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ORF bekommt Frequenzen entzogen - warum geht sowas nicht auch hierzulande???

Startbeitrag von Wiesbadener am 24.06.2004 09:17

Mehr als ein Dutzend Bewerber balgen sich gerade um eine kleine Linzer Lokalradiofrequenz. Geht es nach der Medienbehörde KommAustria, sind in absehbarer Zeit vier weitere Sendeplätze an diesem Standort frei.

Der Bescheid der Komm- Austria trägt die Geschäftszahl KOA 1.800/04-14 und erging vor einer Woche per Einschreiben an den ORF. Die Ziffer 1 vorne passt gut: Erstmals entzieht die Medienbehörde der öffentlich-rechtlichen Anstalt in dieser Form Frequenzen, um sie Privaten zur Verfügung zu stellen. Experten vermuten weitere Anlassfälle.

Der ORF versorgt Linz großflächig vom Standort Lichtenberg mit Ö1, Ö3, FM4 und Radio Oberösterreich. Dasselbe tut er vom Freinberg aus noch einmal auf weiteren vier UKW-Frequenzen. Begründung: Qualitätsmängel beim Empfang am Hang des Pöstlingberges und im Stadtteil Urfahr für rund 3000 Einwohner. Schon das sind nicht einmal zwei Prozent der 160.000 vom Freinberg erreichten Hörer, schreibt die Behörde, womit 98 Prozent von ihnen doppelt versorgt würden. Im Verfahren präzisierte der ORF auf Nachfrage, wo er konkret Probleme hört. Das ist laut Gutachten "kaum besiedeltes Gebiet", also "100 Prozent Doppelversorgung".

ORF-Argumente wie die Versorgung des Pendlerverkehrs wiegen für die Behörde doppelte Belegung rarer Frequenzen nicht auf.

Der ORF kann dagegen den Bundeskommunikationssenat anrufen und prüft dies derzeit. Bestätigt der Senat den Entzug, kann die Anstalt die Höchstgerichte bemühen. Erst danach dürfen Private auf die Linzer Frequenzen 88,8, 95,2, 97,5 und 104,0 hoffen.

Schon Mitte Juli indes soll die bisher freie Linzer Frequenz 96,7 vergeben sein. Als Favoriten gehandelt wurden Arabella und Lounge FM. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe 24.6.2004)

Antworten:

Krass... Da bin ich ja mal gespannt, ob sich das nicht doch auch auf Wien und Innsbruck übertragen lässt. Ich glaube zwar, dass für Wien tatsächliche Versorgungslücken gefunden wurden, aber dennoch: da würden es vielleicht schwächere Frequenzen auch tun und die z.T. sehr guten Frequenzen am Himmelhof könnten für Private mit mehr Leistung genutzt werden. In Innsbruck allerdings wird die Seegrube wohl tatsächlich nötig sein, denke ich.



von Andreas W - am 24.06.2004 09:32
@Wiesbadener:

88,8, 95,2, 97,5 und 104,0 sind die 4 Lichtenberg-Frequenzen, die gemäß Deinem Beitrag ohnehin nicht an die Privaten gehen könnten. Die Medienbehörde möchte dem ORF die Freinberg-Frequenzen, nicht die Lichtenberg-Frequenzen, wegnehmen.

Gruß; Stefan

von Stefan Z. - am 24.06.2004 09:51
Habe das 1:1 aus dem Standard-Beitrag übernommen, hier ist dem Autor in der Tat ein Fehler unterlaufen. Es geht natürlich um die Freinberg-QRGs. Diese sind: 91,8 MHz, 95,8 MHz, 99,4 MHz und 102,0 MHz.

von Wiesbadener - am 24.06.2004 09:53
Aber was wollen die Privaten in Linz mit so vielen Frequenzen?

92,6 Kronehit Linz
100,5 Life Radio
105,0 Radio FRO
96,7 (neues Programm, evtl. Arabella)

91,8 (gut, dann hier Lounge FM)
95,8 (Welle 1 Oberösterreich vielleicht?)
99,4 (Energy Linz???)
102,0 (hmmm....)

