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Monoreichweite

Startbeitrag von B.Zwo am 28.08.2014 19:49

Wie weit ist ein Sender noch in einwandfreiem mono zu empfangen, 200 km, 300 km oder sogar noch mehr? Wo sind solche Reichweiten möglich? In Mitteleuropa wo das UKW-Band so dicht belegt ist, wohl eher nicht. Oder doch?

Antworten:

Exakt 187,6km! :D

Ernsthaft: das hängt von so vielen Faktoren ab, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt. Da du aber schon länger mit dabei bist, sollte dir das eigentlich bewusst sein, oder nicht?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.08.2014 20:13
:joke:

von UlliBG - am 28.08.2014 21:05
Eine interessanter Frage wäre gewesen, um wieviel % erweitert sich das sendergebiet, wenn man von Stereo auf mono wechselt?

von Marcus. - am 28.08.2014 21:06
Wenn die Sendeleistung so niedrig ist, dass auch das Mono-Sendegebiet komplett innerhalb der quasioptischen Reichweite liegt, dann erhöht sich die Fläche grob geschätzt um den Faktor 100. Real bei freien Frequenzen wirds bei Grundnetzsendern irgendwo zwischen Faktor 5 und 30 sein.

von DH0GHU - am 28.08.2014 21:09
Der Privatsender Radio Seefunk, im Süden von BW sendet in Mono.
Ein Telefonat warum brachte folgende Antwort " ... der Empfang in Alpinen Regionen ist so besser "

von RADIO354 - am 29.08.2014 07:48
@RADIO354:

Störungen durch Reflektionen des Sendersignals an Berghängen wirken sich bei Stereobetrieb wesentlich stärker aus als bei Mono-Aussendungen. Dieser Effekt ist unabhängig von der Feldstärke am Empfangsort. Viele Füllsender wurden errichtet, weil der "Hauptsender" trotz hoher Feldstärke nur stark verzerrt ankommt.

von hegi_ms - am 29.08.2014 08:17
Zitat
hegi_ms
@RADIO354:

Störungen durch Reflektionen des Sendersignals an Berghängen wirken sich bei Stereobetrieb wesentlich stärker aus als bei Mono-Aussendungen. Dieser Effekt ist unabhängig von der Feldstärke am Empfangsort. Viele Füllsender wurden errichtet, weil der "Hauptsender" trotz hoher Feldstärke nur stark verzerrt ankommt.


Das ist es.
Gibt es Hier vor Ort auch. Der Säntis sendet mit 60 KW aus 9 Km ohne Direkte Sicht gegen die Berge.
Das verzerrt das Signal von diesem Standort an meinem Wohnort stark.
Daher werden Diverse Füllsender mit Kleiner Leistung eingesetzt.
Im Mittleren St. Galler Rheintal welche sich grob gesehen in Nord- Südrichtung ausdehnt senden
diese Füllsender Quer zum Tal ( in Ost- Westrichtung ).
Für die Inlandsversorgung wird aus dem Grunde auch auf Sendeanlagen im Ausland ( Vaduz, Liechtenstein )
Zurückgegriffen.

von RADIO354 - am 29.08.2014 08:37
Definiere "Empfang". Sind Signale inkl. Nachbarkanalstörung, gelegentlichem Ausfaden oder konstantes Rauschen inklusive? Welche Empfangstechnik liegt zu Grunde? Brüllwürfel oder modifizierter Empfänger mit Yagi? Wo befindet sich der Empfänger? Keller oder Berg? Pauschalisieren kann man das glaube ich nicht.

von Staumelder - am 29.08.2014 08:38
Dazu noch eine Frage von mir:

Nehmen wir an, ich empfange mit meinem Radio nur in Mono, etwa weil das Radio nur Mono kann oder weil ich manuell von Stereo auf Mono umgestellt habe.

Spielt es dann für den Empfang/Reichweite eine Rolle, ob der Sender in Mono oder Stereo sendet?

von epuntz - am 29.08.2014 09:08
Nein. Für Stereo wird, zusätzlich zum Monosignal, ein Differenzsignal und ein Hilfssignal (Pilotton) gesendet. Beide Signale liegen oberhalb des Bereichs, den ein Mensch hören kann.
Beim Umschalten auf Mono schaltest du einfach nur den Stereodekoder aus und hörst nur den hörbaren Teil.

von Marc_RE - am 29.08.2014 10:31
der ORF sendete jahrzehntelang Oe-Regional nur auf Mono, nicht nur im Gebirge, sondern auch im Flachland, Wien, oder Burgenland. Die Umstellung auf Stereo duerfte bei Oe-Regional erst Anfang 1990 stattgefunden haben?

