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Schaltungen von Antennenweichen, Sperrfilter etc...

Startbeitrag von Stefan Heimers am 06.09.2014 08:59

Da das Angebot für terrestrische Empfangstechnik zunehmend dürftig wird, muss man sich eben selbst helfen. Deshalb starte ich hier einen Thread über Schaltungen für Antennenweichen, die man selbst nachbauen kann. Hier sind sowohl selbst entwickelte Schaltungen willkommen, als auch abgezeichnetes aus kommerziellen Produkten.

Ich mache mal den Anfang mit einer kanalselektiven Antennenweiche, die ich mir Ender der 80er Jahre mal bei Griederbauteile in Basel gekauft habe. Sie hat einen LMKU Breitband Eingang, zwei auf jeweils einen Kanal abstimmbare VHF Eingänge, und drei auf jeweils einen Kanal abstimmbare UHF Eingänge.

Die Schaltung der UHF Eingänge sieht in etwa so aus. Die Werte der Bauteile sind nicht angeschrieben, ich musste sie also abschätzen und in eriner Simulation ausprobieren. Wichtig ist aber mehr das Grundprinzip, als die genauen Werte. Die Idee mit den Parallelschwingkreisen, die über grössere Induktivitäten mit den Ein- und Ausgängen verbunden sind hat mich überrascht, diese Schaltung kannte ich noch nicht.

Die Widerstände gehören nicht zur Weiche, sie simulieren die angeschlossenen Antennen und Empfänger und müssen beim Nachbau weggelassen und durch Anschlussbuchsen ersetzt werden.





Die Schaltung der VHF Eingänge sieht genau gleich aus, einfach mit anderen Werten für die Spulen und Kondensatoren.

Die Eingänge lassen sich parallel schalten, wenn man zwei Kanäle mit der selben Antenne empfangen kann. Eingang1 wäre hier z.B. eine horizontale Antenne für zwei ORF Muxe, und Eingang2 (beschriftung fehlt, ist aber einfach die Quelle unten dran) z.B. eine vertikale Antenne für die SRF Programme.

In der Simulation sieht man, dass sich damit natürlich nicht benachbarte Kanäle scharf trennen lassen, aber bei solchen, die weit über das UHF Band verstreut sind geht es recht gut.

Die 50 interessantesten Antworten:

Hier eine Schaltung für ein UKW-Sperrfilter. Mit realen Bauteilen wird vermutlich die Tiefe und Trennschärfe etwas schlechter, aber so -14dB bei weniger als 1MHz Breite sollte machbar sein.

Kondensator C1 wird durch einen 30pF Trimmer ersetzt, so kann der Sperrkreis auf dem ganzen UKW Band eingestellt werden.

Ich bin noch nicht dazugekommen diese Schaltung in Echt zu testen, werde das aber bald mal nachholen.



von Stefan Heimers - am 06.09.2014 09:52
Ha tolles Thema, dazu kann ich eventuell etwas beitragen.

Frage: wozu solche Weichen selbst bauen, bei eBay tauchen immer wieder welche von Hirschmann auf (ich habe praktisch das ganze Programm von Hirschmann in meiner Sammlung). Die Arbeit kannst Du Dir sparen und so gut wirst Du es auch nicht hinbekommen!

Folgende Anmerkungen:

1. Ein echter Kondensator ist was anderes als der ideale in LT-Spice, die reale Spule noch mehr! In einer real aufgebauten Weiche sind überall noch zwischen den Bauteilen kurze Leitungsstücke. -> vernachlässige bei solchen Simulationen nicht die ganzen parasitäten Elemente. Es gibt keine idealen HF-Schaltungen!

2. Woher kennt man die parasitären Elemente? -> man braucht dazu einen verktoriellen (!) Netzwerkanalysator oder einen Impedanzanalysator (Agilent E5061B ist z.B. ein feines Gerät für sowas).

3. Solltest Du Deine berechnete Schaltung tatsächlich aufbauen wollen, dann mußt Du sie abgleichen. Auch hier geht nichts ohne Netzwerkanalysator oder zumindest einen Spketrumanalysator mt Mitlaufgenerator.

4. Die hohe Trennschärfe bei gleichzeitig geringen Verlusten erreicht man nur durch induktiv gekoppelte Schwingkreise, die von der Schaltung und vom Aufbau her kompexer sind als das von Dir gezeigte. Schau Dir mal eine Hirschmann ESW2422 oder eine ESW2421 an und versuche zu verstehen wie die funzt :-))

5. Für ORF und SRF empfehle ich Dir sowieso kanalselektive Einschleusverstärker. Das ist dann die Königsklasse. Die Teile habe ich samt aller von mir identifizierten parasitären Elementen in Agilent ADS modelliert. Erst dann habe ich die Teile verstanden. Die Simulation hilft Dir nur das zu verstehen, abgleichen mußt Du von Hand! Abgleich nur mit VNWA möglich und dazu noch ein Rauschmeßplatz. Ich hatte dazu mal einen Thread hier im Forum angelegt. Suche mal nach ESV 2421 und ESV 2424. Das sind die besten (abgesehen von den aktuellen Kathrein VCP Mastverstärkern).

6. Das ist alles sinnlos, weil Du viel Arbeit reinsteckst die dann von Digitale Dividende 2 bis simplitv kaputt gemacht oder entwertet wird. Investiere lieber nichts mehr in dieses Thema :-( das ist durch...

von raeuberhotzenplotz1 - am 06.09.2014 20:07
@raeuberhotzenplotz1 Wie sind denn die Hirschmann-Weichen aufgebaut?

Im Prinzip kochen die doch auch nur mit Wasser. Aber wenn Du schon eine ganze Sammlung hast wäre es interessant mehr über deren Innenleben zu erfahren.

Mich interessiert eben wie die Dinge funktionieren. Mich reizt die Herausforderung zu sehen, ob ich so etwas selbst bauen kann. Würde ich es möglichst einfach wollen hätte ich vermutlich Kabelfernsehen, aber darum geht es mir nicht.

von Stefan Heimers - am 08.09.2014 08:01
Zitat
LogPer
@raeuberhotzenplotz1

Ausserordentlich motivierender Beitrag eines HF-Profis, der nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips und einfachen Messgeräten zu leben.


Da könntest Du recht haben, habe tatsächlich bisher immer nur sehr hochwerte Meßtechnik und auch Simulatoren gehabt, das verdirbt einen in gewisser weise. Daß ich ohne Grips arbeite dagegen muß ich mich aber wehren :rolleyes:

Ja es gibt einfache Lösungen, z.B. mit einem selbstgebauten Rauschgenerator und einem alten Hirschmann/Kathrein/König Antennenmeßempfänger für 200€ aus der Bucht kann man schon viel bewirken. Das letzte dB holt man damit aber meist nicht raus, und jemand der von Profimeßtechnik versaut ist findet daran keinen Gefallen.

