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Antennenrelikte im westdeutschen Raum

Startbeitrag von TobiAC am 02.09.2013 07:24

Liebe Freunde hier im Forum,

in diesem Thread möchte ich als Pendant zum süddeutschen Raum Relikte aus dem westdeutschen Raum versammeln. Bedingung wäre, dass analoge ausländische Programme aus NL,B,L und/oder Fr mit diesen Anlagen empfangbar waren. In meiner Gegend waren zB Antennen für Roermond (K5 /31/34) oft mit auf dem Dach. Im westdeutschen Raum gibt es noch heute beachtliche Anlagen, die als Überbleibsel die lange Yagis für den Empfang unserer Nachbarstaaten vorhalten. Das müssen wir doch festhalten solange es noch geht!

Da diese Anlagen immer öfter bei Renovierarbeiten an den Dächern demontiert werden, möchte ich euch bitten auf die Jagt zu gehen und hier Fotos von den Anlagen zu posten, damit auch wir hier im Westen Erinnerungen an die gute alte analoge Zeit sammeln können.

Ich selber werde mich mal mit der Digicam auf den Weg machen....

Danke!

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Wieso muss denn unbedingt die Bedingung, Nachbarstaaten zu empfangen, erfüllt sein?
Antennenanlagen wurden auch recht komplex, um Programme aus Nachbarbundesländer (SWF, HR und/oder NDR) zu empfangen. Zusätzlich wurden bei manchen ja auch noch Zusatzantennen montiert, um die Privaten zu empfangen.
Solche Anlagen würden mich auch interessieren.

von alzarius - am 02.09.2013 17:37
Richtig. Gerade Anlagen die Nachbarstaaten empfangen haben dürften im Westen eher die Ausnahme sein. Das hat kaum Jemanden interessiert. Außer vielleicht in unmittelbarer Grenznähe, also Kreisen, die direkt an das Nachbarland grenzen.
Ich kenne das z.B. aus Rheine, von da sind es so 30km bis zur Grenze nach NL.
Ich habe dort einige Dächer und Dachböden in den letzten Jahren gesehen wo vielfach auch noch die alten Antennenmasten standen.
Dabei war nicht ein einziges mal eine nach Markelo oder Hengelo ausgerichtete Antenne dabei...

von WiehengeBIERge - am 02.09.2013 17:44
Schö, daß es zum Thema Antennenrelikte noch einen Thread gibt. Sicherlich waren die Schweiz und Österreich aufgrund der gemeinsamen Sprache besonders beliebt...

Egal ladet Bilder schöner alter Anlagen hoch, egal was sie mal empfangen hben, hauptsache sie sind antennentechnisch interessant!

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.09.2013 19:22
Wobei in der unmittelbaren Grenzregion kein besonders großer Aufwand nötig war und daher dort auch eher "normale" Antennenanlagen stehen / standen. Außerhalb der Grenzregion hat das NL-Fernsehen kaum Jemanden interessiert, darum gibt / gab es da auch kaum größere Antennenalgen, um diese Sender heranzuholen. Das ist eben doch etwas anderes als im Süden mit dem gleichsprachigen ORF oder der SRG...

Hier im Nordkreis und darüber hinaus gibt es auf den Häusern oft die langen vertikalen "Osnabrück-Harken" zu sehen, mit denen die Privaten aus OS heran geholt wurden (ich wusste aber früher nicht, wofür die genau waren, da gab es hier im Forum früher auch ein Thema drüber).

Hier am Berg und weiter östlich, also im Raum Minden gab und gibt es sowas nicht, wir hatten hier den Jakobsberg in unmittelbarer Nähe (Stadthagen nebenbei auch noch...), vom Jakobsberg gab es den WDR, den NDR und VOX gleichzeitig, die ARD gab es auf UHF über Stadthagen, der auch problemlos ging oder halt über VHF vom Sendemast hinter dem Denkmal, oder vom örtlichen Umsetzer (wobei der für unser Dorf zuständige kaum bekannt war, da man hier die ARD auch anderen Kanälen mehrfach in gleichwertiger Qualität empfangen konnte).
Daher reichte hier meist eine Kompromissantenne (meist nur UHF) in Unterdachmontage (die sogar oft den Brocken noch irgendwie mit bekam, da das etwa die gleiche Ausrichtung wie auf den Jabobsberg war, RTL und SAT1 bekam man mit einem etwas eingeschränktem Bild auch noch aus Hannover über die Kompromisslösung).
Genau darum gibt und gab es hier sehr selten überhaupt mal Außenantennen zu sehen, und wenn doch, dann unspektakuläre. Daher ist hier auch auch kaum was zu fotografieren.
Interessante ist da eher der Nordkreis, also das platte Land :D, im Raum Rahden, Stemwede, Petershagen, Hille und dem angrenzenden Niedersachsen.

von WiehengeBIERge - am 02.09.2013 19:39
Es gibt auch in Westdeutschland etliche interessante / aufwendige Antennenanlagen aus den 80er und 90er Jahren.

Als ich in Wuppertal von 1984 bis 2005 wohnte, hatte ich stets ein waches Auge für die Antennenanlagen auf den Hausdächern.

Im Raum Wuppertal / Solingen / Remscheid / Mettmann fand ich in den Tallagen fast nur Kleinanlagen mit einer kleinen VHF-Yagi für Langenberg K9 und Witzhelden K29 und K55. Auf den Höhenzügen sah ich jedoch recht häufig zusätzlich 1 UHF 91 Element für SW3 K56 Ahrweiler und 1 UHF 43 oder 91 Element für NED 2 / 3 K32 / 34 Roermond und 1 VHF 10 oder 13 Element für NED1 K5 Roermond. Solche Anlagen waren in Düsseldorf auf sehr vielen Hausdächern, so daß ich dies schon als Standard bezeichnen würde.

In Wuppertal Nevigeser Straße 85 steht seit rund 20 Jahren eine Super-Antennen-Anlage mit Antennen für ARD, ZDF, West3, SW3, NED1,2,3, BRT1,2. Sehr sauber aufgebaut von einem Radio- und TV-Techniker, den ich persönlich kenne. Die Anlage existiert vermutlich noch, denn ich habe gerade auf google-maps die Anlage entdeckt. Die Staßenaufnahmen dürften erst wenige Jahre alt sein. Wer will, kann dorthin fahren und das schöne Stück ablichten.

