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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Manfred Z, Alqaszar, Bolivar diGriz, Zwölf, delfi

[TV] Studie „Fernsehvisionen“: Vernetztes Fernsehen verändert das Programm

Startbeitrag von Manfred Z am 22.11.2013 21:22

EUTELSAT Kabelkiosk - PM vom 22.11.2013

Nichts bleibt wie es war: Werbefinanzierte TV-Programme im Wandel

Studie „Fernsehvisionen“: Vernetztes Fernsehen verändert das Programm
- Umfangreiches, aber häufiger wechselndes Programmangebot


Köln, 20. November 2013 - Das Internet und seine Möglichkeiten scheint alle traditionellen Massenmedien in seinen Bann zu ziehen. Mediatheken, Abrufvideos, smarte Fernseher und ständig vernetze Fernsehzuschauer bleiben für die reichenweitenstarken, werbefinanzierten TV-Sender nicht ohne Folgen. Für eine Studie im Auftrag von Eutelsat wurden Top-Entscheider aus acht verschiedenen Sektoren der Fernsehbranche befragt - und nach ihrer Einschätzung, werden wir in fünf Jahren unser Fernsehen kaum wiedererkennen. Immer mehr thematisch eng ausgerichtete Programme sowie Episoden mit kurzer Spielzeit könnten das Programm prägen. Das zweite TV-Gerät wird durch den Second Screen – also Tablet, PC und Smartphone abgelöst.

Die von Eutelsat bei den Analysten der GfK-Enigma in Auftrag gegebenen Studie „Fernsehvisionen“, fragte TV-Insider, welche Entwicklungen in fünf Jahren für den Fernsehzuschauer Alltag sein werden. Zwar gilt als sicher, dass wir auch in fünf Jahren noch TV-Programme linear, also in Echtzeit anschauen, aber die Art, wie wir Fernsehen schauen und was wir von Fernsehunterhaltung erwarten, wandelt sich von Grund auf.

Als gesetzt gilt der Trend, dass wir in Zukunft zu Hause auf verschiedenen Bildschirmen – Tablet, PC und Smartphone - und über unterschiedliche Verbreitungswege auf die Programme zugreifen.

Umfangreiches, aber wechselhaftes Programmangebot

Ein weiterer Trend, der sich bereits jetzt erkennen lässt, ist ein steigendes TV-Programmangebot. Die neuen Submarken der etablierten Senderketten, wie Pro7maxx, Sat.1Gold, RTLNitro und sixx, aber auch neue Anbieter wie joiz geben einen Vorgeschmack auf das Wachstum so genannter Spartenkanäle. Jedes Programm will engere Zielgruppen ansprechen und trägt damit dem Wunsch der Zuschauer Rechnung, genau sein Programm finden zu können. Die Studienteilnehmer prophezeien, dass die Fragmentierung der TV-Inhalte anhält. Allerdings werden sich die TV-Zuschauer auf ein reges Kommen und Gehen der Sender einstellen müssen.

Sendungen werden kürzer

Das Fernsehprogramm sieht sich zusätzlich einer geteilten Aufmerksamkeit des Publikums gegenüber, das immer öfter parallel Onlineinhalte auf einem Internetfähigen Gerät abruft. Gelingt es den TV-Sendern künftig nicht mehr, den Zuschauer lange genug an das Programm zu binden, müssen die Sendungen kürzer werden. Programme, die heute bis 60 Minuten Spielzeit haben, könnten in fünf Jahren vielleicht auf deutlich unter 40 Minuten Spielzeit eingedampft sein.

Die Qualität werbefinanzierter Programme ändert sich

Der Kampf um Zuschauer und Werbekunden wird nach Ansicht der Branchen-Entscheider dazu führen, dass Werbeerlöse sinken und die großen TV-Marken beim Programm sparen müssen. Nicht festlegen wollten sich die TV-Experten hingegen in der Frage, ob diese Sparmaßnahmen zwangsläufig zu einer sinkenden Qualität des werbefinanzierten TV-Programms führen werden und der TV-Nutzer diesen Mangel auch erkennt. Eingedenk der Tatsache, dass Qualität und Quote nicht Hand in Hand gehen, ist der Qualitätsbegriff im Fernsehen schwer zu definieren.

Hintergrund

Für die Studie „Fernsehvisionen“ wurden 40 Top-Entscheider aus acht Bereichen der Fernsehbranche befragt. Im Kern ging es dabei nicht um technische Möglichkeiten, sondern um eine Einschätzung, welche Trends sich im Markt binnen fünf Jahren durchsetzen werden. Die Ergebnisse bieten dem Eutelsat KabelKiosk wichtige Orientierungspunkte. Der KabelKiosk betreibt eine Mehrwertplattform für digitales Fernsehen. Netzbetreiber kaufen über den KabelKiosk lineare und nicht-lineare Programmpakete ein, die sie unter eigenem Namen vertrieben können. Zu den Kunden des KabelKiosks zählen über 300 Kabel TV- und IPTV-Anbieter in Europa.

