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50 Jahre Drittes Programm

Startbeitrag von alzarius am 24.09.2014 17:41

In den Medien wurde darüber ja teilweise berichtet:
Am 22. September 1964 (also vor 50 Jahren) ging das erste Dritte Programm (das Dritte vom Bayerischen Rundfunk) auf Sendung.

Die dritten Programme sollten doch eigentlich in der Vergangenheit für terrestrischen Fernempfang eine Rolle gespielt haben. Immerhin gab es zu analogen Zeiten ein Netz mit vielen Grundnetzsendern und häufig beträchtlichen Overspill in Bundesländer, die eigentlich nicht zu versorgen waren.
Wie stark war das Interesse an diesen Programmen? Wieviel Aufwand hat man in der Regel verwendet, mehrere dritte Programme zu empfangen? (Wie war das in den 70ern und 80ern -- als es noch nicht die Privaten gab?)Wo konnte man die meisten Programme empfangen?

Die 50 interessantesten Antworten:

Die sogenannten Dritten Programme waren in der Anfangszeit reine Minderheitenprogramme, die in erster Linie der Bildung dienten. Einen großen Teil nahmen Schulfernsehen, Telekolleg und Sprachkurse ein. Desweiteren liefen durchaus Serien und Spielfilme, die nicht auf ein Massenpublikum abzielten. Während der Weihnachts- und Sommerferien schlossen sich einige Sender manchmal zusammen und gestalteten ein Gemeinschaftsprogramm oder es gab für mehrere Wochen Sendepause.
Das Interesse an diesen Programmen wird wohl nicht so groß gewesen sein um sich extra eine große Dachantenne zu installieren. Hier in der Gegend konnte ich zusätzlich nur das dritte Programm des WDR vom Jakobsberg bei Minden empfangen. Mit einer einfachen Zimmerantenne war der Empfang aber katastrophal.

von Der Langenhagener - am 24.09.2014 17:52
Ich habe so ab 1981 mit 11 Jahren eine Zimmerantenne mit Verstärker bekommen um Südwest 3 von Bad Marienberg K44 in Olpe Innenstadt zu empfangen. Das klappte besser als mit unserer Dachantenne, wenn auch mit Schnee. Auf den umliegenden Bergen war es ohne Aufwand möglich das Programm in bester Qualität zu empfangen, auch das regionale Erste vom SWF. Einige wenige konnten auch den HR von Angelburg K52 empfangen, da ließ sich das Signal bei mir nur erahnen.

Olpe lag für analogen Empfang topographisch sehr ungünstig im Schatten der Berge, selbst Nordhelle ging nur stark verzerrt mit Geisterbildern, ohne Umsetzer hätten wir nicht viel sehen können.

von Rosenelf - am 24.09.2014 17:59

50 Jahre Drittes Programm

Im Rhein-Main-Gebiet waren damals ohne grossen Aufwand fast überall neben dem 3. vom hr auch die 3. von SWF und BR fast ortsüblich.
(Ergänzung: Nordi da warst Du schneller, bei mir ging vor dem Abschicken gerade das Telefon ;) )

Übrigens: alle Regionalsendungen der ARD liefen damals (verständlicherweise) im Ersten. Ich meine die Regionalschiene mit jeweils eigener Landeswerbung gab es Mo-Fr zwischen 18:00 und 20:00 Uhr. Erst im Laufe der Jahre wanderten diese Sendungen mit dem Ausbau der Dritten dorthin. Ich meine mich zu erinnern, dass das letzte Programm "Binnen und Buten" von Radio Bremen war.

von KlausD - am 25.09.2014 07:51
Zitat
Nordi
In Frankfurt waren Antennen für Hessen3, SWF Südwest3 und BFs Standard. Wobei das Signal vom BFs manchmal in Wohnanlagen auf Kanal 4 umgwandelt wurde Warum auch immer.


Der Einfachheit halber, vermute ich.
Das Zusammenschalten von meinetwegen SWF + Rest-UHF ist mit einer Weiche deutlich einfacher zu realisieren als das Zusammenschalten von drei UHF-Strängen zu einem. Dann könnten noch deutliche Pegelunterschiede eine Rolle gespielt haben, die beim Zusammenschalten auch erst einmal glatt gezogen werden müssen.
So war es dann vermutlich einfacher: Der BR wurde auf Band I umgesetzt und konnte somit über einen separaten Signalstrang eingeschleust werden.
Wobei der Markt für eine "Frankfurt-Weiche" groß genug gewesen sein dürfte, behaupte ich einfach mal so....

von Mc Jack - am 25.09.2014 08:00
Zitat

Und was sind die Dritten heute? Tagsüber Resteverwerter der 100 x gezeigten Gorilla- und Giraffe-Zoosendungen der ARD. :sneg:

Eigentlich sind das ja die Anstalten, die den ganzen Zoo-Schrott für das ARD-Programm produzieren. Die jeweils eigenen Zoosendungen laufen dann auch im eigenen Dritten... Ich seh da eigentlich eher das ARD-Hauptprogramm als Resteverwerter...

Dritte früher... ja, wichtig. Wegen der Sesamstraße. Und wegen der Sesamstraße. Und wegen der Sesamstraße. Wegen III nach 9. Wegen "Soap". Und wegen "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss". Der Rest eher öde bis Testbild...

Zitat
[url
http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_%E2%80%93_Die_Geschichte_der_Familie_Weiss[/url]]Peter Naumann, Rechtsterrorist und heute Politiker der NPD, sprengte mit zwei Komplizen während der Ausstrahlung der einführenden Dokumentation Endlösung die beiden Sendemasten der ARD Sender Koblenz (Dieblich-Naßheck) sowie den Longinusturm am Sender Nottuln, um die Ausstrahlung zu verhindern.[10] Betroffen waren circa hunderttausend Fernsehgeräte.[11] Der Sprengstoffanschlag war eine der ersten rechtsterroristischen Aktionen Nachkriegsdeutschlands.[12]


von iro - am 25.09.2014 08:10
Ich schaltete gezielt Kanal 39 von Berlin-Schäferberg ein, um bestimmte Sendungen des 3. Programms zu sehen. Das konnte z. B. durchaus ein Sonnabendabend sein mit Wochenschauen von vor 40 Jahren, anschließend "Mit Schirm, Charme und Melone".
Der Antennenaufwand war erheblich, brachte z. B. in der Nordost-Uckermark aber meist soliden bis sehr guten Empfang, abgesehen von bestimmten Tagen mit erheblichen Überreichweiten, wo aber selbst auf K7 dann so manches "hindurch huschte".
Im Leipziger Nordwesten war es ähnlich (etwas schwächerer Empfang), wobei ca. ab Mitte 1981 für einige Monate Empfang erst möglich war, wenn DDR 2 nicht sendete. Dieses Problem verschwand dann aber wieder. Ich bin bei der Ursachenforschung auf den Sender Schöneck gestoßen, lasse mich aber gern korrigieren.

von hetietz - am 25.09.2014 12:06
Ich hatte damals in Geldern-Walbeck gewohnt. Mit großem Aufwand war SW3 zu empfangen, bei leichtem Tropo auch HR3. Ich war vermutlich dennoch der einzige im Ort, der eine Antenne für SW3 aufgebaut hatte. Meine Eltern hatte das Programm auch nicht interessiert. Ich selbst hatte damals dort die Wiederholungen von "Klimbim", "Flash Gordon" und "Bonanza" gesehen, außerdem war die Sendezeit für "Formel 1" besser als bei "West 3". In der Weihnachtszeit liefen auch gelegentlich Filme von Jerry Lewis oder Laurel und Hardy. Alles nicht so die Brüller, um Leute zum Kauf einer riesigen Antenne für den Kanal 53 zu bewegen. Da war das Geld in einen Videorekorder besser investiert.
Übrigens hatten sich bei mir im Ort auch nur wenig Leute für den Empfang von RTL auf K7 interessiert, dabei wäre das eine echte Alternative zu ARD und ZDF gewesen.

von Bolivar diGriz - am 25.09.2014 14:00
Hier bei uns im Saarland wurde ein nicht unerheblicher Antennenaufwand betrieben um RTLplus schauen zu können. Oder man versuchte später die ärmliche Funzel aus Völklingen zu empfangen. Mit Sat1, Pro7, VOX und weiß der Geier wer dort im laufe der Zeit noch so alles sein Gastspiel hatte.

