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Winnie2, CBS, Manfred Z, Funker1, HansEberhardt, andimik, janosch79 (Ex.w_weinmann), PEQsche, freiwild, Basic.Master

ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Startbeitrag von freiwild am 18.09.2013 12:33

Ich halte es für Quatsch, dieses Thema weiterhin unter der "xyz vor dem Aus"-Überschrift zu behandeln.

PM der ARD
Zitat

Bremen (ots) - Die ARD plant, beginnend ab dem Jahr 2017, auf DVB-T2 umzusteigen. Der Umstieg soll bis 2020 abgeschlossen sein. Darin sieht die ARD den richtigen Entwicklungsschritt, um die Fernsehterrestrik auch in Zukunft zu sichern. Für den öffentlich-rechtlichen Senderverbund ist die terrestrische Verbreitung ein strategisch wichtiger und nutzerfreundlicher Verbreitungsweg. Anders als bei der Kabel- oder Satellitenverbreitung ermöglicht die Terrestrik allen Nutzern, öffentlich-rechtliche Programme stationär, mobil und ohne Zusatzkosten zu empfangen. Zudem würde der Umstieg auf DVB-T2 dazu führen, dass die Sender deutlich verringerte Verbreitungskosten hätten.
"Uns ist es wichtig, dass jede und jeder überall und mit möglichst geringem technischen Aufwand und geringen Kosten unsere Programmangebote sehen kann. In dieser Hinsicht ist die Terrestrik noch immer weit vorne und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben", sagte der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Lutz Marmor.
DVB-T ist bislang der einzige Verbreitungsweg, über den Zuschauerinnen und Zuschauer die Fernsehangebote verlässlich mobil nutzen können. Zudem könnten einige Programme mit dem Umstieg auf DVB-T2 in hochauflösendem HDTV übertragen werden. Die Terrestrik trägt dazu bei, dass vielfältige Verbreitungswege erhalten bleiben. Dies verringert die Abhängigkeit der Programmanbieter und Nutzer gleichermaßen.
Ein Umstieg auf DVB-T2 ist jetzt aus Sicht der ARD auch deswegen der richtige Schritt, weil es vollständig konvergente Technologien für die Verbreitung von Rundfunkinhalten und den Mobilfunk in der Praxis erst langfristig geben wird. Und auch dafür bietet DVB-T2 eine gute Ausgangsposition.
Um die DVB-T2 Migration erfolgreich durchführen zu können, ist für die ARD die Planungssicherheit im Frequenzbereich unabdingbar. In diesem Zusammenhang setzt sich der öffentlich-rechtliche Senderverbund dafür ein, die 700 MHz-Frequenzen mindestens bis zum Ende der Umstiegsphase 2020 zu erhalten.


PM des ZDF
Zitat

Mainz (ots) - Das ZDF plant, die terrestrische Verbreitung seiner Programme ab 2017 auf DVB-T2 umzustellen. Mit dem neuen Standard können deutlich mehr Programme übertragen werden. Das gesamte ZDF-Bouquet wäre dann, wie beim Satelliten und dem digitalen Kabel, rund um die Uhr empfangbar. Derzeit müssen sich etwa der KiKA und ZDFneo einen Kanal teilen. Diese Planung setzt voraus, dass die Verbreitungskosten für die digitale Terrestrik im Zuge der Umstellung deutlich sinken.
ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut erklärte dazu am Mittwoch, 18. September 2013, in Mainz: "Wir stehen zum digitalen Antennenfernsehen. Dieser Übertragungsweg bietet eine verbraucherfreundliche und kostenfreie Alternative für TV-Inhalte auch auf portablen und mobilen Geräten. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es zu erhalten und durch den Umstieg weiter zu stärken. Der Systemwechsel bringt außerdem deutliche Qualitätsverbesserungen."
Über das digital terrestrische Antennenfernsehen DVB-T werden die Programme des ZDF für den Zuschauer kosten- und barrierefrei, technisch einfach, portabel und unabhängig von Interessen Dritter verbreitet. Nach dem aktuell veröffentlichten Digitalisierungsbericht 2013 liegt der Nutzungsanteil von DVB-T bei 11 Prozent, in Ballungsgebieten sogar bei über 20 Prozent.
Wegen der höheren Leistungsfähigkeit ist DVB-T2 nicht abwärtskompatibel zu DVB-T. Die Zuschauer müssen entsprechend ihr Empfangsgerät einmalig umrüsten. Davon abgesehen bleibt der terrestrische Empfang weiter kostenlos.
Für die Realisierung des Umstiegs braucht der Rundfunk Planungssicherheit bezüglich der Verfügbarkeit der Frequenzen. Deshalb hat das ZDF dem überraschenden Plan der Bundesnetzagentur, das für die Rundfunkverbreitung wichtige 700-MHz-Band bereits 2015 zu versteigern und ab 2017 dem Mobilfunk für eine Nutzung zur Verfügung zu stellen, deutlich widersprochen. Eine veränderte Nutzung des 700-MHz-Bandes kann aus Sicht des ZDF frühestens ab 2020 erfolgen.

Antworten:

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

ARD und ZDF planen das, ja. Die KEF muss das allerdings noch absegnen und die dafür notwendigen Geldmittel bewilligen.

von Winnie2 - am 18.09.2013 12:42

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

...und wieder 5t Elektroschrott.....
:(

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 18.09.2013 12:44

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Ich bin übrigens auch erleichtert, dass dem Vorstoß, das 700MHz-Band an die Mobilfunker zu verscherbeln, von Landesebene (die Länder müssten dem im Bundesrat erst mal zustimmen) vor einigen Monaten heftiger Gegenwind entgegen kam.

