der Sportrechte-Inhaber hätte man doch weiterhin mit dem Ausblenden von ein paar Sendungen auf SRF zwei abfangen können.

73 de Uli

Dem Zuschauer sind EU-Richtlinien relativ egal.
Wie sagte der Altkanzler ? Wichtig ist das was hinten raus kommt.Und in diesem Fall wird das für die dt.Zuschauer immer schlechter.
Warum soll ich weiterhin für Zuschauer ausserhalb Deutschlands mitbezahlen,wenn ich nichts mehr zurückbekomme ? Das ist die zentrale Frage.

Schön wenn man fast überall in Europa die dt.Programme sehen kann,aber mir zieht man für diesen unnötigen Luxus jedes Quartal Geld vom Konto.Und da frage ich mich dann mit welchem Recht und warum.

von UM74 - am 19.03.2014 20:57
Zitat
transponder

Mal ein paar Fakten zu den Rundfunkgebühren:

Der Schweizer zahlt in Europa mit Abstand am meisten für die öffentlich-rechtlichen Sender: sage und schreibe 32,08 EURO pro Monat.

1.Das CH-Fernsehen betreibt einen relativ hohen Aufwand,weil es in mehreren Sprachen sendet.
Das macht die Sache nicht billiger.
2.Bezogen auf das Lohnniveau ist der Unterschied zu D deutlich kleiner.
3.Soll die Fernsehgebühr in der CH mit der geplanten Haushaltsabgabe um 20% sinken,dann dürfte der Unterschied (bezogen auf die Lebenshaltungskosten nahe null sein.
4.Ist das eigentlich nicht mein Problem

Zitat

Die Österreicher zahlen 23,20 Euro Monat für Monat. Deutschland liegt mit seinen monatlichen 17,98 EURO im oberen Mittelfeld.

Das ist so einfach nicht richtig.Der ORF erhält (lt.GIS) von den Rundfunkgebühren in Österreich € 16,16.Der Rest ist Umsatzsteuer,Kunstförderung,Landesabgabe.
Zitat

Was MIR gewaltig stinkt, sind die unverschämten Vergütungen der Fernsehheinis. Anbei mal ein kleiner Überblick:

Das verdienen die Langeweiler:
„Botschafterin“ der ARD-Fernsehlotterie 450.000 Euro.

Frau Lierhaus ist den Job los.
Zitat

Dieter Bohlen soll pro „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel auf 1,2 Millionen Euro kommen.
Anne Will 7,85 Millionen Euro

Was RTL mit seinem Geld macht,ist immer noch deren Sache.Auch wenn ich das nicht mehr nachvollziehen kann.
Zitat

Günther Jauch 10,5 Millionen Euro (lt. Stern.de 4500 Euro pro Minute

Der arbeitet bei mehreren Sendern.Man kann von seiner ARD_Talkshow halten was man will,aber eine bessere Polit-Talkshow gibt es in dt.Fernsehen nicht.
Zitat

Thomas Gottschalk im ZDF und Günther Jauch bei RTL (100.000 Euro pro Sendung)

Gottschalk arbeitet seit einiger Zeit nichtmehr fürs ZDF.Aber vermutlich war er sein Geld wert,wenn man seine Wetten dass ?-Ausgaben mit den mageren Sendungen eines Hr.Lanz vergleicht (Und damit meine ich nicht nur die Quote).
Zitat

"Der Rundfunkbeitrag passt gut in dieses Land. Er ist genau genommen eine "Demokratie-Abgabe". Jörg Schönenborn

Ich habe im Grunde nichts gegen den Rundfunkbeitrag.Ich schaue fern (ÖR),und zahle dafür.
Aber jeder soll bitteschön für seinen eigenen Fernsehkonsum aufkommen.
Zitat

Dagegen ist die "kostenlose" und unverschlüsselte Verbreitung von ARD und ZDF via Satellit für ganz Europa doch Peanuts.

