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Radiowecker stört Flugfunk

Startbeitrag von Marc_RE am 11.10.2013 11:58

In Dortmund hat ein defekter Radiowecker von Aldi den Flugfunk gestört und einen Einsatz der BnetzA ausgelöst.
http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/nachrichten/region/dortmund/Einsatz-der-Bundesnetzagentur-Dortmunder-Wecker-legt-Flugzeugfunk-lahm;art1330,1130109

Die 50 interessantesten Antworten:

Hauptsache mal wieder diesen billigen Mistkram gekauft. Dann weckt die Bnetza auch wenn der Wecker nocht programmiert ist :hot:

von Frankfurt - am 11.10.2013 12:06
Kann es sein das die ZF 10,7MHz oberhalb der eingestellte Frequenz liegt und damit WDR 2 99,2 gehört wird?

99,2+10.7 = 109.9 und liegt damit ziemlich im Bereich. Aber dass ein Wecker so stark auf dem Flugfunk stört verwundert mich schon ganz stark.

von Jassy - am 11.10.2013 12:19
Das geht ganz einfach, z.B. durch schwingende Verstärkerstufen. Wo genau er dann schwingt, hängt von diversen Dingen ab und kann nie genau bestimmt werden.
Um mehr zu wissen, müßte man ein defektes Exemplar untersuchen.

von Marc_RE - am 11.10.2013 12:30
Haha, den gleichen Radiowecker hatte ich sowie meine Mutter auch. Der Radiowecker störte das komplette FM-Band und zwar so stark, dass man selbst Langenberg (WDR2) trotz fast Sichtverbindung nicht mehr hören. Ich hätte damals auch nie gedacht, dass ein Radiowecker so sehr stören kann.

von pfennigfuchser - am 11.10.2013 13:16
Vielleicht auch hier mal wieder ein Schaltnetzteil?
Viel zu viel von diesem Schrott wird mittlerweile verkauft.

von Peter Schwarz - am 11.10.2013 13:30
Diese Schaltnetzteile sind eigentlich überall wahre Störmonster.
Nach einem halben Jahr gibts mehr und mehr Prasselstörungen auf den AM-Bändern.
Hier bei mir habe ich alle Netzteil mit neuen Elkos versehen lassen, seither ist Ruhe.
So ein Netzteil-Elko ist mit grade mal 1000 Betriebsstunden garantiert, alles andere istz Glückssache.
Heisst : nach 1,5 Monaten ist so ein Netzteilelko im Schaltnetzteil schon mal raus.
Als ich nach einem Praseln auf MW suchte, fand ich das Netzteil meines Webradios. 1 Jahr alt, knarrte aber wie wild.
Eine Beule im Elko zeigte : "Bin fertig".
Schrott, wie gesagt.
Gut, dass die BNETZA herumfährt und diesen China-Scheiss endlich stillegt.

von sup2 - am 11.10.2013 14:42
Do-Berghofen? Wahrscheinlich packt der Wecker den HF-Müll vom Sender Schwerte nicht und reagiert ein wenig überdreht :joke:

von ardey.fm - am 11.10.2013 14:58
Zitat

Stefanie Karnat musste noch versichern, dass sie das Gerät ordnungsgemäß entsorgt und auf keinen Fall mehr anschließt. Sie hat dem zugestimmt.


Warum? Laut Aussage hat der Aldi-Wecker ein TÜV-Siegel. Ich hätte mir das von der BNetzA erstatten lassen.

von Schwabinger - am 11.10.2013 17:23
Du scheinst nicht zu wissen, was diese Prüfsiegel aussagen.
Am Tag des Testes war das zur Vorführung bestimmte Gerät technisch im aktuellen zur Zeit gültigen Rahmen einwandfrei.

Das sagt nicht über die alles Weitere aus. Du lebst in einem Land, wo zwar alles belegt, jedoch nichts der Wahrheit entspricht. Mach mal den TÜV-Prüfer deiner Rostlaube dafür verantwortlich, dass zwei Tage nach dem TÜV die Bremsen abfallen. Am Tag der Prüfung war alles in Ordnung. Den Rest an Risiko, also alles, trägst DU selbst. Du bist verpflichtet, morgens einmal ums Auto zu rennen und zu schauen, das alles in Ordnung ist. DU, und sonst niemand, ist belangbar.

von sup2 - am 11.10.2013 17:50
Zitat
Jassy
Kann es sein das die ZF 10,7MHz oberhalb der eingestellte Frequenz liegt und damit WDR 2 99,2 gehört wird?

