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Erfüllt Impala als russischer Propaganda-Sender noch Lizenzbedingungen?

Startbeitrag von Fred54 am 14.04.2014 19:21

Via Radio Impala laufen fast ausschließlich Sendungen des russischen Staatssenders "Stimme Russland".
Wer da zur Zeit reinhört, der fühlt sich in Zeiten des Kalten Kriegs versetzt: Kreml-Propaganda pur !

Da Radio Impala mit deutscher Lizenz via DAB sendet, stellt sich die Frage, wann die Landesmedienanstalten hier endlich einschreiten? Meinungspluralismus, wie er eigentlich von privaten Veranstaltern eingefordert wird, findet auf dem Kanal jedenfalls nicht statt. Welche LRA hat Impala lizensiert bzw. hat die Aufsicht?

Die 50 interessantesten Antworten:

Das ist richtig, aber benatwortet noch nicht, wieso IMpala in NRW einen DAB+-Platz haben darf, wo dieser doch "besser" benutzt werden könnte. Wer die Geschichte der DAB+-Ausschreibung in NRW kennt, weiß aber, dass Radio Imapal als einziger Anbieter keinen Rückzieher gemacht hat.

Die Stimme Russlands -- übrigens heute nicht mehr existent, sondern institutionell von "Russland heute" abgelöstr, welches noch Kreml-näher sein dürfte -- betrieb ja bis vor Kurzem noch zahlreiche Mittelwellensender, auch in Deutschland und sogar in der Schweiz.Das war damals schon fraglich, was die tatsächlich erreichten Hörer aning, aber dann kam eien recht plötzliche Kehrtwende.

Diese beinhaltet nun auch die Nutzung des Internet und des Satellitenfernsehens ("Propaganda, die vom Himmel kommt!"), die traditionellen AM-Übertragunsgwege sind weggefallen.

Das geschah fast zeitgleich mit der bereits oben erwähnten institutionellen Reform. Von Staatsferne dürfte bereits bei der Stimme Russlands keine Rede gewesen sein. Die Inlandsmedien sind entweder direkt oder indirekt vom Kreml abhängig, egal ob staatlich oder privat.

Private Medien, welche sich nicht kremltreu zeigten, sind seit Putins Antritt systemastisch zurückgedrängt worden. Der Austausch der Stimme Russlands durch "Russia Today" ist dabei schleichend erfolgt. RT existiert ja schon etwas länger und machte sich zunächst auch durch kritische Berichte zu Themen abseits der westlichen Meinung einen Namen.

Heute wissen wir, dass dies nurdas Warmlaufen war, um bei besonders naiven Zeitgenossen eine Art Vertrauensvorschuss zu erwirtscheften. Heute ist RT eine Propagandaschleuder, die "Radio Moskau" zu Hochzeiten des Kalten krieges in nichts nachsteht.

In Deutschland hat man seit Gorbatschow an ein besseres Russland geglaubt und -- entgegen der Wartnungen der neuen mittelosteruopäischen Partner -- ein enges wirtschaftlices Verhältnis gepflegt. Die Zurverfügungstellung der Mittewellensender und des DAB+-Sendeplatzes sind noch Ausdruck einer sehr moskaufreundlichen Haltung, welche seit SChröder/Fischer die deutsche Außenpolitik bestimmt.

Was die deutschen Medien angeht: Sie haben in der Ukraine-Krise größtenteils versagt, vor allem die Tagesschau. Monatelang wurde diese blonde Oligarchin als Symbol der Demokratie hochstilisiert. Währed der Maidan-Proteste konnte man den Eindruck gewinnen, dass der abgehalftere Kirmesboxer persönlich die Opposition befehligte.

Das alles hat sich als Wunschdenken und Propaganda heruastegestellt. Auch die Tatsache, dass mit der Ukraine-Krise die deutsche Außenpolitik der letzten 20 Jahre in Trümmern liegt, wurde em TV-Volk erfolgreich verheimlicht.

von Alqaszar - am 14.04.2014 20:41
Zitat

Was die deutschen Medien angeht: Sie haben in der Ukraine-Krise größtenteils versagt, vor allem die Tagesschau. Monatelang wurde diese blonde Oligarchin als Symbol der Demokratie hochstilisiert. Währed der Maidan-Proteste konnte man den Eindruck gewinnen, dass der abgehalftere Kirmesboxer persönlich die Opposition befehligte.

Das alles hat sich als Wunschdenken und Propaganda heruastegestellt. Auch die Tatsache, dass mit der Ukraine-Krise die deutsche Außenpolitik der letzten 20 Jahre in Trümmern liegt, wurde em TV-Volk erfolgreich verheimlicht.


Im DLF kam vor 3-4 Wochen in den Informationen am Morgen die Frage des Mods an einen Politiker, ob das Selbstbestimmungsrecht -für das DE z. B. im Kosovo, Jugoslavien und der DDR (!!)- immer so sehr eingetreten ist, nicht auch für die Ostukraine gilt, die ja so was ähnliches machen will, nur halt als Ziel nicht die EU, sondern Russland hat.
Der Politiker kam gehörig ins Schwimmen mit einer Antwort.
Es passt halt der EU nicht, dass es welche gibt, die statt zur Nato und zur EU lieber einen anderen Weg gehen wollen.
Und dass die Ukraine gleich zu anfang die russische Sprache als offizielle Zweitsprache verboten hat (da rudern sie heute zurück) war ein Kapitalfehler der Maidan-Leute. In unseren Medien wurde darüber so gut wie gar nicht berichtet. Wenn die Türkei Kurdisch auf den Sprachindex setzen würde, wäre das sofort die Titelmeldung der Tagesschau.

von Schwabinger - am 15.04.2014 11:29
Zitat
Schwabinger
Zitat

Monatelang wurde diese blonde Oligarchin als Symbol der Demokratie hochstilisiert.

Dass die Dame mit den Mordgelüsten sehr zwiespältig ist, wurde aber nie verschwiegen. Zumindest nicht bei den D-Radios und B5aktuell, und auch nicht bei Spiegel Online. Beim SWR bin ich mir grad nicht sicher; das sind jedenfalls meine 4 Hauptquellen. Mag sein, daß oberflächlichere Medien alles auf Blondi fokusiert haben.

Zitat

Im DLF kam vor 3-4 Wochen in den Informationen am Morgen die Frage des Mods an einen Politiker, ob das Selbstbestimmungsrecht -für das DE z. B. im Kosovo, Jugoslavien und der DDR (!!)- immer so sehr eingetreten ist, nicht auch für die Ostukraine gilt, die ja so was ähnliches machen will, nur halt als Ziel nicht die EU, sondern Russland hat.

In Ex-Jugoslavien gab es (im Fall Bosniens und des Kosovos einen (teils "nur" versuchten) Völkermord, allein dadurch ist das nicht mit der Ukraine vergleichbar.
De jure ist es richtig, dass beides völkerrechtswidrig war - Krim wie Kosovo. Ein Teil eines Staatsgebildes kann nur mit Zustimmung des Gesamtstaats von diesem unabhängig werden (Beispiele: Osttimor, Südsudan). Deshalb kann z.B. ein Referendum über die Unabhängigkeit des Donetsk-Beckens nur in der ganzen Ukraine durchgeführt werden.

Zitat

Es passt halt der EU nicht, dass es welche gibt, die statt zur Nato und zur EU lieber einen anderen Weg gehen wollen.

Die Ukrainer selbst wollen so leben wie wir im Westen, nicht unter einem Regime wie in Rußland. Sprich einfach mit Ukrainern.
Sie wollen allerdings auch nicht mit dem russischen Brudervolk brechen. Daß hier ein Ausgleich und kein entweder-oder gefragt ist, hat der Westen bestenfalls zu spät - möglicherweise auch nie - verstanden.

Zitat

Und dass die Ukraine gleich zu anfang die russische Sprache als offizielle Zweitsprache verboten hat (da rudern sie heute zurück) war ein Kapitalfehler der Maidan-Leute. In unseren Medien wurde darüber so gut wie gar nicht berichtet.

Das ist falsch. Entweder bei spon oder dlf wurde schon am Tag nach dem Janukowitsch-Sturz darüber berichtet.

Zitat

Wenn die Türkei Kurdisch auf den Sprachindex setzen würde, wäre das sofort die Titelmeldung der Tagesschau.

Einfach, weil das mehr Leute interessiert. In Deutschland wohnen mehr Kurden als Ukrainer, und mehr Leute, die die Türkei kritisieren wollen als Leute, die Rußland kritisieren wollen. Niemand hat mangels Aktualität derzeit ein Interesse daran, einen EU-Beitritt Rußlands zu verhindern ;-)


Du zeigst recht deutlich das eigentliche Problem auf: Für Informationen gibt es nicht nur eine Bring- sondern auch eine Holpflicht. Wer sich nur mit musikbettverseuchten Hitdudler-Nachrichten, Bild-Zeitung nud Privat-TV-Newsflash informiert, wird eben nicht richtig informiert. Seriöse Medien mit Hintergrundinformationen sind in Deutschland frei zugänglich und werden nicht zensiert. Das ist der große Unterschied zu Rußland und seinen Medien. Beiden Ländern gemeinsam ist, daß viele Leute garkein Interesse daran haben, nach ausführlichen Informationen zu suchen. Denen reichen dann die Hitradio-Schlagmichtot- oder Radio-Rossija-Nachrichten vollkommen aus. Die Menschen wollen nunmal nicht mit komplexen Sachverhalten konfrontiert werden. Die Wahrheit ist aber meist komplex...

von DH0GHU - am 15.04.2014 12:05
So einfach schwarz und weiss sehen kann man das leider nicht, wie es unsere Medien uns von den Technokraten in Bruessel 1:1 weitergeben.
Wer Sendungen zum Thema ausfuehrlich verfolgt, stellt aber zum Glueck fest, dass es insbesondere zu spaeterer Stunde auch andere Meldungen in die deutschen Medien schaffen. Vorgetragen von Journalisten und Politikern, die sich mit Russland und der Ukraine auskennen.

Was bitte hatte ein Herr Westerwelle auf dem Maidan zu suchen, als Demonstranten versuchten eine vor nur wenigen Jahren mit 80% ligitim gewaehlte Regierung zu stuerzen?
Man stelle sich mal vor, die linke Oposition in Deutschland schafft es ein paar Millionen Anhaenger zum voruebergehenden aber doch laengerem Camping vor dem Bundestag zu ueberreden und Politiker aus anderen Staaten kommen vorbei und bestaerken die Demonstranten solange durchzuhalten, bis die legitim gewaehlte Kanzlerin zurueckgetreten ist.
Demokratie muss an der Wahlurne entschieden werden und nicht durch Randale und auch nicht durch das Versprechen von Steuermilliarden der EU. Es ist ja schoen, wenn die EU einen neuen Absatzmarkt in der Ukraine sieht aber die Buerger der Ukraine muessen schon selber entscheiden duerfen ob sie sich eher nach Europa oder nach Russland oder eben doch zu beiden hingezogen fuehlen. Jetzt durch die politische Isolation der Westukraine in Kiew wird es aber schwierig, das Land als Ganzes zu regieren und dabei von allen akzeptiert zu werden.
Das die EU einen schweren politischen Fehler begangen hat, haben die Politiker in Bruessel schon lange kapiert. Dumm nur, dass Russland am laengeren Hebel sitzt und den Westen jetzt nach belieben vorfuehren kann. Wobei ich nicht denke, dass Russland es dabei zu sehr uebertreiben wird. Laengerfristig wird auch dort die 'okonomische Vernunft' siegen.

von Nordlicht2 - am 15.04.2014 13:59
Zitat
DH0GHU
Mag sein, daß das in den FERNSEH-Nachrichten so ist.

Soso... Du drehst es dir auch wie du es brauchst. Vorher noch klang das so:

Zitat
DH0GHU
Wer sich nur mit musikbettverseuchten Hitdudler-Nachrichten, Bild-Zeitung nud Privat-TV-Newsflash informiert, wird eben nicht richtig informiert.

und
Zitat
DH0GHU
Seriöse Medien mit Hintergrundinformationen sind in Deutschland frei zugänglich und werden nicht zensiert.

Wo genau wuerdest du also nun die Tagesschau einsortieren?

Zitat
DH0GHU
Ich weiß schon, warum ich mich bei meinem Nachrichtenkonsum im Wesentlichen auf DLF und Internet konzentriere. In 15 Minuten, von denen 66% auf Hübsche Bilder, Sport, Boulevard und Wetter entfallen, kann man nicht angemessen Hintergrundinformationen liefern.

DIE Institution in Sachen Information reduzierst du also weitgehend auf Huebsche Bilder, Sport, Boulevard und Wetter und setzt sie quasi gleich mit den RTL2 News? Eieiei...

Zitat
DH0GHU
Von nur Pro westukraine, Pro Rebellen und Pro Israel kann doch garkeine Rede sein.

Davon war auch nicht die Rede. Sondern die Frage, ob hierzulande ausgewogen berichtet wurde. Ausgewogen, neutral (wie es sich fuer oeffentlich-rechtliche Medien gehoert), oder eben doch nur aus der westlichen Brille, die alles andere als neutral ist? Und es geht darum, ob selbst eine ganz offensichtlich verzerrte Darstellung, wie man sie von der Stimme Putins praesentiert bekommt, nicht durchaus auch zur neutralen Meinungsbildung beitragen kann? Es reicht ja, dass man erkennt, dass es eben nicht nur diese eine Wahrheit gibt, die uns v.a. anfangs praesentiert wurde.

Zitat
DH0GHU
Ihr hört / lest / schaut einfach die falschen Nachrichten, wenn ihr sowas nicht mitbekommt. Nochmal: Information ist keine reine Bringschuld, das ist auch eine Holschuld. Und bewerten müßt ihr die Meldungen selbst.

Ich erwarte mir zumindest im Rahmen des Oeffentlich-rechtlichen Programmauftrags eine neutrale, oder zumindest ausgewogene Berichterstattung und das nicht nur zu irgendwelchen Unzeiten oder auf Spartenkanaelen versteckt, sondern im normalen Tagesprogramm, mit dem die breite Masse angesprochen wird. Denn um dein Argument umzukehren: es gibt nicht nur eine Holschuld, sondern durchaus auch eine Bringschuld!

von Habakukk - am 15.04.2014 14:25
Zitat
iro

Im Gegensatz zur Ukraine war Jugoslawien aber eine aus Teilrepubliken bestehende "Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien". So einen Staatenbund kann man auch wieder verlassen... sofern es die Verfassung des Gesamtstaates erlaubt.
Das Kosovo dagegen ist ein anderer Fall, es war keine Teilrepublik, sondern nur eine Provinz der Teilrepublik Serbien.
Die Krim war auch eine "Autonome Republik" innerhalb der Ukraine, die Ukrainische Verfassung erlaubt aber kein einfaches Verlassen des Gesamtstaates außer per nationaler Volksabstimmung oder Parlamentsbeschluss. Egal... gegessen. Die Krim ist weg und bleibt auch weg.


