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werden eigentlich noch viele Yagi-Antennen für UKW-Empfang benutzt?

Startbeitrag von alzarius am 14.11.2013 18:30

Ich habe den Eindruck, dass zwar unter DXern eine Yagi-Antenne (mehr oder weniger) zum Standardequipment für UKW-Empfang gehört, doch nutzen "Otto-Normalhaushalte" auch noch solche Antennen? An den meisten Häusern sehe ich eigentlich (wenn überhaupt noch ein Antennenmast für terrestrischen Empfang vorhanden ist) eher die UKW-Rundantennen. Gibt es eigentlich Regionen, bei denen eher die Yagi für UKW vorherrschend ist?

Antworten:

Zitat
plueschkater
Mein absoluter "Favorit" am Ort ist übrigens eine ältere Antennenanlage, bei der eine 7-Element-UKW-Antenne auf Wendelstein ausgerichtet ist - ein Senderstandort, der auch noch mit Wurfantenne im Keller bestens hereinkommt :D

Vielleicht betreibt da jemand wegen de rhohen Strompreise einen Detektorempfänger??? :D

von Arne_BLN - am 14.11.2013 19:26
Habe eine 5 Element UKW Richtantenne (Unterdach) im Einsatz,
Ausrichtung Salzburg - Gaisberg.
Nebenbei gehen hierüber B1 - B5 vom Sender Hochberg-Traunstein (etwa gleiche Richtung) und Lokalradio (96,7) vom Sender Dandlberg (hier auch DLF auf 97,7).
Da der Sender Hochries (Antenne Bayern 107,7) nur um etwa 15° in südlicherer Richtung liegt, brauchte es für diese Frequenz eine Sperre von 20 dB um den dem Multischalter vorgeschalteten Mehrbereichsverstärker nicht zu übersteuern.
Ist irgendwie angenehmer über UKW, als immer den Satreceiver zum Radio hören einzuschalten...

von Antenne74 - am 14.11.2013 19:35
Was ich nie verstanden habe ; was bringt eigentlich eine Richtantenne für vorteile gegenüber einer Rundantenne?

Kein Mehrwegempfang?

Mehr Antennengewinn?

Würde mich mal interessieren was bei UKW und vorallem bei DVB-T da die Vorteile sein sollen.

Ich meine ja nur, das man bei mehreren Sendern ja auch entsprechend viele antennen bräuchte. Ein Runddipol tut's doch auch oder?

Sind Richtantennen nur für Analogen Empfang wichtig oder betrifft das den Digitalen Empfang gleichermassen?

Heute würde sich das wohl nicht mehr lohnen, sich für jeden sender gleich ne Yagi aufs dach zu setzen.

von UKW vs. DAB+ - am 14.11.2013 21:03
Hier bei mir habe ich leider nur eine "Rundantenne" und bekomme die ortsüblichen sehr gut rein und die etwas entfernten werden überlagert bzw. weggedrückt. Ich kann nicht nach Richtungen separieren und habe so in der Summe weniger Programme, als wenn ich in eine bestimmte Richtung ausrichte.
DVB-T habe ich eine 7-Element und bekomme damit alles physikalisch machbare rein, da ich direkt auf den schwächsten Sender ausrichte.

CU BB

von Boombastic - am 14.11.2013 21:35
Ein Ringdipol hat niemals den Gewinn, den eine Richtantenne liefern kann. Und: Du kannst mit einer Richtantenne Gleichkanalstörer aus anderen Richtungen ausblenden.

von RadioNORD - am 14.11.2013 21:38
Zitat
UKW vs. DAB+
... was bringt eigentlich eine Richtantenne für vorteile gegenüber einer Rundantenne?


Eine Richtantenne bringt einen höheren Signalpegel in Empfangsrichtung und schwächt alle Signale aus den anderen Richtungen ab. Folglich sind Signale ferner Sender erst mit einer Richtantenne zu empfangen bzw. störungsfrei zu empfangen. So wird man UKW in Stereo vom Gaisberg in München nur mit Richtantenne einigermaßen rauschfrei bekommen. DVB-T vom Gaisberg geht in München nur mit einer ordentlichen Richtantenne.

