Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
15
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
ExKetscher, Matthias K., Wolfgang R, samum, Frankfurt, HansEberhardt, UKW vs. DAB+, Vorverstaerker, opti61, Stefan Heimers

Stabdipol oder normales Dipol an einem Baum ?

Startbeitrag von ExKetscher am 02.11.2013 08:08

Hallo,
ich hab mal wieder eine (vielleicht blöde) Idee... ich empfange derzeit die DAB-Muxe RLP, den Bundesmux und die beiden Hessenmuxe einwandfrei. Beim BW-Mux schafft es mein Empfänger gerade mal so auf "tuned", ganz selten auch mit Ton. Aktuell habe ich ein Stabdipol (nennt man das so ?) unter den Ziegeln angebracht. Da ich aus einem anderen Projekt zig Meter Koax-Erdkabel habe, hatte ich die Idee einen Stabdipol am anderen Ende meines Grundstücks an einem Baum anzubringen. Dort wäre er rund 30..40 Meter höher als aktuell. Geht das überhaupt ? Oder besitzt der Baum selbst mit seiner Flüssigkeit im Stamm zu viel "vertikale Leitfähigkeit" ? Was macht mehr Sinn, ein Stabsipol oder ein normaler Dipol ? Die anderen Muxe kommen so stark, das ein eventuelles Schwanken des Baumes nichts ausmachen würde. Evtl. Könnte hier auch der Bayernmux gehen, auch hier schafft er selten mal ein "Tuned". Was meint Ihr, lohnt sich das ? Was muss man beim Selbstbau eines Dipols beachten ? Ich hätte noch einen Blitzableiterdraht zum Verwurschteln ;-)

Antworten:

So, ich hab das jetzt einfach mal gemacht... das Ergebnis war allerdings anders als das was ich erwartet hätte:

Zunächst habe ich ein selbstgebasteltes Stabdipol, später dann ein normales Dipol aus einer alten VHF-Antenne mit einer stabilen Schnur am Baum fest gebunden. Trotz des höheren Lage war das Ergebnis eher ernüchternd, das Paket aus HD brachte es nicht mal mehr auf ein "Tuned" (womöglich wegen der langen Leitung und dem fehlenden Verstärker). Die anderen vier Pakete aus Hessen und RLP gingen nach wie vor einwandfrei.

Als nächstes habe ich eine alte 5-Elemente-VHF-Antenne (bei der der vordere Stab leider fehlt) nach Heidelberg ausgerichtet...ebenfalls kein "Tuned". Heute morgen ließ ich dann spaßeshalber doch mal einen neuen Suchlauf durchlaufen und zu meiner Überraschung habe ich jetzt noch das NRW-Paket mit drauf...zwar mit Audio-Störungen, aber immerhin. Die Antenne ist ja aber auch nicht nach Norden sondern nach Osten ausgerichtet. Womöglich waren es aber auch nur Überreichweiten, werde das heute Abend nochmal verifizieren...

von ExKetscher - am 03.12.2013 11:55
Tja, wie du schon gemerkt hast, wird es wohl an der Langen Leitung und am fehlenden Verstärker liegen.
Wenn du das Problem behebst wird es wohl Funzen.

Viel Erfolg mit deinem Vorhaben!

von UKW vs. DAB+ - am 03.12.2013 12:04
Ja, ich denke auch, mach mal einen vernünftigen Verstärker (das heisst nicht viel Verstärkung, sondern eine gute rauschzahl) direkt hinter die Antenne und Du wirst Dich wundern...

von Vorverstaerker - am 03.12.2013 13:44
Na ja, durch das fehlende Direktor-Element ist die 5 El. Antenne auch ziemlich raus aus der Synchronistaion. Im Prinzip ist das mit einem Fernrohr vergleichbar, bei dem eine Linse fehlt...

von opti61 - am 03.12.2013 13:51
Hmm, das klingt als sollte ich noch nicht aufgeben...Problem ist nur das ich oben keine Spannunsversorgung habe...gibt es brauchbare (und bezahlbare) Verstärker die ich über die Antennenleitung selbst speisen kann ?

von ExKetscher - am 03.12.2013 15:43
Zwar etwas OT, aber trotzdem meine Warnung:
Bäume als Antennenträger sind perfekte Blitzzuleiter.
Nach den Versuchen sicherheitshalber die Kabeleinführung ins Haus wieder entfernen.

von HansEberhardt - am 03.12.2013 16:11
Der fehlende Stab der Antenne sollte ersetzt werden. Falls die Länge nicht bekannt ist einfach mal ausprobieren, ein klein wenig kürzer als der nächste sollte er sein.

Als weiteres kann mit horizontaler und vertikaler Montage experimentiert werden. Der SWR hat ein paar horizontale Sender, auch wenn bei DAB sonst vertikal üblich ist.


Fernspeisbare Antennenverstärker gibt es. Am einfachsten ist wohl ein DVB-T Inlineverstärker zu montieren. Dazu gibt es auch Fernspeisenetzteile.

von Stefan Heimers - am 03.12.2013 16:36
Danke Hans für Deine Anmerkung. Ich hatte mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Vielleicht habe ich es mir nur schön geredet, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags ist doch eher gering:

Zum einen ist es mitten im Wald, also umgeben von vielen anderen (durchaus höheren) Bäumen. Zum anderen ist die Antenne mit 4..5m locker im unteren Drittel des Baumes angesiedelt (mehr hat meine Leiter nicht her gegeben). Und ich bin davon ausgegangen, das wenn ein Blitz einschlagen sollte dieser in die Erde überschlägt bevor das Kabel das Haus erreicht, da es gut 40m im Boden eingegraben ist. Zu guter letzt handelt es sich um eine Stand-Alone-Anlage mit einem Euro-Stecker (ohne PE-Anschluss), wodurch auch keine Erde auf der Antennenleitung liegen sollte. Und zur Not könnte ich ja auch bei Nichtgebrauch den Netzstecker der Anlage herausziehen, oder ?