Nach dieser Logik dürfte es aber heute keine Ukraine, keine baltischen Staaten, kein Kasachstan usw geben. Das alles waren Länder der UdSSR, die sich unrechtmäßig gelöst hatten. Zumindest für die baltischen Staaten gilt dies, die haben sich schon vor Auflösung der UdSSR abgelöst. Auch über die Zukunft der UdSSR wurde ein Referendum abgehalten, 78% haben für den Fortbestand gestimmt. Ich erinnere mich nicht an einen Aufschrei, als sich die ersten Staaten von der UdSSR abgespaltet hatten. Völkerrecht ist offenbar immer das, was den Amerikanern gerade am besten auskommt. So eklären sich dann so Merkwürdigkeiten, dass die Besetzung Grenadas oder Panamas ebensowenig ein Verstoß gegen das Völerrecht waren wie die Abspaltung des Kosovo, die Rückkehr der Krim nach Russland als Folge eines Referendums, welches den Menschen dort seit 1990 vorenthalten wurde jedoch völkerrechtswidrig sein soll.

von Bolivar diGriz - am 15.04.2014 15:25
@ DH0GHU

Zitat

Für Informationen gibt es nicht nur eine Bring- sondern auch eine Holpflicht.


Zumindest die Öffentlich-Rechtlichen haben da eine Bringpflicht! Denn dafür werden sie von jedem deutschen Haushalt bezahlt!

Wenn das wirklich so ist, wie du es beschreibst, dann können wir die Öffentlich-Rechtlichen gleich komplett abschaffen und jeder recheriert einfach selbst.



@ Habakukk

Zitat

Sendungen wie z.B. "Hart aber Fair" zu diesem Thema fand ich sogar ausgesprochen peinlich fuer Oeffentlich-rechtliches Fernsehen.


Diese ganzen Talkshows, die bei ARD und ZDF laufen, haben meiner Meinung nach rein gar nichts mit Journalismus zu tun, obwohl sie gerne als genau das deklariert werden um sie zu rechtfertigen. Da werden offenbar auch gerne Gestalten eingeladen, wo man schon vorher genau weiß, daß die sich ordentlich fetzen werden. In der Sendung "Hart aber Fair" ließ man mal irgendeine bis dato unbekannte erzkonservative Pädagogin, die irgendwie in den 1950ern stehen geblieben ist, und ein Mitglied der Piratenpartei zum Thema "Jugendliche und Internet" aufeinander los. Da hat nicht mehr viel gefehlt um den RTL-P7S1-Talkshows aus den 1990ern das Wasser reichen zu können.


Zitat

Ich erwarte mir zumindest im Rahmen des Oeffentlich-rechtlichen Programmauftrags eine neutrale, oder zumindest ausgewogene Berichterstattung und das nicht nur zu irgendwelchen Unzeiten oder auf Spartenkanaelen versteckt, sondern im normalen Tagesprogramm, mit dem die breite Masse angesprochen wird. Denn um dein Argument umzukehren: es gibt nicht nur eine Holschuld, sondern durchaus auch eine Bringschuld!


:spos:



@ Mc Jack

Zitat

Was das Video betrifft: Ich persönlich halte Facebook für keine seriöse Quelle. Schon gar nicht in diesem einen Fall.


Er meinte wahrscheinlich dieses Filmchen:
http://www.youtube.com/watch?v=a_fWq-jldWs

Das ging offenbar genau so über die Sender.

von Kay B - am 15.04.2014 16:16
Ob Stimme Russlands, RT oder eine Neuauflage des "Senders Frieden und Fortschritt" - jedem bleibt im offenen Äther bei uns selbst überlassen, was er sich antut und wie weit er etwas an sich heran lässt bzw. verinnerlicht.

Und jetzt OT unter uns notorischen Besserwissern:
Was wir heute erleben, wurde dem geneigten Leser dieses Buches hier schon 1991 vom Journalisten Johannes Grotzky vorgezeichnet. Alle Sünden von 70 Jahren sowjetischer Nationalitätenpolitik, willkürliche Grenzziehungen (z.B. im Ferghanatal, dem ehemaligen Khanat Kokand, das heute auf Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan aufgeteilt ist - Ursache heutiger Minderheitenkonflikte wie zuletzt 2010) und die Bildung von Sowjetrepubliken, denen gerade Stalin gerne russisch besiedelte Randgebiete angliederte, um die Titularnationen durch eine kritische Masse loyaler Altrussen zu schwächen. Die russophone Ostukraine ist eine selbstbewusste Bergbauregion wie die Ruhr, die Saar oder Lothringen zu ihren Blütezeiten. 90% der Produktion geht nach Russland, wo fossile Energie noch hoch im Kurs steht. Für den gemeinen "Шахтёр" (Schachtior=Bergmann) ist die EU-Annäherung ein Feindbild und warnendes Beispiel, mit dem er Jobverlust, Zechenschließungen und Verelendung verbindet. Gegen Hyperinflation und das gefühlte Chaos der Zentrale in Kiew hilft denen der Blick zurück auf die glorreichen Zeiten der SU, das Putin verkörpert. Unsere Medienstars Klitschko, Pussy Riot und Chodorkowski sind für den Durchschnitts-Russen oder -Ukrainer nicht alltagsrelevanter als René Weller, Amon Düül und Rudi Dutschke für den BILD- und EXPRESS-lesenden Kohlekumpel der 60-er Jahre.

von FrankenWalder - am 15.04.2014 16:44
Zitat
Habakukk
Zitat
DH0GHU
Mag sein, daß das in den FERNSEH-Nachrichten so ist.

Soso... Du drehst es dir auch wie du es brauchst. Vorher noch klang das so:

Zitat
DH0GHU
Wer sich nur mit musikbettverseuchten Hitdudler-Nachrichten, Bild-Zeitung nud Privat-TV-Newsflash informiert, wird eben nicht richtig informiert.

und
Zitat
DH0GHU
Seriöse Medien mit Hintergrundinformationen sind in Deutschland frei zugänglich und werden nicht zensiert.

Wo genau wuerdest du also nun die Tagesschau einsortieren?

Wenn es stimmt, dass sie nie über russische Positionen berichtet: Nicht seriös. Ich kann das nicht aus eigener Erfahrung bestätigen. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die ich konsumiere, sind jedenfalls nicht so einseitig.

Zitat

Zitat
DH0GHU
Ich weiß schon, warum ich mich bei meinem Nachrichtenkonsum im Wesentlichen auf DLF und Internet konzentriere. In 15 Minuten, von denen 66% auf Hübsche Bilder, Sport, Boulevard und Wetter entfallen, kann man nicht angemessen Hintergrundinformationen liefern.

DIE Institution in Sachen Information reduzierst du also weitgehend auf Huebsche Bilder, Sport, Boulevard und Wetter und setzt sie quasi gleich mit den RTL2 News? Eieiei...

Nein, nicht gleich. Für mich persönlich ist das Thema "TV-nachrichten" nicht sonderlich bedeutend, d.h. ich nutze sie so gut wie nie, insofern kann ich nur auf die Äußerungen in diesem Thread zurück greifen. Ich vermute, die Tagesschau ist immernoch "besser" als RTL-Nachrichten - aber es ist nunmal kein Vergleich zu den "Informationen am Morgen" im DLF, oder der Online-Ausgabe des SPIEGEL. Schon aus Kapazitätsgründen. Mir sind 15-minütige TV-Nachrichten jedenfalls nicht tiefgründig genug.

Zitat

Zitat
DH0GHU
Von nur Pro westukraine, Pro Rebellen und Pro Israel kann doch garkeine Rede sein.

Davon war auch nicht die Rede. Sondern die Frage, ob hierzulande ausgewogen berichtet wurde. Ausgewogen, neutral (wie es sich fuer oeffentlich-rechtliche Medien gehoert), oder eben doch nur aus der westlichen Brille, die alles andere als neutral ist? Und es geht darum, ob selbst eine ganz offensichtlich verzerrte Darstellung, wie man sie von der Stimme Putins praesentiert bekommt, nicht durchaus auch zur neutralen Meinungsbildung beitragen kann? Es reicht ja, dass man erkennt, dass es eben nicht nur diese eine Wahrheit gibt, die uns v.a. anfangs praesentiert wurde.

Ich habe weder etwas gegen die Ausstrahlung der Stimme Rußlands in D, noch bin ich der Meinung, dass in unseren Medien eine wirklich perfekt neutrale Darstellung vorherrscht. Die "Gegenmeinungen" zur "Mehrheitsmeinung" werden dort aber präsentiert. Sicher nicht mit 50% Anteil, aber sie sind vorhanden. Das reicht zumindest mir, um festzustellen, daß es unterschiedliche Positionen gibt (und die der russischen Regierung wird nun wirklich fast täglich im DLF oder bei SPON erwähnt). Wenn andere den Eindruck gewinnen, die "Gegenpositionen" zur Meinung der Bundesregierung oder der EU kämen nicht vor, kann ich das nicht Medien wie DLF oder SPON anlasten. Denn dort kommen sie nunmal vor.


Nun, ich kenne russischstämmige Mitbürger, die von diesen Meldungen russischer Verwandte auch verunsichert waren, und vor wenigen Wochen während einer Kiew-Reise merken mußten, wie falsch die russische Darstellung ist. Und ich habe mit Ukrainern gesprochen und kenne ihre Position.
Die Äußerungen von Ukrainern decken sich erstaunlich gut mit denen "unserer" Presse. Sie bestätigen mir auch, dass die russischen Staatsmedien massiv Fehlinformationen verbreiten. Wenn eine Russin, die mit ihrem ukrainischen Ehemann in der Ukraine wohnt, von ihren Eltern angerufen wird und dazu aufgerufen wird, zu flüchten, und diese glauben, sie würde nur deshalb antworten, daß sie sich nicht gefährdet fühlt, weil sie nicht offen sprechen könne, sagt das viel darüber aus, wo wer manipuliert wird.
Wer derzeit in die Ukraine reist, oder mit nach Deutschland reisenden Ukrainern spricht, wird schnell erkennen, daß die Berichterstattung der deutschen Medien viel näher an der tatsächlichen Situation - zumindest in der Ukraine allgemein, vielleicht nicht im Raum Donetsk im Speziellen - dran ist, als die Berichterstattung in en russischen Medien. Denen zufolge ziehen russophobe Horden durch die Städte und jeder Russe müsste um sein Leben fürchten. Das ist einfach quatsch. Das ist politische Brandstiftung, betrieben von einer der letzten Diktaturen gelenkten Demokratien Europas. Und ja, dennoch glaube ich, daß eine Demokratie die Aussendung eines Programms wie Radio Rossija ertragen kann. Ich beurteile es aber dennoch so, wie ich es getan habe: Sprachrohr der Regierung einer Diktatur gelenkten Demokratie, nicht seriös, und damit ein krasser Gegensatz zu unseren Medien, denen man viel an Oberflächlichkeit und Blickwinkelabhängigkeit vorwerfen können mag, aber eines sicher nicht: Gelenkte Staatsmedien zu sein.


Vor allem eine Frage kann ich mit Sicherheit beantworten, nämlich die, auf die sich meine Beiträge ursprünglich beziehen:
Zitat
Stefan Z.
@Fred54:
Fragt sich nur, welchen "Meinungspluralismus" es hier eigentlich noch gibt. Und ob die hiesige Propaganda so viel besser ist ? Ich habe da meine Zweifel.


Und da sage ich eben: Ja, sie ist viel besser, weil bei Weitem nicht so einseitig wie in Rußland. Kein Journalist muß um sein Leben fürchten, weil er eine andere Position als die Bundesregierung vertritt, oder weil er irgendwelche Machenschaften von Politikern aufdeckt.

Das bedeutet niemals, dass es kein Verbesserungspotential gibt. Gerade in den Massenprogrammen von Rundfunk & TV, die ich nicht umsonst nicht sonderlich gerne als Informationsquelle nutze...









Zitat

Zitat
DH0GHU
Ihr hört / lest / schaut einfach die falschen Nachrichten, wenn ihr sowas nicht mitbekommt. Nochmal: Information ist keine reine Bringschuld, das ist auch eine Holschuld. Und bewerten müßt ihr die Meldungen selbst.

Ich erwarte mir zumindest im Rahmen des Oeffentlich-rechtlichen Programmauftrags eine neutrale, oder zumindest ausgewogene Berichterstattung und das nicht nur zu irgendwelchen Unzeiten oder auf Spartenkanaelen versteckt, sondern im normalen Tagesprogramm, mit dem die breite Masse angesprochen wird. Denn um dein Argument umzukehren: es gibt nicht nur eine Holschuld, sondern durchaus auch eine Bringschuld!

Du hast ja recht, aber nochmal: Wie viel Objektivität kann ich von 3-Minuten-Nachrichten erwarten?

von DH0GHU - am 15.04.2014 16:52
Zitat
Schwabinger
Zitat
DG0GHU
Nochmal: Information ist keine reine Bringschuld, das ist auch eine Holschuld. Und bewerten müßt ihr die Meldungen selbst.

nein. und nochmals nein.
Die Öffis (aber auch stellenweise die Privaten) haben hier schlichtweg eine Bringschuld. Dafür sind sie da. Ansonsten sind die Öffis überflüssig.

Sie bringen doch. Zumindest die von mir konsumierten wie der DLF. Man kann auch einfach durch Nichteinschalten von Informationssendungen vermeiden, das mitzubekommen.

Und auch für Dich nochmal: "keine reine Bringschuld" ist nicht gleichzusetzen mit "keine Bringschuld". Höre bitte auf, in meine Äußerungen etwas hineinzuinterpretieren, was ich nicht geäußert habe


Hier in diesem Forum scheinen viele Leute gewisse Probleme damit zu haben, anders als rein digital bzw schwarz/weiß zu denken.


Zitat

Und das mit der Unterscheidung zwischen Fernsehen und Radio (DLF) meinst du hoffentlich nicht wirklich ernst. Die "Tagesschau" ist nun mal das "Flagschiff" der Öffis in Sachen Nachrichten. Auch wenn es Fernsehen ist.

Die Tagesschau muß alle Themen in nur 15 Minuten darstellen (wenn sie auch heute noch nur 15 Minuten dauert, ich schaue sie seit vielen Jahren nur noch ganz selten an). Sendungen wie "Das war der Tag" und "Informationen am Morgen" im DLF können Themen einfach detaillierter beleuchten. Online-Artikel können länger sein als jeder Tagesschaubeitrag. Die Interviews im DLF dauern viel länger als die in der Tagesschau.

Nur anhand dieser Faktenlage maße ich mir durchaus an, hier einen Unterschied festzustellen.

von DH0GHU - am 15.04.2014 17:16
Zitat
DH0GHU
Und auch für Dich nochmal: "keine reine Bringschuld" ist nicht gleichzusetzen mit "keine Bringschuld". Höre bitte auf, in meine Äußerungen etwas hineinzuinterpretieren, was ich nicht geäußert habe

Du hast auf Seite 1 ganz deutlich signalisiert, dass einige die "falschen" Nachrichten konsumieren (alles was nicht DLF ist, also auch die FERNSEH-"Tagesschau" als das Aushängeschild der öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkompetenz) und deswegen -wegen fehlender Holschuld- selber schuld seien, wenn sie nicht das ganze Bíld mitbekommen würden.
Die Medien (insbesondere die Öffis) haben eine reine Bringschuld. Dafür werden sie bezahlt. eine Holschuld sehe ich beim besten willen bei Radio, TV und Print für den Nutzer überhaupt nicht.

