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Umbaumaßnahmen am NDR-Sender Torfhaus

Startbeitrag von Mc Jack am 21.05.2014 08:24

Aufgrund dieses Beitrags..

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1225984,1226751#msg-1226751

öffne ich doch einfach mal einen neuen Thread. :)

http://www.ndr.de/der_ndr/technik/Empfangsstoerungen,empfangsstoerungen107.html

Zitat

Am NDR Sendemast Torfhaus kommt es im Zeitraum Mai bis Oktober 2014 aufgrund von Umbauarbeiten an den Antennenanlagen zu Empfangsbeeinträchtigungen.
In der Zeit vom 26. Mai bis voraussichtlich Oktober werden die UKW-Programme NDR 1 Niedersachsen, NDR 2 und NDR Kultur auf eine Behelfsantenne geschaltet. Diese ist in geringerer Höhe montiert. Zudem werden die Programme in südöstliche Richtungen mit reduzierter Leistung abgestrahlt. In der Folge ist die Reichweite der Sender während der Umbauphase leicht, in Richtung Thüringen und Sachsen-Anhalt sogar deutlich reduziert.
Testweise wird dieser Betriebszustand vorab auch am 21.5. in der Zeit von ca. 12 bis 14 Uhr geschaltet sein.
Die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldigen. Bitte prüfen Sie, ob Sie unser Programm gegebenenfalls über alternative Verbreitungswege empfangen können. Bei Problemen mit dem UKW-Empfang wenden Sie sich bitte gerne an: (08000) 63 70 99 oder technik@ndr.de.


So wie ich die Sache sehe, werden die Programme NDR1, NDR2 und NDR Kultur dann über die Antenne von NDR Info abgestrahlt (Vermutung).
Den Grund für die Umbaumaßnahme haben wir vor ein paar Wochen bei einer Besichtigung erfahren dürfen: Die Frequenzen vom MB-Sender Torfhaus werden zum NDR-Mast verlagert.
Als da wäre:
102,4 ffn
103,5 DLF
106,3 Antenne NDS
Des Weiteren soll der NDR-Mast aufgrund von Problemen mit Eisbefall (statischer Natur) gekürzt werden.
Da ist also einiges in Bewegung.

Die 50 interessantesten Antworten:

Ich hatte den NDR nochmal gefragt, was genau sich verändert, hier die Antwort:

Zitat

Am Senderstandort Torfhaus des NDR werden die Hörfunkprogramme NDR 1 Niedersachsen, NDR 2, NDR Kultur und NDR Info sowie zwei DVB-T-Multiplexe mit 8 Fernsehprogrammen (u. a. Das Erste, NDR Fernsehen) abgestrahlt. Der Sendemast einschließlich Antennenaufsatz ist 279 m hoch und wird in vier unterschiedlichen Höhen mit Drahtseilen (Pardunen) abgespannt.

Im Winter kommt es an dem exponierten Standort bei bestimmten Wetterlagen zu Eisbildung und Eisabfall vom Antennenträger. Mit der Entscheidung zum Bau eines touristischen Ressorts beidseits der Bundesstraße erhöht sich am Torfhaus die Gefahr, dass Eisbrocken auch in den für die Öffentlichkeit zugänglichen und häufig frequentierten Bereich fallen.

Der NDR hat sich deshalb nach umfangreichen Voruntersuchungen entschlossen, den Mast auf das unbedingt notwendige Maß zu kürzen, um damit auf die eisschlaggefährdende oberste Abspannebene zu verzichten.

Im Rahmen der Voruntersuchungen wurden auch alternative Standorte geprüft. Diese wurden wieder verworfen, da es bei allen Alternativen zu deutlichen, nicht akzeptablen Einbußen in der UKW-Versorgung gekommen wäre.

Die vorbereitenden Maßnahmen für den Umbau des Mastes haben im April 2014 begonnen. Die Mastspitze wird in der ersten Hälfte des 3. Quartals abgenommen, die neue Top-Antenne voraussichtlich Ende August montiert. Der Mast einschließlich Antennen wird zukünftig nur noch 230 m hoch sein. Die dann höchste Abspannebene wird zudem bei Gefahr von Eisbildung beheizt.

Im Zeitraum von etwa Ende Mai bis Ende September wird die UKW-Versorgung der Programme NDR 1 Niedersachsen, NDR 2 und NDR Kultur, der die Räume Harz/Göttingen, Braunschweig/Wolfs¬burg, Hannover/Hildesheim, Teile des Weserberglandes sowie Regionen in Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst, aufgrund des Umbaus leicht, außerhalb des NDR Gebietes sogar stark beeinträchtigt sein. In dieser Zeit wird auf einer Behelfsantenne in niedrigerer Höhe und mit geringerer Sendeleistung gesendet. Aktuelle Informationen zu den Empfangsbeeinträchtigungen werden zu gegebener Zeit auf www.ndr.de/technik gegeben.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Technische Teilnehmerberatung

Norddeutscher Rundfunk/Sendertechnik


von Ralf84 - am 21.05.2014 14:53
Zitat
Mc Jack
So wie ich es in Erinnerung habe, soll sogar das UKW-Feld in der Höhe um die Hälfte gekürzt werden.
Der dadurch resultierende Verlust im Antennengewinn soll dann wohl durch eine höhere Endstufenleistung kompensiert werden.

Anstatt bisher 10 Ebenen wird es nur noch 6 geben. Dafür wird die Senderausgangsleistung auf 15 kW erhöht, um weiterhin 100 kW ERP zu erzielen. Durch die etwas geringere Antennenhöhe wird der Empfang in großer Entfernung minimal schlechter. Normalhörer merkt da aber nichts davon.


Zitat
Jassy
Der Mastkürzung wird sich freilich auch auf DVB-T auswirken, die kommt bislang von der Spitze.

Und die 2-fach gestockten DAB-Antennen (ex 12A) über den UKW-Antennen verschwinden auch.


Zitat
Nordlicht2
Warum sendet man nicht alles vom Brocken? Die NS Programme natuerlich gerichtet. Waere das nicht fuer alle Beteiligten deutlich billiger? Es scheint ja um Kostenersparnis zu gehen, wenn man den MB Mast leer raeumt und letztendlich wohl auch abbauen wird.

Warum sollte der NDR einen eigenen Top-Standort aufgeben und sich dann teuer bei der DFMG einzumieten? Das macht keinen Sinn.
So aber kann er durch die Verbreitung von Fremdprogrammen (falls die 3 Frequenzen vom Torfhaus-Sender umziehen sollten) sogar noch ein paar € verdienen.

von Manager. - am 21.05.2014 18:44
Theoretisch wuerde fuer die bisherige Versorgungsaufgabe eine Richtstrahlung von Norden ueber Westen nach Sueden ausreichen. Bliebe die Strahlungsleistung in diesem Bereich, so duerften sich die Auswirkungen dieser Ausblendung der Oststrahlungsrichtung im Versorgungsgebiet Niedersachsen in Grenzen halten, die meisten Programmhoerer dieses Standorts wuerden eine Veraenderung nicht bemerken.

Einschraenkend muss man auch noch erwaehnen, dass z. B. die in das Versorgungsgebiet hineinfuehrenden Verkehrswege eine Versorgung in ein Nachbarbundesland auch heute noch sinnvoll erscheinen lassen. Beispielsweise reichten die Verkehrsmeldungen der NDR-Programme, wenn sie denn die A2 betrafen, bis fast an den Berliner Ring heran. Eine Vollsperrung wegen eines Unfalls an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg interessieren die aus Niedersachsen in diese Richtung fahrenden LKW- oder Reisebusfahrer sicherlich genauso wie den urlaubsreisenden Automobilisten.

Die weit in das ehemalige DDR-Gebiet hinein gewollte UKW-Versorgung mit von bundesdeutschen grenznahen und leistungsstarken Sendern mag heute jedoch nicht mehr zeitgemaess sein. Das sieht man zum Teil bei den neu installierten DAB-Sendern, deren Reichweite in die Nachbarbundeslaender hinein oftmals stark eingeschraenkt wurde. Aus dieser Sichtweise heraus sind die beiden benachbarten Standorte auf dem Brockengipfel sowie Torfhaus vielleicht auch insgesamt nicht mehr so wirkungsvoll, wie man es gern haette. Im Nahbereich strahlen beide ueber den Harz hinweg, entferntere Senderstandorte bieten oftmals besseren bzw. nicht verzerrten Empfang. Ihren Standortvorteil sowie ihre Hoehe spielen beide Senderstandorte eigentlich erst in groesserer Entfernung aus. Wenn ich aus anderen Forumsberichten lese, so gehoerte vor der intensivierten Zufunzelung der UKW-Empfang von "Harz-West" bis in den Leipziger Raum hinein zumindest mit Dachantenne schlicht zum guten Ton. Umgekehrt strahlte der Brocken die DDR-Rundfunkprogramme bis in den Bremer Raum hinein, was damals ganz sicher auch gewollt war, da beide deutsche Staaten bei Grundnetzsendern in Grenznaehe in der Regel auch nie an Masthoehe und Sendeleistung gespart haben.

von PowerAM - am 22.05.2014 07:29
Zitat
Jens1978
Zitat
Nordlicht2
Wie wichtig Overspill aus Sicht der Betreiber ist, sieht man doch bei DAB+. Da wo es auf UKW Overspill gibt ist das aus der Historie noch so. Das wird aber durch Zufunzelung immer weiter zurueck gedraengt, so dass sich irgendwann auch die Frage stellt, ob es ueberhaupt noch Sinn macht so stark in andere Bundeslaender einzustrahlen. Zumindest, wenn man sowieso die Sendeanlage erneuert, stellt sich die Frage.

Hat man auch am Ochsenkopf gesehen. Nach der Wiedervereinigung wurde die K4 Sendeleistung richtig Norden runtergedreht.

Das ist nach meiner Ansicht nicht vergleichbar. Analoges Fernsehen auf E4 vom Ochsenkopf wurde in Thüringen und Sachsen ziemlich sicher nicht mehr genutzt als man gen Norden die ERP reduzierte. Es gab schließlich seit über 15 Jahren eigene Sender dafür welche wesentlich besser und einfacher empfangar gewesen sein dürften.
Was die UKW-Zufunzelung betrifft stelle ich einfach mal in den Raum: War z. B. in Halle, wo "Harz-West" praktisch Ortssender war, Oschatz je wirklich ein derartiges Problem was den Empfang unbrauchbar machte? Ich vermute nein. Würde man dagegen die ERP nach Osten um 20dB absenken wäre das eine ganz andere Liga.
DAB? Solle man es in diesem Zusammenhang überhaupt erwähnen? Ich würde jedenfalls von DAB nicht auf die Wichtigkeit des Overspills schließen. Dieser ist bei DAB politisch nicht gewollt, es wurde entsprechend geplant und realisiert. Wer also auf DAB senden will muß sich dem beugen. Nichts anders. {keine neue DAB-Diskussion!}

von Thomas (Metal) - am 22.05.2014 10:30
Overspill ist - vom Gebiet der ex-DDR abgesehen - eher der Tatsache geschuldet, dass Frequenzökonomie zu Zeiten, als es pro Versorgungsgebiet maximal 4 Programme gab, kein echtes Thema war. Energie war sowieso billig, und das Füllhorn der Gebühren für die Rundfunkanstalten war gut gefüllt. Auch für den Hörer war Overspill vor 30 Jahren viel wichtiger als heute: Schon damals waren 3-4 Programme nicht gerade viel. Der SWF und der SDR waren da echte Alternativen zum BR, und umgekehrt. Der "Rotfunk" aus Köln vertrat sicher andere Positionen als der "Schwarzfunk aus Bayern" (zur Erinnerung: Es gab Zeiten, da hat der BR die Übertragun des "Scheibenwischers" im Ersten auf seinen Sendern ausgesetzt...), usw.
Damals wurde dann auch schonmal eine Yagi eingesetzt, um am Oberrhein RTL-Radio und SR1 reinzuholen.
Heute? Kann ich mit dem Teleskopstäbchen im Zimmer zwischen 50 Programmen auswählen.

Ansonsten war im Spezialfall Torfhaus/Ochsenkopf/Bleßberg/Brocken und Co natürlich die Versorgung der Bevölkerung im je nach Position kommunistisch oder kapitalistisch unterjochten Ausland mit ungefilterten Informationen ein Motivationsgrund.... ;-). Dieser wichtige Grund ist heute entfallen, und Demokratie und Menschenrechte werden sicher nicht gefährdet, wenn der NDR nicht mehr in Halle hörbar ist.

von DH0GHU - am 22.05.2014 10:38
Zitat
Thomas (Metal)
War z. B. in Halle, wo "Harz-West" praktisch Ortssender war, Oschatz je wirklich ein derartiges Problem was den Empfang unbrauchbar machte? Ich vermute nein.

Richtig !
Problem für NDR Kulturwillige ist nur Chemnitz 89.8. Der hämmert die Kultur auf 89.9 tot.
In der Innenstadt geht mobil NDR 1 und 2 abgesehen von möglichen kurzen Rauscheinbrüchen und Flatterfadings durch Bebauung und Lastzug in der Nebenspur zur Zeit dauerhaft noch problemlos. Bei Oschatz oder Schöneck wissen die Leute gar nicht, wo das genau liegt.
Gebraucht wird der NDR zum Hören ansonsten sicher nicht mehr. Gewöhnlich dudelt SAW, Brocken oder PSR in den Läden. Sind nun halt selber "Westen"!
In der Kabelanlage werden ausgewählte Astra-Radioprogramme reanalogisiert im Band II verteilt.
Im Übrigen: Jeder der möchte, kann sich die die digitalen Varianten vom umgesetzten SAT-Transponder zu Gemüte führen.
Technisch interessant wird der Torfhaus-Empfang dann erst wieder im Herbst.
Edit: Harz-West-Empfang gehörte hier nicht "zum guten Ton", wie weiter oben jemand schrieb. Er war einfach da. Wir sind ganz selbstverständlich mit "Echo des Tages" wechselweise aus Hamburg oder Köln, Heinrich Pumpernickel, 5Uhr-Club, Sehpferdchen und Schaubude, Beatclub und Bundesliga-Sportschau aufgewachsen.
Edit2: Leipzig und Halle waren nicht Dresden (ARD)

von mittendrin - am 22.05.2014 12:15
@ DH0GHU

Zitat

Energie war sowieso billig, und das Füllhorn der Gebühren für die Rundfunkanstalten war gut gefüllt.