99,2+10.7 = 109.9 und liegt damit ziemlich im Bereich. Aber dass ein Wecker so stark auf dem Flugfunk stört verwundert mich schon ganz stark.


[OT und klugscheiß zu den Begrifflichkeiten ;-) ]
Du meinst den Lokaloszillator mit der 109,9 MHz. Die ZF liegt bei 10,7 MHz.

von WiehengeBIERge - am 11.10.2013 18:00
Zumal auf 109,9 MHz ja auch gar kein Sprechfunk stattfindet (das geht meines Wissens erst ab 117 MHz los)

von WiehengeBIERge - am 11.10.2013 18:23
Die Silikontitten aus Frankreich hatten auch ein TÜV-Siegel...
Und der Grundig music boy in der Küche hat sogar ein DBP/Z-Zeichen aufgedruckt - und sendet trotzdem mehr als 50m weit. Der dürfte nach oben sendend auch mehr als 50m schaffen...
Allerdings ist er immer auf 96.7 (+10.7=107.4) eingestellt und dürfte somit nur deltaradio-Hörer stören...

von iro - am 11.10.2013 18:24
Zitat
WiehengeBIERge
Zumal auf 109,9 MHz ja auch gar kein Sprechfunk stattfindet (das geht meines Wissens erst ab 117 MHz los)


Ja, auf 108.65 wäre aber z.B. das Flug-Funkfeuer vom Flughafen DO-Wickede. Auf 109.x ist auch noch irgendein VOR aus der Region. Falls die gute Frau WDR2 gehört hat (?), wäre allerdings auch die 87.8 denkbar.

Weitere Frequenzen des Dortmunder Flughafens wären:
121,825 Dortmund GROUND
125.125 Dortmund ATIS
130.250 Dortmund EUROWINGS
130.850 Dortmund APT
134.175 Dortmund TWR

von ardey.fm - am 11.10.2013 19:06
Ja, aber wie schon gesagt, ich denke™ eher nicht, dass der Lokalsoszillator das Problem ist, die gelangen bei modernen Radios kaum in nennenswerter Stärke an die Antenne oder anderswo nach Außen. Eher schwingende Verstärkerstufen.
Der genannte Radiowecker macht diese Störungen ja im originalzustand auch gar nicht, wie man den Berichten entnehmen kann. Erst ein bestimmter Defekt (der wohl recht leicht entsteht bei dem Gerät) macht das Ding zur Störschleuder.

von WiehengeBIERge - am 11.10.2013 19:15
Nabend,

ist denn bekannt, welche Frequenz gestört wurde?
Dortmund Tower liegt nach [1] auf 122,5 MHz, abzüglich einer ZF von 10,7 MHz landet man bei 111,8, was nicht im Rundfunkband liegt. Weitere 10,7 MHz abgezogen würde man bei 101,1 MHz, dann würde die Dame aber den Tower als Spiegelfrequenz empfange und auf dieser Frequenz sind im 100 km Umkreis nur Funzeln [2]. Alles sehr misteriös.

Beste Grüße, Marek

[1] http://www.spitz-online.de/funk.htm
[2] http://www.fmscan.org/main.php?f=101.1&area=100&gmap=1&m=m

von Bruder_M - am 12.10.2013 18:52
Mich wundert es ja, dass die Herren von der BNetzA das Stück Elektroschrott nicht gleich mitgenommen haben. Wenn die freundliche Frau Karnat das Gerät zum städtischen Wertstoffhof bringt, oder bei der nächsten Sperrmüllsammlung vor die Tür legt, kann es leicht sein, dass diese HF-Schleuder einen neuen Nutzer findet ("Kuck mol Eckhaart, der geht doch noch!"). Aber es ist schon krass mit diesem Billig-Zeugs. Da sollte man den Importeuren viel genauer auf die Finger schauen. Normalerweise müssten der Hersteller oder der Importeur die Kosten der Entstöreinsätze tragen.

von dlf-fan - am 12.10.2013 21:11
Zitat

Aber es ist schon krass mit diesem Billig-Zeugs. Da sollte man den Importeuren viel genauer auf die Finger schauen. Normalerweise müssten der Hersteller oder der Importeur die Kosten der Entstöreinsätze tragen.

