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Hessischer Rundfunk bleibt trotz Rekorddefizit auf Sendung - höchstes Defizit von allen Landesanstalten

Startbeitrag von Frankfurt am 17.12.2014 20:40

Die Bild Zeitung beruhigte zuletzt die Leser, daß nicht gleich die Lichter ausgehen mit der Anmerkung, daß der laufende Betrieb aus den laufenden Einnahmen gedeckt ist, das Hauptpblem die großzügigen Pensionszusagen sind, wie sie gerne in Selbstbedienungsläden vereinbart wurden.

Frankfurter Neue Presse 16.12.2015

Trotz sprudelnder Gebühreneinnahmen klafft ein riesiges Loch :confused: wo verschwindet denn das meiste Geld :rolleyes:

Langsam ist es wirklich Zeit, die Ausgabenseite zu überprüfen. Wenn ich mir die meisten Mitarbeiter der Landesanstalten anschaue, handelt es sich heutzutage meist um freelancer mit Hauptbeschäftigungsverhältnis bei der Landesrundfunkanstalt. Wer nichts zu tun hat muß auch nicht bezahlt werden - fast wie bei Leiharbeitern. Anscheinend ist der Pensionsrückstellungsdruck aus der Vergangenheit ein riesiger Klotz, der uns auch noch die nächsten 10 Jahre auf Bundesebene mit den in Rente gehenden Staatsdienern um die Ohren fliegen wird.

Im laufenden Programm wird gespart was das Zeug hält, beworben werden Ausbildungsplätze des HR in Plakataktionen mit "besonders locker" :wall:

Ist bei solchen Defiziten nicht einmal eine Petition im Bundestag angesagt, um die Ausgabenseite der Anstalten einmal extern prüfen zu lassen ? Es geht schließlich um unser aller Geld, was aus dem Fenster geworfen wird.

Die 50 interessantesten Antworten:

Die Frage ist, was kann man am HR Fernsehen noch sparen. Die Regionalsendungen wären ja auch bei einer Fusion mit einem anderen Dritten vorhanden.

Aber das HR Fernsehen oder Hessen 3 war schon immer eines der schlechtesten dritten Programmen. Es war das letzte, welche die Nachmittagslücke geschlossen hat.

Am sinnvollsten wäre meines erachtens eine Anschluss an das SWR Fersehen mit 70% Mantel aus Baden und 30% aus Frankfurt. Die Frage ist nur was spart man dadurch effektiv ???

So ein Beispiel ist auch Radio Bremen. Was ist dort noch für Einsparungspotential vorhanden??

GEZ und Sendetechnik sind ja schon beim NDR. RBTV ist quasi ein Landesfunkhaus. Bremen 1 das Landesprogramm, Nordwestradio ein Gemeinschaftsprojekt, FH Europa ebenfalls. Bleibt noch Bremen 4, was mit N-Joy fusionieren könnte.
Zum Schluss bleibt nur noch der Intendant übrig.

Aber um wieder mal auf den HR zurückzukommen. Mit HR2 könnte man kooperationen eingehen und aus HR1,HR3 und HR-Info mach nur 2 Programme.

von Marcus. - am 17.12.2014 22:01
Streichen von Programmen halte ich für wenig sinnvoll. Warum sollen die Hessen weniger Programm als die Bayern bekommen? Wenn es um den Hörer geht, wären Fusionen sinnvoller. Das könnte sogar zu einer Angebotsausweitung (!) führen, siehe Rundfunkstaatsvertrag / Anzahl zusätzlicher digitaler Programme.
Einsparungen wären natürlich nur dort realisierbar, wo langfristig Doppelstrukturen beseitigt werden können. Aber so ein großes Gebilde läßt sich sowieso nur langfristig reformieren, wenn man nicht den "großen Knall" mit all seinen Folgen (dann bezahlen wir halt den ex-HR-Mitarbeiter über unsere Sozialversicherungsbeiträge statt über die GEZ...) haben möchte.

von DH0GHU - am 17.12.2014 22:19
Zitat
rolling_stone
Doch. Achtet mal auf das Landeswappen. Naa, klingelts? Außerdem ist Hessen zusammengestückelt, hatte weiland auch mal Teile de heutigen NRW und eben von Thüringen.