Zitat
DH0GHU
Die Tagesschau muß alle Themen in nur 15 Minuten darstellen (wenn sie auch heute noch nur 15 Minuten dauert, ich schaue sie seit vielen Jahren nur noch ganz selten an). Sendungen wie "Das war der Tag" und "Informationen am Morgen" im DLF können Themen einfach detaillierter beleuchten. Online-Artikel können länger sein als jeder Tagesschaubeitrag. Die Interviews im DLF dauern viel länger als die in der Tagesschau.

Nach der Tagesschau -die übrigends entgegen deiner Interpretation nichts mit 66 % hübsche Bilder, Sport etc. zu hat- kamen ziemlich oft "Brennpunkte" zum Thema Ukraine. Und ein Brennpunkt dauert i. d. R. 15 Minuten und befasst sich i. d. R. mit eben nur einem Thema. Summa sumarum kommt die ARD dann so auf 20 Minuten Ukraine. So lange dauert selbst in den Informationen am Morgen kein Bericht und schon gar kein Interview.

von Schwabinger - am 15.04.2014 17:40
Also nochmal: In den von mir konsumierten Medien kommen unterschiedliche Positionen zur Sprache. Wenn das in der Tagesschau oder im ARD-Brennpunkt nicht der Fall sein sollte, mag das so sein. Dann machen die ihren Job nicht richtig. Dann habe ich vielleicht einfach nur Glück, daß ich nicht die falschen Nachrichten konsumiere, ganz ohne Holschuld. Ich GLAUBE allerdings nicht, daß die Positionen Rußlands oder der Separatisten keine Erwähnung finden.

Achja: In den aktuellen BR-Nachrichten (die im Internet nicht ausführlicher sind als im Radio) wird auch nicht gewertet, es wird das russische Staatsfernsehen zitiert und die Forderungen der Separatisten werden genannt. Deren Positionen werden also nicht berücksichtigt. Aha. Dann habe ich jetzt wohl grad Halluzinationen.


Du wirst beim besten Willen keine Berichte über russophobe Horden, die andauernd mordlüstern durch Kiew und andere ukrainische Städte ziehen, finden können. Die gibts nunmal nicht, auch wenn es Radio Putin vielleicht anders darstellt. Quelle: Russen, die gerade erst in Kiew waren. Ganz ohne Medienfilter, persönlich aus 50 cm Abstand. Die Stimmung in der Ukraine ist, anders als z.B. von Radio Rossija kolportiert, nicht russenfeindlich, sondern allenfalls putinfeindlich. Letzteres sollte jeder, der an rechtsstaatlichen und freiheitlichen Verhältnissen interessiert ist, nachvollziehen können.
Wenn Putin allerdings so weiter agitiert, würde mich eine Art "selbsterfüllte Prophezeiung" nicht weiter wundern.

von DH0GHU - am 15.04.2014 17:56
Zitat
Kay B
Zumindest die Öffentlich-Rechtlichen haben da eine Bringpflicht! Denn dafür werden sie von jedem deutschen Haushalt bezahlt!

Sie bringen doch. Aber man muss den Briefkasten dann auch leeren.
Bringpflicht in Deinem Sinne wäre dann ja die Dauerbeschallung per Lautsprecher an öffentlichen Plätzen und der niemals abschaltbare Empfänger a la 1984, so daß auch keiner den gebrachten Nachrichten ausweichen kann.

Zitat
Exidor
Nach dieser Logik dürfte es aber heute keine Ukraine, keine baltischen Staaten, kein Kasachstan usw geben. Das alles waren Länder der UdSSR, die sich unrechtmäßig gelöst hatten. Zumindest für die baltischen Staaten gilt dies, die haben sich schon vor Auflösung der UdSSR abgelöst. Auch über die Zukunft der UdSSR wurde ein Referendum abgehalten, 78% haben für den Fortbestand gestimmt. Ich erinnere mich nicht an einen Aufschrei, als sich die ersten Staaten von der UdSSR abgespaltet hatten. Völkerrecht ist offenbar immer das, was den Amerikanern gerade am besten auskommt. So eklären sich dann so Merkwürdigkeiten, dass die Besetzung Grenadas oder Panamas ebensowenig ein Verstoß gegen das Völerrecht waren wie die Abspaltung des Kosovo, die Rückkehr der Krim nach Russland als Folge eines Referendums, welches den Menschen dort seit 1990 vorenthalten wurde jedoch völkerrechtswidrig sein soll.


Es gab aber auch Referenden zur Unabhängigkeit einzelner Staaten der Ex-UdSSR. In der Ukraine z.B. stimmten 92,3% für die Unabhängigkeit. Auch in der Ostukraine stimmten deutlich über 80% für die Unabhängigkeit, fast überall im rest der Ukraine war die Zustimmung noch größer. Außer auf der Krim - dort waren es nur 57%. Schicke Karten dazu unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Ukrainian_independence_referendum,_1991

Und die baltischen Staaten....die haben die Gunst der Stunde genutzt, die sich bereits vor der Auflösung der UdSSR bot. Allerdings hatte sich UdSSR sich diese Länder auch einfach "einverleibt" (wikipedia: "Unter massivem Druck und Gewaltandrohung durch die Sowjetunion wurde Estland zusammen mit Lettland und Litauen 1940 von dieser annektiert*. Nach offizieller sowjetischer Lesart traten die baltischen Staaten der UdSSR bei. " ).
D.h. die UdSSR hat sich diese Staaten bereits völkerrechtswidrig angeeignet, von daher bedurfte es eigentlich keines Referendums zur Wiederablösung.

Die Ukraine dagegen war bei der Gründung der UdSSR 1922 bereits im Verein mit "Sowjetrussland" und wurde dann 1922 zur Ukrainischen SSR.

*) Annexion lt. wikipedia:
"Völkerrechtliche Definition:
Rechtswissenschaftler unterscheiden im sogenannten modernen Völkerrecht von der durch unmittelbare Androhung oder Durchführung militärischer Gewalt charakteristischen Annexion (wobei im Schrifttum umstritten ist, ob eine Annexion nur durch die einseitige Erklärung des annektierenden Staates erfolgen kann) – und damit der völkerrechtswidrigen Aneignung eines Gebietes, das zuvor einem anderen Staat gehörte – die völkerrechtliche Abtretung (Zession). "


Von allem Völkerechtlichen mal abgesehen gilt im Zweifel aber sowieso immer das Recht des Stärkeren.
Im Kosovo war das die Nato, bei der Krim Russland, bei der Westsahara Marokko, bei Osttimor und Westpapua Indonesien...

Zitat
digifreak
Wo wir gerade bei der Politik sind. Welchen Status hat eigentlich Puerto Rico für die USA?

Der Freistaat Puerto Rico ist ein US-Außengebiet. Dessen Bewohner haben kein Wahlrecht auf (US-) Bundesebene**, sämtliche außenpolitischen Angelegenheiten werden von den Vereinigten Staaten wahrgenommen. Die Bewohner haben die alle US-amerikanische Staatsbürgerschaft .
2012 gab es ein nicht bindendes Referendum, in dem die Bewohner Puerto Ricos dafür stimmten, Puerto Rico zum 51. Bundesstaat zu machen.

**) solange sie nicht in einem US-Bundesstaat wohnen. sondern auf Puerto Rico. Wenn sie dagegen in einem US-Bundesstaat wohnen habe sie sämtliche Rechte eines US-Bürgers, auch das Recht an der Präsidentschaftswahl teilzunehmen.

von iro - am 15.04.2014 18:33
@ DH0GHU

Zitat

Und jetzt erzähl mir mal, wo ich das bezweifle.
(...)
Der von mir erwähnte respektive zitierte DLF gehört doch wohl zu den Öffentlich-Rechtlichen? B5aktuell auch?
Wenn ich mich auf öffentlich-rechtliche Anbieter beziehe, dann auf diese beiden, denn die benutze ich im Wesentlichen als Radio-Quelle für Informationen über internationale Themen, neben diversen Online-Medien.


Das kam anfangs so rüber, als würdest du dich auf die Öffentlich-Rechtlichen generell beziehen. Diese Bringpflicht sollte sich nicht nur auf die beiden von dir genutzten öffentlich-rechtlichen Sender beschränken.

Eine objektive, ausgewogene, tiefgründige und neutrale Berichterstattung gehört in alle Bereiche der Öffentlich-Rechtlichen, die irgendetwas mit Journalismus zu tun haben. ARD und ZDF hätten da eigentlich schon genug Spielraum und sind keinesfalls nur an die Tagesschau bzw. heute gebunden.

Würde man z.B. statt eben diesen nervigen Talkshowmarathons, in denen nur ein paar einzelne Personen mit teilweise extremen Ansichten eine Stunde lang ihre Meinungen rauf- und runterlabern und die überbezahlten Moderatoren Betroffenheit vorgauckeln, lieber ein paar Reportagen mit guten Hintergrundinfos zu aktuellen Themen produzieren, dann käme man auch beim Fernsehglotzen nach Feierabend noch an gute Infos.



@ iro

Zitat

Sie bringen doch. Aber man muss den Briefkasten dann auch leeren.


Ist leider auch extrem viel Spam drin, der da nichts zu suchen hat.


Zitat

Bringpflicht in Deinem Sinne wäre dann ja die Dauerbeschallung per Lautsprecher an öffentlichen Plätzen und der niemals abschaltbare Empfänger a la 1984, so daß auch keiner den gebrachten Nachrichten ausweichen kann.


So war das gemeint:
- Bringpflicht --> Objektive, ausgewogene, tiefgründige und neutrale Informationen werden dir zur Verfügung gestellt.
- Holpflicht --> Du mußt selbst zusehen, wie du an objektive, ausgewogene, tiefgründige und neutrale Informationen kommst.

Genau für diese Bringpflicht bezahlen wir die Öffentlich-Rechtlichen! Das heißt nicht, daß sie uns damit dauerbeschallen müssen, sondern daß sie diese Informationen auf allen öffentlich-rechtlichen Programmen zur Verfügung stellen. Und bei dieser Flut an öffentlich-rechtlichen Programmen, die wir hier in Deutschland haben, kann man auch erwarten, daß alle diese Programme diese Bringpflicht erfüllen und nicht nur die beiden von DH0GHU genannten Sender.

Andernfalls wären die Öffentlich-Rechtlichen überflüssig. Denn mit ihren dann noch übrig bleibenden Senioren- und Hausfraueninhalten erfüllen sie keine für die Allgemeinheit wichtigen Aufgaben mehr.

von Kay B - am 15.04.2014 20:02
Zitat
Kay B
Diese Bringpflicht sollte sich nicht nur auf die beiden von dir genutzten öffentlich-rechtlichen Sender beschränken.

Dem widerspreche ich auch garnicht, aber ich kann kein Negativurteil über diese anderen Sender abgeben, da ich sie in der Regel nur zur Unterhaltung, aber nicht zur Information nutze. Bei mir ist Radio meist immernoch "Einschaltradio"; wenn Radio nur nebenher dudelt, bekomme ich die Nachrichten auch garnicht mit.
Ich vermute zwar, dass auch Bayern 1, SWRinfo und 1live ausgewogen (aber viel zu kurz) berichten, kann das aber natürlich nicht verifizieren. Aufgrund dieser Vermutung kann ich aber durchaus davon ausgehen, dass die Unterstellung einer einseitigen Berichterstattung (insbesondere die unterstellte Berichterstattung im Stil von Radio Rossija, nur mit umgekehrten Vorzeichen) auf dem Konsum besonders schlecht gemachter Nachrichten basiert, nicht zwingend im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dann allerdings liegt das definitiv nicht an einer nicht erfüllten Bringpflicht der Öffentlich-Rechtlichen.


Zitat

Eine objektive, ausgewogene, tiefgründige und neutrale Berichterstattung gehört in alle Bereiche der Öffentlich-Rechtlichen, die irgendetwas mit Journalismus zu tun haben. ARD und ZDF hätten da eigentlich schon genug Spielraum und sind keinesfalls nur an die Tagesschau bzw. heute gebunden.

D'accord, allerdings muß ich zum Fernsehen eh vor einem Bildschirm sitzen, dann kann ich auch gleich Spiegel Online etc. lesen. Daher kann ich auch keine Negativerfahrungen zum Fernsehen abgeben.

Zitat

Würde man z.B. statt eben diesen nervigen Talkshowmarathons, in denen nur ein paar einzelne Personen mit teilweise extremen Ansichten eine Stunde lang ihre Meinungen rauf- und runterlabern und die überbezahlten Moderatoren Betroffenheit vorgauckeln, lieber ein paar Reportagen mit guten Hintergrundinfos zu aktuellen Themen produzieren, dann käme man auch beim Fernsehglotzen nach Feierabend noch an gute Infos.

DA freilich gäbs massiv Gegenwind, weil die Profilierungsplattform für B-Promis, C-Politiker und Co und der Spaß am Abend fehlen würden...


Zitat

Andernfalls wären die Öffentlich-Rechtlichen überflüssig. Denn mit ihren dann noch übrig bleibenden Senioren- und Hausfraueninhalten erfüllen sie keine für die Allgemeinheit wichtigen Aufgaben mehr.

Laut gesetzlichem Auftrag gehören auch diese Inhalte zur Bringpflicht ;-)

von DH0GHU - am 16.04.2014 07:14
Zitat
DH0GHU
Vor allem eine Frage kann ich mit Sicherheit beantworten, nämlich die, auf die sich meine Beiträge ursprünglich beziehen:
Zitat
Stefan Z.
@Fred54:
Fragt sich nur, welchen "Meinungspluralismus" es hier eigentlich noch gibt. Und ob die hiesige Propaganda so viel besser ist ? Ich habe da meine Zweifel.


Und da sage ich eben: Ja, sie ist viel besser, weil bei Weitem nicht so einseitig wie in Rußland. Kein Journalist muß um sein Leben fürchten, weil er eine andere Position als die Bundesregierung vertritt, oder weil er irgendwelche Machenschaften von Politikern aufdeckt.

Dazu gibt es ja von den Reportern ohne Grenzen jaehrlich aufgestellte Ranglisten zur Pressefreiheit:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rangliste_der_Pressefreiheit
Wir sind da auf einem vergleichsweise sehr guten 14.Platz. Man muss nur mal schauen, wo Laender wie USA, Russland, aber z.B. auch Japan und Australien stehen. Klar ist aber auch, dass es immer noch Verbesserungspotenzial gibt. Nur weil es woanders sehr viel schlimmer steht, heisst das nicht, dass bei uns alles gut ist und nicht hinterfragt werden darf. Aber da sind wir uns ja eh einig.

Zitat
DH0GHU
Das bedeutet niemals, dass es kein Verbesserungspotential gibt. Gerade in den Massenprogrammen von Rundfunk & TV, die ich nicht umsonst nicht sonderlich gerne als Informationsquelle nutze...

Deshalb halte ich es fuer gefaehrlich, immer auf DLF und SPON zu verweisen, oder (das bringe ich jetzt noch ins Spiel) auf wirklich gut gemachte Sendungen auf den Spartenkanaelen der Oeffis oder irgendwann zu nachtschlafender Zeit auf den Hauptprogrammen. Damit wird nicht die Meinung des Grossteils der Leute gepraegt.

