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Welche Bedeutung hat eigentlich noch UKW-Kabel?

Startbeitrag von Preetz am 03.08.2014 15:25

Frage mich, ob heutzutage noch Radio über Kabelanschluss
gehört wird.
Was denkt ihr?
Gruß Micha

Die 50 interessantesten Antworten:

Denken ? Nur weil ihr es nicht nutzt, trifft das nicht auf die Allgemeinheit zu.-

Unser Nachbar hört weiterhin sein RTL-Radio darüber.Täglich, komme grade von dort. In der Kneipe am Ende der Straße dudelt HR1 im Wechsel mit RTL.
Meine Lbensgefährtin hat ebenfalls Radio über Kabel.
Die Nachbarn haben es ebenfalls eingestellt. Der Gasthof, in dem ich jeden Freitag
speise, läuft ebenfalls ein Kabelprogramm, wenn auch NDR2.

von sup2 - am 03.08.2014 15:34
Also mein UKW-Tuner von der Stereoanlage und mein Radiowecker hängen am Kabel, da gibt es gut 30 Programme in technisch einwandfreier Stereoqualität. Mit dem Zimmerdipol bekomme ich lediglich BigFM auf der 100,3 von Geislingen und Die Neue 107.7 auf der 106,1 von Göppingen in rauschfreiem Stereo herein. Alles andere rauscht und/oder verzerrt. Und das mitten im SWR-Land...

von tojo - am 03.08.2014 17:00
Zitat
B.Zwo
Gibt es noch MW-Programme die auf UKW für das Kabel umgesetzt werden. Bei uns war das immer die MW aus Hannover, allerdings hängen sowohl ich als auch mein Nachbar seit Jahren schon nicht mehr am Kabel.


Gibt es noch, im Netz Cloppenburg jedenfalls. Bzw. gibt es wieder - 2010 hat man bei NDR Info Spezial auf Sat-Abgriff umgestellt (mit RDS "NDR4_SPE" ), ehe man sich im Frühjahr 2012 dazu entschied doch wieder die Mittelwelle als Quelle zu nehmen (vermutlich 792 kHz aus Lingen).

von htw89 - am 03.08.2014 20:12
Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ich kenne Fälle, in denen überhaupt kein Radio mehr gehört wird in der Wohnung - damit erübrigt sich auch das Thema UKW-Kabel.

Auch vorhanden im Umfeld: durch den Wohnort bedingt (Berlin, nahe Alexanderplatz) brutale Empfängerübersteuerung an kurzem Stück Draht und die Scholzplatz-Programme (RBB Kulturradio!) nur verzischelt. Kabelanschluß vorhanden, aber angeschlossen wird der Sony-Tuner dennoch nicht. "Zuviel Aufwand" (Kabel 5 m durchs Wohnzimmer). Stattdessen weicht der 82-jährige Herr auf Internetradio (!!!) aus und dort werden gleich US-Klassikstationen mit ganzen Werken (auch deutsche Einspielungen, auch Opern auf deutsch!) genutzt. Damit mehr Nutzen als auf den ARD-Kulturwellen.

Ebenfalls im Freundeskreis: am Ort wäre terrestrisch nur MDR Info, DLF, D-Kultur und Figaro überhaupt noch zumutbar. Davon fällt MDR Info eigentlich schon raus und D-Kultur rauscht. TeleColumbus hat im Kabel z.B. noch Bayern 2, was schon deutlich attraktiver ist. Das Vorhandensein von Kabel-UKW war nicht bekannt ("Kabel" = Fernsehen und Internet). Also schnell Kabel gebastelt und angeschlossen. Freundin zufrieden. ;)

Und bei meinen Eltern zischelt das Kabel dermaßen, daß ein Wurfdipol besseren Empfang von DLF, D-Kultur und Figaro bringt. Also...

von Chris_BLN - am 03.08.2014 21:15
Außerdem haben heute nicht mehr so viele Leute Stereoanlagen wie früher, die man an die Kabeldose anschließen kann. Zwar können das inzwischen auch einige moderne Fernseher, aber da braucht man einen Adapter.

Das "beste" Angebot gibt/gab es immer noch in Göllheim. Da wird RPR1 nicht eingespeist, weil nicht ortsüblich empfangbar. Und das obwohl der Ort mitten im RPR1-Land liegt, der dort also sogar zuständiger Privatsender ist. Da gibt es nur Kopfschütteln.

von RheinMain701 - am 03.08.2014 21:19
Zitat
Chris_BLN
US-Klassikstationen mit ganzen Werken (auch deutsche Einspielungen, auch Opern auf deutsch!)

Die URLs würden mich mal interessieren.

Zum Thema ansich: Wenn ich mir so die Liste von KDG für Oberbayern anschaue - interessant ist da eigentlich nur das digitale Kabelpaket. Kabel analog = UKW bietet immerhin viel viel mehr als UKW-Antennenempfang. Insofern ein deutlicher Mehrwert. Allerdings bietet DAB hier doch nochmal mehr. So fehlt im Analogkabel BR PLUS, während es PULS nur Analog, nicht digital, gibt. Diverse DAB-Programme fehlen ganz.

Ich kenne im Bekanntenkreis durchaus Fälle, in denen Kabel-Radio genutzt wird. Teils sogar für auch per UKW einwandfrei in Stereo empfangbare Programme. Warum nicht nutzen, was man eh schon bezahlt...
Allerdings sieht man schon ganz klar, daß das Thema auch bei den Anbietern kaum Priorität hat. So bietet Kabel BW in Stuttgart noch nichtmal SWRinfo an, obwohl das sogar auf UKW geht.
Auch diverse private "Ortsübliche" wie MotorFM und Metropol fehlen. Ein Armutszeugnis. Dafür gibts Regentonne&RTL, Antenne 1 gleich 2 mal, ... :wall:

von DH0GHU - am 03.08.2014 21:44
Zitat
Preetz
Frage mich, ob heutzutage noch Radio über Kabelanschluss
gehört wird.
Was denkt ihr?
Gruß Micha


Laut FAB hören 7,4% der bayerischen Bevölkerung täglich Radio über Kabel, 5,2% ein- oder mehrmals pro Woche, 6,2% seltener, 7,2% nie und 74,1% haben kein Kabel oder kein Radio ans Kabel angeschlossen. Da ist zwar wahrscheinlich auch DVB-C enthalten, ich schätze aber mal, dass den Löwenanteil davon Kabel-UKW hat. Es wird also derzeit etwa doppelt so stark genutzt wie DAB+.

Bei dem (so gut wie) nur über Kabel empfangbarem RTL Radio haben in der FAB z.B. in der Region Kempten 19,9% angeben, es schon mal gehört zu haben. Die Tagesreichweite beträgt dort Mo-Fr 0,3% und Mo-So 1,1%.