Ob es tatsächlich Peanuts sind,wage ich zu bezweifeln.
Viele Fernsehprominente sehen die Zuschauer gerne (gerade Jauch z.B.),er kann es sich offenbar leisten,solche Summen zu verlangen.Im Grunde genommen ist daran nichts auszusetzen.Die Zuschauer bekommen etwas für ihr Geld.
Hingegen bekommen sie für den Aufwand für die europaweite Ausstrahlung aktuell so gut wie nichts.

von UM74 - am 19.03.2014 21:32
Zitat
UM74
Dem Zuschauer sind EU-Richtlinien relativ egal.
Wie sagte der Altkanzler ? Wichtig ist das was hinten raus kommt.Und in diesem Fall wird das für die dt.Zuschauer immer schlechter.


Dann bin ich wohl Deiner Meinung nach kein Zuschauer? Mich interessiert jedenfalls nicht nur, was "hinten rauskommt", sondern auch, wie es dazu kommt und ggf. wer dafür verantwortlich ist und wie man es vielleicht ändern kann. Was da irgendwelche Altkanzler von ihrem dummen Wahlvolk denken, das ist mir egal.

Das ausländische TV-Angebot ist auch in den letzten 1-2 Jahrzehnten mitnichten schlechter, sondern besser geworden. Man denke nur an die Dutzende unverschlüsselte Programme aus F und UK, die es früher nicht gegeben hat. Man kann sie nur nicht mehr mühelos wie einst SF und ORF aus dem Breitband-Kabel ziehen, sondern braucht dazu eine Multifeed-Sat-Schüssel, ggf. eine gute Aussenantenne und/oder notfalls Internet-Proxies.

Zitat

Warum soll ich weiterhin für Zuschauer ausserhalb Deutschlands mitbezahlen,wenn ich nichts mehr zurückbekomme ? Das ist die zentrale Frage.


Die Frage mag für Dich zentral sein. Für mich ist diese wieder mal aufgewärmte Neiddebatte angesichts des von transponder gezeigten Gebührenniveaus im Ländervergleich völlig belanglos und in diesem Thread ausserdem off-topic.

Zitat

Schön wenn man fast überall in Europa die dt.Programme sehen kann,aber mir zieht man für diesen unnötigen Luxus jedes Quartal Geld vom Konto.Und da frage ich mich dann mit welchem Recht und warum.


Man kann auch fast überall in D relevante ausländische Programme empfangen, wenn man nur den entsprechenden Aufwand treibt. Wegen der Höhe der Hauhaltsabgabe wende Dich vertrauensvoll an Deinen Landtagsabgeordneten - die Länderparlamente beschliessen in Kürze wieder darüber. On-topic wäre es in diesem Thread: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,835100,page=1 - zum Thema Kabel BW passt das nun wirklich nicht.

73 de Uli

von ulionken - am 19.03.2014 21:48
Zitat

Der Schweizer zahlt in Europa mit Abstand am meisten für die öffentlich-rechtlichen Sender: sage und schreibe 32,08 EURO pro Monat. Die Österreicher zahlen 23,20 Euro Monat für Monat. Deutschland liegt mit seinen monatlichen 17,98 EURO im oberen Mittelfeld.

Bei Österreich muss man aber fairer Weise auch auf die seltsame Zusammensetzung hinweisen, bei der der Staat auch noch abkassiert und die regional unterschiedlich ist. Das Programmentgeld beträgt nur 16,16€, dazu kommen Ust, Fernsehgebühr, Radiogebühr, Kunstförderung und - die größten Zusatzkosten - die Landesabgaben, die je nach Land bei 0 bis 5,40€ liegen. (Unsere Diskussion um Senkung der Rundfunkgebühr um ein paar ct scheint im Vgl. zu den regionalen Unterschieden in Öst. fast schon lächerlich). Dementsprechend liegen die Rundfunkgebühren in Österreich zwischen 19,78€ (Vorarlberg + Oberösterreich) und 25,18€ (Steiermark).