Ansonsten verweise ich einfach mal auf diesen Artikel der Deutschen Welle:
http://www.dw.de/unausgewogen-wie-deutsche-medien-%C3%BCber-den-ukraine-konflikt-berichten/a-17571572
Zitat daraus:
Zitat

Gerade in der ersten Phase der Proteste beobachtet er eine undifferenzierte Berichterstattung, die dem Muster folgt: "Hier der Westen, da der finstere Herrscher und das finstere Russland - Fortschritt gegen Korruption." Die deutschen Medien, so Weiß, hätten anfangs eine "sehr ähnliche Sichtweise" auf den Konflikt in der Ukraine gehabt wie die Bundesregierung - nämlich einseitig und unausgewogen.

Ob es sich die Journalisten in ihrer anfaenglichen Schwarzweiss-Darstellung einfach nur zu leicht gemacht haben, oder ob diese unausgewogene Berichterstattung u.U. auch gezielt von unserer Regierung beabsichtigt war / in Auftrag gegeben wurde, kann ich nicht beurteilen, das muessen irgendwelche Verschwoerungstheoretiker machen.
Ich glaube nur, es ist relativ einfach, z.B. auf die USA und ihre Fox News-Propagandaschleuder zu zeigen, oder eben auf die Stimme Putins, aber bekommen wir es wirklich selber immer mit, wenn wir von unseren Medien aufs Glatteis gefuehrt werden? Ich bin mir da wirklich nicht sicher. Im Fall der Ukraine war das vielleicht noch vergleichsweise leicht zu erkennen, dass es auch andere Positionen gab. Aber wie steht's mit so vielen anderen Dingen, wo keiner von uns wirklich Experte ist oder tiefgreifendere Ahnung hat?

Zitat
hegi_ms
Dieser Thread ist ein Beispiel dafür, wie aufgeheizt die Stimmung in Europa schon wieder ist. Dies erinnert in fataler Weise an die Situation vor genau 100 Jahren. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers im Sommer 1914 brachte dann das Fass zum Überlaufen. Die Folgen sind bekannt.


Mir macht das durchaus Angst. Die Anzahl der Baustellen innerhalb Europas waechst dramatisch. Am meisten fuerchte ich mich vor der sog. "verlorenen Generation", also die 20-30% arbeitslosen jungen Leute in vielen Laendern Europas, die keine Perspektive mehr haben. Die sog. "soziale" Marktwirtschaft wird es wohl auch nicht mehr allzu lange machen. Da kommen noch duestere Zeiten auf uns zu, die Frage ist nur, ob wir es selber noch erleben werden, oder erst die Generationen nach uns.

Um den Bogen zu Radio Impala zu bekommen: ich denke, solange der Sender in seinem Programm nicht massiv gegen geltendes Recht verstoesst, hat er ein Recht, auf Sendung zu sein. Man muss das ja nicht hoeren, genauso wie man auch kein Radio Horeb hoeren muss, wo ja durchaus auch Ansichten ueber den Aether gehen, die nicht jedem passen.

Wie ist das Programm von Impala denn momentan? Wurden die Musikanteile noch weiter gekuerzt? Wieviele Stunden am Tag laeuft dort nun die Stimme Putins?

von Habakukk - am 16.04.2014 07:42
Von der Homepage von Pleximedia:

Zitat

Wir über uns

Die plexiMedia GmbH wurde mit dem Ziel gegründet, am bundesweiten Ausbau des Digitalradios DAB+ teilzuhaben und zur Programmvielfalt in Deutschland beizutragen. Seit 2013 strahlen wir mit unserem Sender Radio Impala in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen ein informationsreiches Programm mit hohem Wortanteil, ergänzt um leichte Lounge-Musik aus. Wir sind überzeugt, mit unserem bunten Mix die Radiovielfalt in Deutschland zu bereichern.

Radio Impala teilt sich die Sendefrequenz mit der "Stimme Russlands". Unsere Sendezeiten könnt ihr auf der Home-Seite finden.

Wir verstehen Radio als Medium der Zukunft. Das Potential des noch jungen Verbreitungsweges DAB+ planen wir voll auszuschöpfen. Gleichzeitig möchten wir innovative Formate entwickeln und auch in der Produktion nach und nach neue Wege gehen, indem wir beispielsweise akademische und kreative Kreise in die Programmgestaltung einbinden.

Wir freuen uns auf die Möglichkeiten und Herausforderungen des digitalen Rundfunks und widmen uns dieser Aufgabe mit all unserem Können und großer Begeisterung.


von Manfred Z - am 16.04.2014 09:13
Zitat
Impala
Wir verstehen Radio als Medium der Zukunft. Das Potential des noch jungen Verbreitungsweges DAB+ planen wir voll auszuschöpfen.

Genau das gleiche hat auch Magicstar einst von sich gegeben. Und auch das Augsburger Megaradio (als sie noch "hier ist dein Bayern" waren). :D

Ansonsten scheint zum Thema Impala/Putinpropaganda alles geschrieben zu sein.

Daher etwas OT an den DH0GHU (der sich in diesem Thread wirklich etwas verrannt hat):
Zitat
DH0GHU
Vor allem eine Frage kann ich mit Sicherheit beantworten, nämlich die, auf die sich meine Beiträge ursprünglich beziehen:

Zitat
Stefan Z.
@Fred54:
Fragt sich nur, welchen "Meinungspluralismus" es hier eigentlich noch gibt. Und ob die hiesige Propaganda so viel besser ist ? Ich habe da meine Zweifel.

Und da sage ich eben: Ja, sie ist viel besser, weil bei Weitem nicht so einseitig wie in Rußland. Kein Journalist muß um sein Leben fürchten, weil er eine andere Position als die Bundesregierung vertritt, oder weil er irgendwelche Machenschaften von Politikern aufdeckt.

Die deutsche Regierung hat ja panische Angst (vor den USA) den Edward Snowden zu dem Untersuchungsausschuss einzuladen. Ein Herr Binninger ist deswegen von dem Vorsitz hierzu zurückgetreten (fragt sich jetzt, warum er den Vorsitz kurz davor eigentlich überhaupt übernommen hat um dann zu kneifen) und der Gabriel schlägt vor, den Snowden in -ja eben diesem Land- Russland zu vernehmen.
So toll ist das Land hier auch nun wieder nicht, wenn man sich nicht mal zutraut, ein in der Verfassung vorgesehenes Gremium (Untersuchungsausschuss) rechtsstattlich hier durchführen zu können. Aus Angst vor dem großen demokratischen Bruder.

von Schwabinger - am 16.04.2014 12:32
@ Nordlicht2

Zitat

DLF hoere ich nur selten, kann mir aber vorstellen, dass da sorgfaeltiger mit Nachrichten umgegangen wird als das im TV der Fall ist.


Der DLF ist irgendwie der letzte wirklich öffentlich-rechtliche Sender.



@ DH0GHU

Zitat

Aufgrund dieser Vermutung kann ich aber durchaus davon ausgehen, dass die Unterstellung einer einseitigen Berichterstattung (insbesondere die unterstellte Berichterstattung im Stil von Radio Rossija, nur mit umgekehrten Vorzeichen) auf dem Konsum besonders schlecht gemachter Nachrichten basiert, nicht zwingend im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dann allerdings liegt das definitiv nicht an einer nicht erfüllten Bringpflicht der Öffentlich-Rechtlichen.


Also sind die Nachrichten alle unserer Öffentlich-Rechtlichen deiner Meinung nach durchweg tiefgründig, objektiv, ausgewogen und neutral oder nicht? Irgendwie machst du hier einen Zick-Zack-Kurs.


Zitat

D'accord, allerdings muß ich zum Fernsehen eh vor einem Bildschirm sitzen, dann kann ich auch gleich Spiegel Online etc. lesen.


Es soll aber auch Leute geben, die ihre Nachrichten über das Fernsehen beziehen und teilweise auch nicht dazu in der Lage sind, sich durch Online-Dienste zu lesen. ;-)


Zitat

DA freilich gäbs massiv Gegenwind, weil die Profilierungsplattform für B-Promis, C-Politiker und Co und der Spaß am Abend fehlen würden...


Dann sollen sie diesen Mist bitteschön nicht als hochqualitativen oder investigativen Journalismus, sondern als Unterhaltung deklarieren.


Zitat

Laut gesetzlichem Auftrag gehören auch diese Inhalte zur Bringpflicht ;-)


Mag ja sein, aber leider nimmt eben diese Hausfrauen- und Seniorenberieselung gefühlt 90 Prozent der Hauptprogramme ein. Diese extreme Einseitigkeit der Öffentlich-Rechtlichen im Unterhaltungsbereich hatten wir hier aber schon anderswo durchgekaut. Meiner Meinung nach ist der journalistische Teil der Öffentlich-Rechtlichen das einzig wirklich unantastbare Standbein, das sie noch haben. Der Rest ist für die Tonne. Und fängt man jetzt auch noch an, den journalistischen Teil mehr durch Talkerei und Nachrichten, die mit dem gerade wehenden Wind gehen, zu ersetzen, dann kann man die Öffentlich-Rechtlichen einfach einstampfen!



@ Habakukk

Zitat

Deshalb halte ich es fuer gefaehrlich, immer auf DLF und SPON zu verweisen, oder (das bringe ich jetzt noch ins Spiel) auf wirklich gut gemachte Sendungen auf den Spartenkanaelen der Oeffis oder irgendwann zu nachtschlafender Zeit auf den Hauptprogrammen. Damit wird nicht die Meinung des Grossteils der Leute gepraegt.


:spos:

von Kay B - am 16.04.2014 14:02
Zitat

Mag ja sein, aber leider nimmt eben diese Hausfrauen- und Seniorenberieselung gefühlt 90 Prozent der Hauptprogramme ein.

Rechne doch mal nach. Indem Du Deinen subjektiven Eindruck von "Hausfrauen- und Seniorenberieselung" immer wieder beschreibst wird er auch nicht wahrer. Du wirst auf keine 50% kommen - also auf weniger als den tatsächlichen Anteil dieser beiden Gruppen an der Gesamtbevölkerung.
(Ich find's auch gar nicht schlimm, diese beiden Gruppen zu beschallen - solange die Wäsche gewaschen wird und das Essen pünktlich auf dem Tisch steht! :rolleyes: Zumal früher zu den Hauptsendezeiten dieser Vor/Nachmittagsprogramme nur das Testbild gesendet wurde...)

Für die behauptete zuviel-Volkmusik hatte ich ja schonmal nachgerechnet - und kam incl. Wiederholungen auf keine 2% Anteil am gesamten ö-r-TV-Programm (incl. Dritte und Digitalkanäle) in der untersuchten Beispielwoche.

Welche Bevölkerungsgruppen sollen denn überhaupt außerdem berieselt werden? Und wollen die das überhaupt - oder fehlt denen schlicht Zeit und Lust dazu?
Für meinen Teil und nicht zu einer dieser beiden Gruppen gehörend fühle ich mich durchaus ausreichend von ARD und...Z... (äh nee, von denen nicht :D ) versorgt. Allerdings nutze ich deren Programm kaum noch als linearen Stream - ich sehe statt dessen seit >10 Jahren den kompletten Programmteil der Hörzu täglich durch und nehme mir auf, was ich gucken möchte. Von daher weiß ich auch recht gut, was so alles gesendet wird und daß der 90%-Eindruck täuscht. Ziemlich sogar...

Ich weiß allerdings auch daß, wenn man das 5 Jahre gemacht hat, so ziemlich alles interessante an Spiel/TV-Filmen bereits auf der Festplatte ist - danach wiederholt sich alles - sprich: Filme nehme ich kaum noch auf, die habe ich alle noch aus den Vorjahren... Das gilt übrigens auch für die Privaten - da sogar noch verschärft. Ich bin also schon zweimal komplett durch und so finden sich in meinem Aufnahmeordner heutzutage fast nur noch Sachen mit aktuellem Bezug - also Satirenmagazine, Dokus und das Regionalprogramm, neben einigen Neuproduktionen.

Nochmal on-topic (Hausfrauen- und Seniorenberieselungsthreads habe wir ja auch bereits genügend):
Impala wie auch jedem anderen Sender oder überhaupt Medium sollte man immer mit einer gewissen Portion Misstrauen begegnen. Alle wollen sie irgendwas von Dir. Impala etwas anderes als das Domradio. Und wirkliche Neutralität gibt es nicht, irgendwie hat jeder einen Standpunkt. der Hörer sollte aber schon wissen, aus welcher Ecke der Wind weht, damit er das gehörte auch für sich subjektiv (genau, dem Hörer selbst mangelt es ebenfalls an Objektivität) einordnen kann. Also Impala=Russen, Domradio=katholisch, Horeb=erzkatholisch, Öffis=gemischt&personenabhängig, Bild=kapitalistisch semitisch, taz=linksalternativ, DWN=Spinner, Kopp=Rechtsesoteriker mit Nazitendenz, DW=Aussenminister, Postillon=Satire etc.

von iro - am 16.04.2014 18:22
Zitat
Schwabinger
Die deutsche Regierung hat ja panische Angst (vor den USA) den Edward Snowden zu dem Untersuchungsausschuss einzuladen. Ein Herr Binninger ist deswegen von dem Vorsitz hierzu zurückgetreten (fragt sich jetzt, warum er den Vorsitz kurz davor eigentlich überhaupt übernommen hat um dann zu kneifen) und der Gabriel schlägt vor, den Snowden in -ja eben diesem Land- Russland zu vernehmen.
So toll ist das Land hier auch nun wieder nicht, wenn man sich nicht mal zutraut, ein in der Verfassung vorgesehenes Gremium (Untersuchungsausschuss) rechtsstattlich hier durchführen zu können. Aus Angst vor dem großen demokratischen Bruder.


In Rußland hätte sich, wäre Rußland in der Situation, in der Deutschland gerade ist, niemand getraut, bei Radio Rossija, NTW etc. darüber überhaupt nur zu berichten. Soviel zum Thema Pressefreiheit ist Rußland. Die ist quasi nicht existent. Wer dort über den Rücktritt eines russischen Herrn Binningers berichtet hätte, hätte massive Repressionen zu befürchten.

Akzeptiere doch einfach DIESE Realität. In Deutschland ist bei Weitem nicht alles perfekt, aber Deutschland hinsichtlich Pressefreiheit auf eine Ebene mit Rußland zu stellen ist entweder unverschämt oder dumm.

Es wurde hier ja schon verlinkt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rangliste_der_Pressefreiheit

So sehr "verrannt" kann ich mich mit meiner Sicht wohl nicht haben, es sei denn "Reporter ohne Grenzen" gehört nun auch schon zur Weltverschwörung der FED ;-)

von DH0GHU - am 16.04.2014 21:32
Es gab ja auch schon immer Journalisten, die die Berichterstattung ueber Russland im Allgemeinen als zu einseitig gesehen haben. Das Fass zum Ueberlaufen gebracht hat schon die Medienhetze gegen Putin im Vorfeld zu Olympia. Es wird gar nicht an den Medien kritisiert, dass Putin kritisiert wird, sondern, dass immer Putin boese und der Westen als gut dargestellt wird, selbst dann wenn beide Seite sehr vergleichbare schlechte Dinge tun. Putin selbst hat das schon mehrmals als 'der Westen misst mit zweierlei Mass' bezeichnet. Womit er durchaus Recht hat. Wenn man die Retorik von Putin dieser Tage verfolgt, nutzt er genau die selbe Wortwahl wie der Westen sie nutzt wenn Pro westliche demonstranten irgendwo auf der Welt unterwegs sind. Pro Russische Demonstranten sind in den Augen des Westens immer boese. Warum? Warum laufen Ukrainische Soldaten ueber bzw. verweigern den Befehl auf Landsleute zu schiessen. Weil Putin boese ist. Oder doch weil das alles nicht so einfach in gut und boese aufgeteilt werden kann.