...und von Rheinland-Pfalz ("Rheinhessen", "Nassau"), Niedersachsen und Bayern ("Kurmainzer Gebiete", "Fulda [Hammelburg!]", "Grafschaft Rieneck"). Ob allerdings die Mehrung an Einwohner schon reichen würde das Defizit aufzufangen lassen wir mal dahingestellt.
Hessen und Thüringen: http://de.wikipedia.org/wiki/Landgrafschaft_Hessen

Ansonsten: Schon Mitte der 80er war es um den hr nicht rosig bestellt. Ein hr4 wollte man erst nach mehr Gebühren einführen. Anfang der 90er kam es dann ganz dick als ein Skandal mit externen Produktionsfirmen ruchbar wurde, und damals schon am Fortbestand der Anstalt rüttelte. Es hatte mich da schon 1998 erstaunt, daß man überhaupt die Plus-Programme einführen konnte.

von Thomas (Metal) - am 18.12.2014 04:52
Auf politischer Ebene steht ja ein Zusammenschluß der Länderachse Saarland / RLP / Hessen / Thüringen zur internen Diskussion. Spätestens wenn der Länderfinanzausgleich gekippt wird gibt es einen Zwangszusammenschluss.

Im Bereich einiger Länderanstalten macht die Fusion SWR und HR die Runde. Glaube persönlich aber da eher an den RLP-Teil vom SWR und nicht den BaWü-Teil.

Es bleibt auf jeden Fall spannend, mal sehen was wir die nächsten Monate und Jahre da noch an Überraschungen bekommen.
Der HR ist ja momentan absolut auf Frankfurt bezogen. Manche meinen, daß sonst nichts passiert. Kassel ist jedoch mittlerweile ein bedeutender Ballungsraum, der nur vom Herkules Magazin abgedeckt wird ("ach, hinter den Bergen ist auch noch Hessen ?" :wall:)

Persönlich würde ich ja die SWR3 UKW Ausstrahlung vermissen, die wir ja wissen auch endlich ist :heul:

von Frankfurt - am 18.12.2014 08:09
Der HR hat nunmal einen Auftrag für diese Programmzahl, da wird nix zusammengelegt und abgeschaltet. Wieso soll denn laufend der Hörer unter falschen Strukturen leiden? Vor allem - wie viel würde der HR denn sparen? Vermutlich nicht genug, bei maximalem Schaden für die Hörerschaft.
Vor allem kann der HR nicht einfach von heute auf morgen alle Mitarbeiter raus werfen - das wird erst recht teuer, erst für die Abfindungen für den HR selbst, später für die Sozialkassen.

Fusion SWR-HR? Das gäbe eine Monster-Anstalt mit Reichweite vom Bodensee bis zur norddeutschen Tiefebene. Ob das sinnvoll wäre? Dem ebenfalls eher klammen MDR ist damit auch nicht geholfen. Der könnte natürlich mit RBB zusammengehen. Der Monster-SWR bekäme noch den SR.
Fusion SWR-RP mit HR? Was ist dann mit SWR-BW? Dadurch leidet dessen finanzielle Basis - auch da besteht das Problem, dass man die Kosten nicht von jetzt auf sofort massiv senken kann. Ein Saarländisch-hessisch-pfälzischer Rundfunk wäre allein schon aufgrund der vorhandenen Infrastruktur massiv hessengesteuert, das wird RP nicht mitmachen.
So oder so: Wenn man gerechterweise jedem Bürger irgendwann eine vergleichbar hochwertige Programm-Versorgung wie z.B. die des BR zukommen lassen möchte, wird man um Fusionen nicht herum kommen. Es ist doch hochgradig ärgerlich, dass ein Saarländer oder ein Hesse nur 6 Programme serviert bekommt (gilt für BW/RP genauso...), ein Bayer aber 10, von denen auch gleich noch 2 UKW-Programme "teure" Wortprogramme sind.

von DH0GHU - am 18.12.2014 09:05
the matter is... es konterkarriert die Idee von im jeweiligen Land verwurzelten Anstalten, die regionale Besonderheiten berücksichtigen kann. Und ich rede dabei vom Zielgebiet, nicht von Overspill ;-).
OK die vom SWHR würde kurz VOR der norddt. Tiefebene enden, immerhin.