Südwest3 wurde nur von denen empfangen die den Sender eh rein bekamen weil sie die ZDF Antenne auf den Grundnetzsender ausgerichtet hatten von dem ja auch Südwest3 kam. Eine extra Antenne gekauft oder gar Aufwand betrieben hätte für das Programm niemand. SW3 war für uns immer der Inbegriff des miefigen Beamtenrundfunks. Auch sendete kein Programm so viel Testbild wie SW3. Eigentlich wurde das Programm bei uns nur für die Regionalnachrichten eingeschaltet (was auch bis heute angehalten hat) und für Formel 1. Wobei das aber auch nur ein begrenztes Vergnügen war weil SW3 nur in Mono sendete und der schöne Schneider Fernseher mit seinen Zusatzlautsprechern ein "Feeling" versprühte wie ein altes Küchenradio. Erst bei Stereosendungen legte das Teil richtig los. Aber das muffelige stur aus der Mitte kommen passte zum drögen Programm wie die Faust aufs Auge. :rolleyes:

von Spacelab - am 25.09.2014 15:04
Naja, meist war es damals ja so, dass neben einem anderen Dritten auch ein anderes Erstes mit einem anderen Vorabendprogramm mit empfangen wurde. Und meines Wissens nach liefen da teilweise Serien bei den ein oder anderen Vorabendprogramm ein paar Tage/Wochen(?) eher und teilweise ganz andere. Und meiner Meinung nach waren die Dritten damals wirklich irgendwie noch unterschiedlich zueinander. Heute sind sie sich doch alle sehr ähnlich, leider. Aber auch damals habe ich SW3 bei ÜRWs als schlechtestes Drittes empfunden. N3 als Alternative zu West 3 war da schon deutlich besser und interessanter.
Zitat
Mc Jack
Hallo Spencer nicht vergessen. Gang, ganz wichtig! :D

Ja, aber Hallo! :cheers: ;-)
Weiß gar nicht was heute so in der Kinderwelt angesagt ist ... Naja, vielleicht werde ich ja bald gezwungen zu suchen ;-)

von Jens1978 - am 25.09.2014 16:22
Ich kann mich noch daran erinnern dass bei uns auf dem Schuldach ein UHF Rechen installiert war. Keine Band-I für die ARD geschweige denn eine Band-III für RTLplus. Das einzige Gerät das angeschlossen war, war ein Video2000 Rekorder im Filmsaal. Dieser wurde auch von einem Lehrer sehr eifrig genutzt um alle möglichen Schulsendungen auf SW3 aufzuzeichnen und ein sehr beeindruckendes Archiv anzulegen. Der Gedanke war wohl das jeder Lehrer zu jeder Zeit für sein Unterrichtsfach immer ein passendes Filchen zur Hand hat. Aber ich wüsste nicht dass jemals ein Lehrer eine Kassette aus diesem Archiv genommen und vorgeführt hätte. Wer die alten Telekolleg und Co. Sendungen kennt kann sich sicher denken warum die Kassetten zugestaubt sind.

von Spacelab - am 25.09.2014 16:36
Zitat
joce
Schon verrückt, bei nur drei TV Sendern hätte doch allgemein der Wunsch nach einer größeren Auswahl vorhanden sein müssen. Dem war komischerweise aber nicht so. Im allgemeinem begnügte man sich mit den ortsüblichen Gegebenheiten.


Kann ich genauso wie HeibelA nicht bestätigen.
Gerade weil es nur 3 Programme gab, versuchten viele wo es möglich war ein zusätzliches Drittes heranzuholen. Die III. waren damals sicher nicht gerade massenattraktiv. Ein Mehrwert waren sie in der Zeit vor Sat und Kabel aber trotzdem.


Zitat
Spacelab
Südwest3 wurde nur von denen empfangen die den Sender eh rein bekamen weil sie die ZDF Antenne auf den Grundnetzsender ausgerichtet hatten von dem ja auch Südwest3 kam. Eine extra Antenne gekauft oder gar Aufwand betrieben hätte für das Programm niemand.


Kann ich ebenfalls nicht bestätigen.
Bevor es mit dem Start von RTLplus und der Verbreitung weiterer Programme per Sat und Kabel ein größeres Angebot auf dem Bildschirm gab, wurden auch für S3 und die anderen Dritten weder Kosten noch Mühen gescheut und überall neue UHF-Antennen verbaut.

Als die III. in den späten 60ern starteten, schauten viele Zuschauer zunächst sprichwörtlich in die Röhre. Mit den wenige Jahre zuvor für das ZDF installierten UHF-Antennen (fast immer Kanäle im Band IV) waren die III. (meist Kanäle im Band V) nicht immer automatisch mit zu empfangen.
Das war auch bei uns zu Hause so. Mit der UHF-Antenne für ZDF E32 war S3 E42 (beide Saarbrücken/Winterberg) zunächst nur schwarz-weiß und vergrieselt zu empfangen.

von Manager. - am 25.09.2014 19:47
Zitat
joce
Schon verrückt, bei nur drei TV Sendern hätte doch allgemein der Wunsch nach einer größeren Auswahl vorhanden sein müssen. Dem war komischerweise aber nicht so. Im allgemeinem begnügte man sich mit den ortsüblichen Gegebenheiten.
Also bei uns war das so das man die VHF-Antenne auf den Sender Hoher Meißner ausrichtete und eine kleine UHF-Antenne auf unseren Hausberg-Umsetzer für ZDF und N3. Das beim Ersten dann während der Regionalprogramme Onkel Otto über den Schirm flimmerte hat niemand gestört. Immerhin war so möglich mit der VHF-Antenne auch noch die Ostzone vom Inselsberg mit zu empfangen. Das war so einfacher als die Antenne Richtung Oberharz zu richten. Manche hatten allerdings auch zwei VHF-Antennen. Was jedoch keiner machte war eine zusätzliche UHF-Antenne zum Empfang des hessischen Dritten. Das hat niemand interessiert zumal im Sommer NDR, SFB und HR sowieso ein gemeinsames Sommerprogramm ausgestrahlt haben.

von B.Zwo - am 25.09.2014 19:49
Ein zusätzliches Drittes (hier vom hr) wäre zwar mit entsprechendem Aufwand vielerorts noch durchaus möglich gewesen, man hat dann aber in den meisten Fällen doch darauf verzichtet.
Es lag vielleicht auch daran, dass eh schon fünf Programme vorhanden waren (mit DDR-Fernsehen) und der Preis für eine XC391D mit AKV145 plus Einspeiseweiche, Ausleger und Montage doch recht happig war (>500DM Anfang der 80er). Und ganz ehrlich: so prickelnd war das hr-Fernsehen nicht.
Hinzu kam wohl auch das Problem, dass nicht selten schon zwei Richtungen bei UHF zum Zuge kamen. Dort, wo der Harz abgeschattet ist, war es schnell Essig mit dem ZDF und N3 vom Torfhaus, es musste der nächste TV-Umsetzer angepeilt werden. Dazu dann noch DDR2, welches Dank dem exzellenten Standort Brocken in den meisten Fällen problemlos ging. Meißner K55 wäre dann nur mit einer dritten Antenne und entsprechend drittem Kanalzug möglich gewesen. Auf DDR2 wollte man dann wohl doch nicht verzichten, schließlich haben die Bekannten und Verwandten sicherlich von den Filmen berichtet, die recht häufig gezeigt wurden. Dagegen sah der hr ziemlich schnell alt aus. ;)
Wirklich häufig waren Meißner-Antennen hier in der Umgebung eigentlich nur in Lamspringe/Kr. Hildesheim zu sehen. Dort stehen die Teile heute noch auf den Dächern. Dort war auch die beschriebene Qual der Wahl zu sehen: DDR2 oder hr. ZDF und N3 kamen vom örtlichen TV-Umsetzer. Nur vereinzelt sind drei UHF-Antennen zu sehen.

€dit:
Was mir noch zum Thema Antennen-Kosten einfällt:
Gegen Ende 1988 wurden alle Sparsamkeits-Ambitionen schlagartig über Bord geworfen. Nämlich dann, als SAT1 und RTL Plus in Hannover und Hildesheim aufgeschaltet wurden. Da wurden die XC391 wie geschnittenes Brot gekauft (darf's ein AKV145 mehr sein?), da wurden uralte, festgerostete Antennenrohre durch noch höhere ersetzt, da wurde auch schonmal die festgerostete Harzantenne mit Rostlöser, WD40 & Co. gangbar gemacht und Richtung Hannover geschwenkt. Griesel? Geisterbilder? ZDF-Jalousie bei Sat1 vom Umsetzer Bockenem? Egal. Hauptsache Tutti Frutti in der Glotze. Harte Zeiten im Vorharz. :D

[/OT]

von Mc Jack - am 25.09.2014 20:39
Unser Drittes, das NDR-Fernsehen (auch mal Nord3; N3 genannt) ging am 4.1.65 auf Sendung.
Ja und da war der legendäre Beatclub aus Bremen eine schöne Abwechslung zwischen Schulfernsehn und Telekolleg etc.