Ich wollte auch nicht demotivieren, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, daß man da schnell sehr viel Zeit hineininvestieren kann (und wer keine Geräte hat auch Geld) und dann wird die Arbeit praktisch entwertet wegen all den Dingen über die hier ja auch diskutiert wied (DVB-T vor dem aus, Verschlüsselung, DigitaleDividende II, simplitv usw. usf.).

Ansonsten kann ich gerne mal die Schaltungen und auch die Photos raussuchen, habe den ganzen Krempel mal von innen fotografiert. Mein Rat wäre jedoch alte Weichen zu kaufen und neu abzustimmen. Wer sich da tatsächlich ran wagt, dem kann ich gerne ein paar Tips dazu geben wenn es soweit ist, d.h. wenn er irgenwie messen kann was er tut. O.K.? :-)

von raeuberhotzenplotz1 - am 08.09.2014 14:31
Zitat

Ausserordentlich motivierender Beitrag eines HF-Profis, der nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips und einfachen Messgeräten zu leben.


So ähnlich waren auch meine Gedanken. :)
Welcher "Normalo" und welche Firma hat schon solche Profi-Meßtechnik?
Dann braucht es auch noch Leute die das alles verstehen und bedienen können.
Da wird es dann schon richtig eng.
Wenn ich sehe was so verkauft wird, dann kann es mit Profis und Meßtechnik nicht weit her sein.
Ausgenommen natürlich kaum bezahlbare Produkte der "Oberklasse".
Die meisten Sachen wurden wohl nur auf dem Papier oder PC entwickelt und haben nie einen richtigen Meßplatz gesehen.

Als "gelernter Ossi" hat man sich früher solche Sachen irgendwo angelesen oder abgeschaut, für seine Belange "umgestrickt" und dann nachgebastelt.
An Profi-Meßtechnik war nicht zu denken und Materialien waren dazu auch noch sehr beschränkt.
Aber trotzdem sind am Ende sehr gute Ergebnisse erzielt worden.
Hier ein Beispiel aus meiner leidenschaftlichen Bastelzeit vor über 30 Jahren.



Das ist eine einstellbare Kanal-Weiche für drei UHF- und zwei VHF Kanäle.
Solche Weichen habe ich für alle möglichen Kanal-Konstellationen gebaut.
Hier sind die drei Eingänge oben links für UHF und die rechten beiden sind für Band 3.
Vor dem Ausgang sind jeweils noch zwei Kanalsperren eingebaut.
Sicher entspricht hier nicht alles dem physikalischen Optimum.
Das war auch nicht das Ziel. :cool:
Wie die Ergebnisse auf einem Profi-Meßplatz aussehen ist mir egal.
Das Teil hat in der Praxis bestens funktioniert und nur das zählt.
Der Feinabgleich wurde direkt beim Kunden an der Anlage durchgeführt.
Einen groben Vorabgleich konnte ich meist schon an meiner eigenen Antennenanlage durchführen.
Bis heute ist mir noch nichts besseres (bezahlbares) in die Hände gekommen.
Das ist nur mein Muster für Vorversuche bei der Planung von Antennenanlagen.
In der richtigen Version wurden statt der Scheibentrimmer ordentliche Lufttrimmer eingesetzt.
Auch kanalselektive Verstärker in allen möglichen Variationen habe ich selbst gebaut.
Auch diese haben die "Kaufware" meist in den Schatten gestellt.
Nicht immer hat alles auf Anhieb funktioniert und man musste sich einen Kopf machen.
Wenn man nur Hobby-Mittel zur Verfügung hat, ist das eben so.
Auch heute lassen sich viele Sachen mit einfachen Mitteln erfolgreich realisieren.
Bei so einer Weiche ist nun wirklich nicht viel dazu.
Ein paar Kondensatoren, Drahtstücken und Spulen, mehr nicht.
Das sieht komplizierter aus als es ist.
Etwas handwerkliches Geschick und Grundwissen über HF-Technik sollte natürlich vorhanden sein.

Als dieser interessante Thread hier eröffnet wurde, war ich mir relativ sicher, dass er wenig Beachtung finden wird.
Solche Beiträge haben das Forum früher interessant gemacht und man konnte viel lernen.
Die Zeiten sind aber leider vorbei.
Praxis und Bastelei interessieren heute kaum noch jemand.
Echte und virtuelleTasten drücken ist angesagt, mehr nicht. :rolleyes:

Noch eine Anmerkung zu den Simulationsprogrammen.
Ich habe es noch nie geschafft einen funktionierenden Filter zu "entwickeln".
In der Praxis hat keiner funktioniert.
Vieleicht bin ich ja zum Tasten drücken zu doof.
Hab das "Zeug" schnell wieder sein lassen.
Mit Bauchgefühl und Erfahrung liege ich da besser und habe Erfolge. :-)

von Radio-DX - am 08.09.2014 16:58
Zitat
Radio-DX
Noch eine Anmerkung zu den Simulationsprogrammen.
Ich habe es noch nie geschafft einen funktionierenden Filter zu "entwickeln".
In der Praxis hat keiner funktioniert.
Vieleicht bin ich ja zum Tasten drücken zu doof.
Hab das "Zeug" schnell wieder sein lassen.
Mit Bauchgefühl und Erfahrung liege ich da besser und habe Erfolge. :-)


Vielleicht liegt es doch an der fehlenden Meßtechnik :xcool:

Meine Filter haben immer funktioniert, aber erst wenn man sie abgeglichen hat :-)

von raeuberhotzenplotz1 - am 08.09.2014 18:50
Zitat
RalphT
Ich wollte mir ein Balun für den VHF Bereich bauen. Wie würde man da am Besten vorgehen? Gibt es ein praktisches Beispiel. Hat das schon mal jemand gebaut?


Da gibt's verschiedene Möglichkeiten. Entweder mit einer Halbwellen-Umwegleitung oder mit einem kleinen Transformator aus einem Ferritkern und ein paar Windungen. Wobei es da auch die einfache Schaltung mit Mittelanzapfung, oder die komplizierte, komplett symmetrische Guanella -Schaltung mit zwei Transformatoren.

In einem anderen Forum habe ich dazu diesen Thread gefunden.

von Stefan Heimers - am 08.09.2014 19:03
Danke für die Blumen.