Grund dafuer kannte ich nicht, oder nie. Ob die Berglandschaft Oesterreichs hier eine Rolle gespielt hatte oder nicht, wusste ich nie. Oe3 und Oe1 lief da immer in Stereo und da gabs auch nie Probleme mit dem Empfang in den Bergen.

von 102.1 - am 29.08.2014 10:33
Somit ist das "in Mono Senden" nur für diejenigen, die nicht wissen, wie man den Empfänger auf Mono umstellt, und die sich des zischelnden Signales wegen auf eine andere Station begeben würden. Und das möchte man ja möglichst vermeiden...

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.08.2014 10:34
Ich kann mich noch erinnern als Radio Oberösterreich immer den Verkehrsservice in Mono sendete.
Ich glaube bis zum Jahr 2002.

von forza_viola - am 29.08.2014 10:38
In Kärnten sendeten damals nahezu alle privaten Sender, die aus Italien reinstrahlten in Mono und hatten somit eine beachtliche Reichweite:

Radio Uno 101,1
Klassik Radio 101,6
Studio Quattro 104,5
Antenne Austria Süd / Radio Sunshine 104,2
Radio Valcanale / RTM International 103,4
Radio Alpe Adria 102,0 / 105,5 / 106,0
Radio Carinthia 105,25
Superradio 106,5

Nur Radio Uno, Sudio 2 sendete in Stereo auf 99,2

von Silverarrow - am 29.08.2014 11:00
vermutl. war das die einzige Moeglichkeit die notwenidge Reichweite zu bekommen.

In Suedtirol gabs doch mal einen Sender auf 104.? der von der italienischen Grenze ueber die Alpen bis nach Muenchen sendete? War der damals auch auf Mono?

von 102.1 - am 29.08.2014 11:26
Südtirol1 (alt), bzw. Radio Brenner sendeten meiner Erinnerung nach schon in Stereo, weil das Hauptempfangsgebiet, München, außerhalb der Berge lag.

Radio Tirol aus Südtirol sendete dagegen immer in Mono, weil ihr Hauptempfangsgebiet Innsbruck war. Um 1987 herum gab es auf der 101,5 für ein paar Wochen Versuchssendungen in Stereo, die aber bald wieder eingestellt wurden, weil durch die Reflexionen an der Nordkette der (Stereo-)Empfang in Innsbruck zu schlecht war.

von _Christoph - am 29.08.2014 11:30
Zitat
102.2
der ORF sendete jahrzehntelang Oe-Regional nur auf Mono, nicht nur im Gebirge, sondern auch im Flachland, Wien, oder Burgenland. Die Umstellung auf Stereo duerfte bei Oe-Regional erst Anfang 1990 stattgefunden haben?

Grund dafuer kannte ich nicht, oder nie. Ob die Berglandschaft Oesterreichs hier eine Rolle gespielt hatte oder nicht, wusste ich nie. Oe3 und Oe1 lief da immer in Stereo und da gabs auch nie Probleme mit dem Empfang in den Bergen.

Vielleicht war es eine Kostenfrage. Möglicherweise war die Mono-Studio- (und evtl. Sende)technik um einiges günstiger als die für Stereo. Für die zwei bundesweiten Programme hat sich das natürlich schon gelohnt, aber bei 9 Studioausstattungen für jeweils nur recht kleine Gebiete hat aus damaliger Sicht wahrscheinlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gestimmt. Mit der Zeit wurde Stereo dann wohl günstiger, konnte von mehr Leuten empfangen werden und wurde wohl auch zunehmend als Standard erwartet.
Im Prinzip ist es beim Fernsehen mit HD ja auch nicht viel anders; erstmal die bundesweiten Programmteile von ORFeins/2 und erst ab diesem Herbst folgend dann die Regionalsendungen.

