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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
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GLS, B.Zwo, Kai., digifreak, Metthi

Störungen im Kabelnetz Göttingen

Startbeitrag von B.Zwo am 30.11.2013 10:29

Dieser interessante Artikel...

http://www.harzkurier.de/lokales/stoerung-legte-60000-haushalte-lahm-id1234425.html

...gibt Aufschluß darüber, dass man u.a auch Bad Lauterberg über das Kabelnetz Göttingen versorgt. Ich dachte immer die Kabelkopfstation für diese Region stünde auf dem Ravensberg bei Bad Sachsa :confused:

Antworten:

Die meisten Netze im Harz wurden 2011 an den Glasfaserstern Göttingen angeschlossen; bei Herzberg/Bad Lauterberg muss das sogar schon früher gewesen sein, 2004 vielleicht.

Hier findest du die Netzübersicht Niedersachsen:
http://www.kdgforum.de/viewtopic.php?f=2&t=17037

Analoges Radio wird wahrscheinlich noch über die alte Kopfstation (FMT Bovenden) gespeist, TV + digitales Radio kommt aber alles über Backbone. Dass Internet in Herzberg noch ging, liegt sicher daran, dass die ein eigenes CMTS haben. Diese befinden sich in der Netzstruktur nämlich eine Ebene unterhalb der TV-Kopfstationen.

von GLS - am 30.11.2013 14:25
Aha, dann kommt wahrscheinlich nur UKW noch über lokale Empfangsstationen wie dem Ravensberg. Oder spielt der gar keine Rolle mehr?

von B.Zwo - am 30.11.2013 20:30
In der Gegend kenne ich mich leider zu wenig aus - den FMT Ravensberg kannte ich schonmal gar nicht. Im MB-Richtfunknetz ist der jedenfalls nicht verzeichnet. Aber Wikipedia listet ihn auf und das unterste Foto zeigt doch recht eindeutig eine ESt (Empfangsstelle). Im Text ist von einer FuÜSt die Rede, aber das scheint nicht zu stimmen, denn welche Programme sollen vor dort abgestrahlt werden?

Jetzt habe ich ein bisschen weiter recherchiert und tatsächlich einen Eintrag "Bad Sachsa" als Kabelnetz der KDG rund um das Jahr 2006 gefunden. Heißt also: Bis mindestens 2006 war Bad Sachsa (und wohl der halbe Harz dazu) noch ein eigenes Netz mit Sat- und terr. ESt für TV+Radio auf dem Ravensberg. Dann irgendwann zwischen 2006 und 2010 wurde das Netz an den GF-Stern Göttingen 2 (= FMT Bovenden) angeschlossen, aber offensichtlich Radio weiterhin vom Ravensberg gespeist, dann auch für die Stadt Göttingen!:eek: Denn zwei EStn für eine Sache leistet man sich dann doch nicht, höchstens wenn vor Ort noch ein Lokalsender zusätzlich rein soll.

Dann kam 2011 natürlich der Anschluss an das KDG-Backbone - die neue Kopfstation (TV-PoP) ist seitdem Göttingen 300 (im Stadtteil Weende, also ganz in der Nähe zu der alten am FMT, aber nicht mehr dort).

Und UKW-Radio? Da hast du wahrscheinlich Recht, das kommt offenbar noch vom Ravensberg. Im dem Zeitungsartikel heißt es, dass in Göttingen kein Radio mehr ging, aber TV. Und im Harz war es wohl umgekehrt - nur logisch, dass die Glasfaserleitung zwischen GÖ und Harz unterbrochen war. Das heißt auch, dass Bovenden keine Rolle mehr spielt.

Internet/Telefon ist dann wie gesagt ne eigene Geschichte, weil jede größere Stadt ein CMTS hat.

von GLS - am 01.12.2013 18:16
Interessanter Turm da auf dem Ravensberg. Habe den Turm auch noch nie vorher gesehen. Auf dem 2. Bild bei Wikipedia kann man auf gut mehrere Sat-Antennen erkennen - auch ein Zeichen für eine KKS. Bild 3 zeigt eindeutig eine ESt auf, wie eben auch nicht selten, dass die Antennen neben dem eigentlichen Turm plaziert wurden.