In Wuppertal Ortsteil Küllenhahn / Straße "Burgholz" habe ich selbst 1988 eine recht aufwendige Analge für einen Bekannten errichtet und hatte ganz viel Spaß dabei. Der Standort ist sehr exponiert 330m über NN. Richtung Westen alles frei. Roermond und Genk kamen rauschfrei mit Zimmerantenne. Lüttich RTBF2 K42 empfing ich unter Dach trotz Wuppertal Küllenhahn West3 K42 gut erkennbar mit starken Störstreifen. Der Sender Küllenhahn ist nur rund 500m entfernt! Aufbau der Anlage von unten nach oben:

UKW 8 Elemente Richtung West
UHF 43 Elemente Richtung Witzhelden für ZDF K29, West3 K55, RTL K36 und VOX K39
UHF 91 Elemente Richtung Roermond für NED2 K31, NED3 K34, Genk BRT1 K44, Genk BRT2 K47
UHF 91 Elemente Richtung Ahrweiler für SW3 K56
VHF 13 Elemente Richtung Roermond für NED1 K5, Wavre RTBF1 K10

Der Pegel war so gewaltig, daß ich, statt teure Weichen zu verwenden, alle 3 UHF Antennen-Ableitungs-Koaxkabel "sauber" an 1 Koaxstecker schraubte und dem Verstärker zuführte. BRT1, BRT2, SW3 und RTBF1 waren nicht ganz rauschfrei. Alles andere kam völlig rauschfrei.

Am Niederrhein / Aldekerk / Nieukerk / Straelen / Kevelaer sah ich um 2003 herum, wenn ich mit der Bahn von Wuppertal via Düsseldorf nach Kevelaer fuhr, ebenfalls sehr zahlreich aufwendige Anlagen mit Antennen für SW3, NED 1,2,3 und BRT1,2. Hierhin würde eine Fototour sicherlich auch lohnen.

von alreoec - am 03.09.2013 16:48
Was ist denn eigentlich mit Westdeutschland gemeint? Das politische, ehemalige Westdeutschland oder das geographische Westdeutschland von Baden-Württemberg bis Niedersachsen/Schleßwig-Holstein? (würden sich aber beides mit Süddeutschland überschneiden) Oder Westdeutschland nach "WDR-Definition" nur als NRW?

von Zwölf - am 03.09.2013 17:39
Im Münsterland sieht und sah man viele Antennen zum NDR gerichtet.
Auch sah und sieht man einige Antennen , UHF definitiv , nach NL gerichtet. UKW absolut selten , TV jedoch gar nicht so selten.

In Düsseldorf gab es etliche Antennen für den NDR, da habe ich gestaunt. Jedoch nur in einem Stadtteil war das möglich. Das Bild war definitiv sauber.

von sup2 - am 03.09.2013 18:33
Ihr macht mir Angst, denn gerade letzte Woche war ich für ein paar Tage im Westmünsterland (Coesfeld, Billerbeck und Münster). Als ich so durch die Dörfer wanderte, dachte ich an den Thread "Antennenrelikte in Süddeutschland" und zuckte mit den Schultern. Und nun dieser Thread.

Naja, ich hätte ja trotzdem Fotos machen können. Mal sehen, was sich so ergibt demnächst.

Auf jeden Fall habe ich sehr zahlreiche Antennenanlagen gesehen, die neben WDR und NDR auch nach NL ausgerichtet sind. Seltsam ist, dass man manchmal ein Haus sieht, wo jedes mögliche Programm herangeholt wird und gleich daneben eine einfache UHF-Antenne für ARD/ZDF/WDR3 und das wars.

von Zintus - am 03.09.2013 22:17
Hallo zusammen,


ich habe auch noch keine Fotos, aber die werden folgen. Definition Westdeutschland bzw. für diesen Thread: Empfang von F/L/B oder NL ;) (Im Thread über Süddeutschland ist die Bedingung ja Ö/Sch).

Ich denke erst durch den Auslandsempfang werden die Anlagen interessant. Eine Anlage mit 2 UHF Yagis für öff recht. + 3. aus dem Nachbarbundesland und einer UKW Antenne, wie meinen Eltern sie hatte, finde ich nicht ganz so spannend.

Jedoch wenn die Privaten und/oder Allierten dazu kommen, dann kann es doch wieder spannend sein. Mir ists egal - ich möchte nur bald Fotos sehen und mich in guter, alter Erinnerung schwelgen ;-)

von TobiAC - am 04.09.2013 06:28
@alreoec
Sehr schöner Beitrag!
Kleine Berichtigung: Wavre war Kanal 8 :cheers:
[attachment 2046 K08Wavre.jpg]

Ich konnte K8 Wavre nur ganz verrauscht empfangen. Bei einer Drehung der Antenne gab es (ebenso verrauscht) hr1 (ARD) vom Feldberg.
[attachment 2047 K08Feldberg.jpg]
QTH: Elberfeld-West

Wavre RTBF1 wurde in Düsseldorf ins Kabel eingespeist, in Wuppertal nicht, dafür hatten wir hessen3 und BRT2 (und NDR2 im Kabelradio).:xcool:

von Languedoc - am 04.09.2013 07:24
In und um Aachen sieht man:
sehr oft:
VHF und UHF gen Roermond

immer wieder (sehr häufig in der Eifel und im Raum Düren bis Mönchengladbach)
UHF gen Ahrweiler oder Schwarzen Mann (Südwest3)

ab und zu:
VHF Band I und UHF gen Lüttich und Genk (RTBF und VRT)

selten: (in der Eifel aber sehr häufig):
VHF Band III nach Luxemburg

häufig:
UKW Richtung Süden (Luxemburg/Südwestfunk)

von Peter Schwarz - am 04.09.2013 09:24
So, hier mal eine typische Antennenanlage aus meiner Gegend hier im Emsland. Ganz oben UKW-Yagi mit LMK-Rute ausgerichtet nach NO (eher untypisch, wahrscheinlich wegen Radio Bremen, obwohl der hier in Haren schlecht geht). Darunter UHF Lingen (ARD, ZDF, NDR) und mit etwas Glück noch WDR K45 Baumberge. Darunter VHF III nach Leer-Nüttermoor für RTL und SAT1 K8 und K12. Dann UHF für Smilde NL2 u. NL3 K47 u. K44. Darunter VHFIII für Smilde NL1 K6. Das Bild habe ich im Sommer 2012 hier in Haren aufgenommen.

