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Könnte man theoretisch Bahn-Oberleitungen als Sendeantennen verwenden?

Startbeitrag von Zwölf am 10.11.2013 20:59

Wäre es theoretisch möglich das Oberleitungs-Netz der Bahn für Rundfunkübertragungen/Mobilfunk (mit) zu nutzen? Könnte man für die Ausstrahlung den selben Strom verwenden den die Loks auch zum Fahren benötigen? Wie groß wäre die Reichweite? Würden die Loks davon Schaden nehmen? Würde für die Loks genug Strom zum Fahren übrig bleiben?

Die 50 interessantesten Antworten:

Also was Strom Überlandleitungen bertrifft: Soweit ich weiß werden darüber Steuersignale im LW Bereich übertragen. Also grundsätzlich ist es wohl technisch möglich. Denke das würde bei Bahnstromnetzen genauso gehen.

von BetacamSP - am 10.11.2013 21:13
Zitat
Staumelder
Die gleiche Idee hatte ich mal für Strom-Überlandleitungen


Das gab es sogar praktisch in Norwegen. Man nannte diese Linjesender, also Leitungssender. Von 1953 bis 1978 waren auf Langwelle (285-300 kHz) bis zu 14 solcher Anlagen mit Leistungen von 0,25 bis 2 kW in Betrieb, um abgelegene Gebiete zu versorgen. Der Linjesender Røldal (1 kW auf 285 kHz) wurde erst 1987 außer Betrieb genommen.

von Wasat - am 10.11.2013 21:30
Zitat
BetacamSP
Also was Strom Überlandleitungen bertrifft: Soweit ich weiß werden darüber Steuersignale im LW Bereich übertragen. Also grundsätzlich ist es wohl technisch möglich. Denke das würde bei Bahnstromnetzen genauso gehen.


Du meinst vermutlich die Tonfrequenz-Rundsteuerung...die spielt sich im Bereich 150-1500 Hz ab, sollte also kein Problem darstellen...

von hit24_for_ever - am 10.11.2013 21:48
Ich denke aber, man muss schon deutlich die Hochspannungsleitungen von Bahn-Oberleitungen unterscheiden. Meines Erachtens würde es durch die mit hoher Geschwindigkeit bewegten Schleifstücke der Stromabnehmer zu erheblichen Störungen bei hochfrequenten Übertragungen innerhalb dieser Leitungsnetze kommen. Dieser Störfaktor existiert bei Hochspannungsleitungen nicht.

von RadioNORD - am 10.11.2013 22:41
Mahlzeit,

Zitat
PowerAM
Ueber die Hochspannungstrassen macht man seit laengerer Zeit auch breitbandige Datenuebertragung. Ich weiss zwar nicht, in welchem Format bzw. in welchem Frequenzbereich, es wird aber praktiziert.


ich meine gelesen zu haben, dass im inneren des obersten Seiles, das Erdpotential hat, Glasfasern liegen und diese für das Netzwerk des Leitungsbetreibers verwendet werden. Es wird also nichts breitbandiges aufmoduliert (auf die stromführenden Seile).

LoWo

von LordWhopper - am 11.11.2013 07:26
Vielen Dank für die vielen interessanten Informationen.
Angenommen man würde ein DAB-Signal im Band III darüber "ausstrahlen"; wie weit käme das denn? Aufgrund der geringen Höhe der Masten (ca. 5 Meter) wahrscheinlich nur so 5 bis 10km, oder? Wäre auch interessant, wie stark die Störungen durch den Stromabnehmer wären; v.a. bei ICEs auf Hochgeschwindigkeitstrassen, aber dazu wird es wahrscheinlich keine Infos geben. Oder ist da was von dem norwegischem Projekt her bekannt?

von Zwölf - am 11.11.2013 07:26
Die Leitungen selbst sind zum Senden wohl eher ungeeignet, mit den Masten kann man als Antennentraeger aber eine Menge anstellen. GSM, UMTS, LTE oder Buendelfunk sind hier haeufig bereits daran montiert, in anderen Laendern haengt man auch normale Rundfunk-Sendetechnik (UKW, DVB-T, ...) dran.

von PowerAM - am 11.11.2013 07:44
Herr Zwölf fragte im Eingangsposting nach "Sendeantennen". Nach meinem Verständnis ist das etwas völlig anderes als eine Aufmodulation auf eine Trägerfrequenz, mit der ein Signal auf einer Stromleitung transportiert wird.