Zitat

raeuberhotzenplotz1

Meine Filter haben immer funktioniert, aber erst wenn man sie abgeglichen hat :-)


Ja, meine auch. ;-)
Dann hast Du wenigstens die Meßtechnik richtig bedient. :D
Heute habe ich auch (einfache) Hobby-Meßtechnik. (teilw. Eigenbau)


@ Stefan Heimers
Wie eine Weiche aussieht ist völlig egal, ....funktionieren muss sie.
Die Polytron-Weiche ist im Prinzip wie meine.
Wegen der von mir angewandten Topfkreistechnik und vorhandener Abschirmung
sollte die "Güte" meiner Weiche aber besser sein.
(Unteschiede müssen schon sein. :cool: )
Der Deckel an meiner Weiche wurde für das Foto entfernt.
Das Teil ist normal ringsum dicht.

@ B.Zwo
Die Weiche war so der normale Standard für die von Dir genannten Programme.
Oft wurde aber auch ZDF, DDR2, BR3 und NDR3 eingespeist.
Da habe ich eben eine Weiche mit vier UHF-Eingängen gebaut.
In seltenen Fällen kam auch noch HR3 dazu.
Dann wurde es richtig "interessant" und es musste viel probiert werden. (wegen geringem Abstand Kanal 53, 55 und 57)
Irgendwie haben wir aber fast alles hinbekommen.

von Radio-DX - am 08.09.2014 21:57
Zitat
LogPer
@raeuberhotzenplotz1

Ausserordentlich motivierender Beitrag eines HF-Profis, der nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips und einfachen Messgeräten zu leben.



Sehr motivierender Beitrag.
Ja, vergrault sie nur, die allerletzten Fachleute die hier noch schreiben.
Du bist da auf einem guten Weg, LogPer.
Dass er es nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips zu leben, kann ich nicht erkennen.
Irgendwie passt das ins Gesamtbild.

von Mc Jack - am 09.09.2014 05:07
Zitat
Mc Jack
Zitat
LogPer
@raeuberhotzenplotz1

Ausserordentlich motivierender Beitrag eines HF-Profis, der nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips und einfachen Messgeräten zu leben.



Sehr motivierender Beitrag.
Ja, vergrault sie nur, die allerletzten Fachleute die hier noch schreiben.
Du bist da auf einem guten Weg, LogPer.
Dass er es nie gelernt hat Hochfrequenztechnik mit Grips zu leben, kann ich nicht erkennen.
Irgendwie passt das ins Gesamtbild.


Vergiß es. Manchmal redet da noch jemand mit, wenn ein ander vielleicht Zugriff auf Dinge hat, die man selbst auch gerne hätte. Da mache ich mir nichts draus. :xcool:

So die Polytron weiche oben besteht wie ich es sehe aus einem einfachen Bandpaß für jeweils einen Kanal. Sie ist so konstruiert, daß der Techniker diese vorort, z.B. mit einem Antennenmeßempfänger abstimmen kann. Diese Art von Weichen haben jedoch eine recht breite Duchlaßkurve bzw. eine geringe Selektion. Bei dichter Kanalbelegung erreicht man damit nicht das gewünschte Ergebnis. Bessere Weichen bestehen aus zwei Kreisen und einer Kopplung, dazwischen. Die Kreise müssen leicht versetzt abgestimmt sein, über die Kopplung kann man dann die Bandbreite bestimmen. Es ist dann sogar möglich kleine Bänder abzustimmen. Habe eine Hirschmannweiche z.B. für K28 (8MHz Kanal) und K45/46 (16MHz Kanal) abgestimmt (Grünten). Im Original gibt/gab es solche Kombinationen nicht zu kaufen, aber wenn man das Teil durchschat hat geht das. Ich mußte allerdings dazu noch einen dritten Sperrkreis einbauen. Solche Aktionen gehen nicht ohne Meßtechnik, da kann man mir erzählen was man will! Der Abgleich hat in diesem Fall mit Umbau über eine Stunde gedauert...

Do oben über SRF und ORF geschrieben würde, denke ich daß Einschleusverstärker besser geeignet wären, es sei denn Du wohnst direkt in Grenznähe! Eine gut abgestimmte passive Weiche macht trotzdem mindestens 2,5dB Verlust. Ein ESV macht Dir zwar erst man 4dB Rauschen drauf (der Heimann auch weniger), aber alle Verlsute dahinter wirken sich dann nicht mehr aus.

Und wie gesagt, bitte beachte die anderen Diskussionen über Verschlüsselung (ORF) und Leistungsabsenkung (SRF) bevor Du Geld und Zeit investiertst. Das ist nur gut gemeint um Entteuschung vorzubeugen und soll nicht demotivieren. Ich habe hier eine große Sammlung von klassischen Antennenteilen (bei Weichen und Verstärkern fast alles was im Hirschmannkatalog drin war) und das wird so nach und nach zum Elektroschrott! Als ich damals Anfang der 90er Jahre stolz mit viel Aufwand einen TeleclubDecoder gebaut habe wurde kurz nachdem das Teil endlich funktionierte die Verschlüsselung geändert und das Ding (bzw. ein Jahr Arbeit) war nutzlos. Versteht Ihr was ich meine?

von raeuberhotzenplotz1 - am 09.09.2014 06:11
Was mich bei diesen Weichen immer wundert ist, dass diese ja ungeschirmt sind. Ich habe auch so eine ähnliche, ältere Kombinationsweiche von Kathrein mit Klemmanschlüssen und diese ist nur in einem Kunststoffgehäuse verbaut.


Zitat
Stefan Heimers
Jetzt habe ich noch die Fotos von meiner Polytronweiche gefunden:

....



von Seegi - am 09.09.2014 06:19
Zitat
Radio-DX
Irgendwie haben wir aber fast alles hinbekommen.

:spos:
Hier gings so: UHF 23, 33, 39, 57 mit Eigenbau-Vorverstärker mit SU KT391A in der langen Mastanschlussdose, dann über handelsübliche RFT-Kanalgruppenweichen auf den steckbaren RFT-Mehrbereichsverstärker, alles in der abschließbaren Geldkassette am Mast, durchgeschliffene 14V= vom Standard-NT unten.
Solch eine Weiche hätte ich gerne gehabt, aber da kam die Familiengründung mit schließlich anderen Prioritäten dazwischen;-)

von mittendrin - am 09.09.2014 08:22
Zitat
mittendrin
... alles in der abschließbaren Geldkassette am Mast, ...


