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Empfang von Freeview (British) in der Republik Irland

Startbeitrag von 102.1 am 18.11.2013 19:17

Lt. dieser Darstellung in untenstehendem Link scheint der Empfang von Freeview aus UK an der Ostkueste von Irland und im Norden moeglich zu sein. Praktische Erfahrung ueber den getriebenen Antennenaufwand habe ich dazu keine.

Die Sender Arfon und Presely in Wales scheinen dieses Unterfangen in Dublin und der Ostkueste zu ermoeglichen.

Anbei der Link:

http://www.tvtrade.ie/how-to-combine-saorview-and-freeview-on-the-same-digital-receiver.html

Zu Analog-Zeiten hat dies offenbar schon funktioniert. Ich habe in Irland riesige Antennen in Erinnerung die nach Wales zeigten und BBC und das oertliche ITV zu bekommen.

Lebt man an der Grenze zu Nordirland ist's natuerlich einfacher.

Antworten:

Ich konnte am St. Patricks Day 2008 in Dublin (genauer Swords im Norden von Dublin Nähe Flughafen) im Hotel den Marsch zum "Berg" in Belfast live auf UTV sehen. Damals natürlich noch analog und verrauscht, aber immerhin. Seit dem ATO dürfte dies wohl nicht mehr gehen. Mit einer ausreichend großen Schüssel dürfte brit. Free_sat_ wohl auch in einem großen Teil von Irland gehen, je näher nach NO desto kleiner. In Ulster dürfte Free_sat_ wohl mit dem "nassen Finger" gehen, man will den loyalistischen Einwohnern wohl den Empfang des heimatlichen Programms so einfach wie auf der Nachbarinsel machen. Ich hoffe demnächst (2015) wieder mal auf die grüne Insel zu kommen und kann dann mal schauen, was mit DVB-T und DAB so geht.

Seit der terr. Umstellung auf digital sind die Sendeleistungen wohl nicht mehr so groß, und wie auch bei uns hier, dürften die Signale nicht mehr so gut über die Grenze gehen.

M.

von Cyberjack - am 18.11.2013 23:11
Zu analog Zeiten ging im Norden noch relativ weit der Divis in die Republik, in Dublin und an der Ostkueste hinunter hat man mit diversen Antennen erfolgreich Programme aus Wales empfangen.
Ob dies zu DVB-T Zeiten noch geht, weis ich nicht. Lt. der Graphik in dem Link angeblich schon. Vorstellen koennte ich es mir gut.

UTV war seit je her in irischen Kabelnetzen vertreten.

von 102.1 - am 19.11.2013 00:22
Die walisischen Sender stehen teilweise sehr nahe an der Küste, vermutlich nicht ohne Grund.
Vor Blaen-Plwyf stand ich mal eher zufällig. Vom Zaun vor dem Sendergelände aus kann man das Wasser sehen.

von Marc_RE - am 19.11.2013 06:56
In einem Dorf an der Küste südlich von Dublin habe ich vor einigen Jahren (wohl kurz vor der Einführung von Freesat) noch riesige Antennenmasten auf mehreren Häusern gesehen. Die Masten waren ca. 10 - 15 m lang und auf den Häusern (!!!) installiert und abgespannt. Als Antennen waren in dem Dorf ausnahmslos die legendäre Channel Master 4251 installiert. Siehe hier:

Channel Master 4251

Freesat von 28,2° Ost dürfte auf der gesamten irischen Insel mit einem Schnürsenkel gehen, den mann vorher einmal kräftig durch den Schlick in der irischen See gezogen hat.:cheers: sláinte.

von Zintus - am 19.11.2013 07:16
Zitat
Zintus
In einem Dorf an der Küste südlich von Dublin habe ich vor einigen Jahren (wohl kurz vor der Einführung von Freesat) noch riesige Antennenmasten auf mehreren Häusern gesehen. Die Masten waren ca. 10 - 15 m lang und auf den Häusern (!!!) installiert und abgespannt. Als Antennen waren in dem Dorf ausnahmslos die legendäre Channel Master 4251 installiert. Siehe hier:

Channel Master 4251


Diese Channel Master Antennen gabs in Irland schon sehr lange und zwar zu Analog Zeiten. Frueher hatte Irland nur einen einzigen Fernsehkanal und man half sich mit diesen Antennen die Auswahl etwas zu vergroessern. Im South East gings meist Richtung Wales, im Norden und Nord Westen der Republk Richtung Divis.

von 102.1 - am 19.11.2013 10:30
Böse Zungen behaupten ja, das die walisischen Sender in irland besser zu empfangen waren, als in Wales selbst.
Für einige Regionen mag das wirklich stimmen. Die haben wohl wirklich erst seit der DVB-T Umstellung klaren terrestrischen Empfang.
Ein Ferienhaus in den Breacon Beacons, das ich vor einigen Jahren mal gemietet hatte, lag zwischen 2 Dörfern. Empfangbar waren 2 Umsetzer, jeweils mit Reflektionen vom gegenüberliegenden Hügel, ausgerichtet war die Antenne auf Abergavenny.

von Marc_RE - am 19.11.2013 12:46
Wie verhält sich eigentlich die "Channel Master 4251" (in Empfangsleistung) zu den herkömmlichen Antennen?
Gibt es die auch in Deutschland auf irgendwelchen Häusern?

von alzarius - am 19.11.2013 18:20
Zitat
alzarius
Wie verhält sich eigentlich die "Channel Master 4251" (in Empfangsleistung) zu den herkömmlichen Antennen?
Gibt es die auch in Deutschland auf irgendwelchen Häusern?


Ich bin der Meinung dass der Channel Master von weit entfernten Standorten terrestrische TV Signale empfangen kann. Diese Antenne wirkt etwa wie wenn ich einen Parabolspiegel nehme und ein Yagi in den Focus montiere. Ich habe diese Channel Master Teile eigentlich nur immer in der Republik Irland gesehen.

In Deutschland haette dies in der DDR vermutl. etwas gebracht, vermutl. waren diese Teile aber auf Grund ihrer Groesse nicht ins Land zu schmuggeln.

Vielleicht hat man auf Ruegen damit Erfolg etwas von Skandinavien einzufangen? oder auf Helgoland Freeview aus UK??

von 102.1 - am 19.11.2013 18:49
Ich habe selber noch nie eine Channel Master in den Händen gehabt. Nur von weitem auf den Dächern gesehen. Aber Wunder werden die auch nicht vollbringen können. Wenn man sich den von mir angegebenen Link ansieht, stößt man weiter unten auf eine Kurve, die den Gewinn über Frequenz darstellt. Dieser Kurve kann man entnehmen, dass der Gewinn am unteren Bandende ca. 14 dBd beträgt, dann kurz auf 13 dBd abfällt und dann mit steigender Frequenz ansteigt bis ca. 18 dBd. Die Kurve stammt vom Hersteller (Channel Master Laboratory). Also nicht *magic*, sondern einfach nur ein solider Gewinn in einer Größenordnung, die auch von langen Yagis erreicht werden kann.

Vorteil der Channel Master dürfte allerdings sein, dass sie weniger empfindlich auf ein inhomogenes Feld reagiert, weil einfach die Länge nicht da ist.
Wenn ich mir überlege, dass früher zu Analogzeiten WDR Fernsehen auf K45 von den Baumbergen (Entfernung 110 km) auf dem Dach meines Elternhauses mit einer Gitterantenne besser ankam als mit einer guten 91 Element, hätte die Channel Master in der Situation bestimmt etwas gebracht.

Auch wird die Dämpfung nach hinten und zu den Seiten wohl um einiges besser sein. Also bessere Ausblendung von Störsignalen auf der gleichen Frequenz.
Fazit: meiner Meinung nach keine Zauberantenne, aber wahrscheinlich eine Antenne mit sehr guten Leistungen. Wunder wird sie nicht vollbringen können, da der Parabolreflektor im Verhältnis zur Wellenlänge relativ klein ist. Der Reflektor ist ca. 2,10 m im Durchmesser und wir haben es mit Wellenlängen von ca. 65 bis 35 cm zu tun. Trotzdem hätte ich sehr gern mal eine Channel Master 4251 auf dem Dach. Noch lieber hätte ich früher zu Analogzeiten eine gehabt! Vielleicht baut Daniel (oder jemand anders) ja mal eine nach und berichtet uns von den Ergebnissen.