Wieso? Im nicht defektem Zustand macht das Gerät ja den Beiträgen nach keine Flugfunkstörungen...

von WiehengeBIERge - am 13.10.2013 06:45
Grundsätzlich ist der *Betreiber der Anlage* für die ordnungsgemäße Funktion verantwortlich.
Gehen von dieser Anlage (in diesem Fall dem Radiowecker) Störungen aus, so hat der Betreiber die Kosten für den Einsatz und die Beseitigung der Störungen zu tragen.
Die BNetzagentur lässt sich nicht von Pontius zu Pilatus (womöglich noch ins Ausland) verweisen, sondern hält sich, wie gesagt, an den, der das schadhafte Gerät jetzt benutzt.
Wenn der Betreiber (hier Käufer des Radioweckers) meint, der Hersteller müsse für die Kosten aufkommen, weil er/sie ja für teure 9,90 Euro
ein Gerät mit Siegel etc. erworben hat, so kann er/sie sich mit diesem in Verbindung setzen. Wird dann wohl auf einen Prozess hinauslaufen.
Die gute Frau hat also Glück gehabt, dass jetzt der Steuerzahler für den Einsatz aufkommt.
Bei aus dem Ausland mitgebrachten Geräten (ohne CE-Zeichen) dürfte die Sache anders aussehen

von Jürgen Martens - am 13.10.2013 07:28
Zitat
sup2
So ein Netzteil-Elko ist mit grade mal 1000 Betriebsstunden garantiert, alles andere istz Glückssache.
Heisst : nach 1,5 Monaten ist so ein Netzteilelko im Schaltnetzteil schon mal raus.


Das ist totasler Unsinn! In die Welt gesetzt von Leuten, die keine Datenblätter lesen können.
Die Angabe der Lebensdauer bezieht sich auf das Unterschreiten der Toleranz bei Nenntemperatur. Also bei 85°C oder 105°C für Consumergeräte. So heiß wird es aber in keinem Gerät, daher verlängert sich diese Zeit drastisch. Desweiteren gibt es auch Elkos, die mit weitaus mehr als 2000 Stunden, 1000 müßte absolute Schrottware sein, spezifiziert sind.
Im Normalfall ergibt sich damit eine Lebensdauer von ettlichen Jahren oder Jahrzehnten.

Zitat
Schwabinger
Laut Aussage hat der Aldi-Wecker ein TÜV-Siegel. Ich hätte mir das von der BNetzA erstatten lassen.

Warum? Die BNetzA ist nicht der TÜV, dieses Siegel hat der Hersteller anbringen lassen, nicht die Frau. Außerdem sagt dieses Siegel nichts über eventuelle Störungen aus. Geprüfte Sicherheit bedeutet lediglich, daß der Benutzer nicht tot umfällt, wenn er das Gerät berührt und es nicht an spontaner Selbstentzündung leidet.

Den ganzen Rest haben sich die Leute selbst zuzuschreiben. Schön billig muß es sein, und wenig Energie verbrauchen. Und schon haben wir Schaltnetzteile mit Billigelkos. Die sind sparsam, das freut die Grünen, und schnell kaputt, schließlich kann der Hersteller an dem Billigzeugs nicht viel verdienen. Dann schnell auf zum Kaffeeröster, Hifi-Geräte kaufen.