Abschließbare Geldkassette am Mast :eek: Gab es im real existierenden Sozialismus etwa Diebe, die Frequenzweichen gestohlen hätten? :eek:

Frage OT: Ich habe von Daniel P. zahlreiche alte Kataloge von Hirschmann und Kathrein eingescannt bekommen. Gab es entsprecehnde RFT Kataloge? Hat jemand alte RFT Kataloge eingescannt? Das würde mich interessiern was es "drüben" früher gab...

von raeuberhotzenplotz1 - am 09.09.2014 11:30
Fälle von Diebstahl gab es natürlich auch.
Aber für die große Zahl von abgesetzten Antennenanlagen auf Hügeln und Bergen,
war die Zahl der Vorkommnisse sehr gering.

Kataloge hatten die Hersteller auch im Umlauf.
Die waren aber nur für Messen, Firmen und Ladengeschäfte vorgesehen.
Ich habe vor längerer Zeit schon einmal wegen Katalogen recherchiert.
Leider hat niemand mehr so etwas rumliegen.
Da kann man nur auf einen Zufallstreffer hoffen.

Hm, und nun sind wir schon wieder OT. :rolleyes:
Weitere Beiträge und Erfahrungen zum Thema sind meinerseits sehr erwünscht.

von Radio-DX - am 09.09.2014 13:36
Zitat
raeuberhotzenplotz1
Das würde mich interessiern was es "drüben" früher gab...


Zitat
Radio-DX
Leider hat niemand mehr so etwas rumliegen.
Da kann man nur auf einen Zufallstreffer hoffen.

Hm, und nun sind wir schon wieder OT. :rolleyes:
Weitere Beiträge und Erfahrungen zum Thema sind meinerseits sehr erwünscht.


Bitte sehr, für den Anfang ein Beilageblatt von damals, Mitte der 80er Jahre, hatte ich mal irgendwo mitgenommen, vermutlich im Funkamateurladen in Halle oder Leipzig.
[attachment 3754 RFT-Weichen.pdf]

Edit: Vorverstärker, Innenseite einer damaligen Blisterverpackung:
[attachment 3757 2RFT-VV.pdf]
Etliche von all den Kästchen liegen hier noch rum, sind aber meist "verbastelt". Die Vorverstärker waren mit den technischen Daten für den hiesigen Extremempfang kaum zu gebrauchen. Ladenpreis der VV, wenn ich mich richtig erinnere: 115,- DDR-M.

nochmal Edit: VV und Weichen als Hardware von außen:
[attachment 3756 RFT-Technik1.pdf]
Habe das VV-pdf ausgetauscht.

von mittendrin - am 09.09.2014 15:41
Zitat
Radio-DX




@ B.Zwo
Die Weiche war so der normale Standard für die von Dir genannten Programme.
Oft wurde aber auch ZDF, DDR2, BR3 und NDR3 eingespeist.
Da habe ich eben eine Weiche mit vier UHF-Eingängen gebaut.
In seltenen Fällen kam auch noch HR3 dazu.
Dann wurde es richtig "interessant" und es musste viel probiert werden. (wegen geringem Abstand Kanal 53, 55 und 57)
Irgendwie haben wir aber fast alles hinbekommen.
Ich vermute in guten Lagen war es sicher auch möglich DFF2, ZDF und N3 mit einer UHF-Antenne aus dem Harz zu empfangen und nur noch einen weiteren UHF-Kanal für z.B. HR oder BR einzuschleusen. Gab es denn auch Eigenbauweichen in Thüringen für die Aufspaltung von VHF-I und VHF-III? Ich könnte mir vorstellen, dass auch der Kreuzberg bzw. Ochsenkopf in Thüringen noch recht gut empfangbar waren, oder?

von B.Zwo - am 09.09.2014 18:45
Und weiter mit OT.

DFF2, ZDF und N3 vom Harz gab es hier nicht. Wenn Empfang vom Harz möglich war,
kam auch der Kanal 23 (ZDF) aus Bayern immer stärker rein.
Die Hauptversorgung kam aus Bayern.
Da hat die Konstellation DFF2, ZDF und BR3 in guten Lagen funktioniert.
ARD wurde in den 60er und 70er Jahren hauptsächlich vom Ochsenkopf empfangen.
Kreuzberg (K3) spielte hier in meiner Region kaum eine Rolle.
Je nach Lage wurde für ZDF (K29) und BR3 (K49) der Heidelstein benötigt. (gleich neben Kreuzberg)
Der Harz ging nur in guten Lagen.
Als dann die "Mode" aufkam, seine Antenne auf den nächsten Berg zu stellen, wurde die ARD vom Harz bevorzugt.
Mit Verstärkern und gutem Kabel waren 100 m Strecken kein Problem mehr.
Später mit Kanalumsetzern ging es dann bis 200...300 m Kabellänge bei Einzelanlagen.
An Weichen gab es alles was erforderlich war.
Vieles konnte man kaufen, der Rest (meist Spezialteile) wurden gebaut.
Mit den großen Gemeinschaftsantennen konnte man dann vielen Problemen, durch eine geeignete Standortwahl, aus dem Weg gehen.
Kabellängen spielten keine Rolle mehr. Geld meist auch nicht.
Hier in unserem Ort haben wir im Herbst 1987 eine neue Gemeinschaftsantenne für 78.000,- DDR-Mark in Betrieb genommen.
Es gab noch einige Haushalte, die konnten bis dahin nur DDR1 und ARD sehen.
Über 2 km Erdkabel haben wir verlegt.
Im Dezember 1990 wurde sie abgeschalten und später demontiert. :rolleyes: Alle hatten nun Sat-Empfang.
Viele Verstärker und andere Sachen liegen noch bei mir im Schuppen und werden ab und zu von mir besucht.
Meine Frau sagt, manchmal würde ich sogar mit ihnen reden. :D (...über alte Zeiten)

von Radio-DX - am 09.09.2014 23:00
Zitat
Radio-DX
Und weiter mit OT.

DFF2, ZDF und N3 vom Harz gab es hier nicht. Wenn Empfang vom Harz möglich war,
kam auch der Kanal 23 (ZDF) aus Bayern immer stärker rein.
Die Hauptversorgung kam aus Bayern.
Da hat die Konstellation DFF2, ZDF und BR3 in guten Lagen funktioniert.

Je nach Lage wurde für ZDF (K29) und BR3 (K49) der Heidelstein benötigt. (gleich neben Kreuzberg)
Der Harz ging nur in guten Lagen.
Gerne noch mehr OT ;-) ich finde das ein sehr interessantes Thema!