Aber auch für bei nahen Senders kann eine Richtantenne Vorteile bringen, weil Störsignale aus anderen Richtungen abgeschwächt werden. Gerade beim heute überfüllten UKW-Band kann das Vorteile bringen.

von Wasat - am 14.11.2013 22:11
Hallo,

bei uns in Baden-Württemberg (Stuttgarter Raum) wurde die Antennenspitze klassischerweise mit einem UKW-Kreuzdipol mit LMK-Rute abgeschlossen.

So sind die noch haufenweise vorhandenen terrestrischen Antennen aus den 70ern und 80ern ausnahmslos damit bestückt und in nicht verkabelten Regionen auch noch vielfach für Radio im Einsatz (Ergänzt durch eine Sat-Antenne am selben Masten).

UKW-Yagis sind in unseren Breiten die absolute Seltenheit. Liegt vielleicht daran, daß wir mit SDR und SWF (mit heftigem Overspill ins "Feindesland" ) schon seit jeher die doppelte Auswahl hatten.

Außerhalb des Stuttgarter Kessels geht der HR zudem fast überall ortsüblich.

Vor der Verfunzelung - der Säntis und Pfänder. Alles ohne Yagi. Sieht man schön am Kabelangebot der DBP - da war Schweiz, BR, HR, SDR, SWF alles im Kabel. Das ging fast alles auch mit einer normalen UKW-Antenne, bevor die Verfunzelung anfing und das Band voller und voller wurde.


Werden heute Sat-Anlagen auf dem Dach errichtet, so kommt zumeist ein UKW-Kreuz- oder Ringdipol an die Mastspitze.

Auch habe ich schon neu errichtete Sat-Anlagen gesehen, deren Mastspitze wie einst ein UKW-Kreuzdipol mit LMK-Rute ziert. Vielleicht Übernahme von einer Alt-Anlage. Aber auch schon auf Neubauten gesehen - da war der Antennebauer wohl ein Nostalgiker. Neu gibt's die ja noch von Kathrein und Triax-Hirschmann.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 15.11.2013 08:11
In der westlichen Ortenau war der Einsatz einer UKW-Yagi (sah man auch gelegentlich) schon interessanter. Damit dürfte in der Vor-Verfunzelungszeit der Empfang von RTL (Dudelange), SR (geht auch heute noch ohne Richtantenne...), DRS, HR und SDR möglich gewesen sein. RTL vermutlich nur in guten Lagen und mit Fading.
Standard war allerdings auch hier ein Kreuzdipol mit LMK-Rute. Den sah man oft, und vermutlich gingen damit die meisten o.g. Programme auch schon. Bei meinen Eltern in Kehl ging früher DRS1 mitunter im Erdgeschoß... Das einzige mit Normal-Equipment heute noch hörbare schweizerische Programm ist dort RSI Rete1 vom Säntis.

Ich persönlich würde den Aufwand wohl nicht treiben: Das nimmt nur den Platz für mehr Amateurfunkantennen weg ;-)

von DH0GHU - am 15.11.2013 08:22
Erst durch diesen Thread bin ich mir bewusst geworden, dass bei uns auch immer weniger eine UKW-Antenne haben. Früher ist die wohl bei Neubauten im Zuge der Errichtung der TV-Antenne "mitgegangen". Heute haben die meisten nur noch Sat.

Und ja,... in der heute verfunzelten Zeit macht UKW keinen Spaß mehr. Früher konnte ich mit einer großen Richtantenne Sender mit bis rund 500 km 24/7 das ganze Jahr hören. Dank Verfunzelung geht bei mir heute nicht mal mehr das, was früher ortsüblich ist. Inzwischen habe ich meine UKW-Antennen gegen DAB-Richtantennen ausgetauscht.

von delfi - am 15.11.2013 11:07
Wobei bei vielen Neubauten oftmals Satantenne und UKW Yagi kombiniert werden, ist bei nicht wenigen Neuanlagen zu beobachten. Terr. TV Antennen hingegen gibt es neu praktisch gar nicht mehr.

von Terranus - am 15.11.2013 15:45
Hier sieht man gelegentlich auf Mehrfamilien oder seltener auch Einfamilienhäusern 3-Element Yagis, auch in durchaus noch nicht alten Anlagen.
Insgesamt zwar auch eher selten, aber doch noch häufiger als Ringdipole.

von WiehengeBIERge - am 15.11.2013 16:44
Zitat

Neue Yagis für DVB-T sieht man hier schon ab und zu, jedoch immer nur eine einzige in Verbindung mit einer Sat-Anlage. Entweder eine UHF-Antenne auf Salzburg-Gaisberg, oder eine Breitband- bzw. UHF-Antenne auf Wendelstein.