Und wie sollte denn die Stromleitung für einen bestimmten (Rundfunk)frequenzbereich in Resonanz sein? Die Leitung wäre doch gegenüber den geforderten Wellenlängen viel zu lang.


Zitat
Rheinländer
In Frankreich hat man die handy Antennen alle samt auf die Strommasten angebracht, ich finde das sehr praktisch, und wundere mich, warum man das bei uns nicht auch so macht?


Diese Aspekte haben aber mit mit dem Thema hier nichts zu tun.

von Natrium - am 11.11.2013 07:51
Zitat:
ich meine gelesen zu haben, dass im inneren des obersten Seiles, das Erdpotential hat, Glasfasern liegen und diese für das Netzwerk des Leitungsbetreibers verwendet werden. Es wird also nichts breitbandiges aufmoduliert (auf die stromführenden Seile).

Ja, das ist so. Zum Teil wurde die Glasfaser auch einfach nur auf das bestehende Kabel gewickelt. Die Kapazitäten werden zum Teil auch vermietet.

von delfi - am 11.11.2013 07:52
Technisch wäre es kein Problem, HF auf die Leitung einzukoppeln, egal ob Fahrdraht, Bahnstromnetz oder andere Freileitungen. Nur sind die Leitungslängen für den Frequenzbereich alles andere als ideal. Wenn die nur wenige cm lang wären, würde das gehen.

von Marc_RE - am 11.11.2013 07:54
@Rheinländer: Mobilfunkstationen auf Freileitungsmasten sind in Deutschland nicht unbedingt so selten. Manchmal findet man auch Antennen für den betriebsinternen (Richt-)Funk auf Freileitungsmasten.

von Wellenschneider - am 12.11.2013 11:22
In NL sieht man die Mobilfunkstationen sehr häufig auf Hochspannungsmasten. Zur Eingangsfrage des Themenerstellers: ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das eine ernstgemeinte Frage war.

Würden die Loks davon Schaden nehmen? Würde für die Loks genug Strom zum Fahren übrig bleiben?

von Zintus - am 12.11.2013 12:31
Die Ausgangsfrage ist eigentlich unsinnig.
Ich weiß nicht genau, wie lang Oberleitungsabschnitte in der Regel sind, aber sie werden auf jeden Fall viel zu lang sein, um als resonante Sendeantenne verwendet werden zu können, selbst als Ganzwellendraht für Langwelle...

Und selbst wenn doch (man könnte sie ja elektrisch verkürzen bzw. irgendwie mit Tricks anpassen), bringt das immer noch nicht viel, da das quasi totale Steilstrahlung, also nur nach oben zum Himmel weg, ergeben würde...

von WiehengeBIERge - am 12.11.2013 12:41
Zitat

Die Ausgangsfrage ist eigentlich unsinnig.

Da ich keine Ausbildung o.ä. im technischen Bereich habe, fällt es mir schwer einzuschätzen ob oder wie gut soetwas möglich wäre. Dass (laut Wikipedia) ca. 5m hohe Oberleitungen die ca. alle 60-80km von Unterwerken gespeist werden in der Flächenversorgung wahrscheinlich nicht so effizient sind wie professionelle Sendeantennen an hohen Masten, insbesondere bei höheren Frequenzen, habe ich erwartet, wie weit man trotzdem käme, fällt mir aber schwer einzuschätzen. Das von manchen Usern angesprochene Norwegen-Beispiel hat ja auch gezeigt, dass das gar nicht so abwegig ist.
Welche Sendeleistungen nötig wären, um mittelgroße Städte an der Bahnstrecke mit Programmen auf höheren Frequenzen mitzuversorgen (falls es überhaupt möglich sein sollte), wäre z.B. eine interessante Frage. Oder auch ob die Oberleitung für Mobilfunk/mobiles Internet für Bahnreisende genutzt werden könnte. (Die paar Meter bis in den Fahrgastraum sollten ja eigentlich kein Problem sein)

Zitat

bringt das immer noch nicht viel, da das quasi totale Steilstrahlung, also nur nach oben zum Himmel weg, ergeben würde...