Es scheint also durchaus einige Leute zu geben, die das nutzen.

von Zwölf - am 03.08.2014 23:11
UKW-Kabel gibt es erst einige Kilometer entfernt in einem größeren Wohngebiet (KDG, also eigentlich jetzt Vodafone). Für mich wäre das unattraktiv, da sich die Zahl der zumutbaren Stationen auf sehr wenige beschränkt, z. B. DLF, D-Kultur - s. Beitrag von Chris_BLN weiter oben.

Soweit ich das beurteilen kann, wird "Kabel" meist mit TV gleichgesetzt, und UKW-Radio wird seltener als früher genutzt.

von hetietz - am 04.08.2014 03:46
Moin,

woher wisst Ihr denn, ob ein Programm über Kabel reinkommt oder eben doch per Antenne? Das hört man doch nicht raus?
Ich hab zwar Kabel Deutschland für Internet und nen PC-Monitor mit Tuner, hab auch beim Suchlauf ein paar Radio Sender gefunden aber nutze es nicht.
Dind auch zu kompliziert, jedes Mal den Fernseh oder den PC anzumachen, wenn man Radio hören will.

Beste Grüße, Marek

von Bruder_M - am 04.08.2014 06:59
Vor vielen Jahren war das bescheidene Kabel-UKW-Angebot mit ein Grund auf Satellitenempfang zu wechseln. Bis heute hat sich bei Kabel-UKW nichts zu positiven geändert. Als Radio 21 auf Sendung ging wurde es eingespeist; das wars:
Die "Spezialversion" von NDR4 INFO wird von der Mittelwelle abgegriffen und eingespeist. Nachbarsender wie hr1, hr2 und hr3 werden nur in mono ausgestrahlt Nachbarsender wie Antenne Brocken und Rockland Sachsen-Anhalt werden gar nicht eingespeist. Auf so ein Angebot kann man gut und gerne verzichten. Wer als Klassikliebhaber tut sich z. B. hr2 in mono an???

von Longus - am 04.08.2014 07:01
Zitat
Bruder_M
Moin,

woher wisst Ihr denn, ob ein Programm über Kabel reinkommt oder eben doch per Antenne? Das hört man doch nicht raus?

Sieht man am Anschluß, sieht man an der eingestellten Frequenz (nicht terrestrisch für das jeweilige Programm genutzt), weiß man vom Betreiber, ...

Zitat

Ich hab zwar Kabel Deutschland für Internet und nen PC-Monitor mit Tuner, hab auch beim Suchlauf ein paar Radio Sender gefunden aber nutze es nicht.
Dind auch zu kompliziert, jedes Mal den Fernseh oder den PC anzumachen, wenn man Radio hören will.

Da wir von UKW-Kabel sprechen, nicht von DVB-C, ist das wohl kein Problem: Stereoanlagenantenneneingang ans Kabel und fertig. Einfacher gehts nicht.

von DH0GHU - am 04.08.2014 07:18
Moin,

das meinte ich nicht.

Zuhause hat man natürlich zumindest theoretisch die Möglichkeit auf UKW-Kabel zu schalten, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:
* die Dose ist überhaupt aufgeschaltet (hab schon diverse Dosen abgeschraubt, wo nur ein Koaxkabel angeschlossen war, weil der Vermieter sparen wollte)
* es wird überhaupt Radio eingespeist
* im Haushalt gibt es ein Radio mit externem Antennenanschluss
* die Dame des Hauses akzeptiert "noch ein Kabel das hier so im Weg rum liegt"
* die Bewohner wissen überhaupt, dass man über Kabel Deutschland überhaupt Radio hören kann.

Die meisten Leute klappen bei ihren Radios doch nicht mal die Antenne aus, oder ziehen den Teleskop voll aus, weil die Funzeln indoor eh schon unterm Rauschteppich liegen und die lokalen Dudler auch so ausreichend Pegel machen und alles andere platt drücken.

Aber ich meinte eigentlich, wenn du z.B. in der der Kneipe sitzt, dann kletterst du doch nicht über den Tresen, um zu gucken, ob da ein Antennekabel angeschlossen ist, und wohin das hinführt.
Da läuft doch meist eh nur einer der zwei, drei großen Dudler. Da kann man doch gar nicht raushören oder das jetzt über UKW-Ant oder Kabel kommt oder einfach nur ein Endlosband läuft.

73!

von Bruder_M - am 04.08.2014 07:44
Zitat
Cha
Zitat
tojo
... und mein Radiowecker hängen am Kabel


Dein Radiowecker? Was hast du das für ein Modell?


Ein einfaches Teil vom ALDI. Da mit dessen 50cm-Strippen-Antenne kein störungsfreier Empfang, außer den beiden genannten Programmen (die ich mir aber am Morgen nicht antun möchte), möglich ist, habe ich vor ein paar Jahren ebendiese Strippe direkt an der Platine angeknipst und statt dessen ein Koaxkabel angelötet, dessen anderes Ende über einen Dämpfungsstecker in die Kabeldose geht (der Radiowecker hat eh nur Mono-Empfang). Das produziert keine Störausstrahlung von Kabelfrequenzen, das habe ich getestet. Und falls die Frage kommt: DAB+ ist keine Alternative, das geht hier indoor gleich gar nicht!

von tojo - am 04.08.2014 08:01
88,80 MHz - SWR1 Baden-Württemberg
89,45 MHz - SWR2 (Baden-Württemberg)
89,85 MHz - SWR3 (Württemberg)
90,35 MHz - MDR Figaro
90,65 MHz - MDR Thüringen (Südthüringen)
91,35 MHz - MDR JUMP

99,35 MHz - Radio Charivari Regensburg (Neumarkt)

102,20 MHz - Radio 8

106,00 MHz - RTL Radio

Diese Programme aus dem Nürnberger Analog-Kabel könnte ich nur per UKW (ChariNM), mit UKW/DAB Dachantenne (mdr/swr und Radio 8) oder im Fall von RTL terrestrisch gar nicht empfangen. Die anderen Programme habe ich alle per DAB+. Im Wohnzimmer speisst der Sat-Receiver bzw. der eingebaute Kabelreceiver das Radio. Darüber kann ich alle öffentlich-rechtlichen Radioprogramme empfangen. Es bleiben also wirklich nur Radio 8 (das bald per DAB+ in Nürnberg dazukommt) und RTL Radio da sich ohne Kabel nicht hören könnte.
Höre seit Jahren kein analoges Kabelradio mehr.

von Scrat - am 04.08.2014 08:23
Für mich bedeutet es das normale Radiohören im Wohnzimmer.
Koax-Kabel zur Antennenbuchse, Line In-Anschluss mit Kabelreceiver verbunden.
Es kommen die Hörfunkprogramme der Astra-Transponder 77, 87, 93, 103,
von denen einige auf UKW umgesetzt werden:
[attachment 3605 UKW-Programme.jpg]
Die Auswahl des örtlichen KNB finde ich etwas eigenartig, die örtlichen Dudler wurden auf Wunsch einer einzelnen Dame in der Nachbarschaft hinzugefügt.
Somit steht mir fast alles, was ich brauchen könnte, zur Verfügung.
Alle anderen Empfänger im Hause sind über ihre eigene Teleskopantenne "on air" mit den ortsüblichen Programmen, von denen bei der Festverkabelung die sächsischen und thüringer Privaten fehlen.
Ergänzung:
AFN und BFBS höre manchmal hier:
http://www.afneurope.net/Radio/AFN360InternetRadio/tabid/2174/Default.aspx
und hier:
http://icy-e-01.sharp-stream.com/ssvcbfbs5.mp3 mit dem Notebook.

von mittendrin - am 04.08.2014 09:49
Zitat
Bruder_M
Dind auch zu kompliziert, jedes Mal den Fernseh oder den PC anzumachen, wenn man Radio hören will.


