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Alqaszar, HeibelA, andimik, Francesco210175, RTL 102.5 Fan

[I:] Hörerzahlen Italien 2013 - Gewinne für Spartenprogramme, Verluste für Mainstreamprogramme

Startbeitrag von RTL 102.5 Fan am 21.02.2014 21:39

Hörerzahlen für das Zweite Halbjahr 2013

Die neuesten Hörerzahlen für das zweite Halbjahr 2013 (Juli-Dezember) wurden nun veröffentlicht. Durchgeführt wird die Umfrage jährlich von "Radio Monitor", das zu GFK, dass europaweit aktiv ist, gehört.Durchgeführt wird die Umfrage einerseits telefonisch, andererseits über ein Panel. Ein Panel ist eine ausgewählte Gruppe von Haushalten, die regelmäßig zu ihren Hörgewohnheiten Notitzen macht. Obwohl solche Daten eigentlich nicht relevant sind, da es unmöglich ist, das wirkliche Hörerverhalten zu ergründen, erst recht nicht mit solchen Befragungen, stellen diese Daten für Radiomacher eine wichtige, finanzielle Basis dar, denn sie entscheiden darüber, ob Werbekunden sich für das Radioprogramm entscheiden und sind daher wichtig für den Fortbestand des Unternehmens.

Und das sind die Daten der landesweiten Radiostationen für das 2. Halbjahr 2013:

1) RTL 102.5 – 6.859.000 ( - 142.000)
2) Radio Deejay – 4.738.000 ( -318.000)
3) RDS – 4.714.000 (+ 29.000)
4) Radio Italia Solo Musica Italiana – 4.611.000 (+ 20.000)
5) Radio 105 – 4.591.000
6) Rai Radio1 – 4.064.000
7) Rai Radio2 – 2.813.000
8) Virgin Radio – 2.371.000 (+ 19.000)
9) Radio 24 – 1.957.000 (-177.000)
10) m2o – 1.824.000 (+ 66.000)
11) R 101 – 1.820.000 (-100.000)
12) Radio Kiss Kiss – 1.785.000 (-192.000)
13) Radio Capital – 1.740.000 (-13.000)
14) Radio Maria – 1.433.000
15) Rai Radio3 – 1.345.000
16) RMC Radio Monte Carlo – 1.201.000 (-60.000)
17) Radio Radicale – 300.000

(in Klammer: Verluste/Gewinne von einigen landesweiten Stationen)

Der große Gewinner 2013 ist laut diesen Daten m2o, das Dance-Electro-Radioformat erreicht knapp 2 Millionen Zuhörer und kann 66.000 Zuhörer mehr verbuchen, und überholt damit deutlich Radio Capital, dass zusammen mit Deejay und m2o zur "Elemedia" Gruppe gehört. Für viele eine Überraschung, hieß es doch 2011, dass m2o eingestellt werden soll. Die steigenden Hörerzahlen bedeuten mehr Werbeeinnahmen und eine Frequenzumgestaltung zu Gunsten m2o wird daher immer wahrscheinlicher (m2o hat meist miese Frequenzen, während Capital oft doppelt von einem Standort gesendet wird).

Außerdem zulegen kann RDS, die im letzten Jahr etwas ihr Konzept geändert hatten. RTL 102.5 bleibt weiterhin Marktführer, verliert jedoch. Große Verluste für Radio Deejay - meiner Meinung verdient, weil dieses ewige Geplaudere auf diesen Sender ist einfach unerträglich.

Diese Zahlen gehen generell gegen den europäischen Trend: "Mainstream-Programme" wie RMC - Radio Monte Carlo, Radio Deejay oder RTL 102.5 verlieren etwas, während die großen Gewinner eindeutig Spartenprogramme darstellen: m2o als einziges, landesweites Danceradio Italiens, Virgin Radio (+ 19.000) als Rockformat, Radio Italia - Solo Musica ITalian mit rein italienischer Musik (+ 20.000).

Spannend auch die Ergebnisse bei den Lokalprogrammen: Radio Subasio ist in Umbrien, der Toscana und Latium/Lazio und den Marken/Marche weiterhin sehr stark, in Umbrien sogar meistgehörtes Programm, ebenso in Rom mit über 2 Millionen Hörer. Radio Norba, dass in Apulien, Kalabrien und in Kampanien gesendet wird, kann ebenfalls stark zulegen und erreicht in den besagten Regionen 25%. Die "Big Player" sonst sind klar Radio Birikina und Radio Company im Veneto und in Friaul Julisch Venetien,Radio Bruno in der Emilia/Romagna und Radio Babboleo in Ligurien. Radio Zeta, dass fast ausschließlich Folkloremusik spielt, erreicht in der Lombardei sowie im Aostatal sehr hohe Einschaltquoten mit 1 Million Hörern.