@Stefan: aus BW sollte bei mir Heidelberg am Besten rein kommen (wie auch bei UKW) und der ist Vertikal.

Allerdings ist das Ergebnis heute eh wieder weniger positiv, das Paket aus NRW ist wieder verschwunden (kein "Tuned" mehr auf den Programmen). Es handelte sich also wohl doch nur um Überreichweiten :-( . Bei Gelegenheit (und wenn das Wetter mit macht) werde ich dann mal das fehlende Dipol ersetzen und schauen ob ich solch einen Verstärker bekommen kann. Auf alle Fälle vielen Dank für Eure Tipps und Hinweise...

von ExKetscher - am 04.12.2013 05:47
Keine Verstärkung ist so gut wie die einer guten Antenne.
Wie wäre es denn mit 3 Elemente oder 5 Elemente Vormast?
Die ließe sich am Halter sicher auch mit großen Kabelbindern am Baum befestigen.
Die starken Muxe, die auch per Stabantenne indoor gehen, werden auch in die Antenne einstrahlen, wenn sie dafür ganz falsch ausgerichtet ist, aber der schwache gewünschte Mux wird dafür gut angehoben, bei passender Ausrichtung.

Bei dauerhafter Verbindung würde ich einen Blitzableiter basteln.
Man könnte eine Art Metallkranz 1-2 m höher als die Antenne um den Baum wickeln und dann mit größeren Abstand an der Antenne vorbei, später wieder an Stamm entlang bis zum Boden führen und dort mit einem eingetriebenen Kreuzerder verbinden.
Als Ableiter selbst würde ich einen Aluleiter mit 50qmm Querschnitt nehmen. Der ist gut biegsam, nicht so teuer wie Kupfer, selbst bei kleineren Querschnitten und leitet meist gut genug.

Im Ernstfall haut dann nicht die ganze Energie in die Antenne, sondern wird über diesen Weg, der den geringsten Widerstand darstellt, in den Boden abgeleitet.

Das heißt natürlich nicht, dass die elektronischen Geräte im Haus heil bleiben müssen, aber das erhöht die Chancen darauf und gibt mehr Schutz für Dich, falls der unwahrscheinliche Fall eintritt.
Den Blitz holt man sich nämlich nicht gerne ins Haus. ;)

Energie nur hier oder nur da, das gibt es nicht.
Du wirst überall natürliche Spannungs- und Stromteiler finden.

Theoretisch müsstest Du die Antenne über einen zweiten Weg auch noch erden, so quasi innerer und äußerer Blitzschutz, aber darauf würde ich ggf. selbst noch verzichten, wenn der andere Zweig gut primär und abgegrenzt arbeitet sowie nichts direkt dauerhaft in das Erdantennenkabel induzieren kann.

Wenn man, so wie ich, Antennenleitungen direkt neben Stromleitungen im Putz parallel folgend hat, bekommt man jedes Mal einen geflust, wenn man die Antennenstecker berührt und keine Erdung hat.
Durch das Erden der Kommunikationsleitungen werden induzierte Spannungen, Mantelströme und Potentialunterschiede minimiert.

von Matthias K. - am 04.12.2013 07:57
Zitat
Matthias K.
Wenn man, so wie ich, Antennenleitungen direkt neben Stromleitungen im Putz parallel folgend hat, bekommt man jedes Mal einen geflust, wenn man die Antennenstecker berührt und keine Erdung hat.



Das hört sich eher nach fehlendem Potentialausgleich an. So stark können die durch Induktion eingetragenen Spannungen einer Hausinstallation eigentlich nicht sein.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 04.12.2013 08:25
Auf jeden Fall zwischen Inline-Verstärker und Antenne noch einen DC Blocker setzen, ansonsten schließt die Antenne die Speisespannung kurz. Fast alle Inline-Verstärker haben einen DC Pass.

von samum - am 04.12.2013 12:29
Meine ich ja.
Seitdem die Verbindung aller Leitung sauber mit dem PA verbunden sind, könnte ich die Kabelenden auch in den Mund nehmen, ohne was zu spüren. ;)
Auf mögliche hohe Induktions- und Potentialausgleichströme wollte ich hinweisen, wenn man das nicht (richtig( macht.

von Matthias K. - am 04.12.2013 12:30
wichtig ist, daß Dein Erdkabel die richtige Impendanz hat und Du gute Adapter auf "normales" Kabel verwendest. Nicht einfach die Seele zusammenlöten wie ich es bereits gesehen habe. Eine Glasfaserrute mit Spanngurten am Baum festgemacht bietet die Möglcihkeit deutlich aus dem Laub heraus zu kommen. Innerhalb des Laubes ist der Empfang sicherlich nicht gut. Fernspeisung des Verstärkers über das Koaxialkabel solltest Du einmal in Angriff nehmen.

von Frankfurt - am 04.12.2013 19:20
Vielen Dank für die interessanten Tipps, jetzt brauche ich nur noch Zeit und einigermaßen gutes Wetter...kann also noch dauern
Aber ich werde über die Ergebnisse berichten !

von ExKetscher - am 05.12.2013 08:21
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.