Wir reden hier über UKW-Kabel. Und dazu benötigt man keinen Fernseher oder PC, sondern einen stinknormalen UKW-Empfänger (Tuner, Receiver) mit Antenneneingang. Der wird halt an die Kabeldose angeschlossen.


Zitat
Bruder_M
Zuhause hat man natürlich zumindest theoretisch die Möglichkeit auf UKW-Kabel zu schalten, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:
* die Dose ist überhaupt aufgeschaltet (hab schon diverse Dosen abgeschraubt, wo nur ein Koaxkabel angeschlossen war, weil der Vermieter sparen wollte)


Nein. UKW kommt über das gleiche Kabel wie die TV-Bereiche. Die Antennendose trennt die Bereiche auf (oder tuts nicht und stellt an beiden Auslässen das identische Signal - UKW und TV - zur Verfügung. Es gibt zig unterschiedliche Dosenkonzepte, was die Auftrennung der Bereiche angeht. Aber bei keiner braucht man 2 ankommende Kabel. Ausnahme: Doppel-Sat-Dosen, bei denen ein Sat-Anschluß direkt an einem der Kabel hängt und das andere Kabel auf Sat und UKW/TV aufgespaltet wird.

Dosen mit 2 Kabeln, die keine Twin-Satdosen sind, sind Durchgangsdosen, von denen das signal zur nächsten Dose weitergeleitet wird. Das klappt bei korrekter Abstufung der Auskoppeldämpfungen durchaus mit vier, fünf, sechs Dosen. Ohne daß am Ende zuwenig Signal rauskommt. Oft ist eine der mittleren Dosen die "schwächste".

Zitat
Bruder_M
* es wird überhaupt Radio eingespeist


In Kabelnetzen weitgehend üblich: von 50 UKW-Programmen (was technisch eigentlich nicht mehr sauber funktionieren kann, wenn man alle Belegungsrichtlinien einhalten will zur Verhinderung von Fremd- oder Eigenstörungen) bis hin zu "ortsüblich mit Ringdipol auf der Kopfstelle". Bei Dosen, an denen Satanlagen hängen, ists es weniger üblich. Bei Kleinst-Kopfstellen (Wohnblock) vielleicht auch nicht.

Zitat
Bruder_M
* die Bewohner wissen überhaupt, dass man über Kabel Deutschland überhaupt Radio hören kann.


Das ist tatsächlich ein Problem.

von Chris_BLN - am 04.08.2014 11:14
Zitat
DH0GHU
Die URLs würden mich mal interessieren.


Fürs erste mailte er mir nun

Classical Minnesota Public Radio
http://cms.stream.publicradio.org/cms.mp3

WFCC Cape Cod Massachusetts
mms://bdcast-sandabcommunications-wfcc-fm.wm.llnwd.net/bdcast_sandabcommunications_wfcc-fm
(bekomme ich nicht zu laufen)

Classical WETA 90.9 FM Washington DC
http://www.weta.org/files/streamingprerolls/preroll_8002.asx

von Chris_BLN - am 04.08.2014 20:19
Bisher noch gar nicht aufgegriffen, aber durchaus existent sind die Laufzeitunterschiede von Kabel-UKW und terrestrischem UKW, seit auch Kabel-UKW digital aufbereitet und mit miesem, dumpfem Ton ausgekabelt wird.

Ja, das bekamen sie bei KabelBW ganz toll hin. Seit der Abschaltung der alten Telekom-Infrastruktur und Umstellung auf Glasfaser hat sich das analoge Fernsehbild drastisch verschlechtert (Mieser Kontrast, überzogene Weichzeichner, Griesel) und das Kabel-UKW welches zuvor glasklar war ist nun dumpf und kratzt zeitweise.

Zurück zum Thema: So gibt es seit der Glasfaserumstellung von KabelBW durchaus Haushalte, welche die Stereo-Anlage im Wohnzimmer am Kabel haben. In der Küche brüllt der Brüllwürfel - in Ermangelung einer Kabeldose - terrestrisch.

Hört sich echt bescheiden an. In der Küche kommt das Signal ca. 1-2 Sekunden eher, dann im Wohnzimmer. Wer es mal ausprobieren will: SWR4 S terrestrisch auf 90,1 und im Kabel auf der entsprechenden Frequenz.

Fazit: Kabel-UKW ist für mich seit der Digitalisierung für meine Ohren wegen der großen klanglichen Makel nicht mehr zu gebrauchen.

Am jetzigen QTH hängt der UKW-Tuner - wie es sich gehört - an der Dachantenne, die hervorragende Empfangsergebnisse liefert.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 05.08.2014 08:03
Zitat

Zitat
Bruder_M
* die Bewohner wissen überhaupt, dass man über Kabel Deutschland überhaupt Radio hören kann.


Das ist tatsächlich ein Problem.


Glaube ich jetzt nicht wirklich. Dass auch Radio per Kabel kommt, wissen wohl die meisten. Nur wenn die Koax-taugliche Anlage weit weg von der Dose steht, wird meistens kein "Kabelsalat" gelegt.
Ich denke mal eher, dass viele Anlagen haben, die keinen 75 Ohm-Anschluss bieten, sondern nur eine Wurfantenne, die vielen auch ausreicht. Die klassische 1980/1990er Wohnzimmeranlage, die traditionell neben dem Fernseher platziert - und dann selbstverständlich an die Antennendose angesteckt wird, ist auch heutzutage nicht mehr in jedem Wohnzimmer zu finden.

Ich nutze aus Bequemlichkeit im Wohnzimmer das analoge Kabel. Ok, ich habe an die Anlage zusätzlich noch ein Dual DAB 4 für DAB+ und einen DVB-C-Receiver für den ARD-Transponder angeschlossen. Nutzen tue ich das eher selten.
Vorteil Kabel-UKW: SWR 1-3 und ORF 1-4 werden in stereo ausgekabelt. Sonst das übliche wie bei terrestrischem UKW. Zusätzlich noch RTL.

von Schwabinger - am 05.08.2014 16:11
Hier hat Kabel-UKW eher selten überhaupt einen Vorteil gegenüber UKW/DAB+: Wie gesagt RTL, das wars dann aber auch fast schon. Bei meinen Eltern vielleicht noch oldenburg eins und NPO Radio 1, 2 und 4 (je nachdem welches Equipment man als Maßstab setzt, gehen wir von einem 08/15-Gerät mit Teleskopantenne aus), hier in Osnabrück hr1, hr3, JUMP und Radio Bremen (auch hier: je nach Equipment...).

