Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
35
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Studio Leipzig, omipo, DABit, pomnitz26, Japhi, Marc_RE, Staumelder, B.Zwo, Zintus, Habakukk, ... und 10 weitere

Indoor-Empfang (UKW) verbessern

Startbeitrag von musicus2 am 14.12.2014 23:06

Liebe Gemeinde,
ich habe ein paar Krankheiten mit meinem UKW-Empfang, der bei mir leider nur innerhalb des Gebäudes erfolgen kann Ich hab schon etwas mit Antennen und Frequenzen experimentiert, konnte aber keine wirklich substanziellen Fortschritte erzielen. Wer also aus seinem Erfahrungsschatz einen wertvollen Rat für mich hat, ist eingeladen, mich daran teilhaben zu lassen.

Das Equipment:
-> Restek D2a
-> günstige Dipol-Wurfantenne nach diesem Muster: http://images.efulfi...1EF78B36CAACBEAA96E7
-> [75cm-Wurfantenne (aus uralt-Koaxkabel selbstgebastelt)]

Die Lage:
Kleine Einzimmerwohnung in der Münchner Innenstadt. Leider nicht wirklich hoch oben und ohne Hausantenne o.ä. Angeschlossen ist derzeit der große Flachband-Dipol. Wohnung und Antennenausrichtung stehen leider nur begrenzt zur Disposition. Die Ausrichtung der Dipol-Arme ist meinem Eindruck nach aber ohnehin ordentlich. Der Dipol erstreckt sich also in Ost-West-Richtung (in einem Winkel von ca. 100° zur Nord-Süd-Achse) - Verschiedene Ausrichtungsexperimente beim Anschließen ließen keine hörbar bessere Positionierung erkennen.

Das Problem:
Vom Hocker gerissen hat mich bislang nur der Deutschlandfunk-Empfang, was bei 800m Luftlinie zum Sender Blutenburgstraße aber auch kein Wunder ist. Die Programme des Bayerischen Rundfunks empfange ich hingegen im Stereobetrieb stets nur mit Rauschen, mono geht's tadellos. Das Rauschen ist nicht übermäßig stark (was mit ein ganz klein wenig Hoffnung gibt), aber eben auf Dauer echt nervig. Das Die Wahl des Senders ist dabei zweitrangig (ich bekomme mittelprächtige Signale vom Wendelstein bzw. aus Ismaning) Besonders auf B2 (um die 89 MHz) und B4 (um die 103 MHz) würde ich aber schon wert legen.

Sofern jemand erkennbare - und behebbare - Fehler in meinem Setup ausmachen kann, würde ich mich über eine konstruktive Rückmeldung sehr freuen. Jeder Tip zur Empfangsverbesserung, Rauschverminderung ist willkommen
Danke in die Runde!

EDIT: Laienfrage (nach ein paar Stunden Netzrecherche): Kann es sein, dass die UKW-Versorgung durch den Bayerischen Rundfunk auf dem Münchner Stadtgebiet (bin neu da) ohnehin nicht besonders konstant ist, aber historisch bedingt nunmal von Ismaning/Wendelstein gesendet wird? Die Programme vom Olympiaturm und aus der Oberpostdirektion (Blutenburgstraße) funktionieren vergleichsweise blendend.
Inwieweit wären Störeinflüsse plausibel, wenn man bedenkt, dass die senkrechte Ableitung vom Dipol zum Stecker am Tuner nicht geschirmt ist?
Merci an alle Sach- und Fachkundigen!!

Antworten:

Willkommen im Radioforum, musicus2. Das Problem mit schwachem indoor-Empfang hatte ich früher auch. Nach erfolglosen Tests mit verstärkten Zimmerantennen hatte ich in meiner ersten eigenen Bude zwar ebenfalls einen gestreckten Dipol auf eine 1,50m Fußleiste gespannt, was zwar in Sachen Signalstärke ein kleiner Schritt nach vorne war, aber das Gakelteil auf einem Mikrofonständer war nicht gerade designpreiswürdig, außerdem immer im Weg. ;)

Nächste Stufe war dann eine 3-Element-Yagi, die ich unter einem quer durchs Zimmer laufenden Bücherbrett drehbar montierte. Auch wenn mein erster Tuner nur eine grobe Balkenanzeige hatte, war der positive Effekt spürbar.

