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vor 3 Jahren, 7 Monaten
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WellenreiterBN

Werner Bader verstorben

Startbeitrag von WellenreiterBN am 17.11.2014 19:04

Der langjährige Direktor der deutschen Sendungen der Deutschen Welle,
Werner Bader, ist am 4. Oktober gestorben. Während bei der Deutschen
Welle keine Pressemitteilung zu finden war, wird in im Internet
zugänglichen Nachrufen primär sein kulturelles Engagement für
Brandenburg gewürdigt (Ostdeutscher Kulturrat, Landsmannschaft Berlin-
Mark Brandenburg, Kulturförderverein Mark Brandenburg, Märkische
Dichterstraße, Nachlassverwalter von Gustav Büchsenschütz, der die
Brandenburghymne geschrieben hat).

Nach der Zweiten Weltkrieg studierte Werner Bader von 1945 bis 1950
Geschichte, Zeitungswissenschaft und Slawistik an der Humboldt-
Universität, ab 1948 an der Freien Universität in Berlin. Noch während
des Studiums begann er 1946 journalistisch zu arbeiten; unter anderem
leitete er 1948/49 das Berliner Büro des Spiegel. 1953 ging er zum
Nordwestdeutschen Rundfunk (später Sender Freies Berlin). 1958 wurde
er in Köln Chef vom Dienst in der Nachrichtenredaktion der Deutschen
Welle und 1968 bis zum Eintritt ins Rentenalter 1987 Leiter des
deutschen Programms. In dieser Zeit war er 1973 Mitbegründer und
Präsident der Internationalen Assoziation deutschsprachiger Medien.
1995 zogen Werner und Karin Bader in das 1786 von Christoph Philipp
Gerhard von Bredow erbaut Gutshaus in Görne (Landkreis Havelland,
Brandenburg). (Dr. Hansjörg Biener, ntt aktuell November 2014, via
DXLD) DWL Cologne German Service director and presenter - SK
(Wolfgang Büschel, DX LISTENING DIGEST)

Werner Bader – ein Märker ist gegangen

Wenn sein letztes großes Projekt eines Tages offiziell in Szene gesetzt wird, ist er nicht mehr dabei. Die „Märkische Dichterstraße“ war eine Herzensangelegenheit für Werner Bader – wie alles, was er angepackt hat. Am Samstag ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.
Artikel veröffentlicht: Sonntag, 05.10.2014 15:21 Uhr | Artikel aktualisiert: Mittwoch, 05.11.2014 11:29 Uhr

Görne. Es ist schwierig, das Leben von Werner Bader auf etwas mehr als 100 Textzeilen zu reduzieren. Am Anfang sollten die Spuren stehen, die er seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 in der Mark Brandenburg hinterlassen hat. Die Wiedervereinigung, die er so sehr herbeigesehnt hat. "Zwei Märker kehren heim" titelte die Märkische Allgemeine im Dezember 1995, als Werner Bader nach Görne zum Richtfest für sein neues Anwesen einlud. Er und seine Frau Karin – sie ist bereits vor einigen Jahren verstorben – wollten sich dort niederlassen, wo sie herkamen. Karin Bader, hatte ihr Elternhaus in Dickte. Werner Bader selbst stammt aus Spremberg.

"Steige hoch du roter Adler" – wer nicht wenigstens drei Strophen der Brandenburghymne auswendig kannte, der bekam Nachhilfe bei Werner Bader. Er war der Verwalter des Lebenswerkes von Gustav Büchsenschütz, der die Hymne geschrieben hat. Die Scheune in Görne wurde bald zum Kulturtreffpunkt. Eine kleine Bibliothek für Durchreisende gibt es hier, die „Leserast“. Lesen, Bücher und Geschichte haben Baders Leben geprägt. "Wo man in Brandenburg hinspuckt, hat große Geschichte stattgefunden, aber wir machen nichts daraus." Das hat er einmal gesagt und den Kulturförderverein Mark Brandenburg gegründet. Es entstanden der Deutsche Birnengarten in Ribbeck, eine Partnerschaft mit polnischen Gymnasien, die Bader mit Literatur versorgte, er schrieb Bücher und gab den Bildband "Kirchen im Havelland" heraus.

Dreht man das Rad ein Stück weiter zurück, stößt man auf Werner Bader, den Journalisten – ein Vollblutjournalist. Er leitete das Berliner Büro des "Spiegel" und er war bei der Tageszeitung "Der Kurier" und der "Neuen Zeitung". Bei einem Interview-Termin in Ost-Berlin wäre er fast ins Gefängnis gekommen – weil er seine Fragen frech und frei stellte.

Danach begann die Rundfunk-Karriere – zunächst beim Nordwestdeutschen Rundfunk, später bei der Deutschen Welle. Werner Bader hat hier ein Stück Rundfunkgeschichte mitgeprägt. Er stand für unverwechselbare Reportagen. Seine Stimme und seine Ideen prägten über drei Jahrzehnte das deutsche Programm des Senders in Köln.

Mit der Zeit im Rheinland eng zu verbinden ist seine besondere Vorliebe für den Karneval. Er stieg auch selber in die Bütt’.

Werner Bader war ein politischer Mensch. Zu seiner SPD-Mitgliedschaft stand er. Trotzdem war er ein kritischer Genosse. Geprägt war er durch die SPD von Kurt Schuhmacher und Willy Brandt.

Und noch eine Verbindung darf hier nicht unerwähnt bleiben: Werner Bader und Theodor Fontane. Den märkischen Schriftsteller verehrte Bader so sehr, dass er mit Hilfe von Sponsoren in Görne – wo Fontane nachweislich wenigstens zweimal war – eine Büste des Schriftstellers aufstellen ließ.

In Görne besuchten Ministerpräsidenten und Minister den Grafenstall, wie Bader seine Scheune bald nannte. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des "Rote-Adler-Ordens". Dazu kommen viele weitere Auszeichnungen.


Quelle: Märkische Allgemeine
Voraussichtlich am kommenden Sonnabend wird Werner Bader beigesetzt.

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