Uebrigends kam gestern auch mal wieder eine kurze fatale Falschmeldung in unseren Medien. Russische Panzer auf dem Weg ind die Stadt... untermauert mit dem Kommentar des Journalisten, das sei ja nun ziemlich eindeutig, dass Russland seine Finger im Spiel hat. Erst wenig spaeter musste dann korriegiert werden, es waren ukrainische Panzer, welche die Pro russische Seite 'erbeutet' hat.
Wissen wir nun wirklich, dass die vielen Pro russischen Anhaenger zu bloed sind, die 'Aufstaende' selber zu organisieren und das ohne Putin nicht hinbekommen wuerden, wissen wir das?

von Nordlicht2 - am 17.04.2014 09:16
Peinliches Geschwurbel von Krone-Schmalz. Russland ist der Agressor, es hat ein Stück Ukraine annektiert. Nicht der Westen, auch wenn die Politik nicht immer gut ist. Gerade im Verhältnis zu Russland hat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Europa großes Verständnis geherrscht. Anders, als das viele sehen, war die europäische Integration nicht gegen Russland gerichtet. Eine Partnerschaft mit Europa hätte für Russland letztlich Offenheit bis zum Atlantik bedeutet.

Europa hat Langmut mit Russland bewiesen. Im Tschtschenienkonflikt, im Georgienkonflikt ist der Westen äußerst nachsichtig gewesen. Wirtschaftliche und politischer Fortschritt war immer im Mittelpunkt.

Doch es ist der reaktionäre Chauvinist Putin, der die ausgestreckte Hand ausgeschlagen hat. Seit seinem Antritt hat er autoritär seine Machtposition gestärkt und durchgesetzt. Jede Regung der Zivilgesellschafg - - egal ob politischer, sozialer oder wirtschaftlicher Natur wird brutal unterdrückt, da Putin der absolute Alleinherrscher sein will. Zuletzt hat sein Zorn den Gründer der populären Webseite vk.ru getroffen.

Um nicht immer nur die Homosexuellen zu zitieren, so sollte sich jeder darüber informieren, wie das Land beispielsweise mit Drogenabhängigen umspringt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass das Verhältnis in den nächsten Jahren wieder konstruktiver wird. Europa hat die Chance, sich mit Russland endlich zu versöhnsn, auch wenn die letzten Monate das Gegenteil zeigten.

von Alqaszar - am 28.04.2014 03:34
Zitat
Peter Schwarz
Und Deutschland sollte schauen, dass es nicht mit hineinzogen wird.


Dazu ist es 25 Jahre zu spät.

Die deutsche Wiedervereinigung war nur durch die Zustimmung Gorbatschows als Machthaber der Sowjetunion zu erreichen. Die Bundesrepublik hat damals sehr tief in die Tasche gegriffen, um die zusammenbrechende Wirtschaft der Sowjetunion zu stützen und somit Gorbatschows Reformkurs zu sichern.

In der Folgezeit hat sich Deutschland als der wichtigste Partner Russlands innerhalb der EU heruasgestellt. Die Kontakte waren politischer, aber vor allem auch wirtschaftlicher Natur. Das gipfelte in Kanzler Schröders Exklusiv-Pipeline durch die Ostsee und dessen Zitat, Putin sei ein "lupenreiner Demokrat".

Diese sehr russlandfreundliche Haltung wurde von der Merkel-Regierung nahtlos fortgesetzt, übrigens sehr zum Missfallen der USA, besonders aber auch der östlichen Nachbarn Deutschlands. Andererseits war Deutschland stark und glaubhaft genug, eine Mittlerrolel einzunehmen.

Deutschland war immer ein Fürsprecher Russlands, wenn es um kontzoverse Fragen innerhalb EU & Nato ging. Die Bundesregierung hat sehr stark gebremst, als es damals um den Raketenabwehrschirm ging, der auf drängen Polens und anderer östlichen Staaten aufgebaut werden sollte.

Im Grunde liegt seit der Ukraine-Krise die deutsche Außenpolitik in Trümmern. Insofern aber ist ein "Rashalten" auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Deutsche Firmen verdienen viel Geld in Russland, russische (Staats)firmen investieren fleißig in Deutschland.

Es war auffällig, wie windelweich die die meisten deutschen Massenmedien reagierten, als es mit der Krimkrise 2014 richtig losging. Das war nach der Maidan-Berichterstattung, damals hatten die deutschen Medien auch stark bestimmte Personen in den Vordergrund gerückt.

Es geht ja nicht so sehr um Krieg, den nicht einmal Putin riskieren wird, sondern um wirtschaftlichen Einfluss sowie geopolitische Strategie. Putin pfeift auf die Interessen des Westens. Ihm ist seine Einflusssphäre wichtig, und das sind Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Darunter, so fürchten sich Esten, Letten und Litauer, könnten auch diese drei baltischen Staaten fallen.

Deutschland ist nun in einer sehr ungünstigen Situation diesen Staaten gegenüber: "We told you so!"

Nun ist Deutschland also mittendrin, es ist sogar Hauptakteur auf europäischer Seite. Es muss seine Mittlerrolle so weit wie möglich fortsetzen, muss dabei aber seinen Kurs gegen Russland gleichzeitig verhärten.

Generell ist auch hier, wie fast überall, eine bessere Zusammenarbeit innerhalb Eurpoas dringend angemant, sonst geligt es den Amerikanern und Russen nur allzu leicht, uns auseinanderzudividieren und ihre jewieligen "Freunde" zum Spielball ihrer interessen zu machen.

Joschka "Bomben auf Belgrad" Fischer hat bei seinem Amtsantritt gesagt: "Es gibt keine rotgrüne Außenpoliik, es gibt nur eine deutsche Außenpolitik."

Ich möchte das erweitern und verbessern: "Es gibt keine deutsche Außenpolitik, sondern nur eine europäische Außenpolitik."

Das wird die Herausfordrung der kommenden Jahre sein, ansonsten werden wir in Krisen wie in der Ukraine nur getriebene sein, aber nicht mehr aktiv Handelnde.

von Alqaszar - am 28.04.2014 20:24
Ich lese immer - - auch wieder im zuletzt verlinkten Text - - von "russischen Interessen" in der Ukraine. Was aber soll das sein? Russland ist das flächenmäßig größte Land der Erde, besitzt aber seinen Schwerpunkt in Europa und ist immer Akteur der europäischen Geschichte gewesen.

Das Hauptinteresse war es immer, die Westgrenze so weit wie möglich nach Westen zu verschieben, zur Not auch auf Kosten der westlichen Nachbarn wie Polen, Estland, Lettland, Litauen, Weißrusslands oder der Ukraine.

Während die westeuropäischen Großmächte ihre Kolonoalreiche nach Amerika, Afrika und Asien ausdehnten, war für Russland die Ausdehnung nach Sibirien und Zentralasien maßgeblich. Sozusagen wäre Russland das einzige der klassischen Imperien der Neuzeit, welches bis heute noch große seines Kolonoalreiches besitzt.

Lediglich die schiere Fläche ist es, welche einen Konflikt zwischen Russland und China unrentabel machen würde.

Der Höhepunkt russischer Machtentfaltung war sicherlich die Zeit des Kalten Krieges, als Ergebnis des Sieges gegen Hitler und der enormen Aufholjagd in den ersten drei Jahrzehnten nach 1945.

Es ist verständlich, dass das russische Selbstbewusstsein durch die Auflösung der Sowjetunion schwer angeschlagen gewesen ist.

Aber wie gesagt, in einem sehr realen Sinn, abseits von marxistisch-leninistischer Romantisierung, war die Sowjetunion schlicht auch nur ein Imperium. Die Geschichte kennt keine Gnade, schon gar nicht mit den Verlierern.

Das Ende des Kalten Krieges vor nun 25 Jahren hat allerdings einen gewissen Wandel vollzogen. Das Zeitalter der Konfrontation war vorbei, es begann jenes der Kooperation und Globalisierung.

Das bedeutete jedoch nicht ein Ende der Kriege. Im Gegenteil, es trat nur umso deutlicher in den Vordergrund, worum es bei Kriegen immer geht: Den Kampf um Ressourcen.

Ja, der Westen muss sich Verlogenheit vorwerfen lassen, weil immer wieder die Demokratie als Vorwand herhalten musste, zur Not auch die Demokratisierung als vorgebliches Mittel der Terrorbekämpfung.

Der Kosovokrieg war ein schwerer Fehler, ebenso der Afghanistan- und der Irakkrieg. Ja, das ist oft gegen die russischen Interessen geschehen. Aber ob die russischen Interesse wirklich der Frieden gewesen ist, oder doch die einfache Fortführung der Kalted-Kriegs-Logik "meine Schurken sind besser als die Schurken meines Feindes" stattgefunden hätte, ist die eigentliche Frage.

Insbesondere innerhalb der politischen Linken gibt es derzeit auffällig lautes Russlandverständnis. Das gibt es auch im bürgerlichen Lager, aber dort dürfte es wohl eher die Sorge um die wirtschaftlichen Interessen sein. Für die Linke aber ist das sehr peinlich, weil Russland weder Aufklärung, noch Demokratie, noch kulturellen Fortschritt will; und erst als Allerletztes Freiheit.

Das aber spiegelt nur die wachsende Geringschätzung der Demokratie und der Freiheit wieder. Das aber ist - - unabhängig von der politischen Ausrichtung - - das eigentlich verteidigenswerte Gut. Sowohl hier im Westen selbst, wo Überwachungsstaat, zügelloser Kapitalismus und antidemokratischs Wutbürger-Parteien die Demokratie langsam aushölen. Als auch in der Ukraine, die darin unterstützt werden soll.

Deshalb ist es richtig, die Übergangsregierung zu unterstützen. Klar hat diese demokratische Mängel und besteht aus Oligarchen und Korrumpanten. Aber sie steht alleins da, wenn sie dem Westen nicht beweist, dass sie es halbwegs ernst meint.

Russland ist erschreckend in einer imperialen, nationalistischen und autokratisch-chauvinistischen Weltsicht gefangen und agiert wie die Karikatur des wütenden Bärs, der ziellos mit starken Pranken um sich schlägt, weil er vom Wald gerade auf die Autobahn gestolpert ist und vom Licht der Autos geblendet ist.

PS: Das ist alles noch kein Grund, Impala die Lizenz zu entziehen. Mir mag die Meinung meines Gegners nicht gefallen, aber als Demokrat muss ich dafür kämpfen, dass er sie frei äußern kann.

von Alqaszar - am 03.05.2014 02:01
Das Problem ist aber, so denkt nicht nur Putin sondern die ueberwiegende Mehrheit der Russen. Sie haben Angst vor dem Westen und fuehlen sich komplett missverstanden. Nun ist es aber so, wenn jemand Angst vor dir hat, solltest du das als erstes zur Kenntnis nehmen und dann alles versuchen, dem Anderen die Angst zu nehmen und Vertrauen zu erlangen. Genau das aber hat der Westen nicht getan, Natoosterweiterung wurde einfach durchgezogen, Raketenabwehrschild sollte einfach durchgezogen werden usw. und jetzt sollte und soll durch starke westliche Einflussnahme die Ukraine aus dem wirtschaftlichen Verbund mit Russland herausgebrochen werden. Nicht vergessen, die Ukraine macht 80% seiner Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und nicht mit der EU oder Amerika.
Auf der anderen Seite hat Russland nun durch die Krim vieles an Vertrauen zerstoert, mit der Folge, dass insbesondere die ehemaligen Ostblocklaender und die Balten nun berechtigte Angst vor Russland haben.
Man kann es auch alles anders zusammenfassen, sowohl Russland als auch Amerika tun alles um ihre jeweils eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen durchzusetzen und beide realisieren, dass ihr Einfluss in der Welt sehr schnell zu schwinden droht. Waehrend Putin in seinem Land nun als starker Fuehrer angesehen wird, wird Obama von seinen Landsleuten inzwischen als Schwaechling gesehen. Einfach mal mit Russen und Amerikanern zu dem Thema unterhalten, wenn ihr welche kennt.
Als Deutsche haben wir da wohl sehr grosse Schwierigkeiten das zu verstehen.

von Nordlicht2 - am 03.05.2014 08:59
Zitat
ruhrdx
Zitat
joce
Hier ist die LfM bzw. die Politik gefordert, dass verbreiten von Unwahrheiten zu verhindern.


Mit den Unwahrheiten ist das so eine Sache: Die Meinungsfreiheit deckt diese auch, wie der Blick in die B**D-'Zeitung' offenbart. Ich glaube Impala so wenig wie Horeb, doch warum sollte Putins Stimme deswegen verboten werden? Sympathisch fände ich im Gegenzug nur, wenn ausländischen Medien in Russland ein vergleichbarer Zugang gewährt würde. Die Zeiten, in denen BBC, Deutsche Welle und Co. in den großen russischen Städten ausgestrahlt wurden, sind seit geraumer Zeit vorbei.


Die WRN Sprachendienste in Russisch sind nach wie vor über Satellit und Mittelwelle aktiv, vorausgesetzt, die Listung der MW 738 kHz ist nach wie vor aktuell. Im Gegenzug fungiert WRN ja als Strohfirma zur quasi Rund-um-die-Uhr-Verbreitung russischer Propaganda über DAB in London (mit Ausnahme einer halbstündigen Sendung mitten in der Nacht aus Südkorea). Zum Beispiel: http://www.wrn.org/listeners/#ways-to-listen?Network=85&Country=RU und
http://www.wrn.org/listeners/#voice-of-russia-from-wrn

von rolling_stone - am 23.07.2014 09:34
Zitat
DH0GHU
Zitat
Ihre Majestät
Ich glaube im Ukraine-Konflikt den westlichen Medien kein Wort! Zuletzt gab es einen fast schon dramatischen Appell bei Impala: Die Bewohner der Ost-Ukraine werden vom Terror-Regime in Kiew im Stich gelassen oder sogar diskriminiert.


Du glaubst also tatsächlich den regierungsgelenkten Medien einer Halbdiktatur mehr als freien Journalisten?
Der mittlerweile demokratisch gewählte neue Präsident der Ukraine ist ein Terrorregime?