Aber schon klar, eine SWR-HR-Fusion würde bei Dir natürlich NICHT die Zahl der empfangbaren Programme reduzieren, eine HR-MDR-Fusion hingegen schon. In der Situation wäre ich wohl auch Deiner Meinung :D
Deshalb bin ich ja z.B. auch gegen eine Fusion von SWR-BW mit dem BR ;-)

von DH0GHU - am 18.12.2014 09:47
Der hr erklärt: Wofür verwenden wir Ihr Geld?

http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=84625&key=standard_document_50142833

Die Grafik kann als PDF angezeigt werden.

----------------------------------------------------------

Hier findet man die Jahresberichte incl. Geschäftsbericht des hr:

http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=2560&xtmc=jahresbericht&xtcr=1

Bericht 2013. Aus dem Vorwort des Intendanten:

>> Das erste Jahr mit dem neuen Beitrag hat gezeigt: Die Umstellung ist erfolgreich. Seit
2009 waren die Gebühreneinnahmen im hr Jahr für Jahr um zwei Millionen Euro zurück-
gegangen. Diese fortschreitende Erosion der Gebühreneinnahmen konnte gestoppt werden.
Ja, die Einnahmen sind im Jahr 2013 sogar leicht gestiegen. Allerdings noch nicht so
stark, wie es die veröffentlichten Prognosen für die gesamten vier Jahr vorhersagen.
Nun ist es so, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der ARD, so auch der
Hessische Rundfunk, die Mehreinnahmen aus dem Beitrag nicht behalten dürfen. Der hr hat
auch weiterhin nur die Mittel zur Verfügung, die ihm die KEF als Teil der gesamten ARD
als Finanzbedarf anerkannt hat.

Die Politik hat beschlossen, die Mehreinnahmen zunächst zu sperren, um die Spielräume
für Korrekturen und Anpassungen im neuen Beitragssystem zu nutzen.

Einen Teil der Mehreinnahmen hat die Politik schon verplant: Die Ministerpräsidenten der
Länder haben eine Beitragssenkung für jeden Beitragszahler beschlossen, um 48 Cent auf
17,50 Euro im Monat ab dem Jahr 2015. Im Laufe dieses Jahres wird das neue System
noch evaluiert. Danach soll entschieden werden, ob weitere Entlastungen vorgenommen
werden können, beispielsweise für Kommunen, soziale Einrichtungen, Autovermieter
oder Filialketten.

Wegen der Einführung des Systems des Rundfunkbeitrags wurde für die Gebühren-
periode von 2013 bis 2016 auf eine eigentlich notwenige Erhöhung des Beitrages verzichtet.
Das bedeutet, dass der hr auch in den nächsten Jahren weiterhin mit dem in 2009 zuer-
kannten Budget auskommen muss, trotz steigender Kosten und Aufwendungen.

Der hr ist dadurch in einer schwierigen finanziellen Lage. Wir schließen das Jahr 2013
mit einem Gesamtergebnis von minus 6,3 Millionen Euro ab. Unser Eigenkapital ist damit
aufgezehrt.

Dabei wirtschaftet der hr sehr verantwortungsvoll mit den Beitragseinnahmen: Betrachtet
man das operative Geschäft isoliert, also all das, was wir ausgeben, um unsere täglichen
Programmaufgaben zu erfüllen, dann haben wir um 19 Millionen Euro besser abgeschnitten
als geplant. Das ist gut. Denn damit belegen wir, dass wir da, wo wir es selbst beeinflussen
können, sparsam haushalten.

von Manfred Z - am 18.12.2014 10:02
Zitat
DH0GHU
the matter is... es konterkarriert die Idee von im jeweiligen Land verwurzelten Anstalten, die regionale Besonderheiten berücksichtigen kann. Und ich rede dabei vom Zielgebiet, nicht von Overspill ;-).
OK die vom SWHR würde kurz VOR der norddt. Tiefebene enden, immerhin.