Und dann gäbs da noch die 107,9, die eigentlich mit 100kW geplant war, aber ausgeschlachtet wurde (u.a. für Ö2 in Liebenau), dort läuft derzeit Veranstaltungsfunk drauf, die könnte sicher auch in Linz nochmal verwendet werden mit 100W. Und was ist mit der 107,3, die mit 10kW Richtung NÖ koordiniert ist? Die könnte ähnlich wie die 92,6 umkoordiniert werden und mit 2kW auch einen Privatsender abstrahlen. Oder ist daraus die 107,1 für Freistadt geworden?



von Andreas W - am 24.06.2004 10:01
krasse sache,das wär doch auch mal was für unser ländle,da würden aber einige stationen ins schwitzen kommen die derzeit froh und munter neue funzeln aufschalten obwohl das gebiet schon ausreichend versorgt ist ,also immer weg met den funzeln (und am besten auch aus lassen)



von Robert S. - am 24.06.2004 10:15
Leider fehlt hier - wie im Telekommunikationsbereich - eine übergeordnete Regulierungsbehörde, die Frequenzen gerecht verteilt. Rundfunk ist hier Ländersache, und in den meisten Ländern sind die LMAs nur für den privaten Rundfunk verantwortlich, können also bei den ÖRAs nicht eingreifen. Eine Ausnahme stellt die MABB Berlin/Brandenburg dar.

von Wiesbadener - am 24.06.2004 10:27
@Andreas W.: Wie wär's mit HiT FM? (nicht, daß ich das Programm sonderlich toll fände)



von Wrzlbrnft - am 24.06.2004 10:42


Ich finde es grossartig, dass man dem ORF wegen Ueberversorgung die Frequenzen entzogen hat. Ist dies schon in die Praxis umgesetzt worden, oder war dies erst eine Entscheidung?


In Wien waere das gleiche denkbar, insbesondere mit Radio Wien, welches gleich drei Frequenzen belegt, auch die 100KW 89,9, und diese Frequenz deckt gleich ganz Ostoesterreich ab.




@Andreas W

Der "Misbrauch" der 107,9 in Linz ist auch ziemlich extrem.

von 102.1 - am 24.06.2004 17:38
Die Entschiedung ist zwar rechtskräftig, aber der ORF hat ein Widerrufsrecht, von dem er freilich auch Gebrauch machen wird. Alle möglichen Instanzen zugerechnet wird es wohl bis 2006 dauern, bis eine endgültige Entscheidung erreicht wird.

In Wien betreibt der ORF teilweise eine zwei- oder Dreifachversogung von Wiener Standorten. Der Oberhammer ist dabei die Wiener Stadtfrequenz für Radio Niederösterreich vom Himmelhof (zusätzlich zum Kahlenberg). Für Radio Wien mag das ja noch vertretbar sein, aber für Radio Niederösterreich? Erinnert mich an frühere Zeiten, als der hr über eine Frankfurter Stadtfrequenz Radio Bergstraße ausstrahlte (was ja zahlreiche Frankfurter interessiert haben muss).

von Wiesbadener - am 24.06.2004 18:33
Erinnert mich an frühere Zeiten, als der hr über eine Frankfurter Stadtfrequenz Radio Bergstraße ausstrahlte (was ja zahlreiche Frankfurter interessiert haben muss).
Ich hätte gerne "Radio Fulda" zu meiner Frankfurter-Zeit gehabt, obwohl ich es erst seit 1992, Aufschaltung von hr3 und hr3 am Heidelstein (DANKE!!! und das ist ehrlich gemeint!), brauchbar zuhause empfangen konnte...
Spaß beiseite: Es war wohl die Zeit als man alle Sender noch mit Frequenzen überschüttete. Der hr hatte u. a. von Dir genanntes gehabt und FFH entzog man trotz der neuen 105,9 vom Feldberg nicht die 104,8. Zahnlose Politik, wie wir sie heute auch weiteren Bereichen (...) weiterhin vorfinden. Es hat auch fast den Anschein, daß man aus Inkompetenz sich nicht traut etwas zurückzufordern; soll natürlich nur mein persönlicher Eindruck sein...

von Thomas (Metal) - am 24.06.2004 19:17
Ich glaube, die Mehrfachbelegung war zu Zeiten sinnvoll, wo die meisten Radios nur bis 104 gingen. So konnte ich mit dem Autoradio meiner Eltern in Frankfurt dank der 104.80 noch FFH hören. 105.90 war dagegen nicht empfangbar. Ich will nicht wissen, wie viele Küchenradios und Radiowecker nur bis 104 gingen/gehen.

von WellenJäger - am 24.06.2004 21:34
"Klar, Himmelhof versorgt nicht Niederösterreich, aber dennoch: Es werden auch nicht wenige Niederösterreicher, die es beruflich nach Wien verschlagen hat, im Versorgungsbereich von Himmelhof wohnen".