von Zintus - am 20.11.2013 06:45
Zitat
Zintus
Vorteil der Channel Master dürfte allerdings sein, dass sie weniger empfindlich auf ein inhomogenes Feld reagiert, weil einfach die Länge nicht da ist.
Wenn ich mir überlege, dass früher zu Analogzeiten WDR Fernsehen auf K45 von den Baumbergen (Entfernung 110 km) auf dem Dach meines Elternhauses mit einer Gitterantenne besser ankam als mit einer guten 91 Element, hätte die Channel Master in der Situation bestimmt etwas gebracht.


Ich vermute, dass hier einfach die Wind und Wetterbedingungen in Irland mitspielen duerften. Bei starken Windverhaeltnissen werde ich auf einem langen Antennenmast dementsprechende Bewegungen verspueren, egal wie gut ich versuche das Teil abzuspannen.

Der Channel Master hat vermutl. mehr Toleranz wenn sich die ganze Anlage im Wind bewegt.

Seit dem Siegeszug des Sat Fernsehens duerfte der Channel Master in Irland eher auf die analogen 70iger bis 80iger Jahre hinzuzuschreiben sein und der Vergangenheit angehoeren, insbs. wenn man bedenkt mit welch kleiner Sat Schuessel man den britischen Freesat in Irland empfangen kann.

von 102.1 - am 20.11.2013 09:13
Welcher Yagi-Konstruktion entspricht die Empfangsleistung der Channel Master in etwa? Was schätzt Ihr da? Wie schlägt sich mutmasslich eine Channel-Master im Vergleich mit der Vierergruppe von Daniel?

von dxbruelhart - am 20.11.2013 09:24
Gleich gut, bzw. geringfügig besser (hinsichtlich des Gewinns) als eine 91 Element von Konni, zum Beispiel.

Konni UHF-Antennen

Daniels Viererkombination dürfte geschätzt so um die 20 bis 21 dBd Gewinn machen. Wenn man von einer einzigen ausgeht mit 16 dBd, verdoppeln auf 2 Yagis entspricht Pi x Daumen + 3dB. Dies wiederum verdoppeln auf 4 enstpricht nochmals + 3 dB = 22 dBd. Hier muss man dann allerdings noch wieder Verluste abziehen durch die Zusammenschaltung. Auch kann man nicht über den gesamten Frequenzbereich vom höchsten Gewinn ausgehen. Daher meine Schätzung mit 20 bis 21 dBd, die immer noch sehr optimistisch ist.

Kurzum, Daniels Vierergruppe ist wahrscheinlich einige wenige dB (2 bis 3 dB?) besser als die Channel Master.

von Zintus - am 20.11.2013 11:45
[attachment 2478 CIMG0452ant.jpg]

Diese Antenne mit Ausrichtung UK Mainland ist mir im Dubliner Norden 3 km vom Flughafen entfernt aufgefallen. Leider war von den Programmen nichts im Hotelnetz eingespeist. Da gab es irgendeine analoge Aufbereitungsanlage.

10 Kilometer nördlich gab es an der Küste schöne 10 Meter Antennentürme im Garten, wie ich sie aus BENELUX kenne. Ausrichtung aber meist in Richtung Nordirland (NI).

Im Auto kam an den Stellen z.B. nicht mein geliebtes BBC Radio 1 durch. Gibt es da keine küstennahen Sender ?

Radio 1 aus NI war auch nach 50 km von NI weg !

von Frankfurt - am 20.11.2013 12:59
Zitat
Frankfurt

Im Auto kam an den Stellen z.B. nicht mein geliebtes BBC Radio 1 durch. Gibt es da keine küstennahen Sender ?

Radio 1 aus NI war auch nach 50 km von NI weg !


BBC Radio 1 kommt vom Divis in Belfast auf 99.7 und kann an exponierten Lagen im Raum Dublin noch ganz gut empfangen werden, etwa am Flughafen und rings um den Flughafen. Auf der Halbhinsel Howth geht's auch noch ganz gut, abhaenigig von der Lage.