Antennenanlage Haren

von Zintus - am 04.09.2013 20:48
@ Languedoc: Das Testbild vom Feldberch, Kanal 8 ist doch super! Sowas nannten wir früher nicht verrauscht, sondern "ein gutes Westbild". Die ARD von Harz-West (NDR Torfhaus) auf Kanal 10 sah in Leipzig, wo ich bis 1996 wohnte, an einer guten Antenne auch so aus. ZDF und die Dritten (ich meine nicht die Zähne) zu empfangen, war ungleich schwieriger...

von dlf-fan - am 05.09.2013 21:09
Interessanter Thread. Hier etwas Schönes aus Karlsruhe.
Die meisten Konstruktionen sind ja hier vergleichsweise langweilig. Am häufigsten findet man die Kombination aus VHF für Hornsigrinde (ARD) + UHF für Fremersberg (ZDF + SW3). In den nördlichen Stadtteilen dominiert die UHF für Heidelberg, dann auch oft ohne VHF. Mitunter gibt es noch als Ergänzung eine Langyagi für Krehberg (HR Fernsehen). UHF für Frankreichempfang ist eher die Ausnahme.

Mit dieser Anlage auf dem Bild (Entschuldigung für die schlechte Qualität) hat sich aber jemand ganz schön verkünstelt. Bezüglich der Ausrichtung kann man sich unten an der VHF orientieren. Die zeigt auf die Hornisgrinde. Die eine Ebene darüber liegenden beiden UHF zeigen etwa auf Heidelberg (in Blickrichtung vordere) und Krehberg (hintere). Die einzelne Vormast-UHF (auf dem Foto schwer zu erkennen) ist auf Fremersberg ausgerichtet. Die Langyagi für UHF schließlich zeigt auf Wissembourg. Darüber dann der übliche UKW-Kreuzdipol mit LMK-Stab.

Der Anlagenbetreiber wollte vermutlich so viel wie möglich von den in den 80er Jahren empfangbaren Programme heranholen. Die ARD klar über E9 Hornisgrinde, ZDF und SW3 über Fremersberg K31/K41. HR wohl über K43 (Krehberg) Die Franzosen musste er über Wissembourg holen (K48, 51, 54) wegen der Gleichknalproblematik France3 (Strasboug) / HR (Krehberg) auf K43. Keine Ahnung ob der K39 von AFN noch mit rein kam, ich weiß nicht mehr ob der hier vertikal sendete. Von der Richtung her hätte die Heidelbergantenne gepasst. Verzichtet hat man wohl auf Canal+ vertikal aus Strasbourg (Kanal 10, glaube ich) und die Rheinland-Pfalz-Version von SW3. Es ist mir allerdings ein Rätsel, warum man Fremersberg und Heidelberg empfangen wollte (Backup oder Restriktionen bei der Zusammenschaltung). Oder die eine Antenne war wirklich nur für AFN.
[attachment 2055 CopyofFoto0452.jpg]

von Mike_KA - am 05.09.2013 22:20
Zitat
Wavre RTBF1 wurde in Düsseldorf ins Kabel eingespeist, in Wuppertal nicht, dafür hatten wir hessen3 und BRT2 (und NDR2 im Kabelradio).


RTBF1 wurde fürs Kabel von woanders abgegriffen. Das Testbild hatte keine Kanalangabe, wie sonst üblich. Die Kanalangabe fehlte bei allen Sendern die in Deutschland das RTBF1 Programm für die belgischen Streitkräfte verbreiteten.

von joce - am 06.09.2013 09:45
Zitat
Auch in Aachen!?!


In Aachen konnten RTBF und BRT doch bestimmt direkt aus Belgien in Ortssenderqualität empfangen werden. Meines Wissens wurden die belgischen TV Programme auch im Kreis Viersen und in Köln abgestrahlt. Dieses allerdings nur mit sehr geringer Sendeleistung.

von joce - am 06.09.2013 11:56
@Twobeers: Kommt drauf an, wo man in Aachen wohnt.
Ich kann von meiner ersten Wohnung berichten, exponiert gelegen (Krugenofen) mit Blick nach Westen. Dort bekam ich mit Zimmerantenne(!) herein:
ARD K40: AC-Rütscher Straße (ganz leicht angegriesst)
ZDF+ WDR3: Aachen-Karlshöhe (1a)
SAT1, RTL und Vox: Aachen Karlshöhe (gut, Vox leicht gestört)
NED1,2,3: Eys oder Roermond (sehr gut bis gut)
VRT een und Ketnet/Canvas: Genk (sehr gut)
RTBF La Deux+ Canal plus: Liège Bol d'Air (etwas angerauscht, aber ansehbar)
RTBF La Une: Liège Bol d'Air Kanal 3 (mangels geeigneter Antenne nur ganz verrauscht)
AFN TV: Geilenkirchen (gut, aber mangels Multinorm-Gerät nur s/w und ohne Ton)
SSVC: Standort weiss ich nicht mehr, Kanal 23 (leicht angerauscht)
SW3 von Ahrweiler oder Schnee-Eifel ging dort nicht, wohl dann aber mit drehbarer Richtantenne in Kerkrade (dort gut bis sehr gut).
Alles in allem war ich von der grossen Programmvielfalt zu Analog-Zeiten nur mit Zimmerantenne (15 Programme) doch erstaunt!

von Peter Schwarz - am 06.09.2013 18:18
@Hartmut, Wahnsinn! Von so einer Anlage hätte ich früher auch geträumt. Ich frage mich nur warum man Ned1 auf K5 nicht mit aufgebaut hat? Nächste Frage ist die XC323D. Auf dem Foto sieht es aus, als ob die Richtung Osten steht, also für RTL NRW K36 war!?


@Peter Schwarz, ja das waren Zeiten. Die 16 Programme hatte ich an der Schanz und auch in Hückelhoven (ohne AFN) noch. Meine Frage war bzgl. Kabel. Weil ich mich noch erinnern kann, wie in Aachen RTBF La Une eingespeist wurde. Damals war eine Freundin recht sauer, da sie über diesen Kanal ihr Französisch aufbessern wollte und er auf einmal weg war. Als ich hier las, dass der Sender in NRW ohne Senderstandort im Testbild eingespeist wurde, konnte ich mir das nur so erklären, dass er schon via Richtfunk o.ä. für die Kabelnetze herangeführt wurde, denn in Aachen kam er ja ganz gut aus Lüttich K3 inkl. Kennung im Testbild an. Kabel fand ich eh immer ziemlich albern: Jeweils nur ein Sender aus dem nahen Ausland, obwohl viel mehr in der Luft war. Ich selber dachte mir damals, dass man mit so einem Kabelabonnement einige Antennen einsparen können müsste, aber das (vom Kabelnetzbetreiber vorgeschriebene) Interesse galt den Programmen vom deutschen Sat, und das gab es auch kostenlos via 19,2°O. Kabel war also für mich wie ein kostenpflichtiges Abo der Werbezeitung Super Sonntag. :joke:

SSVC K23 müsste Mönchengladbach JHQ gewesen sein, was ich sehr krass finde für Aachen. In Hückelhoven hatten wir SSVC auf K49 aus Wassenberg Birgelen (im britischen Tonverfahren)

von TobiAC - am 07.09.2013 15:16
Ich war vor etwa vier Wochen auf einer Feier in Moers (Schwafheim) und habe das schöne Wetter genutzt um zu Fuß vom Hotel zum Veranstaltungsort zu gehen. Dabei sind mir viele Antennen aufgefallen die grob in Richtung LUX zeigten. Im Auto konnte ich keine Sender aus Luxemburg empfangen, habe aber auch nir grob geprüft. Weiß jemand ob hier mal Sender aus LUX gehört/geschaut wurden?

von Staumelder - am 08.07.2015 08:36
VHF oder UHF? Meinst du echt, dass das noch fuer's Fernsehen aus Luxemburg war?