...für die gibt es aber Radio Niederösterreich schon mit 100 kW auf 97,9 MHz vom Wiener Kahlenberg!!! Und die ist ja tatsächlich für die Versorgung Niederösterreichs wichtig.

von Wiesbadener - am 25.06.2004 06:32
Der Himmelhof strahlt doch sicher auch noch nach NÖ rein, oder? Vielleicht gibt es im Grenzgebiet der Bundesländer Wien/NÖ ja wirklich noch ein paar einzelne Häuser, die sonst im Keller nur leicht verrauschten Radio-NÖ-Empfang hätten!? :joke:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.06.2004 06:55
@jkr:
Aber das ist keine Berechtigung für diese Frequenz. Es könnten ja auch Leute aus Salzburg, Oberösterreich oder Steiermark/Kärnten sein, die es beruflich nach Wien verschlägt, und für die müsste man dann auch das jeweilige Regionalprogramm abstrahlen. Es ist ne schöne Sache für die Niederösterreicher, aber ich empfinde es nicht als berechtigt, dass der ORF für Radio Niederösterreich neben dem starken Kahlenberg noch einen Füllsender in Himmelhof braucht. Zumal nicht mal die Wiener Privatsender eine Füllfrequenz vom Sender Himmelhof haben, obwohl die nur mit 10kW statt 100kW senden.
Was den flächendeckenden Ausbau von FM4 angeht, stimme ich dir zu: entweder 4 flächendeckende Ketten oder keine. Es geht im Grunde ja ohnehin hier um Füllfrequenzen, die brach liegen und wohl nie von den Privaten in Betrieb genommen werden. Es wurden schließlich für jeden Standort 6 Frequenzen koordiniert, wovon an den kleinen meist nur der ORF 3 Frequenzen nutzt und sonst nix. Da macht eine mehr das Kraut auch nicht fett.



von Andreas W - am 25.06.2004 07:03
@jkr:
Na über die Qualität der Privatfunker brauchen wir uns nicht unterhalten, da ist Radio Niederösterreich tausend mal besser. Aber ich könnts halt verstehen, wenn die RTR so entscheidet, dass für die Niederösterreicher Kahlenberg locker ausreicht.

Weil du grad vom Umlandradio sprichst: ich fände auch grenzüberschreitendes Radio eine feine Sache. Welle 1 macht das in Salzburg ja ansatzweise, weil die ihre Parties auch hier rund um den Chiemsee aufziehen, ebenso Untersberg live, die wohl gerne auch Salzburg bisschen mitversorgen. Schade, dass es z.B. hier kein grenzüberschreitendes Radio für Rosenheim und Kufstein gibt, sozusagen die Inntal-Autobahn entlang. Würde sicher das positive Gefühl zwischen Bayern und Tirolern stärken und man würde wohl mehr über den anderen erfahren. Aber sowas lässt sich wohl rechtlich nicht machen, da müssten ja RTR und BLM kooperieren.



von Andreas W - am 25.06.2004 07:20
@ Andreas: wir haben hier auch "grenzüberschreitendes Radio": das schweizerische Radio Top macht oft Veranstaltungen in der Disco "Top10" im deutschen Singen und überträgt diese dann teilweise auch live.



von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.06.2004 07:22
Aber im Grunde ist das alles (wie auch Welle 1) halt bedingt durch Overspills der nah an der Grenze stehenden Sender. Aber so ein Projekt, das quasi Standorte auf beiden Seiten einer Landesgrenze hat, wäre doch mal was neues. Was sozusagen Donau 3 FM in BWÜ/BAY auf Bundeslandeben macht, könnte man quasi auch hier im Inntal aufziehen zwischen AUT/D oder am Bodensee zwischen SUI/D/AUT. Wäre doch mal ne schöne Sache... Aber das geht wohl seitens der Behörden nicht.