Glueck hatte ich auch noch im Phoenix Park, und zwar beim West-Eingang, Richtung Stadtteil "Castlenock".

von 102.1 - am 20.11.2013 13:51
Nettes Bild.
Jetzt stellt sich die Frage ob die Kathrein 2er Gruppe links über dem verdeckten A die Reserve, für die Hausmeisterwohnung oder ein gescheiteter Versuch war. Letztlich zeigen beide Systeme wohl nach Wales.
Passt excelent zur vorhergehenden Performance Diskussion.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 20.11.2013 13:55
Zitat
Frankfurt

Diese Antenne mit Ausrichtung UK Mainland ist mir im Dubliner Norden 3 km vom Flughafen entfernt aufgefallen. Leider war von den Programmen nichts im Hotelnetz eingespeist. Da gab es irgendeine analoge Aufbereitungsanlage.


Besagtes Hotel kenne ich recht gut, den Channel Master habe ich dort zum ersten Mal gesehen. Das Hotel nennt sich "Airport Hotel" ist aber vom Airport noch ein ganzes Stueck entfernt, liegt an der Swords Road, wenn man vom Stadtzentrum zum Flughafen faehrt. Diverse Busse von Dublin Bus fahren auch diese Route entlang.

Das Hotel selbst liegt m.E. auf einer Anhoehe, daher vermute ich, dass es mit dem Channel Master kein Problem ist, den Divis aufzufangen. Ob die Programme heute noch eingespeist werden, oder der Channel Master nurmehr als Reserve da steht, weis ich nicht.

von 102.1 - am 20.11.2013 14:00
Zitat
Frankfurt
Leider war von den Programmen nichts im Hotelnetz eingespeist. Da gab es irgendeine analoge Aufbereitungsanlage.
Vermutlich, weil der Empfang seit DVB-T nicht mehr geht?

von andimik - am 20.11.2013 14:36
ich denke der Empfang von UKW Sendern vom Divis ist damit immer noch problemlos moeglich. Vermutl. wird die Antenne dafuer verwendet?

Kann der Channel Master fuer DVB-T auch verwendet werden? - vermutl. ja.

von 102.1 - am 20.11.2013 14:38
Für UKW ist der Parabolreflektor definitiv zu klein. Dafür müsste er ca. 5 bis 10 Mal größer sein. DVB-T findet auf den gleichen Frequenzen statt, wie TV zur Analogzeit, geht also.
Allerdings wäre das heutzutage nicht mehr sinnvoll, da man das TV-Signal aus England viel bequemer und qualitativ hochwertiger (sogar in HD) vom Satelliten pflücken kann.

von Zintus - am 20.11.2013 15:38
Nein, die Antenne zeigt nach Wales, siehe unten .

Grund: Das Foto wurde um an einem 2.10. um 18:16 Uhr (lt. Exif-Daten) aufgenommen, siehe Schatten. Zusammen mit Google Streetview sieht man die Richtung der Antenne.

Das kann nicht Devis sein.

Holyhead -> Dublin



aber noch besser
Arfon (Freeview gibt es dort auch, aber nur 2 kW)

http://www.satbroadcasts.com/DVB-T_transmitter_ch_47_Arfon_in_United%20Kingdom.html



von andimik - am 20.11.2013 15:52
ich war auch ueberrascht. Ich hatte es immer so in Erinnerung, dass die Antenne Richtung Osten, also Wales schaute, da parallel zur Sword Road.

Trotz Erdkruemung wird es wohl funktioniert haben. Zumindest zu Analog Zeiten.

von 102.1 - am 20.11.2013 15:56
Ich habe etwa 1980 einmal eine Channel Master (auf einem Rotor in völlig ebenem Gelände) verbaut, kann jetzt aber auf Anhieb nicht sagen, ob es die 4251 (7 Fuß Reflektor) oder die kleinere 4250 (6 Fuß) war. Das Ergebnis war in etwa, wie von den Vorpostern vermutet: sehr gut, aber keine Wunderantenne. Der Gewinn war in den oberen Kanälen etwas geringer als bei einer Standard-91-El., im unteren Bereich aber zweifellos höher. Im Azimut ist das Maximum auch weniger scharf, als bei einer Yagi oder gar bei einer Gruppe. Es gab auch weniger Nebenzipfel oder Nullstellen, d. h. Gleichkanalstörer lassen sich i. d. R. mit einer Yagi besser unterdrücken. Das Vor-/Rückverhältnis war auch nicht besser als bei einer Yagi. Ich vermute aber auch, dass sie im inhomogenen Feld einer Yagi deutlich überlegen sein kann.