Anstalten, weitere 3. Programme zu empfangen wurden in der Familie nicht gemacht.
Das habe ich dann irgendwann mal in Angriff (so 198x) genommen.

Mit ner 54er-WISI-Antenne und entsprechenden Einschleuss-Verstärkern bekam ich dann vom Heidelstein/Rhön (194 Km) das bayerische und hessiche Fernsehen. Bissl vergrießt, aber erträglich.
Via DVB-t kam das Signal sogar perfekt, bis auf wenige Ausnahmen im Jahr.. Mittlerweile ist aber Essig wegen Einzüge. Mit höherem Antennenaufwand müßten die Dritten Programme wieder da sein.
Einzig ZDF-Mux vom Heidelstein kommt weiterhin perfekt. Hat nämlich keine Einzüge.

Analog konnte ich analog bis zu 10 Programme empfangen.
ARD, ZDF und NDR FS vom Torfhaus. DDR 1 und 2 vom Brocken und Inselsberg.
Bayerisches FS, Hessen FS vom Heidelstein.
SSVC aus Wolfenbüttel. (Tonmodul nachgerüstet)
RTL und SAT 1.

[attachment 3822 hr-2.programm.jpg]
Ging am 1. Mai 1965 auf Sendung So steht es in einer Broschüre des Hessischen Rundfunks

[attachment 3823 FS-Kissen.jpg]
Hat meine Großutter auf Wunsch angefertigt :xcool:

QTH: 52° 08' 43'' Nord; 10° 46' 08'' Ost (Eulenspiegeltown, 23 Km südöstlich von Braunschweig)
Band I Antenne: Teleskopantenne 2 x 1,22 m-Stäbe im Dachgebälk deponiert; Empfänger: Casio TV-8700L
UKW Antennen: 7 + 9 El. unter Dach; Empfänger: Autoradios aus Hyundai i10 + i40
DAB Antenne: LogPer Skyplus DTA 13A unter Dach; Empfänger: Phillips AE 9011
Weitester Tropo-Empfang: 12 B Norwegen (706 Km)
DVB-t Antenne: Tripol ATX 91 über Dach; Empfänger: Grundig DTR 2420
Weitester Tropo-Empfang: K 37 Nibe/DK (542 Km)


von bikerbs - am 25.09.2014 22:21
Ich denke, dass der Aufwand an meinem Wohnort zu groß war, und es vielen Fällen auch gar nicht ging. Von daher werden es die Fernsehfritzen ihren Kunden auch ausgeredet haben, sich eine Antenne für SW3 zuzulegen.

Ich selber habe auch gerne unser eigenes (WDR) 3. Programm geguckt. Als Kind natürlich die Sesamstraße, später kamen Sonntags um 18 Uhr immer gute Kinderfilme, meistens aus England. (Später kam stattdessen nur langweiliges Zeichentrickgematsche aus Japan, "Marco" usw.) In der Weihnachtszeit kamen immer Reihen mit Jerry Lewis Filmen. Abends gab es am Wochenende oft alte Jack Arnold Horror und SciFi Filme. Nicht zu vergessen "Formel 1", welches auch im 3. angefangen hat. Und auch "Ekel Alfred" hat seinen Anfang im 3. Programm genommen.

von Bolivar diGriz - am 26.09.2014 07:59
> Schon verrückt, bei nur drei TV Sendern hätte doch allgemein der Wunsch nach einer
> größeren Auswahl vorhanden sein müssen. Dem war komischerweise aber nicht so.
> Im allgemeinem begnügte man sich mit den ortsüblichen Gegebenheiten.

Dazu noch eine weitere, selbstverständlich genauso wenig repräsentative Meinung,
zum Originalthema auch OT:

Zu meiner Kinderzeit (70er/frühe 80er, also vor dem Privat-TV)
war bei uns in der Stuttgarter Gegend als zusätzliches/alternatives Fernsehprogramm
nur das Schweizer Fernsehen (Säntis, K7) in Reichweite - und das auch nur für
Einfamilienhausbesitzer in freier Lage mit Sicht nach Süden.
Genau diese hatten aber fast immer in oberster Montageposition eine lange
K7-Yagi Richtung Süden. Es wurde also kein geringer Aufwand getrieben
(Weiche für 2 VHF-Programme, Verstärker, zusätzliche Antenne), dieser aber fast
in jedem Haus.
Beim Spaziergang durch günstig gelegene Wohnsiedlungen in Hanglage konnte man
durch Blick auf die Fernsehantennen immer die Geländehöhe ausmachen, unter der ein
Schweizer Empfang nicht mehr möglich / lohnend war.
Je näher der Wohnort zur Schwäbischen Alb lag (vor allem im Studio-live-Sendegebiet),
desto ausgeprägter war ein jahreszeitlicher Feldstärkeunterschied beim Schweiz-TV-Empfang,
der von den unterschiedlich belaubten Bäumen herrührte.

Super-OT: Auch im Radio war damals DRS3 ein gern gehörtes Programm, bis SWR2 (105.7)
auf einen Schlag den Empfang zunichte machte.

von appelsientje - am 26.09.2014 08:28
Meine Eltern haben sich beim Bau ihres Hauses im Jahre 1982 nur eine Antenne für UKW und eine für UHF gekauft, die UHF-Antenne war nach Osnabrück / Bramsche ausgerichtet. Den Aufwand für weitere Programme haben die also nicht betrieben, obwohl das WDF, ARD/WDR und ARD/RB mit recht wenig Aufwand hätten empfangen werden können. Der Nachbar gegenüber scheint zumindest noch eine Antenne für das WDF gehabt zu haben, allerdings ist der schon in den frühen 90ern auf Sat umgestiegen.

1986 wurde dann Kabel verlegt und die wurden mit angeschlossen, anfangs umfasste das Angebot 10 TV-Programme (ARD/NDR, ARD/WDR, ARD/RB, ZDF, N3, WDF, DDR 1, DDR 2, SAT.1, RTL plus) und 14 Radioprogramme (NDR 1, NDR 2, NDR 3, NDR Mittelwelle, WDR 1, WDR 2, WDR 3, RB 1, RB 2, RB 3, DLF, RDDR 1, RDDR 2, Stimme der DDR), die Antenne wurde also nicht mehr gebraucht.

von htw89 - am 26.09.2014 08:30
Nord 3... Mumien, Monstren, Mutationen hieß der (eher harmlose) Horror dort. https://www.youtube.com/watch?v=aOHTqm4pWEA&gl=DE&hl=de

Denez Törcz, an den erinnere ich mich auch noch. Einer der besten überhaupt! Und finde es immer noch sehr sehr schade, daß die ganzen TV-Ansager durch diese blöde Trailerei ersetzt wurden. Für mich hat das den gleichen Nerv-Faktor wie S..bachermüsli!

Wer nur 3 Programme hatte wird wohl immer den Wunsch nach mehr gehabt haben. In Ostfriesland wurde dieses Bedürfnis vielfach durch die Installation von auf Smilde gerichteten Antennen gestillt.

von iro - am 26.09.2014 08:58
Ich kann bei der Auwahl verschiedener Dritter nicht wirklich mitreden. Bei uns ganz im Südwesten gab es nur SW3. Mitte der 80er keimte etwas Hoffnung, dass es vielleicht doch möglich war mehr Programme zu empfangen, da im Kabelnetz des Nachbarortes BFS und WDF auftauchten, aber das war ja über Satellit herangeführt. So blieben neben den üblichen ersten drei noch die damaligen drei Schweizer und die Franzosen, wobei letztere schon in den 80ern ein sehr unterhaltsames und nicht so steifes Programm lieferten. Dem Sprachelernen hat es außerdem geholfen. Die Privaten aus Freiburg oder Lörrach gingen nicht, nur RTL aus Dudelange konnte man noch einigermaßen empfangen.