Frei gewählt? Von wem? Nicht von den Menschen in der Ostukraine! Das Verbot von russisch als Amtssprache wurde nicht aufgehoben. Im Gegenteil: Der neue Schokokönig hatte nichts besseres zu tun, als schnellstens einen Verbotsantrag für den Koalitionspartner der Regierungspartei "Ukraine der Regionen", der KP, einzureichen. Die KP von den Parlamentssitzungen ausgeschlossen, obwohl sie über 13 % der Stimmen auf sich vereinen konnte. Und da wundert man sich, dass die Menschen in der Ostukraine sich durch diese Regierung nicht nur nicht vertreten, sondern bedroht fühlen? Warum fliehen wohl die normalen Bürger aus der Region Richtung Russland und nicht Richtung Kiew?
Nach der extremen antirussischen Hetze, insbesondere auch in der FAZ. Süddeutschen und der Tagesschau glaube ich den "freien Journalisten" der "Qualitätsmedien" kein Wort mehr. Gerade in den letzten Tagen konnte man als Zuschauer der Tagesschau den Eindruck bekommen, Putin höchstpersönlich hätte das Flugzeug abgeschossen. Sachliche Berichterstattung sieht jedenfalls anders aus. Von daher ist es schon gut, dass man hier auch die Massenmedien der anderen Seite empfangen kann. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte, wobei es mir in den letzten Jahren zunehmend schwerer fällt, den "Qualitätsmedien" aus Deutschland zu glauben. Von üblen Propagandaschleudern wie Fox News, CNN und Al Dschasira ganz zu schweigen.

von Bolivar diGriz - am 23.07.2014 11:16
Zitat
DH0GHU
Zitat
Ihre Majestät
Ich glaube im Ukraine-Konflikt den westlichen Medien kein Wort! Zuletzt gab es einen fast schon dramatischen Appell bei Impala: Die Bewohner der Ost-Ukraine werden vom Terror-Regime in Kiew im Stich gelassen oder sogar diskriminiert.


Du glaubst also tatsächlich den regierungsgelenkten Medien einer Halbdiktatur mehr als freien Journalisten?
Der mittlerweile demokratisch gewählte neue Präsident der Ukraine ist ein Terrorregime?
Nun, er selbst vielleicht nicht, aber wie da das von Nationalisten und z.T. auch Faschisten durchsetzte Miltär die Regie führt, bewegt sich genau in eine solche Richtung. Betreffs der aktuell einseitigen Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hierzulande über den Ujkraine-Konflikt lassen wir mal die Kategorien "Demokratie" und "Terror" weg: Kriegspropaganda aus Kiew wird unhinterfragt durchgewunken und ersetzt die sachliche Recherche. Es wird immer von "Pro-"Russen gesprochen, dabei leben dort eben Russen, die unter den Angriffen einer z.T. demoralisierten, z.T. aber auch fanatisch durchsetzten ukrainischen Armee am meisten zu leiden haben. Wenn dort dann Korrespondenten hinfahren, berichten sie nur nebulös... Ähm sorry, da ist die Meinung, derjenigen, die eben diese Bevölkerungsgruppe (zugegebenrmaßen sicher nicht ganz uneigennützig) unterstützt als Ergänzung durchaus hörenswert - auch wenn das natürlich auch nicht die ganze Wahrheit ist.
Seine Informationen muss man sich leider im Internet zusammen puzzlen, bislang kann man wenigstens das...

von Hagen - am 24.07.2014 09:44
Zitat
Chris4981
Ich finde das hier schon etwas bedenklich - es werden keinerlei Propagandabeispiele genannt, aber weil der Sender aus Russland ist, muss es Propaganda sein. Theoretisch wäre das üble Nachrede.

Wenn ihr schon einen solchen Thread macht, dann kommt doch mit Fakten.


Gerne.
Stimme Rußlands (=das, was Impala überträgt) ist kein Rundfunksender im klassischen Sinn, sondern Teil einer staatlichen Nachrichtenagentur namens "Internationale Nachrichtenagentur Rossija Segodnja". Sie dient der Verbreitung der Aufassungen und Ansichten der russischen Staatsführung im Ausland, und nicht zur Verbreitung des Ergebnisses journalistischer Arbeit. Das wäre, als würde man bei uns die ARD durch ein nur von Regierungspartei-Apparatschiks besetztes Bundespresseamt ersetzen.
Es IST also (schon vom Auftrag her) Propaganda. Opposition kommt dort garnicht zu Wort. Das läßt zumindest die Titelfrage als berechtigt erscheinen.

Achja: Gute Propaganda versteckt sich in eigentlich "harmlosen" Meldungen. sie erzeugt ein Klima, sie lügt nicht direkt.
Ein schönes Beispiel ist http://german.ruvr.ru/2014_08_22/Armenien-wird-Russland-im-Zusammenhang-mit-den-Sanktionen-nicht-im-Stich-lassen-4301/
Da ist Rußland plötzlich auch in Hinblick auf das Lebensmittelembargo (das Rußland ja selbst verhängt hat...) ein Opfer des bösen Westens, das nun Hilfe erhält... Kritische Hinterfragungen? Fehlanzeige.

von DH0GHU - am 25.08.2014 12:28
Ich kann mich über das seltsame Verständnis von Demokratie, Pressefreiheit und Pluralismus einiger Mitdiskutanten nur kopfschüttelnd wundern. Es ist eigentlich unerhört, aufgrund zweifelsfrei vorhandener (und offen ansprechbarer) Mißstände im eigenen System ein Terrorregime und dessen als solches definierte Sprachrohr in Schutz zu nehmen, das den Mißstand längst zur Staatsdoktrin erklärt hat, und Kritiker mit massiven, teils lebensbedrohlichen Repressionen verfolgt.

Also ich werde in unseren öffentlich-rechtlichen Medien (BR, DLF, ...) wie auch privaten Medien (Spiegel) z.B. immer wieder mit Positionen z.B. von Linkpartei-Politikern zur Ukraine-Krise konfrontiert. In Rußland wäre owas unvorstellbar. Da wird man als Oppositioneller bestenfalls (!) von den Medien ignoriert, schlimmstenfalls landet man im Knast, wird vergiftet, zusammengeschlagen oder sonstwie kriminalisiert.
Es ist schon noch ein riesiger qualitativer Unterschied zur versuchten Einflußnahme einzelner Politiker bei uns - die natürlich auch verurteilenswert ist, aber qualitativ wohl kaum zu vergleichen ist mit dem, was in Rußland passiert.
Interviews mit Oppositionspolitikern zur Hauptsendezeit wie bei uns sind dort unvorstellbar.

Und: Hierzulande wird politische Einflußnahme auf Medien wie im Fall Koch oder Wulff (zurecht) skandalisiert. In Rußland ist sie gewollt und per se nicht skandalisierbar. Die Aufdeckung von Mißständen ist ein Zeichen für eine funktionierende, nicht unter Repressalien erstickte Medienlandschaft. Die Einsetzung eines putinfreundlichen Hardliners als Chef von Rossija Segodnja hat jedenfalls nicht zu einem Aufschrei der russischen Medien geführt. Wie auch. Hierzulande? Kochs Fehltritt dürfte maßgeblich für sein politisches Ende verantwortlich sein, und JEDER assoziiert mit Koch den ZDF-Skandal.

von DH0GHU - am 25.08.2014 13:27
Zitat
DH0GHU
Stimme Rußlands (=das, was Impala überträgt) ist kein Rundfunksender im klassischen Sinn, sondern Teil einer staatlichen Nachrichtenagentur namens "Internationale Nachrichtenagentur Rossija Segodnja"

Das ist die VOA und Radio Liberty (oder wie das jetzt heißt) doch genauso...

Zitat

Da ist Rußland plötzlich auch in Hinblick auf das Lebensmittelembargo (das Rußland ja selbst verhängt hat...)

Häh? Seit wann verhängt Russland ein Embargo der EU?
(Ok, ich weiß was du eigentlich meinst, also dass sie sicjh das Embargo quasi seklbst eingebrockt haben - was ich aber bezweifel, denn die Schweiz und Türkei liefern munter weiter ihre Lebensmittel nach RUS).

Zitat

Kochs Fehltritt dürfte maßgeblich für sein politisches Ende verantwortlich sein, und JEDER assoziiert mit Koch den ZDF-Skandal.

Sicherlich nicht jeder. Koch ist wegen Null-Bock-auf-Politik und wegen "Neuanfang" in der Wirtschaft zu Bilfinger und Berger selber gegangen (was ja nun beendet ist). Nicht wegem dem ZDF-Brender. Das hat der doch locker ausgesessen. Und so groß war das Interesse von JEDERMANN an dieser Sache auch nicht.. Der Koch hat ja schon ganz andere Sachen ausgesessen (z. B. diese Unterschriftenkampagne in Hessen).

Zitat
Exidor
Wo soll ich da mit der Liste anfangen, wo ARD und ZDF gerade betreffend die Ukraine die Nachrichten extrem verdrehen, auslassen oder sogar bewusst lügen?

Sehe auch so. Obwohl noch immer keine Beweise für den Absturz des Flugzeugs vorliegen, wird das den Seperatisten in die Schuhe geschoben.
Übrigends "Seperatisten":
Im Kosovo waren "Seperatisten" für die EU unterstützungswürdige Demokraten.
Auch die Demonstranten in der DDR im Herbst 1989, die spätestens ab Dezember 1989 auch einen Anschluss, bzw. eine Abspaltung der gesamten DDR von der gesamten DDR an die Bundesrepublik propagiert haben. Die hat aber -zu Recht- niemand "Seperatisten" genannt.
Auch nicht die Ungarn, die in Sopron den Zaun geöffnet haben.
Oder die Polen.
Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, wer im Westen mal gerne und mal weniger gerne gesehen wird. Auch wenn die exakt das gleiche machen.

Auch beim Gaza-Streifen ist die Meinung (auch der öffentlich-rechtlichen) recht einseitig und pro Israel.
In der Politik so oder so als deutsche Staatsdoktrin.

von Schwabinger - am 25.08.2014 16:12
Diese einseitige "pro-Israel"-Meinung sehe ich in den Medien aber auch nicht. Von einem abschließenden Ergebnis in Sachen MH17 habe ich bei unseren Medien auch noch nichts gehört und gelesen, d.h. für mich war das klar ersichtlich, dass "nur" Indizien vorliegen. Ich weiß allerdings nicht, was bei ARD und ZDF im TV erzählt wurde. Weder im DLF noch bei Spiegel Online noch auf den Webseiten von BR und SWR wurde meiner Wahrnehmung nach jemals behauptet, es wäre restlos, ohne Zweifel, bewiesen, wer das Flugzeug abgeschossen hat.


Beim Kosovo hast Du aus völkerrechtlicher Sicht sicher nicht unrecht - nur: was ändert das an der heutigen Situation? Das Unrecht von damals rechtfertig kein Unrecht von heute. Außerdem ging es im Kosovo um die Verhinderung eines Genozids. Das Nicht-Handeln der Staatengemeinschaft bei Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung in den Grenzen eines souveränen Staates ist zwar völkerrechtlich verbindlich vorgeschrieben, ermöglicht aber dummerweise Leuten wie Milosevic (Bosnier, Kosovaren), Hussein (Kurden), und vielen andere, im Rahmen ihrer Hassdoktrin gegen Teile der Bevölkerung vorzugehen. Und niemand tut was dagegen.

Auch sehe ich durchaus einen Unterschied darin, ob staatliche Propaganda der Festigung eines absolutistischen Herrschaftssystems dient, oder der Verbreitung demokratischer, freiheitlicher Grundsätze in Länder hinein, die keine Verbreitung solcher Gedanken zulassen. Rechtsgüter wie as Recht auf freie Meinungsäußerung sind für mich unverhandelbare Grundprinzipien, und ich bin durchaus der Ansicht, daß man das Verhalten von Ländern, die Grundrechte von Menschen wahren, anders bewerten darf, als de jure gleiches Verhalten von Ländern, die Grundrechte nicht wahren. Sprich: Mir ist's lieber, die EU missioniert in Sachen Demokratie, Freiheit und Pluralismus, als dass Putin in Sachen Absolutismus, Obrigkeitsstaat und Sovjet-Rehabilitation missioniert.

Was das Embargo betrifft: Dir sollte nicht entgangen sein, daß Rußland ein Importverbot für viele Lebensmittel aus der EU verhängt hat. Nun stellt sich Rußland als Opfer dar, das dankenswerter Weise aus Armenien Ersatzlieferungen erhält. Nun, niemand hat Rußland gezwungen, Lebensmittelimporte zu verbieten. Sie hätten ja auch Luxuslimousinenimporte verbieten können. Aber das hätte wohl die Putin-Freunde sehr direkt getroffen (das bischen Käse und Wein für die Oligarchen bekommt man über andere Wege locker importiert... Bei einem Daimler fällt das eher auf).

Achja: Den DDR-Vergleich finde ich skuril. Die Wiedervereinigung war schließlich ein verfassungsmäßiges Ziel des Handelns der Bundesregierung...

von DH0GHU - am 25.08.2014 16:59
Zitat
DH0GHU
Achja: Den DDR-Vergleich finde ich skuril. Die Wiedervereinigung war schließlich ein verfassungsmäßiges Ziel des Handelns der Bundesregierung...

Da hast du was missverstanden. Es ging um den Begriff "Seperatisten", mit dem die EU die Ostukraine und die Krim so gerne bezeichnet. Also um "Abspalter" von einem Land.
Nichts anderes haben die Bürger der DDR 1989/1990 getan. Das hat nichts und gar nichts mit einem Ziel der (westdeutschen!) Bundesregierung zu tun. Die Bundesregierung war da gar nicht gefragt.
Bei der friedlichen Revolution in der DDR (nicht in der BRD!) haben sich die Menschen der DDR in einem schlichtweg souveränen Staat namens DDR, der ja auch von der Bundesrepublik quasi durch die Hintertür anerkannt wurde, mehrheitlich Ende 1989/Anfang 1990 dafür entschlossen, sich einem anderen Staat anzuschließen.
Genau das gleiche, was ein Teil der Ukraine auch will. Die wollen sich halt Russland anschließen. Bei der DDR gab es "einen Teil" ja nicht, es war zufälligerweise das ganze Land.

Und man erinnere sich an das einstige Jugoslawien. Da war es seitens der EU (und insbesondere durch einen Herrn Genscher) gerne gesehen, dass sich europäisch orientierte Teilrepublicken (SLO und HR) seperatistisch von dem Rest abgespaltet haben. Damals war das demokratisches Sebststimmungsrecht der Völker. Den Ostukrainern billigt man das aber nicht zu.
Hier wird schlichtweg mit zweierlei Maß gemessen. Hintergrund logischerweise wirtschaftliche und militärische Interessen. Einmal ist der exakt gleiche Sachverhalt demokratisch absolut toll, anderseits demokratisch absolut der Frevel.

von Schwabinger - am 25.08.2014 17:42
@Eckhard.:
Richtig. Die Diskriminierung der russischsprachigen Bevölkerung im Osten bestand darin, russisch als 2. Amtssprache abzuschaffen (ein Sprachverbot ist was anderes. Sorbisch oder Dänisch ist bei uns auch keine offizielle Amtssprache. Trotzdem spricht niemand von deren Diskriminierung, nur weil Bundesgesetze nicht auch auf sorbisch oder dänisch publiziert werden).
Das war dümmlich (wie auch die Beteiligung von Nationalisten an der Übergangsregierung), aber wohl kaum vergleichbar mit Kosovo, Bosnien, Tschetschenien, etc. Die schlimmste Diskriminiserung war aber wohl der Machtverlust der Ostukraine-Partei "Partei der Regionen". Bayern trat nicht aus der BRD aus, nur weil die CSU mal nicht an der Regierung war (auch wenn's sich manche außerhalb Bayerns wünschen würden).