Heute müßte es unseren Öffentlich-Rechtlichen dank der Haushaltsabgabe ja noch besser gehen. Also am Geld dürfte es nicht liegen.

Ich schätze eher mal, daß man auch innerhalb Deutschlands zunehmens das Modell der abgesteckten Radio- und Fernsehmärkte übernimmt. Innerhalb Europas ist das ja schon längst so, daß grenzübergreifender Empfang eingeschränkt wird. Und jetzt erweitert man das auf die Ebene der Bundesländer. Diese genau abgesteckten Märkte haben halt für die Radioanbieter den Vorteil, daß sie eine stärkere Macht innerhalb ihrer zugewiesenen Märkte haben.

Und da quasi jede regionale öffentlich-rechtliche Anstalt mindestens zwei Radioprogramme hat, die kräftigst im Werbemarkt mitmischen, dürfte das für die Öffentlich-Rechtlichen auch gar nicht so uninteressant sein. Den einzelnen ARD-Anstalten dürfte es dann nur Recht sein, wenn keine Fremdprogramme im jeweiligen Zielgebiet empfangbar sind, sodaß die eigenen Dudelwellen im Zielgebiet eine höhere Machtposition haben. Das hat zwar nichts mehr mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu tun, aber so haben sich sehr viele ARD-Programme nunmal entwickelt.



@ Nordlicht2

Zitat

Eigentlich muessten die betroffenen Landesmedienanstalten den Overspill neu genehmigen, hindert es sie doch sehr stark weitere Frequenzen fuer eigene, vielleicht auch neue Programme zu koordinieren.


Was haben denn die Landesmedienanstalten mit dem Overspill der Öffentlich-Rechtlichen zu tun? Dieser Overspill der Öffentlich-Rechtlichen wurde so koordiniert, als es noch niemand gewagt hat, an Privatfunk und Landesmedienanstalten zu denken.

von Kay B - am 22.05.2014 15:15
Zitat
fatal error
Zitat
Jens1978
Stimmt, aber wenn ich die NDR Antwort von Ralf lese, wurden anscheinend tatsächlich alternative Standorte - was auch immer das genau sein mag - mit überlegt. Eventuell irre ich mich, aber mir ist das neu, denn ich dachte bisher es wurde nur überlegt "ob" Umbau und wenn ja "wie".

Ja, klingt so und ist doch ganz normal, daß man gedanklich alle Möglichkeiten durchgeht, auch wenn man sich eigentlich sicher ist, daß ein Standortwechsel keine Option ist.


Der Rohrmast, der jetzt verkürzt werden soll, steht dort schon seit 1955 und hat damit schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Den hat noch der NWDR gleichzeitig mit dem 1986 eingestürzten baugleichen Mast im Teutoburger Wald geplant und kurz vor seiner Auftrennung in NDR und WDR in Betrieb genommen.

Möglicherweise hat man auch einen Neubau (mit gleichen Antennenhöhen wie bisher!) bei gleichzeitiger Verlagerung, um der Eisfall-Problematik zu entgehen, in Erwägung gezogen und dabei noch einmal die beiden bereits Anfang der 50er-Jahre geprüften, aber dann verworfenen, Alternativstandorte im Oberharz mit den heutigen computergestützten Meßmethoden durchgerechnet, bevor man sich jetzt für Jahre festlegt.

Die jetzige Planung den knapp 60 Jahre alten Mast zu kürzen ist natürlich wesentlich preiswerter als ein Neubau am bestehenden Standort oder gar eine Standortverlagerung.


Zitat
Jens1978
Die Historie des UKW Overspills kommt, wenn man es richtig zuende denkt, aus der AM-Zeit. Denn die LW-/MW-Sender hatten einen größeren Empfangsradius um die eigentlichen Sendegebiete. Diese wollte man mit den UKW Sendern auch wieder versorgen, was natürlich nur begrenzt ging.


Völlig richtig. Und das war nicht nur diesseits und jenseits der innerdeutschen Grenze - wie hier oft fälschlicherweise angenommen wird, sondern fast überall so.

von Manager. - am 22.05.2014 17:38
@ Jens1978

Zitat

Die Absenkung der EIRP Richtung Norden am Ochsenkopf vollzog sich 1993, da war der mdr gerade erst 1 Jahr alt und auf Sendung. Mit 15 Jahren bringst du irgendwas durcheinander.


Er meint wohl die Erneuerung der Band-I-Antenne. Die fand im Jahr 1999 statt. Und die neue Band-I-Antenne war nur noch halb so groß wie die alte Antenne, sodaß nur noch maximal 50 KW ERP raus gingen, wenn man hätte rund senden wollen.



@ Rosti 2.0

Zitat

Sofern es durch die neue Haushaltsabgabe nicht angemeldete Mehreinnahmen gibt, so müssen diese zurückgelegt und dürfen nicht ausgegeben werden!


Ja, das wird jetzt zu OT hier über den Finanzhaushalt der Öffentlich-Rechtlichen zu diskutieren. Es ging ja um die Energiepreise. Und da müßte der NDR mit der umgebauten Antennenanlage halt ordentlich drauflegen, wenn er die alte Abdeckung beibehalten will.

Da läge es also schon nahe, daß der NDR seine alte Abdeckung nur noch auf sein Zielgebiet beschränkt, eben wegen
- Energieersparnis,
- keine DDR mehr zu versorgen ist und
- der NDR weniger stark im MDR-Gebiet präsent ist, was die MDR-Werbung GmbH (heißt tatsächlich so) nur begrüßen dürfte.

Interessanter ist da eher die Frage, wer nun die Kosten für den Senderumbau und die Erhöhung der Betriebskosten (falls der NDR wirklich die alte Abdeckung beibehalten will) trägt.

von Kay B - am 23.05.2014 13:10
Vermutlich dieses als Erklärung:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1206827,1206965#msg-1206965

Zitat
Jassy
...
MECKLENBURG-VORPOMMERN:
Neu (A) 88,2 91,0 93,5 96,7 100,8 102,8 104,8 Rostock Toitenwinkel (120735, 540746) 5m, 200m.

Also die Reihe nach:
88,2, 160kW (Kein Tippfehler!), D 30-140
91,0, 100kW, D 30-140
93,5 40kW, D 40-140
96,7 40kW, D 30-140
100,8 125kW (Kein Tippfehler) D 30-140
102,8 100kW, D 30-140
104,8 100kW, D 50-140

Die Komplette Diagramme:
TNARRostock Toitenwinkel 88.200A D MV 5200 52.0 HD 42.0 41.0 44.0 49.0 50.0 50.0 50.0 51.0 52.0 52.0 52.0 52.0 52.0 52.0 52.0 48.0 46.0 44.0 42.0 41.0 41.0 41.0 41.0 41.0 41.0 38.0 34.0 33.0 33.0 33.0 38.0 42.0 42.0 40.0 40.0 42.0

TNARRostock Toitenwinkel 91.000A D MV 5200 50.0 HD 40.0 42.0 44.0 47.0 50.0 50.0 48.0 49.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 46.0 44.0 42.0 40.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 36.0 32.0 31.0 31.0 31.0 36.0 38.0 40.0 39.0 39.0 40.0

TNARRostock Toitenwinkel 93.500A D MV 5200 46.0 HD 37.0 39.0 41.0 41.0 45.0 45.0 44.0 45.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 42.0 40.0 38.0 36.0 35.0 35.0 35.0 35.0 35.0 35.0 32.0 28.0 27.0 27.0 27.0 32.0 37.0 37.0 37.0 37.0 37.0

TNARRostock Toitenwinkel 96.700A D MV 5200 46.0 HD 37.0 39.0 41.0 44.0 45.0 46.0 44.0 45.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 46.0 42.0 40.0 38.0 36.0 35.0 35.0 35.0 35.0 35.0 35.0 32.0 28.0 27.0 27.0 27.0 32.0 37.0 37.0 37.0 37.0 37.0

TNARRostock Toitenwinkel 100.800A D MV 5200 51.0 HD 41.0 43.0 45.0 48.0 49.0 49.0 49.0 50.0 51.0 51.0 51.0 51.0 51.0 51.0 51.0 47.0 45.0 43.0 41.0 40.0 40.0 40.0 40.0 40.0 40.0 37.0 33.0 32.0 32.0 32.0 37.0 41.0 41.0 41.0 41.0 41.0

TNARRostock Toitenwinkel 102.800A D MV 5200 50.0 HD 41.0 43.0 45.0 48.0 49.0 50.0 48.0 49.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 46.0 44.0 42.0 40.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 36.0 32.0 31.0 31.0 31.0 36.0 41.0 41.0 41.0 41.0 41.0

TNARRostock Toitenwinkel 104.800A D MV 5200 50.0 HD 37.0 42.0 41.0 42.0 44.0 49.0 48.0 49.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 50.0 46.0 44.0 42.0 40.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 39.0 36.0 32.0 31.0 31.0 31.0 36.0 35.0 35.0 36.0 36.0 36.0
...

und hier:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,946852,page=20

von mittendrin - am 24.05.2014 15:06
DLF: 94.0 ist natürlich weiterhin wichtig fürs Stadtzentrum, obwohl die gerichteten 100W zu wenig sind. Auch hier ist die Frequenz eigentlich weiter oben auf 240m koordiniert aber nur auf 178m on air.

Die 102.0 ist genau so wichtig um Magdeburg und das ganze Umland zu versorgen, und sie ist sehr wichtig als Alternative für den gesamten Ostharz.

Die Braunschweiger Stadtsender (103.1/106.9) sind dann hingegen überflüssig. Offiziell sorgten sie bislang für Empfang in abgeschatteten Gebieten im nördlichen Harzvorland. Das kann man bei einem Umzug zum NDR Turm aber nicht mehr gelten lassen, ein Füllsender wie in Goslar für den NDR sollte reichen (obwohl ich zumindest beim RCD 310 in GS festgestellt hatte, dass NDR 2 dort weiterhin über 92.1 und nicht 93.7 empfangen wurde!). Woanders hin verlagern kann man die 103.1 und 106.9 nur schwer, aber als bessere Frequenzen für RADIO 21 oder Klassik Radio würde dem bestehenden Senderangebot eine deutlich verbesserte Empfangbarkeit im Ballungsraum Hannover-Hildesheim-Braunschweig beschert. Man darf ja zudem nicht vergessen, dass es im Raum BS in Zukunft auch Änderungen bzw. weitere Kapazitäten auf 93.0 bzw. 100.3 geben könnte, sobald BFBS R1 dort Feierabend macht. Mich würde in dem Zusammenhang mal interessieren, wie weit eine Verlagerung der 93.0 (für N-JOY) nach Torfhaus möglich ist, z.B. mit dem Diagramm der 99.5.

Ob man die Kleinsender in Seesen weiter betreiben muss entzieht sich meiner Kenntnis.


[attachment 3185 Radio21103.1.jpg]
[attachment 3186 Klassik106.9.jpg]

von Dr. Antenne - am 24.05.2014 19:37
Mich hatte es heute auch in den Harz verschlagen, ;) ich war jedoch mehr auf der Suche nach einem Platz, von dem aus der Werdegang der Umbaumaßnahmen dokumentiert werden kann. Naja, was man halt äußerlich von den Umbaumaßnahmen sehen kann. Das meiste findet innerhalb des Rohrmastens statt, insofern..

Im Prinzip fand ich diesen Platz auch, nur hat mich dann prompt meine Kamera im Stich gelassen. Die Speicherkarte hat sich wohl von dieser Welt verabschiedet. Auch schön. So musste halt die absolut schlechte "Kamera" meines htc one herhalten, entsprechend mies ist das Resultat. Was heißt Resultat...

Und das wäre mein Preis gewesen:



Den wichtigen Teil herausgeschnitten (eine Vergrößerung geben die paar Pixel nicht her):



Es gibt nicht viele Plätze im Oberharz, die bequem erreichbar sind und von denen aus alle drei Sendemasten in dieser Konstellation auf einem Bild zu sehen sind. Dieses Bild entstand in Clausthal-Zellerfeld, einfach so direkt von der Straße aus. Näher dran ist man nur oberhalb von Altenau, nur ist dann halt festes Schuhwerk und ein kleiner Fußmarsch erforderlich. In den Achtzigern waren die Bäume an der Straße zwischen Torfhaus und Altenau noch nicht so dicht und so hoch gewachsen, da ließen sich ebenfalls alle drei Masten ganz bequem von der Straße aus ablichten. Das ist jetzt passé.