Letzte Stufe war dann vor 14 Jahren eine selbst gebaute, recht kompakte 5-Element-Yagi nach Spindler, die ich in der neuen Bleibe bewusst nah ans Fenster rückte und ebenfalls drehbar, diesmal an eine Art Minimast, knapp unter der Zimmerdecke, montierte. Mehr ging nicht. Aber sie ging erstaunlich gut! ( --> Zimmeryagi, 29 Treffer ;))

von Erich Hoinicke - am 15.12.2014 09:05
Gibt's für "Indoor" eigentlich keinen deutschen Begriff?

von Florian-L - am 15.12.2014 10:40
Zitat
Florian-L
Gibt's für "Indoor" eigentlich keinen deutschen Begriff?


...ist doch deutsch > sogar neudeutsch!;)


Im Ernst:

indoor (auch: inside, on the inside, indoors, interiorly) = innen
indoor (auch: indoors) = im Haus

Quelle: de.bab.la

von Studio Leipzig - am 15.12.2014 11:35
[OT]
@Florian-L: Keine wirkliche 1:1-Entsprechung. "Inhaus" oder "Innenraum" in Verbindung mit einem Substantiv triffts am besten, ist aber nicht gebräuchlich.
[/OT]

@musicus2: Leider funktioniert Dein Link bei mir nicht. Wenn der Tuner einen Koax-Eingang hat, wäre ein Dipol mit Koax-Ableitung jedenfalls die sicherste Wahl. Kannst Du den Dipol drehen? Das Signal kommt bei Dir nicht unbedingt aus der Richtung des Senders, sondern durch Reflektionen von "irgendwo", zum Beispiel von einer gegenüberliegenden Hauswand. Ggf. den Dipol mal direkt ans Fenster kleben...
Direkt dort, wo die beiden Dipolschenkel ins Speisekabel verschwinden, gehört ein BalUn hin. Ein "Kaltes" Koaxkabel vermeidet, dass das Koaxkabel als Antenne wirkt.
Im Zweifelsfall tuts ein auf UKW tauglicher Klappferrit (Conrad? Reichelt?)), durch den das Koaxkabel direkt am Speisepunkt ein paarmal durchgeführt wird.

von DH0GHU - am 15.12.2014 12:00
Natürlich gibt's passende Übersetzungen:

for indoor use only : nur im Türrahmen zu benutzen. :D

von Saarländer (aus Elm) - am 15.12.2014 12:01
Hallo und willkommen hier,

Nun ja es gibt mehrere Ansätze:

1) Soll der besagte Tuner möglichst viel und sauber terrestrisch empfangen:
Ich habe früher mal in meiner Jugendzeit das Dipol vor das Fenster gehängt und die Zweige einer Kiefer am Fenster als Hilfsmittel genommen. Alternativ gehen Reisnägel und dünne Schnüre (ist halt nicht besonders sturmfest). Nahezu rauschfreien Fernempfang (Grünten in 130km Entfernung) brachte mir dann z.T. sogar ein Antennenverstärker, wobei man da halt Gefahr läuft dass die Ortssender alles übersteuern (bei dir z.B. Blutenbergstr.)

2) Möchte ich ein bestimmtes Programm rauschfrei (z.B. Bayern, BR Klassik). Gäbe es alternative für Dich interessante alternative Empfangswege?
- a) Tuner an Kabelanschluss oder Gemeinschaftsantenne
wirklich keine Antennendose vorhanden?

- b) Digitales Radio via DVB-C / -S?
wenn Antennendose und Empfangsart vorhanden

- c) Wenn a) und b) scheitern wäre DAB+ ein guter Versuch.
Ich vermute mal stark, dass Du gute Chancen hättest das BR Paket (11D), den gemischten Muxx (12D) und einige regionale Angebote zu empfangen, evtl sogar schon mit der Wurfantenne. Stereoanlagenzusatzgeräte oder Portis gibts ab knapp 40 Euro, sinnvolles hier u.U. für so 100 Euro

Viel Erfolg :)

von RainerZ - am 15.12.2014 13:06
Zitat
Florian-L
Gibt's für "Indoor" eigentlich keinen deutschen Begriff?