@Exidor: Das Milosevic-Regime hat in Bosnien bereits einen Genozid mitzuverantworten gehabt (naja, offiziell Karazcic). Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis das im Kosovo wieder passiert wäre. Wer einmal mordet, dem glaubt man nunmal nicht. Und das Vorhandensein des Fascho-Packs in Kiew rechtfertigt nunmal nicht die Einschränkung der Pressefreiheit in Rußland (um mal wieder on topic zu werden), nicht die Eingliederung des Rundfunks in den Staatsapparat, nicht die Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, nicht die Ermordung von Journalisten, nicht die Versorgung von Separatisten mit Waffen, nicht das (zurück-)Klauen von Teilen fremder Länder (Kosovo wurde von keinem anderen Land "eingemeindet", im Gegensatz zur Krim!), etc.

von DH0GHU - am 26.08.2014 10:48
Zitat
DH0GHU
Und das Vorhandensein des Fascho-Packs in Kiew rechtfertigt nunmal nicht die Einschränkung der Pressefreiheit in Rußland (um mal wieder on topic zu werden), nicht die Eingliederung des Rundfunks in den Staatsapparat, nicht die Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, nicht die Ermordung von Journalisten, nicht die Versorgung von Separatisten mit Waffen, nicht das (zurück-)Klauen von Teilen fremder Länder etc.


In einigen Regionen der Erde gibt es halt gewisse Defizite in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
In Weißrussland, Turkmenistan oder Usbekistan ist die Lage noch schlimmer als in Russland.

In den meisten islamisch geprägten Ländern sieht es auch nicht besser aus.
Es ist ja fast schon ein Witz, dass jemand wie Baschar al-Assad dem Westen seine Unterstützung im Kampf gegen die ISIS anbietet.
Das einzige Land, das bisher vom arabischen Frühling profitiert hat, ist Tunesien, das aber schon unter Ben Ali fortschrittlicher als andere arabische Länder war.
In Ägypten ist erneut eine Militärregierung an der Macht und in Libyen herrscht Bürgerkrieg; ebenso in Syrien und im Irak.
Ich bin gespannt, ob es in Afghanistan jemals eine funktionierende Demokratie geben wird.
Selbst die Türkei entwicklet sich gegenwärtig in Richtung einer Diktatur.

Demokratie ist also keine Selbstverständlichkeit, sondern muss, so scheint es zumindest, gelernt werden.

von Wellenjaeger - am 26.08.2014 11:23
KEIN Propagandasender wird heute noch so plump agieren, wie Du das gerade als Beispiel benennst.
Der präsidiale Erlaß 894, auf dem die Eingliederung von Radio Rossija in die staatatliche Nachrichtenagentur basiert, dürfte auf russisch sicherlich auf der Webseite der russischen Regierung verfügbar sein. Das ist wohl ein ausreichender Hinweis auf Staatsnähe.
Die Bewertung der Haltung der russischen Regierung zu Fragen der Pressefreiheit dürfte wohl kaum unter etwas anderes als "Freie Meinungsäußerung" fallen, genausowenig eine MEINUNG über die inhaltliche Ausrichtung der Stimme Rußlands.
Außerdem: Ich habe nicht behauptet (und auch sonst niemand?), daß Impala die Lizenzbestimmungen verletzt. Ich habe nur Zweifel geäußert*. Das fällt unter Meinungsfreiheit. Ich habe auch garnichts dagegen, dass Impala hier die Stimme Rußlands verbreitet - ich habe nur etwas dagegen, dass so getan wird, als wäre das eine seriösere Quelle als oder gleich seriöse Quelle wie DLF, Spiegel und Co.

*Konkret geht es dabei um z.B. §3 §10 RStV (allgemeine Grundsätze, journalistische Sorgfaltspflicht),
Zitat
§3
[...(aufführung ÖRs)...] alle Veranstalter bundesweit
verbreiteter Rundfunkprogramme haben in ihren Angeboten die Würde des Menschen zu
achten und zu schützen; die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu
achten. Die Angebote sollen dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher
Unversehrtheit, vor Glauben und Meinungen anderer zu stärken. Weitergehende
landesrechtliche Anforderungen an die Gestaltung der Angebote sowie § 41 dieses
Staatsvertrages bleiben unberührt.


Zitat
§10 (1)
Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen
Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen. Sie müssen unabhängig
und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen
gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen. Kommentare sind von der
Berichterstattung deutlich zu trennen und unter Nennung des Verfassers als solche zu
kennzeichnen.

Zitat
§20a
§ 20a
Erteilung einer Zulassung für Veranstalter von bundesweit verbreitetem Rundfunk
(1) Eine Zulassung darf nur an eine natürliche oder juristische Person erteilt werden, die
1. unbeschränkt geschäftsfähig ist,
2. die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden, nicht durch Richterspruch verloren hat,
3. das Grundrecht der freien Meinungsäußerung nicht nach Artikel 18 des
Grundgesetzes verwirkt hat,
4. als Vereinigung nicht verboten ist,
5. ihren Wohnsitz oder Sitz in der Bundesrepublik Deutschland, einem sonstigen
Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des
Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum hat und gerichtlich verfolgt
werden kann,
6. die Gewähr dafür bietet, dass sie unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und
der auf dieser Grundlage erlassenen Verwaltungsakte Rundfunk veranstaltet.
(2) Die Voraussetzungen nach Absatz 1 Nr. 1 bis 3 und 6 müssen bei juristischen Personen
von den gesetzlichen oder satzungsmäßigen Vertretern erfüllt sein. Einem Veranstalter in der
Rechtsform einer Aktiengesellschaft darf nur dann eine Zulassung erteilt werden, wenn in der
Satzung der Aktiengesellschaft bestimmt ist, dass die Aktien nur als Namensaktien oder als
Namensaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgegeben werden dürfen.
(3) Eine Zulassung darf nicht erteilt werden an juristische Personen des öffentlichen Rechts
mit Ausnahme von Kirchen und Hochschulen, an deren gesetzliche Vertreter und leitende
Bedienstete sowie an politische Parteien und Wählervereinigungen. Gleiches gilt für
Unternehmen, die im Verhältnis eines verbundenen Unternehmens im Sinne des § 15 des
Aktiengesetzes zu den in Satz 1 Genannten stehen. Die Sätze 1 und 2 gelten für ausländische
öffentliche oder staatliche Stellen entsprechend.


Meine persönliche Einschätzung? Impala dürfte rechtlich einwandfrei dastehen, da sie intelligent "dazwischen" geschaltet sind. ruvr.ru ist nur Zulieferer, nicht Veranstalter. Somit dürfte Impala rechtmäßig sein. Und man erlaubt ja auch VoA.
Dass ich das mit RUVR nicht toll finde, werde ich ja noch als persönliche Meinung äußern dürfen...

von DH0GHU - am 26.08.2014 12:09
Zitat
DH0GHU
Richtig. Die Diskriminierung der russischsprachigen Bevölkerung im Osten bestand darin, russisch als 2. Amtssprache abzuschaffen (ein Sprachverbot ist was anderes. Sorbisch oder Dänisch ist bei uns auch keine offizielle Amtssprache. Trotzdem spricht niemand von deren Diskriminierung, nur weil Bundesgesetze nicht auch auf sorbisch oder dänisch publiziert werden).

Sorry, das hinkt etwas.
1. Vergleiche mal den Bevölkerungsanteil der Sorbisch oder Dänisch spricht, mit dem, der auf der Krim und in der Osturkraine Russisch spricht.
2. War Russisch m. W. dort immer Amtssprache (im gegensatz zu Sorbisch und Dänisch, die den Status einer Minderheitensprache haben).
3. Was würde es für einen (berechtigten) Aufschrei geben, wenn z. B. Spanien Katalanisch als Amtssprache verbieten würde.
Außer dass das "ein Fehler" war, war bei unseren Politikern hierzu nichts zu hören.

Mit Schwarz-Weiß-Malerei (Ukranier gut, Russe böse) kommt man da überhaupt nicht weiter.

Und ich schreibe es nochmal: Was die auf der Krim getan haben und im Osten der Ukranie noch wollen, ist das exakt gleiche, was Landesteile von z. B. Jugoslawien (Slowenien, BIH, HRO), Serbien (Kosovo) oder ex-Sowjetrepubliken (Baltikum) auch getan haben. Sich einfach Loszulösen mit der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker. So hat es zumindest mal der Genscher genannt.
Da war das alles gut und very demokratisch. Grund war halt, dass die irgendwie in Richtung EU udn nach Westen tendiert haben (neue Absatzmärkte, neue Billiglohnarbeiter., Eindämmung des ehemaligen Warschauer Paktes etc...).
Die Menschen auf der Krim und im Osten der Ukraine machen das nicht. Und nur deswegen gilt das hier so als Frevel und deswegen haben die Separatisten grundsätzlich böse und vom Russen gesteuerte Terroristen zu sein.
Und lieber DH0GU, die hiesigen Medien schwimmen da gerne in dieser einseitigen Betrachtungswelle mit. Auch Spiegel online.

Zitat
Exidor
Da fällt mir noch die "Deutsche Welle" ein.

:spos::spos::spos:

von Schwabinger - am 26.08.2014 16:21
Zitat

Du glaubst also allen ernstes, staatlich direkt gesteuerter Putin-Rundfunk sagt die Wahrheit (von wegen: Wir liefern nix an die Separatisten), und nicht staatlich direkt gesteuerter Rundfunk in Nicht-Diktaturen lügt?

Muss man denn gleich von dem einen Schwarzweissdenken in das andere verfallen? Es wird sicherlich in Russland nicht nur gelogen und ganz genauso werden wir hier nicht immer nur die absolute Wahrheit serviert bekommen. Insofern mag Russland in Sachen Presse-/Meinungsfreiheit sehr dunkelgrau gefaerbt sein, aber in Deutschland ist eben auch nicht alles bluetenweiss. Es mag Faelle geben, in denen die russische Darstellung die korrektere ist als die deutsche, das halte ich fuer absolut realistisch. Wenn auch solche Faelle relativ selten sein duerften.

Wir hatten das doch schon mal hier im Forum:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rangliste_der_Pressefreiheit

Ich denke, das ist eine aussagekraeftige Tabelle. Man muss schon ein Stueck scrollen, um Russland zu finden. Aber Russland ist noch weit weg vom unteren Ende der Tabelle und Deutschland ist umgekehrt auch nicht auf einer Topposition, wenngleich es noch recht gut da steht.

Womoeglich scheitert es oftmals auch gar nicht an der Pressefreiheit, sondern daran, dass die wahren Hintergruende, warum z.B. irgendwo ein Krieg angezettelt wird, vielleicht nur einem kleinen Kreis von Leuten bekannt sind.

von Habakukk - am 27.08.2014 06:45
nun haben wir wieder eine politische Diskussion ueer CSUler. :-)

Staatsunabhaengigie Programme sind das alle nicht.
BFBS, AFN u. dgl. sind aber die Sender der NATO Partner, und die Haltung dieser Laender gegenueber Putin's Russland duerfte aehnlich sein wie in Deutschland. Russland ist auch nicht in der NATO:-)

Ja im Prinzip muesste man auch Russia Today Ausstrahlungen beenden, sollten sie terrestrisch verbreitet werden. Ich denke in Putin's Russland sind ja auch einige BBC WS Umsetzer gewesen, die man abgedreht hatte?

In UK sendet offenbar uebrigens auch Russia Today munter auf DVB-T weiter, ebenso die "Voice of Russia" auf 12 A im Mux "London 2". Diskussionen ueber eine Abschaltung auf Grund von Putin's "Liebe zur Krim" habe ich bisher keine vernommen.

Radio Wolga war ein LW Programm und hatte sich direkt an sovjetische Streitkraefte gewendet, die in der DDR stationiert waren und kam zumindest sendetechnisch aus Deutschland. Wo das Programm produziert wurde, und ob direkt etwas aus Moskau uebernommen wurde, kann ich nur vermuten, aber nicht bestaetigen.

von 102.1 - am 27.08.2014 18:22
Zitat
DH0GHU
@Schwabinger: Wenn Du auf Seite 1 nachliest, kannst Du nachlesen, dass ich nichts dagegen habe (außer einer tiefgründigen Asympathie), dass der Stuß von Stimme Rußlands in D verbreitet wird. Ich halte diesen Sender nur weder für glaubwürdig noch seine Auftraggeber für irgendwie mit modernen Gesellschaftsbildern vereinbar. Darauf hinzuweisen sehe ich als notwendig an, da dieses Programm ja immer wieder so hingestellt wird, als würde es sich positiv von Medien aus demokratischen Ländern abheben.

Wenn DU in Deinen Einschätzungen immer so gut bist, wie in dem Moment, in dem Du auf die idiotische Idee gekommen bist, ich könnte ein CSU-Sympathisant sein, dann solltest Du Deine Einschätzungen vielleicht lieber für Dich behalten, weil man sie dann eh in die Tonne treten kann.


Schwabinger sieht wohl einen Zusammenhang zwischen CSU und einer Freundschaft zu den USA und nimmt Bezug auf den Kalten Krieg, wo es boese Russen gab. Heute gibts wiederum boese Russen, daher wohl sein Rueckschluss.

Nur dass man hier gleich von Kritik an Putin's Russland gleich auf CSU Sympathisant schliesst finde ich dennoch ueberzogen. Man kann auch guter Sozialdemokrat sein, und mit Putin's Kriegstreibereien nicht einverstanden sein und demnach die Stimme Russland's als Sprachrohr Putin's Russland sehen.

von 102.1 - am 28.08.2014 06:17
Akzeptiert ;-)
Ich glaube, in anderen Parteien als der CSU herrscht derzeit auch eher Russlandskepsis vor. Zumindest bei den Grünen und der SPD ist das so - und selbst von Freunden, die man dem Umfeld der Linken zuordnen darf, höre ich ähnliche Töne. Außerdem: So schwarz-weiß sehe ich die Welt nicht, wie Du meinst. Allerdings halte ich die Lage in Sachen Pluralismus, Meinungsfreiheit und Demokratieverständnis im "Westen" (wenn Du Europa meinst) für weitaus besser als in Russland. Und dabei verwechsle ich auch nicht "den Russen" mit seiner Regierung, die ihn gezielt desinformiert - und mir ist dabei sehr wohl bewußt, dass auch der Westen immer dann, wenn er sich besonders engagiert, eigene Interessen verfolgt.

Nur mal noch so als Vergleich: Wenn ein russischer Präsident auf Gegner einprügeln läßt, dann ist das halt so. Wenn ein baden-württembergischer Ministerpräsident auf Gegner einprügeln läßt, wird er abgewählt. Dazu muß der MP von BW nicht unbedingt charakterlich besser sein als der Präsident von RU, aber gefestigte gesellschaftliche Strukturen (dazu gehört nunmal eine freie Presse) sind dazu nunmal die Voraussetzung...

von DH0GHU - am 28.08.2014 17:54
Zitat
102.2
Das ist ja meistens leider so: Finland, Baltikum, Polen, etc.... Wer mit den Russen in der Geschichte zu tun hatte, hatte meistens Aerger oder Gebiets-Abstriche hinnehmen muessen.