In München sieht man in Sachen TV öfters (wohl bei nichtbekabelten Gebäuden) eine neue (!) vertikale Antenne auf den Oly Antenne für den TV-Empfang. Angebracht oder umgedreht bei den bisherigen mit VHF und UHF Gaiberg und VHF Wendelstein, die man wohl einfach belassen hat. Es gibt aber auch einige Exklusivbeispiele, die nur noch vertikal (DVB-T) Oly und Sat aufweisen..

von Schwabinger - am 15.11.2013 16:54
Zitat
plueschkater

Neue Yagis für DVB-T sieht man hier schon ab und zu, jedoch immer nur eine einzige in Verbindung mit einer Sat-Anlage.


Das ist ja sinnlos.

Mit einer Sat-anlage bekommt man doch schon alles rein.
Was soll da dann noch ne DVB-T Yagi?

von UKW vs. DAB+ - am 15.11.2013 20:33
Zitat
UKW vs. DAB+
Mit einer Sat-anlage bekommt man doch schon alles rein.
Was soll da dann noch ne DVB-T Yagi?

Österreich oder Schweiz unverschlüsselt z.B.

von HansEberhardt - am 15.11.2013 23:12
@ UKW... Sinnlos? Was ist bei DVB-T als zweitem Empfangsweg denn sinnlos? Beispielsweise als Alternativloesung bei Regen oder Schneefall?!

von PowerAM - am 15.11.2013 23:49
Zitat
PowerAM
@ UKW... Sinnlos? Was ist bei DVB-T als zweitem Empfangsweg denn sinnlos? Beispielsweise als Alternativloesung bei Regen oder Schneefall?!


Naja, also ich hab hier seit 5 Jahren eine 45cm-Schüssel für DVB-S (inkl. HD) auf der Dachterrasse und konnte trotz strenger Winter 2009/2010 noch keinen einzigen Empfangsausfall beobachten.
Im Randbereich der Sat-Ausleuchtungszone ist das natürlich anders. 2007-2008 war ich beruflich in der Ostslowakei, da ging deutsches TV über Astra 19,2° bei den allabendlichen Gewittern im Sommer oder bei heftigem Schnefall im Winter mit der 80cm-Schüssel natürlich nicht mehr störungsfrei, aber das war eher die Ausnahme. Hier in Deutschland habe ich noch keine Empfangsprobleme bei Astra erlebt (seit 1999 analog dabei).

von Arne_BLN - am 16.11.2013 00:16
Das wollte ich auch grad erwähnen.

Und ob eine Schüssel immer anstandslos läuft, kommt halt auch drauf an, wo sie montiert ist. Auf dem Dach kann sie schon mal zugeschneit sein.

von delfi - am 16.11.2013 08:20
Hallo Radiofreunde,

Mir ging es in den 70 er und 80 er Jahren des Letzten Jahrhunderts darum diverse Programme in Stereoqualität
terrestrisch zu empfangen. Die Gewünschten Programme kamen aus 2 Verschiedenen Richtungen.
Und zwar Berlin in 90° und Torfhaus ca. 240° . Berlin aus 100 Km und Torfhaus aus 110 Km Distanz.
Dazu errichtete Ich 2 Komplette UKW Empfangsanlagen mit Separaten Yagiantennen.
Ich konnte Somit NDR und SFB/ RIAS gleichzeitig empfangen und Mitschnitte anfertigen.
Mit einer Antenne war das nicht zu bewerkstelligen. Jedenfalls nicht mit Stereoempfang.