Gibt es eigentlich nicht jetzt schon viele Flachbildfernseher, die DVB-T2 bereits können? Denn dann würde sich der Elektroschrott noch in Grenzen halten.

von PEQsche - am 18.09.2013 12:48

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Nein, selbst in Österreich sind das nur ganz wenige (hochpreisige) ...

"Quad-Tuner" heißt es dann ..

von andimik - am 18.09.2013 12:51

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Falls man HEVC anstatt H.264 benutzen sollte, dann sind auch aktuelle Fernseher mit DVB-T2 in dem Punkt wertlos. Naja, mal abwarten....von mir aus könnte man ruhig früher mit DVB-T2 und H.264 anfangen.

von Basic.Master - am 18.09.2013 13:07

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Ob man dann wohl einen DVB-T2-Fernseher mit H.264 dann auf HEVC(H.265) per Softwareupdate hochrüsten kann, dürfte auch eine Frage sein. Aber welcher Hersteller bietet dann auch das an?
Notfalls auch gegen eine kleine Servicepauschale. Das wäre zumindest ein Punkt wo unsere übriggebliebenen Nobelmarken wie Metz und Loewe punkten könnten - sofern es sie dann noch gibt.

von HansEberhardt - am 18.09.2013 13:59

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Zitat
HansEberhardt
Ob man dann wohl einen DVB-T2-Fernseher mit H.264 dann auf HEVC(H.265) per Softwareupdate hochrüsten kann, dürfte auch eine Frage sein.


Die Videodecoder sind bei nahezu allen TV-Geräten fest in Form eines speziellen Silizium-Chips gegossen. Ein neuer Videocodec per Softwareupdate ist praktisch unmöglich.
Es lassen sich meist nur Funktionen mittels Softwareupdate ergänzen welche nicht so viel Rechenleistung benötigen.

von Winnie2 - am 18.09.2013 14:08

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Wenn man schon jetzt den deutlich effizienteren HEVC Codec zur Verfügung hat, sollte man diesen auch einsetzen. Frankreich plant es auch so.

von CBS - am 18.09.2013 14:09

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Nicht nur Frankreich, sonder auch Italien.

Von daher wird es 2017 entsprechend geeignete Geräte geben.

von Winnie2 - am 18.09.2013 14:13

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Die hier gestellten Fragen sind doch schon am 6. September auf dem PTKO-Presseforum zum Thema "Zukunft der Terrestrik" beantwortet worden.

Auf der Website des PTKO-Presseforums gibt es inzwischen zwei Redemanuskripte und eine Präsentation:

• Einleitende Rede von Lutz Marmor, ARD-Vorsitzender

• Rede von Dr. Willi Steul, Deutschlandradio, zur Situation des Digitalradios

• Präsentation von Dr. Andreas Bereczky, ZDF, zur Zukunft des terr. Fernsehens (DVB-T2)

http://ptko-presseforum.de/agenda.html

Aus der Präsentation von Dr. Bereczky:

Zitat

Die Zukunft von DVB-T

DVB-T durch Umstieg auf DVB-T2 zukunftsfähig weiterentwickeln:
• Kostenfrei, technisch einfach.
• Referenzweg des unverschlüsselten und diskriminierungsfreien Empfangs.
• Stationär, portabel und mobiler Empfang wie bei DVB-T erhalten.
• Attraktivität steigern (Angebot, Qualität,…).

>>> Terrestrische Fernsehverbreitung aufrechterhalten!


Zitat

Umstieg von DVB-T auf DVB-T2

Übergang von DVB-T zu DVB-T2 ab 2017/18:
• mit kurzem Simulcast und unter Nutzung des 700 MHz-Bandes.
• mit effizientester Videocodierung HEVC.
• DVB-T2-Parameter mit ca. 22 Mbit/s.
• nach dem Umstieg wäre ab 2020/21 ggf. eine Nutzungsänderung des 700-MHz-Bandes möglich.

>>> Max. Effizienzgewinn durch DVB-T2/HEVC


Zitat

Zeitplan für die Konvergenz der Netze

Kurzfristig:
• Konvergenz auf dem Endgerät. Smartphones und Tablets mit integriertem Rundfunkempfänger wären wünschenswert.

Mittelfristig (ab 2017/18):
• Umstieg auf DVB-T2/HEVC.

Langfristig (frühestens 2023):
• Konvergenz von Mobilfunk- und Rundfunknetzen durch neue technische Lösungen vorstellbar (Overlay, 5G, ...).
Breitband- und Rundfunkinhalte über rundfunktypische Sendernetzstrukturen.


Aus weiteren Statements der letzten Tage geht hervor, dass HD auf 1080p50 umgestellt werden soll.

Beim DVB Project geht man davon aus, dass HEVC 2015 auf breiter Front serienreif ist.

von Manfred Z - am 18.09.2013 16:44

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

DVB-T2 Parameter mit 22 Mbit/s und dann 1080p50? Damit dürfte auch mit HEVC nicht gerade viel Programme auf einen Mux passen. Programmäßig Status Quo also? 22Mbit/s sind aber sehr robuste Parameter. Gibt es eigentlich Erfahrungsberichte hier über die Verwendung von Freeview's QAM256 in UK?

von CBS - am 18.09.2013 19:12

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

Es ist natürlich auch vorstellbar, dass 1080p50 nur für Satellit vorgesehen ist und in der Terrestrik nur 720p50 kommt (oder doch interlaced 1080i) - mit 5 Programmen in HEVC pro Mux.

von Manfred Z - am 18.09.2013 19:34

Re: ARD & ZDF steigen ab 2017 auf DVB-T2 um

na fein..ein Lichtblick mit 1080p!

Also m.E.sind zB alle Panasonic-Gurken ab GW20 DVB-T2 fähig.

von Funker1 - am 18.09.2013 19:50
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