Wer also auf der Suche nach einem wirklich erstklassigen Senderfoto-Motiv ist, sollte nach CLZ fahren. Klare Sicht und eine gute Kamera mit einem lichtstarken Teleobjektiv sollten aber gegeben sein. Die drei Oberharz-Brenner und den alten Sockel von den riesigen RiFu-Tellern zusammen auf einem Bild, das hat doch was. Es ist aber Eile geboten, so ganz furchtbar lang ist dieses Motiv nicht mehr vorhanden. Ende des Jahres könnte es schon zu spät sein. ;)

Im Umfeld der Okertalsperre sind auch ein paar sehr nette Motive möglich, nur muss man auch dort in die Höhe gehen. Direkt von der Straße aus sieht's dann so aus:



Na, die drei Masten auf dem Super-Foto gefunden? :D

BTW:
Der Sommer hat noch nicht begonnen und die Talsperre ist schon jetzt ziemlich leer. Das wird noch interessant..

von Mc Jack - am 25.05.2014 19:48
Gestern mal mobil getestet,am Besten geht noch die 98,0,auch wenn es,sobald es Richtung Süden bergab geht nun deutliche Rauscheinbrüche gibt :-(
Ich fahre heute noch Richtung Dresden und werde da mal den Empfang testen,bisher ging es bis Höhe Gera immer noch recht gut,das sollte sich nun erledigt haben.
Daheim am Roadstar mit Teleskopantenne ist der Empfang auch nicht mehr auf Anhieb störungsfrei,was heißt das ich die Antenne erst etwas drehen muß um die ersten drei NDR Programme rauschfrei empfangen zu können.
Sollte man an den Diagrammen der drei Telekomsender nix ändern so wird es ab Herbst hier interessant.
Auf den Höhen könnte es stärkere Störungen mit Remda geben (103,5--103,6)
Die 103,5 geht in Neuhaus jetzt schon mit RDS,wenn auch leicht angezichelt durch Remda :hot:
Die 106,3 wird hier jetzt noch einen Tick stärker kommen und dadurch dem Heidelstein das Leben noch schwerer machen,ebenso könnte es im Pressiger Umland zu Störungen von Radio Eins kommen welches da auf 106,3 rumfunzelt.
Bei der 102,4 sollte sich der Empfang von Radio Charivari aus Würzburg dann entgültig erledigt haben,bisher ging er bei genauer Ausrichtung immer mal mit O=3 bis 4.
Ebenso denke ich an den Ochsenkopf auf 102,3,im Flachland sollte da nichts passieren,aber auf den Höhen hier,dazu eingekeilt zw Inselsberg und Torfhaus,das wird interessant...
Auch könnte es zu Problemen im Inselsberg Sendegebiet kommen,zumindest bei schlechten Empfängern die dann bei einer besser empfangbaren 102,4 die 102,2 etwas angreifen könnte,zumindest im Gebiet nördlich von Erfurt.

von Robert S. - am 27.05.2014 09:47
Heute hab ich mir einen Jugendtraum erfüllt.
Eine Wanderung von Torfhaus zum Brocken und zurück. :hot:

--> http://www.directupload.net/file/d/3639/2ousglcz_jpg.htm


Und da ich unterhalb des NDR-Mastes geparkt hatte, warf ich natürlich auch einen Blick auf die Antennen...

So sah es noch im letzten Herbst aus.

---> http://www.directupload.net/file/d/3639/lg7gfaae_jpg.htm


Und heute:

--->http://www.directupload.net/file/d/3639/5gfmehqv_jpg.htm

Man sieht, dass es im Bereich der Ummantelung der UKW-Antennen oben nun eine offene Stelle gibt. Mehr ist leider nicht zu erkennen.


Auf der Hinfahrt gestern quer durch Thüringen waren 89,9/92,1/98,0 wie erwartet deutlich schlechter als gewohnt zu empfangen. Aber klar besser als die mit Richtstrahlung sendende 99,5.

Nach meiner Beobachtung kommen 89,9/92,1/98,0 nicht über die 99,5-Antenne, sondern über eine leistungsschwächere provisorische Rundstrahlantenne.


Zitat
Mc Jack
Mich hatte es heute auch in den Harz verschlagen, ;) ich war jedoch mehr auf der Suche nach einem Platz, von dem aus der Werdegang der Umbaumaßnahmen dokumentiert werden kann. Naja, was man halt äußerlich von den Umbaumaßnahmen sehen kann. Das meiste findet innerhalb des Rohrmastens statt, insofern..


So einen Platz habe ich heute für dich gefunden. ;)
Von dem kostenlosen Parkplatz unterhalb der Jugendherberge führt ein durch eine Schranke abgesperrter Weg direkt hoch zum Skilift "Am Rinderkopf". Wenn du dann direkt hinter der Bergstation des Skiliftes nach rechts gehst, stehst du direkt vor dem Mast. Sind vom Parkplatz nur 5 Minuten Fußweg.

---> http://www.directupload.net/file/d/3639/mhpkvevh_jpg.htm

von Manager. - am 31.05.2014 20:56
Die Verringerung der Antennenhöhe wird sich speziell bei den Orten in Sachsen-Anhalt, die im Brockenschatten liegen, deutlich bemerktbar machen. War man bisher nur rund 50m unterm Brockengipfel, werden es nach dem Umbau rund 100m sein. Die Orte am nördlichen Harzrand werden es besonders merken, alles was weiter nordöstlich liegt wie Halberstadt, Oschersleben, Magdeburg usw. dürfte weniger betroffen sein. Im zuständigen Sendegebiet mag man das mit Schluchtenjodlern, neudeutsch auch Füllsender genannt, ausgleichen können und auch müssen. In Sachsen-Anhalt oder Thüringen geht das nicht. Einen Sender mit so exponierter Lage wegen einer touristschen Erschließung derart zu "kastrieren", halte ich persönlich für groben Unfug. Mit dem Ende des kalten Krieges und dem Ende des politischen Auftrages dürfte das allerdings wenig zu tun haben, wer möchte, kann den NDR schon lange europaweit über Astra hören oder auch per Internet. In einigen Jahren wird der Harz im gesamten nur noch zu einem Bundesland gehören, sofern man den Stimmen aus Goslar glauben schenken darf. Dann ist sowieso der Brocken das Maß aller Dinge. Warum also nicht schon jetzt umziehen nach dem Motto: Miteinander statt nebeneinander.

Morgen bin ich unterwegs in Quedlinburg und weiter Richtung Gatersleben, mal sehen wie sich der Notbetrieb im Auto bemerkbar macht.

von TieEm - am 01.06.2014 12:04
Zitat
Jens1978
Na, dann bist du ja bestimmt den Weg gegangen, den wir letztes Jahr nach der Führung kurz "angegangen" sind?


Ja, du hast nicht zu viel versprochen. War toll.
Sehr interessant waren auch die vielen Exponate aus der Funk- und Fernsehgeschichte auf dem Brocken, die es im Brockenhaus zu sehen gibt.



Zitat
Habakukk
Doofe Frage: der Mast wird um 50m gekuerzt, das wissen wir, aber werden wirklich auch die UKW-Antennen 50m tiefer gehaengt? Das sind ja durchaus zwei Paar Stiefel...


Das ist richtig. Da aber wie Jassy schon schrieb auch weiterhin Platz für DVB-T Antennen gebraucht wird - oben! - werden die UKW-Felder wohl weiter unten als bisher sein.


Zitat
Jassy
Kommt man jetzt vielleicht mit verringerte Leistung von die untere Hälfte der bisherige Antenne?


Nach dem was hier alles beobachtet wurde, glaube ich das inzwischen auch.


Zitat
Chief Wiggum
So richtig nah kommt man dort aber auch nicht an den Mast, an der Stelle muss man sich ja ausserdem durch das Gestrüpp kämpfen.


Nein, nicht der Weg. Da war ich auch zuerst. Es gibt noch einen weiteren, der etwas versteckt in der Verlängerung des Ski-Liftes ist. Aber dein Platz in der JuHe ist da sicherlich noch besser.

von Manager. - am 03.06.2014 06:39
Zitat
Manager.
Heute hab ich mir einen Jugendtraum erfüllt.
Eine Wanderung von Torfhaus zum Brocken und zurück. :hot:

--> http://www.directupload.net/file/d/3639/2ousglcz_jpg.htm


Und da ich unterhalb des NDR-Mastes geparkt hatte, warf ich natürlich auch einen Blick auf die Antennen...

So sah es noch im letzten Herbst aus.

---> http://www.directupload.net/file/d/3639/lg7gfaae_jpg.htm


Und heute:

--->http://www.directupload.net/file/d/3639/5gfmehqv_jpg.htm

Man sieht, dass es im Bereich der Ummantelung der UKW-Antennen oben nun eine offene Stelle gibt. Mehr ist leider nicht zu erkennen.


Auf der Hinfahrt gestern quer durch Thüringen waren 89,9/92,1/98,0 wie erwartet deutlich schlechter als gewohnt zu empfangen. Aber klar besser als die mit Richtstrahlung sendende 99,5.

Nach meiner Beobachtung kommen 89,9/92,1/98,0 nicht über die 99,5-Antenne, sondern über eine leistungsschwächere provisorische Rundstrahlantenne.


Zitat
Mc Jack
Mich hatte es heute auch in den Harz verschlagen, ;) ich war jedoch mehr auf der Suche nach einem Platz, von dem aus der Werdegang der Umbaumaßnahmen dokumentiert werden kann. Naja, was man halt äußerlich von den Umbaumaßnahmen sehen kann. Das meiste findet innerhalb des Rohrmastens statt, insofern..


So einen Platz habe ich heute für dich gefunden. ;)
Von dem kostenlosen Parkplatz unterhalb der Jugendherberge führt ein durch eine Schranke abgesperrter Weg direkt hoch zum Skilift "Am Rinderkopf". Wenn du dann direkt hinter der Bergstation des Skiliftes nach rechts gehst, stehst du direkt vor dem Mast. Sind vom Parkplatz nur 5 Minuten Fußweg.

---> http://www.directupload.net/file/d/3639/mhpkvevh_jpg.htm


Klasse! :spos:
Ja, der Weg dort hoch ist wirklich schön und auch ein wenig anspruchsvoll. ;)
Witzigerweise waren am selben Tag auch Freunde von mir auf dem Brocken und die sind ebenfalls den Weg vom Torfhaus raufgegangen. Die Welt ist ein Dorf. :D

Ich war am Samstag wieder mal im Harz und hatte meinen kleinen Sohn mit dabei. Unser Ziel war die Wolfswarte, dort oben wollte ich ein paar Bilder machen. Ich war zuletzt 1993 dort oben und hatte den langen Weg dort hoch völlig falsch in Erinnerung. Hinzu kam noch dass es doch recht warm war...Nunja, ich musste das Vorhaben abbrechen weil mein Sohnemann nicht mehr konnte. Dann muss ich das Vorhaben dann einfach nochmal wiederholen. :)

von Mc Jack - am 03.06.2014 07:15
@Habakukk:

Einen krassen Fall hatte ich letzte Woche am Himmelfahrtstag.
Zum Ende des Großkampftages kam meine Holzkiste mit Canton-Lautsprechern, Autobatterie und Bremen MP74 im Einsatz. Als Antenne hatte ich eine TV-Geräteantenne von Pollin verwendet, diese Doppelteleskopantennen zum Aufstecken. Normalerweise sind mit dieser Kombination hier alle üblichen Verdächtigen (NDR, MDR, hr, WDR, NKL und Private) relativ problemlos empfangbar, nur hat sich vor einiger Zeit der Tuner des Bremens verabschiedet. Das Teil ist jetzt stocktaub, ich vermute den (selbstverschuldeten) Fehler im Frontend. Kein einfacher Fall.
Wie auch immer, bei ganz genauer Ausrichtung gehen damit eigentlich noch die Programme aus dem Harz, vom Griesberg und vom Drachenberg.
Jetzt nicht mehr!
Die NDR-Programme vom Torfhaus waren praktisch gar nicht mehr möglich. ffn, DLF und Ant NDS gingen so lala, Brocken auch (bis auf Figaro) und halt noch die Programme vom Griesberg und vom Drachenberg. NDR Info kam mir einen µ besser vor als das was von NDR2 & Co. zu erahnen war...
Absolut seltsam. Wenn es auf das allerletze dB ankommt, merkt man erst die Unterschiede.

Natürlich ist mir klar dass die Logs mit einem defekten Empfänger keine Referenz darstellen können.
Ich habe trotzdem erstmal sparsam in die Landschaft geguckt...

von Mc Jack - am 03.06.2014 07:31
Zitat
Mc Jack
Witzigerweise waren am selben Tag auch Freunde von mir auf dem Brocken und die sind ebenfalls den Weg vom Torfhaus raufgegangen. Die Welt ist ein Dorf. :D

Wenn das so weitergeht, lässt sich ja fast schon ein Lauftreffpunkt dort organisieren ;-)

Zitat
Habakukk
Doofe Frage: der Mast wird um 50m gekuerzt, das wissen wir, aber werden wirklich auch die UKW-Antennen 50m tiefer gehaengt? Das sind ja durchaus zwei Paar Stiefel...

Moment, hier geht meines Wissens nach etwas durcheinander. Ich denke es ist so: Derzeit hängen an dem Mast (von unten nach oben): Die UKW-Antennen, die VHF-Kanal 10 Superturnstile, und im Zylinder oben die DVB-T Antenne.

Geplant ist die obere Abspannung zu entfernen und den Mast dementsprechend zu kürzen. Die Kürzung kommt hauptsächlich durch den Wegfall der VHF Band 3 K10 Antenne zustande. Die restliche Verkürzung kommt durch die Verkleinerung des Antennenfeldes zustande.
Das heißt, eine geringere Anzahl an vertikal gestockten Antennenfeldern steht zur Verfügung (somit nicht mehr der übliche Faktor 10 um von der Senderleistung auf die EIRP zu kommen)
=> die Fokusierung in der vertikalen Ebene wird geringer
=> der Antennengewinn in Richtung Horizont wird geringer.
-> Dieser Verlust wird durch die Erhöhung der Sendeleistung ausgeglichen.
Ergo: Die UKW-Antenne wird im Endzustand nicht tiefer gehängt sondern wird "nur" ihrer oberen Antennenfelder beraubt. Demzufolge dürfte der endgültige Zustand dem ursprünglichen in etwa nahe kommen.