„Die Erkenntnisse aus der Studie Fernsehvisionen unterstützen uns dabei, die Marktpotenziale neuer TV-Anwendungen besser einzuschätzen“, beschreibt Christian Heinkele von Eutelsat KabelKiosk, die Motivation zur Anfertigung dieser Studie. „Schon heute haben wir mit unserem Video-On-Demand-Angebot choice und der in Kürze startenden hybriden DVB-IP-Plattform Produkte im Angebot, die den Nutzungstrends vernetzter Fernsehzuschauer Rechnung tragen. Die GfK-Enigma-Studie liefert eine praxisorientierte Bestätigung dafür, dass wir mit unseren neuen Produkten gut aufgestellt sind.“

http://www.kabelkiosk.de/index.php?id=698&tx_ttnews[tt_news]=237&tx_ttnews[backPid]=694&cHash=67e108d9c6

Antworten:

Die Entlinearusierung des Fernsehens schreitet voran. Das klassische TV wird weiterhin existieren, allerdings wird kein technische Verbreitungsweg überleben, der nichts anderes als lineares Fernsehen kann. Damit sund die DVB-x-Formate mittelfristig außen vor.

von Alqaszar - am 23.11.2013 04:11
Zitat

, allerdings wird kein technische Verbreitungsweg überleben, der nichts anderes als lineares Fernsehen kann. Damit sund die DVB-x-Formate mittelfristig außen vor.

Weshalb denn das? Der Empfänger kann doch auch mehrere Empfangswege empfangen; es gibt ja auch jetzt schon internetfähige TV-Geräte an denen der Nutzer alles an einem Gerät hat. Oder anders gesagt: Es soll Gerüchten nach immernoch Leute geben die Radio über UKW hören obwohl sie Fernsehen über Sat schauen ;)

von Zwölf - am 23.11.2013 08:54
Wer ein internetfähiges TV-Gerät (HbbTV, Smart-TV) nutzt, kann schon heute die Mediatheken der Sender (oder bei DVB-T auch die Multithek mit Zusatzprogrammen) am Fernsehgerät sehen und muss das nicht am PC (bzw. Smartphone, Tablet) tun.

von Manfred Z - am 23.11.2013 14:49
Zitat:
Es soll Gerüchten nach immernoch Leute geben die Radio über UKW hören obwohl sie Fernsehen über Sat schauen


Die wissen halt, was zuverlässiger als das Breitband ist ;)

von delfi - am 23.11.2013 15:07
Die Frage ist einfach, warum ein Inhaltenabieter einen Verbreitungsweg bezahlen muss, wenn man die Kosten auf die Kunden abwälzen kann. Darauf beruht meine Prognose.

UKW wird meines Erachtens nach länger überleben als DVB-x, weil hier eine ausreichende Technik einem einfachem Zweck dient. ES gibt ja kein Naturgesetz, dass alles digital werden muss. Mit "digitaler" Frequenzanzeige und "digitalem" RDS ist UKW eigentlich digital genug.

Der Rückzug der privaten von DVB-T ist das erste Anzeichen dieser Entwicklung, die dazu führen wird, dass wir ersten für hochwertige Inhalte jenseits von "Bauer sucht Frau" und "Wer wird Millionär?" zahlen müssen, wir im Gegensatz diese aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt auf unserem Fernseher abrufen können.

Derzeit werden die Claims abgesteckt, und alle wollen daran verdienen: Die Gerätehersteller, die ihre Hardware (also das TV-Gerät) als physisches Gateway etwablieren wollen. Die Netzbetreiber, die nicht einfach nur Bitschubser sein wollen, sondern Inhalte weiterverkaufen wollen. Die Produzenten der Inhalte, welche am liebsten universale Pay-TV-Plattformen haben möchten.und den "Zwischenhandel" umgehen wollen. Spielekonsolehersteller verkaufen über ihre Boxen ebenfalls ausdiovisuelle Inhalte.

Da ist noch recht wenig entschieden, denn was nutzt beispielsweise Hbb-TV, wenn letztlich die Inhalte fehlen, wenn sich die Inhaltsproduzenten mit den Medienkonzernen und Netzbetreibern gegen die Hardwarehersteller verbünden? Warum wohl wollen die Netzbetreiber die Flatretes (und damit die Netzneutralität) am liebsten wieder loswerden?

In den USA haben Tivo udn dann Netflix den TV-Markt schon revolutioniert bzw. sind gerade dabei. Hier sind nun alle Marktteilnehmer gewarnt, und wer schneller eine wirkungsvolle Allianz schmiedet, der bekommt das größte Stück von Kuchen.

In der schwächsten Position sind einerseits die Hardwarehersteller, andererseits auch die Kunden, auf deren Rücken der Kampf ausgetragen wird. Das wird sicherlich noch einige, auch politische, Diskussion geben und die Karten neu mischen.

von Alqaszar - am 23.11.2013 17:38
In diesem Zusammenhang stört mich massiv diese Entwicklung: LG-Fernseher spähen Nutzer aus.
Wobei sich das Problem wohl nicht nur auf LG beschränkt, sondern auch Smartglotzen von Samsung und Panasonic betroffen sind.
Ich nutze an meinem Fernseher einen Raspberry Pi als Mediacenter, eben um damit gezielt Werbung aus dem Weg zu gehen. Und ich habe darüber die Kontrolle, was das Mediacenter kann und macht. Ohne "Petzen" bei dubiosen Quellen, ohne sinnlosen Unfug wie Facebook und Twitter und keinerlei "Apps" für kommerzielle Anbieter wie RTL oder der sogenannten "BILD" Zeitung.

von Bolivar diGriz - am 24.11.2013 09:09
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