Wenn die Antennen tatsaechlich nicht Richtung Roermond zeigten, was in der Gegend zwischen NE und MG durchaus zu Analogfernsehzeiten ueblich war und ggf. auch in Moers noch ging, so koennte ich mir ggf. eine Ausrichtung auf Liege noch vorstellen.

von PowerAM - am 08.07.2015 09:03
Die Antennen sahen in etwa so aus. Ähnliche Typen wurden hier in der Gegend oft für WDR1 eingesetzt (Kanal 11, Bielstein). Roermond ist relativ nah, vielleicht hat man LUX noch als Beifang mitgenommen.

von Staumelder - am 08.07.2015 10:07
VHF wurde im Rheinland meist aus Langenberg ARD Kanal 9 (sehr wahrscheinlich in Moers) oder eben aus Roermond NPO 1 Kanal 5 (ebenfalls wahrscheinlich) empfangen. Lüttich RTBF La Une sendete auf Kanal 3 und für den gab es im gesamten Rheinland wohl nur ein paar Dutzend handverlesene Antennen. ;)

Aus Belgien waren auf VHF Band III technisch RTBF La Une auf Kanal 8 aus Wavre und VRT-EEN auf Kanal 10 St.-Pieters-Leeuw (Brüssel) denkbar, aber auch dafür gab es keine Antennen.

Für Luxemburg RTL Kanal 7 kenne ich die ersten Antennen in der Eifel im Raum Simmerath. Weiter nördlich war kein Empfang möglich, da ich meine dass hier die ARD zu Gast war!?!

von TobiAC - am 08.07.2015 10:35
Zitat
TobiAC
Lüttich RTBF La Une sendete auf Kanal 3 und für den gab es im gesamten Rheinland wohl nur ein paar Dutzend handverlesene Antennen. ;)


Ich konnte an meinem damaligen Wohnort in Erkrath zwischen Düsseldorf und Wuppertal RTBF Kanal 3 mit einer Langdraht-Antenne indoor empfangen. Rauschfrei war das Bild nicht. Frage mich bis heute, ob es mit einer VHF Band I Dachantenne rauschfrei gewesen wäre.

Besser kam RTBF 1 auf Kanal 45 aus Titz rein, das liegt zwischen Jülich und Grevenbroich. Sendeleistung war mit 500 Watt (soweit ich mich recht erinnere) vergleichsweise "hoch". Frage mich, wieso die dort für die Streitkräfte ein Relais brauchten, dort ging doch Lüttich bestimmt ohne Probleme?

Zitat
TobiAC
Aus Belgien waren auf VHF Band III technisch RTBF La Une auf Kanal 8 aus Wavre und VRT-EEN auf Kanal 10 St.-Pieters-Leeuw (Brüssel) denkbar, aber auch dafür gab es keine Antennen.


Auch wenn hier im Forum mal geschrieben wurde, dass in Wuppertal RTBF auf Kanal 8 dauerhaft ging, und dieses sogar ins Düsseldorfer Kabel eingespeist wurde - kann ich sagen, dass an meinem Standort mit guter West- und Südwest Ausrichtung ohne Tropo auf Kanal 8 nichts kam. Bei gehobenen Bedingungen ging RTBF Kanal 8 ohne Probleme.

Zitat
TobiAC
Für Luxemburg RTL Kanal 7 kenne ich die ersten Antennen in der Eifel im Raum Simmerath. Weiter nördlich war kein Empfang möglich, da ich meine dass hier die ARD zu Gast war!?!


ARD auf Kanal 7 ist mir nicht bekannt. RTL plus war auf Kanal 7 in Erkrath zwischen Düsseldorf und Wuppertal bei normalen Bedingungen nicht zu empfangen. Das war auch der Grund, weshalb man an der dortigen Kabelkopfstation auch keine Antenne für RTL installiert und es eingespeist hat. Obwohl es von den Bewohnern damals stark gefordert wurde. Sobald allerdings leicht angehobene Bedingungen herrschten, kam RTL rein. Der Empfang reichte von verschneit, kaum zu erkennen, bis rauschfrei, je nach Bedingungen. Wenn RTL plus auf Kanal 7 rauschfrei reinkam, ging dann oft auch RTL TVI für Belgien auf Kanal 27.

Bis wohin ging RTL plus auf Kanal 7 denn regulär? Wurde Köln noch erreicht?

von Klaus Wegener - am 08.07.2015 15:07
RTBF Kanal 3 ging im Raum Wuppertal, Remscheid, Solingen bei freier Sicht nach Südwesten schon mit zwei bis drei Elementen fast rauschfrei. Wichtig war, dass die Antenne mindestens eine Wellenlänge über dem Boden war. Äußerster Punkt mit gutem Empfang, den ich nachgewiesen habe, war in Radevormwald am Flugplatz. Zu Hause in Wuppertal-Cronenberg hatte ich noch vor der Umstellung auf Norm B (ca. 1977) eine 2-Element für Kanal 2 (!) im Einsatz (Sperrmüllfund aus Zeeland). Damit ging es rauschfrei. Später schob sich ein großes Schulgebäude in den Empfangsweg. Ich habe daraufhin auf eine 6-Element-Kanal-3-Antenne nach Rothammel aufgerüstet. Damit ging es dann wieder rauschfrei. Im Sommer konnte man als Beigabe oft tagelang mehr oder weniger durchgehend auf Kanal 2 RTVE brauchbar sehen. Diese Antenne habe ich erst nach der Abschaltung von Lüttich entsorgt, nachdem zuletzt der Boom mit den vorderen zwei Elementen abgebrochen war, was den Empfang aber nur wenig verschlechtert hatte.