Buten un Binnen. ;)

von Anonymer Teilnehmer - am 15.12.2014 14:57
Binnenreceptie? Drinnenempfang?

von Japhi - am 15.12.2014 15:05
Zitat
DH0GHU

Direkt dort, wo die beiden Dipolschenkel ins Speisekabel verschwinden, gehört ein BalUn hin. Ein "Kaltes" Koaxkabel vermeidet, dass das Koaxkabel als Antenne wirkt.
Im Zweifelsfall tuts ein auf UKW tauglicher Klappferrit (Conrad? Reichelt?)), durch den das Koaxkabel direkt am Speisepunkt ein paarmal durchgeführt wird.


Richtig. Eine symetrische Antenne mit koaxialer Speisung sollte (muss) symetriert werden.
Die billigste Lösung (die ich meistens benutze) ist die Mantelwellensperre.
Für den UKW-Bereich hierbei das Koaxialkabel am Speisepunkt zu einer Spule wickeln.
Drei Windungen mit zehn Zentimetern Durchmesser, diese mit Kabelbindern fixiert, bewirken
die "symetrierung"... ;)

Nach dieser Massnahme empfängt nur noch der Dipol und nicht mehr Dipol und Koaxkabel...

von DH3FBI - am 15.12.2014 18:38
Zitat
RainerZ
Gäbe es alternative für Dich interessante alternative Empfangswege?
- a) Tuner an Kabelanschluss oder Gemeinschaftsantenne
wirklich keine Antennendose vorhanden?

- b) Digitales Radio via DVB-C / -S?
wenn Antennendose und Empfangsart vorhanden

- c) Wenn a) und b) scheitern wäre DAB+ ein guter Versuch.

Das wäre auch mein Ansatz. Empfehlung ganz klar DVB-S oder DVB-C als Goldstandard. Receiver gibt es annehmbare für unter 40 €. Praktisch finde ich dabei wenn zumindest ein Zifferndisplay vorhanden ist. Eine passende Excel-Tabelle kann man sich dazu ja schreiben.
Wenn es UKW sein soll: Es wäre zunächst überhaupt einmal zu klären ob einerseits die notwendige Feldstärke in Ansätzen vorliegt und ob man ein homogenes Feld hat. Hierzu hat mein Tecsun PL-380 schon gute Dienste getan. Schafft es in der Qualitätsanzeige (S/N) ein Sender nicht über 20 dB, probiere ich erst gar nicht weiter. Das ist nur Zeitverbrennen :-( . Sicher, manchmal macht auch Bastelwerk Spaß und man in jedem Fall viel dabei lernen :gruebel: .
Sollen es nur die Ortssender sein, könnte natürlich auch DAB interessant sein, keine Frage. Gerade in Mchn würde ich da keine Probleme erwarten. ...allerdings auch keine Nachbarsender.

von Thomas (Metal) - am 15.12.2014 19:31
Ich würde dir für die BR-Programme auch DVB-S oder DVB-C empfehlen. Evtl. DAB+ probieren.

Wie gehen denn die Programme vom Olympiaturm?
z. B.: auf 93.30 Mhz ENERGY
oder auf 101.30 Mhz Antenne Bayern

DAB+ würde ich aber auf alle Fälle mal probieren.
Durch die 10 kw-Sender vom Olympiaturm hättest du schon mal auf 5C, 11D und 12D allerhand Sender. (ca. 38)

Die 4 kw vom 11C bringen nochmal 19 Programme
Macht also über DAB+ bei guten Empfang insgesamt ca. 57 Programme.

von Scanner100 - am 15.12.2014 20:03
Alternativ (fürs kleine Budget aber in meinen Augen sehr effektiv):

- Kia Autoradio (gibt es bei ebay Kleinzeigen für mittlere zweistellige Beträge)
- 5 Elemente-Yagi

Okay, du brauchst noch Stromversorgung (Bleiakku --> kleines Geld) und evtl. Lautsprecher, (08/15 PC-Lautpsrecher), alles in allem hast Du aber für kleines Geld eine unschlagbare Kombination für guten bis sehr guten Empfang. Die Yagi stelle ich natürlich nicht ins Wohnzimmer, für Experimente (Antenne am Fenster oder auf Balkon/Terasse) ist diese Kombination unschlagbar. Ich habe im September in Unterschleißheim mit einem modifizierten Roadstar TRA-2350P gescanned (Innenhof, Ergeschoss, 0 Ortkenntnis). Die Ergebnisse machen Lust auf mehr.