Und auch auf Lokalradioebene gewinnen Spartenprogramme: Radio Globo setzt den Höhenflug fort und erreicht mit nur wenig Frequenzen fast 10% in Latium, ebenso Dimensione Suono Roma, dass wie Discoradio in der Lombardei einen europaweit einzigartigen Mix aus aktuellen Songs sowie Danceklassikern der 90er und der 2000er fährt.

Und noch ein interessantes Detail: Radio Ibiza, ein komplett reines, unmodertiertes Danceprogramm, kommt auf satte 14% in Kampanien.

Fazit: Spartenradio egal in welchem Genre wächst in Italien, im Vergleich zum Rest Europas eine positive Entwicklung. Beim großen Verlierer KissKiss haben bereits Umbauarbeiten begonnen, an der Musikauswahl wird bereits gefeilt, geplant ist eine stärkere Spezialisierung auf die jüngere Zielgruppe. Erste Ergebnisse kann man bereits jetzt (angeblich, noch keine Zeit gehabt zum Hören) im Programm erkennen.

Weitere Details: http://alpe-mare.de/index.php/21-news/666-radio-news-vom-21-02-2014

Antworten:

Capital ist einfach zu scharchig und kann sich nicht gegen die Platzhirsche 102,5 RTL und RDS durchsetzen. Zumal man ja auch dem eigenen Radio Deejay nicht gefährlich werden will.

Insgesamt scheint es ein Revival von elektronischer Musik zu geben, Dance dominiert, aber auch House und andere Elektro-Spielarten sind häufig bei m2o zu hören, so jedenfalls mein subjektiver Eindruck. Es wird auch nicht nur platter Mainstream gespielt wie bei sunshine live.

Es können vor allem auch Programme reüssieren, die einen vergleichsweise geringeren Wortanteil aufweisen. Allerdings kann sich Radio 105, wo es oft lange "Laberstrecken" gibt, in der Spitzengruppe halten.

von Alqaszar - am 21.02.2014 23:54
Zu Radio Deejay einige Eindrücke aus der Vergangenheit...ich hörte den Sender das erste Mal im Februar 1989, also vor genau 25 Jahren in Apulien, damals waren die Networks dort noch nicht überall zu empfangen, nur das damalige Rete 105 genoß das Privileg als erster Sender wirklich landesweit empfangen zu werden (die massive Werbung der Grundig Autoradios mit RDS sprach Bände), alle anderen Programme folgten erst in den 1990er Jahren. Radio Deejay war damals wirklich gut und spielte meistens Nonstop-Musik ohne viel Gelaber, ich erinnere mich noch sehr gut an die Sendungen "Megamix" (welche meistens von DJ Fargetta oder DJ Molella zusammengestellt waren) diese liefen jedes Wochenende ab 20 Uhr bis früh morgens, oder auch die "Deejay Charts", jeden Sonntag nachmittag konnte man die gesamte Sendung aufzeichnen, es gab nur kurze Werbeblöcke und Jingles.

Damals war das Programm viel besser, klar in der Woche gab es Frühstücksradio und diverse andere Sendungen wo gesprochen wurde (allerdings überwog damals noch die Musik), aber es war bei weitem nicht so schlimm wie in den letzten 15 Jahren, seitdem die Brüder Alberto und Pasquale Di Molfetta (aka Albertino und Linus) das sagen haben...die schönen und vor allem innovativen Zeiten, als Claudio Cecchetto dort der Mastermind war, sind lange vorbei.

Aus dem ersten Radio Capital hätte ebenfalls etwas sehr schönes werden können, denn das war Cecchettos Kind in den 90er Jahren. Aber auch da war es schnell vorbei und es nahm der Kommerztrott seinen lauf.

Und was Radionorba angeht, dieser ist nicht nur in Apulien, Kalabrien und Kampanien zu empfangen sondern auch in der gesamten Basilikata sowie im Molise und in großen Teilen der Abruzzen, neben Radio Subasio ist das der überregionale Sender mit der größten technischen Reichweite.

Ich würde mich über die aktuellen sehr guten Quoten freuen, wenn das der Sender wäre mit dem ich dort meine Jugend verbracht habe (also von 1987 bis 1989). Damals war Radionorba wirklich klasse, heute ist das nur noch ein Klon der großen Networks, welcher mangels wahrer Konkurrenz und der besagten fantastischen technischen Reichweite praktisch ein Platzhirsch in Süditalien geworden ist.

Zu den anderen Programmen wurde hier bereits alles gesagt.

von Francesco210175 - am 22.02.2014 00:18
Zwischen Platz 16 und 17 ist aber ein schönes Gefälle ...

von andimik - am 22.02.2014 08:51
Auch zwischen Platz 6 und 7 ein großer Sprung. Da kann man schon von den großen Sechs in Italien sprechen.

von HeibelA - am 22.02.2014 08:59
Im Grunde ja, denn es dürfte einige regionale Sender geben, die mehr Hörer haben als Radio Radicale.

von Alqaszar - am 22.02.2014 23:38
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