Bezüglich der derzeitigen Situation gehe ich mal davon aus, dass tatsächlich eine gerichtete Antenne zum Einsatz kommt, denn selbst auf der NDR Seite wird ja davon gesprochen, dass besonders in den Gebieten Sachsen-Anhalt sowie Thüringen Einbußen zu beobachten sein werden. Das eine Extraantenne angebracht wurde kann ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen und lässt sich ja auf den Bildern auch nicht erkennen. Eventuell werden ja auch bloß ein paar Antennenfelder genutzt, welche erstens bloß die untere Halbantenne betreffen und dann evtl. nicht rund sondern nur 3/4 von 360° abdecken genutzt. Das wären dann evtl. 0°, 180°, 270° oder halt noch um eine gewisse Gradzahl versetzt. Dann dürfte hauptsächlich in Richtung 90° (=Osten) der Empfang deutlich schlechter sein. Und generell um 3dB weniger, da weniger Antennen überhaupt. Durch das freie, nicht angeschaltete Feld käme man dann besser an den Mast von einer Seite ran. Ist aber alles bloß gerätselt und evtl. völliger Blödsinn.

[Edit]: Der zweite Absatz ist eigentlich Unsinn, denn selbst der NDR schreibt ja von Behelfsantenne. Von daher wird es wohl eine Behelfsantenne irgendwo geben. Fragt sich bloß: Wo! Denn auf den aktuellen Fotos sieht man ja nix :confused: [/Edit]

von Jens1978 - am 03.06.2014 19:20
NDR Info auf der 99,5 ist hier bei mir nicht einmal zu erahnen. Das war schon immer so und hat nichts mit irgendwelchen Störern zu tun. Es ist das Diagramm der 99,5- Antenne, in Richtung Halle/ Leipzig geht einfach so gut wie nichts raus. Wie ich schon auf Seite 9 schrieb, sind hier die 89,9 die 92,1 und die 98,0 zwar bedeutend schwächer zu empfangen, aber eben zumindest mit der Dachantenne eindeutig immer noch jederzeit präsent. Umsonst hat der NDR seinen Mast damals nicht so hoch gebaut. Man konnte mit diesem Standort und diesem hohen Mast eben auch stabil Halle und Leipzig erreichen. Das Signal ging so eben halb über den Brocken, halb an ihm vorbei. NDR 2 in sauberem Stereo oder die ARD mit stabilem Farbempfang? War vor der Wende in Leipzig keine Hexerei sondern Ergebnis dieses so exponierten Sendestandortes. Von keinem anderen Weststandort war das dort (in Leipzig) je möglich. Und heute sieht man hier im ehemaligen (Zweit-)Zielgebiet eben, dass ein Verlust von 50 oder mehr Höhenmetern in Verbindung mit mindestens 3 dB weniger Sendeleistung einen riesigen Unterschied ausmachen. Der NDR hat es damals einfach gut mit uns gemeint (nochmals: Danke!). Kein ARD- Senderstandort (außer wahrscheinlich Berlin- Scholzplatz) hat damals stabil derart viele DDR-Bürger erreichen können (auch nicht der Ochsenkopf). Aber heute ist das eben nicht mehr nötig und nach dem Umbau, da bin ich mir sicher, wird es innerhalb des Versorgungs(auftrag)gebietes kaum zu signifikanten Verschlechterungen kommen. Die Verringerung der Masthöhe wird wohl auch positive Auswirkungen auf die Statik haben, auch das muss man im Blick haben. Er ist nunmal nicht mehr der Jüngste. Zurück ins Studio... :D

von dlf-fan - am 04.06.2014 18:01
Zitat
Terranus
Zitat

Das ist die einzige Motivation, warum der NDR kürzen muss.


Bist du dir da sicher?...
Wieso? Lies dir doch mal den letzten Post auf Seite 2 dieses Threads durch. Dort wird eindeutig vom NDR der Grund genannt, das wegen einer möglichen Eisfallgefahr auf das Ferienressort der Umbau stattfindet. Ich bitte mich hier nicht falsch zu verstehen. Ich habe nichts dagegen, das man die doch nach Jahren recht hässlichen Gebäude dort oben abgerissen hat und ein neues Ferienressort an gleicher Stelle errichtet hat. Allerdings hat es für die alten Gebäude schon keine reale Gefahr gegeben, warum also für die neuen? Der NDR und die Hörer dieses Standort haben gewiss keine Vorteile durch diese Maßnahme. Die Programme von dort waren gerade bei uns im Südharz, z.B. Bad Sachsa, Gieboldehausen, Herzberg, Bad Lauterberg und Braunlage schon bisher nicht immer gut zu empfangen. Nach einer Mastkürzung selbst bei gleicher Ausgangsleistung wird das gewiss nicht besser. Die Feldstärken von Göttingen sind in dieser Region auch nicht ausreichend, erst in Sankt Andreasberg kann man vernünftige Pegel aus Göttingen empfangen. Und über DAB ist der NDR bei uns nicht zu empfangen. das ist auch keine Alternative. Die Umbaumaßnahme zahlt der NDR aus seinen Mitteln, letztlich aus den Beiträgen der Rundfunkzahler. Nutznießer sind die Betreiber des Ressorts.

von B.Zwo - am 07.06.2014 20:07
Aktuell scheint mir - wie schon spekuliert wurde - NDR 1/2/3 nur über die untere Halbantenne mit halber Leistung (50 kW) und nur über 3 von 4 Spalten (daher Ausblendung nach SO) zu senden.

War nach meiner Torfhaus-Brocken-Wanderung Anfang Juni noch ein paar Tage in Berlin und Umgebung unterwegs und habe dort immer wieder 89,9/92,1/98,0 getestet.
Nun: 50 kW ohne Ausblendung in diese Richtung scheinen mir plausibel zu sein. RDS war bei 89,9/92,1/98,0 - im Gegensatz zu 102,4/103,5/106,3 bzw. zur 99,5 - noch bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Brandenburg möglich. In Berlin selbst war kaum was zu empfangen, aber etwas außerhalb (Wannsee) war Mono-Empfang möglich. Nicht so gut wie früher, aber doch...

Weiter südlich (Raum Halle/Leipzig und Thüringen) war der 89,9/92,1/98,0 Empfang auf der Rückfahrt in den Süden dann klar schlechter als gewohnt. Auch schlechter als 102,4/103,5/106,3 vom Torfhaus. Aber im Gegensatz zur 99,5 immer noch (schwach) möglich.

Die Ausblendung nach SO kann man sogar im Nahbereich feststellen. In Hohegeiß bei Braunlage an der Grenze Nds/Thür. zeigt das Schätzeisen am Sangean 909 bei 89,9/92,1/98,0 (und 99,5) bei eingeschobener Antenne nur noch 12 Balken an, während bei 102,4/103,5/106,3 vom niedrigeren DFMG-Mast Vollausschlag angezeigt wird.



Warum der NDR-Sender Harz normalerweise sehr viel weiter geht als der DFMG-Sender Torfhaus, sieht man hier:

---> http://www.directupload.net/file/d/3661/boiz7c9h_jpg.htm

von Manager. - am 22.06.2014 18:20
Na, da habe ich ja eine Diskussion losgetreten. Das war keinesfalls meine Absicht. Mir gefällt es nur nicht, wenn in der heutigen Zeit immer noch von der Ostzone gesprochen wird (dort leben dann die Zonies, oder wie?). Ich bin an sich nicht empfindlich, habe auch mit der Bezeichnung "Ossi" überhaupt kein Problem, aber die hartleibige Nutzung der Bezeichnung Ost- oder Sowjetzone in der heutigen Zeit (es sei denn, es geht um Geschichte) hat für mich einen herabwürdigenden Unterton. Da habe ich dann schon ein Problem und reagiere etwas gallig. Dies nur zur Erklärung meiner launischen Reaktion und damit sollten wir es jetzt wirklich bewenden lassen. Ich werde mich in diesem Thread zu diesem Thema auch nicht mehr äußern.

@ Manager: Kurz nach der Wende, als ich erstmals auf dem Brocken war, habe ich von dort ein ganz ähnliches Foto geschossen (und auch vor einiger Zeit irgendwo hier im Forum eingestellt). Aber erst später war mir dann klar, welcher Mast zu wem gehört, NDR oder Telekom (man hat sich in Leipzig vor der Wende schon gefragt, warum die ARD aus dem Harz so gut zu empfangen war und warum gleichzeitig vom zweiten oder dritten Programm aus der gleichen Richtung rein gar nichts ankam). Und damit war dann auch für mich endlich klar, warum der NDR eine so große Reichweite Richtung Halle, Leipzig und darüber hinaus hatte. Und warum die Telekomfrequenzen eben nicht annähernd so weit gingen. An so einem exponierten Standort damals so einen Mast hinzusetzen- eine gewaltige Leistung über die man hier im Raum Halle/ Leipzig froh sein konnte. Dass nach dem Umbau die NDR- UKW- Versorgung im Westharz schlechter wird, glaube ich nicht. Durch die sehr hohe Sendeantenne mit starker Bündelung in der H- Ebene lagen einige Regionen bisher eher im Funkschatten. Ab September wird von etwas geringerer Höhe mit etwas weniger Bündelung, dafür mit etwas mehr Leistung gesendet werden. Das sollte im Kerngebiet eher zu einer Verbesserung des Empfanges führen. Dort wo das nicht so sein wird, handelt es sich dann wahrscheinlich um kein Problem mangelnden Pegels. Und wenn im Raum Halle/ Leipzig der Empfang doch etwas schlechter wird, werden wir das wohl verkraften.
1. hört hier seit langem kaum jemand mehr den NDR im Autoradio
2. hat hier kaum noch jemand eine UKW- Yagi auf dem Dach um damit den NDR zu hören
3. gibt es den ARD- Radiotransponder

von dlf-fan - am 22.06.2014 20:17
Bilder vom vorletzten Sonntag. Sie entstanden bei nicht ganz optimalem Fotowetter auf der Wolfswarte. Es war eindeutig zu diesig. :( Zum Vergrößern draufklicken:





Brocken und Wurmberg (rechts), noch mit der Skischanze die bald abgerissen wird:



Der Wurmberg allein:



Hier noch ein Blick Richtung Leine- und Weserbergland, Hildesheimer Wald, Ith, Süntel, Deister usw. Naja, theoretisch jedenfalls. :)



Die folgenden Bilder entstanden am Torfhaus:





von Mc Jack - am 23.06.2014 20:08
Da ja hier schon eifrig spekuliert wird, wie sich die Kürzung des Sendemastes wohl auf den Empfang auswirken wird, möchte ich hier eine Beobachtung mitteilen, die vielleicht schon eine Antwort auf diese Frage ermöglichen wird:

Ich beobachte hier an meinem Standort in der Nähe von Hannover schon seit geraumer Zeit die beiden Senderstandorte Bremen-Walle (Radio Bremen) und Steinkimmen (NDR) anhand der Frequenzen 88,3 und 93,8 bzw. 91,1 und 94,4. Die beiden Funktürme befinden sich in gleicher Richtung knapp 100 km entfernt von meiner 5-Element-Antenne und senden auf allen vier genannten Frequenzen mit 100 kw.
Regelmäßige Vergleiche der Emfangsstärken haben nun ergeben, dass beide Senderstandorte mit nahezu identischer Signalstärke bei mir ankommen, mal mit leichten Vorteilen für Steinkimmen und mal mit leichten Vorteilen für Bremen-Walle. Nach meinen Recherchen befinden sich die Sendeantennen auf dem NDR Mast/Steinkimmen jedoch ca. 85 m höher als in Bremen-Walle, wenn man den erhöhten Senderstandort mit berücksichtigt.

Insofern wage ich mal die Prognose, dass die Auswirkungen der Mastkürzung sich so gut wie kaum bemerkbar machen dürften, zumal sich 50 m bei einer Gesamthöhe von ca. 1000 m sicher weniger auswirken dürften als 85 m bei einer Höhe von ca. 200 m.

von Attenuator - am 07.08.2014 09:47
@ EIDee: Unterreichweiten sind mir in Leipzig- West oder -Südwest vom Kanal 10 nicht erinnerlich. In den östlichen Stadtgebieten kann das schon anders gewesen sein. Bei meinem Onkel in Naunhof (20 km südöstlich von Leipzig) war das Bild auch schon schlechter, aber immer noch recht stabil. Gut genug, um nicht den Ochsenkopf zu nehmen. Das verlinkte Testbildfoto habe ich 1990 in L-Grünau aufgenommen. Antenne war ein 13er- Kanalgruppen- Rechen mit selektivem Vorverstärker. Der Secam- Störstreifen war schwach und störte kaum. So ging die ARD eigentlich immer. Lediglich bei sehr starkem Tropo gab es Probleme mit dem von Kanal 57 auf Kanal 12 umgesetzten BayFS, dessen zu hoher Pegel dann den Empfang vom Brocken (DDR1, Kanal 6) und Torfhaus massiv stören konnte. Und zwar bis zur Unsehbarkeit. Beim viel schwächeren und oft durch Fading beeinträchtigten ZDF (Hof, Kanal 23), extrem gestört durch DDR2 (Wiederau, Kanal 22 aus fast gleicher Richtung!) sah die Sache mit dem Störstreifen trotz Zweiergruppe und Sperrfilter natürlich schon ganz anders aus.


@ B.Zwo: Das kann man gar nicht vergleichen. Kanal 10 war mit einfachen Mitteln empfangbar, Kanal 23 (von Torfhaus) überhaupt nicht. Die NDR- Programme (außer Info) werden nach dem Torfhaus- Umbau hier sicher wieder fast so stark hereinkommen wie vorher. So schlecht wie Telekom- Torfhaus sind sie nur jetzt.

von dlf-fan - am 17.08.2014 16:42
Hallo,

der Ort ist Gelenau und liegt ca. 15 Km südlich von Chemnitz. Guter bis brauchbarer Empfang war besonders im unteren Ortsteil auf der Nordseite möglich.