Antiquiert war auch schon zu dieser Zeit der vorgesehene Anschluss per symmetrischer 300-Ohm-Leitung, deren Abstandshalter auch in den Prospekten gut zu erkennen ist.

von koslowski - am 20.11.2013 16:10
Konnte man umgekehrt in Belfast die TV- und Radioprogramme der RTÉ empfangen?

von Uuh-Kah-Weh - am 20.11.2013 16:31
Zitat
Uuh-Kah-Weh
Konnte man umgekehrt in Belfast die TV- und Radioprogramme der RTÉ empfangen?


Belfast ist etwas durch Berge abgeschirmt. Die RTE Radioprogramme gingen recht und schlecht, tlw. aber auch mobil im Autoradio. In katholischen Nachbarschaften wird der RTE auch gehoert.

Abgesehen von Belfast sind die RTE Radioprogramme und auch Today FM problemlos zu empfangen, die Sender stehen fast alle in Grenznaehe und decken alles gut ab.

RTE Fernsehen ist auch gut zu empfangen, nur eben in Belfast war es eher schwerer. Interesse darann wiederum eher nur von der katholischen Bevoelkerung.

Via DVB-T sind einige irische Programme in Nord-Irland auf Sendung, etwa TG4, das gaelische Programm des RTE.

von 102.1 - am 20.11.2013 16:43
@102.2: Dann müsste man in Belfast ja auch entsprechend große TV-Antennen an den von Katholiken bewohnten Häusern finden (zumindest in früheren Zeiten, als es noch kein Sat-Fernsehen gab)?

von Uuh-Kah-Weh - am 20.11.2013 16:53
Zitat
Uuh-Kah-Weh
@102.2: Dann müsste man in Belfast ja auch entsprechend große TV-Antennen an den von Katholiken bewohnten Häusern finden (zumindest in früheren Zeiten, als es noch kein Sat-Fernsehen gab)?


Dies koennte sein, ich weis es aber nicht. Ich habe Belfast damals nicht besucht, und vermieden, wie jeder andere auch. Ich vermute, dass zu Analog Zeiten der RTE staerker Richtung Belfast sendete und somit auch leichter zu empfangen war, und dies ohne grossem Aufwand wie Channel Master und Co..

Die Politische Situation war damals auch so, dass die Republik die Teilung der Insel nicht anerkannte, und vermutl. hat sich das auch im Rundfunk ausgedrueckt.

Solltest Du Belfast einmal besuchen, wirst Du ueberrascht sein, wie klein eigentlich die Stadtteile von Katoliken und Protestaten sind. Durch Flaggen wird dies auch sehr deutlich gemacht und Du wirst es nicht uebersehen. Bemerkenswert sind auch die Polizeistationen und deren Absicherung. So etwas hast Du in der DDR nie gesehen.

von 102.1 - am 20.11.2013 17:31
Zitat
102.2
Solltest Du Belfast einmal besuchen, wirst Du ueberrascht sein, wie klein eigentlich die Stadtteile von Katoliken und Protestaten sind. Durch Flaggen wird dies auch sehr deutlich gemacht und Du wirst es nicht uebersehen.


Ich habe eben mittels Google Streetview einen Kurztrip dorthin unternommen gleich auf Anhieb folgende Werbung eines Radiosenders gefunden: http://goo.gl/maps/djVoU ;)

Stream: http://icecast.commedia.org.uk:8000/raidiofailte.mp3.m3u

von Uuh-Kah-Weh - am 20.11.2013 19:10
Sowohl die Yagi-Antennen als auch die ChannelMaster zeigen eindeutig Richtung Wales. NI war fast um 90`versetzt.