Zu dieser Zeit hatte es Allgemein viele UKW Yagiantennen auf den Dächern.
Nach dem Fall der Mauer und der Vereinfachten Empfangbarkeit von UKW Programmen insbesondere
durch die Inbetriebnahme von Sendern näher an den Städten in Verbindung mit Empfindlicheren
Empfängern sowie Kabeleinspeisungen von UKW verschwanden auch im Zuge von Dachsanierungen
sehr viele Yagiantennen.
MfG Det.

von RADIO354 - am 16.11.2013 08:44
Zitat
UKW vs. DAB+
Zitat
plueschkater

Neue Yagis für DVB-T sieht man hier schon ab und zu, jedoch immer nur eine einzige in Verbindung mit einer Sat-Anlage.


Das ist ja sinnlos.

Mit einer Sat-anlage bekommt man doch schon alles rein.
Was soll da dann noch ne DVB-T Yagi?


Etwas mehr über den Tellerrand schauen, bitte. Beginnen wir mal in den 90ern, damals gab es über Antenne noch Mehrwerte wie Zweikanalton bei den ÖR.

Heute allerdings dient DVB-T zumindest bei den ÖR als idealer Zweitempfangsweg, wenn man schon Sat hat. Es gibt auch bei größeren, exakt ausgerichteten Schüsseln immer mal wieder wetterbedingte Ausfälle, wennauch nur kurz. Wer sagt, die gibt es nicht, hat sie zufällig dann nicht erlebt.

Desweiteren kann man über DVB-T etwas anschauen, wenn man über Sat etwas aufnimmt und die gewünschten Sender sind bei einem Kabel von der Antennenauf der anderen Polarisatiosebene.

Nicht zu vergessen, man bekommt, zumindest wer in der richtigen gegend wohnt, diverse ausländische Sender mit rein. Wir haben durch DVB-T eine Zusatzauswahl mehrer Dutzend Sender aus Frankreich und der Schweiz, tw. sogar in HD.

Als weiterer Punkt dient auch die Versorgungssicherheit. Es läuft mal dumm, ein Sat fällt aus, warum auch immer, ist sofort überall zappenduster. Bei DVB-T verteilt sich das. Letzteres ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich nicht mehr so verständlich, aber durchaus ein wichtiger Punkt.

Sollte man bei den ÖR in Zukunft wirklich auf DVB-T2 und HEVC umsteigen, könnte man alle ÖR Programme über die jetzigen Kanäle in HD ausstrahlen, wenn man sich bei den dritten auf das jeweils Bundeslandrichtige beschränkt. Ob man dann noch eine Satausstrahlung benötigt? Dürfte einiges an Lizenzen verbilligen, gerade beim Sport oder Zweikanaltonspielfilmen, falls diese mal wieder kommen sollten. Auf Sat könnte man dann noch einen bundesweiten 3.Programme-Service bieten. Wer im Urlaub die Tagesschau sehen will, kann das dann auch noch.

Ich nutzte auch eine drehbare 7 Element UKW Yagi, ist aber nicht mehr in Betrieb. Damit ging hier südlich von Freiburg eine Menge, was sonst schon damals zugefunzelt wäre. Bayern 4 vom Kreuzberg oder SDR 4 vom Königsstuhl kamen erstaunlich stabil.

von CBS - am 16.11.2013 09:58
Aussage unseres Kabelnetzbetreibers: UKW nutzt nichtmal im Kabel jemand. Wenn UKW, dann dudelt irgendwo ein Küchenradio mit Wurfantenne auf dem lokalen Dudler.

Ist mir auch teilweise verständlich: wer höhere Ansprüche hat, hört die ARD-Kulturwellen und nutzt dafür DVB-C/S. Oder er hört gar kein Radio mehr, wie bei mir innerhalb eines Jahres weitgehend geschehen.

Vor allem in hügeligen Regionen sind Yagis aber auch zum Ausblenden von Reflexionen wichtig, selbst wenn Gleichkanalstörer nicht vorhanden sein sollten.

von Chris_BLN - am 16.11.2013 11:10
Zitat
Chris_BLN
Aussage unseres Kabelnetzbetreibers: UKW nutzt nichtmal im Kabel jemand.