Bei zwei als Zeile gestockten Yagis kann man durch verlängern oder verkürzen der sonst gleich langen Koax Ableitungen um Lambda/4 (Verkürzungsfacktor vom Koaxkabel beachten) und oder verschieben der Antennen das Richtdiagramm verändern. Das habe ich anfangs probiert und hat den gewünschten Erfolg nicht gebracht.

Für das Ausphasen brauchst man eine Hilfsantenne die im Idealfall nur den Störer empfängt und möglichst nicht das Nutzsignal. Die Schaltung stammt aus dem Funkamateur Heft 8 / 1983. Die Schaltung war für Kurzwelle gedacht die ich dann für VHF “umgestrickt” habe.

Die Arbeitsweise ist etwa so:
Das Signal kommt von der Hilfsantenne geht auf einen Übertrager dann auf Poti 1 weiter zum Phasenschieber weiter zum Breitbandverstärker – Phasenschieberkanal.
Das Signal kommt von der Hilfsantenne geht auf einen Übertrager dann auf Poti 2 weiter zum Breitbandverstärker – Direktphase-Kanal.
Beide Signalzweige werden am Ausgang zusammengeschalten und mit der Hauptantenne verbunden.
Mit Poti 1 und Poti 2 wird das Störsignal in der Phase so justiert bis es am Zusammenschaltpunkt zwischen Haupt und Hilfsantenne im Idealfall verschwunden ist. Der Phasenschieber besteht im einfachsten Fall aus einen für die Frequenz bemessenen Stück Koaxkabel x Verkürzungsfaktor.

Es ist deutlich einfacher als ich es versucht habe darzustellen.

Zwei solcher Phaser werkeln heute noch im UKW- RFk Bereich bei mir. Jeweils einmal um Oschatz 98.00 MHz und Dresden 92,2 MHz kleinzuhalten.

73, derSpecht

von derSpecht - am 18.08.2014 18:05
Eine extreme Umsetzung dieses Prinzipes in Form einer einzigen Antenne ist die HB9CV Antenne. Diese Antenne besteht aus zwei Dipolen welchen so zusammengeschaltet werden, dass im Speisepunkt Phasenauslöschung eintritt. Die Rückdämpfung beträgt bei dieser Antenne 20dB!! Nur aufgrund diesen Prinzips :-) Ach ja, Log.-Per. Antennen arbeiten ähnlich, ist alles das gleiche Prinzip, nur halt im Prinzip mit einer Reihenschaltung solcher einfachen Antennen.

Wenn man jetzt anstatt dieser beiden Dipole "richtige" Antennen nimmt und die Zuleitungen um Vielfache von Lambda verlängert und dann die Pegel noch entsprechend anpasst, hat man die oben beschriebenen Phasensysteme. Gleiches wird übrigens auch im AM Bereich, z.B. Mittelwelle mit Störsignalen gemacht, wenn man viel Störpegel hat. Allerdings müsste man für jeden Störer eine einzelne Antenne 180° phasenverschoben aufbauen ... wird eher schwierig ;-)

Bei UKW hatte ich es mal an QTH2 ausprobiert: Beckum vs Brocken, 91,5 MHz, nahezu gleiche Richtung, Beckum überdeckt Brocken. Mit einer zweiten Antenne habe ich auf die Empfängerzuleitung der Hauptantenne ein starkes Beckumsignal 180° phasenversetzt aufgelegt, Pegel angepasst und dann war er nahezu weg und der Brocken wieder da. Allerdings war das ganze dermaßen empfindlich, dass ich es nur als Test- und Spielobjekt aufgebaut hatte.

Sehr interessantes Thema :spos:

von Jens1978 - am 18.08.2014 20:55
Zitat
Robert S.
Wo in etwa hast du damals gewohnt bzw was für eine Antenne hattet ihr ?
Die 92,2 aus Dresden stört doch in der Gegend Leipzig/ Halle eigentlich garnicht mehr :confused:
Höchstens bei Tropo könnte ich mir das vorstellen.

Damals: in Schkopau ("Plaste und Elaste aus..." ), Siedlung rund um die Bayernstraße, in Richtung Harz leichte Abschattung durch Bunawerk, leichte Tal- und Südosthanglage, im Vergleich zu anderen hier im Ort schlechterer Empfang auch von Kanal 10, relativ frei in Richtung NO, S, SW, W. Häufig Querrillen im Bild.
Es kommt wirklich immer sehr auf die lokalen Gegebenheiten an (muss ich Dir nicht sagen).
Die Antenne meines Vaters war so eine stehende Rahmenantenne im Spitzboden, ist auch im Rothammel beschrieben, keinerlei Dämpfung nach hinten, alles noch ohne Verstärker mit 240Ohm-Bandleitung an der Ostwand, die hat das übrige getan...
Habe ich später gegen 7-Elemente-Yagi nach Spindler ausgetauscht und meist zwischen Berlin und Hof gedreht.
10 Jahre später habe ich gemeinsam mit Arbeitskollegen in Wolfen Stereo-Seitenbandfilter (nach "Funkamateur" oder radio-fernsehen-elektronik) für den Rema-Andante gebaut um das NDR2-Stereosignal vom DDR2-Rauschen aus Dresden frei zu kriegen.

von mittendrin - am 11.09.2014 15:48
Die streitferne Antwort ist in den letzten 25 Seiten dieses Threads zu finden. ;)

Eben beim Festplatten-Stöbern wiederentdeckt:







Ist diese Antennenanlage nicht ein Schmuckstück?
Die Bilder entstanden vor zwei Jahren in Bad Lausick.
Von oben nach unten müsste das sein:
ZDF Gr. Waldstein E23
BFS Gr. Waldstein (Zweiergruppe) E57 (?)
ARD Torfhaus E10
ARD Ochsenkopf E04 (links)
DDR1 Geyer E08
DDR2 Geyer (Kanal entfallen)

Ignoriert man die herunterhängenden Kabel, ist diese Anlage selbst nach der sehr langen Zeit immer noch sehr sehenswert. Da hat jemand viel Zeit und Know How investiert. Klasse!



Auch in Bad Lausick zu finden. Das ist offensichtlich eine Anlage auf zwei Rohren verteilt.
In beiden Fällen war Torfhaus der ARD-Lieferant, bei der ersten Anlage eventuell als Backup.
Bad Lausick ist auch nicht gerade um die Ecke, vom Harz aus gesehen..

von Mc Jack - am 11.09.2014 19:46
In den 1970ern gab es eine leichte Lockerung der Ansichten. Es wurde, wenn man nicht gerade einen besonders sensiblen Beruf hatte, schlicht nicht mehr drueber geredet. Ausgenommen waren Wehrpflichtige, Laengerdienende und alles, was bei Volkspolizei, Nationaler Volksarmee usw. diente. Wehrpflichtigen war der Radio- und Fernsehempfang grundsaetzlich verboten. Laengerdienende durften nach Genehmigung ein Stubenradio besitzen, bei dem die erlaubten Sender mit einer Skalenmarkierung zu versehen waren. Und wehe, wenn der Zeiger nicht genau dort stand! Wer sich beim Wachdienst beim Radiohoeren erwischen liess, der bekam einige Tage im Bau Zeit zum Nachdenken. Das Radio wurde eingezogen und i. d. R. gab's das nie mehr zurueck. Allen anderen genannten war nur der Westempfang verboten.

Allerdings muss man auch sagen, dass das Radio am Arbeitsplatz zu DDR-Zeiten eher nicht der Normalfall war. Auch in Betriebs- oder Firmenautos gab es selten Autoradios.

Wer in einem Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsantenne wohnte, der war auch in diesem Fall eigentlich raus und konnte nicht dafuer haftbar gemacht werden, wenn diese Antenne auch Westsender empfing. Was man sich sichtbar auf das eigene Haus setzte, das sollte allerdings gut ueberlegt sein.

Spaetestens ab den 1980ern wurde es deutlich liberaler. Man sprach sicherheitshalber nicht ueber das, was man in den Westprogrammen gesehen hatte. Irgendeiner hatte naemlich immer grosse Ohren und fertigte seine Berichte. Aber man brauchte nur mal selbst einen der Strassenfeger wie z. B. "Wetten dass?!" im Zweiten West anschalten und in der Nachbarschaft schauen, ob die Hell-Dunkel-Wechsel in den Fenstern der Nachbarn dazu passten. Haeufig war's so!

von PowerAM - am 12.09.2014 07:05
Zitat
digifreak
Enorme Verschlechterungen gibt es im Bereich Osterode. Auf der B243 ist bis Herzberg kein NDR Empfang mehr möglich - auch nicht aus Göttingen.


Auf Seite 10 gefunden und sich herz(berg)lich totgelacht.
Vorgestern war ich - wieder einmal - im Harz, mit dem Irrglauben dass das Wetter dort vielleicht nicht ganz so übel ist und zumindest ein paar brauchbare Fotos dabei herauskommen. Den Lütten geschnappt, das Fahrrad hinten in den Sprinter gepackt und losgedüst. Pustekuchen, oben angekommen war ich schon klatschnass als ich die paar Meter zum Parkscheinautomaten gerannt bin. Noch nicht einmal ans Aussteigen war zu denken. Naja, die Pommes waren Pflicht sonst hätte es eine mittlere Rebellion auf dem Kindersitz gegeben. ;)

Dafür habe ich den Rückweg genutzt und bin über Braunlage, Bad Lauterberg, Herzberg und Osterode zurück gefahren.

Ich kann die hier so oft geschilderten Ach so katastrophalen Empfangsbedingungen im Südharz absolut nicht bestätigen. Bei Braunlage auf der B242/B27 gab es keinerlei Beeinträchtigungen bei bei NDR1, 2 und NDR Kultur. Ich könnte so aus dem Stegreif nicht sagen dass es dort überhaupt zu nennenswerten Veränderungen gekommen ist. Es sei aber gesagt dass ich nicht in Braunlage war sondern nur auf den genannten Bundesstraßen vorbei fuhr. Die liegen etwas höher.

Richtung Bad Lauterberg fahrend erwartete ich dann das hier mehrfach geschilderte, hochdramatische NDR-Szenario und freute mich insgeheim schon auf Bayern1 auf 98,0 und 92,1. ;) Satz mit X, das war nix. Torfhaus dachte gar nicht daran, schlapp zu machen. Im Gegenteil, das Signal stand wie 'ne Eins. Leider bin ich viel zu selten in diesem Teil des Harzes unterwegs um wirklich vergleichen zu können, aber mir kam es so vor dass das Signal trotz der massiven Abschattungen und der tiefen Täler fast besser war als zu altgewohnten Zeiten? Dass es derzeit schwächer sein muss als vor Beginn der Umbauarbeiten steht außer Frage, qualitativ konnte ich dagegen keine echten Probleme feststellen. Da ist der DLF in der Ecke deutlich schlechter dran. Dessen Torfhaus-103,5 dort ist ein gutes Argument für einen UKW-Doppeltuner.
Auf der B27 zwischen dem südlichen Ende des Oder-Stausees und Bad Lauterbeg dann der Super-GAU für alle NDR-Südharz-Verschwörungstheoretiker: Bei NDR2 blieb das Radio festgenagelt auf der 92,1 stehen, bei ffn schaltete es sofort auf die Göttinger 102,8 um, wo es dann auch blieb. Watt'n nu noch?
In Bad Lauterberg selbst dann ein ähnliches Szenario, nur ab zu wechselte das Radio (ein Blaupunkt München RD104 mit fast zwanzig Jahren auf der Lebensuhr) bei NDR2 auf die Göttinger 94,1. Das Programm war dort mit einem Einfach-Tuner nicht als makelloser, lupenreiner Ortssender zu hören, aber das war er dort noch nie. Mit einem Bremen hatte ich das vor mehreren Jahren anders in Erinnerung.
Weiter fahrend in Richtung Herzberg kam dann die Überrasachung etwa in Höhe der Ortschaft Scharzfeld: Die Torfhaus-Frequenzen waren dort fast verschwunden und völlig unbrauchbar!
So groß war die Überraschung dann doch nicht, das war dort im Prinzip schon immer so. Die Steilwand (naja) östlich der B27 leistet dort ganze Arbeit. Das Radio wechselt dort komplett von Harz auf Göttingen. Das bleibt dann auch so, bis etwa kurz vor Osterode sind die Göttinger Frequenzen die einzige Wahl, wenn es um NDR, ffn und Ant. NDS geht. Anders habe ich es dort auch nicht in Erinnerung. Sicherlich sind die NDR-Torfhausfrequenzen dort jetzt deutlich schwächer als vorher, aber so what, verzerrt waren sie dort schon immer und Göttingen half dort schon immer aus. Ob Torfhaus jetzt nun völlig unbrauchbar oder absolut superunbrauchbar ist, spielt dann auch keine Rolle. ;) Auf der B243 ab Osterode waren bis Seesen überhaupt keine Veränderungen festzustellen. Das Radio entschied sich bei NDR2 lieber für die 92,1, obwohl die 94,1 dort wie eh und je auch gut und mit RDS geht. Alles im grünen Bereich somit.

von Mc Jack - am 15.09.2014 06:52
Im Grunde stimmen die hier berichteten Empfangsbeobachtungen und mit einem Doppeltuner-Diversity-Tuner lässt sich auch noch einiges rausholen. Allerdings ist der Pegel vom NDR-Mast schon deutlich geringer als sonst. Man merkt dies natürlich viel besser stationär, wo z.B. in Bad Lauterberg an vielen Ecken kein vernünftiger Stereoempfang mehr möglich ist. Leider auch nicht aus Götingen, was aber schon immer so war. Und klar, der Postsender auf dem Torfhaus kommt zur Zeit immer noch schlechter als der NDR-Mast. Gerade beim DLF hilft auf der B27 von Bad Lauterberg nach Gieboldehausen hin und wieder sogar der Rimberg aus. Der DLF-Sender aus Göttingen ist hingegen viel zu schwach und hat erst in Göttingen selbst was zu melden. Bei ffn und Antenne war ohnehin ab dem Oderstausee schon immer Bovenden die erste Wahl. Insgesamt kommt Bovenden da auch besser als der Nikolausberg. Der hingegen ist aber ab dem Butterberg in Richtung Osterhagen momentan auch beim NDR die Nr. 1. Oben in Braunlage kann man den Bayrischen Rundfunk am ehesten über Kreuzberg oder Ochsenkopf hören, ist mal so mal so je nach Lage im Ort. Die Torfhaus-Frequenzen können da natürlich jetzt auch noch nicht überlagert werden. Wollte man da auf den NDR1 und NDR2-Frequenzen den BR hören bräuchte man wohl einen Senderausfall auf dem Torfhaus. Auf der Strecke von Herzberg nach Osterode gibt es glücklicherweise keine Probleme mit dem NDR-Empfang, ein paar Seiten vorher hatte ich das schon geschrieben, da eben Göttingen auf der B243 ausreichend ankommt.

von B.Zwo - am 15.09.2014 16:40
Hallo,
seit Monaten kann ich (Standort Südlich von Eisleben, Sachsen-Anhalt) nun schon kein NDR2 mehr auf 92,1 vom Torfhaus hören.