Die Antennen im Ort waren meist auf den lokalen Umsetzer mit seinen drei Programmen im UHF Bereich ausgerichtet, ergänzt durch eine Antenne fürs deutschspr. Schweizer. Entweder VHF für Chrischona oder UHF für Les Ordons, je nach Empfangslage. Mehr war sehr selten. Frankreich so gut wie gar nicht, wohl auch wegen der Fernsehnorm (das Pfarrhaus allerdings hatte eine Antenne nach Mulhouse gerichtet), Schweizer nur das DRS Programm und ganz selten auch mal eine UHF für Chrischona für TSR und TSI. RTL dürfte ein Alleinstellungsmerkmal meinerseits im Ort gewesen sein.

Was mir zu SW3 noch so einfällt sind ebenso endlos lange Telekolleg- und Schulfernsehsendungen. Während auf den anderen Programmen noch ein Tesbild war, lief da wenigstens was. Ab und zu zog ich mir dann auch mal eine Mathevorlesung u.ä. rein. Zu den Würfelzeiten bei SW3 blieb mir das Pausenzeichen im Erinnerung. Es klang für mich in den jungen Jahren etwas befremdlich, ja unheimlich. Es war diese Tonfolge von hoch zirpend begonnen im wahrscheinlich Oktavenabstand tiefer fallend. di-diii->di-diii->di-di-daaaa. Da war das neue Signet mit der grünen Drei und ihrer Animation schon ein Fortschritt. Viel geschaut hatte ich das Dritte damals nie. An Weihnachten und Silverster kamen ganz gerne mal Westernfilme und sonstige bessere Unterhaltung, aber eben nicht immer. Im Rhein-Neckar-gebiet konnte ich mir ab und zu noch HR3 ansehen. Am meisten faszinierte mich dort damals das "fortschrittliche" Testbild mit eingeblendeter Uhr und Radioprogramm im Hintergrund. Bei SW3 stand immer nur SW3 Badn und es war im Grunde nur ein Messton zu hören, oftmals in der Amplitude dreifach ansteigend mit Ansage "Südwest Drei. Das dritte Programm des Saarländischen Rundfunks, des Süddeutschen Rundfunks und des Südwestfunks". Da sieht man mal, ich erinnere mich weniger an das Programm, eher an die technischen Gegebenheiten. Es war halt nicht wirlkich interessant für mich.

von CBS - am 26.09.2014 10:30
Hier im Nordschwarzwald/Tallage gab es leider auch keine Wahlmöglichkeiten bei den dritten.Es gab nur SW3 über den örtlichen Umsetzer.
Der BR war unerreichbar,da eben Tallage und rel.weite Entfernung.Beim HR war ein Berg im Weg,also auch chancenlos.Von den zwei konnte ich nie auch nur den kleinsten Hauch empfangen.


Zusätzlich gab es evtl.noch DRS aus der Schweiz (Säntis K7).Aber auch das war stark Standort und wetterabhängig.Dabei spiele die Höhe nichtmal die entscheidende Rolle,da das Signal vom Säntis nur durch eine (schwache) Reflektion durchs Nagoldtal zu bekommen war.Empfang war da Glücksache..
Wir wohnten gerade so im Grenzbereich,soll heissen an einigen Tagen im Jahr brauchbarer Empfang (mittelmässig vergriesseltes Farbbild,sauberer Ton),an anderen unbrauchbar (s/w Schneesturm mit kaum hörbarem Audio.).Je kälter und nebliger,je stärker war das Signal. Empfang war nur an einer Stelle im Haus möglich.Mit tragbarem Grundig TV und einer Eigenkonstuktion als Antenne.
Richtig gut wäre der Empfang erst 70-80 Höhenmeter weiter oben gewesen.Dann aber nicht mehr via Reflektion,sondern direkt.

Als besonders toll habe ich das SW3 Programm auch nicht in Erinnerung.Einer der wenigen Pflichttermine im damaligen S3 war aber Bonanza am Sonntagabend um 19.30 Uhr (Anfang-Mitte der 80er).Dann noch der eine oder andere Spielfilm oder die Sesamstrasse.Ebenfalls in S3 gab es während der Ferien Nachmittags um 15 Uhr einen Spielfilm als Ferienprogramm.Das waren oft Wiederholungen aus dem ARD-Programm wie Pan Tau,diverse kindertaugliche US-Filme usw.

Sonst waren da einige Magazinsendungen wie "ebbes" oder der "Treffpunkt" oder "Sport unter der Lups" die mich aber nie interessiert haben.

Etwas bunter wurde das SW3-Programm erst gegen Ende der 80er,auch Dank der Disney-Rechte die der SDR damals einkaufen konnte.Da gab es dann ab und zu diverse Zeichentrickfilme mit Goofy,Donald,Micki und Co.
Trotzdem hatte man ab ca.1985/86 eine recht ansprechende Senderkennung.Besser als das Programm...:rolleyes:

SW3-Ident

von UM74 - am 27.09.2014 01:21

50 Jahre Drittes Programm

Die Gründe für die Sat-Aufschaltung von BFS und WDF kenne ich nicht, aber vielleicht waren es (auch) die gleichen, wie beim hessenfernsehen, das als vorletztes 3tes Programm auf Sat ging (danach kam meiner Erinnerung nach nur noch die Dritten von ORB / SFB).

Der hr wollte damit u.a. die hessischen Zuschauer versorgen, die bisher aufgrund der örtlichen Gegebenheiten kein hessenfernsehen empfangen konnten und sich ein eigener Umsetzer nicht lohnte und ausserdem das Sat-Signal auch für die Zuführung zu Füllsendern und als Backup dafür nutzen. Damit wollte man auch Kosten sparen. Dass damit auch das Verbreitungsgebiet grösser wurde, hat sicherlich nicht gestört - ;)

von KlausD - am 27.09.2014 08:21
Zitat
88,7 MHz

du meinst sicher diesen häßlichen Vogel --- > https://www.youtube.com/watch?v=_O4TIhEybcM


Den komischen Vogel seh ich jetzt auch zum ersten Mal.... :joke:

Zum Thema Drittes:

Im Hintertaunus (Usingen und so) waren mit einer nach NOO ausgerichteten UHF-Yagi
folgende Programme zu empfangen:

ARD, ZDF, HR3 vom Rimberg
BR3 Vom Heidelstein sowie
DDR2 vom Inselsberg

Die VHF-Yagi war daher folgerichtig auf den Inselsberg auszurichten, was dann bis
ende der 70´er auch noch DDR1 in guter Qualität auf K5 brachte. Doch dann baute der HR
seinen Umsetzer Hardberg zum Grundnetzsender um...

SW3 ging schon schlechter und das WDF nur in verschiedenen Ortschaften.
So konnte man im nahgelegenen Neu-Anspach jede Menge drehbare UHF-Yagis für
WDF, BR3, SW3, HR3 und DDR2 beobachten.

Aber das ist alles schon lange her....

von DH3FBI - am 27.09.2014 10:35
Also ich hatte 1970 bis 1989 für die empfangbaren Dritten Programme in der Nordhäuser Gegend (DDR) folgende Antennen auf dem Dach.
4rer Gruppe auf Bayern 3 Röhn Kanal 49, damit ging auch DDR 2 Inselsberg und HR3 Rhön.
1 Große Yagi Antenne auf Hoher Meißner HR 3 Kanal 55 und ZDF Kanal 32.
1 Mittlere Yagi Antenne auf Torfhaus N3 Kanal 53 und Brocken Kanal 34 DDR2.
1 Band 1 Antenne für Bayern Regionalprogramm Löwe ARD Rhön.
1 Band 3 Antenne Hoher Meißner Kanal 7 "Onkel OTTO" und Inselsberg Kanal 5 DDR 1.
1 Band 3 Antenne Torfhaus Kanal 10 für ARD Sehpferdchen und Brocken Kanal 6 DDR1.
Ab und zu gingen auch mal der WDR 3.
Alles über einen Mehrbereichsverstärker. Natürlich kam dann auch der Kommentar: "Die Antennen sind aber nicht alle für das DDR Fernsehen?!?"

