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Spacelab, Ihre Majestät, Köllepözer, DX-Matze, dxbruelhart, DH0GHU

Erfahrungsberichte: Reichweite und Internetradio über die KDG-Hotspots

Startbeitrag von Ihre Majestät am 30.10.2013 07:51

Kabel Deutschland macht ja kräftig Werbung für seine City-Hotspots. Bald soll es auch hier in Mainz losgehen. Wie sehen denn Erfahrungen von euch aus? Hat schon mal jemand einen solchen Hotspot ausprobiert? Wie hoch ist die Reichweite? Und: Ist Internetradio hören möglich, etwa via TuneIn? KDG-Kunden sollen diese Hotspots bald ja sogar rund um die Uhr ohne Aufpreis nutzen können, alle anderen dürfen nur eine halbe Stunde pro Tag kostenlos ran.

Antworten:

Ich kann nur vom City-Hotspot der Telekom reden. Dieser ist nämlich schon seit längerem in Saarlouis vorhanden. Hier darf man 60 Minuten pro Tag kostenlos OnLine gehen. Telekom Kunden brauchen zum dauerhaften WLAN Surfen einen speziellen Tarif wo die HotSpot Nutzung dabei ist. Ansonsten kann man pro Minute Zahlen oder sich einen 24 Stunden Pass für 4,95€ kaufen. Die Datenrate ist auf 3 MBit/s Download und 1 MBit/s Upload begrenzt. Man muss sich über eine vorgeschaltete Seite mit seinen T-Online Daten einloggen bzw. als Free-User die recht umfangreichen AGBs bestätigen. Es sind einige Angebote gesperrt und über den HotSpot nicht erreichbar. Das sind wie üblich die ganzen Filesharing Börsen wie eMule und Co. Aber auch zum UseNet konnte ich keine Verbindung aufbauen was schon recht seltsam ist. Skype ist zwar problemlos möglich verstößt aber, wie beim Mobilfunk auch, gegen die AGBs. :rolleyes: Außerdem unterzeichnet man mit der Bestätigung der AGBs auch eine "Fair Use Policy" die einen auf ISDN Geschwindigkeit drosseln kann. Leider steht nirgendwo bei wie viel MB diese greift.

In der Fußgängerzone und auf freien Plätzen funktioniert das mit dem Surfen recht gut. Beim Livestreaming gibt es hingegen öfters mal lange Aussetzer. Das Problem ist wohl der hohe Frequenzbereich des WLAN Signals. Geht man in ein Geschäft ist der Empfang weg. Sitzt man in der Altstadt ist trotz recht starkem WLAN Signal nur Livestreaming mit Aussetzern möglich. Keine Ahnung wieso. Hat man das Smartphone in der Hosentasche bricht andauernd der Empfang weg. Hole ich das Gerät heraus und halte es vor mich ist der Empfang super. Ein großes Problem ist auch das es nach einem Verbindungsabbruch recht lange dauert bis wieder Daten fließen. Also zum Surfen ist es gut, aber für Webradio ist es unbrauchbar.

von Spacelab - am 30.10.2013 09:26
Mich würde mal die Infratruktur interessieren. Ist das ein Netz mehrerer Antennen oder wird von nur einem Standort gesendet. Ich glaube kaum dass hier am Stadtrand noch was vom Mainzer City-Netz ankommen dürfte.

von Ihre Majestät - am 30.10.2013 09:42
Nur von einem Standort aus senden geht bei WLAN sowieso nicht. Dafür ist die maximal erlaubte Sendeleistung viel zu gering. Eine höhere Sendeleistung würde auch nichts bringen da sich in dem Frequenzbereich eh keine "In House" Versorgung bewerkstelligen lässt. Es sei denn man würde mit der Sendeantenne direkt vor dem Haus stehen. Außerdem ist WLAN zeitkritisch. Das heißt also irgendwann ist man zu weit vom Sender entfernt und die Signallaufzeit wird zu lang. Einen WLAN Sender auf ein Hochhaus zu stellen und dann mal fleißig rund strahlen zu lassen bringt nix. Das musste ich selbst schon leidvoll erfahren. Ich hatte mir extra für teuer Geld eine WLAN Außenantenne gekauft und am Antennenmast montiert. Das Ergebnis war das ich am Ende meines großen Gartens zwar jetzt satten Signalpegel hatte aber keine Verbindung aufgebaut werden konnte. Ich hab mir echt tagelang nen Wolf gesucht bis ich dann in einem Forum auf den entsprechenden Hinweis gestoßen bin.

Größere Reichweiten (theoretisch bis 48km) kannst du nur mit WiMAX überbrücken. Aber das können halt nur spezielle Geräte und diese Technik ist auch weniger für den individuellen Zugriff per Handy oder Laptop gedacht. WiMAX nutzt man um in entlegene Dörfer halbwegs schnelles Internet zu bringen oder als sogenannte "Bridge" um zwei Punkte direkt miteinender zu verbinden. Also quasi ein "virtuelles LAN Kabel". Wir hatten bei ZündFM für unsere Silvestersendung vor 2 Jahren ein WiMAX System benutzt da in der alten Fabrikhalle in der wir feierten sonst keine Internetverbindung für die Liveübertragung vorhanden war.