Also war Torfhaus/DBP doch deutlich schlechter als Harz-West/NDR. Okay, der NDR-Standort ist einfach besser. Wenn aber DFF2, ZDF und BR mit einer Antenne möglich war, dann hat man DFF2 schräg vom Inselsberg genommen, oder wie kann man sich das vorstellen? Und wenn Heidelstein empfangbar war, dann müßte doch eigentlich neben ZDF und BR auch noch HR mit einer UHF-Antenne zu empfangen gewesen sein, oder gab es da irgendwelche Störer?

von B.Zwo - am 11.09.2014 22:02
Für DFF1 und DFF2 gab es hier viele Umsetzer. (Füllsender)
Irgendeiner kam meist mit.
HR hat in unserer Region kaum eine Rolle gespielt.
In guten Lagen ging HR3 (K55) vom Meißner.
Auch HR3 vom Heidelstein (K37) war teiweise brauchbar.
Der Rest war gestört.

Nun aber Schluss mit OT.
Das Netzteil von "DPITTI" werden wir noch "virtuell" reparieren und dann geht es mit Filtern und Weichen weiter. :-)

von Radio-DX - am 11.09.2014 23:27
So, möchte hier mal wieder weiter machen.
Seit etwa einem Jahr bastle ich hauptsächlich an Filtern und Sperren für DAB.
Praxistaugliche Teile sind dabei schon entstanden.
Zur Optimierung hab ich mir die "Teile" nun doch noch einmal mit RFSim99 angeschaut.
Obwohl ich die Software sehr skeptisch sehe, hatte ich auf visuelle Hinweise zum erreichen der besten Lösung gehofft.
Nun gut, ich habe also eine funktionierende Kanalsperre für 5C im Programm angelegt und mir das Diagramm anzeigen lassen.
Da ich auf der Suche nach evtl. weiterer Verbesserung war, habe ich den angezeigten Frequenzbereich verändert.
Und nun mein Problem.
Wenn ich die Frequenzen ändere, ändert sich auch gleich mal die Kanaldämpfung um bis zu 35 dB. :confused:
Was mache ich falsch?
Bin ich zu doof für das Programm?
Oder liegt es evtl. doch an der Software?
Ohne Software, nur mit Erfahrung und Bauchgefühl, bring ich meine Basteleien irgendwie besser hin.
Hab hier mal paar Bilder zur Veranschaulichung.
Wäre schön, wenn jemand der Erfahrung mit dem Programm hat, sich zum Problem äußern könnte.

Hier bei eingestelltem Frequenzbereich 150 bis 300 MHz 51 dB Sperrdämpfung.
.


Frequenzbereich nun 100 bis 300 MHz und nur noch 14 dB Sperrdämpfung.



Nun Frequenzbereich 150 bis 250 MHz und wider 32 dB Sperrdämpfung.



Wie erklären sich diese wirren Diagramme?
An der Schaltung und den Werten der Sperre wurde nichts geändert.

von Radio-DX - am 01.09.2015 19:47
Vielleicht zeigst Du mal die Schaltung die dahintersteckt?

Kleiner Tipp, auch schon im VHF-Band muß man die parasitären Elemente von Spulen usw. beachten. Und zum Aufbau und Abgleich solcher Filter benötigt man entsprechende Meßtechnik, wobei im VHF Band ein alter TV-Meßempfänger und ein selbstgebauter Rauschgenerator durchaus schon einiges ermöglicht.

RF-SIM 99 ist prinzipiell nicht schlecht, nur schade, daß es niemand weiterentwickelt hat. Als Alternative gibt es QUCS (wobei sich da auch nicht mehr viel tut) welches eine art ADS Clone ist. Am besten geeignet ist natürlich ADS von Keysight Technologies ;) (Kostet aber etwa soviel wie ein guter Mittelklassewagen)

Frage wozu willst Du 5C wegfiltern? Ich wäre froh der 5C wäre endlich überall da :angry:

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.09.2015 06:14
Ich bastle seit über 40 Jahren "HF-Zeugs".
Ich behaupte mal, ein wenig kenne ich mich damit aus. ;-)
Rauschgenerator und Anzeigemöglichkeit für die Kurve habe ich hier.
Weder die Schaltung noch parasitäre Elemente sind an den unteschiedlichen
Diagrammen in RFSim99 schuld.
Ich habe in der Vergangenheit auch schon bei anderen Projekten solche Abweichungen
im Programm bemerkt und deshalb Zweifel an RFSim.
Sieht alles schön aus, bis man (nur) am Programm etwas ändert. (siehe Fotos)
Hatte gedacht, dass auch mal jemand anderes diese "Macke" bemerkt hat.
Werde also weiterhin (erfolgreich) mit meinen Hobbymitteln, Erfahrung und Bauchgefühl basteln
und mich nicht von irgendwelcher Software blenden lassen. :cool:
Scheinbar bastelt aber sowieso kaum noch einer was.

von Radio-DX - am 02.09.2015 10:03
Ich habe eine Zeit lang mit den Einschleuseverstärkern gebastelt. Da war eine Simulation mit ADS hilfreich, um überhaupt zu verstehen wie das Teil tickt... Wenn aktive Elemente dran sind wird's ja deutlich komplizierter.

Probier doch mal QUCS aus. http://qucs.sourceforge.net/ Das ist ganz gut. Mit RF Sim hat mein Kollege früher kleine Sachen gerechnet und er hat sich nie beschwert, daß es Fehler gemacht hällte...

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.09.2015 11:05
Ich denke passive Weichen im VHF Band so schmal zu bauen dürfte sehr schwer werden. Da muß man dann schon Sperrtöpfe aus dem vollen fräsen, mit herkömmlichen Spulen und Kapazitätten bekommt man das von der Güte / Steilflankingkeit nicht hin, so meine spontane Einschätzung.

Ich würde eher raten für die schwachen Sender direkt an der Empfangsstelle einen kanalselektiven Mastverstärker zu plazieren (mit hoher Großsignalfestigkeit!) und dann unter Dach mit einem Kanalumsetzer (mit hoher Großsignalfestigkeit!) den schwachen Kanal umsetzen. Wenn man einen Kanalumsetzer mit zweifachem OFW Filter in der ZF drin hat (WISI), dann kann man den benachbarten Kanal bis zu 40dB runterdrücken!