Weshalb wäre die Oberleitung nicht rundstrahlend? Weshalb würde nichts nach unten oder zu den Seiten weg gehen?

von Zwölf - am 12.11.2013 13:40
Zitat
Zintus
Zur Eingangsfrage des Themenerstellers: ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das eine ernstgemeinte Frage war.

Würden die Loks davon Schaden nehmen? Würde für die Loks genug Strom zum Fahren übrig bleiben?

Den beiden Fragen lag die Vorstellung zu Grunde, man könnte den gesamten Fahrstrom als HF auf die Oberleitung geben; sodass die Lok den Sendestrom als Antrieb nehmen würde. (Grundgedanke dabei war eine waage Erinnerung an ein Post hier im Forum, in dem mal behauptet wurde, dass Leute die in der Nähe eines AM-Senders wohnten es geschafft hätten die Energie für den Betrieb eine Lichterkette zu verwenden.) Ob so etwas überhaupt möglich ist, weiß ich nicht; aber falls doch wäre die Frage, ob ein solcher Strom nicht die Bord-Elektronik durcheinander bringen würde, oder ob "zu viel" Energie versendet wäre bis sie die Lok erreicht. Falls soetwas ohne größere Probleme möglich wäre, hätte es den Vorteil, dass man z.B. Rundfunk ohne Stromkosten ausstrahlen könnte.

von Zwölf - am 12.11.2013 13:52
Theoretoisch würden sich Bahnstromdrahtleitungen oder Stromleitungen schon für die Abstrahlung von Rundfunk eignen.
Das Problem ist eher rechtlicher Natur.

Die Bahnstromleitungen gehören der deutschen Bahn, die Hochspannungsleitungen den Stromkonzernen.
Beide verfügen über keinerlei Rechte Rundfunkinhalte zu verbreiten.

von Winnie2 - am 12.11.2013 14:35
Also der Bahnstrom ist Wechselstrom mit einer Frequenz von 16 2/3 Hz. Das könnte man sehr gut trennen von der Hochfrequenz, also dem gesendeten Signal. Die Hochfrequenz könnte der Lok nicht viel anhaben, da der Trafo in der Lok und der Motor für die Hochfrequenz eine sehr hohe Impedanz darstellen. Umgekehrt könnte man auch den Fahrstrom mit seinen 16 2/3 Hz relativ gut von der Hochfrequenz trennen. Ein Koppelkondensator von einigen nF würde davon kaum was durchlassen, ist ja sozusagen schon "fast Gleichstrom".

Allerdings sehe ich den Sinn noch nicht in dem ganzen Gedankenexperiment. Welchen Nutzen hätte es, die Oberleitung mit der Hochfrequenz zu beaufschlagen, anstatt sie über eine effiziente Antenne abzustrahlen. Ganz zu schweigen von den Störungen durch Stromabnehmer, Koronaentladungen am Isolator und Funkenbildung in den Elektromotoren. Stell dich mal mit dem Auto neben eine Bahnlinie und stelle einen nicht zu starken Mittelwellensender ein auf deinem Autoradio. Du wirst sehr viel Geknatter hören. Wenn dann ein Zug kommt, wirst du nur noch Störgeräusche empfangen. Es ist der Alptraum eines jeden DXers oder Funkamateurs, neben einer elektrifizierten Bahnlinie zu wohnen.

von Zintus - am 12.11.2013 15:01
Zitat

Welchen Nutzen hätte es, die Oberleitung mit der Hochfrequenz zu beaufschlagen, anstatt sie über eine effiziente Antenne abzustrahlen.

Es gäbe ja zwei Nutzungsbereiche; 1. im Zug. Ich schätze, dass die Bahn sich in den nächsten Jahren darum bemühen muss in ihren Zügen schnelles Internet zur Verfügung zu stellen; und zwar nicht nur in einzelnen ICEs, und auch in Tunneln und abgelegeneren Gebieten. Ich könnte mir vorstellen, dass es teurer wäre dies mit seperaten Antennen zu machen, statt einfach die (wo vorhanden) Infrastruktur der Oberleitung zu nutzen.