von Staumelder - am 15.12.2014 21:17
Vielleicht könnte ein Ringdipol, außen am Fenster angebracht, weiterhelfen. In den Anfangstagen des UKW-Rundfunk war sowas durchaus üblich.

von B.Zwo - am 15.12.2014 21:50
Ich bin immer noch ein Fan dieser Antenne:
http://www.oppermann-electronic.de/assets/images/Bild1780.jpg

Die Doppeltelskopantenne hat eine recht ordentliche Richtwirkung und hat bei mir immer bessere Ergebnisse geliefert als jegliche Art von Wurfantenne, T-Antenne, oder aktiver Zimmerantenne.

von Habakukk - am 16.12.2014 08:28
Der Tuner ist ja definitiv kein schlechtes Gerät, aber auch High-End Geräte altern. Nicht das du alles an Antennen ausprobierst und das Gerät eigentlich nach einem Neuabgleich schreit.

von Marc_RE - am 16.12.2014 08:33
Zitat
Habakukk
Ich bin immer noch ein Fan dieser Antenne:
http://www.oppermann-electronic.de/assets/images/Bild1780.jpg

Die Doppeltelskopantenne hat eine recht ordentliche Richtwirkung und hat bei mir immer bessere Ergebnisse geliefert als jegliche Art von Wurfantenne, T-Antenne, oder aktiver Zimmerantenne.


Hallo,

weiß jemand wie so eine Antenne angepasst ist? So ~75 Ohm wird die ja haben, aber ich meine Symmetrisch/Unsymmetrisch. Oder hat der Hersteller aus Kostengründen einfach das Koaxkabel so angeschlossen?

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 16.12.2014 15:49
Davon gibt es 2 Versionen. Bei der gezeigten sitzt im Gehäuse zwischen den 2 Teleskopen ein Balun. Bei der anderen kommt Flachleitung raus und der Balun sitzt im Winkelstecker.

von Marc_RE - am 17.12.2014 10:54
Zitat
DH3FBI
Zitat
DH0GHU

Direkt dort, wo die beiden Dipolschenkel ins Speisekabel verschwinden, gehört ein BalUn hin. Ein "Kaltes" Koaxkabel vermeidet, dass das Koaxkabel als Antenne wirkt.
Im Zweifelsfall tuts ein auf UKW tauglicher Klappferrit (Conrad? Reichelt?)), durch den das Koaxkabel direkt am Speisepunkt ein paarmal durchgeführt wird.


Richtig. Eine symetrische Antenne mit koaxialer Speisung sollte (muss) symetriert werden.
Die billigste Lösung (die ich meistens benutze) ist die Mantelwellensperre.
Für den UKW-Bereich hierbei das Koaxialkabel am Speisepunkt zu einer Spule wickeln.
Drei Windungen mit zehn Zentimetern Durchmesser, diese mit Kabelbindern fixiert, bewirken
die "symetrierung"... ;)

Nach dieser Massnahme empfängt nur noch der Dipol und nicht mehr Dipol und Koaxkabel...


Hallo,

ich hoffe, nach so langer Zeit das Thema nochmal wiederbeleben zu können:

Ich möchte eine geschlossene Dipolantenne (also symmetrisch, 240 Ohm) über ein 75-Ohm-Koaxkabel mit meinem Röhrenradio (Antenneneingang symmetrisch, 240 Ohm) verbinden.

Nun habe ich ja 2 Stellen mit je 2 Problemen:

- Antenne -> Koaxkabel: Symmetrisch -> Unsymmetrisch & 240 Ohm -> 75 Ohm
- Koaxkabel -> Radio: Unsymmetrisch -> Symmetrisch & 75 Ohm -> 240 Ohm

Der hier erwähnte Balun (einfach am Ende vor der Antenne 3 Windungen und dann an das Flachkabel der Antenne?) erschlägt beide Probleme (also Symmetrie/Unsymmetrie und Impedanz)?
Und wie würde das an der Stelle Koaxkabel->Radio aussehen?