Jeder für DVB-T geeignete Umsetzer kann auch DAB umsetzen, der ZF-Filter ist eben 8/7MHz breit (teilweise umschaltbar), da muß man die Mittenfrequenzen eben kreativ setzen, damit die Flanke richtig sitzt und den ungewünschten Kanal erwischt :cheers:

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.09.2015 12:56
@ Radio-DX
Meinst du das so, dass sich die Dämpfung des Filters in RFSim bei dir dadurch ändert, dass du den Frequenzbereich für die Anzeige anders einstellst?
Das habe ich nämlich gerade mal probiert (mit einem einfachen Tiefpass für 100 MHz als Beispiel) das ist bei mir nicht so. Die Dämpfung wird unverändert gleich angezeigt, egal ob ich mir das Spektrum von 10 Hz bis 1 GHz oder einen Ausschnitt von 90-110 MHz einstelle, genau so wie es auch sein soll.
Auch sonst habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass RFSim relativ realiätsnah simuliert. Was es jedoch nicht berücksichtigt, ist dass eine reale Spule immer eine Wickelkapazität hat. Das berücksichtigt RFSim (aber auch LTSpice) überhaupt nicht.

von WiehengeBIERge - am 02.09.2015 16:03
Hm, woran liegt es dann?
Kannst du mal eine ganz primitive Sperre simulieren und dann noch einmal prüfen?
Zum Beispiel sowas. (Zum Vergleich: Sperrfrequenz wird mit ca.178 MHz simuliert)

Ich hatte aber in der Vergangenheit noch weitere "Seltsamkeiten" mit dem Programm.
Kann aber nicht mehr sagen was das war.
Ich hab es dann einfach sein lassen mit RFSim.

von Radio-DX - am 02.09.2015 16:46
Hmm, es scheint mit dem Aufbau der jeweiligen Schaltung zusammen zu hängen.
"Baue" ich einen Parallelschwingkreis, bleibt die angezeigte Kurve und Dämpfung immer gleich, egal welchen Frequenzbeeich ich einstelle.
Baue ich aber z.B. einen Saugkreis so wie in deinem Beispiel, habe ich tatsächlich genau das Gleiche Problem wie du. Das ist mir bisher nie aufgefallen, ich habe allerdings auch nur in der Regel Bandpässe, Tiefpässe und Höchpässe simuliert.

Merkwürdige Sache...

von WiehengeBIERge - am 02.09.2015 17:22
Ich vermute woran das liegt. Du hast hier zwei S-Parameter Ports direkt quasi verschaltet. Jetzt mach mal den 75Ohm Port dann eine 75Ohm Leitung (kurue Länge, z.B. 10° Phase), dann Deine Filterschaltung, dann wieder eine 75Ohm Leitung und dann den zweiten 75Ohm Port. Die Leitung dreht die Phase und dürfte sonst nichts machen. Probier's mal aus...

Anosnten würde ich eher einen Parallelkreis bauen und diesen induktiv an die Stannleitung koppeln... Man bekommt das ganze so steilflankiger hin. Dann sollte man zwei verkoppelte Kreise bauen, mit zwei Polstellen um das ganze breitbandiger mit gleichzeitig schamlerern Falnken hinzubekommen. Am besten könnte für sowas eine Cauer Charakteristik sein?

Ich hatte schon dasselbe Problem mit der Bekämpfung des ZDF K22, das mir K21 MUX-B kaputt macht.

von raeuberhotzenplotz1 - am 03.09.2015 09:09
Zitat
Radio-DX
Ach so, 5C und 8B machen mir hier den Fernempfang kaputt.
Da ich wegen des langen Kabels einen Verstärker benötige,
sind die Pegel der regionalen Kanäle dann für das Radio zu viel.
Wo sitzt der Verstärkter momentan? Versuche mal direkt hinter dem Dipol, dann in der Mitte deines Kabels und zuletzt direkt vor dem Empfänger. Vielleicht findest du eine Konstellation, wo der Empfänger nicht übersteuert.

von B.Zwo - am 03.09.2015 15:54
Na dann ;-) Wenn ein Sperrkreis für die regional starken Signale nicht reichen sollte könnte man eventuell auch mal zwei für einen VHF Kanal hintereinander schalten. Eine andere Möglichkeit wäre das Signal aufzusplittern und einzelnen Bereichsweichen zuzuführen, die die Kanäle 5 und 8 nicht beinhalten und es danach wieder zusammenzuführen. Zur Not dann noch in Kombination mit Sperrkreisen für die Ortssignale. Viel Erfolg!

von B.Zwo - am 03.09.2015 21:52
Schaltungen wie die oben gezeigte sind sehr breitbandig, ihre Dämpfung erstreckt sich in der Praxis über 1-2 TV Kanäle jehnweits des gewünschten Kanals. d.h. es würde auch die gewünschten schwachen Kanäle dämpfen und deren SNR weiter schwächen. Um benachbarte DAB Kanäle sauber zu trennen und zu bedämpfen benötigt man meiner Meinung nach aus dem vollen gefräste Sperrtöpfe, in deinem Frequenzbereich wird das sehr groß und sehr schwer! Sowas wird in TV Sendern als Maskierungsfilter eingesetzt.

Daher besser Frequenzband umsetzen und in der ZF Ebene mit OFW-Filtern umsetzen. Aber ein Umsetzer kostet leider 500Euro aufwärts :p Sowas selber zu bauen könnt ihr vegessen, das schwierigste ist es die Mischoszillatoren mit geringem Phasenrauschen zu bauen :-(

von raeuberhotzenplotz1 - am 04.09.2015 06:03
> benötigt man meiner Meinung nach aus dem vollen gefräste Sperrtöpfe

So einer hat - vernünftig gemacht - eine Güte um 1000. Als Notch geschaltet wäre
der Dämpfungspol zu schmal, um das COFDM-Signal eines DAB-Kanals
komplett abzuschwächen. Ein Topfkreis würde nur ein ca. 25dB tiefes "Loch"
in das abzuschwächende Signal reissen, also würde man mehrere Töpfe benötigen.

Ich würde ein Bandfilter mit Helixkreisen vorschlagen. Unsymmetrisch abgeglichen,
also mit dem störenden Kanal auf der Flanke, eventuell noch ein Notch zur Versteilerung.
Für 145MHz sind hier
http://www.pa0nhc.nl/IMDfilter/EN/IndexEN.htm
mehr Informationen - für Band 3 sind einfach weniger Windungen auf der Spule.
Ohne Messgeräte ist der Selbstbau solcher Filter aber keine Freude...

von appelsientje - am 04.09.2015 06:23
Zitat
appelsientje


So einer hat - vernünftig gemacht - eine Güte um 1000. Als Notch geschaltet wäre
der Dämpfungspol zu schmal, um das COFDM-Signal eines DAB-Kanals
komplett abzuschwächen. Ein Topfkreis würde nur ein ca. 25dB tiefes "Loch"
in das abzuschwächende Signal reissen, also würde man mehrere Töpfe benötigen.


Ja das habe ich vorausgesetzt. Wird sowas als Bandpaß ausgeführt haben sie 6 bis 8 Töpfe mit Kopplungen dazwischen. Solche habe ich schon gesehen. Man müßte sowas mit einem Feldsimulator wie ANSYS HFSS o.ä. per FEM oder Momentenmethode rechnen und dann fräsen lassen...