:drink: A turkey doesn't vote for Christmas...

von Zintus - am 16.11.2013 17:21
Hier (Raum Leipzig) werden kaum noch UKW-Yagis installiert.
Die Hausantenne (Mietshaus) fristet ein Schattendasein. 1998 angebracht, ist der Reflektor dieser 3-El.-Antenne seit Jahren nicht mehr vorhanden.
Ich erinnere mich noch gern an meine eigene individuelle UKW-Antenne (7 El.) in der Nordost-Uckermark, die ich u. a. auch zum Mitschneiden von Musiktiteln installiert hatte.
Was würde heute in der jetzigen Ortslage eine große intakte Yagi bringen angesichts der lokalen Sender, die vieles zudecken?
Ich höre noch UKW auf Kofferradios (DLF, MDR Info).
DVB-S ist für mich wegen der ausländischen Stationen sehr wichtig.

Gelegentlich sehe ich schon mal Ringdipole.
Auf die Hitdudler mit ihren meist primitiven und aufdringlichen Moderationen verzichte ich.

(Im TV hatte ich früher auch die Zweikanalton-Sendungen rege genutzt. Jetzt schaue ich Sat von verschiedenen Positionen.)

von hetietz - am 16.11.2013 17:50
Zitat
Zintus
:drink: A turkey doesn't vote for Christmas...


Naja, wir haben 40 UKW-Programme im Kabel, ein teils freakiges Angebot (inkl. FM4 und SRF Virus), teils auch der größte Schott (wer kommt auf die idee, "Inselradio" von DVB-S auf UKW umzusetzen?). Finanziell hat der Meister also Aufwand getrieben, aber genutzt wird es faktisch nicht. Wenn man igrendwohin zum Messen kommt, ist fast immer nur die TV-Buchse belegt - auch mit freakigem Angebot, faktisch alle irgendwas mit Deutschland zu tun habenden Transponder sind drin und damit auch die Radioprogramme von ARD über egoFM, SSL, ABy, FFH-FFN-Paloma, ORF, Tschechen (!), derzeit auch noch BBC HD und 4 DAB-Pakete (funktioniert!). Das ganze Chaos für weniger als 6 EUR im Monat.

Nochmal zum Thema Dachantenne: fällt es euch auch auf, wie oft ein UKW-Runddipol direkt hinter der Schüssel montiert wird, also komplett abgeschattet?

von Chris_BLN - am 16.11.2013 20:35
Zitat:

Zitat
Chris_BLN
Aussage unseres Kabelnetzbetreibers: UKW nutzt nichtmal im Kabel jemand.

A turkey doesn't vote for Christmas...



Ich sehe diese Aussage eher als Armutszeugnis für die Kabelbetreiber. Damit geben sie selbst zu, dass es kaum jemand wert findet, sein UKW-Radio mit der Kabel-TV-Dose zu verbinden.

von delfi - am 17.11.2013 09:37
Ich sehe es eher als Armutszeignis für den Hörfunk in diesem Land. Niemand erachtet es mehr für wert, für den Empfang Aufwand zu treiben. Radio ist halt das, was beim Friseur im Hintergrund rauscht, spratzelt und dudelt...

von Chris_BLN - am 17.11.2013 14:07
Zitat
plueschkater

Von Salzburg-Gaisberg bekommt man ORF1, 2, 3, Sport Plus, ATV und Puls 4. Deshalb ist die Terrestrik hier auch bei Neuinstallationen ein echter Mehrwert.
Bei älteren Häusern hat DVB-T den Vorteil, dass die vorhandene Baumverteilung weiter genutzt werden kann, und so ergibt sich eine Art "Kabelfernsehen" mit über 30 Programmen (München/Südbayern) im ganzen Haus. Eine Sat-Anlage kann dann als Ergänzung für's Wohnzimmer zum Einsatz kommen - für Gäste- /Kinderzimmer etc. ist das Programmangebot über Antenne m.E. ausreichend.


Ok, in manchen Regionen nahe Ballungsgebieten lohnt sich das alle mal.
Ich finde 30 Programme auch mehr als ausreichend nur leider wohne ich nicht in so einem Gebiet, wo es eine solche auswahl über DVB-T gibt.

Daher habe ich diese Kombination SAT und DVB-T Antenne anfangs nicht verstanden.
Bei euch macht das natürlich sinn.

Zu den UKW Antennen:

Bei uns in der Umgebung habe ich bislang nur eine neumonierte UKW Antenne gesehen und das war bei einer Tankstelle.