von Gümpel - am 27.09.2014 12:58
Ich bin in Geesthacht in Südholstein aufgewachsen, das liegt genau an den Landesgrenzen zu Hamburg und Niedersachsen. Hier sah es wirklich so aus, das wir zuerst nur 3 Programme bekamen: ARD (Regionalfenster Hamburg ) Hamburg Moorfleet K9, ZDF Heinrich Hertz Turm K30 und N3 auch vom Heinrich Hertz Turm K 40.Wir hatten also das falsche Regionalfenster. Da die Antennenarichtung für Moorfleet und Heinrich Hertz Turm in Geesthacht dieselbe Richtung war, sah man immer eine kleine VHF und eine kleine UHF in selber Richtung auf den Dächern. DDR 1 war auch machbar von Schwerin auf Kanal 11, war auch meist uberall zu sehen. Mein alter Herr hat alllerdings die TV Antennen erst unter Dach gehabt, da ging es eigentlich ganz gut auch mit dem DDR 1 TV. Allerdinds waren dann irgendwann auf ARD viele Geisterbilder, da hat er wohl die beiden VHF, s unter Dach so verdeht, dad ARD sauber zu sehen war, aber DDR 1 von Schwerin total verzerrt in Bild und Ton war. Bei Tropa hatten wir aber dann oft DDR 1 vom Brocken (K6). So um1983 war dann aufeinmal alle Programme bei uns schlechter wie sonst, mein Vater hat Mäuse oder ä vermutet und setzte dann eine VHF für Schwerin und die alte UHF Gitterantenne aufs Dach-ohne Erfolg. Nachdem der örtliche Fernsehfritze dann mal zu Durchmessen kam, stellte er fest, das der Übeltäter der Mehrbereichsverstärket war. Also kam ein neuer ran und die Antennen blieben auf dem Dach. Nur die kleine VHF für ARD blieb auf dem Boden.
Nun wurde es interessant: Nun ging sogar DDR2 vom Brocken (K34) dank einer starken Nebenkeule, Antene war ja auf HH gerichtet.DDR2 war immer von leicht erahnbar bis fast Ortssender Quali bei Topo.Mit der UHF ging auch ARD Bremen , mäßig bis gut und ZDF und N3 von Uelzen, später auch ARD NDS vom Rosengarten. Bei Tropo ging auch sehr oft Nederland 2 und ich glaube auch das 3. von denen. Ebenso viele N3 Sender zb. Bremen, Lingen und ich glaube auch Eiderstädt. Nur unser eigentliches Regionalprogramm für Schleswig Holstein war hier mit der Ausrichtung nicht zu empfangen. Habe hier auch nie Antennen gesehen, die auf Lübeck ausgerichtet waren. Mitte der 80,er Jahre gab es dann für Südholstein dann ARD von Standort Mölln, glaube ich. Da gab es dann noch ne Werbekampagne vom NDR an den Litfaßsäulen mit dem Slogan: Auf ihre Antenne kommt es an. Aber fast keiner hat den Aufwand betrieben um das " richtige" Regionale zu sehen.
Später hatten wir Kabel, da gab es dann alle regionalen ARD s sogar Bremen war mit drin, so das wir dann 4 mal ARD mit verschiedenen Regionalfenstern hatten. Ich habe da immer "Bezaubernde Jeannie" mit Larry Hagmann auf ARD Bremen geschaut l

von kampfkater - am 27.09.2014 15:10
Zitat

1 Große Yagi Antenne auf Hoher Meißner HR 3 Kanal 55 und ZDF Kanal 32.
1 Mittlere Yagi Antenne auf Torfhaus N3 Kanal 53 und Brocken Kanal 34 DDR2.
1 Band 1 Antenne für Bayern Regionalprogramm Löwe ARD Rhön.
1 Band 3 Antenne Hoher Meißner Kanal 7 "Onkel OTTO" und Inselsberg Kanal 5 DDR 1.
1 Band 3 Antenne Torfhaus Kanal 10 für ARD Sehpferdchen und Brocken Kanal 6 DDR1.

...und heute wird gemeckert, daß Schüsseln hässlich seien. ;)

Zitat

Was waren überhaupt die Gründe dafür, Dritte Programme auf Satellit aufzuschalten.

Für den Osten sind die Gründe bekannt, man hat auf Satellit aufgeschaltet, da man die Zuschauer dort terrestrisch nicht mehr erreichte, da sich alle nach der Wende Schüsseln zugelegt hatten. Im Westen evtl. Dominoeffekt, aber vielleicht auch aus demselben Grund - kaum jemand mit Schüssel schaute noch terrestrisch.

von iro - am 27.09.2014 15:16
Zitat

Der BR startete schon 1985 über Sat; da gab es ja noch überhaupt keine Notwendigkeit. Ich schätze, dass es unter den Westsendern (zumindest teilweise) eine Art Prestigesache war das eigene Programm auch über die modernsten Übertragungswege zu verbreiten.

Nur gab es 1985 eigentlich noch gar keine Sat-Zuschauer... Das wird wohl eher eine Art Industrieförderung gewesen sein... ;) Der BR ist allerdings bei "modernsten Übertragungswege"n schon immer ganz früh dabei gewesen, sowohl bei UKW, Sat als auch DAB ohne Plus und dem Internet. Den besten Kurzwellensender aller ARD-Anstalten betrieb man ausserdem... Ein Grund könnte auch sein: man konnte es sich leisten als Anstalt mit den zweitmeisten Gebührenzahlern. Und bei fast direkter Anbindung an die Staatskanzlei sind natürlich auch keine politischen Querschüsse zu erwarten, sondern eher das Gegenteil. Die relevanten Gerätehersteller waren/sind ebenfalls im Freistaat ansässig - und natürlich Parteimitglied ;)
Alle zogen sozusagen an einem Strang - und daher war man auch immer ganz weit vorne...

von iro - am 27.09.2014 18:30
In der westlichen Bodenseeregion, wo ich aufgewachsen bin, wurde die ARD oft via Grünten E43 empfangen, dann gab es das BFS auf E46 als "zweites Drittes" (neben Südwest3) gleich gratis dazu. Zusammen mit den schweizerischen und österreichischen Sendern waren bis zu neun terrestrische Programme empfangbar. Wenn man die BR-Regionalvariante der ARD mitzählt, sogar neuneinviertel. ;)

Zitat
iro
Zitat

Der BR startete schon 1985 über Sat; da gab es ja noch überhaupt keine Notwendigkeit. Ich schätze, dass es unter den Westsendern (zumindest teilweise) eine Art Prestigesache war das eigene Programm auch über die modernsten Übertragungswege zu verbreiten.

Nur gab es 1985 eigentlich noch gar keine Sat-Zuschauer... Das wird wohl eher eine Art Industrieförderung gewesen sein... ;)


Der BR wurde, wie auch der WDR, bundesweit in den DBP-Kabelnetzen verbreitet. Die Zuführung erfolgte via Kopernikus, sofern kein terrestrischer Empfang möglich war.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.09.2014 05:46
@iro
Zitat

Nur gab es 1985 eigentlich noch gar keine Sat-Zuschauer... Das wird wohl eher eine Art Industrieförderung gewesen sein... ;) Der BR ist allerdings bei "modernsten Übertragungswege"n schon immer ganz früh dabei gewesen, sowohl bei UKW, Sat als auch DAB ohne Plus und dem Internet. Den besten Kurzwellensender aller ARD-Anstalten betrieb man ausserdem... Ein Grund könnte auch sein: man konnte es sich leisten als Anstalt mit den zweitmeisten Gebührenzahlern. Und bei fast direkter Anbindung an die Staatskanzlei sind natürlich auch keine politischen Querschüsse zu erwarten, sondern eher das Gegenteil. Die relevanten Gerätehersteller waren/sind ebenfalls im Freistaat ansässig - und natürlich Parteimitglied ;)
Alle zogen sozusagen an einem Strang - und daher war man auch immer ganz weit vorne...