Und bei der Schweiz ist eh klar, dass die durch die Sprachbarriere notwendige hohe Anzahl an Programmen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße ihren Preis hat. Für ein Land, das nicht mal halb so viele Einwohner wie NRW hat, sind 8 Fernsehprogramme und 18 Hörfunkprogramme eine ganz schöne Leistung.

Aber mit der Gebührendiskussion kommen wir vom eigentlichen Thema ab.

von Zwölf - am 19.03.2014 21:56

Re: Kabel BW blendet Schweizer Fernsehen während Spjavascript:editor_tools_handle_quote()ortübertragungen aus

Zitat
ulionken

Dann bin ich wohl Deiner Meinung nach kein Zuschauer? Mich interessiert jedenfalls nicht nur, was "hinten rauskommt", sondern auch, wie es dazu kommt und ggf. wer dafür verantwortlich ist und wie man es vielleicht ändern kann. Was da irgendwelche Altkanzler von ihrem dummen Wahlvolk denken, das ist mir egal.

Jedenfalls bist du kein durchschnittlicher Zuschauer.Die hätten auch garnicht alle Platz in dem 50 Kilometer breiten Streifen...

Zitat

Das ausländische TV-Angebot ist auch in den letzten 1-2 Jahrzehnten mitnichten schlechter, sondern besser geworden. Man denke nur an die Dutzende unverschlüsselte Programme aus F und UK, die es früher nicht gegeben hat. Man kann sie nur nicht mehr mühelos wie einst SF und ORF aus dem Breitband-Kabel ziehen, sondern braucht dazu eine Multifeed-Sat-Schüssel, ggf. eine gute Aussenantenne und/oder notfalls Internet-Proxies.


Wenn man sieht welche Verrenkungen die BBC unternimmt um das abzustellen,könnte man auf die Idee kommen,das auch hier das Vergnügen mittelfristig ein Ende haben kann.
Besser wird es nicht mehr,nur noch schlechter.Vermutlich auch in den jeweiligen Grenzgebieten,wenn der ORF mal via DVB 2 verschlüsselt.Aber auch dann wird es wieder viele Erklärungen dafür geben.Bestimmt.:rolleyes:

Zitat

Die Frage mag für Dich zentral sein. Für mich ist diese wieder mal aufgewärmte Neiddebatte angesichts des von transponder gezeigten Gebührenniveaus im Ländervergleich völlig belanglos und in diesem Thread ausserdem off-topic.

Das so nicht stimmt.

Zitat

Man kann auch fast überall in D relevante ausländische Programme empfangen, wenn man nur den entsprechenden Aufwand treibt. Wegen der Höhe der Hauhaltsabgabe wende Dich vertrauensvoll an Deinen Landtagsabgeordneten - die Länderparlamente beschliessen in Kürze wieder darüber. On-topic wäre es in diesem Thread: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,835100,page=1 - zum Thema Kabel BW passt das nun wirklich nicht.

73 de Uli

Relevante Programme....die meisten Programme der Nachbarländer sind verschlüsselt.Da bringt dann auch der Aufwand nichts.Ausser ich baue mir einen 200-300 Meter hohen Antennenmasten.
Dann könnte es in SD gehen.
Ich hab nichts gegen die Haushaltsabgabe.Nur gegen unnötige Ausgaben.

von UM74 - am 19.03.2014 22:28
Zitat
Radiomonster
@Zwölf

Via DVB-T dann aber bitte auch in HD oder via IPTV. Funktioniert in Ballungsräumen wohl prima, abseits davon ist Sat TINA (There is no alternative) Auch bei Breitband Internet wird es mit 3-4 TVs Haushalt dünn, wenn auf 3 Geräten HD-Inhalte angezeigt werden sollen. Ist zwar nicht die Regel, soll aber wohl vorkommen... HD-Stream = ca 9 MBit.....