Nur auf einem getunten 80-er ZF-Filter Bench-Küchenradio kommt NDR2 auf 92,1 fast störungsfrei ins Haus. Allerdings ist der Klang des Radios nicht gerade Hifi.

Voller Anspannung warte ich nun auf den Abschluß der Arbeiten an der Antenne Torfhaus.
Ich hoffe, daß ich hier weiterhin NDR2 in Hifi-Qualität hören kann,
da ich die ganzen Dudelsender wie Radio Brocken, SAW, PSR sowie auch mdr jump usw. nicht mehr hören kann.
Auf der Suche nach Alternativen bin ich in der letzten Zeit hin und wieder bei RSA oder HBW angekommen, um mal wieder Musik Abseits des Mainstreams hören zu können.
Aber wenn man seit der Jugendzeit (und das ist nun auch schon über 3 Jahrzehnte her) den Sender NDR2 regelmäßig gehört hat, möchte ich mir gar nicht vorstellen wollen, daß sich der Empfang verschlechtern wird. Selbst mobil im Auto mit gutem UKW-Radio konnte man hier (vor dem Antennenumbau) im Hallenser und Leipziger Bereich NDR2 gut hören, auch am Hermsorfer Kreuz und bei gutem Wetter sogar Chemnitz Nord war der Empfang - wenn auch nicht durchgängig - auf 92,1 noch möglich. (Für NDR2 bezahle ich auch gerne meine RFG.)

Gibt es bereits einen genauen Termin zur Wiederinbetriebnahme?


In Erwartung auf das Ergebnis des Antennenumbaus
greg

von gregger - am 06.10.2014 20:20
Heute hatte es mich in den Ostharz verschlagen, die Rappbode-Talsperre war mein Ziel. So wie an jedem Bundesliga-Spieltag lief auch an diesem Samstag die Buli-Konferenz auf NDR2 im Radio, natürlich auf 92,1MHz. Das war in der Ecke auch kein Problem, wenngleich das 20 Jahre alte Blaupunkt München RD104 in Rübeland schon ziemlich gefordert wurde. Im Zusammenspiel mit einer Lambda/4 Dach-Rute für 2m, die ich in einer aufwändigen Session Millimetergenau für UKW gekürzt und auf dem Dach meines Sprinters montiert habe, hatte ich jede übertragene Spielszene in den Lautsprechern. Mit einem Wühltisch-Radio, betrieben an einer Billig-16V wäre dort nichts mehr gegangen, soviel ist sicher.
Richtig ernst wurde es aber auf der Rückfahrt, die durch Blankenburg führte. Genau dort war an vielen Stellen von Torfhaus nichts brauchbares mehr zu holen. Dort macht sich die aktuelle Ausblendung voll und ganz bemerkbar. Ich war in den letzten 20 Jahren ein paar Mal in BLK, deshalb weiß ich dass NDR2 dort eigentlich kein Problem darstellt.
Am heftigsten war es auf der "neuen Halberstädter Straße", ungefähr zwischen der Friedensstraße und dem Mäcces. Dort war NDR2 eigentlich nicht mehr sinnvoll zu hören, selbst hr3 (!) ging dort besser. Dort ist Torfhaus derzeit komplett abgemeldet.
Bin gespannt, inwieweit die niedrige Antennenhöhe sich dann bemerkbar machen wird.

von Mc Jack - am 25.10.2014 21:11
Zitat
gregger
Demnach würde ich sagen, daß der Empfang nach dem Umbau so ähnlich, wie vor dem Umbau am NDR2-Sendermast Torfhaus einzustufen ist.
Eine anfänglich vermutete Empfangsverbesserung hat sich aus meiner Sicht somit nicht bestätigt.


Wie sieht der Empfang NDR2 auf 92,1 bei euch heute aus?


Hallo,

da ich keinen Empfänger mit kalibrierter Anzeige habe, bin ich mit meinen Äußerungen vorsichtig. Ich bin heute mal in den westlichen Stadtteilen von Leipzig rumgefahren. Ergebnis:

NDR2 (92,1 MHz)-sobald man aus den Häuserschluchten raus ist, Empfang mit RDS, natürlich fadent, Störungen durch Oberleitungen, Ampeln usw. Ich würde sagen O=3, so war das vorher auch.

NDR Kultur (89,9 MHz)-da war der Empfang hier in Leipzig noch nie so rosig, geschuldet durch die starke 89,8 aus Chemnitz. Da muss man schon einen exponierten (Park)platz finden, um den ordentlich reinzukriegen. Während der Fahrt absolut Beifahrer-untauglich. Bekommt von mir O=1-2. Fazit: So war das vorher auch.

NDR NDS (98,0 MHz)- Seit der Inbetriebnahme von der 98,0 vom Collm ist der mobile Empfang im Auto in Leipzig praktisch nicht mehr möglich. Ständiger Wechsel von PSR und NDR NDS. Während der Bauarbeiten am Torfhaus war hier permanent PSR zu hören. Jetzt je nach Standort O=3, während der Fahrt wie gesagt kaum hörbar. War aber vorher auch so.

Meiner Meinung nach hat sich der Empfang in Leipzig nach den Umbaumaßnahmen weder verbessert, noch verschlechtert. Also Alles beim Alten.

MfG

Studio Leipzig

(Testempfänger Werksradio Opel/Corsa D [DELPHI])

von Studio Leipzig - am 02.11.2014 17:29
Die Veränderung des DVB-T Empfangs vom Torfhaus kann ich nur bestätigen, da die Feldstärke seit der Mastkürzung bei mir besser geworden ist.
Zitat
B.Zwo
Nach allem, was man hier lesen konnte hat der NDR wohl die alte Kanal 10-Antenne abgebaut und die DVB-T-Antenne nach unten verlagert. Die neue UKW-Antenne soll sich auf gleicher Höhe wie die alte befinden und auch rund senden. Eine VHF-Antenne z.B. für DAB soll es nun nicht mehr geben. Angeblich möchte der NDR eventuell vom Brocken senden. Ich zitire mal aus dem Thread
DAB+ Sachsen-Anhalt einen Eintrag von "Pronit":
Zitat

Zitat
MDR-Technik
Sehr geehrter Herr X,

vielen Dank für Ihr Interesse am DAB+ Angebot des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK.

Die Richtdiagramme sind nicht öffentlich. Wir bestätigen Ihnen, dass der Brocken mit 2,8kW ERP zum Jahreswechsel auf Kanal 6B migrieren wird. Insgesamt bleibt die Richtcharakteristik wie bisher bestehen. Einen signifikanten Spill Over nach Niedersachsen soll es vorläufig nicht geben. Es gibt jedoch Gespräche mit dem NDR. Diese visieren eine Rundstrahlung des NDR und des MDR vom Brocken an. Es bleibt jedoch abzuwarten ob dieses Vorgehen von den Landesmedienanstalten, Staatskanzleien und der Bundesnetzagentur mitgetragen wird. Einzelheiten können wir darüber nicht mitteilen.

[...]


von Ingo A. - am 02.11.2014 17:33
Ich hatte am gestrigen Abend nochmal die 98,00 MHz eingeschaltet, die bei mir am noerdlichen Berliner Stadtrand unter normalen Umstaenden nicht ueber das hinauskommt, was man hier als "Scatter" bezeichnet. Das bedeutet, dass Signalreste eigentlich immer irgendwie nachweisbar sind und gegelegentlich schaukelt sich die Empfangsstaerke fadend auf hoerbare bzw. annehmbare Qualitaet hoch. Das ist der Normalstand in 222 km Entfernung. Deutlich haeufiger und dann auch merklich staerker kommen z. B. die 94,60 oder die 89,00 MHz vom Brocken.

Nachdem ich am Sonnabend und am Sonntag morgens bzw. vormittags immer wieder die genannten Frequenzen eingeschaltet hatte und noch immer deutlich angehobene Tropobedingungen bemerkt hatte, schloss ich nicht unbedingt auf die Wiederherstellung der Sendeanlage auf dem Torfhaus. Auch mit der Behelfsantenne hatte ich NDR1 NDS immer wieder mal empfangen, jedoch deutlich schwaecher als gewohnt. Am gestrigen Abend bauten sich die ueber den Tag etwas abgefallenen Bedingungen wieder auf. Jene 98,00 MHz schaffte es an einem inhaeusig betriebenen Autoradio und einem schlichten Teleskodipol als Antenne wieder auf RDS-Staerke. Es blieb aber so, dass der deutlich schwaechere Sender Dannenberg staerker einfiel und dort auch gelegentlich Teile des dynamischen RDS-PS angezeigt wurden. Vom Torfhaus blieb es bei einer statischen Anzeige.

Es erfreut mich, dass verbreitet wieder von einer Empfangsstaerke und -qualitaet wie vor dem Umbau berichtet wird. Insofern schienen sich ja die Befuerchtungen einer deutlichen Verkleinerung des Versorgungsgebiets nicht zu bewahrheiten. Trotzdem hatte ich eigentlich mit einem Umbau der Antennenanlage zur Verringerung des Einstrahlens in benachbarte Bundeslaender gerechnet. Selbst am Rand des Sendegebiets der Gleichkanalbelegung von Radio PSR aus Oschatz wurde mir von eingeschraenkter Empfangsqualitaet und starker Beeinflussung durch Tropobedingungen berichtet. Das haette man ggf. reduzieren koennen, ggf. haette Oschatz danach auch mit weniger Strahlungsleistung gegen Torfhaus anstinken muessen.

von PowerAM - am 03.11.2014 05:26
Zitat
mittendrin
@stefsch:
es liefen in Hallo Niedersachsen die letzten 12,13 Sekunden des Videos (von insgesamt 1:29), ab Moderator Lars Cohrs mit dem 98.0 Ballon in der Hand. Wenig Info.
Der Rundfunkbeitrag gegen 18.45 Uhr in den "Funkbildern" war aussagekräftiger:
Es wurde in den letzten Monaten von einer Behelfsantenne bei ca. 100m Masthöhe gesendet, also nicht über die NDR Info-Antenne (ist ja hier auch verschiedentlich gemutmaßt worden).
Lt. Aussage der an der Reportage Beteiligten sieht man dann beim Blick aus den Luken, dass man da gegen die umliegenden Berge gestrahlt hat.
Jetzt aber ist Friede, Freude, Eierkuchen für eine noch lang andauernde UKW-Sendezeit...
Die Umbauarbeiten sind wohl heute offiziell als beendet erklärt worden. Bereits heute früh gab es gegen Viertel vor Neun erste Berichte dazu auf NDR1-Radio Niedersachsen. Interviewpartner auch hier Lars Cohrs. Viel Substanzielles brachte der Bericht nicht, außer das bis auf 200m ein Fahrstuhl fährt und man jetzt eben nur noch 30m klettern müsse, wo es doch zuvor 80m waren:rolleyes: Gegen Nachmittag um Fünf stand in der Regionalausgabe des NDR1-Radio Niedersachsen auch wieder der Sender auf dem Torfhaus im Mittelpunkt. Diesmal war eine Aussage das die Antenne nach 25 Jahren Laufzeit ausgewechselt werden musste und man zusätzlich die Torfhaus-Siedlung vor Eisschlag schützen wollte. Interessant das man nun von der ganzen Siedlung spricht, während zuvor immer nur das neue Harzresort als Grund angegeben wurde. Zusätzlich gab es noch die Aussage das man auf gleicher Höhe wie vor dem Umbau sendet und das man nun eine neue leistungsfähigere Antenne habe und stärkere Sender. Somit müsste die Reichweite eigentlich sogar noch besser sein. Im Südharz kann ich das nicht feststellen, da ist es insgesamt eher einen Tick schlechter geworden. Es gibt in Bad Lauterberg, Steina, Bad Sachsa gefühlt mehr Stellen mit nicht gutem Empfang, hauptsächlich durch Verzerrungen.

von B.Zwo - am 10.11.2014 20:32
Zitat
Manager.
Zitat
dlf-fan
Vielleicht sind die einzelnen Spalten der neuen Rundstrahlantenne (wird mit drei oder vier gearbeitet?) nicht genau in die gleiche Richtung ausgerichtet, wie früher. Das könnte dazu führen, dass je nach Standort bei Weitempfang die Feldstärke um bis zu zwei oder drei dB stärker oder schwächer als vor dem Umbau sein kann.