Wie war das eigentlich früher beim BR? - Wurden die Regionalsendungen auf Bayern 1/2 schon immer in Stereo gesendet?

von Zwölf - am 29.08.2014 11:47
Ich weis nicht ob es heute noch gemacht wird, Bayern 3 hatte bei Verkehrsdurchsagen immer auf Mono umgeschaltet, wegen den verzerrungen in den Bergen.

von _Yoshi_ - am 29.08.2014 16:07
B5 aktuell war auch (oder ist es nocht??) lange Zeit Mono. Weiß gerade gar nicht wann die umgestellt haben ... Macht aber meiner Meinung nach auch Sinn, denn reine Sprache ist in Mono besser, da man im Hintergrund eventuelles Zischeln nicht hört.

von Jens1978 - am 29.08.2014 17:00
Und zwar mit dem vorletzten Ton des bekannten und einzig richtigen Verkehrsjingle,
dada dada da DI da. Ich vermute, man hat damals einen Tonfilter für eben diesen vorletzten Ton eingesetzt, der dann die Sender auf Mono schaltete.

von sup2 - am 29.08.2014 17:01
Na, ich meinte das Eingangs etwas anders. Es gibt doch viele unter euch die noch in gutem mono Sender aus bis zu 200 km empfangen können. Ich denke da an so Kandidaten wie Brocken, Säntis, Ochsenkopf usw....

Zum Thema mono-Aussendung fällt mir noch Bayern 5 ein, ob das Programm weiter empfangen wird vom gleichen Standort als die übrigen Programme?

Gibt es Beispiele?

von B.Zwo - am 29.08.2014 17:11
Zitat
Jens1978
B5 aktuell war auch (oder ist es nocht??) lange Zeit Mono. Weiß gerade gar nicht wann die umgestellt haben ... Macht aber meiner Meinung nach auch Sinn, denn reine Sprache ist in Mono besser, da man im Hintergrund eventuelles Zischeln nicht hört.

Es sendet noch in Mono (auch über DAB). Auf UKW meint man sich wohl durch Mono sogar einen Grundnetzsender (Hohenpeißenberg) sparen zu können.

Zitat

Zum Thema mono-Aussendung fällt mir noch Bayern 5 ein, ob das Programm weiter empfangen wird vom gleichen Standort als die übrigen Programme?

Ob man bei dem vollen Band überhaupt Aussagen dazu machen kann? Die Reichweite hängt ja oft eher von der Entfernung zum nächsten Störsender auf der Frequenz als von den technischen Ausbreitungsmöglichkeiten ab.

von Zwölf - am 29.08.2014 18:27
Die Nachrichtensender senden grundsätzlich alle in Mono, die Ausnahme ist da nur der DLF.

Rockland hatte mal versucht mono zu senden nachdem die einen ganzen Batzen an Frequenzen verloren haben. Viel hat das denen nicht gebracht, zumindest nicht genug um den Qualitätsverlust durch die Mono-Ausstrahlung auszugleichen.

von RheinMain701 - am 29.08.2014 18:39
Zitat

Die Nachrichtensender senden grundsätzlich alle in Mono, die Ausnahme ist da nur der DLF.

Nö, MDR Info sendet in Stereo.

Zitat

Zum Thema mono-Aussendung fällt mir noch Bayern 5 ein, ob das Programm weiter empfangen wird vom gleichen Standort als die übrigen Programme?

Gibt es Beispiele?

Ich habe jetzt mal nochmal getestet und habe evtl. sogar ein Beispiel. Ich kann hier B5 aktuell vom Pfaffenberg (Entfernung ca. 130km) angerauscht aber gut verständlich am Degen empfangen. Die anderen Programme vom Pfaffenberg gehen hingegen nicht. Bei BR-Klassik ist die Sendeleistung zu gering, bei Bayern2 wird die Frequenz durch Nachbarfrequenz-Programme gestört. Aber auch auf den relativ freien Frequenzen von Bayern 1 und Bayern 3 ist nichts zu hören. Das wäre allerdings dann schon ein recht starker Unterschied - könnten evtl. auch andere Ursachen in Frage kommen?

von Zwölf - am 29.08.2014 19:03
Zitat
forza_viola
Ich kann mich noch erinnern als Radio Oberösterreich immer den Verkehrsservice in Mono sendete.


Interessant, unser Radio im VW Golf hat bei aktiviertem TP-INFO während Verkehrsdurchsagen immer auf Mono geschaltet. Soll wohl die Sprachverständlichkeit erhöhen.