In Saarlouis wird nur der Innenstadtbereich mit WLAN versorgt. Dazu hat man, laut einem Artikel im örtlichen Lokalblatt, einen WLAN Sender aufgebaut und 5 Repeater verteilt. Wenn man die Repeater um den Sender herum verteilt geht es noch. Aber wenn man von Repeater zu Repeater hüpft wird es ganz übel. Mit jedem Repeater im Signalweg steigt nämlich die Pingverzögerung stark an und irgendwann ist dann der Ping so hoch das man nur noch eine Fehlermeldung bekommt weil das Empfangsgerät glaubt die Webseite wäre nicht erreichbar. Also quasi unbegrenzt ausbauen kann man ein WLAN Netz auch nicht.

von Spacelab - am 30.10.2013 10:38
@ Spacelab: Ich dachte, WiMAX ist praktisch tot, weil LTE quasi das System ist, welches WIMAX still und heimlich abgelöst hat.
Welche Geräte empfangen denn eigentlich noch WIMAX? Gibts da Smartphones oder Tablets, die das können? Gibts da spezielle Modems dafür?

von dxbruelhart - am 30.10.2013 22:03
So ein KD Hotspot ist bei mir in der Straße ein alter "Stromkasten" mit neuem Deckel, unter dem sich die WLAN Antenne befindet.
Im Wohnzimmer habe ich guten Empfang (Sichtkontakt), im Bad mangels Fenster nicht.
Ist also eher was für Kunden, die im (Straßen-) Café sitzen.

Internetradio habe ich noch nicht ausprobiert.

von Köllepözer - am 31.10.2013 08:25
Update:
Das Sangean Radio hat Empfang im Bad, nur das Iphone nicht.
Sobald ich meine Zugangsdaten parat habe, werde ich einen Stream testen.
Das klappt natürlich nur, wenn man dafür keinen Browser zum Login braucht.

von Köllepözer - am 31.10.2013 08:37
WiMAX war ursprünglich dazu gedacht größere Flächen mit schnellem Internet zu versorgen. Anders als bei LTE war die Reichweite aber wesentlich geringer. Um eine hohe Reichweite zu erzielen mussten die Empfänger eine Richtantenne besitzen. Mit den üblichen Dipol Antennen war die Reichweite ziemlich bescheiden. WiMAX Empfänger benötigen im Vergleich zu WLAN recht viel Strom. Das größte Problem ist aber das jeder Nutzer der eingeloggt ist einen Slot belegt. Egal ob er gerade Daten überträgt oder nicht. Es können sich also, wie bei WLAN auch, nicht unbegrenzt viele Geräte mit der Basisstation verbinden. Egal ob sie Daten saugen oder einfach nur eingeloggt sind und auf Stand-By stehen.

Es gab zwar einen "WiMAX Mobile" Standard der später erst dazu kam und es erlaubte während des Betriebes die Funkzelle zu wechseln. Außerdem waren, ohne hohen Antennenaufwand (Richtantenne mit eingebautem dynamischen Verstärker), Geschwindigkeiten bis 60km/h möglich. Allerdings sank im WiMAX Mobile Modus die maximale Datenrate enorm und die anderen Probleme (hoher Stromverbrauch und begrenzte Anzahl von Nutzern pro Zelle) blieben.

Tablets gab es keine mehr mit WiMAX Empfänger. Als die Geräte aufkamen war diese Geschichte schon durch. Smartphones gab es meines Wissens nur 2 mit WiMAX Empfänger. Das eine war ein HTC Evo und das andere ein Motorola Photon. Beide Geräte gab es aber nur für den amerikanischen Markt und dort auch nur bei einem Anbieter.

Für WiMAX werden spezielle Empfänger benötigt da der Frequenzbereich über dem von WLAN liegt. Der festgelegte Frequenzbereich bei WiMAX Mobile war 3GHz bis 6GHz. Das stationäre WiMAX wie es auch heute noch von verschiedenen Anbietern betrieben wird um nicht DSL Dörfer mit halbwegs schnellem Internet zu versorgen, liegt bei 10GHz. Der Kunde bekommt dann eine Richtantenne und ein externes Modem das er per LAN Kabel mit seinem PC oder WLAN Router verbinden kann. Vom Anbieter "Intersaar" weiß ich das die Installation kostenlos von einem Fachmann erledigt wird.