von Marc_RE - am 13.10.2013 09:21
Hallo,
ich habe noch einmal ein wenig recherchiert und halte es danach für sehr unwahrscheinlich, dass der Radiowecker den Sprechfunkverkehr in Dortmund gestört hat. Wenn die Störung einer Flugfunkfrequenz durch eine 10.7 MHz oberhalb der UKW-Empfangsfrequenz liegende Oszillatorstörstrahlung des Weckers verursacht wurde, so kann das nur den Bereich von ca. 108 bis 119 Mhz betreffen, wobei Sprechfunk nur in letzten Megahertz oberhalb von 118 Mhz durchgeführt wird. Somit dürfte der Wecker allenfalls eine der drei in Dortmund infrage kommenden Navigationsfrequenzen gestört haben. Die Einzige m.E. denkbare Störkonstellation ergibt sich aber nur in Verbindung mit der ILS-Funkbake ( ILS = Instrument Landing System ) für Anflüge aus westlicher Richtung,.Sie arbeitet auf 109.15 MHz und der Oszillator eines UKW-Radios wird dann auf dieser Frequenz schwingen, wenn es auf etwa 109,15 - 10,7 = 98,45 Mhz eingestellt wurde, wobei die Senderliste in diesem Bereich die Station "Radio Bochum" aus Bochum-Grumme auf 98.5 MHz verzeichnet.

Klaus

von klausklaus - am 13.10.2013 13:41
Bei meinem Radiowecker (Markengerät von Sony) tritt in seltenen Fällen der umgekehrte Fall auf. Der Flugfunk stört den UKW-Empfang meines Radioweckers.

von Winnie2 - am 13.10.2013 14:37
Ich denke ohne genauere Untersuchung des Schadhaften Gerätes ist das nur ein reines Rätseln.
Man müsste das Schadhafte Gerät mal genauer in einer HF-Messzelle Analysieren.

von _Yoshi_ - am 13.10.2013 15:00
Zitat
Winnie2
Bei meinem Radiowecker (Markengerät von Sony) tritt in seltenen Fällen der umgekehrte Fall auf. Der Flugfunk stört den UKW-Empfang meines Radioweckers.


Das ist natürlich auch möglich und sicher ein häufiger vorkommender Dreckeffekt, als eine Störung des Flugfunkdienstes. Bei einem von 87.5-108 MHz abstimmbaren UKW-Radio ergibt sich in der Regel ein Spiegelfrequenzbereich von 108.9 bis 129.4 MHz, womit bei ausreichender Feldstärke auch zwischen 118 und 129.4 Mhz ausgesandte Sprechfunksignale im Radio hörbar werden können.

Eine gesundheitliche Gefahr geht von der möglichen Oszillator-Störstrahlung eines z.B. neben dem Bett stehenden UKW-Radios nicht aus. Dazu sind die Leistungen zu gering. Im ungünstigen Fall und z.B. bei mangelhafter Schirmung des UKW-Tunerbausteins kann die Störenergie aber durchaus ausreichen, um die Navigations- oder auch Sprechfunkanlage eines Flugzeuges z.B. bei Überflügen zu beeinflussen.

Klaus

von klausklaus - am 13.10.2013 15:03
Zitat
fatal error
Für einen Radiowecker ist es auch auffällig, daß er neben UKW und MW auch LW empfängt. Ob sich da etwas selbstständig gemacht haben könnte? Vielleicht war das Funkfeuer auf 357 kHz gestört?


Physikalisch betrachtet ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass das Gerät auf der Lang- bzw. tiefen Mittelwelle gesendet hat; Dafür ist die Antenne (Ferritstab o. ä.) einfach zu kurz.

von Natrium - am 14.10.2013 07:28
Da es sich bei dem Fall um NRW handelt, werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwas ganz anderes dahinter steckt. Vielleicht hatten welche die Hoffnung das es sich um ein DAB Radio handelt, und man wieder einen Grund hätte um gegen DAB publik zu machen.

von electroSMOG - am 14.10.2013 07:38
Zitat
electroSMOG
Da es sich bei dem Fall um NRW handelt, werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwas ganz anderes dahinter steckt.


Aber Bielefeld liegt doch 100 km weit weg von Dortmund ^.^

von Bruder_M - am 14.10.2013 07:46
Zitat
electroSMOG
Da es sich bei dem Fall um NRW handelt, werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwas ganz anderes dahinter steckt. Vielleicht hatten welche die Hoffnung das es sich um ein DAB Radio handelt, und man wieder einen Grund hätte um gegen DAB publik zu machen.