Billiger wäre wohl nur ein Deutschlandbeam, ähnlich Astra 28,2.

Klar, in dem Fall müsste man natürlich auch die HD-Versionen über DVB-T(2) verbreiten. Aber das ist bei der Terrestrik dann ja eh vorgesehen (wenn man sie nicht abschaltet). Theoretisch sollte es mit T2 und HEVC möglich sein alle 13-14 Programme in 3 Muxen in HD-Qualität unterzubringen.
Was IPTV angeht: da müsste man evtl. mal testen, ob die Internet-Broadcast-Techniken, die derzeit für LTE getestet werden, sich nicht auch auf Kabelinternet anwenden lassen.

Randnotiz: Für die Deutschen würde das natürlich auch den kleinen Nachteil bedeuten, dass außer in Grenzbereichen, alle Overspillprogramme wegfallen; nicht nur die ausländischen. Also NDR in Bayern wär dann nicht mehr.

von Zwölf - am 19.03.2014 23:50
Zitat
RheinMain701
Kann es vielleicht sein, dass am Freiburger Netz irgendwelche Schwarzwalddörfer hoch in den Bergen hängen, wo man zu den Schweizern rüberspucken kann?


Hier siehst du, welche Orte zu welchen Netzen der Kabel BW gehören:
http://www.forum.dvbcentral.de/viewtopic.php?f=33&t=62

Zitat
ulionken

  • Eine hier im Forum schon öfters erwähnte EU-Richtlinie verhindert, dass Kabelnetzbetreiber in der EU ausländische Programme ohne Einverständnis der betreffenden Stationen einspeisen. Mangels Einverständnis können z.B. die über Sat frei empfangbaren BBC-Inlandsprogramme durch Kabel BW nicht verbreitet werden, anders als im Nicht-EU-Land Schweiz.


Man muss hier allerdings ergänzen, dass es in Deutschland einige Kabelbetreiber gibt, die BBC & Co. sehr wohl einspeisen, auch in HD. Wie passt das zu dieser Richtlinie? Wissen die Betreiber nichts davon und handeln unabsichtlich illegal oder ist diese Richtlinie doch nicht so streng auszulegen, wie oftmals geglaubt wird?

Zitat


  • Kabel BW erhebt Einspeisegebühren von den TV-Stationen, als Teil des Geschäftsmodells. Die Bundesnetzagentur hat offenbar zur Auflage gemacht, dass solche Gebühren dann von allen Stationen erhoben werden müssen und nicht nur selektiv von einigen (Gleichbehandlung). Wenn eine ausländische TV-Station zwar nichts gegen die Weiterverbreitung einzuwenden hat, aber dafür nicht auch noch bezahlen will, dann kann sie nicht verbreitet werden.


Das Thema Einspeisegebühren wird früher oder später der Vergangenheit angehören, da sämtliche Kabelanbieter außer den beiden Großen sie nicht erheben und dadurch ein besseres Angebot haben und ständig mehr Marktanteile gewinnen, sodass KDG und UMKBW in Zugzwang geraten, z. B. endlich die ÖR-HDs vollständig einzuspeisen. Womöglich tut sich bald bei KDG (!!!) was - wer hätte das vor wenigen Monaten gedacht?

Zitat

Mit einem anderen Geschäftsmodell ohne Einspeisegebühren könnte man ein attraktiveres Angebot zusammenstellen, auch mit ausländischen Programmen und mehr HD-Angeboten.


Exakt.:spos:

Zitat
Zwölf
Die billigste Art der "Verschlüsselung" wäre, Sat-TV ganz abzuschalten. Den Platz könnte dann IPTV einnehmen. Ein Kabel braucht man so oder so, Breitband Internet ist weitestgehend schon verfügbar und bei den öffentlich-rechtlichen ließe es sich wahrscheinlich auch so einrichten, dass die Programme kostenlos via Internet empfangbar wären. Als kabellose Alternative stünde dann ja immernoch die Terrestrik zur Verfügung.