Zitat
Zwölf
Ich habe jetzt mal nochmal getestet und habe evtl. sogar ein Beispiel. Ich kann hier B5 aktuell vom Pfaffenberg (Entfernung ca. 130km) angerauscht aber gut verständlich am Degen empfangen.[...] Aber auch auf den relativ freien Frequenzen von Bayern 1 und Bayern 3 ist nichts zu hören. Das wäre allerdings dann schon ein recht starker Unterschied - könnten evtl. auch andere Ursachen in Frage kommen?


Das macht von technischer Seite her eigentlich keinen Sinn - das Stereosignal wird ja zusätzlich zum Monosignal gesendet. Das heißt, das Monosignal existiert immernoch genauso. Ich bin zwar kein Experte, aber es würde mich wundern wenn das eine Auswirkung auf die Reichweite hat.

Ein Grund dafür, in Mono zu senden ist eher die entfallende Umschalterei zwischen Mono und Stereo und das Rauschen bei schwachem Stereo-Empfang. Das ist aber eher Sache der Radiohersteller, die eine (zu) niedrige Stereoschwelle verwenden.

von ScheichManfred - am 29.08.2014 19:48
Zitat

In Kärnten sendeten damals nahezu alle privaten Sender, die aus Italien reinstrahlten in Mono und hatten somit eine beachtliche Reichweite:

Radio Carinthia 105,25


Kann mich einen Urlaub in den 80ern dort erinnern (hatte einen Radiorekorder dabei) und mich gewundert, warum bei Radio Carinthia immer mono war.
BTW: Der Sender war damals nur zeitweise zu empfangen. Die andere Zeit war es italienisch oder gar slowenisch.

Zitat

Ich weis nicht ob es heute noch gemacht wird, Bayern 3 hatte bei Verkehrsdurchsagen immer auf Mono umgeschaltet, wegen den verzerrungen in den Bergen.

Bayern 3 sendet den VF nicht mehr in mono.

B5 aktuell sendet auf UKW seit Anfang an in mono.

@Zwölf
Ist B5 aktuell auf DAB tatsächlich "nur" in mono? Nachprüfen kann ich das bei meinen Geräten nicht.

Zitat

Die Nachrichtensender senden grundsätzlich alle in Mono

Ich glaube -aber korrigiert mich, wenn ich falsch liege- dass nur B5 in mono sendet, ggf. noch SWR info in Stuttgart, der Rest aber in stereo, so sie überhaupt auf UKW senden.

von Schwabinger - am 30.08.2014 07:13
M.W. sendet neben B5 nur noch hr-info in Mono. NDR und MDR Info sind in Stereo, das Inforadio vom rbb meine ich ebenfalls.

von Japhi - am 30.08.2014 08:46
@ Schwabinger :

B5 sendet per DAB+ in Stereo ( mit 80 kbps )
* duck und wech *

von RADIO354 - am 30.08.2014 09:27
Dass MDR Info auf UKW in Stereo sendet, halte ich bei den geringen Feldstärken aufgrund des löchrigen Funzelteppiches für problematisch. Soll heißen: Ich schätze mal vorsichtig, dass in mehr als der Hälfte des Sendegebietes die Empfangsfeldstärke für einwandfreien Stereoempfang zu gering ist. Bei einem fast reinen Wortprogramm, wie es MDR Info nunmal ist, wäre die Verständlichkeit bei Monoausstrahlung auf jeden Fall besser, da bei Stereo Rauschen und Zwitschern stärker stören, als bei einer künstlich aufgepumpten Popwelle.
Zumal es jede Menge Empfangsgeräte gibt, die ohne Zwangsmonoschaltung auskommen. Zum Beispiel viele Autoradios (die automatische Stereobandbreitenregelung kommt bei den schnellen Signaländerungen oft kaum mit dem Regeln hinterher), aber auch mein Sony ICF SW7600 arbeitet bei Kopfhörerempfang zwangsweise in Stereo. Hier hilft dann bei Stereorauschen nur das Einschieben der Teleskopantenne bis zum Unterschreiten der Stereoeinschaltschwelle.

von dlf-fan - am 30.08.2014 12:15
Zitat

Ist B5 aktuell auf DAB tatsächlich "nur" in mono? Nachprüfen kann ich das bei meinen Geräten nicht.