Würde mir an beiden Stellen diese "Weiche" weiterhelfen (die müsste ja bidirektional funktionieren?): Antennenweiche

Vielen Dank!

Omipo

von omipo - am 21.01.2018 20:36
Jawohl, das ist so! Da die Dinger rein passiv aufgebaut sind, kannst Du ein Koax-Kabel dazwischen verwenden.
Fall's Du ein handelsübliches Verlängerungskabel verwenden möchtest, müsstest Du auf einer Seite des Kabels den Stecker wechseln.

Im Weiteren ist zu beachten, dass so natürlich die doppelte Signaldämpfung zustande kommt. Da Röhrenradio's allgemein sehr empfindlich sind, dürfte das aber zu vernachlässigen sein.

OT:
Viel Spass mit dem "Dampfradio"! Bei mir im Wohnzimmer steht auch noch so ein Möbel, mit ausklappbarem Radio-Teil und Plattenspieler unter dem Deckel. Ein Zusatzverstärker mit Federhall ist im Möbel integriert. Die Ferritantennen, zwei getrennte für LW und MW sind über einen Knopf drehbar. Über KW empfangen wir die Deutsch Sendungen von Radio Taiwan International. Das Teil ist fast so alt wie ich, Bj 1963.

Aber bitte vergiss nicht Deine Antenne zu erden, hihihi! (Messerschalter neben dem Fenster nach unten legen um die MW-Antenne mit der Erdleitung zu verbinden.)

Liebe Grüsse
Res

von DABit - am 24.01.2018 02:35
@omipo

Warum nicht einfach ein paar Meter 240 Ohm Flachbandleitung besorgen und die zweimalige Symmetrierung weglassen?

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 24.01.2018 07:40
Zitat
Studio Leipzig
@omipo

Warum nicht einfach ein paar Meter 240 Ohm Flachbandleitung besorgen und die zweimalige Symmetrierung weglassen?

MfG

Studio Leipzig
Ich habe ein normales 2 adriges Lautsprecherkabel mit 2x 73cm Aludraht in Form eines Dipol zurecht gebogen und dieses meist hinter oder auf dem Schrank gelegt. Für UKW war das eine sehr effiziente Lösung, weit über dem Empfang an der Teleskopantenne. Da wir im Bereich DAB aber sehr viele Sender haben und das SFN uns so sehr umzingelt funktioniert die Technik deutlich besser abgesehen von besseren Programmen und allem dem was es auf UKW auch gibt. Die guten DDR Holzradios sind dann in der Tonne gelandet.

von pomnitz26 - am 24.01.2018 09:47
Zitat
pomnitz
Die guten DDR Holzradios sind dann in der Tonne gelandet.


Hervorragend :rolleyes:

von Japhi - am 24.01.2018 10:00
Zitat
Japhi
Zitat
pomnitz
Die guten DDR Holzradios sind dann in der Tonne gelandet.


Hervorragend :rolleyes:
Wolltest du eines? Die Lautsprecher waren zerfallen. Ich habe noch ein paar im Keller. Ich konnte nicht alle retten, es war auch nicht meine Entscheidung. Grund war auch dass das UKW Frequenzband bei 100 oder 104MHz endete.

von pomnitz26 - am 24.01.2018 11:34
Als Kind baute ich meine erste UKW-Antenne auf. Die Antenne bestand aus einem selbstgebauten Dipol von 2 x 75 cm (also kein Faltdipol) aus 4 mm dickem Aluminiumdraht, den ich aus dem Verschnitt, d.h. Reste von einer Baustelle einer Hochspannungsleitung "organisiert" hatte. Diesen Dipol hatte ich auf eines der großen roten Räder von Fischertechnik montiert. Kenner der Baukästen von Fischertechnik aus den Siebzigern werden wissen, welches Rad ich meine. Dieses Rad wurde mit einer Untersetzung (diverse Zahnräder von Fischertechnik) von dem zum Baukasten gehörenden Motor gedreht.

Jetzt kommts. Die Ableitung, also das Antennenkabel, war eine stinknormale Klingelleitung, die ich für ein paar Mark von meinem Taschengeld gekauft hatte. Die Antenne befand sich ca. vier bis fünf Meter oberhalb meines Kinderzimmers auf dem Dachboden. Die Länge der Leitung war vielleicht sechs oder sieben Meter. Eine zweite Klingelleitung diente zur Speisung des Fischertechnik-Motors. Die Einstellung der Empfangsrichtung machte ich nach Gehör und magisches Auge (stärkstes Signal).