RTBF auf Kanal 8 und BRT auf Kanal 10, die früher beide gleichstark von Waver kamen, waren in Wuppertal an einigen (nicht unbedingt den höchsten) Punkten durchaus bei Normalbedingungen zu sehen. Bei mir zu Hause ging wegen besagtem Schulgebäude auch mit hohem Aufwand nichts (völlig verrauscht). Wegen des hohen Pegels von Langenberg auf Kanal 9 waren diese beiden Kanäle für die meisten Fernseher bis in die 1980er Jahre sowieso nur mit hohem Filteraufwand verdaulich zu machen und somit fast immer zweite Wahl. In der Praxis spielten beide wohl keine Rolle, waren vielleicht als Beifang vertreten, wenn Roermond K5 mit der einzigen Band-3-Antenne empfangen wurde, weil ARD nicht von Langenberg K9 sondern von "Aachen" K24 genommen wurde.

BRT ging über Genk K44 oft schon mit Zimmerantenne problemlos. Oft wurde K44 aber schon für SW 3 aus Bad Marienberg genutzt. Der grundsätzlich stärker einfallende Ahrweiler K56 war wegen K55 Witzhelden (mit Sichtverbindung) aus derselben Richtung oft problematisch. Später war K44 wegen SAT1 aus Düsseldorf für den Normalverbraucher unbrauchbar.

BRT Titz K12 ging bei freier Sicht nach Westen auch brauchbar. In Teilen Remscheids gingen RTBF und BRT gut aus Bensberg.

In Solingen wurden vom örtlichen Elektronikladen riesige Yagis für Luxemburg K7 verkauft. Wäre bei mir auch gegangen, wenn nicht besagtes Schulgebäude im Weg gewesen wäre und der dahinter befindlich Umsetzer Kohlfurt K7 für die ARD rauschfrei eingefallen wäre.

Roermond K5 war übrigens wg. Bonn K5 (zunächst ARD später SAT1) in vielen Höhenlagen wesentlich schwieriger zu empfangen als Roermond K31. Als Star Trek Mitte der 1970er Jahre von Nederland 2 nach Nederland 1 wechselte war das Entsetzen im Bekanntenkreis groß. Weiter Südlich wurde an den Westhängen des Bergischen Landes Ned. 1 oft von Lopik K4 genommen.

von koslowski - am 08.07.2015 23:41
BRT (später BRTN, dann VRT) wurde am Stern Willich von Genk eingespeist, was nach Inbetriebnahme von Sat 1 K 44 in Düsseldorf für Jalousiemuster sorgte. Dort wurde RTBF fernsehmäßig nicht angepeilt-

RTBF 1 in Düsseldorf kam wohl in der Tat aus Titz.

von Alqaszar - am 09.07.2015 00:16
Man lernt doch immer noch etwas dazu :rp:
Kam BRT K12 wirklich aus Titz (bei GV)? Ich bin damals immer davon ausgegangen, dass der direkt aus Belgien (evtl. Genk) kam.
Wir empfingen auch RTBF 1 allerdings auf dem gleichen Kanal auf dem wir WDR 3 schauten. Das gab dann ständige Jalousien.
Wenn der auch aus Titz kam, auf welchem Kanal war das denn? Und woher kam der WDR dann?

von joce - am 09.07.2015 09:49
Belgisches TV gab es in Aachen und Heinsberg direkt aus Belgien:
Flandern: BRT1 Genk K44. BRT2 Genk K47
Wallonie: La Deux: K42 Lüttich. BE1 / Canal+ K39 Lüttich und eben Kanal 3 RTBF

Aus Titz bei Erkelenz war im Bereich Stadt Hückelhoven schon nichts mehr zu empfangen.

von TobiAC - am 09.07.2015 10:26
Belgisches TV wurde an vielen Standorten in NRW und teilweise auch Nordhessen ausgestrahlt. Ich selbst habe es an QTH2 über Werl empfangen (BRT1 K47 (starke Störungen durch Sat1 Schwerte), RTBF1 K59, beides nur 10W!). Erkennen konnte man es immer daran, dass zur Mittagszeit immer eine spezielle Sendung für die Militärs gezeigt wurde. Meine es war von 12 bis 12:45, bin mir aber gerade mit der genauen Uhrzeit unsicher. Dabei war das Programm das gleiche nur bei BRT(N) 1 war die Sprache flämisch, bei RTBF 1 war sie französisch, Bild war identisch.

Direkt aus Belgien oder Niederlande war an QTH2 lediglich NED1 Markelo K7 (nur exponierte Lagen und dann auch nur schwach/mittel) RTBF1 auf K3 aus Lüttich (sehr sehr schwach) sowie NED1 Lopik K4 (schwach) zu empfangen. Auf K3 war der Kreuzberg deutlich stärker als Lüttich, selbst K4 aus Lopik war stärker als K3 aus Lüttich.

von Jens1978 - am 09.07.2015 10:42
RTL K7 aus Lux wurde bereits in frühen 80ern auch viel im Hunsrück geschaut. Eine Menge Leute hatten dafür eigens eine für Kanal 7 optimierte Antenne angeschafft (die auch mal locker >3m lang sein konnte).
In Idar-Oberstein hatte die Telekom auf besonderen Wunsch der (potenziellen) Kabelzuschauer den K7 eingespeist, obgleich das Bild recht verrauscht ankam. (Also nix mit: "Bestes Bild, bester Ton")

Nach Sendeschluss der ARD (K7 Heidelberg u. K8 Feldberg/Taunus) war RTL K7 sogar in halbwegs exponierten Lagen Rheinhessens auch akzeptabel zu empfangen.

Immerhin hatte ich 2004(?) die letzten Tage der Analogausstrahlung von RTL K7 (mit Laufband zur Abschaltung) noch live mitbekommen, da ich zu dieser Zeit ein paar Wochen in Saarbrücken arbeitete und in dem Hotel die meisten Programme noch via Antenne eingespeist wurden.

von Salvator - am 09.07.2015 11:24
Alt vs Neu am Ort des QTH2. Ab den 70ern wurden vorübergehend ganz kleine Antennen für den örtlichen Umsetzer genutzt. Ab etwa 1980 wurden dort (Haaggasse) normalerweise 43er UHF-Yagis verbaut die dann Burgsinn und Heidelstein (Hessen3 als weiteres Programm was dann auf Sendung ging) gleichzeitig empfangen konnten.
[attachment 5470 20140305_112749_.jpg]

von Thomas (Metal) - am 09.07.2015 15:55
...und so kann man auch eine UKW-Yagi zusammenbauen.
Dahinter dann die klassische FUBA-Kombiantenne für UHF/VHF und darüber eine UKW-Yagi für den Pfaffenberg.
[attachment 5471 20140305_090248_.jpg]

Und in gleicher Straße "Beerwinkel" dann "einmal Feldberg bitte".
[attachment 5472 20131227_144314_.jpg]

von Thomas (Metal) - am 09.07.2015 15:59
@Jens1978: Dann wurden ja für die belgischen Truppen zwei Sender in flämisch und französisch ausgestrahlt ?