von Andreas W - am 25.06.2004 07:28
@jkr:
Kenn das Programm von den Fahrten auf der A9. Da hat der MDR vom Inselsberg ganz schön zu kämpfen, sich gegen Egrensis zu behaupten.



von Andreas W - am 25.06.2004 07:29
jkr schrieb:

Zitat

Außerdem, warum bekommt der ORF keine flächendeckende
Versorgung für FM4?
Weil er es nicht darf. Siehe ORF-Gesetz.



von andimik - am 25.06.2004 08:13
Und warum darf er nicht? Wieso ist FM4 so ein großer Ausnahmefall? Jeder Privatsender und auch der ORF für seine ersten drei Programme kann im Rahmen seinees Sendegebiets Füllsender beantragen, und bekommt sie, sofern berechtigt und nicht anderweitig dringender benötigt, auch zugeteilt. Warum hat man explizit für FM4 den Ausbau per Gesetz gestoppt?



von Andreas W - am 25.06.2004 08:25
@Andreas W.: Manche Wiener Privatsender haben zwar nur 10 kW-Kahlenberg-Frequenzen, so daß ein Füllsender berechtigt wäre, aber andere Privatsender strahlen vom Donauturm aus, einem ganz anderen Standort, der somindest die Stadt eventuell lückenloser versorgt, wenn er auch an die Reichweite des Kahlenbergs aufgrund der exponierten Lage nicht heranreicht.

Gruß, Stefan

von Stefan Z. - am 25.06.2004 08:56
Andreas W schrieb:

Zitat

Und warum darf er nicht? Wieso ist FM4 so ein großer
Ausnahmefall? Jeder Privatsender und auch der ORF für seine
ersten drei Programme kann im Rahmen seinees Sendegebiets
Füllsender beantragen, und bekommt sie, sofern berechtigt und
nicht anderweitig dringender benötigt, auch zugeteilt. Warum
hat man explizit für FM4 den Ausbau per Gesetz gestoppt?


Das frage ich mich auch.
Ich zitiere dazu mal aus dem ORF-Gesetz:

Versorgungsauftrag

§ 3. (1) Der Österreichische Rundfunk hat unter Mitwirkung aller Studios
1. für drei österreichweit und neun bundeslandweit empfangbare Programme des Hörfunks und
2. für zwei österreichweit empfangbare Programme des Fernsehens
zu sorgen.
(2)......
(3) Die Programme nach Abs. 1 Z 1 und 2 sind jedenfalls terrestrisch zu verbreiten. Für das dritte österreichweit empfangbare in seinem Wortanteil überwiegend fremdsprachige Hörfunkprogramm gilt abweichend von Abs. 1 zweiter Satz jener Versorgungsgrad, wie er am 1. Mai 1997 für dieses Programm bestanden hat.


Ich kann aus diesem Text nur entnehmen, daß für FM4 der Versorgungsgrad vorgeschrieben ist, wie er am 1.5.97 bestand. Ein Verbot der weitergehenden Versorgung kann ich hier nicht erkennen und ich halte so ein Verbot auch für fragwürdig. Wer Rundfunkgebühren bezahlt, sollte auf das Recht bestehen können, bei sich zuhause alle ö.-r. Programme in einwandfreier Qualität ohne unüblich großen technischen Aufwand empfangen zu können. Insofern halte ich einen Frequenzentzug beim ORF für ziemlich bedenklich. Wenn irgendwo Doppel- oder Mehrfachversorgungen abgebaut werden können, ohne daß dadurch Versorgungslücken entstehen, dann ist daran natürlich nichts auszusetzen. Aber es existieren trotz des dichten Füllsendernetzes nach wie vor teilweise nicht unerhebliche Versorgungslücken auch bei Ö 1, Ö 2 und Ö 3 (bei FM4 sowieso), was bei einem Land, dessen Landesfläche zu 62% aus Hochgebirge besteht, nicht weiter verwunderlich ist. So dicht ist die Frequenzbelegung in Österreich nun wirklich nicht, daß man solche Restriktionen beschließen müßte.



von MHM - am 25.06.2004 11:33
Stefan Z. schrieb:

Zitat

Manche Wiener Privatsender haben zwar nur 10 kW-Kahlenberg-Frequenzen
Es gibt eh keinen Wiener Sender, der mehr hat. Kronehit nutzt ja die ex-RPN (Niederösterreich)-Kette.



von andimik - am 25.06.2004 12:15
@Andreas Mikula:
Das Zitat ist unvollständig, mein Satz geht noch weiter und bezog
sich auf einen Vergleich der 10 kW-Kahlenberg-Sender mit den
Donauturm-Sendern, nicht mit 100 kW-Kahlenberg.