An meinem damaligen QTH im nördlichen Emsland empfing ich trotz der ziemlich brutalen Fehlanpassung (die mir damals natürlich nicht bewusst war) bei entsprechender Antennenausrichtung Radio Bremen (Hansawelle) und die Programme des WDR vom Sender Baumberge rauschfrei. Die Entfernung zu den beiden Senderstandorten betrug ungefähr 95 km (Bremen) bzw. 110 km (Baumberge). Empfänger war ein Röhrenradio Philips Philetta.

von Zintus - am 24.01.2018 22:00
OT

Ja, die 70er Jahre....
Fischertechnik gemischt mit Meccano und vielen Zahntädern, Motörchen und LEGO. Das und jede Menge Röhrenradios, Kabel und Drähte prägte auch meine Jugendzeit!

Biennophon, Resonar, Loewe und wie sie alle hiessen. Schon ende der 60er Jahre sammelten mein Vater und ich "Dampfradios". Jeden Monat einmal war Sperrgut Abfuhr. Am Abend vorher stellte man alles, was nicht mehr benötigt wurde auf die Strasse. Da gingen mein Vater und ich mit Fahrrad und Anhänger den "Haufen" im Quartier nach und luden jedes Radio auf! So hatten wir vielen Radios das "Leben gerettet".
Die Radios wurden wenn nötig repariert, so gut wie wir es damals verstanden. Den Anderen wurden die Röhren "gezupft". Die funktionierenden Radios wurden an Minderbemittelte und Schüler verschenkt.
Radiorückwände mit Folienantennen (UKW) wurden auch gesammelt und bei Bedarf an Schrankrückwänden montiert. Umschläge mit Schaltplan und Reservesicherungen wurden eingeordnet!

So begann die "Radiokrankheit" bei mir, an der noch heute fröhlich weiter gelitten wird! (Es stehen immer noch 14 Dampfradios im Estrich).

Liebe Grüsse
Res

von DABit - am 24.01.2018 23:07
Vielen Dank für die Info - dann wird am Wochenende Antenne gebaut...

Wie meinst du das: "Aber bitte vergiss nicht Deine Antenne zu erden, hihihi! (Messerschalter neben dem Fenster nach unten legen um die MW-Antenne mit der Erdleitung zu verbinden.)"
Sorry, bin Energietechniker ... :-)

Was genau hast du für ein Radiomöbel?

Ich habe ein RFT-Stassfurt Onyx II, dazu einen Heli HS-1 Stereoverstärker, der das Radio zur Wiedergabe der tiefen Frequenzen nutzt.

Gruß,
Alex

von omipo - am 25.01.2018 21:19
Zitat
Studio Leipzig
@omipo

Warum nicht einfach ein paar Meter 240 Ohm Flachbandleitung besorgen und die zweimalige Symmetrierung weglassen?

MfG

Studio Leipzig


Ich muss vom Radio, welches MITTEN in der (Miet-)Wohnung steht, einige Meter in einen anderen Raum, um die Antenne an einem großen Fenster zu positionieren. Dabei läuft das Kabel auch noch nahe an Strom- und LAN-Kabeln vorbei...

von omipo - am 25.01.2018 21:24
Guten Tag omipo

Mein Radiomöbel:

https://www.radiomuseum.org/r/graetz_belcanto_8_1120.html

Früher, als noch fast Jeder eine Langdrahtantenne besass, in welche bei Gewitter erhebliche Spannungen induziert wurden, oder gleich der Blitz einschlug, verabschiedeten sich die Radiostationen mit dem Hinweis: " Bitte vergessen Sie nicht, die Antenne zu erden!" Da wurde noch nicht 24/7 gesendet!

Dazu gab es sogenannte Erdungsschalter, Messerschalter, welche aus dem "Messer", einem drehbar gelagerten Metall mit Holzgriff und zwei Klammern bestand. Das Metall wurde von den Klammern in der unteren oder oberen Stellung gehalten. Das Messer selber war mit der Antenne verbunden. Die obere Klammer mit dem Radio und die untere Klammer mit dem Blitzableiter, meistens nur ein einfacher Erdungspfahl. Für Vergessliche war noch ein Grobschutz, eine Funkenstrecke und eine Feinsicherung integriert.