Das ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen.......Unsinn würde ich sagen.

von Skeletor - am 14.10.2013 07:50
Und dann wundern sich manche, wenn sie als "DAB-Fanatiker" beschimpft werden.

von Alqaszar - am 14.10.2013 07:53
Zu den Kosten: Zumindest bei diversen Funkdiensten wie dem Amateurfunkdienst ist es so, dass die nicht einem individuellen Verursacher aufgebrummten Kosten über eine Abgabe den Frequenzzuweisungsinhabern angelastet werden.
Ob das hier nun dem Flugfunkdienst oder dem Rundfunkdienst angelastet wird, weiß ich nicht, dazu können sich ja gerne die Rechtsexperten hier im Forum äußern ;-)
Der arme Steuerzahler bleibt aber möglicherweise außen vor.

Der Inverkehrbringer ist übrigens weder "Pontius" noch "Pilatus", sondern immer eine in der EU ansässige Rechtsperson. Auch sie könnte also heran gezogen werden (wobei durch die Betreiberhaftung hier eine eigentlich unvertretbare Abwälzung auf den Endverbraucher und damit den zivilrechtlichen Weg stattfindet).

Nochmal zur Technik:
- Zur Störung von Flugfunk reichen natürlich wenige mW Leistung aus.
Dass sowas z.B. durch einen Schaltregler passiert, kann ich mir aber nicht vorstellen. Da muß schon eine HF-Stufe schwingen, oder ein Oszillatorsignal ungefiltert an eine Antenne (kann auch eine als Antenne wirkende Leitung sein) gelangen.
Da entsteht auch keine gesundheitliche Gefährdung. Eine Feldstärke von 27,5 V/m ist bei Dauerexposition die medizinisch anerkannte Grenze, ab der es bedenklich wird (da sind aber Sicherheitsaufschläge dabei). Bei einem 50cm entfernt aufgestellten Radiowecker wären dazu ca. 10 W Strahlungsleistung nötig. In dem Fall hätte heutzutage wohl die GSG9 das Schlafzimmer gestürmt :D

- Wenn ein Radio Flugfunksignale (eines intakten Flugfunksenders) wiedergibt, spricht man nicht von Störung durch Flugfunk, sondern von störender Beeinflussung des Radios. Ursache: Unzureichende Störfestigkeit (EMV!) bzw. hier eher Großsignalfestigkeit (HF-Parameter) des Radios. Oder untechnisch ausgedrückt: Billigschrott.

von DH0GHU - am 14.10.2013 08:49
Vermutlich Großsignalfestigkeit beim Radiowecker. Bei UKW-Radios ohne Anschlussmöglichkeit für externe Antennen gelten deutlich laschere HF-Anforderungen.

von Winnie2 - am 14.10.2013 11:34
Etwas OT, aber vielleicht doch ganz interessant ist auch folgende ( bestätigte ) Geschichte, bei der das Navi in einem Fahrzeug immer dann aussetzte, wenn im Autoradio ein bestimmter UKW-Kanal eingestellt wurde. Für die betroffene Frequenz von 94.3 Mhz ergab sich dabei folgende Kalkulation: ( 94.3 + 10,7 ) * 15 = 1575 MHz, was der GPS-Mittenfrequenz 1575.42 MHz sehr nahe kommt. Bei schlechter Dimensionierung oder mangelhafter Abschirmung kann der Oberwellenanteil eines um 105 MHz arbeitenden UKW-Empfängeroszillators dabei durchaus bewirken, dass er den Empfang der immer nur sehr schwach einfallenden GPS-Satellitensignale blockiert.

Klaus

von klausklaus - am 14.10.2013 12:13
Zitat
Alqaszar
Und dann wundern sich manche, wenn sie als "DAB-Fanatiker" beschimpft werden.

:spos: Da kann ich auch einfach nur noch den Kopf schütteln...

von Rosti 2.0 - am 14.10.2013 14:24
Dieser Radiowecker, wäre die Lösung überhaupt um hier in Lohmar einigermaßen gut durch schlafen zu können!! :cool:

von Rheinländer - am 14.10.2013 14:28
Wenn du bei navigationslosen Flugzeugen ruhiger schlafen kannst...:rolleyes:

von Japhi - am 14.10.2013 17:50
Hier die Bedienungsanleitung von dem Flugfunkstörer
http://download1.medion.com/downloads/anleitungen/md7689.pdf

Es handelt sich um das Lifetec LT-7689.