Habs gerade selbst nochmal nachgeprüft und hatte es wohl falsch in Erinnerung; nur B5plus ist in Mono; B5aktuell ist Stereo.

von Zwölf - am 30.08.2014 13:34
Zitat
dlf-fan
Bei einem fast reinen Wortprogramm, wie es MDR Info nunmal ist, wäre die Verständlichkeit bei Monoausstrahlung auf jeden Fall besser, da bei Stereo Rauschen und Zwitschern stärker stören, als bei einer künstlich aufgepumpten Popwelle.

Genauso sehe ich das auch. Das könnte man bei den reinen Sprachprogrammen generell so machen. Dazu zähle ich jetzt mal MDR Info, RBB inforadio, B5aktuell sowie SWR info. NDR ist ja ein Mischprogramm; tagsüber Info abends auch etwas Musik.

Zitat
ScheichManfred
Zitat
Zwölf
Ich habe jetzt mal nochmal getestet und habe evtl. sogar ein Beispiel. Ich kann hier B5 aktuell vom Pfaffenberg (Entfernung ca. 130km) angerauscht aber gut verständlich am Degen empfangen.[...] Aber auch auf den relativ freien Frequenzen von Bayern 1 und Bayern 3 ist nichts zu hören. Das wäre allerdings dann schon ein recht starker Unterschied - könnten evtl. auch andere Ursachen in Frage kommen?


Das macht von technischer Seite her eigentlich keinen Sinn - das Stereosignal wird ja zusätzlich zum Monosignal gesendet. Das heißt, das Monosignal existiert immernoch genauso. Ich bin zwar kein Experte, aber es würde mich wundern wenn das eine Auswirkung auf die Reichweite hat.

Hat es auch nicht. Auf der ersten Seite wurde es von Marc_RE zutreffend erklärt.
Ist genauso mit RDS. Nur weil RDS zusätzlich ausgestrahlt wird, verringert sich doch nicht die Reichweite des UKW-Signals. Vergleichbar war es auch mit dem Farb-S/W-Bild beim analogen Fernsehen. Das Farbbild kam meist erst später, ergo brauchte man mehr Pegel um Farbe sehen zu können. Mit dem S/W-Signal hatte das aber alles nix zu tun

von Jens1978 - am 30.08.2014 16:58
Zitat

Genauso sehe ich das auch. Das könnte man bei den reinen Sprachprogrammen generell so machen. Dazu zähle ich jetzt mal MDR Info, RBB inforadio, B5aktuell sowie SWR info. NDR ist ja ein Mischprogramm; tagsüber Info abends auch etwas Musik.

Wie aufwendig ist denn die Umstellung von Mono auf Stereo? Wird sowas zentral gemacht, oder muss das an jedem Sender extrig eingestellt werden? Ansonsten könnte man ja gundsätzlich Mono senden und nur bei Musik oder Fußballspielen auf Stereo umschalten.

von Zwölf - am 30.08.2014 17:10
Zitat
Jens1978
Vergleichbar war es auch mit dem Farb-S/W-Bild beim analogen Fernsehen. Das Farbbild kam meist erst später, ergo brauchte man mehr Pegel um Farbe sehen zu können. Mit dem S/W-Signal hatte das aber alles nix zu tun

Das ist doch Quatsch! Wenn du vor Einführung des Farbfernsehens ein gutes s/w-Bild hattest, dann hatest du später auch ein gutes Farbbild. Wenn du allerdings im s/w-Bild Schnee hattest, dann hattest du später auch Farbgriesel. Vielleicht wurde Schnee im s/w-Bild früher als weniger störend empfunden, das wäre aber auch schon alles. Im Übrigen mußte fuba damals ihre Color-X-Antennenserie umbennen, weil es genau aus diesem Grund irreführend war. Man brauchte keine neue bessere Antenne um Farbe empfangen zu können. Die Antennen wurden daraufhin in XC umbenannt.