Eher ist das Angebot schlechter als über UKW. An QTH2 wird bis heute kein 1LIVE eingespeist, hat man 1991 (als WDR 1) rausgenommen als WDR 5 dessen Frequenzen übernahm. Brocken-Frequenzen könnte man auch sicher heute noch anbieten (MDR Sachsen-Anhalt, JUMP, 89.0 RTL auf jeden Fall, SAW könnte knapp werden). os radio, NRW-Lokalfunker, Sky Radio wäre ebenfalls klar machbar. An QTH1 ist sicher auch noch Luft nach oben ;) Seis drum, hab eh kein Kabel mehr :D

In Osnabrück sind UKW (Zimmerantenne), DVB-S/S2 und per Klinke DAB+ angeschlossen.

von htw89 - am 05.08.2014 18:10
Zitat
DH0GHU

Ich kenne im Bekanntenkreis durchaus Fälle, in denen Kabel-Radio genutzt wird. Teils sogar für auch per UKW einwandfrei in Stereo empfangbare Programme. Warum nicht nutzen, was man eh schon bezahlt...
Allerdings sieht man schon ganz klar, daß das Thema auch bei den Anbietern kaum Priorität hat. So bietet Kabel BW in Stuttgart noch nichtmal SWRinfo an, obwohl das sogar auf UKW geht.
Auch diverse private "Ortsübliche" wie MotorFM und Metropol fehlen. Ein Armutszeugnis. Dafür gibts Regentonne&RTL, Antenne 1 gleich 2 mal, ... :wall:


In Stuttgart in div. Mehrfamilienhaeusern mit Kabel BW Anschluss ist das sozugagen "Mitgegangen Mitgefangen" und das ist auch UKW Radio dabei. Angeischts der relativ wechselhaften Empfangsmoeglichkeiten in div. Stadtteilen ist das ganz hilfreich den BR sowie den HR in Stereo zu bekommen, gleichsam wie Klassikradio oder RTL Radio. Latrine 1 und Regentonne ist da auch vertreten, wird aber ueber Kabel kaum gehoert.

In div. Kneipen in Stuttgart habe ich schon Bayern 3 oder RTL Radio ueber's Kabel bemerkt, dies ist aber gute 10 Jahre her.

von 102.1 - am 06.08.2014 20:04
Letztlich kommt es auch auf den Kabelanbieter an - wenn das Angebot ansprechend ist, dürfte es auch genutzt werden. Da kann ich hier in Hamburg/Norderstedt wieder WilhelmTel anführen - eine Gesellschaft, die ein sehr umfangsreiches analoges Radio-Angebot in ihr eigenes Kabelnetz schickt und diverse Programme auch vom Radio-Transponder umsetzt. Die lokalen UKW-Programme haben gegenüber terrestrischem Empfang allerdings auch etwa zwei Sekunden Verzögerung.

von RadioNORD - am 08.08.2014 05:02
Bei mir hängt noch der alte Tuner aus den 80'ern am Kabel, nutze ich bloß kaum noch! Das Angebot ist auch ziemlich dürftig, es wurde wegen des Streites mit den Öffis in meinem KDG Netz kürzlich alle Programme von Radio Bremen gekappt. Andere Sender kommen gar nicht erst ins Kabel rein, so wie etwa Ostseewelle oder MDR Jump die hier in HH auch schon mit Mittelklasse Radios empfangen werden können. Bis vor kurzem war sogar NJoy zwei mal drin, da KDG nict bemerkt hat, das BFBS aus Visselhövede nicht mehr sendet. Meist höre ich Radio übers Netz, selten digital über KDG Kabel, da ja nur die Öffis drin sind, die paar anderen Programme wie Paloma oder RTL bringen da auch nicht viel.

von kampfkater - am 08.08.2014 05:50
Bei mir ist es ähnlich wie beim kampfkater: AV-Tuner ist zwar am Kabel angeschlossen, genutzt wird aber meist Webradio oder DVB-S (auch in der Reihenfolge). Das Angebot ist (wie htw89 beschrieben hat) schlechter als auf UKW. hr1 wird mit gefühlt -30dB eingespeist, MDR S-AN fehlt (während Jump eingespeist wird), Radio RST aus dem Nachbarkreis fehlt und die Niederländer ebenfalls. hr und MDR werden konsequent in Mono eingespeist (man könnte den Hörfunktransponder nehmen oder eine entsprechende Antennenkonstruktion einsetzen).

Zur Bedeutung: in einigen Geschäften und Gaststätten hängen die Radiogeräte am Kabel und einige Bekannte hören ssl via Kabel. Viele wissen aber gar nicht, dass man auch Radiosender via Kabel empfangen kann.

von Staumelder - am 08.08.2014 06:30
Zitat
Preetz
Frage mich, ob heutzutage noch Radio über Kabelanschluss
gehört wird.
Was denkt ihr?
Gruß Micha


Die Frage kann wohl nur jeder für sich beantworten. Ich nutze UKW über Kabel ab und an noch. Tatsache ist aber auch, dass diese Art der Nutzung bei mir stark abgenommen hat, seit ich Sunshine Live und die DRadios auch über DAB+ empfangen kann.

von FrankSch - am 09.08.2014 08:28
Hallo,

irgendwie hat es mich nicht in Ruhe gelassen, was denn am UKW-Kabel so toll sein soll und draufhin habe ich einfach mal einen experimentellen "Bandscan" gestartet mit -- zumindest für mich -- überraschenden Ergebnissen.

Die Bandscans habe ich bei Youtube hochgeladen:

#1: automatischer Suchlauf: die meisten der angebotenen Programme werden gar nicht gefunden, statt dessen viele der lokalen terrestrischen Sender: http://youtu.be/PaWDGTHht6w

#2: erst beim manuellen Durchsteppen der Frequenz lassen sich alle Kabel-Angebote finden, aber auch wieder viele terrestrische Frequenzen, auch Funzeln und sogar der Nachbarsender. Ferner gibt es misteriöse Mischprodukte auf Frequenzen, die weder im Kabel noch terrestrisch belegt sind: http://youtu.be/tKA_SoWFDvY

Überrascht hat mich das 50-kHz-Raster im Kabel. Hat das einen besonderen Grund?

Zum Vergleich hier einige terrestrische Bandscans vom gleichen Standort mit unerschiedlichen Empfängern:
* Bandscan UKW, Bremen, Degen DE1126, 2013-07-18, Bremen, indoor: http://youtu.be/LSEF7FWBw7Y
* Bandscan UKW, Sangean WR2, 2013-07-18 Bremen, indoor: http://youtu.be/RBXfxqf-kG0
* Bandscan UKW, Dual DAB4, 2013-08-05, Bremen, indoor: http://youtu.be/-QR8A5NRLC8

Mein persönliches Fazit: Wer sich naiv auf den automatischen Sendersuchlauf verlässt, läuft Gefahr, unterversorgt zu werden. Nicht nur, dass dann viele terrestrische Frequenzen ausgeblendet werden, auch werden ihre Kabel-Äquivalente nicht gefunden.