Das glaube ich so langsam auch. Bei mir (309 km Entfernung) gelingt jetzt der Empfang praktisch immer. Das war vor dem Umbau nicht so. Da war stabiler Empfang aus dem Harz erst ab angehobenen Bedingungen möglich.

Das ist durchaus möglich, denn die Rundstrahlcharakteristik ist ja meist eher ein schönes 4-blättriges Kleeblatt. Ähnlich war es wohl bei Smilde, denn seitdem die neue Antenne bzw. gleich ein neuer Sendemast sich dort befindet, hat sich die Reichweite speziell in den Randgebieten geändert. Was die Anzahl an Spalten angeht dürften es wohl 4 sein, denn der Öffnungswinkel eines Dipols reicht nicht aus, um eine nahezu Rundstrahlung mit 3 Spalten generieren zu können. 90° ist schon gut, sonst (=bei 3 Spalten) müssten es 120° sein. Dabei frage ich mich sowieso, was für eine Antenne denn für UKW da jetzt drauf ist. Der Mastabschnitt oben ist ja "normal" und bei normalen Masten hängen die Antennen draußen am Mast um sich schon aus Abmessungsgründen nicht zu berühren. Wird da für UKW eine Super-Turnstyle eingesetzt :confused:


Zitat
B.Zwo
Zitat
Jens1978
Jetzt wäre nur noch interessant, ob die Programme vom Telekommast tatsächlich auf den NDR Mast demnächst/irgendwann umziehen.
Dazu wurde bisher kein Bedarf angemeldet. Also reine Spekulation. Wenn dann käme wohl nur die Behelfsantenne in Betracht, die jetzt zum Einsatz kam und auf einer Höhe von 100-120m angebracht ist. Allerdings wäre die Reichweite von da aber schlechter als jetzt vom ehemaligen Bundespost-Standort. Wer will das dem DLF verkaufen:confused:

P.S.: Hast du die Bilder nun gefunden, falls ja was liest du daraus?

Mit Sicherheit lässt sich jede Spalte einzeln ansteuern (wenn es keine Turnstyle ist). Von daher kann es sogar sein, dass man tatsächlich die Spalten mittlerweile so angebracht hat, dass einige der Einzelspalten die Richtdiagramme erzeugen könnten. Und klar ist das Spekulation, wie so vieles hier, denn sonst könnten 90% der Inhalte gelöscht werden. Hinsichtlich einer Verlagerung ist der Spekulationsgrad aber deutlich geringer.

Was die Bilder angeht, ja hab sie gesehen, Danke. Leider kann man aus den Bildern aber nicht viel ablesen, außer wie schon geschrieben, dass ich mich frage, ob die UKW Antenne jetzt eine Super-Turnstyle ist. Wenn ich mich nicht völlig vergucke, dürfte es sich bei Bild 11 links um eine Turnstyleantenne handeln, allerdings müsste das ja dann die alte VHF Antenne sein ... In diesem Fall wäre übrigens tatsächlich mal eine direkte Gegenüberstellung alt/neu (idealerweise in Komplettgrößendarstellung) sinnvoll, denn ein altes Bild zeigt mir, dass der obere Teil unter der Spitze deutlich dicker war. Somit war ganz an der Spitze die VHF Band 3 Antenne (Super-Turnstyle) und darunter die UKW-Antenne (Spaltenausführung verkleidet). Heute scheint oben eine Super-Turnstyle für UKW zu sitzen, also eine andere Art als UKW-Antenne. Das kann auch Unterschiede im Richtdiagramm machen. Allerdings kann diese Antenne nur rund senden.
[attachment 4035 IMG_3824_klein.jpg]

von Jens1978 - am 10.11.2014 22:17
Zitat
B.Zwo
Zitat
Jens1978
Von daher vermute ich fast, dass die Telekomfrequenzen über die bis jetzt übergangsweise genutzte Behelfsantenne abgestrahlt werden könnten.

Ja genau!
Zitat
Jens1978
Das es sich dabei um die NDR Info-Antenne handelte war ja meines Wissens nach gar nicht so sicher, oder?

Die NDR-Info-Antenne ist außen vor, das ist nicht die Behelfsantenne.
Zitat
Jens1978
Eventuell gibt es ja schon Antennenfelder, welche dafür am Mast dran sind. Fragen über Fragen ... ;-)

Weitere Antennenfelder gibt es nicht.

Woher weißt du, dass
1. die Telekomfrequenzen über die Behelfsantenne abgestrahlt werden sollen
2. die NDR Info Antenne nicht doch die Behelfsantenne war
3. es keine weiteren Antennenfelder gibt

Zitat
mittendrin
@Säbelzahnigel:
Zitat
Manager.
Zitat
Mc Jack
So wie ich es in Erinnerung habe, soll sogar das UKW-Feld in der Höhe um die Hälfte gekürzt werden.
Der dadurch resultierende Verlust im Antennengewinn soll dann wohl durch eine höhere Endstufenleistung kompensiert werden.

Anstatt bisher 10 Ebenen wird es nur noch 6 geben. Dafür wird die Senderausgangsleistung auf 15 kW erhöht, um weiterhin 100 kW ERP zu erzielen.

Weniger gestockte Elemente in der Vertikalen -> größerer Öffnungswinkel der Sendekeule -> mehr Strahlung gen Himmel -> mehr reflektierte Strahlung in der Troposphäre bei entsprechenden Bedingungen -> höhere Empfangsfeldstärke an weiter entfernten Orten
Freundliche Grüße

Das kann man so pauschal aber nicht wirklich sagen, denn die Wolkendecke ist ja nicht gerade hoch bei Tropo und wir reden hier von Fernempfang, d.h. Entfernungen ab 150km aufwärts. Für die Fernausbreitung ist es sogar besser, wenn die Antennen viel stärker in der vertikalen Ebene bündeln, da sie dann nämlich die Reflektionsschicht= "den Himmel" in sehr großer Entfernung treffen und dadurch der Sprung sehr groß wird. Die schwache Bündelung würde nur im Nahfeld was ausmachen. Andernfalls müsste es nach deiner Logik möglich sein in Velbert sehen zu können, ob im Harz die Sonne scheint, denn am Horizont müsste ja dann der Himmel über dem Harz zu sehen sein. Das ist aber nicht der Fall.

Zitat
DJ Taifun
Zum Thema Turnstile Antennen gibt´s auf der Seite http://imageevent.com/holl_ands/omni/fmturnstileacfmss interessante Diagramme. Wie das aussieht kann man mit UKW Turnstile Antennen auch Richtdiagramme erzeugen.

Aber, wie oben schon geschrieben, nicht mit einer Auslöschung genau 180° in die Hauptstrahlrichtung versetzt ;-) Mit einem vertikalen Dipol kann man auch keine Richtstrahlung erzeugen. Und eine Superturnstile ist quasi eine Stockung aus vertikalen Dipolen, nur eben magnetischen Dipolen, deswegen ist das E-Feld auch horizontal polarisiert ;-)

von Jens1978 - am 16.11.2014 23:46
Zitat
Jens1978
Zitat
mittendrin
@Säbelzahnigel:
Weniger gestockte Elemente in der Vertikalen -> größerer Öffnungswinkel der Sendekeule -> mehr Strahlung gen Himmel -> mehr reflektierte Strahlung in der Troposphäre bei entsprechenden Bedingungen -> höhere Empfangsfeldstärke an weiter entfernten Orten
Freundliche Grüße

Das kann man so pauschal aber nicht wirklich sagen, denn die Wolkendecke ist ja nicht gerade hoch bei Tropo und wir reden hier von Fernempfang, d.h. Entfernungen ab 150km aufwärts. Für die Fernausbreitung ist es sogar besser, wenn die Antennen viel stärker in der vertikalen Ebene bündeln, da sie dann nämlich die Reflektionsschicht= "den Himmel" in sehr großer Entfernung treffen und dadurch der Sprung sehr groß wird. Die schwache Bündelung würde nur im Nahfeld was ausmachen. Andernfalls müsste es nach deiner Logik möglich sein in Velbert sehen zu können, ob im Harz die Sonne scheint, denn am Horizont müsste ja dann der Himmel über dem Harz zu sehen sein. Das ist aber nicht der Fall.

Nein, so pauschal kann man das nicht sagen, da hast Du recht, mein Fehler. Auch sonst alles richtig, was Du schreibst.
Es ging hier darum, eine Erklärung zu finden, warum für einen konkreten Ort (Velbert) in einer konkreten Entfernung (ca. 250km) bei angenommenen gegenüber früher (bis vor ca. einem halben Jahr) etwa gleichen Wetterbedingungen (Tropo-Wetterlage) sich die Empfangsfeldstärke eines Senders (Harz-West) wie beobachtet deutlich erhöht hat.
Da hier ja die Sendetechnik als Variable wie beschrieben verändert wurde, habe ich versucht, es zur (einfachen) Erklärung darauf zurückzuführen.
Bei der bis Ende Mai verwendeten Antennenkonfiguration am Sendestandort ist vermutlich das Signal über den Empfängerstandort "hinweggegangen" und erst in größerer Entfernung aufzunehmen gewesen.
Ist aber natürlich alles Theorie, denn zweimal die in allen Punkten gleichen Wetterbedingungen gibt es nicht. Ich denke, da sind wir uns einig;-).
Freundliche Grüße

von mittendrin - am 17.11.2014 11:21
Zitat
Jens1978
Zitat
Nordlicht2
Warum Reflektorwaende? Ich dachte eher an eine Antenne wie auf diesem Foto http://www.senderfotos-bb.de/bilder/kiel04.jpg

Es zeigt die alte UKW Antenne in Kiel bestehed aus einfachen Kreuzdipolen welche erst 2011 durch eine neue tiefer angebrachte Antenne ersetzt wurde.

Das Problem bei dieser Kreuzdipolantenne ist, dass keinerlei Gewinn durch die Reflektoren generiert werden kann. Aus diesem Grund sind solche Antennen eigentlich an großen Standorten kaum noch im Einsatz. Reflektorwände bestehen halt aus 2 Elementen (Dipol + Reflektor), mit der Folge, dass ein Gewinn in der Hauptstrahlrichtung eintritt und die Bündelung verbessert wird. Bei Kreuzdipolen hat man nur die Dipole, also 0 dBd. Super-Turnstileantennen haben meines Wissens nach einen geringen Gewinn, ich weiß gerade nicht den Wert, aber ich denke um die 2-3 dBd (pro Element). Von daher würden sich solche Kreuzdipolantennen an solch einem Standort nicht lohnen, da die Höhe der Gesamtantenne ja schon reduziert wurde und die 100 kW EIRP schon gewünscht sind ohne die Sender jetzt auf 20kW aufzudrehen.


Da hast du glaube ich einen kleinen Gedankenfehler eingebracht, oder ich? Reflektorwaende bringen zwar 3-3,5 dB Gewinn, das aber nur in eine Richtung. Auf der gegenueberliegenden Seite brauchst die einen 2. Dipol, welcher auch die 3-3,5 dB Gewinn bringt, durch die Zusammenschaltung beider Dipole aber wird der Gewinn wieder weitestgehend aufgehoben. Der Gesamtgewinn ist daher kaum groesser als der eines Dipols. Vorteile der Kreuzdipole sind: wenig Platzbedarf und die Moeglichkeit sie an einem sehr duennen Mast zu montieren. UKW Antennen mit Reflektorwaenden in einem 1,60m GFK Zylinder schliesse ich mal aus. Ob eine Superturnstile Antenne so bequem in den Zylinder passt? So klein sind die Batwingantennenfelder ja auch nicht. Wir koennen da nur spekulieren. In Kaltnkirchen wird auch UKW aus der GFK Spitze gesendet. Dort mit starken Einzuegen einer Frequenz nur nach Suedwest. Da koennen es dann weder Kreuzdipole noch Batwingantennenfelder sein.

von Nordlicht2 - am 17.11.2014 17:28
Auf der Heimfahrt von Schleswig-Holstein konnte ich nun zum ersten Mal nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen die Reichweite nach Süden beobachten. Getestet habe ich auf der A 7 mit der 92,1 von NDR 2 mit einem VW-Werksradio (Firmenwagen):

Schon wenige km hinter der Landesgrenze Niedersachen/Hessen beginnt es bei Kassel leicht zu knistern. Dort ist Torfhaus durch andere Harz-Berge etwas abgeschattet. Diese Störungen zwischen Kassel und Melsungen gab es vor dem Umbau aber auch schon.

Danach ist der Empfang nahezu störungsfrei bis zum Hattenbacher Dreieck (A 7 / A 5) möglich. Bei der Anschlussstelle Niederaula (im Tal der Fulda gelegen) versinkt Torfhaus im Rauschen. Normalhörer drückt spätestens hier den Sendersuchlauf.

Aber schon 500 m weiter im ansteigenden Gelände ist NDR 2 wieder zu hören und nun durchgehend die Rhön hinauf zu empfangen. Nicht immer frei von leichten Feldstärkeeinbrüchen, aber durchaus beifahrerinnentauglich. Erst beim Dreieck Fulda-Süd (A 7 / A 66) stört für Sekundenbruchteile klassische Musik.

Ab der Grenzwaldbrücke (Landesgrenze Hessen/Bayern) werden diese Störungen stärker und ab der Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers ist auf der 92,1 dann nur noch Klassik Radio aus Würzburg zu hören.