Aber schon klar, eine SWR-HR-Fusion würde bei Dir natürlich NICHT die Zahl der empfangbaren Programme reduzieren, eine HR-MDR-Fusion hingegen schon. In der Situation wäre ich wohl auch Deiner Meinung :D
Deshalb bin ich ja z.B. auch gegen eine Fusion von SWR-BW mit dem BR ;-)


Ziemlich unlogische Argumentation.
Der NDR hat eigene 1er-Programme für die jeweiligen Bundesländer, so wie der MDR und der SWR auch. Und in welchem Bundesland sind die Anstalten NDR, MDR und SWR jeweils verwurzelt?
Meine Zahl der empfangbaren Programme ändert sich durch Zusammenschlüsse übrigens nicht, solange der nächste Mobilfunkmast on air ist. Abgesehen davon rechne ich im Falle von Fusionen nicht mit Programmabschaltungen.

von Mc Jack - am 18.12.2014 11:02
Aus dem hr-Gesetz, § 2:

>> (1) [...] Er hat in seinen
Angeboten einen umfassenden Überblick
über das internationale, europäische,
nationale und regionale Geschehen in allen
wesentlichen Lebensbereichen zu geben
und soll hierdurch die internationale
Verständigung, die europäische Integration
und den gesellschaftlichen Zusammenhalt
in Bund und Ländern fördern. Seine
Angebote haben der Bildung, Information,
Beratung und Unterhaltung zu dienen.
Der Hessische Rundfunk hat Beiträge
insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch
Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen
Angebotsprofil entsprechen.

(2) Sein Auftrag umfasst folgende Angebote:

1. Der Hessische Rundfunk veranstaltet
folgende Hörfunkprogramme:

a) Der Hessische Rundfunk verbreitet sechs
Hörfunkprogramme in terrestrischer
Übertragungstechnik. Er kann diese
Programme über unterschiedliche Über-
tragungswege verbreiten; [...]
Der Hessische Rundfunk kann Hörfunk-
programme für das jeweilige Versorgungs-
gebiet auch mit anderen Landesrundfunk-
anstalten gemeinsam veranstalten; bundes-
weit ausgerichtete Hörfunkprogramme
finden nicht statt. [...]

b) Der Hessische Rundfunk ist berechtigt,
ein zusätzliches digitales terrestrisches
Hörfunkprogramm zu verbreiten. Der
Austausch eines in digitaler Technik
verbreiteten Programms gegen ein in
analoger Technik verbreitetes Programm
ist nicht zulässig.

von Manfred Z - am 18.12.2014 11:07
Mal rein Mathematisch:
BR: 12,4 Mio. Beitragszahler

HR: 6,0 Mio.
MDR: 8,6 Mio
(zusammen 14,6 Mio.)

NDR: 13,9 Mio.
RB: 0,7 Mio
(zusammen 14,6 Mio)

RBB: 5,9 Mio

SR: 1,0 Mio.
SWR: 14,6 Mio.
(zusammen 15,6 Mio)

WDR: 17,5 Mio.

Gegenmodell:
WDR= 17,5
BR = 12,4
NDR+RB = 14,6
RBB+MDR = 14,5
HR+RP+SR = 11
SWR-BW = 10,6 Mio.
Würde durchaus gehen, aber der SWR wäre der große Verlierer...

von DH0GHU - am 18.12.2014 14:07
Zitat
iro
Der HR ist schon allein aus sprachlichen Gründen mit niemandem zusammenschlussfähig. Wenn dann im potentiellen Zusammenschlussgebiet grad Programm aus dem Funkhaus Frankfurt kommt, versteht doch ein nichthessischer Hörer kein Wort, bevor er nicht 12 Kölsch intus hat... (eigene DX-Camp-Erfahrung mit der hessischen Sprache) :D

Uffbasse! Das ist doch Hochsprache! Und Muttersprache. Darüber macht man keine Witze. Um es mit A.O.K. zu sagen: Speak hessisch or die! :rp: :cheers:
Stellt sich natürlich die Frage: Was ist denn überhaupt Hessisch? Vielleicht doch eher das was man in Kassel und Gießen spricht. Im Süden sind es fränkische, genauer rheinfränkische Dialekte.
Zitat
Manfred Z
Hessen ist eines der letzten aufRechten CDU-Länder. Dort spielt man nicht mit den Kommunisten aus Thüringen oder den Rot-Grünen im SWR-Land. ;)

Der BR dann? Von den Inhalten und Qualität her wäre es, so man den hr ersetzen müsste, natürlich die beste Wahl.
Ansonsten wie immer: Vielen Dank für die aufschlußreichen Links.

von Thomas (Metal) - am 18.12.2014 15:10
Zitat
Thomas (Metal)
Zitat
Frankfurt
Auf politischer Ebene steht ja ein Zusammenschluß der Länderachse Saarland / RLP / Hessen / Thüringen zur internen Diskussion. Spätestens wenn der Länderfinanzausgleich gekippt wird gibt es einen Zwangszusammenschluss.