Darum: Augen auf beim Kabel-Suchlauf ;-)

Viel Spaß mit den Videos!

Beste Grüße, Marek

von Bruder_M - am 17.08.2014 16:54
Sehe ich genauso. Wenn terrestrische Programme noch anhörbar durchkommen, ist das nicht ein Bug, weil sie keine volle Signalstärke haben, sondern ein Bug, weil überhaupt noch was davon durchkommt, also weil die Schirmung nicht reicht. Also: anständiges Kabel zwischen Dose und Tuner! Anständig heißt: wenn das Kabel nur im Tuner steckt und nicht in der Dose, darf damit gar nix mehr zu empfangen sein, höchstens manuell aufgesuchte stark rauschende Reste in mono. Und wenn am Kabelanschluß terrestrische Programme durchkommen, stimmt in Netzebene 4 (Hausverkabelung) meist was nicht.

Das 50er Raster kommt daher, daß eine saubere Kabelbelegung gewissen kriterien genügen muß, um Störfreiheit zu erreichen:

Terrestrisch stark empfangbare Frequenzen müssen im Kabel frei bleiben, je stärker die terr. Feldstärke, umso mehr Sicherheitsabstand (bis zu +/- 300 kHz).

Bestimmte Bereiche sollten unbelegt bleiben, weil dort Störprodukte aus der TV-Kanal-Belegung auftreten können.

UKW-Frequenzen sollten innerhalb 3 MHz nie gleichen Abstand haben.

UKW-Frequenzen sollten nie mit Abstand 10.7 oder 5.35 MHz belegt werden.

Wenn man das alles berücksichtigt, kanns passieren, daß man deutlich weniger als 30 Programme ins Kabel bekommt, obwohl nach naiver Herangehensweise ja (108-87.5)/0.3=68 Programme möglich wären. Damit wenigstens einigermaßen belegbare Frequenzen rauskommen, nimmt man im Kabel (ungern) auch mal das 0.05er Raster.

von Chris_BLN - am 17.08.2014 17:09
Nabend,

danke fürs Feedback.
Ich hab das mal eben getestet und das Antennenkabel abgezogen.
Folgende Ergebnisse konnte ich beobachten:

#1: Koaxkabel 5 m abgezogen von Wanddose, aufgesteckt auf Radio, autmatischer Suchlauf:
* 88,3 Nordwest-Radio (100 kW Bremen-Walle)
* 93,8 Bremen 1 (100 kW Bremen-Walle)
* 95,0 NDR info (1 kW Bremen-Walle)
* 96,7 FH Europa (50 kW Bremen-Walle)
* 97,2 Flux-FM (0,5 kW Bremen-Walle)
* 100,3 D-Radio Kultur (1 kW Bremen-Walle)
* 101,2 Bremen 4 (100 kW Bremen-Walle)
* 102,3 FFN (100 kW Steinkimmen)
* 105,7 Antenne (100 kW Steinkimmen)
* 107,1 DLF (100 kW Bremen-Walle)

#2: "nackter" Antennenanschluss des Radios, autmatischer Suchlauf:
* 93,8 Bremen 1 (100 kW Bremen-Walle)
* 96,7 FH Europa (50 kW Bremen-Walle)
* 107,1 107,1 DLF (100 kW Bremen-Walle)

Scheint also, dass das Gehäuse des Empfängers nicht ganz "dicht" ist. Oder darf gar nicht die Antennenbuchse offen sein und muss mit 50 Ohm abgeschlossen werden?

Beste Grüße, Marek

von Bruder_M - am 17.08.2014 17:35
Auf jeden Fall solltest Du mal ein neues Kabel ausprobieren. Ggf. noch einen anderen Empfänger zum Kreuzvergleich nutzen... Dass bei Schirmungsproblemen der eigene Kabelanschluß nicht richtig funktioniert, ist dabei das allerkleinste Problem, denn im Kabel sind auch Frequenzen belegt, die eigentlich garnicht für Rundfunk genutzt werden dürfen (per Funk...).
Wo HF rein kommt, kommt auch HF raus - Dein Kabelanschluß wird somit zum Störsender für andere Funkdienste. Wenn dann erstmal ein wichtiger Funkdienst wie Polizei, Flugfunk etc. betroffen ist, kann das richtig ärgerlich werden.

Ein Test könnte sein, die Kabelfrequenzen mit einem 2. Radio auszuprobieren. In einigen M Abstand zum Kabel sollte nichts verwertbares mehr empfangen werden können!

von DH0GHU - am 17.08.2014 18:37
Bei geringer Entfernung zwischen Sender und Empfaenger lediglich mit einem nirgends angeschlossenen Koaxialkabel die staerksten Ortssender empfangbar sind, das ist durchaus noch annehmbar. Insbesondere dann, wenn der Empfaenger auch ohne angesteckem Antennenkabel noch die allerstaerksten Sender am Ort empfangen kann. Die 5 m Koaxkabel werden dann wegen nicht ausreichend wirksamer Abschirmung noch hinreichend als Antenne fuer den terrestrischen Empfang funktionieren. Das ist aber kontraproduktiv, wie bereits in den Vorbeitraegen beschrieben wurde. Ich schlage daher auch vor, dieses Kabel gegen ein hoeherwertiges auszutauschen. Im Idealfall sollte damit, wenn es sonst nirgends angeschlossen ist, nicht mehr empfangen werden als mit "nackter Antennenbuchse" am Geraet.

Frage am Rand: Wie weit sind der Wohnort und die Sendeanlage Bremen-Walle voneinander entfernt?

von PowerAM - am 18.08.2014 04:19
Bei mir zuhause in meiner jetzigen Wohnung schauts folgendermaßen aus :

TV : Astra 19,2 über meine am Balkon versteckte Selfsat und ORF 1+2 und ATV über eine ebenfalls am Balkon versteckte Kathrein BZD 40 am 40 Zoll Grundig mit Tripletuner.

Internet und Telefon über Kabeldeutschland

Ukw höre ich über meine beiden Stereoanlagen im Wohn und Esszimmer über Kabel weil eine ordentliche UKW Antenne ( 3 Elemente oder grösser ) meinen Balkon versperren würde und von aussen garantiert sichtbar wäre was der Hausverwaltung nicht so gefallen würde. Die Selfsat und die Kathrein BZD40 hingegen konnte ich so gut verstecken dass man von aussen nix sieht :).

Über Kabel UKW habe ich immerhin Puls, ,Deutschlandfunk,Radio Galaxy, Rockantenne und FM4 absolut sauber in Stereo drin. Alle übrigen Sender auch aber die interessieren mich nicht.
Empfänger am Kabelanschluss : Kenwood KT 8300 ( Wohnzimmer ) und Onkyo T 4450 ( Esszimmer ). Beide Tuner ( auch der alte Kenwood aus den 70gern ) kommen mit dem hohen Pegel ( ca 70dbµV ) an der Dose ohne Probleme zurecht :).