RTL Kanal 7 kam bis nach Glashütten. Schön hoch und abgeschirmt gegen Feldberg, reine Ost- / Nordostöffnung. Die Sender aus Metz gehen da auch im Autoradio - wie auch die 97,0 ;)

von Frankfurt - am 09.07.2015 16:41
Zitat
joce
Wir empfingen auch RTBF 1 allerdings auf dem gleichen Kanal auf dem wir WDR 3 schauten. Das gab dann ständige Jalousien.
Wenn der auch aus Titz kam, auf welchem Kanal war das denn?


Titz war Kanal 39 H mit 625 W und D => 020°.

von Manager. - am 09.07.2015 16:42
Zitat
Frankfurt
Dann wurden ja für die belgischen Truppen zwei Sender in flämisch und französisch ausgestrahlt ?


Ja, es gab 16 Sender mit den je 2 Programmen in flämisch und französisch; davon 15 in NRW und 1 in Hessen.

von Manager. - am 09.07.2015 16:46
Zitat
koslowski
In Solingen wurden vom örtlichen Elektronikladen riesige Yagis für Luxemburg K7 verkauft. Wäre bei mir auch gegangen, wenn nicht besagtes Schulgebäude im Weg gewesen wäre und der dahinter befindlich Umsetzer Kohlfurt K7 für die ARD rauschfrei eingefallen wäre.


Auch auf RTL Plus selbst soll damals der Kauf von Kanal-7-Antennen massiv beworben worden sein. Wie ich gehört habe, wurde unter anderem gezeigt, wie Geert Müller-Gerbes und andere aus dem RTL-Team in deutschen Fußgängerzonen die Kanal-7-Antennen angepriesen haben.

von Lahnwelle - am 09.07.2015 17:33
Zitat
Manager.
Zitat
joce
Wir empfingen auch RTBF 1 allerdings auf dem gleichen Kanal auf dem wir WDR 3 schauten. Das gab dann ständige Jalousien.
Wenn der auch aus Titz kam, auf welchem Kanal war das denn?


Titz war Kanal 39 H mit 625 W und D => 020°.


RTBF 1 aus Titz auf Kanal 39? Ich bin mir ziemlich sicher, in Erkrath bei Düsseldorf RTBF 1 aus Titz auf Kanal 45 empfangen zu haben. Wir hatten uns dafür extra eine zusätzliche UHF Antenne auf's Dach montiert.

von Klaus Wegener - am 09.07.2015 17:57
@Frankfurt
Manager hat es ja bereits beschrieben, aber bevor Verwirrungen auftreten: Jeder von den 16 Senderstandorten verfügte über zwei Sender. Der eine Sender strahlte BRT 1 und der andere Sender strahlte RTBF 1 aus. Die Zuordnung war so, dass Sender 1 der flämische, Sender 2 der wallonische in der Nummerierung war. Weitere Programme, also z.B. BRT 2 oder RTBF 2 wurden nicht ausgestrahlt. Bin mir aber gerade nicht ganz sicher, ob nicht ab und zu anstatt BRT1 auch mal BRT2 kurz ausgestrahlt wurde, müsste aber nur in ca. 5% der Zeit gewesen sein und kann auch täuschen.

Hab auch mal in die alten Senderlisten (Wittsmoor 1990) geguckt, dort steht auch für Titz K39 drinnen, auch die Zuordnung spricht für RTBF 1. Was man auch sehr gut sieht, sind die deutlichen Unterschiede in den Sendeleistungen: Bensberg hatte 600 bzw. 800W und Korbach lediglich 3W. Werl bzw. Wickede hatte doch schon 30W (also nicht wie versehentlich vermutet 10W).

Ich selbst wollte damals den Senderstandort auf dem Haarstrang in Wickede, südlich von Werl finden und auch mal sehen. Leider wusste ich nie, ob ich ihn wirklich gefunden habe, denn es gab zum einen auch einen Sender für SSVC (K28) sowie einen Umsetzer für ZDF(K23) und WDR (West 3)(K51). Ich hatte dann auch mal direkt am Kasernentor bei den Belgiern in Werl in meinem damals einigermaßen passablem Niederländisch nach dem Sender gefragt. Leider waren die zwei Wachhabenden die ich erwischte nicht so rundfunktechnikaffin ... :-( Vermutlich waren sie auch etwas verdutzt, dass da ein 15 jähriger etwas über deren Sendeanlagen weiß ;-) Naja, falls mir nach über 20 Jahren einer sagen kann, welcher Sendemast der richtige war, dann wäre das :spos: Manager, weißt du das zufällig? Ist 'ne knifflige Aufgabe, ich weiß.

von Jens1978 - am 09.07.2015 19:37
Hab mal etwas nachgeguckt und das gefunden:
In der Wittsmoorliste 1998 taucht tatsächlich Titz Sender 2, also RTBF 1 auf K45 anstatt K39 auf. Die Daten lauten: Titz II, Offset 0, 625W, Richtung 020.
Demnach fand ein Kanalwechsel statt. Erklären kann ich mir das nur mit einem Wechsel weil ein anderer Sender gestört würde, welcher vorher nicht vorhanden war. Dies kann eigentlich nur ein im Zeitraum 1993 bis 1998 (ich hab in dem Zeitraum nur diese beiden Wittsmoorlisten) in Betrieb gegangener Sender sein. Es fielen mir Sender für Vox ein, denn Sat.1 und RTL war vorher, ARD hatte dort mit Sicherheit keine großen Lücken mehr. Wittsmoor 1998 listet in Düsseldorf Vox auf K39. Aber ob der noch Titz stören würde, kann ich nicht sagen, da kenne ich Gegend zu wenig. Allerdings hatte Düsseldorf 100kW, also schon recht stark. Vielleicht klärt das die Erinnerungen so mancher mit dem K45 aus Titz und vielleicht kennt einer die wirklichen Hintergründe des Wechsels.

von Jens1978 - am 09.07.2015 20:29
Gibt es in den alten Wittsmoor-Listen einen Eintrag für Bramsche-Hesepe? Das heutige Grenzdurchgangslager war bis Anfang der 1990er ein niederländischer Militärstützpunkt inkl. Funkmast und einer überwiegend niederländisch geprägten Siedlung. Ich kann mich nur an zwei schwarze runde Teller erinnern, das dürfte Richtfunk gewesen sein. Angeblich diente der Mast nur zur Kommunikation mit NL.