Die ITU hat WiMAX erlaubt im Frequenzbereich von 2GHz bis 66GHz zu funken. Im realen Leben beginnt man aber erst bei 3GHz um nicht mit WLAN oder Bluetooth ins Gehege zu kommen. Vor allem Bluetooth mit seiner "aggressiven" Modulationsart ist da gefährlich. Kommerzielle WiMAX Anbieter nutzen nur den 10GHz Bereich. Für Privatpersonen gibt es im Internet aber auch WiMAX Modems die im 24GHz Band funken. Diese sind aber nur für eine Punkt zu Punkt Übertragung (Bridge Modus) geeignet da sich Sende- und Empfangsstelle per Richtantenne genau ansehen müssen.

von Spacelab - am 31.10.2013 08:50
Zitat
Spacelab
Außerdem ist WLAN zeitkritisch. Das heißt also irgendwann ist man zu weit vom Sender entfernt und die Signallaufzeit wird zu lang. Einen WLAN Sender auf ein Hochhaus zu stellen und dann mal fleißig rund strahlen zu lassen bringt nix. Das musste ich selbst schon leidvoll erfahren. Ich hatte mir extra für teuer Geld eine WLAN Außenantenne gekauft und am Antennenmast montiert. Das Ergebnis war das ich am Ende meines großen Gartens zwar jetzt satten Signalpegel hatte aber keine Verbindung aufgebaut werden konnte. Ich hab mir echt tagelang nen Wolf gesucht bis ich dann in einem Forum auf den entsprechenden Hinweis gestoßen bin.

Das wundert mich nun, denn einige 100m gehen mit WLAN auf jeden Fall - und soooo groß wird Dein Grundstück nicht sein.
Praktisches Anwendungsbeispiel: z.B. versorgen die Funkamateure, die die UKW-Tagung (früher weinheim, heute Bensheim) ausrichten, das Caminggelände an der Amateurfunk-Clubstation bei Weinheim von einem WLAN-AP am Antennenmast, der vom "anderen Ende" des Campingplatzes sicher mehr als 200m entfernt ist. Das funktioniert (selbst beobachtet, nicht selbst genutzt) einwandfrei.
Auf der Nutzerseite kommen dabei ganz normale WLAN-Endgeräte, ggf. mit besserer Antenne, zum Einsatz.
In Deinem Fall könnte ich mir eher vorstellen, dass der WLAN-AP auf Deinem Antennenmast zu viele andere Signale empfangen hat, von denen Du im Garten garnichts gemerkt hast. Stichwort ALOHA-Effekt / Hidden Station Effect.

Ansonsten: Shared Media sind für zeitkritische und möglicherweise sogar datenvolumenreiche Anwendungen immer Schei***. Streaming funktioniert ja eh nur, weil man lange Verzögerungszeiten in Kauf nimmt, um lange genug Puffern zu können. Technisch ist das alles ein bischen Krampf.

Und: spätestens zuhause sollte man tunlichst nicht, z.B. aus Bequemlichkeit, auf öffentliche Hot-Spots zurück greifen. Das nimmt den Nutzern, die diese tatsächlich mobil nutzen, nur Bandbreite weg. Zuhause kann man sich sein eigenes WLAN einrichten, das dann auch kaum über die eigene Wohnung / eigene Mehrfamillienhaus ;) hinweg reicht. Und wenn man richtige LANs verlegen kann, noch besser. Die Endlichkeit der Kapazitäten bei Shared Media wird v.a. im 2.4-GHz-Band ja dauernd sichtbar.

von DH0GHU - am 31.10.2013 11:45
In meinem diesjährigen Urlaubsdomizil gab es ein flächendeckende WLAN-Hotspot-Netz im Nordzeepark Ouddorp/Niederlande. Allerdings wurde hier auf fünf Kanälen gesendet, die Reichweite betrug je 300 Meter. Die Antennen waren kleine weiße Kästchen, an einem Mast hingen bis zu drei von diesen, gerichtet in unterschiedliche Richtungen. In unserem Ferienhäuschen hatte ich drei der fünf Frequenzen empfangen, eine mit Top-Signal, die anderen grenzwertig. Die (kostenlose) Internetnutzung war mittelprächtig, vor allem abends war es doch sehr lahm, wenn alle im Netz rumhingen. Radio über TuneIn funktionierte dementsprechend auch nur tagsüber, abends setze das Signal dauernd aus.

von Ihre Majestät - am 31.10.2013 12:04
Naja es sind bei mir schon ein bisschen mehr als 200 Meter zu überbrücken gewesen. Aber natürlich spielt da der erhöhte Störnebel und der "Hidden Station Effekt" auch eine Rolle. Ganz klar. Damit haben ja diese City HotSpots auch zu kämpfen. Wenn ich mal mit nem WLAN Scanner durch die Fußgängerzone gehe weiß ich plötzlich warum an manchen Stellen der Telekom HotSpot so schlecht geht. Da kommen etliche WLANs aus den Häusern und Geschäften die auf dem gleichen Kanal oder dem Kanal direkt daneben senden.

von Spacelab - am 31.10.2013 12:13
Bei max. 100 mW TRP wird man nicht weit kommen. ;)
Die Router der Hotspots der Telekom sind zumeist modifizierte Linksys WRT54G.

von DX-Matze - am 31.10.2013 17:05
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