:spos::spos:

von Schwabinger - am 28.09.2014 09:03
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
In der westlichen Bodenseeregion, wo ich aufgewachsen bin, wurde die ARD oft via Grünten E43 empfangen, dann gab es das BFS auf E46 als "zweites Drittes" (neben Südwest3) gleich gratis dazu. Zusammen mit den schweizerischen und österreichischen Sendern waren bis zu neun terrestrische Programme empfangbar. Wenn man die BR-Regionalvariante der ARD mitzählt, sogar neuneinviertel. ;)


Entweder hast du dich um eins verzählt, oder ihr hattet am Bodensee noch einen Sender mehr. Denn bei uns im nördlichen Allgäu hatten wir genau 8 Sender empfangen können.
Und zwar waren das:

1. Das Erste BR (K2 Grünten)
2. ZDF (K28 Grünten)
3. BR (Kanal?? Grünten)
4. Das Erste SWF (K43 Grünten?; kamen wirklich beide ARD-Versionen vom Grünten?)
5. Schweizer Fernsehen (K7 Säntis)
6. FS1/ORF1 (K?? Pfänder)
7. FS2/ORF2 (K?? Pfänder)
8. SW3 (K?? ??; war immer verrauscht mit Jalousie)

von PhanTomAs - am 28.09.2014 09:32
Zitat
PhanTomAs
Entweder hast du dich um eins verzählt, oder ihr hattet am Bodensee noch einen Sender mehr. Denn bei uns im nördlichen Allgäu hatten wir genau 8 Sender empfangen können.
Und zwar waren das:

1. Das Erste BR (K2 Grünten)
2. ZDF (K28 Grünten)
3. BR (Kanal?? Grünten)
4. Das Erste SWF (K43 Grünten?; kamen wirklich beide ARD-Versionen vom Grünten?)
5. Schweizer Fernsehen (K7 Säntis)
6. FS1/ORF1 (K?? Pfänder)
7. FS2/ORF2 (K?? Pfänder)
8. SW3 (K?? ??; war immer verrauscht mit Jalousie)


BR (Kanal 46 Grünten)
Das Erste SWF (K43 Grünten) Ja, beide ARD-Varianten kamen vom Grünten, allerdings hatte K43 starke Einzüge Richtung Bayern
FS1/ORF1 (K5 Pfänder)
FS2/ORF2 (K24 Pfänder)

außerdem in der Gegend empfangbar:
TSR 1 (französische Schweiz) (K31, später K69 Säntis)
TSI 1 (italienische Schweiz) (K34 Säntis)
SF 2 (2. Programm Schweiz) (K31 Säntis)

von tojo - am 28.09.2014 09:53
Zitat
PhanTomAs
Entweder hast du dich um eins verzählt, oder


Nein, habe mich nicht verzählt. ;)

1. ARD-SWF
2. ZDF
3. SW3
4. BR3
5. DRS
6. TSR
7. TSI
8. ORF FS1
9. ORF FS2
9¼. ARD-BR

Viel später gab es dann noch ATV vom Pfänder und SF2 von diversen CH-Standorten, oft im Tausch gegen TSR oder TSI. Die Verbreitung von TSR und TSI wurde ab 2003 in der Deutschschweiz (wegen DVB-T-Vorbereitung) ganz eingestellt, so dass sich die Zahl wieder reduzierte. In Konstanz und Singen gab es ab Anfang 90er auch noch die privaten Minifunzeln, die aber bald wieder verschwanden. Lediglich der E60 in Konstanz blieb noch bis 2008 (?) aktiv mit SeeTV/Euro3.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.09.2014 10:05
Ach ja, stimmt. Den italienischen Schweizer und ATV gabs ja auch noch. Die kamen aber erst später rein, als wir schon längst Sat hatten. TSI hab ich aber erst so um 1996 entdeckt (entweder sendete der bis dato gar nicht, oder die haben um diesen Zeitpunkt irgendwas an den Sendeparametern verstellt.) Aber da ich eh kein italienisch konnte, und der Sender sehr verrauscht reinkam, war mir der eh Wurst.
Und ATV, den zähl ich auch nicht wirklich dazu, weil der ja erst 2003 auf Antenne ging. Ab und an hab ich da mal eine Serie angeschaut. Aber Bild war auch nicht optimal.
SF Zwei? Leider auch schlechter bis unbrauchbarer Empfang.

von PhanTomAs - am 28.09.2014 10:27
Zitat

8. SW3 (K?? ??; war immer verrauscht mit Jalousie)

Der kam bei mir im südliche Allgäu mit Zimemrantenne auch nur schlecht (schwarz-weiß oder in blasser Farbe) rein. Kanäle waren glaub ich K40 und K50, wobei beide ungefähr gleich schlecht reinkamen.
Das Erste hatten wir in der SWR-Version geschaut, da die trotz Nähe zum Grünten deutlich besser als die BR-Version zu empfangen war. Die ORF-Programme gingen bei uns am besten aus dem Kleinwalsertal, ATV vom Pfänder ging nur an einem bestimmten Gerät. Ein Nachbar hatte noch eine Antenne auf dem Dach, mit der er je nach Wetter Schweizer Fernsehen empfangen konnte.
Das Bayerische Fernsehen (Schwaben/Altbayern) kam natürlich auch vom Grünten, das Bayerische Fernsehen (Franken) vom Hesselberg (allerdings hatte der Empfang der Nord-Version für uns keine Bedeutung). Insofern hatten wir 5 Programme in zumindest passabler Qualität (5 1/4, wenn man das Erste BR mitzählt) und 2 Programme, die nur ich geschaut habe ;)

von Zwölf - am 28.09.2014 12:08
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
In der westlichen Bodenseeregion, wo ich aufgewachsen bin, wurde die ARD oft via Grünten E43 empfangen, dann gab es das BFS auf E46 als "zweites Drittes" (neben Südwest3) gleich gratis dazu. Zusammen mit den schweizerischen und österreichischen Sendern waren bis zu neun terrestrische Programme empfangbar. Wenn man die BR-Regionalvariante der ARD mitzählt, sogar neuneinviertel. ;)


Der reine Luxus für uns Umsetzer-Abhängige,Donnerwetter...
Gab aber auch Regionen ohne Umsetzer und da war in ungünstigen Empfangslagen
oft nur die ARD sauber zu bekommen,trotz erhötem Antennenaufwand.

von UM74 - am 28.09.2014 16:28
Zitat
Bolivar diGriz
Gerade für mich als Heranwachsenden waren damals die verschiedenen "Geschmacksrichtungen" des Ersten Programms noch interessanter, denn dort liefen im Vorabendprogramm die ganzen coolen Serien. Und Auf SWF1 liefen oft andere Serien als im WWF. Ich fand es immer sehr bedauerlich, dass ein brauchbarer Empfang nur bei Tropo möglich war.


Es würde mich ja mal wirklich interessieren, wie du ARD/SWF in Moers empfangen konntest?

An anderer Stelle habe ich schon mal geschrieben, dass der SWF1 Sender Koblenz auf Kanal 6 durch einen Füllsender in Wuppertal auf dem gleichen Kanal, dem WDR die Konkurrenz aus dem Südwesten vom Leibe gehalten hat.
Der Empfang war dadurch bei uns leider unmöglich.

von joce - am 29.09.2014 10:10
Zunächst mal eine für jede Anstalt, und dann bei den Mehrländeranstalten noch Subregionalisierungen für die einzelnen Bundesländer wegen der Landesmagazine. Ein Sonderfall ist der Südwesten mit zwei Anstalten in einem Sendegebiet; hier hat meines Wissens der SDR das gemeinsame SDR-SWF-Vorabendprogramm ausgetrahlt, und der SWF-Mainz hat sich dann aus diesem für die rheinland-pfälzischen Regionalsendungen ausgeblendet. Bei diesem Mitschnitt von ARD-RP von 1990 kann man bei 6:01 schön sehen, wie ganz kurz die Stuttgarter Uhr zu sehen ist, bevor nach Mainz umgeschaltet wird.

Ab 1992 gab es ein gemeinsames Erstes für Berlin und Brandenburg bzw. SFB und ORB, und auch zwischen den MDR-Ländern wurde ab 1992 nicht mehr im Ersten getrennt. Ebenfalls 1992 dürften die NDR-Landesmagazine ins Dritte gewechelt sein, so dass das Erste auch hier ab 1992 NDR-weit einheitlich war. Im Südwesten wechselten die 19:48-Uhr-Regionalnachrichten 1994 ins Dritte (die die Regionalmagazine schon 1986), so dass es ab hier keine Trennung innerhalb einer ARD-Anstalt und zwischen SDR und SWF (bzw. BW und RP) mehr gegeben haben dürfte. Noch ein paar Jährchen länger haben sich die 17:50-Uhr-Regionalnachrichten gehalten.