TV über Kabel könnte ich auch schauen ( über den DVB-C Tuner meines Grungig ) . Interessiert mich aber auch nicht weil ich von Astra ( inkl. Sky ) alles erdenkliche drinhabe :).

von DaPickniker - am 26.08.2014 21:03
Zitat
digifreak
Bei meinem Zahnarzt (in 37154) läuft Bayern 3 (Kabelanschluss) in Niedersachsen!


Bayern 3 scheint der typische Zahnarztpraxis-Sender zu sein :D


Zitat
Chris_BLN
Terrestrisch stark empfangbare Frequenzen müssen im Kabel frei bleiben, je stärker die terr. Feldstärke, umso mehr Sicherheitsabstand (bis zu +/- 300 kHz).


Also in Zittau wird auf 106,4 MDR Info terrestrisch ausgestrahlt, und im Kabel (KDG) wird hier auf 106,40 Klassik Radio ausgestrahlt. Da kann ich keinen "Sicherheitsabstand" erkennen.

von Cha - am 26.08.2014 21:13
Zitat
Preetz
Frage mich, ob heutzutage noch Radio über Kabelanschluss
gehört wird.
Was denkt ihr?
Gruß Micha


Eine gewisse Antwort gibt dazu u.a. der "nebenan" diskutierte Digitalisierungsbericht 2014.
Demnach nutzen 15% der Bevölkerung das TV-Kabelnetz für den Radioempfang. Bei immerhin 2,6% der Bevölkerung ist es der Hauptempfangsweg

von DH0GHU - am 09.09.2014 21:32
Geplant ist da sicher noch garnichts.
Das Eine hat mit dem Anderen auch nichts zu tun. Analog-TV gibts auch heute noch im Kabel. Eingespeist werden Programme, nicht Technologien. Es ist auch überhaupt nicht sinnvoll, ein für Mobilempfang optimiertes Signal in ein Kabelnetz einzuspeisen. Man speist ja auch kein DVB-T oder DVB-S ein, sondern DVB-C.

Selbst wenn man DAB einspeisen würde: Man müßte das im Band III (zulasten irgendwelcher Kabel-TV-Programme) tun. Band II wäre einfach leer - entweder man legt da "irgendwas" hin (z.B. Internet), oder man läßt FM einfach aktiv.

von DH0GHU - am 11.09.2014 14:57
Zitat
DH0GHU

Selbst wenn man DAB einspeisen würde: Man müßte das im Band III (zulasten irgendwelcher Kabel-TV-Programme) tun. Band II wäre einfach leer - entweder man legt da "irgendwas" hin (z.B. Internet), oder man läßt FM einfach aktiv.


Dieses wird seit Jahren in Dänemark praktiziert, wie z.B. in Kolding:
http://asik.dk/Docs/Programoversigt_ASIK.pdf

Viele Grüße

Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 12.09.2014 15:18
Vielen Dank, sehr interessant! Sind das 2 terrestrische DAB-Pakete? Das sind allerdings nicht die Kanalmittenfrequenzen, die da angegeben sind. Von keinem offiziellen DAB-Kanal.

In Thüringen hat man auch in den 90ern mit DAB im Kabelnetz experimentiert, und zwar als großangelegte Studio mit eigener Geräteentwicklung. Der Bericht ist durchaus lesenswert:
http://www.tlm.de/tlm/aktuelles_service/publikationen/tlm_schriftenreihe/tlm3.pdf

Interessant ist, was auf Seite 30 da von Blankom zu sehen war: die hatten extra Technik entwickelt, um 4 DAB-Pakete von beliebigen Band-3-Kanälen (optional auch L-Band mit Downconversion) aufzusammeln und 1:1 in 4 DAB-Nachbarkanalviertel umzusetzen. Genau das hätte ich heute gerne für unsere BK-Anlage: Bundesmux, MDR Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern elegant auf einen Kabelkanal bringen. Gibt es nirgendwo. Schade eigentlich.

Die Steigerung davon wären Umsetzer DVB-S -> DAB: meinetwegen mit 6 oder 8 DVB-S-Tunern und Auswahl entsprechend vieler Radioprogramme, Umsetzung 1:1 (MP2 bis 256 kbps, z.B. DLF, D-Kultur, D-Wissen) bzw. Recodierung auf sinnvolle Datenraten in MP2 (192, 256) oder AAC (96 HE, >120 LC)). Mit einem dem Kabelempfang angepassten Fehlerschutz würde da einiges gehen, um die 30 MP2-Programme in 192 kbps auf einen BK-Kanal. Wäre nur brutal ressourcenfressend und vermutlich kaum unter 2-3 kEUR zu bekommen. In Serie.

Natürlich ist das sinnlos und technisch gesehen Verschwendung, denn es gibt DVB-C, das viel effizienter mit den Kapazitäten umgeht. Aber es gibt auch immer mehr Heimempfänger mit DAB, manche auch mit einem einzigen Antenneneingang für UKW und DAB. Das wäre die optimale Nutzung, die DAB-Geräte sind ja für TV-freie (Menü) Bedienung konzipiert.

von Chris_BLN - am 12.09.2014 16:21
Zitat
Bruder_M
Moin,

ist eigentlich geplant, nach der UKW-Abschaltung (analog), dann die DAB-Signale auch ins Kabelnetz einzuspeisen?

Beste Grüße, Marek


Das Thema hatten wir kürzlich diskutiert und zwar in diesem Thread.;)

Zitat
DH0GHU
Es ist auch überhaupt nicht sinnvoll, ein für Mobilempfang optimiertes Signal in ein Kabelnetz einzuspeisen. Man speist ja auch kein DVB-T oder DVB-S ein, sondern DVB-C.


Jein. Man könnte doch den Protection Level bei DAB im Kabel ganz runter schrauben und eigene Muxe erstellen. DVB-S wird übrigens bei manchen Netzbetreibern eingespeist, sogar vereinzelt DVB-T.

Zitat

Selbst wenn man DAB einspeisen würde: Man müßte das im Band III (zulasten irgendwelcher Kabel-TV-Programme) tun.


Es wird auch im Kabel die Zeit kommen, wo das Analog-TV verschwindet. DAB wäre doch eine hübsche Nachnutzung für das Band III. Am besten wäre es doch, wenn beide Standards für Radio angeboten werden, nämlich DAB für die ortsüblichen Programme und aus Gründen der Kompatibilität mit den Endgeräten, DVB-C für die Sat- bzw. KCC-Programme und aus Gründen der besseren Qualität, sofern bei DAB keine eigenen Muxe erstellt werden.

Zitat

Band II wäre einfach leer - entweder man legt da "irgendwas" hin (z.B. Internet)


Richtig, Band II wird für den Upload gebraucht. Bin sowieso gespannt, ob die Kabler es wagen, das Kabel-FM wesentlich früher als das terrestrische FM abzuschalten (zumal bei der Terrestrik immer noch nichts klar ist). Da haben die LMAs sicher ein Wörtchen mitzureden, Stichwort "must carry".