Der 2. Nutzungsbereich umfasst die Orte an der Bahnlinie. Bei DAB z.B. spielt auch die Frage nach der Entfernung zum Sender eine wichtige Rolle, ob ein Programm indoor oder nur outdoor empfangbar ist. Mit der Oberleitung könnte man das Sendesignal auch in kleine Orte bringen, für die sich kein extriger Sender lohnt, in denen aber sonst kein Indoor-Empfang möglich wäre. Ähnliches gilt für Berg- oder Hügeltäler, über die die Großsender manchmal einfach hinwegsenden. In abgelegeneren, bergigen Regionen könnte man evtl. mit einem UKW-Sender auf der Oberleitung gleich mehrere Täler versorgen, was über einen einzelnen Sendeturm vielleicht nicht möglich wäre. Auch eine größere Stadt über Oberleitungen der Straßenbahnen oder S-Bahnen mit DVB-T zu versorgen könnte günstiger sein als von einem Großsender aus.

von Zwölf - am 12.11.2013 15:53
Generell ist diese leitungsgebundene Übertragung schon einmal eine Überlegung wert.
Möge man das Sendesignal mit einem DSL-Signal und die Stromkomponente davon abgekoppelt sehen.
Über den Stromabnehmer kann auch das Antennensignal abgegriffen werden. Da die Stromleitung nicht isoliert ist, kommt es natürlich zu ungewollten Abstrahlungen, die natürlich nicht gerne gesehen werden ;)

Ein Band I Signal ist sicherlich von den Kontaktschwankungen am Abnehmer weniger betroffen als ein Mittelwellensignal.

von Frankfurt - am 12.11.2013 19:21
Lieber Zwölf.
Du muss versuchen, die Funktionsweise des Systems Sender - Antenne zu verstehen.
Wenn eine vernünftige Reichweite herauskommen soll, muss die Antenne an den Sender angepasst sein. Dazu kann so eine lange Drahtantenne für VHF niemals geeignet sein.
Ein solcher Draht würde die Hochfrequenz zwar schön entlang seiner Länge weiterleiten, aber kaum nennenswert abstrahlen. Vielleicht ein paar 100 Meter.
Vorausgesetzt, die Endstufe des Senders ließe sich überhaupt anpassen.

Wenn Du überhaupt ein etwas Reichweite erzielen möchtest, müsste mit riesigen Sendeleistungen gearbeitet werden. Der Wirkungsgrad wäre nämlich zum Weinen.

Niemand käme ja auch auf die Idee, statt der Lautsprecher im Auto die Endstufe direkt mit dem Karosserieblech zu verbinden und die Musik über das schwingende Blech zu hören.
Selbst wenn es funktionierte und der Klang akzeptabel wäre; der Wirkungsgrad durch die Fehlanpassung macht eine solche Idee zunichte.

von Christian_66 - am 12.11.2013 19:29
Zitat

Ein solcher Draht würde die Hochfrequenz zwar schön entlang seiner Länge weiterleiten, aber kaum nennenswert abstrahlen. Vielleicht ein paar 100 Meter.

Wenn ich meinen FM-Transmitter auf den Boden lege ein 5m-Kabel dran mache (sicher auch nicht die optimale Länge) erweitert sich die Reichweite um einiges. Der FM-Transmitter konnte sich ohne angeschlossenes Kabel gegen den Ortssender nur zischelnd durchsetzen, wenn ich mit dem Empfangsradio max. 10cm vom ihm entfernt war. Mit dem Kabel hat der FM-Transmitter selbst in 5m Entfernung in einem Umkreis von ca. 30-50cm um das Kabel herum den Ortssender weggedrückt. Bei einem älteren Versuch (wieder mit einem mehrmetrigem Kabel am FM-Transmitter (stärkerer Transmitter) aber auf freier Frequenz) bin ich sogar ein paar 100 Meter gekommen - mit einer Minileistung. Mit einer abgestimmten Antenne wäre natürlich mehr gegangen. Die Oberleitungsabschnitte liegen wohl noch um einiges mehr über der optimalen Länge; von daher wäre dort wahrscheinlich der Wirkungsgrad geringer. Aber dass man nur ein paar 100m weit käme mit üblichen Sendeleistungen überrascht mich etwas. Gibt es denn eine Daumenregel, was eine gute/optimale Drahtlänge für eine (einfache) Antenne ist und wie stark sich die Reichweite bei Überlänge verringert?