Die letzten Regionaltrennungen jenseits der Werbung im Ersten dürften so 2003/2004 gelaufen sein (hier hessische Regionalnachrichten im Ersten von 2003), ebenfalls 2004 wechselten die Radio-Bremen-Nachrichten butten&binnen anlässlich der DVB-T-Umstellung ins Dritte. Trennung für Werbung gibt es theoretisch bis heute; seit die Kabelnetzbetreiber aber aus Protest gegen die Weigerung von ARD&ZDF, Einspeisegebühren zu bezahlten, fast überall bewusst die falsche Regionalversion einspeisen, dürfte das kaum noch relevant sein. Aber zumindest Anfang des Jahres habe ich - bei Kabel-BW - noch hessische Werbung im analogen Ersten gesehen.

von freiwild - am 14.10.2014 19:58
Zitat
plueschkater
Ja, es gab auch reine "Privatsenderstandorte", z.B. die Stadtfunzel in Rosenheim, für die dann noch eine weitere Antenne nötig war.
Das Gegenteil war z.B. Hohenpeißenberg mit ARD, ZDF, BR3 und vier Privatsendern - alle im UHF-Bereich, aber auch schön über das gesamte Band verteilt ;) Gemeinsam mit Zugspitze (ORF1 & 2 ebenfalls nur UHF-Bereich) ein schönes Angebot.
Leider gab es zu Analogzeiten - speziell in grenznahen Gebieten - wohl nicht die Kapazitäten, ausschließlich den UHF-Bereich zu nutzen.


Für Augsburg war die Konstellation echt genial: Der Hohenpeißenberg brachte mir ab 1990 in Augsburg-Pfersee mit der Kombination Wisi-UHF-Gitterantenne Richtung Zugspitze und 13-El.-Yagi Richtung Säntisauf dem Dach sowie einem Kathrein-Verstärker mit getrennten Eingängen für Band I / UKW, Band III und UHF in guter Qualität ARD/BR, ZDF, BR, ORF 1 +2, SFDRS1, Sat1, RTL, Pro7 (sowie Tele5?); das Signal wurde (ohne Dose) direkt durch die am Westfenster-Brett stehende "Parabol"-Zimmerantenne geschleift, die mir ohne Artefakte AFN-TV von der benachbarten Sheridan-Kaserne auf den Schirm brachte, und dazu in wechselnder Qualität ARD/SDR und Südwest 3 aus Aalen. Der gleich nach dem Umzug erstandene Loewe-Multinormfernseher war nicht billig, brachte uns aber eine andere Welt ins Haus. Als "Desert Storm" begann, blieb die Wahl zwischen dem von SFDRS kommentarlos übernommen CNN und der bewusst wehrkraftfördernden Darstellung auf AFN. Gemessen an der heutigen Sat- und Kabelvielfalt waren die 13 Programme zahlenmäßig nicht so viel, aber inhaltsmäßig vollkommen ausreichend. (Schließlich gab's ja auch noch eine interessante Radioszene :hot: )

von FrankenWalder - am 14.10.2014 21:27
Zitat
freiwild
Zunächst mal eine für jede Anstalt, und dann bei den Mehrländeranstalten noch Subregionalisierungen für die einzelnen Bundesländer wegen der Landesmagazine. Ein Sonderfall ist der Südwesten mit zwei Anstalten in einem Sendegebiet; hier hat meines Wissens der SDR das gemeinsame SDR-SWF-Vorabendprogramm ausgetrahlt,

SDR ("Südfunk Stuttgart") und SWF wechselten sich wöchentlich ab, klar erkennbar durch die
versch. Werbefiguren (Affe und Pferd/ Kater). Wenn ich richtig erinnere, gabs auch später
mal vorübergehend eine Gemeinschaftsphase HR/SDR/SWF/SR?

Ansonsten NDR und RB zus., SFB, WDR ("Intermezzo"), BR, HR, SR jeweils für sich

sj


von satjay - am 15.10.2014 10:44
Zitat
PhanTomAs
Ach ja, stimmt. Den italienischen Schweizer und ATV gabs ja auch noch. Die kamen aber erst später rein, als wir schon längst Sat hatten. TSI hab ich aber erst so um 1996 entdeckt (entweder sendete der bis dato gar nicht, oder die haben um diesen Zeitpunkt irgendwas an den Sendeparametern verstellt.) Aber da ich eh kein italienisch konnte, und der Sender sehr verrauscht reinkam, war mir der eh Wurst.
Und ATV, den zähl ich auch nicht wirklich dazu, weil der ja erst 2003 auf Antenne ging. Ab und an hab ich da mal eine Serie angeschaut. Aber Bild war auch nicht optimal.
SF Zwei? Leider auch schlechter bis unbrauchbarer Empfang.


TSR wurde auch oft als deutschsprachiger Sportkanal genutzt, so dass dieser hier am Bodensee gerade am Wochenende oft genutzt wurde (z.B. Formel I).
TSR hatte am Sonntag eine Sendung mit Videoclips (Les canards sauvages), die quasi ein Ersatz für MTV war.

von lindau42 - am 16.10.2014 05:31
Zitat
88,7 MHz
Zitat
satjay
In den 80ern musste der WDR auf Kopernikus rel. häufig aus rechtl. Gründen vor allem bei
Spielfilmen auf die Sat-Ausstrahlung verzichten. Mit entspr. Hinweistafel.

Für Kenner: es gab im WDR noch ein eigenes drittes Sandmännchen (weder Ost- noch Westsandmann),
das täglich 19.00 lief und jahrelang wie auch die Gastarbeitersendung vom SWF (S3) übernommen
wurde.

sj


du meinst sicher diesen häßlichen Vogel --- > https://www.youtube.com/watch?v=_O4TIhEybcM

Ist ja echt abartig dieses "Tier", wer da als Kind keinen dauerhaften Schaden bekommt ... zum Glück habe ich dieses "Tier" als Kind nie gesehen.

von Jens1978 - am 16.10.2014 06:57
Zitat
Bolivar diGriz
Ich habe damals in Geldern/Walbeck gewohnt. Zu empfangen war SWF1 damals auf K6 (Koblenz), wenn überhaupt. Normalerweise war das Signal zu schwach, aber schon mit leichtem Rückenwind in Form von etwas Tropo war der Empfang gut. Ich hatte die "Langenberg-Antenne" leicht verdreht, meinen Eltern ist das nicht weiter aufgefallen, aber bei Tropo gab es halt SWF1 und manchmal auch RTL.
Außerdem stand das Programm in der Fernsehzeitung, man hatte sich also schon jedesmal geärgert über das was man so verpasst hat.

War an QTH2 genauso, mit Antennenaufwand konnte man dort also 5 ARD Versionen empfangen: WDR, NDR K50, HR K2, BR K3, SWF K6 wobei SWF die am schlechtesten zu empfange Version war (auch wegen Jalousie aus Wuppertal).

von Jens1978 - am 16.10.2014 07:11
In Wuppertal gab es an Dritten Programmen natürlich den WDR. Interessant hier die Fenster seit Ende der 1980er. Zunächst gehörte Wuppertal mit zum Fenster Düsseldorf, später dann Bergisches Land. Wuppertal jedenfalls K42, Düsseldorf K39, Dortmund K53, Siegen (Lüdenscheid) K60, auch Münster K45 und andere Fenster müssten in Wuppertal empfangbar gewesen sein, aber man hatte ja sein eigenes.

Andere Dritte eigentlich nur Südwest 3 Kanal 56. Dafür hatten viele Leute extra eine Antenne.
hessen 3 aus Angelburg K52 oder Feldberg K54 ging auf den Höhen mit gutem Equipment sicher auch irgendwie, aber nicht bei uns in Elberfeld.

ARD Regionalversionen wären K6 aus Koblenz (SWF) und K8 vom Feldberg (hr) gewesen, aber K6 Wuppertal hat Koblenz natürlich zerstört und ich hatte auf K8 RTBF1 aus Wavre und nicht ARD. Die Sackpfeife (hr) hatte ARD ja in Band 1 (K2?), aber ich kenne niemanden, der das in Wuppertal gesehen hat.

von Languedoc - am 16.10.2014 08:39
Zitat
alzarius
Welches ARD-Regionalprogramm setzte sich denn am meisten von den anderen ab?
War es das WWF-Programm mit seinem legendären WWF-Club?
WWF hatte ja auch ein recht auffälliges Logo. Ich kann mich an keine Logos der anderen Regionalprogramme erinnern.

Kann man so nicht sagen, irgendwie waren die alle anders gestrickt, wobei das Schema gleich war: Serien, Unterhaltungssendung, Regionalmagazin. Beim NDR gab es die "Aktuelle Schaubude", die wurde nach der ARD-Harmonisierung aufgrund der Beliebtheit eine zeitlang ins Dritte N3 übernommen. Was es bei den anderen so gab, weiß ich gar nicht mehr.

von Jens1978 - am 16.10.2014 19:36
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Zitat
Der Langenhagener
Beim NDR Werbefernsehen gab´s keine Comicfiguren soviel ich weiss.