Es gibt sicher auch einfachere Aufbauten die das noch schaffen, aber am Abgleich kann man verzweifeln, selbst wenn man einen VNWA hat. Insofern ist die Schaltungssimulation nur gut zur Verifikation und Verständnis des Grundprinzips und für die grobe Dimensionierung der Bauteile. Den Rest muß ein Abgleich bringen...

von raeuberhotzenplotz1 - am 04.09.2015 11:11
Zitat
Radio-DX
Wenn ich die Frequenzen ändere, ändert sich auch gleich mal die Kanaldämpfung um bis zu 35 dB.


Kann es sein, dass die Schrittweite der Simulation grösser ist als die Bandbreite des Sperrkreises? Also, dass je nach eingestelltem Frequenzbereich mal per zufall genau das Minimum gemessen wird, und bei anderen Einstellungen leicht daneben?

Ich kenne das Programm nicht so genau, aber wenn ein Frequenzbereich von ca. 100MHz in 101 Punkte aufgeteilt wird, gibt das eine Schrittweite von etwa einem Megahertz. Das kann bei einem steilen Filter schon mal ein paar Dezibel ausmachen.

von Stefan Heimers - am 04.09.2015 11:59
Oh, das ist ein interessanter Ansatz.
Werde ich später am Abend mal testen.
Danke.

@ raeuberhotzenplotz1
Ob es ensthaft jemanden gibt der solchen Aufwand betreibt, um einen DAB-Kanal zu empfangen? :rolleyes:
Empfang habe ich mit Eigenbauten bereits herstellen können.
Der leidenschaftliche Bastler und DXer strebt aber nach dem optimalen Empfang.
Darum wird die (Hobby-) Bastelei nie aufhören, ...mit oder ohne Software. :-)

von Radio-DX - am 04.09.2015 14:53
So, die Schrittweite hat wirklich Einfluss auf die angezeigte Kurve.
Ich habe mal auf 500 Points erhöht und das Ergebnis ist deutlich besser.
Jetzt gibt es nur noch etwa 10 dB Unterschied in der Anzeige und die Kurve behält ihr Aussehen..
Ganz "normal" ist es aber trotzdem noch nicht.
Mehr wie 500 Schritte lassen sich aber (bei mir) nicht einstellen.
Man kann zwar im Feld 1000 eintragen, das Programm setzt aber auf 500 zurück. :confused:

Nebenbei ist mir auch wieder ein bekanntes Problem über den Weg gelaufen.
Habe gestern eine Sperre mit sehr guten Eigenschaften"entworfen".
Die Datei habe ich dann gespeichert.
Heute mache ich die Datei auf und die Werte sind nur noch Durchschnitt.
An den Einstellungen wurde nichts geändert.
Das ist auch so eine Macke des Programms, die ich in der Vergangenheit schon öfters bemerkt habe. :rolleyes:
Evtl. hängt es ja auch mit den sehr schmalbandigen Sachen zusammen.(?)

von Radio-DX - am 05.09.2015 09:09
Programm ausprobiert.
Es kam mir gleich etwas bekannt vor.
Hatte ich wohl irgendwann schon mal versucht und wieder vom Rechner geworfen.
Irgendwas hat mir wohl nicht gefallen.
So auch heute.
Wenn ich im Fenster "Eigenschaften des Diagramms" die Werte eintrage, hängt sich die Sch... auf.
Habe Vers. 2.3.0 und 2.4.0 mehrmals getestet.
Am Rechner wird es wohl nicht liegen, da viele andere Programme fehlerfrei laufen.
Was nun?
Wie komme ich zum Diagramm?

von Radio-DX - am 09.09.2015 16:34
Hast Du nun QUCS oder QUCSSTUDIO? Die Versionsnummer irritiert mich.
Bei QUCS erstelle ich im .sch-Fenster ein Schaltbild nebst Simulation (z.B. S-Parameter-Simulation mit Angaben von Start/Stop-Frequenz, Art der Messpunkteverteilung (log,lin,), Zahl der Punkte bzw Frequenzschritte), ein Gleichungs-Feld mit den S-Parameter-Gleichungen (dBS21=dB(S[2,1]) usw...), und nach Durchführung der Simulation öffnet sich dann automatisch ein Display-Fenster, in das ich dann ein Diagramm (bei Frequenzgängen am besten Kartesisch) reinziehe - dort kann ich dann die darzustellenden Kurven auswählen...

von DH0GHU - am 10.09.2015 08:31
Ich habe QUCS-Studio 2.4.0 auf dem Rechner.
Es ist alles so wie Du beschrieben hast.
Nur öffnet sich dann immer dieses Fenster.
Dieses bekomme ich nicht mehr weg.
Hier mal ein Bild von dem Fenster.



Wenn ich einen der unteren Button drücke, hängt sich das Programm auf.
Wenn ich oben rechts auf das Kreuz drücke, kommt diese Melsdung.



Was mache ich falsch? :confused:

von Radio-DX - am 10.09.2015 10:14
Nun kann ich alle gewünschten Werte für die Darstellung eingeben,
aber die Kurve ist nicht mehr zu sehen.
Wie bekomme ich das alles zusammen? :confused:
Alle Versuche scheiterten bisher. (Diagramm bleibt leer)

Gegenüber RFSim ist das schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Dort kommt bei "Simulation" gleich das Diagramm.
Die zu ändernden Werte kann man einfach anklicken und neu eingeben.
Beim QUCS ist nach der Eingabe und Bestätigung das Diagramm wieder leer.

von Radio-DX - am 10.09.2015 16:11
Hallo,

ich habe im großen Online-Auktionshaus zwei Sperrfilter für VHF von FUBA günstig erstanden. Diese sind originalverpakt und unverbastelt, Allerdings für Kanal 7. Gern möchte ich damit Kanal 5C und 9A bedämpfen, da hier Ortsender mit je 10kW.
Da mir die entprechende Messtechnik fehlt, wollte ich fragen, ob hier im Forum jemand diese Abgleicharbeiten für mich durchführen kann? Freue mich über jede Hilfe.

MfG

Studio Leipzig
[attachment 6293 GSE_625.jpg]
[attachment 6294 GSE_625_Technical.jpg]

von Studio Leipzig - am 21.11.2015 13:54
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Empfänger dran und auf Empfangs-Minimum abgleichen. Ggf. mit einem zusätzlichen Abschwächer, um eine genauere Anzeige zu bekommen.


Hallo,

mit dem Abschwächer (oder Dämpfungssteller) ist glaube ich hier schon ein "Muss". Ich sehen den Sender, wenn ich auf meinem Balkon stehe....(den "Neuen" übrigens auch...)
Deswegen dachte ich eher an Profitechnik!