von Zwölf - am 12.11.2013 21:20
Generell gilt es aber wohl zu trennen, ob man die Bahnoberleitung als abstrahlende Antenne nutzt - oder ob man nur hochfrequent ein Nutzsignal aufspeisen möchte, das dann durch direkten Kontakt am Draht wieder abgenommen wird. Also letztlich so etwas wie der ehemalige Telefonrundspruch in der Schweiz.

von RadioNORD - am 13.11.2013 05:24
Ich sehe da noch ein anderes Problem. Wollte man wirklich Radiosender mit einer signifikanten Sendeleistung über die Bahn-Oberleitungen abstrahlen dann müssten die Leitungen an geigneten Stellen mit Abstimmvorrichtungen versehen werden.
Ausserdem müssten Tiefpassfilter in den Loks installiert werden weil die Elektrik in den Loks auf die hohen HF-Spannungen sicherlich empfindlich reagieren u. zudem Sendeleistung abziehen würden.

von Winnie2 - am 20.11.2013 12:39
Ob die HF den Loks Probleme machen kann, hängt von der Amplitude der HF ab. Im Übrigen installiert man in Hochspannungsleitungen sehr wohl Trägerfrequenzsperren. Da müßten doch Abstimmglieder auch möglich sein.

von Wellenschneider - am 20.11.2013 18:00
Wie sieht es mit der Funkenbildung am Stromabnehmer aus? Diese Störwirkung gelangt ja auch breitbandig in das Netz und würde sich dort vorhandenen Nutzsignalen überlagern bzw. noch in einiger Entfernung zum Triebfahrzeug.

von Radio_DDR - am 21.11.2013 20:38
Hallo zusammen...

.. Zwar ist das Thema schon ein paar Tage alt, trotzdem glaube ich ein paar Dinge dazu sagen zu können.

Ja ganz sicher kann man die Bahn-Oberleitungen als Antenne verwenden, sogar ziemlich effektiv. Allerdings, ganz einfach wird das nicht werden, und Versuche könnten tödlich enden!
Benötigt werden vor allem "Höchstspannungsfeste Kondensatoren" die eben die hohe Spannung der Bahn-Oberleitung verkraften können müssen. Das sind in der Regel 15kV also 15 000 Volt.
Was die Kosten sind weiß ich nicht. Bei Ebai werden welche für ein Taschengeld angeboten, ich würde schon aus Selbstschutzgründen die Finger davon lassen, Experimente damit sind - ich sagte es schon "extrem Lebengefährlich" Bei einer Annährung an ca 1m an die Leitung ist man tot, ich habe schon Leichen gesehen (an dem Bahnhof an welchem mein Vater gearbeitet) die damit in Berührung kamen.

Trotzdem technisch wird es gehen. Die mangelnde Fehlanpassung kann man mit entsprechenden Anpassgeräten - sogenannten Antennentunern - meist einwandfrei hinbekommen.

Bitte nicht nachmachen: Bereits das häusliche Stromnetz kann gefährlich sein und töten.

Gruß Qualtiero

von Qualtiero - am 12.03.2014 14:27
Wenn DXu im 80-m-Band sendest, würde ich davon ausgehen, dass Du Amateurfunker bist und das auch darfst.

Grundsätzlich hast Du mit Deinen Ausführungen freilich recht. Wenn ich aber alleine daran denke, welch Schindluder alleine mit der Erdung in vielen älteren Häusern getrieben wurde, wäre es wohl das Beste, die Leute erst gar nicht auf so einen Gedanken zu bringen. Deshalb würde ich Dir empfehlen, Deine Meldung zu entfernen. Ist nichts gegen Dich persönlich. Aber man weiß ja nie, auf welche Gedanken Leser kommen können.

von delfi - am 12.03.2014 14:52
Hallo zusammen...