Zitat
Chris_BLN
Die Steigerung davon wären Umsetzer DVB-S -> DAB: meinetwegen mit 6 oder 8 DVB-S-Tunern und Auswahl entsprechend vieler Radioprogramme, Umsetzung 1:1 (MP2 bis 256 kbps, z.B. DLF, D-Kultur, D-Wissen) bzw. Recodierung auf sinnvolle Datenraten in MP2 (192, 256) oder AAC (96 HE, >120 LC)).


... oder gleich unkomprimierte Zuführung via Glasfaser und die Kabelbetreiber codieren in ihren jeweiligen POCs. Dafür haben sie die Dinger schließlich gebaut und nicht, um schon vorcodierte Signale künstlich runterzurechnen (ich beziehe mich hier freilich nur auf einen bestimmten Betreiber:o).

von GLS - am 12.09.2014 22:38
Wenn man Band II für den Upstream nutzt, dann kann man erst mal alle Kabelmodems tauschen, da diese keinen Modulator für Band II drin haben...

Ich will aber nicht ausschließen das man das sogar machen würde, in der Vergangenheit wurden auch schon in den wenigen Jahren, in seit es DOCSIS in D gibt, zig mal neue Modems auf den Markt gebracht die irgendwas konnten, was die Vorgänger nicht konnten ;-).

von WiehengeBIERge - am 13.09.2014 08:08
Bei den Modems besteht das Problem nicht unbedingt, denn das Band I bleibt ja für den Rückkanal erhalten. Die alten Modems modulieren also wie gehabt im Band I, die neuen können es dann auch im Band II.

Das Problem sehe ich eher bei den Verstärkern: Man ist zwar auf Betreiberseite schon fleißig dabei, Verstärker bis 1006 MHz zu verbauen (wirst du für UM sicher bestätigen können), aber ob die so einfach für einen Rückkanal über 85 MHz "umgeschaltet" werden können, darf man bezweifeln. Also müssen die Netze wieder großflächig umgerüstet werden, wenn dieser Schritt irgendwann einmal anstehen sollte.

von GLS - am 13.09.2014 19:59
Zitat

Das Problem sehe ich eher bei den Verstärkern: Man ist zwar auf Betreiberseite schon fleißig dabei, Verstärker bis 1006 MHz zu verbauen (wirst du für UM sicher bestätigen können), aber ob die so einfach für einen Rückkanal über 85 MHz "umgeschaltet" werden können, darf man bezweifeln. Also müssen die Netze wieder großflächig umgerüstet werden, wenn dieser Schritt irgendwann einmal anstehen sollte.

Bei den ganzen 08-15 Verstärkern geht das nur mit Komplettausch.
Bei den besseren von Katrhein und Scientific Atlanta, wo man die Diplexer einzeln stecken kann braucht man nur neue Diplexer und Module.
Diese Verstärker trifft man in nomal großen Objekten eher selten an ;-).

PS: Bin übrigens aktuell für KDG tätig.

von WiehengeBIERge - am 14.09.2014 15:34
Zitat
Pankower
(Leicht OT) Seit dieser Woche haben endlich alle Sender bei Kabel Deutschland in Berlin eine Senderkennung. Vorher fehlten diese bei RTL, Radio Ohr, OKB, Sunshine Live, RFI und WDR 2. Dafür ist der Radiotext bei allen RBB-Sendern verschwunden...:wall:


Das ist mir hier vor einigen Wochen schon aufgefallen, dass bei Sunshine Live nun "SUNSHINE" im Display steht, und das RDS-Lämpchen an ist. Clock Time versenden sie aber scheinbar nicht mehr, was aber auch nach meinen Erfahrungen mit Kabel Deutschland diesbezüglich (Abweichungen von über 40 Minuten bei DRadio-Programmen über einen Zeitraum von weit über einem Jahr, trotz mehrfacher Hinweise per Mail) nicht das schlechteste ist.

von FrankSch - am 29.09.2014 06:06
Zitat
DH0GHU
Auf jeden Fall solltest Du mal ein neues Kabel ausprobieren. Ggf. noch einen anderen Empfänger zum Kreuzvergleich nutzen... Dass bei Schirmungsproblemen der eigene Kabelanschluß nicht richtig funktioniert, ist dabei das allerkleinste Problem, denn im Kabel sind auch Frequenzen belegt, die eigentlich garnicht für Rundfunk genutzt werden dürfen (per Funk...).
Wo HF rein kommt, kommt auch HF raus - Dein Kabelanschluß wird somit zum Störsender für andere Funkdienste. Wenn dann erstmal ein wichtiger Funkdienst wie Polizei, Flugfunk etc. betroffen ist, kann das richtig ärgerlich werden.

Bei uns wurden vor kurzem die alten Leitungen im Haus ausgetuscht. In der Wohnung habe ich mit die teuersten dick geschirmten Kabel. Ich bekomme trotzdem noch mit am Kabel angesteckten Kabeln auf der Anlage die terrestrische 89,0 und 93,3 mit RDS rein. Die anderen Störer (z. B. UKW 92,4 vs. Bayern 3 auf Kabel 92,4, UKW 94,5 vs. TopFM 94,6, 101,3 vs. DLF 101,4 oder 107,2 vs. SSL 107,3) sind aber restlos durch den Kabelaustausch entfallen. :spos: Früher hatte ich die immer um 0,05 MHz manuell nach hinten verschoben.

@Bruder_M
Wenn's an der Hausverteilung liegt, kannst du erst mal nichts machen.

von Schwabinger - am 29.09.2014 17:41
Auch die "vom Kunden" angeschlossenen Kabel sind Bestandteil des Gesamtkunstwerks. Wenn dort das Schirmungsmass nicht ausreicht oder die Kabel/Stecker defekt sind, dann wird unerwuenscht abgestrahlt.

Nach meiner Erfahrung waren die von mir selbst fuer Kabelanschluss nutzende Freunde stets besser als das, was sie vorher im Einsatz hatten bzw. aus irgendwelchen 1 EUR-Laeden erworben hatten.

von PowerAM - am 30.09.2014 04:35
Zitat
FrankSch

Das ist mir hier vor einigen Wochen schon aufgefallen, dass bei Sunshine Live nun "SUNSHINE" im Display steht, und das RDS-Lämpchen an ist. Clock Time versenden sie aber scheinbar nicht mehr, was aber auch nach meinen Erfahrungen mit Kabel Deutschland diesbezüglich (Abweichungen von über 40 Minuten bei DRadio-Programmen über einen Zeitraum von weit über einem Jahr, trotz mehrfacher Hinweise per Mail) nicht das schlechteste ist.