Gruß, Stefan

von Stefan Z. - am 25.06.2004 13:02
Der ORF betrieb in seinen Monopolzeiten eine sehr expanisve Frequenzpolitik. Die Idee dahinter war, je mehr Frequenzen durch den ORF belegt wurden, umso weniger Moeglichkeiten gibt es spaeter fuer Privatsender.

Ich konnte mich noch dunkel an Anfang der 90ger Jahre erinnern, als Radio Wien in fast ganz Ostoesterreich praesent war. Als Blue Danube von der 102,5 auf die 103,8 wechselte kam sofort Radio Wien auf die Idee die 102,5 zu belegen, auch die 102,9 vom suedl. Niederoesterreich wurde genommen( jetzt Krone Hit) um die Wiener welche Wochenendhaeuser im Burgenland haben zu versorgen.

Diese Frequenzen wurden aber bald wieder eingestellt.

Noch heute verfuegt der ORF ueber die staerktsten und besten Frequenzen, und dies ist auch mit ein Grund warum die ORF Radios bei den Radiotests immernoch die Oberhand haben.

Die in Frage kommenden Frequenzen in Linz werden (soweit ich die Szene in Oesterreich kenne) noch eine Zeit weitersenden, bis irgendeine Behoerde den Beschluss umsetzt. Dies kann noch etwas dauern.

Die Situation in Wien ist sehr aehnlich zu Linz. Radio Wien belegt eigentlich gleich drei Frequenzen, die 89,9 mit 100 KW welche bis ins Waldviertel und in Richtung Mariazell reicht, die 95,3 und die 91,?.

Auch hier besteht Handlungsbedarf.

Sendet eigentlich noch Radio Burgenland auf der 94,7 von Wien aus? (dies waere ebenfalls ein Beispiel)



von 102.1 - am 25.06.2004 19:30
> Sendet eigentlich noch Radio Burgenland auf der 94,7 von Wien aus?

Gemäss offizieller Frequenzliste des ORF ja, mit 2,4kW! Angesichts dieser relativ geringen Leistung wird diese Frequenz wohl im Burgenland selbst keine sehr grosse Rolle spielen... schliesslich sind's vom Kahlenberg bis ins Burgenland schon noch "ein paar" Kilometer (ich schätze mal so 40...).

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.06.2004 22:22
@ Big Bear

Die Frequenzen vom Freinberg/Linz sind für die überörtliche Versorgung uninteressant. Man benutzt dort eine Antenne, die nur in Richtung Stadt strahlt. Ich wohne nur 25km westlich davon und kann von diesem Standort trotz freier Sicht kaum mehr etwas hören. Ich kann mir daher auch nicht vorstellen, dass ein Rundfunkbetrieber mit diesen Frequenzen glücklich sein wird.
Radio FRO auf 105,0 hat dem gegenüber eine sehr große Reichweite.

@Ralf...

Radio Burgenland wird nur deshalb in Wien ausgestrahlt, weil tausende Burgenländer als Wochenpendler in Wien leben. Allerdings kann man in den meisten Stadtteilen Radio Brugenland auch vom Heuberg auf 96,2 hören. Die 94,7 sind aber durch den relativ schwachen Sender am Kahlenberg in ganz Ostösterreich blockiert.

von Wasat - am 26.06.2004 10:01

@Wasat,

Die in Frage kommenden Frequenzen duerften in Richtung Sueden weiter gehen. In Ens habe ich die 102,0 bisher immer ohne grosse Probleme gekriegt....

von 102.1 - am 26.06.2004 11:45
Gemäss der Radiowoche sind diese 4 Freinberg-Frequenzen nun dem ORF entzogen worden, die werden nun ausgeschrieben werden (für Private):

Quelle: http://www.radiowoche.de/index.php?p=news&newsid=1511&area=1

Im Oktober 2004 hatte der Bundeskommunikationssenat (BKS) dem ORF die Nutzungsberechtigungen seiner Frequenzen am Standort Linz-Freinberg (91,8 MHz, 95,8 MHz,99,4 MHz, 102,0 MHz) entzogen.