Liebe Grüsse
Res

von DABit - am 26.01.2018 08:28
Zitat
DABit
Guten Tag omipo

Mein Radiomöbel:

https://www.radiomuseum.org/r/graetz_belcanto_8_1120.html

Früher, als noch fast Jeder eine Langdrahtantenne besass, in welche bei Gewitter erhebliche Spannungen induziert wurden, oder gleich der Blitz einschlug, verabschiedeten sich die Radiostationen mit dem Hinweis: " Bitte vergessen Sie nicht, die Antenne zu erden!" Da wurde noch nicht 24/7 gesendet!

Dazu gab es sogenannte Erdungsschalter, Messerschalter, welche aus dem "Messer", einem drehbar gelagerten Metall mit Holzgriff und zwei Klammern bestand. Das Metall wurde von den Klammern in der unteren oder oberen Stellung gehalten. Das Messer selber war mit der Antenne verbunden. Die obere Klammer mit dem Radio und die untere Klammer mit dem Blitzableiter, meistens nur ein einfacher Erdungspfahl. Für Vergessliche war noch ein Grobschutz, eine Funkenstrecke und eine Feinsicherung integriert.

Liebe Grüsse
Res


Hi Res,

schönes Equipment! Zum Erdungsschalter: das sieht dann wohl so aus, wie die Trennmesser an Nieder- und Mittelspannungs-Anlagen...interessant!

von omipo - am 26.01.2018 13:48
Abendgruss

Hm, da müsstest Du Dein Vorstellungsvermögen etwa in diese Richtung lenken:

https://www.google.ch/search?rlz=1C1EODB_enCH583CH726&biw=1536&bih=735&tbm=isch&sa=1&ei=AYJrWuXgOceHU6iivrAF&q=messerschalter&oq=messerschalter&gs_l=psy-ab.12..0j0i10i24k1.26721.77759.0.84231.24.18.0.1.1.0.112.1480.16j1.17.0....0...1c.1.64.psy-ab..9.15.1266...0i30k1j0i5i30k1j0i24k1j0i10k1.0.Qf1VAtQtUlE#imgrc=2xmLw-p2OiKBjM:

Da ich in einer Mietwohnung in Basel aufgewachsen bin, bestand meine erste AM-Antenne aus dem metallischen Bettgestell mit all den Federn und für die Erdung diente die Wasserleitung. Bei vielen alten Radios sind ja die Symbole "Wasserhahn" und "Langdrahtantenne" bei den Antennenanschlüssen auf der Rückwand aufgedruckt.

Grusserchen
Res

von DABit - am 26.01.2018 19:44
Zitat
omipo
Zitat
Studio Leipzig
@omipo

Warum nicht einfach ein paar Meter 240 Ohm Flachbandleitung besorgen und die zweimalige Symmetrierung weglassen?

MfG

Studio Leipzig


Ich muss vom Radio, welches MITTEN in der (Miet-)Wohnung steht, einige Meter in einen anderen Raum, um die Antenne an einem großen Fenster zu positionieren. Dabei läuft das Kabel auch noch nahe an Strom- und LAN-Kabeln vorbei...


@omipo

Ohhh, da muss man umdenken...
Ich dachte es geht nur um 3...4 Meter. Parallel zu LAN- und 230 Volt-Kabeln mit ungeschirmter 240 Ohm Flachbandleitung geht natürlich gar nicht. Da sollte man auch beim Koaxkabel nicht sparen!

Einen Dipol kann man sich ganz leicht selber biegen. Wenn das Gewicht keine so große Rolle spielt, nimmt man am Besten 8mm Vollaluminium (Blitzschutzbedarf), das lässt sich vom Laien besser biegen wie Alu-Rohr. Dünneres Material geht natürlich auch, lässt sich in der Wohnung auch besser "verstecken". Länge: ~1,46m. Eine Dipoldose bekommt man bei Pausat, ein preiswertes Symmetriergleid auch. Das erspart das Bauen einer Lamda 1/2-Umwegleitung.

http://www.pausat.de/laden/product_info.php?products_id=74

http://www.pausat.de/laden/product_info.php?products_id=38

Auf der Empfängerseite würde ich die von Dir verlinkte Weiche nehmen.