Nachdem ich - übrigens sehr freundlich - aber eben doch bestimmt, darauf hingewiesen wurde, was alles passieren könnte, werde ich meinen Beitrag zum Thema wieder löschen.

Qualtiero

Nachsatz: Ich habe es versucht meinen ursprünglichen Beitrag zu löschen, leider ging das nicht.
Kann das evetuell jemand für mich übernehmen? Dankeschön aus Franken.

Qualtiero

von Qualtiero - am 12.03.2014 15:03
Ich bin dir jedenfalls dankbar für deinen interessanten Beitrag zum Thema. Ich denke schon, dass allen Lesern klar ist, dass man das nicht ohne Fachwissen nachmachen sollte, ob du es entfernst ist aber natürlich deine Entscheidung.

von Zwölf - am 12.03.2014 15:08
Zitat
Qualtiero
Nachsatz: Ich habe es versucht meinen ursprünglichen Beitrag zu löschen, leider ging das nicht.
Kann das evetuell jemand für mich übernehmen? Dankeschön aus Franken.

Du kannst bei deinem Beitrag durch bearbeiten auch die "gefährlichen" Teile löschen.

von HansEberhardt - am 12.03.2014 15:26
Nur bleibt das Problem, dass 1. der Wirkungsrad je nach "Drahtlänge" jenseits von gut und böse sein kann (trotz Anpassung, die damit nämlich recht wenig zu tun hat), zweitens dass ein horizontaler Draht, der an beiden Enden und auch auf dem ganzen Weg den gleichen Abstand zur Erde hat, eine totale Steilstrahlantenne (strahlt nur gerade nach oben weg) ergibt in den unteren Frequenzbereichen, insbesondere dann, wenn sie viel zu tief bezogen zur Wellenlänge hängt (was bei Oberleitungen der Fall ist)

von WiehengeBIERge - am 12.03.2014 16:35
Meine Vermutung: Wenn man sowas mach, ist der Zweck die Bahnstrecke und kleine Dörfer direkt an der Strecke zu versorgen, und nicht eine Abstrahlung auf weite Distanzen.

Die Fahrleitung wird wohl zusammen mit der Schiene als recht verlustarme "Zweidrahtleitung" funktionieren, die das Radiosignal sehr weit transportiert, aber nicht stark abstrahlt.

von Stefan Heimers - am 12.03.2014 17:02
Zitat
Stefan Heimers
Meine Vermutung: Wenn man sowas mach, ist der Zweck die Bahnstrecke und kleine Dörfer direkt an der Strecke zu versorgen, und nicht eine Abstrahlung auf weite Distanzen.

Die Fahrleitung wird wohl zusammen mit der Schiene als recht verlustarme "Zweidrahtleitung" funktionieren, die das Radiosignal sehr weit transportiert, aber nicht stark abstrahlt.


Natürlich ist der Zweck der Bahn-Oberleitung, die Bahn mit Energie zu versorgen. Und vor allem wichtig: Keine Privatperson und niemand der nicht über eine entsprechend Ausbildung verfügt, sollte auch nur auf die Idee kommen, derart lebensgefährliches zu tun. In einigen Ländern des Ostblocks findet sehr wirkungvolle Sprach- und Dataen-Kommunikation - mit den Fahrdrähten als Antenne - statt.

Bei dem Thread-Eröffner ging es nicht um die Frage ob es um Steil- oder Flachstrahlung handelt, sondern darum, ob es überhaupt funktioniert. Da tut es - und abhängig vom Frequenzbereich -
ausgezeichnet, wenn man am Standort des eigentlichen Senders, für ein ordentliches Gegengewicht sorgt. Gerade die Steilstrahlung ist es, was von Betreibern solcher Anlagen ausgenutzt wird. Dies allerdings ausführlich zu beschreiben, würde an dieser Stelle zu weit führen.

Gruß Qualtiero

von Qualtiero - am 12.03.2014 17:21
Hallo Delfi...

... das größte Schindluder wird auf dem Stromnetz nicht durch ein paar kleinen Funkerlein betrieben, sondern vor allem durch die Hersteller und Händler von sogenannten PLC-Modems, mit welchen innerhalb des Hauses (und drum herum) für eine so großen Störnebel sorgen, dass man auf Kurzwelle keinen Rundfunksender mehr hören kann, das Amateurfunk und CB-Funk nur noch sehr eingeschränkt möglich ist..