Empfänger hätte ich...
[attachment 6295 RA_318.jpg]
[attachment 6296 AE9011.jpg]

MfG

Studio Leipzig

(Ist eigentlich gar nicht das richtige Unterforum hier, sehe ich gerade...)

von Studio Leipzig - am 21.11.2015 14:32
Zitat
Radio-DX
Bei so starken Pegeln gibt es sicher schon Empfang über die Antennenbuchse und Leitungen im Gerät. (ohne Kabel und Antenne)
Da kann auch der Abgleich etwas fummelig werden.
Eine abgeschirmte "Ecke" ist zu bevorzugen, da jeder cm Leitung nach dem Dämpfungsglied schon zum Empfang reicht.
Der hauseigene Tresor oder ein großer Kochtopf könnten evtl. Abhilfe schaffen. :cool:


Richtig!
Die Ortssender kommen zum Beispiel an dem AE9011 schon über die eingebaute F-Buchse fast mit Vollausschlag. Trotz Schirmung bis zur Buchse und Kupferfolie im Gehäuse!

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 21.11.2015 21:48
Da wird der Abgleich vor Ort wohl kaum möglich sein.
Es ist eben ein Unterschied, ob das starke Signal von einer Antenne über das Kabel ins Gerät kommt oder ob es direkt in den Empfänger einstrahlt.
Fahre lieber in eine Gegend mit schlechterem Empfang und versuche es dort.
Wenn die Sperre mehrere Abstimmkreise hat (?), wird dann aber ein Vorverstärker benötigt.
Ohne den wird das Signal nicht durch die Sperre gehen und es kann nur auf Verdacht "gedreht" werden.
Das wird bei mehreren Kreisen schnell etwas nervig.

Edit:
Sorry, habe deine PN erst nach diesem Eintrag gelesen.

von Radio-DX - am 21.11.2015 23:05
Zitat

Wenn die Sperre mehrere Abstimmkreise hat (?), wird dann aber ein Vorverstärker benötigt.


Es sind 3 Spulen im GSE 625 abzugleichen (Ferritkerne mit Schlitz) .
Die Dinger waren übrigens auch immer mal in den HF-Sortimenten von Pollin enthalten.
[attachment 6297 IMG_3366.JPG]

EDIT: Aus der Beschreibung dazu:

Zitat

Der Sperrbereich beträgt 6MHz. Die Sperrdämpfung beträgt in diesem Bereich ca. 20dB.


Die Sperrdämpfung dürfte bei entsprechenden Abgleich auf einen schmalbandigeren DAB+-Kanal wohl noch etwas verbessert werden können.

Wenn ein Kabelanschluss da wäre, könnte der grobe Abgleich auch mittles TV gemacht werden.
Im BIII wird ja meistens noch Analog-TV eingespeist.

von carkiller08 - am 22.11.2015 01:12
Zitat
carkiller08

Es sind 3 Spulen im GSE 625 abzugleichen (Ferritkerne mit Schlitz)

Die Sperrdämpfung dürfte bei entsprechenden Abgleich auf einen schmalbandigeren DAB+-Kanal wohl noch etwas verbessert werden können.


Hallo,

ein netter Forumskollege schaut sich das mal an.

Danke @carkiller08 für das Foto.

Sind die drei Spulen für Bildträger/Tonträger/Farbträger? Könnte man die alle drei auf einen DAB Kanal einstellen, um die Sperrdämpfung zu erhöhen?

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 22.11.2015 17:14
Einzelne Träger kann man mit solchen Teilen nicht einstellen.
Man ist schon sehr froh, wenn nur ein Kanal gesperrt wird.
Das ist aber mit solchen einfachen Schaltungen nicht zu realisieren.
Ich vermute, hier werden selbst noch je zwei DAB-Kanäle über und unter der eingestellten Sperrfrequenz mit mindestens 10 dB gedämpft.
Das sollte in Leipzig aber kein Problem darstellen.
Nur seltene Tropo-Empfänge wären betroffen.

von Radio-DX - am 22.11.2015 18:19
Ich habe die beiden Teile, die ich hier habe, mal etwas mit SDR# untersucht / eingestellt.

Die eine K7-Sperre hatte ich mal als 5C-Sperre umgestellt.

unverändertes Signal:
[attachment 6302 5c_O.jpg]

Die mittlere Spule auf Signal-Minimum eingestellt:
[attachment 6303 5c_Mitte.jpg]

Die beiden anderen Spulen ebenfalls auf Signal-Minimum eingestellt:
[attachment 6304 5c_Alle3Spulen.jpg]

von carkiller08 - am 22.11.2015 19:22
Hallo,

ich habe gestern auf einer Baustelle auf´m Schutt dieses "Schätzchen" entdeckt und gleich mitgenommen. Sieht allerdings auch so aus (mitgenommen)....:-(


[attachment 7899 IMG_20160820_111707813.jpg]

Es handelt sich um einen selektiven Sperrkreis SK 3 Band III aus dem VEB Elektronische Geräte Burgstädt (vormals Häberle & Co)

Informationen vom Radiomuseum.org:

VHF Band III. Der SK 3 BIII beinhaltet 3 hintereinandergeschaltete hochselektive Sperrkreise im Band III (Kanal 5-12).Sperrdämpfung -40dB.

Weiß jemand mehr darüber? Waren diese drei Sperrkreise für Bildträger/Tonträger/Farbträger gedacht? Ich habe diese Teile zu DDR-Zeiten auf vielen Dachböden gesehen. Die waren hier im Leipziger Raum für die Abschwächung des E09 aus L-Wiederau gedacht. Also offenbar voll nachbarkanaltauglich, denn E10 sollte ja empfangen werden.

Demzufolge müsste der gefundene Sperrkreis noch auf E09 abgestimmt sein. Das könnte ich perspektivisch mal testen, denn auf E09 wird ja in Leipzig, man könnte sogar sagen traditionell, weitergesendet. (DAB+)

Link zum Radiomuseum:

http://www.radiomuseum.org/r/haberle_selektiver_sperrkreis_sk.html

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 21.08.2016 11:53
Das sind 3 hintereinandergeschaltete Sperrkreise. Da die sehr selektiv, also schmalbandig, sein sollen, wird man die bei TV so abstimmen, das einer am Kanalanfang, einer in der Mitte und einer am Kanalende sperrt. Das sind aber nicht die 3 Träger, da muß man schon den Kanal als ganzes betrachten.
Für DAB könnte man die dann auch auf 3 verschiedene zu sperrende Kanäle, oder alle 3 auf den gleichen Kanal abstimmen.

von Marc_RE - am 21.08.2016 18:58
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