Die Idee mit der Sat-TV-Abschaltung ist gar nicht mal so doof, lässt sich aber vermutlich erst dann realisieren, wenn so ziemlich alle Haushalte per Glasfaser angebunden sein werden (bzw. es ist fraglich, ob der Rest sich dann mit DVB-T zufrieden gibt). Dann könnte man nämlich das Sat-Angebot gleich 1:1 als DVB-S über Glasfasernetze (ja, das geht und wird auch schon gemacht!) oder umgesetzt als DVB-C einspeisen. Bis allerdings die ganze Republik verkabelt sein wird, dürften mind. zwei Jahrzehnte vergehen, erst recht, weil Großkonzerne wie die Telekom bremsen, wo sie nur können, und stattdessen auf Technik-Sackgassen wie "Vectoring" setzen.:mad:

IPTV kann Sat-TV heute mangels großflächiger Verfügbarkeit nicht ersetzen und in Zukunft wird man weiterhin auf Broadcasting setzen, denn für eine Komplettumstellung des Kabels auf IPTV braucht man überall Rückkanäle und die werden viele Hauseigentümer nicht gestatten.

von GLS - am 19.03.2014 23:56
Für die betroffenen Zuschauer in Baden-Württemberg ist die aktuelle Entwicklung mit der Verfügbarkeit der CH-Sender sehr bedauerlich.
In den Gebieten außerhalb der Overspill-Regelung gibt es ja noch Möglichkeiten, so für Sat-Zuschauer, auf die hier aber nicht eingegangen werden soll.
Zwangsverkabelte haben es da schwerer. Gerade in wirtschaftlich starken Ballungsgebieten Deutschlands gibt es oft ein zu knappes Angebot an Mietwohnungen, so dass man die Insassen schön maßregeln und schikanieren kann. In Ostdeutschland kann man das in Jena auch verbreitet bewundern.

Zu BBC und ITV: Hier in der Nähe gab es bis zum Wechsel auf Astra 2E auch eine Antennengemeinschaft, die BBC einspeiste. Es ist in solchen Fällen sicherlich angebracht, die Kanallisten mit einer gewissen Vorsicht herauszugeben. In besagtem Falle konnte man sie konkret und individuell anfordern. Jetzt reicht die 120er Antenne dort nicht mehr aus; der Bildschirm bleibt schwarz. Hoffentlich hat die Anlage in Lunzenau den Satellitenwechsel verkraftet, d. h., der Antennendurchmesser ist groß genug, oder man hat nachgerüstet (Stand der Liste ist 31.1.14, also vor der Umschaltung auf 2E). Hoffen wir das Beste.
Trotz des möglichen Verlusts der BBC und ITV-Sender gibt es durchaus noch eine beachtliche Anzahl guter Sender auf 28,2°E. Englische Musiksender werden z. B. gern gesehen.
Die AfD Sachsen wird das in ihrem krankhaften Hass auf englischsprachige Musik garantiert nicht erfreuen.

von hetietz - am 20.03.2014 06:52
Zitat
hetietz
Für die betroffenen Zuschauer in Baden-Württemberg ist die aktuelle Entwicklung mit der Verfügbarkeit der CH-Sender sehr bedauerlich.


Für die betroffenen Zuschauer in Baden-Württemberg ist die aktuelle Entwicklung mit der Verfügbarkeit der CH-Sender sehr bedauerlich absehbar gewesen.

Spätestens seit der CL-Sache war es eigentlich klar, daß die Sache den Herren in NRW zu heiß wird.

Weil das Medienrecht in der Schweiz liberaler ist (dort darf alles ausgekabelt werden, was auf schweizer Boden empfangen werden kann - also auch der ORF und BBC), geht die SRG nicht direkt gegen KabelBW vor. Wohl aber die Rechtmafia Rechteinhaber. Wir erinnern uns: Die BBC biss sich in einem Prozess alle Zähne am schweizer Medienrecht aus. Man klagte gegen die Kabelverbreitung in der Schweiz. Ohne Erfolg.