Das hier: http://www.gruene-stuttgart.de/uploads/media/Nur_sechs_Bundesla%CC%88nder.pdf
Aber, nunja, Club of Rome :rolleyes: . Da verwundert es nicht, daß dann die aktuellen Grenzen als gewachsen angesehen und auf deren Basis umgruppiert werden.

Man könnte es ja wie früher machen, Rheinhessen und der Westerwald an Hessen, das Rheinland, die Eifel und das Saarland an NRW und die Pfalz an Bayern. Netto hätten wir dann zwei wirtschaftsschwache Bundesländer weniger.

Zitat
DH0GHU
Das Sendenetz ist nun wirklich kein großer Posten. Der SWR würde aber über ein Viertel seines Budgets verlieren.

Dafür muss er aber auch kein SWR1 RP und kein SWR4 KL, TR, MZ, KO und LU mehr produzieren.

von RheinMain701 - am 18.12.2014 16:49
Ein Auseinanderbrechen des SWR in SWR-BW und SWR-Saarland-RP-Hessenwird es m. W. nicht geben. Auch einen Zusammenschluss mit dem Thüringen-Teil des MDR nicht.
Dann schon eher ein SWR der den ganzen Südwesten abdeckt, also mit BW, RP, Saar und Hessen.

Der hr wird wohl bleiben wie er ist. Auch -und vor allem- das Land Hessen. Da erwischt es schon eher den SR und RB als letzte "kleine Anstalten".

Ich würde da mal die Füße still halten. Pro Einwohner ist das Defizit des hr wohl deutlich geringer als beim SR und RB.

Dass das 3. TV-Programm des hr aber das mit Abstand schlechteste Dritte ist, unterschreibe ich auch.
Im Radio hat der hr halt mit FFH zu kämpfen und den Kampf 1990/1991 bereits für immer und ewig verloren.

Trotzdem würde ich mir hier eher so Programme wie vom hr als vom BR wünschen!

von Schwabinger - am 18.12.2014 17:28
Siehste, so unterschiedlich ist das. Ich möchte vom hr fast gar nichts freiwillig ertragen müssen. Weder das dumpfdumme Jugendradio mit der Anglizismen-Diarrhoe noch die dumfdumme jüngere-Erwachsenen-Welle noch die dumpfdumme ältere-Erwachsenen-Welle. Über die Seniorenwelle kann ich nichts sagen, ist nicht meine Baustelle. Und hr2 ist nur sehr selektiv hörbar für mich, da spürt man auch an allen Ecken und Enden, wie es knirscht.

Welch Wohltat ist für mich hingegen Bayern 2! Auf eine einsame Insel nähme ich, wenn überhaupt, Bayern 2 mit, wenn ich nur ein Radioprogramm mitnehmen dürfte.

von Chris_BLN - am 18.12.2014 17:44
Es sit in der Tat so, dass Thüringen mittlerweile mehr mit den Sachsen gemein hat als mit den Hessen. Auch schon im 19 Jahrhundert.

und auch Hessen ist ja keine Einheit. Oberhessen, Kurhessen, Nassau etc, wobei es natürlich im gegensatz zu RLP kein Kunstprodukt ist.

Wie auch im Fussball ist es schwierig komplett jemand anderem anzugliedern. Da gibt es immer Gewinenr und verlierer. Man sieht es ja auch an den 2.ten Muxen die Regional getrennt sind.

Aber es gab doch mal die Diskussion nach der Wiedervereinigung Thühringen dem HR anzuschließen oder habe ich da was falsches im Kopf?

Für den HR wäre das natürlich eine bequeme Möglichkeit gewesen, sein Gebiet auszudehnen.

Eine Fusion mit dem MDR würde natürlich einw eiteres Schwergewicht enstehen lassen, sodass es dann nur noch die kleinen SR und RB, die mit den großen NDR und SWR zusammenarbeiten und dann den RBB als Problemkind, wo in der Mitte hängt.

Ein großerer SWR mit SR und HR wäre aber auch sehr "übergewichtigt" oder was meint ihr ?

von Marcus. - am 18.12.2014 19:22
Na ja, mit der Helaba hat Hessen und Thüringen was gemeinsames.
Auch dass auf der A 4 in Richtung Westen meist "Frankfurt/M" steht.