Von einer Reichweitenverschlechterung nach Süden kann also keine Rede sein. Besser war der Empfang auf der A 7 vorher auch nicht.

von Manager. - am 01.03.2015 19:54
Zitat
hetietz
Der Empfang war damals wirklich selbst in großer Entfernung noch gut. Sogar in Wurzen sieht man auf alten Häusern noch VHF-Antennen, die z. T. auf Torfhaus gerichtet sind (einige in Zweiergruppen, da es wirklich schon Randgebiet des Empfangs war). UKW reichte auch sehr weit, ehe der Dresdner Sender sich beim Empfang von NDR 2 negativ bemerkbar machte.
Heute ist die Versorgung für diejenigen, die NDR hören oder sehen wollen, im Grunde genommen überall gewährleistet. Satellitenempfang ist wie fast immer die - auch qualitativ - beste Lösung, aber sogar (Zwangs-)Verkabelte können im ARD-Digitalradiopaket die NDR-Sender hören.
Im Fernsehen sieht es ähnlich aus; und sogar DVB-T geht in Bundesländern, die an das NDR-Sendegebiet grenzen, und einige Kilometer darüber hinaus.


Waren in Wurzen die Antennen nicht schon (zumindest zum Teil) nach Berlin gerichtet?
Weiß nur das ein Onkel von mir der in Zeititz gleich hinter dem von den Sowjets besetzten Fliegerhorst Waldpolenz die Antennen auf Berlin hatten weil das Radar extrem störte, er hatte auch für meine Tante in Brandis einen 13er Rechen auf Berlin (K 7) eingerichtet, obwohl dort eher schon wieder Torfhaus und in einigen Ecken der Ochsenkopf besser empfangbar war.
Ich hatte übrigens im vorletzten oder letzten Jahr oben auf dem Kohlenberg am Westbruch die DAB Programme des NDR einlesen können.
In Eicha/Albrechtshain war Kanal 7 zweimal schwach zu empfangen, einmal SFB und dann auch mit einem Westschwenk und Trickserei der HR.

von astranase - am 06.03.2015 18:01
Zitat
hetietz
Das stimmt mit der teilweisen Ausrichtung auf Berlin-Scholzplatz K7 in Wurzen. Ich gehe oft zu Fuß durch Teile der Altstadt (mit recht vielen unbewohnten Häusern und alten Antennenanlagen darauf). Soweit ich dies beurteilen kann, dominierten K7-Antennen, die man auch hin und wieder in Zweiergruppen sieht.
Was UKW anbelangt, so ist die Ausrichtung auf Torfhaus dort nicht vorherrschend gewesen. Die meisten dieser Antennen zeig(t)en eindeutig auf Berlin.


Wenn man so die Empfangsbedingungen hier in und um Leipzig ansieht so leb/t/en wir genau im Schnittpunkt der Empfangsausläufern von NDR/BR/SFB, teils gar vom HR.
Eilenburg empfing eher Berlin, Borna teils schon mit wenig Aufwand den Ochsenkopf, Leipzig meist Torfhaus, Naunhof zwar auch den NDR, aber einige Flecken auch den BR.
Bayern 3 empfing ich in Eicha (heute Ortsteil von Naunhof - im MTL - )problemlos an einer Stelle im Wohnzimmer mit dem Stern Elite, paar Schritte weiter (im Zimmer) war Ruhe.
Später in Leipzig bei einem Umzug meines Kumpel nähe Kulkwitzer See in Etage 9 war sogar WDR 2 leicht verrauscht zu empfangen.
In Leipzig in der Prager Straße im Haus des Chemianlagenbaus in der 9 Etage empfingen wir in der Bauphase problemlos den BFBS, in Lindenau auf dem Gelände der ehemaligen Poliklinik West im Bauwagen RIAS und SFB 2.
Also im UKW Bereich hatten wir hier mit dann höherem Antennenaufwand einen in der Summe UKW Empfang wogegen so mancher Standort im Westen Radiodunkeldeutschland gewesen sein dürfte.

von astranase - am 13.03.2015 23:02
Zitat
mittendrin
Zitat
Jens1978
... denn die Ostseite von Torfhaus ist ja nunmal durch den höheren Brocken verdeckt und da macht mit Sicherheit jeder Meter was aus...

Während der Umbauphase gabs hier Berichte aus Thale und Blankenburg über Empfang nahe Null.


Das kann ich mir aber schon sehr gut vorstellen. Die Torfhaussender waren auch schon aus Vorwendezeiten (und dazu zähle ich Blankenburg) direkt am Harzrand sehr bescheiden zu empfangen gewesen. Die Abschattungen durch den Brocken und den Harz allgemein schlugen in Blankenburg direkt immer voll durch, da Blankenburg eben direkt am Harzrand liegt. Ab ca. Halberstadt waren die NDR Sender und auch Privaten Sender vom Torfhaus eher kein Problem mehr gewesen, da entsprechend weit genug vom Harz entfernt.

Mit der nun veringerten Antennenhöhe dürfte sich der Empfang nun sicherlich direkt am Harzrand nicht unbedingt verbessert haben. Auch hier an meinem QTH bemerke ich die veringerte Antennenhöhe im absoluten Randbereich des Senders Torfhaus recht deutlich. Vor dem Umbau des Senders kamen zumindest die 98.0 und auch 92.1 eigentlich immer noch mit 0=1-2 mal mehr und mal weniger gut. Das ist jetzt nicht mehr so. Vielfach ist nur noch Rauschen aufzunehmen. Die veringerte Antennenhöhe macht sich deutlichst hier an der Ostsee bemerkbar. Währendessen ist die 91.5 vom Brocken eigentlich immer präsent und auch die 89.0 bügelt bei leichtesten Tropo DR P2 von der Insel Fünen gnadenlos.

Wirklich sehr schade, das man einem so exponierten Sendestandort für die norddeutsche Tiefebene mutwillig so kastriert. Denn die Sender Torfhaus/Brocken sind fast die Gegenstücke für die Zugspitzsender. Beide Sendestandorte haben jeweils Richtung Norden aufgrund ihrer exponierten Standorte enorme Reichweiten. Die Zugspitze in die bayrische Tiefebene bis zu den Mittelgebirgen und eben Torfhaus/Brocken in die norddeutche Tiefebene. Ähnliches gilt auch noch für den Standort Salzburg mit den Sendern Ö1-3 und FM4. Allenfalls Berlin/Alex kann da aufgrund der Sendehöhe und Topographie noch ansatzweise mithalten

von Uncle_Sam - am 14.03.2015 23:09
Zitat
dlf-fan
@ astranase: Ja, das stimmt und nicht nur was den UKW- Empfang betraf. Es gab im WK7 in der Nähe meiner (inzwischen abgerissenen) 92. POS Gemeinschaftsantennenanlagen mit mehreren Masten, wo man einfach alles realisierte, was möglich war. Das müsste dort die Uranusstraße gewesen sein (ich habe von dort leider keine Fotos gemacht). Auf den Flachdächern hatte man ja Platz genug. Und so empfing man dort außer den Ostprogrammen:

ARD vom Torfhaus (Kanal 10)
ZDF vom Großen Waldstein (Kanal 23) und aus Berlin (Kanal 33)
N3 (Berlin, Kanal 39)
hr- Fernsehen vom Hohen Meißner (Kanal 55 aus 170 km Entfernung!)
Bayrische Fernsehen vom Großen Waldstein (Kanal 57)

Vor allem beim ZDF war es ein absoluter Luxus, eine zusätzliche Alternative zu haben. Außer der ARD von Torfhaus war der Empfang aller anderen Kanäle mehr oder weniger wetterabhängig, wobei Hof (Großer Waldstein) noch den besten Empfang brachte, allerdings auch am stärksten durch den fast in der gleichen Richtung liegenden Sender Wiederau gestört wurde (DDR 2 mit 500 kW im unteren Nachbarkanal 22).


Aja, Antennen und Bilder?!!? ich muss mal noch jemand aufsuchen der mir Bilder von unserer Anlage auf dem 16. Geschosser Stuttgarter Allee 4 angeboten hat.
Dort oben war ja eine der größten und leistungsfähigsten Anlagen im gesamten Osten aufgebaut.
TV mäßig empfingen wir dort ARD(Torfhaus)ARD(Ochsenkopf)ZDF Berlin, ZDFüber Bayern, NDR/SFB/RB III, Hessen III, BR III, DDR 1, DDR 2, Sender der GSSD.
Im UKW, NDR1 NDS, NDR 2, Bayern 3, Bayern 2, HR2 (?),HR 3, HR 4, HR 1, RIAS 2, BFBS, Antenne Bayern, ich weiß nicht mal mehr ob das alles war.
Jedenfalls war die Auskabelung in Topqualität, ohne Grieß, ohne Rauschen, wenn es mal Witterungsbedingt ein wenig Grieß im ZDF gab hatten wir die Option Berlin oder Bayern.
Die Anlage wurde vom damaligen Chef von Antenne Markranstädt errichtet und daran hing neben der Stuttgarter Allee, noch die gesamte Ringstraße und die Brambacher Straße.
Letztere wurde in einer Nacht- und Nebelaktion angeschlossen weil über einen Versorgungsschacht (in der Nähe des heutigen Lidl Marktes)unter der Ratzelstraße verkabelt wurde.
Insgesamt hingen einige Tausend Haushalte an der Anlage.
Um die Wende herum wurde noch nachgerüstet und es kamen die Programme von RTL, Pro 7, Tele 5, Sat1 und des Teleclub (entschlüsselt!!!!!) dazu

von astranase - am 15.03.2015 19:50
Zitat
Radio-DX
Sehr schön, danke.
Das waren wenigstens noch ordentliche Aufgaben für den Antennenbauer. :cool:
Ähnliche Projekte habe ich damals auch gebaut.
Leider gibt es aber keine Fotos davon.
Wenn ich die vielen TAVs dort sehe, wundere ich mich nicht, dass der Markt wie leergefegt war. :D


Leider wird es wohl von der Endausbaustufe 1985/86 zumindest keine Bilder vom "Kraftwerk" mehr geben, auf jeden Fall wurde der Empfang speziell für Bayern3, BFBS und RIAS2 noch ausgebaut (selektiert) ... ich erinnere mich immer wieder an die Aussage das allein für den reinen Stereo empfang für Bayern3 eine sehr hohe Summe in die Hand genommen wurde.
Was mich aber wunderte (da wir ja hier eigentlich über Torfhaus schreiben!!!!!!!!) das für Kanal 10 zwei 13er Rechen eingesetzt wurden, obwohl diese schon (siehe blauer Pfeil) von Dresden abgeschottet wurden.
Torfhaus war hier in Grünau mit durchschnittlichem Antennenaufwand ohnehin gut zu empfangen, aber es gibt wohl auch "Löcher" was ich heute beim Grenzwertigen UKW Empfang des NDR spüre ... da gibt es in und um Leipzig teilweise bessere Standorte.
Ich bleibe also dran und wenn es weitere Bilder gibt stelle ich sie ein.

!!!!!! An dieser Stelle auch ein ganz besonderer DANK an Herrn Dieter K. der mir die Bilder zur Verfügung stellte:spos:

von astranase - am 18.03.2015 20:02
weil hier viel diskutiert wird, es gibt am Torfhaus eine Leistungseinschränkung.

Ich hatte eigentlich wegen des ( bei mir im Auto )schlechteren DAB Empfang via Drachenberg eine Mail an die NDR Technik geschrieben( auch Nachgefragt wann der NDR auch vom Brocken via DAB sendet( gibt ja Planungen sich die Baukosten mit den Privaten( 11c und soll spätestens im 2 Quartal laufen ) und dem MDR ( 6b ) zu teilen)) und Mitte dieser Woche eine Antwort erhalten.
übrigens noch vorweg gesagt, vom MDR gab es eine Bestätigung, das der Osten ausbauen will und der NDR bremst.

hier die Antwort:

die Sendeleistung unserer DAB+-Sender wurde nicht reduziert, auch an den Antennen o.ä. wurde seit längerem keine Veränderung vorgenommen. Das der DAB+-Empfang schlechter geworden ist könnte andere Gründe haben, wie z.B. die momentan aufblühende Vegetation oder auch neue Bauwerke zwischen Sender und Empfänger. Auch Schallschluckwände an Autobahnen können den Empfang beeinträchtigen.
Zum weiteren DAB+-Sendernetzausbau kann ich Ihnen mitteilen, dass der NDR versorgt mittlerweile über die Hälfte der Bevölkerung und der Autobahnstrecken im Norden mit DAB+. Angesichts des von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eng gesetzten Finanzrahmens haben wir den Schwerpunkt des Ausbaus auf die Landeshauptstädte in Norddeutschland gesetzt, aber mit Rücksicht auf das Autobahnnetz auch zusätzliche Gebiete versorgt.

Nachdem die ARD Intendantinnen und Intendanten die digital-terrestrische Verbreitung der Hörfunkprogramme in der ARD noch einmal bekräftigt haben, werden alle Landesrundfunkanstalten nun die nächsten Schritte zum Ausbau der DAB+ Verbreitung vorbereiten und verabschieden. Auch der NDR wird im Laufe dieses Jahres entscheiden, wie er das digital-terrestrische Sendernetz in Norddeutschland weiter ausbauen wird. Zurzeit kann noch keine Aussage dazu getroffen werden, welche Regionen davon profitieren werden. Der Harz ist aber als Senderstandort interessant und wird in den Planungen berücksichtigt.

Leider wird aufgrund wichtiger Arbeiten am UKW-Antennenträger zur Zeit eine Leistungsreduzierung vorgenommen. Diese Reduzierung findet ausschließlich in den benötigten Zeiträumen statt. Trotz der Leistungsreduzierung wird eine nach unseren Prognosen ausreichende Versorgung unseres zuständigen Sendegebietes erreicht. Außerhalb unseres Sendegebietes können wir leider nicht für einen störungsfreien Empfang unserer Programme via UKW garantieren.

von zausel001 - am 31.05.2015 15:09
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