Dem ORF war die Sache schon vor Jahren zu heiß. Hier herrschen auch andere Randbedingungen, man ist von den deutschen Privatsendern als sub-lizenzierern abhängig, des weiteren ist Österreich in der EU. Hier war es der ORF selbst, der nicht wollte.


Wolfgang

von Wolfgang R - am 20.03.2014 09:38
Zitat
Sandy N
Man muss hier allerdings ergänzen, dass es in Deutschland einige Kabelbetreiber gibt, die BBC & Co. sehr wohl einspeisen, auch in HD. Wie passt das zu dieser Richtlinie? Wissen die Betreiber nichts davon und handeln unabsichtlich illegal oder ist diese Richtlinie doch nicht so streng auszulegen, wie oftmals geglaubt wird?


Die Richtlinie 93/83/EWG musste in nationales Recht umgesetzt werden (in Deutschland im Urheberrecht, offenbar in §37 und §137h). Ob und wann z.B. die BBC-Rechtsanwälte wegen Verstosses dagegen tätig werden und wann wegen Geringfügigkeit oder Nichtwissen nicht, das weiss ich auch nicht.

Diese Richtlinie verhindert aber, dass sich Kabel-TV-Zuschauer über Medien aus anderen EU-Ländern frei informieren können. Keine Ahnung ob sich mit dem Recht auf Informationsfreiheit eine Änderung dieser Richtlinie erstreiten liesse. Von Unternehmen wie Kabel BW /Unitymedia oder KDG hätte ich jedenfalls erwartet, dass sie diese Möglichkeit prüfen, um ggf. Programme wie BBC One oder ORF 1 ihren Kunden bereitstellen zu können - notfalls (wie in der Schweiz) ohne Einverständnis des TV-Senders, aber natürlich gegen Zahlung der Urheberrechtsgebühren.

Wieso beschäftigen Unitymedia und KDG ihre Rechtsanwälte und die Gerichte mit offenbar aussichtslosen Klagen wegen der Einspeisegebühren, anstatt den Zugriff auf ausländische Angebote auch im Sinne eines besseren Angebots für ihre Kunden mal auf dem Rechtsweg abzuklopfen? Geld für solche Rechtstreits haben sie ja offenbar genug in der Kasse.

73 de Uli

von ulionken - am 20.03.2014 22:00
Wie kommt man denn auf diese Zahl?

Ich hätte da eine viel reizendere Idee, die gleichzeitig auch DVB-T(2) für die Zukunft sichern würde: Die Inlandspogramme, also mind. Das Erste und ZDF werden nur noch via DVB-T(2) - auch in HD - ausgestrahlt. Die Spartenprogramme mit lizenzrechtlich unbedenklichem Material können weiter via Sat verbreitet werden. Als Bonus kann man ja die beiden Programme noch verschlüsselt auf Sat bringen. Das geht sicher deutlich billiger als 6 Euro zusätzlich im Monat. :rolleyes:

Die Diskussion gleitet zur Zeit aber ganz schön neben dem eigentlichen Thema vorbei. Dabei sollte man doch froh sein, wenn sich die deutsche Sprache in Europa recht einfach mit attraktiven Programmen etwas verbreitet, quasi Eigenwerbung. Und komme jetzt keiner mit dem Superprogramm der DW, das dafür zuständig sei :drink:

Als Kompromiss vielleicht eine Lösung a la SRF Info, bei lizenzrechtlich teuren Sachen wird das Signal über Sat verschlüsselt. Muss halt auch eine Technik her, aber wenn terrestrisch die versorgung gegeben ist, dann können die Dekoderkosten für diese Fälle durchaus von der daran interessierten Bevölkerung getragen werden. Eher schätze ich allerdings ein, dass irgendwann ein Spotbeam für Deutschland kommt. Schon die Satbetreiber dürften daran interesse haben, ihre knappen Positionen im All für mehrere gebiete frequenzmäßig wiederzuverwerten.