Für eine TV-Ausstrahlung spricht dass NED1 auf Kanal 6 immer relativ gut zu empfangen war (inkl. Testbild SMILDE). Der Empfang war irgendwann weg und auf Tropo beschränkt. Dagegen spricht WEST3 auf Kanal 5 (Ibbenbüren). Antennen Richtung Hesepe gab es afaik nicht.

von Staumelder - am 09.07.2015 20:44
Ja, Düsseldorf war Witzhelden und in Hückelhoven gab es sowohl VOX, als auch Canal+ auf Kanal 39. Im Kreis Heinsberg und auch im nördlichen Kreis Düren werden die meisten wohl Canal+ auf Kanal 39 empfangen haben, da die UHF Antennen meist Richtung Aachen / Lammersdorf / Stolberg hingen und dort Lüttich im Hintergrund mitempfangen wurde.

Interessant ist: Gab es keine Störungen der Ausstrahlungen der belgischen Truppen in Titz mit dem ebenfalls belgischen Canal+? Das muss ja dann schon vor VOX aus Witzhelden so gewesen sein, denn Canal+ war schon Anfang der 90er aktiv. Wer weiß genau ab wann dieser codierte Sender in Lüttich auf Sendung ging? Zusätzlich wer er nach Sendeschluss vom WDR / Monschau Kanal 50 auf eben diesem K50 aus Wavre zu empfangen.

von TobiAC - am 10.07.2015 06:45
Zitat
TobiAC
Interessant ist: Gab es keine Störungen der Ausstrahlungen der belgischen Truppen in Titz mit dem ebenfalls belgischen Canal+? Das muss ja dann schon vor VOX aus Witzhelden so gewesen sein, denn Canal+ war schon Anfang der 90er aktiv. Wer weiß genau ab wann dieser codierte Sender in Lüttich auf Sendung ging?


Titz auf Kanal 39 muss zu einer Zeit gewesen sein, als Kanal 39 aus Witzhelden noch nicht sendete.

Witzhelden auf Kanal 39 gab es, wenn ich mich recht erinnere, nicht immer. Der war irgendwann neu, ich glaube als die Lokalfenster eingeführt wurden? Zunächst wurde auf K39 West 3 mit dem Lokalfenster für Düsseldorf mit 100 KW ausgestrahlt (vom selben Standort gab's ja schon einen West 3 Sender auf K55, der das Lokalfenster für Köln sendete). Bei West 3 gab es damals noch einen Sendeschluss, dann kam auf K39 Canal + durch :eek:

Da muss Titz schon auf Kanal 45 gesendet haben, denn die Entfernung Witzhelden nach Titz sind 50 km Luftlinie... Witzhelden ist in Titz "ortsüblich".

Später wurde dann auf Kanal 39 VOX aufgeschaltet (da gab's keinen Sendeschluss mehr :motz: ), West 3 mit Lokalfenster Düsseldorf wanderte auf eine recht leistungsschwachen Kanal, ich glaube K41, wo man ihn kaum noch empfangen konnte.

von Klaus Wegener - am 10.07.2015 09:50
Zitat
Staumelder
Gibt es in den alten Wittsmoor-Listen einen Eintrag für Bramsche-Hesepe?

Für Kanal 6 oder wo? Das Buch ja recht viele Seiten und ist nach Sendeanstalt oder nach Kanälen sortiert. Also bräuchte ich mehr Info, denn das "Buch" möchte ich mir jetzt nicht durchlesen ;-) Aber für Kanal 6 steht nix drinnen. Aber eventuell haben die einfach einen kleinen Repeater auf dem gleichen Kanal aufgebaut, kann schon durchaus sein, wenn der nicht zu stark ist, hat das vermutlich nie irgendjemand ernsthaft etwas gemerkt.

Zitat
Staumelder
Der Empfang war irgendwann weg und auf Tropo beschränkt. Dagegen spricht WEST3 auf Kanal 5 (Ibbenbüren).

Den Zusammenhang kapier ich gerade nicht. Was hat K5 aus Ibbenbüren mit dem Tropoempfang auf K6 zu tun :confused: Wie gut war der Empfang denn als er da war und wie sah es denn mit den UHF Kanälen aus?

Zitat
Klaus Wegener
Witzhelden auf Kanal 39 gab es, wenn ich mich recht erinnere, nicht immer.

Genau, deswegen hatte ich den auch schnell gefunden, denn in der Wittsmoorliste von 1998 steht er als GS-Sender für Vox drinnen. 1993 gab es den noch gar nicht, weder WDR noch Vox. Aber interessant, dass mit WDR Lokal Düsseldorf hatte ich ganz vergessen, da war tatsächlich was, erinnere mich noch ganz schwach dran. Irgendwas hatte das dann auch mit K59 aus Wesel zu tun ...

von Jens1978 - am 10.07.2015 19:36
Zitat
Jens1978
Für Kanal 6 oder wo? Das Buch ja recht viele Seiten und ist nach Sendeanstalt oder nach Kanälen sortiert. Also bräuchte ich mehr Info, denn das "Buch" möchte ich mir jetzt nicht durchlesen ;-) Aber für Kanal 6 steht nix drinnen. Aber eventuell haben die einfach einen kleinen Repeater auf dem gleichen Kanal aufgebaut, kann schon durchaus sein, wenn der nicht zu stark ist, hat das vermutlich nie irgendjemand ernsthaft etwas gemerkt.


Mir fiel das gestern Abend ein und ich habe versucht mal ebene schnell vom Androidknochen zu schreiben. Aaaaaalso: ja, ich meine Kanal 6 und evtl. 44 und 47 (also die analogen Smilde-Kanäle). 44 und 47 waren gleichbleibend schwach (auch Anfang der 1990er als Kanal 6 schon schwächer war). Vielleicht was das einfach nur Zufall.

Zitat
Jens1978
Den Zusammenhang kapier ich gerade nicht. Was hat K5 aus Ibbenbüren mit dem Tropoempfang auf K6 zu tun :confused: Wie gut war der Empfang denn als er da war und wie sah es denn mit den UHF Kanälen aus?