Der ORF nutzt aktuell in Linz zwei Standorte zur Verbreitung seiner vier Programme Ö1, Ö2 Radio Oberösterreich, Hitradio Ö3 und FM4. Neben dem Hauptstandort Linz-Lichtenberg, auch noch den Füllsender Linz-Freinberg.
Begründet wurde der Entzug damals damit, dass der Sender Linz - Freinberg technisch nicht zwingend zur Versorgung von Linz notwendig sei, weil der von diesem Sender erfasste Bereich ohnedies durch den Sender Linz - Lichtenberg gemäß internationaler technischer Mindestwerte ausreichend versorgt werde.
Gegen diese Entscheidung legte der ORF Protest ein und zog vor den Verwaltungsgerichtshof. Der ORF pochte auf seinen gesetzlichen Versorgungsauftrag und vertrat zudem die Ansicht, dass nicht nur technische Mindestwerte sondern auch weitere Qualitätsparameter in Betracht gezogen werden müssten.

Die Beschwerde blieb erfolglos. Die Richter gaben der Regulierungsbehörde in weiten Teilen Recht. Sie habe gemäß dem Privatradiogesetz die Zuordnung von Übertragungskapazitäten fortlaufend dahin gehend zu überprüfen, ob durch die Nutzung bereits zugeordneter Übertragungskapazitäten in bestimmten Versorgungsgebieten Doppel- und Mehrfachversorgungen entstanden seien. Stelle sie eine Doppel- oder Mehrfachversorgung in dem betreffenden Versorgungsgebiet fest, so habe sie die Nutzungsberechtigung für die Übertragungskapazität dem bisherigen Nutzer zu entziehen und die Übertragungskapazität auszuschreiben.

Der Verwaltungsgerichtshof stellte klar, dass nicht bereits geringfügige Verschlechterungen der Empfangsqualität eine Doppel- oder Mehrfachversorgung rechtfertigen. Entscheidend ist vielmehr, ob es ohne die zusätzliche Nutzung einer Übertragungskapazität zu einer nicht mehr zufrieden stellenden Empfangsqualität im Versorgungsgebiet kommt. Festgestellt wurde aber im Fall Linz nur eine "qualitativ minimale" Einbuße an Empfangsqualität, die überdies nur in einem verhältnismäßig kleinen Bereich zu erwarten sei.

Nun liegt es an der österreichischen Medienbehörde die vier Frequenzen für die Nutzung durch private Anbieter auszuschreiben.

von dxbruelhart - am 17.03.2006 07:07
Schon bekannt, wann die Ausschreibung beginnt?

Waere so etwas auch in Wien denkbar?

von 102.1 - am 17.03.2006 11:16
Nein, für Wien gab es schon mal eine Untersuchung, derzufolge der Sender Himmelhof einige Straßenzüge versorgt, die der Kahlenberg nicht gut genug erreicht. Da scheint nichts zu machen zu sein.

von Habakukk - am 17.03.2006 11:35
Hallo WDR !?!?! Das wär doch mal ne Kur für NRW.

von Terranus - am 17.03.2006 11:35
Dann fang mal an...Welcher WDR-Sender kann denn weg, ohne dass irgendwo Störungen auftreten?

von Kroes - am 17.03.2006 14:01
Nö, lieber nicht, das Thema war so schön Linz-bezogen. Mach lieber ein neues auf.

von andimik - am 17.03.2006 14:24
na ein neues Thema lohnt da nicht, ist sowieso ne Glaubensfrage ;) Einige denken halt, das WDR 2 (oder eben Ö3) überall mit Stummel rauschfrei gehen muss.
Ich halte zB die Kölner Funzeln für den WDR überflüssig, auch wenn es hier und da mal kratzen könnte.
Und die Österreichische Behörde hat das meiner Meinung nach treffend formuliert: die Frequenzen sind zu knapp als das man diese Ansprüche an die Versorgung stellen darf.
Gerade in Gebieten wo Frequenzen knapp und die Nachfrage sehr hoch ist, darf man nicht auf die Zigfach Versorgung pochen.