Nur die Frage, die ich mir stelle, ob Bad Sachsa ein BK Netz war oder war es bis zum Anschluss an Göttingein ein Richtfunk- und später GFK-Netz? Wenn der halbe Harz daran hing, wohl er Nr. 2. Die Bilder vom FMT könnten ja schon neuere Bilder, ohne möglich Rifu-Antennen.

von Kai. - am 01.12.2013 21:09
Das mit dem "halben Harz" war nur Spekulation. Bitte nicht alles, was ich sage, für bare Münze nehmen. ;)

Nach weiterer Suche bin ich im KDG-Forum auf einen Beitrag eines auch hier nicht ganz unbekannten Users (:D) gestoßen, aus dem man das Jahr des Glasfaser-Anschlusses von Bad Sachsa an Göttingen erschließen kann: 2008 muss das wohl gewesen sein. Laut alten Radiolisten gehörten dazu die Orte: Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Walkenried und Wieda. Alles westlich davon (Herzberg etc.) hing wohl schon länger an GÖ.

Bis 2008 war Bad Sachsa sicher ein BK-Netz; heute ist es das nicht mehr, denn aus sicherer Quelle (Karte des kürzlichen eingestellten Senders FAN TV), wissen wir, dass die üBK bzw. das CMTS in Herzberg steht und Bad Sachsa zur bBK "degradiert" wurde.

Ob bis 2003 weiter entfernt liegende Netze wie eben Herzberg, Hattorf, Osterode, Duderstadt oder gar Braunlage/St. Andreasberg per Richtfunk vom Ravensberg versorgt wurden, kann ich leider nicht sagen, weil ich zu Niedersachsen keine Liste mit den alten Verteilsternen vorliegen habe (im Ggs. zu Bayern, wo die BLM das immer fleißig publiziert hatte) :(. Man müsste uralte Belegungen aus den 90ern vergleichen und schauen, ob dort die Sat-gespeisten Sender jeweils identisch waren, oder Kabelkunden aus den genannten Städten müssten sich erinnern, was damals im Testbild stand: "Deutsche Telekom - ..." :-)

Für das BK-Netz Bad Sachsa selbst schließe ich eine Richtfunkversorgung aus, da mir bislang niemand einen Beweis bringen konnte, dass auch terrestrisch empfangene UKW-Sender über Richtfunk zugeführt worden. (Zur Info: Die Sat-Radios wurden es im Gegensatz dazu tatsächlich!). Ich habe es an anderer Stelle schonmal geschrieben, im Zusammenhang mit dem Richtfunkstern Buttenheim bei Bamberg, aber niemand wusste eine Antwort. Wenn die UKW-ESt also auf dem Ravensberg ist, muss Bad Sachsa über Koaxial- oder Glasfaserkabel von dort versorgt werden bzw. worden sein. Das sind ca. 3,5 Kilometer Strecke bis zum ersten Haus, sollte gehen.

von GLS - am 02.12.2013 21:58
Zitat
GLS

Nach weiterer Suche bin ich im KDG-Forum auf einen eines auch hier nicht ganz unbekannten Users (:D) gestoßen


Aha, aha, schau mal an, wer das mal geschrieben hat...dort. Ich leide wohl doch schon unter Gedächtnisschwund;-).Aber eines war mir nämlich eindeutig noch im Sinn: Bad Sachsa und Duderstadt waren mal selbstständige Netze - mit eigener Komplettversorgung. Nur kannte ich die KKS von Bad Sachsa nicht bzw. wusste wo sie war.
,

Zitat

aus dem man das Jahr des Glasfaser-Anschlusses von Bad Sachsa an Göttingen erschließen kann: 2008 muss das wohl gewesen sein. Laut alten Radiolisten gehörten dazu die Orte: Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Walkenried und Wieda. Alles westlich davon (Herzberg etc.) hing wohl schon länger an GÖ.


Also dert Nahbereich, wie ich mir dachte.

Zitat

Bis 2008 war Bad Sachsa sicher ein BK-Netz; heute ist es das nicht mehr, denn aus sicherer Quelle (Karte des kürzlichen eingestellten Senders FAN TV), wissen wir, dass die üBK bzw. das CMTS in Herzberg steht und Bad Sachsa zur bBK "degradiert" wurde.


Hmm, aber wieder so ein Fall, wo es ein Wechsel der üBK gab. Ja nicht selten halt, dass die Stationen auf den höheren Erhebungen abgebaut wurden. Dann wurden aber mindestens 2 früher selbstständige oder teilselbstständigen Netze zusammengefriemelt.