Aber vielleicht ist das die Lösung des Rätsels: Beide Antennen sind vertikal polarisiert. Muss nur noch die TRX Site in Wales zu Analogzeiten (war vor ASO) gegen geprüft werden ;)

von Frankfurt - am 20.11.2013 20:45
Hat denn die RTE auf den VHF-Bändern gesendet, zwecks besserer Abdeckung Nordirlands, v.a. Belfast? Möglicherweise sogar im Band I?
Dann noch eine weitere Frage. Wie ist es heute? Die irischen Programme sind ja schwer bis gar nicht über Saorsat zu empfangen. Da würde es sich für Briten an der Küste in Wales und Cornwall doch lohnen, die Terrestrik zu bemühen um etwas aus Irland zu empfangen. Gibt es da ernsthafte Anstrengungen und Erfolge, die DVB-T Signale aus Irland zu empfangen?

von Zintus - am 21.11.2013 06:50
glaube seit der Schwarzweissabschaltung gibt es in IE und UK kein VHF mehr. Persönlich habe ich dort nie eine VHF gesehen (ausgenommen neue DAB-Antennen).
Zudem wird Band I dort für Funkanwendungen sehr stark verwendet.

von Frankfurt - am 21.11.2013 07:45
VHF war für 405 line tv in Benutzung, welches in UK und IE eine ewig währende Simulcastphase hatte.

In IE wurde der letzte Transmitter laut wikipedia 1982 abgeschaltet, in GB erst 1985!

Neue Senderketten somit ausschließlich im UHF-Band und wohl schon Mitte/Ende der 70er hat sich keiner mehr eine neue VHF-Antenne installiert.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 21.11.2013 09:55
Zitat
Zintus
Die irischen Programme sind ja schwer bis gar nicht über Saorsat zu empfangen. Da würde es sich für Briten an der Küste in Wales und Cornwall doch lohnen, die Terrestrik zu bemühen um etwas aus Irland zu empfangen. Gibt es da ernsthafte Anstrengungen und Erfolge, die DVB-T Signale aus Irland zu empfangen?


In Irland bekommt man den RTE sehr gut ueber Saorsat, nicht nur in der Republik sondern auch im Norden.

In Angelsey (das ist in Wales) geht irisches Radio ueber UKW sehr problemlos und auch mobil im Autoradio. Vermutl. bekommt man DVB-T aus Dublin ebenfalls ohne groessere Probleme. Ob dies schon jemand gemacht hat, weis ich nicht.

von 102.1 - am 21.11.2013 10:54
Zitat
Wolfgang R
VHF war für 405 line tv in Benutzung, welches in UK und IE eine ewig währende Simulcastphase hatte.

In IE wurde der letzte Transmitter laut wikipedia 1982 abgeschaltet, in GB erst 1985!

Neue Senderketten somit ausschließlich im UHF-Band und wohl schon Mitte/Ende der 70er hat sich keiner mehr eine neue VHF-Antenne installiert.

Wolfgang


Von UK war mir dass bekannt. Wusste allerdings nicht, dass Irland auch VHF komplett aufgegeben hatte.

von Zintus - am 21.11.2013 11:39
Zitat
102.2
Trotz Erdkruemung wird es wohl funktioniert haben. Zumindest zu Analog Zeiten.


Nachdem die Strecke ueber Meer geht, kann man da vielleicht sowieso von "leichtem Dauertropo" ausgehen, denke ich...

von Habakukk - am 21.11.2013 12:58
Zitat
102.2
In Irland bekommt man den RTE sehr gut ueber Saorsat, nicht nur in der Republik sondern auch im Norden.

Sehr gut ist was anderes, wenn im eigenen Land (Norden von Irland, nicht Nordirland und im Westen) Schüsselgrößen von 100 cm empfohlen werden, siehe anderen Thread.

von andimik - am 21.11.2013 13:46
Bleibt noch die Frage, warum RTE im Gegensatz zur BBC
auch bei Spotbeam kodieren muss... ?


sj

von satjay - am 21.11.2013 13:55
Da der Spotbeam IRL und GB mit gemeinsammer Schnittmenge (Ulster) erfasst muss RTE aus rechtichen Gründen die UK Viewer ausschließen.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 21.11.2013 14:19
Zitat
w_weinmann
Da der Spotbeam IRL und GB mit gemeinsammer Schnittmenge (Ulster) erfasst muss RTE aus rechtichen Gründen die UK Viewer ausschließen.