von Terranus - am 17.03.2006 14:57
Natürlich könnte man, wie im Fall Linz geschehen, einzelne Funzeln an andere Anbieter vergeben,
aber das Problem Verfunzelung ist auf diese Weise nicht zu lösen.
Damit sind wir wieder bei dem alten Problem:
Ohne eine vollständige Neuordnung bekommt man die Funzelsucht nicht in den Griff.




von Nohab - am 17.03.2006 15:25
Zitat
Andalus
Nein, für Wien gab es schon mal eine Untersuchung, derzufolge der Sender Himmelhof einige Straßenzüge versorgt, die der Kahlenberg nicht gut genug erreicht. Da scheint nichts zu machen zu sein.



Andalus,
Schoen und Gut, aber welche Strassenzuege sind dies? Wenn es nur "einige Strassenzuege" sind, koennte man dort eine Milliwatt Funzel im Gleichwellen-Verfahren hinstellen und die Sache ist gegessen.

von 102.1 - am 18.03.2006 08:03
Also in Wien sind es schon mehr als ein paar Straßenzüge, nämlich ganze Stadtteile, in denen der Kahlenberg zwar volles Signal macht, aber tlw. heftige Verzerrungen prouduziert.
Für Wien selbst eigentlich nicht der ideale Standort, dafür für Niederösterreich ideal.
Für Wien ist der Donauturm besser geeignet, der schafft es nämlich auch, in die Ausläufer des Wienerwaldes reinzustrahlen. Bei Arabella auf 92.9 hatte ich jedenfalls in Wien fast nirgendwo Probleme. Antenne Wien und 88.6 waren dagegen in manchen Stadtvierteln nur gestört aufzunehmen, vielleicht auch daher die schlechten Quoten?


von PeterSchwarz - am 18.03.2006 12:16
Die Überversorgung ließe sich auch bei deutschen Privatsenderstandorten anwenden. Ich denke da besonders an Braunschweig. Die 106,9 und die 103,1 sind für Antenne und ffn nicht nötig, da von Torfhaus bestens versorgt.

von digifreak - am 18.03.2006 14:23
Zitat
Wienerwald
Aus der UKW-Studie der Deutschen Telekom AG (2001), S. 43:
Zitat

Fazit für Wien:
Eine ausschließliche Versorgung eng begrenzter Gebiete durch die Sender

- 87.8 MHz (Ö1),
- 95.3 MHz (Ö2-Wien),
- 91.3 MHz (Ö2-Wien),
- 101.3 MHz (Ö3) und
- 91.0 MHz (FM 4),

die diese Frequenzen zur Erfüllung des Versorgungsauftrages notwendig machen, konnte mittels
der rechentechnisch erstellten Prognose nicht erkannt werden. Daher wurden an 9 - mit dem
Auftraggeber abgestimmten - Messpunkten im Stadtgebiet messtechnische Überprüfungen
durchgeführt. Diese ergaben in keinem Fall eine unzureichende Versorgung durch die
leistungsstarken (100 kW) Sender.
Dementsprechend ist unseres Erachtens die oben genannten Zweit- und Drittfrequenzen für
andere Programmanbieter nutzbar.
Anzumerken ist allerdings, dass es beim Herausnehmen der Frequenzen aus den Senderketten
im Stadtgebiet doch vereinzelt zu Qualitätsbeeinträchtigungen aufgrund von Reflexionen oder
Nullstellen im Antennendiagramm kommen kann. Diese Qualitätsbeeinträchtigungen stehen
jedoch nach unserer Bewertung in keinem Verhältnis zur Möglichkeit der Nutzung dieser
Stützfrequenzen für die Übertragung weiterer Programme.


QTH: Wien
Wir sind Mozart. Momentan ist richtig - momentan ist gut - nichts ist wirklich wichtig - solang man Scannen tut



@Wienerwald: Mir ist die Stellungnahme der Telekom bekannt. Ich denke, ueberall wo man in Wien den Kahlenberg nicht empfangen kann, zuenden die Sender von anderswo aus Oesterreich hinein, (Region Wechsel, oder Burgenland etc....)

von 102.1 - am 19.03.2006 07:45
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