von _Yoshi_ - am 14.10.2013 17:58
Zitat
Japhi
Wenn du bei navigationslosen Flugzeugen ruhiger schlafen kannst...:rolleyes:

Noch nie etwas von Landelichtern gehört? Man kann auch ohne Navi fliegen

von Rheinländer - am 14.10.2013 18:15
In unserem Land kann ich mit inzwischen fast alles vorstellen. Und indirekt als DAB Fanatiker beschimpft zu werden ist sicher nicht zu halten. Immerhin lässt sich nicht jeder an seinem Neuwagen! ein Loch ins Dach bohren um eine zweite Antenne für das Blaupunkt Bremen zu installieren! Und das nur um perfekten UKW Empfang zu haben. Man könnte auch sagen das die, die andere als DAB Fanatiker bezeichnen eventuell auch eine gewisse Nähe zu Medien haben die dab mir allen Mitteln versuchen zu verhindern.

von electroSMOG - am 14.10.2013 19:59
Welches Bauteil ging den bei diesem Wecker konkret kaputt, damit er zum Störsender wurde? Warum merkt eigentlich der Benutzer nichts davon? Wenn zum Beispiel bei einem Audionempfänger die Rückkopplung zu weit aufgedreht wird und das Gerät zum Sender wird, merkt man das sehr wohl. Gleiches gilt auch für UKW-Pendelempfänger.

Wie hoch dürfte eigentlich die abgestrahlte HF-Leistung eines solchen defekten Weckers sein, damit er den Flugfunk stören kann? Man darf ja nicht vergessen, daß der Wecker in einem geschlossenen Raum steht, die Antenne bestimmt nicht optimal abstrahlt, in der Decke Metallteile enthalten sein könnten und das Flugzeug einige hundert Meter entfernt ist.

von Wellenschneider - am 15.10.2013 14:01
Er könnte auch unter einem wenig dämpfenden Ziegeldach mit nichtmetellischer Isolierung betrieben worden sein. Es könnte auch irgendwas strahlen, was den Empfang des nächsten Ortssenders nicht beeinträchtigt. Wir wissen auch nur, was die Medien darüber berichtet haben. Kannst Du alles nachlesen.
Ca. 10 µW EIRP genügen, um an einem Flugzeug in ca. 1 km Entfernung den Pegel der für Flugfunkempfänger gültigen Mindestsignalstärke zu erreichen...

von DH0GHU - am 15.10.2013 14:21
Zitat
Marc_RE
Zitat
sup2
So ein Netzteil-Elko ist mit grade mal 1000 Betriebsstunden garantiert, alles andere istz Glückssache.
Heisst : nach 1,5 Monaten ist so ein Netzteilelko im Schaltnetzteil schon mal raus.


Das ist totasler Unsinn! In die Welt gesetzt von Leuten, die keine Datenblätter lesen können.
Die Angabe der Lebensdauer bezieht sich auf das Unterschreiten der Toleranz bei Nenntemperatur. Also bei 85°C oder 105°C für Consumergeräte. So heiß wird es aber in keinem Gerät, daher verlängert sich diese Zeit drastisch. Desweiteren gibt es auch Elkos, die mit weitaus mehr als 2000 Stunden, 1000 müßte absolute Schrottware sein, spezifiziert sind.
Im Normalfall ergibt sich damit eine Lebensdauer von ettlichen Jahren oder Jahrzehnten.



Es spielt die Temperatur, tatsächliche Spannung der Ripplestrom eine Rolle. Letzterer bewirkt eine Erwärmung durch ständige Stromflüsse über den parasitären ESR. Je niederfrequenter, umso höher wird dieser gewichtet.