Ich habe mal bei amazon nach UKW Dachantennen geguckt und habe hier einige negative Bewertingen gefunden (UKW Runddipol).
Demnach ist der Empfang mit einem Runddipol nicht wirklich besser, da dort User berichteten, dass sich der Empfang kaum Verändert hatte.

Dass heisst ja, Runddipole nützen nicht wirklich was. Dann doch lieber Richtantennen für UKW?
Da liest man nähmlich überwiegend Positives.

von UKW vs. DAB+ - am 17.11.2013 14:13
@Chris_BLN

Sehe ich auch so... Ich erlebe es oft genug dass die Leute mit Ihrem Weckerradio un Wurfantenne im Wohnzimmer oder Küche zufrieden sind. Reicht für den örtlichen Hitdudler ( auch wenns rauscht und zischelt )... Hauptsache es plärrt halt im Hintergrund vor sich hin. Andererseits beschweren sich dann solche Leute über den schlechten Empfang weiter entfernter Sender und wollen trotzdem keine ordentliche UKW Antenne auf oder unter dem Dach. Radiohören über Internet, DVB-C oder DVB-S ist dann trotzdem keine Option weil gerade diesen Leuten ( meist ältere Generation ) die Bedienung über Receiver etc. zu kompliziert ist.

Ich persönlich habe mir auf dem Dach ( Mast mit Blitzschutz war bereits vorhanden und Erlaubnis vom Vermieter bekommen ) ne 5-Elemente UKW Yagi und zwei UHF Yagis für DVB-T ( ORF Zugspitze und Pfänder ) installiert und bin soweit sehr zufrieden.

Über UKW hole ich für meine beiden Tuner ( Kenwood KT 8300 und Onkyo T 4450 ) auch weit entfernte Sender aus Österreich/ Schweiz in sehr guter rauschfreier Qualität in Stereo heran was mir keine Wurf oder Zimmerantenne bieten könnte. Auch ORF über DVB-T kommt 100 % stabil was mit zusätzlich zum Astra 19,2 Empfang noch ORF1,2,3, ORF Sport Plus, ATV und Puls 4 bringt :).

Die terrestrischen Signale werden bei mir über einen Hirschmann Mehrbereichsverstärker zusammengeführt und über einen 4-fach Combiner in die SAT-Ableitungen zusammengeführt. Getrennt wird dann wieder über 3-loch Satdosen ( Kathrein ESC 30 ).

von DaPickniker - am 17.11.2013 14:19
Also hier bei uns in der Region gab es noch nie viele Haushalte die eine UKW Yagi aufm Dach hatten. Das liegt einfach daran dass die ganzen Ochsenkopfsender B1-B5, DLF und Antenne Bayern auch mit ner zusammengeknüllten Wurfantenne mit nem Billigradiowecker in guter Qualität gehen.

Ich denke mal, wenn ich mich auf ganz Deutschland beziehe, dass der Anteil der Neubauten die noch mit einer UKW Yagi ausgerüstet werden quasi gegen Null tendiert. Ganz ehrlich, außer uns Freaks hört kein Mensch mehr heutzutage noch UKW über ne Yagi Antenne. Die üblichen Ortssender werden meistens mit ner normalen Teleskopantenne gut zu empfangen sein, oftmals wird auch ne zusammengeknüllte Wurfantenne reichen.

von BetacamSP - am 17.11.2013 23:58
Also ganz so negativ ist das denn nun doch nicht zu sehen. Ich kenne schon noch einige Hausbesitzer, die weder DXer noch Radiofreak oder sonstwas sind, sondern einfach mehr als den örtlichen Dummfunker hören wollen und deswegen eine Yagi an ihre Hifi-Anlage und/oder das Küchenradio anschließen.
Oft ist diese Yagi allerdings auch unter Dach auf dem Dachboden. Bei uns im Emsland gehen mit Unterdach-Yagi je nach Richtung und Lage außer NDR und NDS-Dummfunk noch der WDR, alle NL, Radio Bremen und, je nach Wohnort und örtlichen Gegebenheiten BFBS ständig und überwiegend in Stereo. Das wissen auch Leute, die von Antenne, Fernempfang und sonstigem "Freaktum" keinen Schimmer haben.
Die Leute sind nun mal mobil und kennen z.B. EinsLive oder Bremen 4 weil sie öfters in NRW bzw. in HB/OL unterwegs sind. Dann wird zu Hause eben eine Yagi auf den Dachboden gehängt, um dort auch den betreffenden Sender hören zu können. Auf dem Dach ist allerdings wirklich selten geworden, gibt es aber auch noch neu.

von Zintus - am 18.11.2013 08:15
Bei einer Neuinstallation wird meist zur Sat-Antenne ein Ringdipol eingesetzt, sonst nichts. DVB-T-Dachantennenneuinstallationenen mit vertikaler UHF-Antenne sind in Halle/S. äußerst selten zu finden.