Aber nochmal zu meiner Ausgangsfrage. Ein UKW-Signal, sagen wir runter bis ca. 15dB kann noch als monorauschfrei gelten. Wie weit kann man dauerhaft ein solches Signal noch empfangen. Ich schätze es könnten mehr als 200 km sein. Gibt es Beispiele für noch größere Reichweiten? Die weiteste Reichweite sind bei mir so 120 km vom Teutoburger Wald, die noch gehen. Der BR vom Kreuzberg geht auch noch, aber er rauscht schon. Der ist ungefähr 150 km weg. Allerdings habe ich auch keine besondere Ausrüstung, nur ein einfacher JVC-Tuner mit angeschlossener Dreielementeantenne.

von B.Zwo - am 30.08.2014 20:01
Es können wirklich mehr als 200 km sein, aber die Faktoren hierfür sind sehr unterschiedlich, wie bereits im Verlaufe der Diskussion betont wurde.
Ich hatte z. B. früher in der Uckermark - in relativ flachem Gelände - Empfang vom fast 235 km entfernten Drachenberg (BFBS); natürlich musste ich den Receiver auf Mono schalten, aber es war trotz eines gewissen Rauschens sehr stabil. Ich profitierte von der unbedrängten Frequenz (damals sendeten die polnischen UKW-Stationen noch im OIRT-Band).
Ähnlich verhielt es sich mit NDR 92,1 MHz (über 290 km).
Die Antennenanlage war sehr leistungsfähig (7 El., Vorverstärker + Hauptverstärker).
Die beiden erwähnten Sender waren eine interessante Ergänzung, wenngleich ich fast immer die Berliner Sender nutzte (so auch wegen Tonbandaufnahmen).

von hetietz - am 31.08.2014 06:21
@ hetietz: Interessante Schilderung. Berlin und der Harz liegen von der Uckermark gesehen auch in etwa derselben Richtung, oder? Waren BFBS und NDR2 nur ein Nebenprodukt der Berlin- Antenne? So war es in den 80er Jahren in Leipzig- Grünau mit WDR2 und SWF3 an unserer 7 Elemente- GA. Nur, dass die nicht immer gingen, aber bei Tropo waren sie da, dank eines noch sehr freien Bandes oberhalb der 100 MHz hätte man bei SWF3 durchaus mitschneiden können. :spos:

von dlf-fan - am 31.08.2014 06:47
Zitat
epuntz
Dazu noch eine Frage von mir:

Nehmen wir an, ich empfange mit meinem Radio nur in Mono, etwa weil das Radio nur Mono kann oder weil ich manuell von Stereo auf Mono umgestellt habe.

Spielt es dann für den Empfang/Reichweite eine Rolle, ob der Sender in Mono oder Stereo sendet?

Zitat
Marc_RE
Nein. Für Stereo wird, zusätzlich zum Monosignal, ein Differenzsignal und ein Hilfssignal (Pilotton) gesendet. Beide Signale liegen oberhalb des Bereichs, den ein Mensch hören kann.
Beim Umschalten auf Mono schaltest du einfach nur den Stereodekoder aus und hörst nur den hörbaren Teil.


Irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz:

Beim einem Stereo-Signal wird doch zusätzlich zum Summensignal (L+R), das auch bei einem Mono-Signal vorhanden ist, darüber hinaus noch das Differenzsignal (L-R) übertragen. Und dieses Differenzsignal benötigt doch auch Sendeenergie, die wiederum beim Summensignal fehlt, oder?

von epuntz - am 31.08.2014 09:12
@ dlf-fan

Ja, meine Empfangsergebnisse in so großer Entfernung waren damals ein erfreuliches Nebenprodukt der leistungsfähigen Berlin-Antenne. Der erwähnte "Großverstärker" war ein legal erworbener GA-Verstärker aus Burgstädt, der in diesem Falle eben einmal nicht in einer Gemeinschaftsantennenanlage zum Einsatz gelangte.

Im (TV-)Band III gab es mehrmals im Jahr (bei Tropo) Empfang von K10 (Harz-West). Nach Optimierung der Anlage (Installation einer Antenne mit Vorzugsbereich K 5-7) ging das dann nicht mehr, war aber auch nicht unbedingt notwendig.
Die ähnliche Richtung hatte auch hier geholfen.

von hetietz - am 31.08.2014 12:06
Zitat

dieses Differenzsignal benötigt doch auch Sendeenergie, die wiederum beim Summensignal fehlt, oder?

Nein, es handelt sich ja um ein Frequenzmoduliertes Signal, die Sendeleistung bleibt daher konstant.

Zitat

Ich vermute, man hat damals einen Tonfilter für eben diesen vorletzten Ton eingesetzt, der dann die Sender auf Mono schaltete.