Das gilt für "die Deutschen" aber aber ganz genauso. ;)

Offenbar scheint die Völkergemeinschaft nichts aus der Vergangenheit gelernt zu haben.
Wie war das eigentlich mit der Annexion des Sudetenlandens? - Sie wurde nach einem gewissen Protest einfach geduldet.
Hätte man doch schon damals den Anfängen gewehrt!

Etwas ganz Ähnliches geschieht derzeit in der Ostukraine: Der Westen schaut zu, wie die territoriale Integrität eines Staates und das Völkerrecht durch einen anderen Staat massiv verletzt werden.
Sanktionen sind in diesem Zusammenhang schlichtweg lächerlich.
Putin führt die Völkergemeinschaft an der Nase herum und diese lässt es sich aus Furcht vor einer militärischen Eskalation gefallen.

Wenn Russland die Ostukraine besetzt, sollte der Westen die Ukraine darin unterstützen, die Gebiete wieder zu befreien.
Ich bin zwar prinzipiell gegen eine kriegerische Auseinandersetzung, doch leider leben wir in keiner idealen Welt und leider gibt es nun mal Menschen mit bösen Absichten, so dass Krieg als Ultima Ratio nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden darf.

von Wellenjaeger - am 28.08.2014 21:18
ja, alles schoen und gut, nur wenn wir schon bei Vertraegen sind:

Russland sicherte vertraglich die Grenzen der Ukraine zu, - dies war m.E. 1993. Im Gegenzug dazu verzichtete die Ukraine zu Gunsten von Russland auf Atomwaffen. Heute haben wir eine Grenzverletzung eines souveraenen Staates, nicht nur auf der Krim sondern in der Ost-Ukraine. Dies passt nicht in die Friedensordnung von Europa, bzw. dem der letzten 60 ? Jahre, und darauf sollte der Westen auch antworten.

In Betracht auf die Invasion auf der Krim, und dgl. wuerde ich mich da um den Vertrag von Montreux ebenfalls wenig kuemmern. Nach dem Motto, Ihr haelt Euch auch nicht an Vertraege, warum sollen wir es tun? Dieser Weg waere zumindest m.E. wirtschaftlich weniger schaedlich als die derzeitigen Wirtschaftsblockaden, die beiden Parteien, dem Westen und Russland gegeneinander haben.

Einzelheiten ueber den Vertrag in Sevastopol kenne ich auch nicht. M.W. gab es dort auch kein automatisches Recht diesen zu verlaengern, d.h. eine Verlaengerung beduerfte der Zustimmung beider Vertragspartner. Wie sich der Vertrag in Sevastopol von Guantanamo Bay unterscheidet weis ich nicht. Ich wuerde dort vermuten, dass die Pacht ziemlich niedrig sein duerfte, da der Vertrag dort schon recht alt ist.

Die Russen haben uebrigens noch einen weiteren solchen Vertrag und zwar in Syrien in einer Hafenstadt. Wie lange der laeuft weis ich nicht. Das Regime duerfte dort russland-freundlich sein, was sich in den letzten Jahren auch immer wieder zeigte.

von 102.1 - am 29.08.2014 12:04
Zitat
102.2
Zuzueglich dazu kommt noch, dass sie oft nicht als russische Soldaten erkenntlich zeigen, was auf der Krim auffaellig war.


Natürlich: Es wundert mich, dass sich so viele darüber wundern; - erst recht nachdem Putin sogar offen nach der Annektierung der Krim im russischen Fernsehen zugegeben hat, anfangs gelogen zu haben, als er eine Beteiligung der russischen Armee leugnete.

Zu jeder Invasion in ein anderes Land gehören neben einer militärischen Überlegenheit zwei weitere wichtige Zutaten: eine gute Strategie und jede Menge Lügen, wobei die Lügen auch als Teil der Strategie angesehen werden können.

Die Spitze des Eisbergs ist ja, dass Russland jetzt auch noch den Westen verhöhnt, indem deren Offizielle die Behauptung aufstellen, es handle sich um Soldaten, die in ihrer Freizeit (!) den Seperatisten zur Hilfe kämen.
Woher nehmen die denn das ganze Kriegsgerät, oder können sich die Soladaten der russischen Armee etwa mal eben ein paar hochmoderne Waffen samt zugehöriger Munition bei ihren Vorgesetzen ausborgen, und wer ist eigentlich für die logistische Koordination des Unternehmens verantwortlich?
Wie kann sich der Westen nur in der Form von Russland vorführen lassen?!

Zitat
102.2
Mir kommt das ganze so vor, wie ein Bankraeuber, der sich am hellichten Tag immer wieder in einer Bank beim Safe selbstbedient.


Und so lange jene Polizei, die für die Sicherheit der Bank verantwortlich ist, derart schlecht ausgerüstet ist, dass sie gegen den Dieb nichts ausrichten kann, bietet sich das ja auch an.
Erwartet ihr, dass ein Dieb (oder ein eiskalter KGB-Mann) ein so hochstehendes Gewissen hat, dass er aus moralischen Gründen nicht in eine Bank einbricht, obwohl er es doch mit Leichtigkeit tun könnte?

Scheinbar bin ich hier der einzige, der sich traut, das Mittel der Waffengewalt gegen die völkerrechtswidrigen Expansionspläne des Potentaten im Kreml einzufordern.

von Wellenjaeger - am 29.08.2014 12:15
Zitat
Wellenjaeger

Scheinbar bin ich hier der einzige, der sich traut, das Mittel der Waffengewalt gegen die völkerrechtswidrigen Expansionspläne des Potentaten im Kreml einzufordern.


Du bist nicht der einzige hier. Ich haette sogar mit US Hilfe die Krim zurueckerobert, gleichsam die Ost-Ukraine und die Ukraine in die NATO geholt. Geht's hart auf hart, ist die USA dennoch militaerisch den Russen ueberlegen, alleine schon waffentechnisch.

Zudem bin ich der Meinung, das die Involvierung der USA in der Ukraine weitaus mehr Aussicht hat, als was die USA in Afghanistan oder Irak macht, machte oder versuchte. Langfristig ist die Ukrainie entwickelbar, in Richtung westliches Wirtschaftssystem und soliden Handelpartner, daher die Motivation.

Die Idee den Bosporus den Russen komplett zu sperren halte ich fuer eine recht friedliche Alternative, die man als ersten Schritt gehen kann und sollte. Bei so einer Handlung kann auch kein Linker der USA "Kriegstreiberei" vorwerfen. USA als Vorreiter, mit tuerkischer und griechischer NATO Hilfe, das geht. Die Russen koennten dann mit ihrer Navy im Schwarzen Meer spazieren fahren, und die schoene Sonne geniesen (Russische Soldaten die im Urlaub gerne militaerische Ueben machen, gibts wohl genug), nur aus dem Schwarzen Meer hinaus koennten sie nicht. Pech gehabt, wenn man nicht die Souveraenitaet anderer Laender akzeptiert.

von 102.1 - am 29.08.2014 12:38
Exidor: Die Expansion durch feindliche Landnahme ist etwas anderes als eine Expansion einer auf freiwilligen Verträgen basierenden Interessengemeinschaft.

Du solltest mal hinterfragen, warum Länder und deren Bevölkerung lieber der westlichen Wertegemeinschaft angehören als Putins "Werte"gemeinschaft, die darauf aufbaut, die Opposition einzuschüchtern, die Presse gleichzuschalten und Minderheiten zu diskriminieren.

Außerdem: Ich sag' mal "Wag the dog" (Film...) ist auch in Russland ein Thema. Die Rückholung der Krim ist in Rußland sehr populär gewesen, die Eingliederung von "Novo rossija" wäre es auch. Ersteres ist gefühlt die Korrektur eines Fehlers eines wohl auch dem Alkohol gerne zusprechenden Sovjetführers ukrainischer Abstammung, letzteres historisch über die Herkunft der russischen Kultur ansich erklärbar (Novo Rossija ist historisch keine Schöpfung der Separatisten....). Das kommt gut an, und keiner spricht über das totale wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Versagen Putins. Erstes kann man sogar komplett ausblenden, indem man zukünftig alles Schlechte auf die Sanktionen schiebt....

Was nun die Involvierung der USA betrifft: Die gefällt mir auch nicht wirklich. Amerika mischt sich immer dann engagiert ein, wenn es um amerikanische Interessen geht. Die Stärkung Europas ist nicht ein primäres Interesse der USA - und bekanntlich freut sich der Dritte, wenn zwei sich streiten. Die Einmischung in der Ukraine ist nur deshalb nicht so fatal, weil diese im Prinzip auch Teil einer westlichen Wertegemeinschaft ist; die kulturellen Unterschiede sind nunmal viel geringer als die zu islamischen Ländern. Daher sind die USA dort nicht gleich ein "Elefant im Porzellanladen".

von DH0GHU - am 29.08.2014 13:08
Zitat
DH0GHU
Was nun die Involvierung der USA betrifft: Die gefällt mir auch nicht wirklich. Amerika mischt sich immer dann engagiert ein, wenn es um amerikanische Interessen geht. Die Stärkung Europas ist nicht ein primäres Interesse der USA - und bekanntlich freut sich der Dritte, wenn zwei sich streiten. Die Einmischung in der Ukraine ist nur deshalb nicht so fatal, weil diese im Prinzip auch Teil einer westlichen Wertegemeinschaft ist; die kulturellen Unterschiede sind nunmal viel geringer als die zu islamischen Ländern. Daher sind die USA dort nicht gleich ein "Elefant im Porzellanladen".


Elefant im Porzellanladen trifft zwar fuer die USA oefter mal zu, ist aber kein Fehler wenn man sich mit div. Terror Organisationen in der islamischen Welt oder Putin's Russland im Umgang uebt.

Bei der Staerkung von Europa muss ich Dir dennoch wiedersprechen. Ein starkes Europa ist fuer die USA schon aus dem Grund von Interesse, da ein Wirtschafts und Handelspartner vorhanden ist, der berechenbar ist, oder berechenbarer als so manch andere Region mit denen man ins Geschaeft will. Ich wuerde sogar so weit gehen, dass der Ausgang des 2. Weltkrieges fuer die USA ein wirtschaftlich immenser Gewinn war ( trotz den Kriegs-Ausgaben, die man hatte, der Logistik etc....) Auf einemal war ein Riesen Absatzmarkt da und eine kaufwillige Gesellschaft die kaufte, nur weil geiwsse Produkte fuer "Freiheit" standen, etwa "Coca Cola oder Blue Jeans" und vor dem Krieg in Europa kaum jemand kannte. Ich wuerde sogar sagen, dass die EU wie sie heute existiert nur durch die USA auch moeglich wurde und beeinflusst wurde. Hinzu kommt auch noch die Erfahrung, dass die Welt, offenbar einen Weltpolizisten braucht, und zog sich dieser zurueck, war es in der Geschichte eher unsicherer.

Dem Rest Deiner Darstellung kann ich so weit zustimmen. Dies sehe ich aehnlich. Oft stelle ich mir aber denoch auch die Frage wer in Russland letzenendlich wirklich die Entscheidungen trifft. Putin komplett alleine, oder wird ihm "freundlicherweise nahegelegt" eine Entscheidung zu treffen, von jemandem anderen, ranghohen Militaers, Geheimdienst u. dgl. Interne Machtspiele sind in einer Struktur wie Putin's Russland vermutl. auch an der Tagesordnung.

von 102.1 - am 29.08.2014 13:20
Der NDR hat sich in dieser ZAPP-Ausgabe aber auch mehrfach ordentlich selbst ans Bein gepinkelt.

Sie tauchen bei RT auf, erhoffen sich spontan ein Interview, und wenn RT im Gegenzug auch ein spontanes Gegeninterview mit obendrein harmlosen Fragen möchte, machen sie sich in die Hose und heulen rum, weil RT in ihren Teambus rein filmt. Bei RT hat man bestimmt gefeiert, daß die NDR-Journalisten ihnen so einen schönen Nährboden für einen Propagandabericht geliefert haben.

Dann die unkritische, fast schon wieder propagandistische Darstellung der deutschen öffentlich-rechtlichen Medien, wie toll und objektiv sie doch gegenüber RT sind. Es ist ja schon am Beispiel Haushaltsabgabe hier genannt worden, daß gerne auch seitens der Öffentlich-Rechtlichen alles, was diese irgendwie kritisch darstellt, gerne unter den Tisch gekehrt wird.

Und dann dieses Durch-den-Dreck-Ziehen der Kritiker der ARD-Themenwoche. So etwas Selbstverständliches wie Homosexualität als etwas Besonderes darzustellen, für das noch um "Toleranz" geworben werden muß, ist echt ein Witz! Da braucht man nicht erst die Themenwoche abzuwarten. Das ist genau so daneben wie wenn man heute noch um Toleranz für Frauen, die die Pille nehmen, werben würde.

Ich finde die Propaganda von RT auch Müll, aber unsere Öffentlich-Rechtlichen sind da auch nicht unbedingt viel besser. RT kehrt alles kremlkritische unter den Tisch. Unsere Öffentlich-Rechtlichen kehren alles ARD-ZDF-kritische unter den Tisch.

Letztendlich berichten alle Journalisten immer so, daß es im Sinne ihrer Vorgesetzten (egal, ob eine Regierung, ein Konzern oder eine öffentlich-rechtliche Anstalt) ist. Da sind auch die Mitarbeiter der Öffentlich-Rechtlichen keine Ausnahme!

von Kay B - am 19.11.2014 17:45
Zitat
Kay B
Der NDR hat sich in dieser ZAPP-Ausgabe aber auch mehrfach ordentlich selbst ans Bein gepinkelt.

Das NDR-Team hat sich gedacht, sie klingeln an der Tür, keiner öffnet, die drehen das Firmenschild und das Gebäude ab und der Drehtag ist gelaufen. Da hat RT den Spieß umgedreht. Es ist nicht so, dass der NDR nicht selber die Kamera von anderen Teams filmen würde. Das hat ZAPP im Bericht über die Aufmärsche in Hannover gezeigt. Wenn RT beim NDR anrufen würde oder jeder von uns, dann würde der NDR auch nicht Tür und Tor öffnen, sondern wohlüberlegt und gezielt sich ins richtige Bild setzen und die Einblickmöglichkeit einschränken. Es ist auch legitim nicht auf die Fragen des NDR zu antworten. Es ist auch nicht so, dass die öffentlich-rechtlichen in Deutschland auf jede E-Mail im Eiltempo antworten. Es vergehen manchmal Wochen oder sogar Monate.
RT macht nichts anderes als DW. Vielleicht sind die Mittel andere, weil Deutschland sich anders darstellen möchte. Als DLF und DW Tür an Tür in Köln beheimatet waren, hieß es häufig genug bei DLF, die da drüben machen Propaganda, wir machen den richtigen Journalismus.

http://www.youtube.com/watch?v=oKjQ3hRENm8
http://youtu.be/OpFNlNK8j20?t=15m6s
http://youtu.be/OpFNlNK8j20?t=18m56s
http://youtu.be/q62BdMgZ5AA?t=1m21s
http://youtu.be/l6i-jjO5M6M?t=1m54s

von Seltener Besucher - am 22.11.2014 00:38
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