Diese PLC-Modems, welche bevorzugt von Leuten eingesetzt werden, die zu faul sind ein Netzwerkkabel zu verlegen oder ein WLan zu verwenden, kann man durch ähnliche Methoden in der Funktion deutlich einschränken. Aber dazu schreibe ich hier nix.

Gruß Qualtiero

von Qualtiero - am 12.03.2014 17:29
Zitat
legasthenix
Ich denke, genauso effektiv könnte man auch die Sprungfedern und das Bettgestell einer rustikalen Liegestatt mittel eines RC-Anpassgliedes in Resonanz bringen!

Leider hat dann ein solcher Doppelbett-Dipol meist die falsche Richtwirkung. :heul:

von HansEberhardt - am 12.03.2014 17:49
@Qualitero
Zu Deinem Argument von vorhin kann ich nur zustimmen. Ich habe meine Bedenken zuvor nur geäußert, weil ja die Gefahr besteht, dass einfach ein unbedarfter Gastleser einfach einen Blödsinn macht. Von denen, die hier ständig aktiv sind, gehe ich mal davon aus, dass die das entsprechende Fachwissen haben. Wie gesagt, war nicht böse gemeint :)

von delfi - am 12.03.2014 20:32
Hallo Delfi...

... ich habe es auch nicht böse verstanden. Natürlich besteht Gefahr wenn man mit Netzspannungen experimentiert, man muss immer nur - und das habe ich gemacht - sehr deutlich vor den Gefahren warnen. Einer der sein Gehirn zum Denken hat, weiß dies jedoch.

Noch ne Anmerkung:

heute konnte ich mit der beschriebenen Form, Großbritanien, Frankreich und Schweden erreichen, in der digitalen Betriebsart ROS. Mehr geht wohl kaum mit dem "Stromnetz" unter der Erde - naja fast - 10m davon sind ja noch überirdisch.

Gruß Qualtiero

von Qualtiero - am 12.03.2014 21:53
@Qualtiere:

In einschlägigen Eisenbahn-Fan-Blogs kann man nachlesen, dasss es alle paar Wochen tödliche Unfälle bei Berührung der Oberleitung gibt. Besonders beliebt ist es wohl im Moment bei Jugendlichen, nachts auf Güterwagen zu klettern.

von hegi_ms - am 13.03.2014 19:29
Bei 15kV in einer Freileitung reicht halt schon ein Abstand von unter einem Meter um das Leben zu beenden. ;-)

Datenübertragungen zu fahrenden Zügen laufen entweder punktuell von Baken im Gleis, externen Funktürmen (im Falle GSM-R sehr gerichtet von Standorten direkt neben den Gleisanlagen) oder kontinuierlich via einem Kabel im Gleis (LZB) - die Oberleitung dagegen ist für Anwendungen die über etwas Telematik zwischen Unterwerken gehen wohl ungeeignet. Wer lustige Töne aus dem Stromrichter haben möchte, der stelle sich mit einem Mittelwellenempfänger neben einen anfahrenden Zug.

von elchris - am 13.03.2014 19:46
Zitat
Qualtiero
Noch ne Anmerkung:

heute konnte ich mit der beschriebenen Form, Großbritanien, Frankreich und Schweden erreichen, in der digitalen Betriebsart ROS. Mehr geht wohl kaum mit dem "Stromnetz" unter der Erde - naja fast - 10m davon sind ja noch überirdisch.
Gruß Qualtiero


Interessant, ROS kannte ich noch gar nicht. Kling spannend, was man darüber findet.
In welchem Band hast Du gesendet?

von Christian_66 - am 13.03.2014 19:49
Zitat
Qualtiero
Hallo Christian...

... ich habe im 30m Band auf 10.134 MHz.
ROS macht einfach Spaß und ist ziemlich robust.

Groß Qualtiero


Hallo Qualtiero,
danke, ok, Kurzwelle.
"ziemlich" robust ist ja wohl ziemlich tiefgestapelt.
Wie sieht da jetzt Deine Antenne genau aus?

von Christian_66 - am 13.03.2014 21:24
Hallo Christian...