Zitat

Ob bis 2003 weiter entfernt liegende Netze wie eben Herzberg, Hattorf, Osterode, Duderstadt oder gar Braunlage/St. Andreasberg per Richtfunk vom Ravensberg versorgt wurden, kann ich leider nicht sagen, weil ich zu Niedersachsen keine Liste mit den alten Verteilsternen vorliegen habe (im Ggs. zu Bayern, wo die BLM das immer fleißig publiziert hatte) :(. Man müsste uralte Belegungen aus den 90ern vergleichen und schauen, ob dort die Sat-gespeisten Sender jeweils identisch waren, oder Kabelkunden aus den genannten Städten müssten sich erinnern, was damals im Testbild stand: "Deutsche Telekom - ..." :-)


Also für St. Andreasberg mit Braunlage kann ich nur sagen: Das wird bis zum Anschluss an Göttingen 2008 oder so, ein selbstständiges Netz gewesen sein. Ich habe sogar die KKS gefunden:

https://maps.google.de/maps/myplaces?ll=51.706825,10.515128&spn=0.001429,0.002411&ctz=-60&t=h&z=19

Das kann man gut erkennen. Ganz früher hatte ich immer in Braunlage nach einer KKS gesucht, erst als ich wusste, dass St. Andreasberg der KKS Standort war, fand ich eines Tages die KKS.

In Herzberg könnte dies zumindest der Standort sein oder gewesen sein:

https://maps.google.de/maps?q=Am+Philipps,+Herzberg&hl=de&ll=51.649618,10.315647&spn=0.002862,0.004823&sll=51.510933,10.268011&sspn=0.04594,0.077162&oq=Herzberg,+Am+P&t=h&hnear=Am+Philipps,+37412+Herzberg&z=18

Ob da auch mal Sat-Antennen standen, schwer zu sagen. Bei Bing ist zwar ein andere Aufnahme, viel anderes ist auch nicht zu sehen.Bei Bing kann man übrigens gut erkenne, dass auf dem Ravensberg alle Sat-Antennen verschwunden sind!

Zitat

Für das BK-Netz Bad Sachsa selbst schließe ich eine Richtfunkversorgung aus, da mir bislang niemand einen Beweis bringen konnte, dass auch terrestrisch empfangene UKW-Sender über Richtfunk zugeführt worden. (Zur Info: Die Sat-Radios wurden es im Gegensatz dazu tatsächlich!). Ich habe es schonmal geschrieben, im Zusammenhang mit dem Richtfunkstern Buttenheim bei Bamberg, aber niemand wusste eine Antwort. Wenn die UKW-ESt also auf dem Ravensberg ist, muss Bad Sachsa über Koaxial- oder Glasfaserkabel von dort versorgt werden bzw. worden sein. Das sind ca. 3,5 Kilometer Strecke bis zum ersten Haus, sollte gehen.


Mit den Erkenntnissen, die wir haben, denke ich auch, dass Bad sachsa per Koax angeschlossen war an den Ravensberg.

von Kai. - am 03.12.2013 00:55
Der Standort der KKS St. Andreasberg war bis zur Einführung von DVB-T gleichzeitig auch ein Fernsehumsetzer für terrestrisches Fernsehen.
Interessant fand ich immer, dass die Empfangsantennen wohl teilweise gleichzeitig für den Fernsehumsetzer als auch für das BK-Netz genutzt wurden. So gab es für den Empfang von Göttingen nur eine UHF-Doppelantenne, die wohl N3 sowohl für den Umsetzer als auch für die Kabeleinspeisung empfangen hat. Eine weitere UHF-Antenne war wohl auf den Hohen Meissner ausgerichtet. Das erste Programm wurde vom Torfhaus empfangen, obwohl es dorthin keine Sichtverbindung gibt (Berge dazwischen). An einem kleinen Holzmast neben dem eigentlichen TVU-Mast befanden sich UKW-Antennen, eine weitere VHF-Antenne in südliche Richtung (wohl Hoher Meissner für die Einspeisung von ARD-HR (in der Anfangszeit des Kabelfernsehens wurden in vielen Netzen unterschiedliche Regionalversionen des ersten TV-Programms der ARD eingespeist, wenn diese terrestrisch zu empfangen waren)) sowie eine UHF-Antenne Richtung Brocken (auch keine Sichtverbindung) für DDR2 bzw. später MDR3. Es gab eigene Parabolantennen für Satellitenempfang, aber keine Richtfunkanbindung, es war also ein Inselnetz. Nach Einführung von DVB-T wurden die Sendeantennen am TVU-Mast entfernt, die Empfangsantenne (ich meine Richtung Göttingen) verblieb aber am Mast. Möglich, dass für das Kabel DVB-T aus Göttingen in analog-TV umgewandelt wurde. Inzwischen sind auch sämtliche Empfangsantennen (einschließlich Satellitenantennen) entfernt, und das Netz wurde wohl an Göttingen angeschlossen. Am früheren TVU-Mast sind nur noch Mobilfunkantennen.

von Metthi - am 03.12.2013 07:55
Der Ravensberg beheimatete damals auch eine Außenstelle des Bundesamts für Fernmeldestatistik:cool:

von digifreak - am 03.12.2013 15:01
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