Viel Spaß beim basteln und allzeit "Gutem Empfang"!

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 27.01.2018 12:09
Ich habe dieses Symmetrieglied auch. Ostseewelle und Berlin und Bayern gestört durch Gleichfrequenzbelegungen sowie Bayern und Hessen im Süden von Sachsen-Anhalt. Dahinter kommt aber noch der entsprechende UKW Verstärker und 30m Kabel. Da gehen Träume in Erfüllung, es liegt nur an der Trennschärfe des Radios.

von pomnitz26 - am 27.01.2018 14:13
Zitat
Studio Leipzig
Zitat
omipo
Zitat
Studio Leipzig
@omipo

Warum nicht einfach ein paar Meter 240 Ohm Flachbandleitung besorgen und die zweimalige Symmetrierung weglassen?

MfG

Studio Leipzig


Ich muss vom Radio, welches MITTEN in der (Miet-)Wohnung steht, einige Meter in einen anderen Raum, um die Antenne an einem großen Fenster zu positionieren. Dabei läuft das Kabel auch noch nahe an Strom- und LAN-Kabeln vorbei...


@omipo

Ohhh, da muss man umdenken...
Ich dachte es geht nur um 3...4 Meter. Parallel zu LAN- und 230 Volt-Kabeln mit ungeschirmter 240 Ohm Flachbandleitung geht natürlich gar nicht. Da sollte man auch beim Koaxkabel nicht sparen!

Einen Dipol kann man sich ganz leicht selber biegen. Wenn das Gewicht keine so große Rolle spielt, nimmt man am Besten 8mm Vollaluminium (Blitzschutzbedarf), das lässt sich vom Laien besser biegen wie Alu-Rohr. Dünneres Material geht natürlich auch, lässt sich in der Wohnung auch besser "verstecken". Länge: ~1,46m. Eine Dipoldose bekommt man bei Pausat, ein preiswertes Symmetriergleid auch. Das erspart das Bauen einer Lamda 1/2-Umwegleitung.

http://www.pausat.de/laden/product_info.php?products_id=74

http://www.pausat.de/laden/product_info.php?products_id=38

Auf der Empfängerseite würde ich die von Dir verlinkte Weiche nehmen.

Viel Spaß beim basteln und allzeit "Gutem Empfang"!

MfG

Studio Leipzig


Das ist ja geil....danke für die Produkttips! Das sieht dann quasi so aus:

Skizze ? Wie hoch muss der Dipol sein (siehe Fragezeichen)?

Wie sieht es in der Dipoldose aus? Klemmt die das Rund-Alu 8 mm oder auch 6 mm?

Danke!
Omipo

von omipo - am 28.01.2018 16:36
@omipo

Auf Deiner verlinkten Skizze steht doch die "Höhe" schon drin: 6cm. Ist bei den meisten industiell hergestellten UKW Antennen auch so. Denke, der Wert ist nicht so kritisch.

Die Dipoldose von Pausat habe ich selber auch noch nicht verbaut. Wenn es aber eh nur für "innen" ist, kannste auch ein Stück Holz, stabile Plastik oder eine Feuchtraumdose (Elektrozubehör) nehmen.

Als Material für den Dipol kann man auch etwas stärkeren,massiven Kupferdraht nehmen, so 6mm² oder 10mm². Reichlich 3 Meter ablängen und abisolieren. Dann eine Seite in den Schraubstock einspannen, die andere Seite in den Akkuschrauber. Jetzt vorsichtig ein paar Umdrehungen mit dem Akkuschrauber und der Draht wird schön glatt und auch ein bisschen "massiver" (fester). Nun hast Du schönes Basismaterial für Deinen Dipol....

Wichtig ist, bei längerer parallel Verlegung von Antennen und 230 Volt~ oder LAN-Kabeln, gut geschirmtes Koaxkabel zu benutzen. Da sollte man nicht sparen, sonst holst Du Dir die ganzen Störungen in das Radio. LCD 111 ist da nicht ganz schlecht.

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 28.01.2018 17:51
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.