Der Ringdipol reicht für den Dudelfunkhörer aus (wohl 95% der UKW-Nutzer), wer aber richtig 100% rauschfrei auf UKW die D-Radios oder auch Figaro hören möchte, da ist so ein Ding hier schon grenzwertig.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 18.11.2013 09:41
Ringdipole sieht man hier selten, da sie den SWR oder 100'5 nicht optimal aufnehmen.
Entweder werden 3 el. für den SWR montiert oder gar nichts. Gar nichts reicht für den Fall, dass der WDR reicht oder das Thema Rundfunk bei der Planung nicht angesprochen wird. Das ins zugegebener maßen die meisten Anlagen.

Mich wundert, dass die Fachbetriebe keine vertikal montierten Yagis anbieten. Der meistgehörte Dudelfunk der Euregio B-NL-D kommt hier aus Belgien (V-polarisiert) und ist im Heinsberger Raum indoor nicht immer unproblematisch.

von TobiAC - am 18.11.2013 10:11
Wenn du eine vertikale Yagi möchtest, wird die ein Fachbetrieb auch montieren. Viele Leute interessieren sich aber einfach nicht für ausländische Sender.

von Marc_RE - am 18.11.2013 10:35
Die "Fachbetriebe" werden überschätzt. Natürlich gibt es ein paar Gute, die sich auch abseits des Mainstreams auskennen. Viele wissen aber mit dem Empfang von ausländischen Programmen, egal ob terrestrisch oder Sat, gar nichts anzufangen.
Ich kenne Betriebe, die noch heute, fast zehn Jahre nach der Einführung von Freesat sagen: "Englische Sender kriegst du nicht, die sind alle verschlüsselt." :wall: Das Schlimme ist, dass die sich noch nicht mal überzeugen lassen. Solche Leute beharren auf ihrer Ansicht.

Alles was die können, ist 'ne Schüssel aufbauen für 19,2°Ost und, wenn man Glück hat, noch einen Ringdipol für UKW. Die wollen wahrscheinlich auch nicht mehr, denn dann müsste man ja nachdenken und sich auf dem Laufenden halten. "Das machen wir schon zwanzig Jahre so, alles andere ist Bastelei." Multifeedanlagen werden hier fast nur von russlanddeutschen Privatpersonen aufgebaut, oder von Firmen mit einem russlanddeutschen Hintergrund.

Als ich 2002 im Zusammenhang mit der Fußball-WM in der Lokalzeitung einen Artikel veröffentlicht hatte, in dem der terrestrische Empfang der niederländischen Programme beschrieben wird, orderte ein mir bekannter TV-Händler gleich Dutzende Antennen für VHF und UHF. Als ob es das vorher nie gegeben hätte.:wall:

Es ist immer wieder lustig zu sehen, wieviele Laien darüber staunen, wenn ich abends englisches, französisches oder niederländisches Fernsehen auf dem Bildschirm habe.

von Zintus - am 18.11.2013 10:53
Zitat
CBS
Als weiterer Punkt dient auch die Versorgungssicherheit. Es läuft mal dumm, ein Sat fällt aus, warum auch immer, ist sofort überall zappenduster. Bei DVB-T verteilt sich das. Letzteres ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich nicht mehr so verständlich, aber durchaus ein wichtiger Punkt.