von CBS - am 21.03.2014 10:13
Zitat
Peter Schwarz
Da sieht man mal wieder, was diese EU und diese ganze sog. Globalisierung wert ist: Nicht mehr als ein Fetzen Klopapier. Nützt nur einigen Großkonzernen und denen, die damit Geld verdienen. Wenn ich im Jahr 2013 n. Chr. mir noch um Ländergrenzen bei der Verbreitung von Rundfunk Gedanken machen muss, ist es schon ein Armutszeugnis!


Das hat doch nichts mit EU und Globalisierung zu tun. Wenn ein Anbieter die Rechte nur z.B. für Oberschwaben kauft, wird der Rechteinhaber für Nordwürttemberg auch drauf achten, daß der oberschwäbische Anbieter ihm nicht die Butter vom Brot klaut.
Das hat was mit Rechtsgütern zu tun, die zu schützen sind. Ob das nun toll ist oder nicht...
Die Auswüchse daraus sind kleinlich - die Verschlüsselung von Eigenproduktionen, die nicht verkauft werden (z.B. Livesendungen ohne Übertragung durch Dritte) ist z.B. Nonsens. Die ist politisch aber garnicht gewollt.

Ansonsten: Daß die EU nur Großkonzernen nützt, ist genauso falsch. Ein Großkonzern kann mit überschauberem Mitteleinsatz die Rechtslagen unterschiedlicher Märkte berücksichtigen. Versuch' mal als Mittelständler, den Verkauf von Produkten in vielen Märkten mit unterschiedlichen Rechtslagen hinzubekommen - das scheitert oft schon am Zulassungsauwand! Die EU hat hier insbesondere kleinen Firmen viele Vorteile gebracht.

von DH0GHU - am 21.03.2014 11:47
Der BR informiert über den Umzug einiger Programme auf den Satelliten 1N:

"Besonders in Skandinavien ist die Reichweite deutlich geringer, da die Ausleuchtzone von ASTRA 1 N diesen Teil Europas nicht mehr abdeckt. Nördlich einer Linie von Alesund (Norwegen) bis Helsinki (Finnland) ist daher voraussichtlich kein Empfang des Bayerischen Fernsehens mit bisherigen Satellitenanlagen mehr möglich. Für das ARD-Programm Das Erste gibt es mit Eutelsat auf Hotbird 13 Grad Ost zumindest eine Alternative zu ASTRA, die aber eine Neuausrichtung der Satellitenantenne oder einen Mehrfachempfang von Satellitenpositionen (Multifeed) voraussetzt.

Andere europäische Länder profitieren dagegen von der neuen Situation: Island, Griechenland, die westliche Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ukraine kommen als versorgte Gebiete zum Teil neu hinzu. Dort lässt sich mit einer Satellitenschüssel in noch handelsüblicher Größe das Bayerische Fernsehen, Das Erste und weitere ARD-Programme jetzt auch in Standardauflösung empfangen."

http://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/satellit-transponder-wechsel-astra-102.html

von Manfred Z - am 21.03.2014 18:16
In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass in grenznahen Gebieten in BW, wo die Schweizerischen und österreichischen Programme noch analog eingespeist werden (und alternativ über DVB-T Antenne empfangen werden können), zum Beispiel in Friedrichshafen, die Einspeisung von ORF2-Vorarlberg radikal gekürzt worden sei. Der Sender würde dort nur noch "zeitpartagiert" am späten Abend und nachts von 21 Uhr bis morgens 6 Uhr morgens angeboten, auf jener Frequenz, die ansonsten den "Kinderkanal" von ARD und ZDF beherbergt.