Kanal 6 ging relativ stabil. Der vermutliche Sender war etwa 10km entfernt und hinter den westlichen Ausläufern des Wiehengebirges. Wenn dort tatsächlich ein kleiner Repeater auf Sendung war könnte das vergrieselte Bild passen. Bei Tropo war Kanal 6 natürlich stärker. Ab etwa 1990/1991 konnte ich Kanal 6 nur noch bei Tropo empfangen. Meist kamen Kanal 7 (Markelo) und Kanal 4 (Lopik) dann ebenfalls an. Durchgehender schwacher Empfang war dann nicht mehr drin. Und einer Ausstrahlung auf Kanal 6 hätte der WDR sicher nicht zugestimmt, WEST3 wurde in Ibbenbüren auf Kanal 5 verbreitet (ca. 20 km Luftlinie). Eine direkte Sichtverbindung dürfte aber nicht bestehen (Ausläufer Wiehengebirge).

von Staumelder - am 10.07.2015 20:13
Zum Thema Kanalwechsel in Titz u. a.:

In der Wittsmoorliste "Stand 1.1.1986", die bekanntlich das Geld nicht Wert war, finde ich:

Titz I 12 8M 32 W 020
Titz II 39 8P 625 W 020 (nur in der Liste nach Programmanbietern sortiert)
Titz II 45 0 625 W 020 (nur in der Liste nach Kanälen sortiert)
Bensberg I 39 2P 600 W 285 (nur in der Liste nach Programmanbietern sortiert)
Bensberg I 25 2P 600 W 285 (nur in der Liste nach Kanälen sortiert)
Bensberg II 51 8M 800 W 285

Der Kanalwechsel von 39 nach 45 bzw. 25 hat also offensichtlich schon vor 1986 mit der Inbetriebnahme des K 39 in Witzhelden für den WDR stattgefunden.

In der Wittsmoorliste "Stand 1.1.1992", die mir nur auszugsweise vorliegt, finden sich in der Liste nach Programmanbietern sortiert unverändert dieselben (teilweise falschen) Details.

Die FTZ-Listen waren leider auch nicht besser.

1989:

Titz I 12 8M 29,03 dBW (nur in der Liste nach Kanälen sortiert)
Titz II 45 0 28,13 dBW (nur in der Liste nach Kanälen sortiert)
Bensberg 51 8M 29,03 dBW

1991 und 1993:

Titz I 12 8M 32 W
Titz II 45 0 650 W (nur in der Liste nach Kanälen sortiert)
Bensberg 51 8M 790 W

1989 und 1991 findet sich für den WDR Region Düsseldorf:
Düsseldorf 39 8M 50,0 dBW bzw. 100 kW
Dieser ist 1993 schon für VOX gelistet, dafür findet sich für den WDR Region Düsseldorf
Düsseldorf 41 39P 4,0 kW

Später musste Titz I den Kanal 12 wegen DAB räumen. Ich meine, es wurde dann auch auf einem UHF-Kanal gesendet, bin mir aber nicht sicher.

von koslowski - am 10.07.2015 22:38
Die unteren beiden Antennen sind VHF-III-Kanalantennen von Hirschmann (Serie Magneta) in der mittelgroßen Variante, Falls das Bild irgendwo am niederen Niederrhein entstanden ist, ist die untere mit Sicherheit für Langenberg K9 und die obere für Markelo K7. Weiter oben ist auch noch eine UHF-Antenne in dieselbe Richtung.

Stilistisch sind die Vormastantennen an Auslegern ziemlich schmerzhaft.

von koslowski - am 12.07.2015 15:50
In Wuppertal waren mit erhöhtem Aufwand alle Lokalzeiten empfangbar.
An AC und OWL erinnere ich mich nicht, BN und E gab es noch nicht.
Bei mir gingen jedenfalls:
Bergisches Land (zuvor Düsseldorf) natürlich K42, vor 1993 (VOX) Düsseldorf K39
Köln K55 (Witzhelden)
Dortmund K53
Südwestfalen Lüdenscheid K60,
Münster K45
in Reihenfolge der Empfangsqualität.

von Languedoc - am 12.07.2015 16:02
Zu dem Bild von Japhi:

Könnte es (von unten nach oben) so sein?
- K5 Roermond NPO 1
- K9 Langenberg ARD
- kleine UHF / Witzhelden: 29 ZDF, 41 WDR, 36 RTL, 39 Vox
- große UHF / Roermond 31 NPO 2 / 34 NPO 3
- kleine UHF / Genk 44 EEN / 47 CANVAS
- Spitze UKW

Wenn das so ist, dann wird man realistisch K5 und K9 auf eine Weiche gepackt haben. Die UHF Weiche wird denke ich Einzelkanäle 44 und 31 zu "Rest UHF" gepackt haben, so dass Netto 8 Programme (alles aus D + NL nur 1.+2. und B-Fl nur das 1.) mit dieser Anlage möglich waren. Das ist aber reine Spekulation :xcool:


Schön wäre eine Angabe der Himmelsrichtung.

von TobiAC - am 13.07.2015 07:26
Bezüglich Bild: Die LMK-Rute der Hirschmann GEMA 4KR ist nicht richtig angezogen, weshalb die UKW-Dipole so komisch runterhängen. Diesen Montagefehler habe ich schon öfters gesehen (die Dipole werden durch den schraubbaren "Deckel" mit der Glasfaserrute für LMK fixiert).

Wolfgang

von Wolfgang R - am 13.07.2015 07:46
Zitat
inkjet
Zitat
koslowski
eine 2-Element für Kanal 2 (!) im Einsatz (Sperrmüllfund aus Zeeland).


Tielt-Ruiselede kanal 2 :)


.... Mit immerhin 100kW, das dürfte dann der Vorgänger von Egem sein! Unglaublich, so lernt man heutzutage noch was!

von Jassy - am 13.07.2015 17:54
Ich hatte heute etwas mehr Zeit beim Umsteigen. Daher mal etwas für diesen Thread. Der Antennenmast steht in Zwolle (NL) gegenüber dem Bahnhof. Ich wollte die Anlage immer schon mal fotografieren. Heute ist es dann endlich mal etwas geworden, wenn auch mit mäßiger Handy-Qualität. Ganz oben UHF Richtung Lingen (ZDF K24, ARD-NDR K41, NDR 3 K59), dann UHF (NL2 K 47, NL3 K44) wohl sehr wahrscheinlich Smilde, dann VHF Smilde NL1 K6), ganz unten dann UKW wohl auch Richtung Lingen. Die UKW-Antenne ist ein seltsames Modell.

Nachtrag: die empfangenen Sendestandorte könnten auch MS-Baumberge und Markelo gewesen sein, wenn ich mir die Lage des Bahnhofs auf Google Maps anschaue. Die Ausrichtung der UHF für Deutschland ist parallel zur Straße, die vor dem Bahnhof verläuft (von Nordwest nach Südost).



Antennenanlage Zwolle

Bild 2

von Zintus - am 15.04.2016 18:51
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