Das hätte zu Chaos geführt da so ein Ton auch in Musik enthalten sein kann. Zur Umschaltung gab es getrennte Steuerleitungen oder den bekannten Hinz-Triller.
Ob man damit nur die Durchsagenkennung vom RDS bzw. ARI-Coder aktiviert oder auch den Stereocoder abschaltet ist dann egal.

von Marc_RE - am 01.09.2014 09:47
In der Euregio Maas-Rhein ist der Monoempfang vor allem aus dem Ausland bekannt. Jahrelang war RTL 97.0 nur in Mono empfangbar, damit man aus Luxemburg nach NRW kam. Damals, wie man noch mit Leistung protzte, gab es für den Höhrer mit guter Antenne dann die 88.9 MHz, die auch das deutsche Programm, dann aber in Stereo sendete. Die Monofrequenz hatte damals rund 30% mehr Reichweite.


In Belgien war es den Lokalsendern nicht gestattet in Stereo zu senden. Dies hat sich irgendwann geändert, aber Fantasy Dance FM 96.7 sendet immer noch in Mono um besser nach Deutschland zu kommen. In deren Forum wurde über dieses Thema sehr oft diskutiert, da man ja ausschließlich Musik sendet. Die Reichweite ist jedoch deren Existenzgrundlage und da möchte man wohl keine Abstriche machen.

von TobiAC - am 03.09.2014 06:49
Interessant! ich kann mich wrinnern, das die Luxembourger auch immer ordentlich laut sendeten. Also deutlich lauter als in Deutschland. Die Frage ist, ob man bei mono-Ausstrahlung mehr aufdrehen kann bis es verzerrt.

von B.Zwo - am 03.09.2014 20:12
Nein, die Filterbandbreite im Empfänger ändert sich ja nicht. Die Verzerrung entsteht, wenn das Signal breiter als die Filter wird bzw. der Demodulator und nachfolgende Stufen übersteuert werden.
Die deutlich höhere Lautstärke einiger Auslandssender hängt mit unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben, und teilweise deren Nichtüberwachung, zusammen. Dazu kommt stärkeres Processing des NF-Signals.

von Marc_RE - am 04.09.2014 10:52
Luxemburg 97.0MHz ist noch immer mega laut - inzwischen jedoch in Stereo. Fällt mir des Öfteren auf, da ich inzwischen aufgrund einer neuen Antenne auf dem Dach ständig 1A Empfang aus Luxemburg in Aachen habe.

von TobiAC - am 04.09.2014 12:27
Zitat
B:zwo
Die Frage ist, ob man bei mono-Ausstrahlung mehr aufdrehen kann bis es verzerrt.

Was zum lesen: Link ...

Eigentlich ist es sogar besser leiser und schmalbandiger zu senden, da die Bandbreite des FM(F=Frequenz!!!)-Signals von der Lautstärke abhängt und auf der anderen Seite hierdurch beeinflusst wird: N=k*T*B (bei Anpassung).

von Jens1978 - am 04.09.2014 13:25
France Info aus Metz auf 106.8 konnte - als Langenberg noch nicht auf 106.7 sendete - täglich problemlos im Düsseldorfer Raum gehört werden.

von Klaus Wegener - am 04.09.2014 19:12
Ergänzung zum Thema "Metz im Düsseldorfer Raum": habe letztens ein altes Philips Röhrenradio aus den 50er Jahren in die Hände bekommen, Model sehr ähnlich diesem hier. Meine Mutter hatte es als junge Frau in Hilden bei Düsseldorf benutzt. Muss Ende der 50er, Anfang der 60er Jahren gewesen sein. Es sind liebevoll die Sendernamen auf einem Aufkleber geschrieben worden, welcher über die UKW-Skala geklebt ist.

Neben den üblichen, auch heute noch zu empfangenen Sendern wie W1, W2, SW1, SW2 (WDR und SWF, SWF 3 gab es damals noch nicht) findet sich neben "BFN" auch "AFN" zwischen 98 und 99 MHz (das wird der Große Feldberg gewesen sein), "LUX" bei 97 und jetzt kommt der "Exot": "FC" zwischen 94 und 95 MHz. Das kann nur France Culture aus Metz auf 94,5 MHz gewesen sein. Das heißt, der kam damals bis in den Düsseldorfer Raum... :eek:

von Klaus Wegener - am 11.11.2015 09:11
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