Wenn das stimmt, wäre es über Kabel nicht mehr möglich, täglich um 19 Uhr die Sendung "Vorarlberg heute" zu sehen, obwohl dort auch häufig grenzüberschreitend über das Geschehen am Bodensee berichtet wird. Zwar gibt es im digitalen Kabel den Sender den Sender ORF2 Europe, dort läuft aber das "falsche" Regionalprogramm aus Wien.

Wenn in Zukunft Schweizerische und österreichische Programme im digitalen Kabel ohnehin nur noch in grenznahen Gebieten eingespeist werden sollen, dann aber bitte dort wieder die "normalen" Programme in voller Länge, also SRF zwei mit allen Fußballspielen inklusive Champignons Leaque, und ORF2 mit dem Regionalprogramm für Vorarlberg, und schließlich bitte auch wieder ORF eins in guter SD-Qualität (HD wäre natürlich noch toller, aber das bleibt wohl ins Reich der Träume verfrachtet) zurück ins digitale Netz. Da in den betreffenden Gebieten ja ohnehin auch DVB-T-Empfang möglich ist, sollte dem aus lizenzrechtlichen Gründen nichts mehr entgegen stehen.

von Allgäuer1911 - am 08.04.2014 15:15
Zitat
freiwild
Keine Ahnung, wie der Telekom-intern zu den einzelnen Netzen zugeführt wurde.


Das war nie ein Geheimnis. Man startete 1992 auf 13°O zunächst in PAL, weil man an den Kopfstellen nicht überall D2MAC-Decoder rumstehen hatte.

Als dann alle Empfangsstellen entsprechend umgerüstet waren, switchte man auf D2MAC. Das hätte wohl schon die meisten Direktempfänger abgehalten. Dennoch aktivierte man irgendwann noch EuroCrypt (sieht ähnlich aus wie das gute, alte Videocrypt von BSkyB) und schottete sich somit komplett von Direktempfängern ab.

Mit der Aufgabe der Exclusivität folgte erst die Namensänderung in Kabel1, dann die Abschaltung der EuroCrypt-Codierung (das wird jedoch den wenigsten Direktempfängern geholfen haben, denn wer hatte 1995 schon einen D2MAC-Receiver / Decoder) und schließlich die Aufschaltung auf 19,2°O in PAL. Nach einer Übergangsphase wurde auf 13°O dann abgeschaltet.

Die Telekom fand schließlich mit MTV Europe das nächste Exclusiv-Angebot, was aber nicht lange halten sollte. MTV kann in PAL wieder zurück, müsste zeitlich in der Phase gewesen sein, als VIVA "endlich" auf Astra 19,2° startete.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 10.04.2014 09:25
Zitat
CBS
Wie ist die Situation denn jetzt über ein Jahr später? Das SRF wird analog in Freiburg nur noch mit dem ersten Programm verbreitet, der Netzknoten Lörrach hat noch SRF2 analog mit drauf. Was digital unter "regional" läuft lässt sich nicht online recherchieren, laut KBW Forum sind beide Sender dort noch drin. Ist digital weiterhin SRF1 und 2 im Freiburger Kabel, obwohl nach der DVB-T-Sender"Optimierung" die Overspillregelung nicht mehr greift? Werden Champiuen gnnonsleaguespiele immer noch ausgeblendet oder hat man sich da gefangen?


KabelBW / Unitymedia:
Netzknoten Freiburg (Stand 12.11.2015)

SF1 (DVB-C digital)
SF2 (DVB-C digital)
SF1 (analog)
K E I N SF2 (analog)

Ich kann leider zu den Ausblendungen bei Sportsendungen nichts sagen, da ich anderes schaue.
Ich kann aber gerne, wenn es interessiert, mal reinschauen bei großen Sportübertragungen.

Genau hier setzt wieder die Overspillregelung ein, welche die EU gerade neu diskutiert ......
(http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1319011)

von uhf - am 12.11.2015 19:50
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