... also an eine Bahn-Oberleitung würde ich niemand schicken, das ist schlichtweg eine Aufforderung zum Selbstmord Das kann man, nein das darf man nicht machen. Mit etwas Sach- und Fachkenntnis, und mit der unbedingt nötigen Sorgfalt, sieht es im häuslichen Netz schon etwas anders aus.

Wie meine Antenne aussieht? Ganz einfach. Über 2 passende Kondesatoren, welche auch über die nötige Spannungsfestigkeit verfügen, wird eingekoppelt. Mit auf die Frequenz abgestimmte Radiale und mit einem passenden Tuner, bekommt man das als Antenne zu nutzen.

Mehr will ich dazu nicht schreiben, weil ich schon etwas gerügt worden bin.

Gruß Qualtiero

von Qualtiero - am 13.03.2014 21:41
Also Jetzt Kann Ich Behaupten : " Das Taugt Nix"
Empfang Schwacher UKW Sender Eher Schlechter .

Test Wurde In Treuchtlingen Durchgeführt.

Nebenbei Angemerkt :Empangsstark ist die kleine Kiste dennoch , es wurde MDR Thüringen auf 91,7 Empfangen
[attachment 3957 DSCN2153.jpg]

von PowerpIay - am 26.10.2014 17:27
Ich hoffe doch, daß die Oberleitung zu diesem Moment spannungsfrei war - allerdings werden die dann aber normalerweise auch aus Sicherheitsgründen geerdet, wodurch der Empfang natürlich schlechter wird.

von HansEberhardt - am 26.10.2014 18:27
:cheers:
Zumindest hat er die Fahrleitung des Gleises der Gegenrichtung angezapft und so dessen Erdung ermöglicht, ohne dass der eigene Zug deshalb auf Dieseltraktion umgestellt werden müsste. Sinnvoll auch, dass man die Konstruktion an der Rückseite des Zugs angebracht hat.

Lustig wird's allerdings, wenn die Fahrleitung des anderen Gleises nicht geerdet, dieses Gleis nicht gesperrt wäre und wenn dann der Pantograph eines Gegenzugs mit der Konstruktion ins Gehege kommt. Spätestens dann gibt es einen lauten Knall mit Lichtblitz :-)

Was ich allerdings nicht verstehe: Wieso braucht's da zwei Drähte vom Empfänger zur Fahrleitung - Redundanz? Ist der Abstand der beiden Drähte (z.B. lamda/4) wichtig für die Funktionsfähigkeit als Antenne?

73 de Uli

von ulionken - am 26.10.2014 18:50
Um mal im Ton dieses Fadens zu bleiben:

Die Oberleitung wird hier wohl wie eine Reusenleitung benutzt, die HF wird also zwischen Fahrdraht und Tragseil übertragen? ;-)

(Ich nehme an, ich bin hier der Einzige, der was an einer Bahnstromleitung zu schaffen hat?)

von elchris - am 27.10.2014 11:18
Die Strecke Treuchtlingen Donauwörth ist zur Zeit Beidseitig Komplett Vom Netz Getrennt !
Es Sind 15 Baustellen auf 35 Kilometer Gleis Verteilt.
Das Ganze wurde von einem Holzpodest ausprobiert das unter einer Brücke steht.
Ein Schaltantragsteller und ein Erder der Bahn waren anwesend !

Also nix Illegales !

von PowerpIay - am 27.10.2014 17:39
Der Test ist ja super. :spos:
Ich bin gestern sogar auch durch die Region gefahren und den umgeleiteten Zügen begegnet. Hätte nicht gedacht, dass die Bauarbeiten mal von jemandem für so einen interessanten Test genutzt würden.

von Zwölf - am 27.10.2014 18:21
wenn dann nur besserer Empfang auf Längstwelle/Langwelle/Mittelwelle. Geerdet ist natürlich witzlos !
Auf den ersten Blick glaubt man aber wirklich dass wir mit dem Beitrag einen "Wahnsinngen" zum nicht gewollten Selbstmord angestiftet hätten.

von Frankfurt - am 31.10.2014 12:29
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