Ja & Ja, nur TG4, das gaelische Fernsehen wird in Belfast m.E. terrestrisch verbreitet.
Fuer den Rest der RTE Programme weis ich das nicht. Ich vermute, dass die die das interessiert eben mit Yagi Antennen terrestrisch etwas aus der Republik empfangen.

von 102.1 - am 21.11.2013 15:18
Wenn man so durch Belfast dank Google fährt, fällt auf, dass auf den Häusern eine kleine horizontale yagi auf den Hausberg und oft eine größere vertikale yagi nach Süden zeigt. Das könnte die Lösung für die rte empfangsfrage sein. K.a. von welchen irischen standortorten das geht. ..

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 21.11.2013 18:41
Wenn es in Irland früher nur einen terrestrischen Sender gab, ist es nur plausibel, dass man dort sich da etwas aus GB versuchte, hereinzuholen.
Wie sah es eigentlich in GB aus? Gab es dort viele Leute, die analogen Fernempfang wollten?
Ich hatte immer den Eindruck, dass durch die Vollversorgung der 4-TV Programme eigentlich kaum Interesse bestand. Antennenanlagen konnten doch auch sehr einfach bleiben: in der Regel alle 4 Sender irgendwo im UHF-Band vom gleichen Transmitter -- da sollte doch eine Yagi reichen.
In den späten 90ern kam dann noch Channel 5. Glaube aber nicht, dass dadurch Leute ihre Anlagen "getunt" haben, um diesen Sender noch reinzubekommen. Oder irre ich mich?

von alzarius - am 21.11.2013 19:02
der Otto Normalverbraucher hatte immer nur 4 TV Programme, BBC 1 and 2, ITV und ab 1982 kam Channel 4 dazu. Ueber Kabel wurde etwas mehr verbreitet, ansonsten gabs SAT Fernsehen in den Kinderschuhen, wie auf dem Kontinent auch. Bereits beim Channel 5 gab's ein terrestrisches Frequenzproblem, es gab weniger freie Kapazitaeten und in einigen Ecken von UK war dieses Programm schlecht oder gar nicht empfangbar. Als loesung schaltete man Channel 5 auf den Astra auf, mit Videocrypt, aber ohne Karte verfuegbar. Channel 5 war auch in Belfast auf Sendung, allerdings mit schwacher Leistung, und kaum in der Republik verfuegbar, - zumindest nicht terrestrisch.

von 102.1 - am 21.11.2013 21:26
Mit ITV gab es im Vereinigten Königreich bereits seit 1955 (!) Privatfernsehen.
In Deutschland musste man noch fast 30 Jahre darauf warten und dann waren die ersten privaten TV-Kanäle hierzulange auch nur per Kabel und Sat empfangbar.

von Uuh-Kah-Weh - am 21.11.2013 21:49
ITV und Channel4 sind nicht privat, wenngleich sie nicht über Gebühren sondern durch Werbung finanziert werden!

von Anonymer Teilnehmer - am 21.11.2013 21:54
Zitat
Uuh-Kah-Weh
Mit ITV gab es im Vereinigten Königreich bereits seit 1955 (!) Privatfernsehen.
In Deutschland musste man noch fast 30 Jahre darauf warten und dann waren die ersten privaten TV-Kanäle hierzulange auch nur per Kabel und Sat empfangbar.


In UK lief es umgekehrt: Privatfernsehen war schon lange erlaubt, Privatradio verboten. Daher eben die See-Sender. Nur dies gehoert hier nicht ganz zum Thema.

von 102.1 - am 21.11.2013 23:49
Zitat
RoboCop
ITV
Inwiefern soll ITV kein Privatsender sein?

von freiwild - am 23.11.2013 20:20
Zitat
freiwild
Zitat
RoboCop
ITV
Inwiefern soll ITV kein Privatsender sein?


ITV ist in der Tat ein kommerzielles Unterfangen und geht auf den Television Act von 1954 zurueck, um das Monopol der BBC zu brechen. Der Betrieb wurde m.W. 1955 aufgenommen.

von 102.1 - am 23.11.2013 21:11
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