Doch, bis 1969 im 1. Programm, Regionalteil.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sehpferdchen

Genau, war 1959 mein erstes Westfernseherlebnis überhaupt, damals bei einem Schulfreund - meine Eltern hatten erst ab 1960 einen Fernseher. Wir drei, vier 9jährigen kuckten dann immer Mike Nelson!
http://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuer_unter_Wasser
Anschließend kam dann die Kogge und Tagesschau, war für uns uninteressant.

von mittendrin - am 17.10.2014 11:12
Zitat
B.Zwo
Ob die wohl heute noch per UKW zuführen?


Nein, schon lange nicht mehr. Man erkennt es am Zeitversatz gegenüber dem terrestrischen Empfang und dem abweichenden RDS.

Zitat
RheinMain701
Die meisten Programme werden heute per Satellit zugeführt.


UM/KBW holt sich die Programme aus dem ARD-eigenen KCC, sofern diese dort anliegen.

Zitat
RheinMain701
Nur bei WDR2 macht man, warum auch immer, noch die große Ausnahme.


Wie gesagt, es gibt bei WDR2 keine Ausnahme. Die terrestrische Direkteinspeisung von WDR, BR und SWR wurde im Frankfurter Netz schon vor Jahren beendet.

von MainMan - am 21.10.2014 19:18
Zitat
freiwild
Zunächst mal eine für jede Anstalt, und dann bei den Mehrländeranstalten noch Subregionalisierungen für die einzelnen Bundesländer wegen der Landesmagazine. Ein Sonderfall ist der Südwesten mit zwei Anstalten in einem Sendegebiet; hier hat meines Wissens der SDR das gemeinsame SDR-SWF-Vorabendprogramm ausgetrahlt, und der SWF-Mainz hat sich dann aus diesem für die rheinland-pfälzischen Regionalsendungen ausgeblendet. Bei diesem Mitschnitt von ARD-RP von 1990 kann man bei 6:01 schön sehen, wie ganz kurz die Stuttgarter Uhr zu sehen ist, bevor nach Mainz umgeschaltet wird.

Im Südwesten wechselten die 19:48-Uhr-Regionalnachrichten 1994 ins Dritte (die die Regionalmagazine schon 1986), so dass es ab hier keine Trennung innerhalb einer ARD-Anstalt und zwischen SDR und SWF (bzw. BW und RP) mehr gegeben haben dürfte. Noch ein paar Jährchen länger haben sich die 17:50-Uhr-Regionalnachrichten gehalten.
.


In Hamburg sind die NDR Kanäle für NDS K56 und SH K28 vom Ersten ins Dritte gewechselt. Bei uns in RLP ging es ja wie geschrieben Mitte der 80er Jahre los und 1994 war zumindest im SWF und SDR Gebiet alles im Dritten Programm. Ich meine mich aber in meiner Zeit in den 90er in der Nähe von Kaiserslautern zu erinnern, dass Im Ersten vom SR noch Regionalmagazine liegen ob auch Parallel im Dritten kann ich nichts sagen.

Aber meine Frage ist eigentlich, hätte dann damals K6 vom Weinbiet nicht ähnlich wie in Hamburg vom Ersten zum Dritten wechseln müssen?

Der Donnersberg müsste doch dort abgeschattet sein, gerade durch den hohen Kanal K60. Auch auf UKW wurden ja für die RLP Varianten Sender auf dem Weinbiet gesetzt.

Meines Wissens wurde doch die III.Kette, wie das ZDF, im Südwesten überregional ursprünglich koordiniert.

Spätestens 1998 nach Gründung des SWF war der Sender Weinbiet bei der I.Kette überflüssig.

von H_Deutsch - am 16.04.2017 20:38
In (West-)Berlin machte der SFB eigene Sendungen und blendete sich dann aus der Nordkette aus.

Dazu gehörten


  • Übertragungen von der Berliner Börse
  • Live aus dem Berliner Abgeordnetenhaus


Die Börsenübertragungen kamen immer wochentags von 11:30 - 13:30. Ein Mikrofon auf dem Börsenparkett, 2 Damen schrieben auf 3 oder 4 Tafeln. Die Kamera wechselte in festen Abständen die Tafeln, so daß man gelegentlich deren Hände sehen konnte. Zu Beginn der Übertragung, zum Ende und natürlich auch mittendrin wurde das Geschehen zusammengefaßt und kommentiert.

Die Übertragungen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus liefen Donnerstags ab 13:00. Da hatten die beiden Damen von der Börse früher frei.

Wenn ich mich nicht irre, lief auch nur in Berlin


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Der Englischkurs der BBC. Dazu gab es auch Begleitmaterial mit Büchern und MC's, aber in Ermangelung von Westverwandschaft kam ich da nicht heran...

Im Urlaub konnte man eventuell auch mal ein anderes Drittes sehen. In Plauen/Vogtland kam BR3. Mitte der 80er kam fast jeden Tag um 19:00 ein Film. Überwiegend Hollywoodfilme in s/w. Zumindest wenn ich in Plauen war.

von The Jazzman - am 17.04.2017 10:39
Zitat
Der Langenhagener
@ DLR Fan Sachsen-Anhalt

Tatsächlich, allerdings war das vor meiner Zeit. Im Internet habe ich noch dieses Bildchen dazu gefunden :
[attachment 3917 ndr.jpg]

Zum Thema Seepferdchen, was gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=6VCVNVHt6wY

Zitat
B.Zwo
Nach Süden kann ich nicht sagen. Ein Bekannter in St. Andreasberg konnte West3 empfangen. Da war ich schon ein wenig neidisch. Wie gern hätte ich auch Sport im Westen am Samstag gesehen, aber bei mir war da nix zu machen. Ich weiß allerdings nicht mehr so genau, wo bei ihm das Signal herkam. Vom Sauerland oder aus dem Eggegebirge müsste es gewesen sein.
Evemtuell auch Satellit, denn das WDF sowie das BFS wurden schon in den 80ern über Satellit (Intelsat) übertragen.

von Jens1978 - am 17.04.2017 15:23
Hallo zusammen,

die Ostbeam-Ausstrahlung war über ECS-1. Die Bundespost konnte 1984 zwei Kanäle auf diesem Satelliten für deutsche Programme sichern: Einer war auf dem Westbeam, der andere auf dem Ostbeam.

Der Westbeam-Kanal ging an Sat.1 (damals noch eine Art Konsortium aus verschiedenen Veranstaltern, u.a. dem Sat.1-"Vorgänger" PKS), der Ostbeam-Kanal ging an das ZDF für 3sat.

Dieser Eutelsat-Kanal dürfte dann auch für die Kabeleinspeisung von 3sat genutzt worden sein, denn der 3sat-Kanal auf Intelsat soll auch vom ZDF selbst für Überspielungen genutzt worden sein, siehe z.B. auch die Diskussion hier im Forum zum 20. Geburtstag von 3sat im Jahr 2004: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,152079,152481

In dem damaligen Thread gibt es auch unterschiedliche Angaben, ob 3sat nun auf dem West- oder Ostbeam lief. Die anfängliche Ostbeam-Ausstrahlung läßt sich aber auf diverse Quellen stützen. Ich vermute mal, daß man später dann doch noch einen Westbeam-Kanal bekommen konnte. Bei RTL Plus scheint es wohl ähnlich gewesen zu sein...

cu talk

von talk - am 19.04.2017 15:31
Zitat
RheinMain701
Das liegt aber daran, dass in Frankfurt eine Privatsenderfunzel auf dem selben Kanal wie das WDR-Fernsehen sendete.

Das stimmt so nicht. Du sprichst über E40 "Hochsauerland". Zunächst gab es RTL und RTL2 auf E28 und E41. Später sollte auf E40 VOX folgen. Natürlich war da der WDR schon längst im Kabel vertreten.
Allerdings sieht man schon an "RTL2" daß diese Disskussion über eine terrestrische WDR-Übernahme vs Privatfernsehen nicht im relevanten Zeitraum "80er" gewesen sein kann. Da wurde also in Ffm und überhaupt in Hessen noch kein Privatfernsehen terrestrisch verbreitet. Das Signal war also nicht durch die Privaten gestört, der Grund wohl ein anderer.

von Thomas (Metal) - am 24.04.2017 09:17
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