Für jede 10K Abweichung von den 85 bzw. 105 °C verdoppelt/halbiert sich die Lebensdauer. Wird also ein 85°C 1000h Elko bei tatsächlichen 35 °C betrieben, so wären theoretisch dann hier 32k Stunden, also über 3,5 Jahre möglich.
Für die vollständige Berechnung der geplanten Lebensdauer gehört noch mehr, würde aber hier den Rahmen sprengen. Ich bin in der Entwicklung tätig, wo von Geräten jeweils mehrere Mio verkauft werden und beim Kunden in der Regel > 10 Jahre genutzt werden. Daher kenne ich den Aufwand, mit dem Kostendruck und der Forderung, die Lebensdauer solcher typ. Schwachstellenbauteile unter den geforderten Bedingungen sicherzustellen. An der falschen Stelle gespart würde nur die Boulevard-Medien wieder in ihre Auffassung geplanter Lebendauer bestärken.
Wir wollen den Verkauf der Geräte nicht dadurch forcieren, in dem Absatzzahlen durch eingebaute Haltbarkeiten erzwungen werden, sondern durch innovative Technik und Qualität Kunden gewinnen/behalten.
Kurzlebige Billigmarken, die den Markt mit ihrem Ramsch überschwemmen, haben da allerdings andere Ziele, Absichten und Geschäftspraktiken.

von Radio_DDR - am 15.10.2013 18:49
Zitat
DH0GHU
Ca. 10 µW EIRP genügen, um an einem Flugzeug in ca. 1 km Entfernung den Pegel der für Flugfunkempfänger gültigen Mindestsignalstärke zu erreichen...

Hmm. Funkfelddämpfung bei 120 MHz u. 1 km beträgt ca. 74 dB.
Sendeleistung -20 dBm - 74 dB = -94 dBm. -94 dBm wäre also der Mindestempfangspegel bei Funkgeräten.

Wie würde das in meinem Fall aussehen? Flugfunk des Flugzeuges stört den Empfang meines Radioweckers.
Sendeleistung Flugfunk 10 Watt = 40 dBm. Entfernung der Flugzeuge ca. 2 km Luftlinie (Luftkorridor) = 80 dB Übertragungsdämpfung
Pegel des Flugfunks an Antenne meines Radioweckers.
40 dBm - 80 dB = -40 dBm
Wären also so 100 Nanowatt mit denen das Signal des Flugfunks ankommt.

von Winnie2 - am 15.10.2013 19:18
Naja ich hab gerundet. -93 dBm sagt die Norm ;)

-40 dBm: Dein Radio empfängt Signale Muss also fast schon stören ;).

von DH0GHU - am 15.10.2013 19:24
Ich vermute, daß der Defekt durch einen Schaden an einen keramischen HF-Kondensator entstanden ist und nicht an einen Elko. Wie groß ist die Haltbarkeit dieser Objekte?

von Wellenschneider - am 16.10.2013 15:44
Lang ist es her, das wieder was in den Medien gezeigt wurde das ein Radiowecker den Flugfunk gestört hatte. Heute in WDR Aktuell 21,45h gesehen.

von DJ Taifun - am 26.04.2016 20:52
Ging auch letzte Woche hier durch die Presse: http://www.derwesten.de/staedte/witten/wittener-uhrenradio-geht-piloten-auf-den-wecker-id11759499.html

Ca. 100 Stück davon werden pro Jahr aus dem Verkehr gezogen. langsam sollte man bei Medion da mal über einen Rückruf nachdenken.

von Marc_RE - am 27.04.2016 06:20
Da muss man ja wirklich Angst um seine Gesundheit haben, wenn man wüsste, dass der Radiowecker so stark strahlt, dass sogar Flugzeuge davon gestört werden.

von PhanTomAs - am 27.04.2016 10:02
So ein Quatsch.
Um im Flugzeug empfangen zu werden reicht eine Strahlungsleistung im Milliwattbereich. Das kannst Du Dir implantieren lassen ohne dass es Dir jemals schaden würde...

Andernfalls dürftest Du auch ein TV-Kabelnetz nutzen, die Dinger hatten auch schon reihenweise Flugfunk gestört.

von DH0GHU - am 27.04.2016 16:24
Und wer sich Handys oder DECT-Telefone ans Ohr hält, bekommt bereits ein Vielfaches der "Strahlung" (die ja keine Strahlung ist) ab, was aber eigentlich bekannt sein dürfte ;-).

von WiehengeBIERge - am 27.04.2016 18:35
Zitat
PhanTomAs
Da muss man ja wirklich Angst um seine Gesundheit haben.

Wenn das Flugzeug abstürzt, in dem Du sitzst, dann schon.....

von RolfS - am 27.04.2016 19:46
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