Oder er wird, aus welchen Gründen auch immer, abgeschaltet. Prüfbar ist das für Otto-Normal natürlich nicht, er muß entsprechenden Darstellungen glauben. Und schon wären wir bei NSA, etc. Heute ist wieder in der SZ und NDR (http://www.ndr.de/geheimer_krieg/geheimerkrieg177.html) darüber zu lesen. Ein Kommentar dazu: http://www.sueddeutsche.de/politik/us-geheimdiensttaetigkeiten-wie-souveraen-ist-deutschland-1.1820657
Machen wir uns allerdings nichts vor: Auch Zuführungen der Rundfunkanstalten laufen eben z. T. über externe Netze, für einen vollständig redundanten Ersatzbetrieb kann nicht gesprochen werden. Von SAT-Zuführungen von Rundfunksendern möchte ich erst gar nicht reden.
Und dennoch: Wer wie hier genannt eine UKW-Yagi zur Verfügung hat ist eventuell ein Stück besser raus.

von Thomas (Metal) - am 18.11.2013 11:17
Hier im Stuttgarter Raum werden meist auch nur Ringdipole hinter dem Satspiegel montiert. Allerdings bin ich neulich durch eine Neubausiedlung gefahren, bei der auf den Dächern doch tatsächlich eine auf den Fernsehturm ausgerichtete Preisner UHF-Antenne über der Schüssel montiert war und darüber noch eine 3-Element UKW-Antenne. Anscheinend hat der Elektrobetrieb da einen guten Verkäufer am Start gehabt..

von tulpengiesser - am 18.11.2013 12:41
Nee, nicht falsch verstehen. 3 von 5 Leute hören hier in der Euregio ausländisches (deutschsprachiges) Radio im Auto. Sie wissen es nicht mal, da man sich dort in (ost)Belgien schon sehr deutsch gibt so mit 0180 Telefonnummer und .de Domäne. Fragt man die Leute was sie hören, so bekommt man die Antwort 100 Komma irgendwas, halt die mit den Superhitz aus Aachen vom WDR. :joke:

Nur zuhause bei Erkelenz wundert man sich, warum der Sender in der Stereoanlage nicht geht. Fachleute helfen auch nicht, denn man hat keine Ahnung, dass 100'5 (Wie fast alle Sender aus BeneLux) vertikal senden. Das habe ich persönlich so erlebt!
Dem "Fachmann" ist es aber mehr als fremd, dass man eine Yagi vertikal montieren kann. Egal ob UKW, VHF oder UHF, das sieht einfach blöd aus und das haben wir auch noch nie so gemacht :rp:

von TobiAC - am 18.11.2013 14:18
OT da es TV Betrifft:

In den 1980 er Jahren waren in Teilen des Ehemaligen Bezirk Neubrandenburg der DDR viele Vertikal
Polarisierte 3 Elementyagis zum Empfang des Senders Helpterberg K 3 zu sehen.
Manchmal auch nur ein vertikal angebrachter Dipol.
Das hatte Ich zuvor auch nicht gekannt. Ich fand diese Konstruktionen ein Wenig ungewöhnlich.

von RADIO354 - am 18.11.2013 15:22
Gerade in grenznahen Lagen (oder in mittelgroßer Entfernung von ausländischen UKW-Sendern) kann sich eine Yagi für Interessenten wirklich lohnen.
Aber leider ist es so, wie Zintus weiter oben (in Bezug auf TV) anmerkte, dass das Verfolgen fremdsprachiger Sendungen eine Randerscheinung ist.
Dabei ist es auch für mich sehr wertvoll, die eigene Perspektive z. B. durch englische, französische oder niederländische Stationen zu erweitern.

---
zu Helpterberg K3: Bis 1982 wurde dort gesendet; dann auf K37 umgestellt.
Ich stamme aus einer Region, wo Helpterberg auch möglich war. Das Signal kam im äußersten Nordosten des ehemaligen Bezirkes Frankfurt/Oder sogar sehr stark herein (allerdings relativ häufig Sporadic E). Dort, wo man aber ARD/SFB Scholzplatz auf K7 empfangen konnte (und das traf auch auf diesen Zipfel des Bezirkes weitgehend zu), wurde nur eine 13er oder 14er Yagi auf Berlin gerichtet, die auch gleich K5 (DDR 1) empfing.
"Helpterberg"-Antennen waren weiter nordöstlich, jenseits von Pasewalk vor allem, dann dominierend. K7 reichte unter Normalbedingungen dort nicht mehr hin.

von hetietz - am 18.11.2013 18:18
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