In meinem RDS-Display steht seit neuestem bei Sunshine Live nur "LIVE"
und originellerweise bei Antenne Bayern nur noch " BAYERN" ( wird den BR sehr freuen ).
RDS-Zeit (CT) läuft hier auch auf keinem UKW-Kabel-Programm mehr.
Die falschen Zeitangaben in der Vergangenheit sind mir auch negativ aufgefallen.
Warum man dann aber die CT-Daten komplett abschaltet statt die falschen Daten richtigzustellen, erschließt sich mir nicht. :gruebel:

von SagittariusA - am 30.09.2014 13:05
Zitat

Richtig, Band II wird für den Upload gebraucht. Bin sowieso gespannt, ob die Kabler es wagen, das Kabel-FM wesentlich früher als das terrestrische FM abzuschalten (zumal bei der Terrestrik immer noch nichts klar ist). Da haben die LMAs sicher ein Wörtchen mitzureden, Stichwort "must carry".

Wenn ich Kabelanbieter wäre würde ich da erst mal nichts überstürzen; wenn es tatsächlich in absehbarer Zeit eine UKW-Abschaltung in Deutschland geben sollte, könnte Kabel-UKW für viele die nicht alle ihre Geräte austauschen wollen, ein pro-Kabel-Argument sein. Vielleicht gibts dann ja Repeater/Verstärker die man an die Antennensteckdose anschließen kann, und die so stark sind, dass die Kabelprogramme im ganzen Haus drahtlos empfangbar sind. Es müsste dann ja keine Rücksicht mehr auf deutsche terrestrische Radioprogramme mehr genommen werden. (lediglich aus DX-Sicht könnte das etwas ärgerlich sein in Bezug auf ausländische Programme).

von Zwölf - am 30.09.2014 13:53
Solche kontrollierten Kabellecks wird es gewiß nicht geben (dürfen).

Bei meinen Eltern stört Kabel-UKW auch massiv die Terrestrik, ein fettes Leck durch 1983er DDR-Kabel, die offenbar schon beim Verlegen (das taten die Einwohner damals in Wochenendarbeit) hingerichtet und zum Schlitzstrahler umfunktioniert wurde. Wechseln kann mans kaum noch, weil es über die Spitzböden geht und die hat fast jeder inzwischen gedämmt und teils sogar ausgebaut (!), da kommt man nicht mehr ran. Mal sehen, wann abgeschaltet oder außenrum gebuddelt wird. An dem betroffenen Strang hängen immerhin noch um die 20 Häuser.

Aber am gleichen Netz letztens folgendes: dank chaotischer Tiefbauarbeiten nahe der Kopfstelle Stromausfall und sogar teils defekte Elektronik in der Anlage. Mehrere Tage lang dadurch tagsüber Komplettausfall des Netzes wegen Bauarbeiten (hätte man eigentlich hier genauso melden müssen wie UKW-Wartungen, strahlt ja auch ab und unterbindet DXing ;) ) und schon kam die Nachbarin (um die 50, 3 erwachsene Töchter): "warum geht denn Jump nicht mehr? Ich höre in der Küche immer Jump..."

Da wird sogar das Küchenradio am Kabel betrieben, obwohl hier eine fette UKW-Frequenz gleich um die Ecke steht. Oder - das wäre noch geiler - sie bezieht Jump routinemäßig aus dem Kabelleck. :D

Die Chancen stehen aber ganz gut, demnächst mal wenigstens angebotsmäßig Nägel mit Köpfen machen zu können und den UKW-Bereich der Anlage endlich in Ordnung zu bringen. Ich will erstmal bei abgeschaltetem UKW im Netz messen lassen, wo überall Einstreuungen und Störungen aus dem TV-Bereich sind, dann bastel ich eine neue Belegung für die 40 Umsetzer (16 terr. UKW, 24 DVB-S) und dann schauen wir mal, wieviel von dem teils kruden Zeug (Inselradio!) ich ohne Proteste aus der Bevölkerung entfernen kann. Der Betreiber will sich endlich auch um die UKW-Antennen kümmern, denn die sehen traurig aus und teils wird "von hinten" empfangen. Mal sehen, was man da rausholen kann qualitativ. Hoffentlich klappts. Hab mir schon einen Sony ST-S361 beschafft, der soll dann als Monitoring-Empfänger in die Kopfstelle.

von Chris_BLN - am 30.09.2014 14:33
Zitat
SagittariusA

In meinem RDS-Display steht seit neuestem bei Sunshine Live nur "LIVE"
und originellerweise bei Antenne Bayern nur noch " BAYERN" ( wird den BR sehr freuen ).

Evtl. dynamisches RDS-PS? Kabel BW praktiziert das schon lange. Hier gibt's beispielsweise "KLASSIK_" "RADIO___", "SUNSHINE" "LIVE____" usw. im RDS-Display zu sehen.

von MainMan - am 30.09.2014 16:04
Zitat
MainMan
Zitat
SagittariusA

In meinem RDS-Display steht seit neuestem bei Sunshine Live nur "LIVE"
und originellerweise bei Antenne Bayern nur noch " BAYERN" ( wird den BR sehr freuen ).

Evtl. dynamisches RDS-PS? Kabel BW praktiziert das schon lange. Hier gibt's beispielsweise "KLASSIK_" "RADIO___", "SUNSHINE" "LIVE____" usw. im RDS-Display zu sehen.


Nein, kein dynamisches RDS-PS bei Antenne Bayern und Sunshine Live.
Es wird stur "LIVE" bzw. "BAYERN" angezeigt.
Kann natürlich sein, dass Kabel D ein dynamisches Label technisch verunglückt ist.
An meinem Radio kann's auch nicht liegen:
Der Lokalsender Top FM zeigt im Kabel das dynamische Label "TOP FM" und dann nach 10 s "106 4". Wird einwandfrei angezeigt.

von SagittariusA - am 30.09.2014 17:23
Zitat
Chris_BLN
Ich will erstmal bei abgeschaltetem UKW im Netz messen lassen, wo überall Einstreuungen und Störungen aus dem TV-Bereich sind, dann bastel ich eine neue Belegung für die 40 Umsetzer (16 terr. UKW, 24 DVB-S) und dann schauen wir mal, wieviel von dem teils kruden Zeug (Inselradio!) ich ohne Proteste aus der Bevölkerung entfernen kann.


Da wünsch ich dir viel Glück dabei. Bei uns kommen per Kabel-UKW nur noch 16 Programme rein und das reicht vollkommen. Alles andere gibt's ja mit DVB-C.

von Scanner100 - am 07.10.2014 18:19
In Osnabrück werden nun hr1, hr3 und Jump in Stereo und mit RDS + RT eingespeist. Die Programme kommen entweder über einen zentralen Knotenpunkt oder via Sat, es gibt eine leichte Verzögerung zu UKW. ssl, Klassikradio, RTL & Co. haben mittlerweile auch RDS, bei RTL steht z.B. _RADIO__. Das sind Experten... :wall: Aufgefallen ist mir die Änderung beim Scannen, bei mir gibt es einige Kabellecks.

von Staumelder - am 08.10.2014 10:14
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