Ich meine mich zu erinnern, dass 1990 tatsächlich so was wie eine Verbindung von Hessen und Thüringen im Raum stand oder gesucht wurde. Ergebnis die oben genannte Helaba. Aber wohl auch Opel in Eisenach. Und dass der hr Thüringen bekommt, anfangs wohl auch.
Das war aber dann schnell passé.
Eine Fusion eines westdeutschen mit einem neuen Bundesland war damals -wohl auch wegen der Kosten- nicht an der Tagesordnung. Ging nur in Berlin, wobei Ostberlin nie als eigenes Land existiert hatte und quasi bereits vor den Länderneugründungen im Sommer 1990 mit Westberlin vereinigt wurde.
Außerdem hat sich Thüringen recht schnell auf seine Tradition als Freistaat berufen und sich gerne im MDR wieder gefunden. Und dann war es eh nichts mehr, mit (dem damals roten) Hessen.

Zitat
Heiko1974
HR 3 steht sich doch mit seinem schnulzigen Musikprogramm und den larmarschigen Rest selbst im Weg. Kein Wunder das FFH, das ja selbst nicht das gelbe vom Ei ist ,immer mehr Hörer hat.

Ich würde hr3 als deutlich flotter und jugendlicher als Bayern 3 bezeichnen.
Und statt Bayern 1 hätte ich hier lieber ein hr1 (insbesondere, da dort keine Seniorenheim-Volksmusikstunde kommt, sondern durchgängig so ein "SWR 1-Format").
Und statt Puls (peinlicher ungehörter ex-on3Radio-Versuch) wäre mir persönlich (und wohl nahezu allen normalen Normalos) so was wie YouFM lieber.

von Schwabinger - am 19.12.2014 17:14
@ RheinMain701

Zitat

Wer braucht das noch, seit die letzte Sendung, die wenigstens noch dem ÖR-Auftrag entsprach (das c't-Magazin) eingestellt wurde?


:spos:


@ DH0GHU

Zitat

(...) dann bezahlen wir halt den ex-HR-Mitarbeiter über unsere Sozialversicherungsbeiträge statt über die GEZ... (...)


Und dann wäre es immer noch gerechter, diese Leute aus dem Sozialtopf statt über die Pauschalabgabe zu bezahlen. Andernfalls können wir dann gleich alle Sozialausgaben demnächst über die Haushaltspauschale finanzieren.


Zitat

Mal rein Mathematisch:
BR: 12,4 Mio. Beitragszahler
(...)
WDR: 17,5 Mio.


Wieso legst du die Einwohnerzahl und nicht die Haushalte zugrunde?



@ Jassy

Zitat

Völlig utopisch: Warum nicht diese völlig überholter Struktur ganz aufheben und ein effizienter Anstalt für ganz Deutschland? 6 Radioprogramme statt 60.... Dá liegt das Einsparungspotential. So lange man zig Anstalten im Leben halt wird man diese Berichten alle Jahren wieder sehen.


:spos:



@ Marcus.

Zitat

Es sit in der Tat so, dass Thüringen mittlerweile mehr mit den Sachsen gemein hat als mit den Hessen. Auch schon im 19 Jahrhundert.


Das kann man so pauschal nicht sagen. Man müßte sich eher nach Sprachgrenzen richten:
http://www.insuedthueringen.de/storage/pic/intern/import/fp-mpo/thueringen/thuefwthuedeu/2238013_1_Mundarten_2013_130213.jpg?version=1363137690
( http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Leser-zur-Gebietsreform-Man-sollte-die-Betroffenen-fragen;art83467,2356970 )

Denn nördlich des Rennsteiges werden thüringisch-obersächsische Dialekte gesprochen. Südlich des Rennsteiges werden fränkische Dialekte gesprochen und man hat mit Sachsen überhaupt nichts zu tun. Man ist kulturell mit Ober- und Unterfranken vereint. Und in Westthüringen gab es auch diverse Gebietsverschiebereien zwischen Hessen und Thüringen, zuletzt durch das Wanfrieder Abkommen http://de.wikipedia.org/wiki/Wanfrieder_Abkommen ,sodaß da die Grenze zwischen Thüringen und Hessen (kulturell gesehen) auch nicht so eindeutig ist.

von Kay B - am 20.12.2014 15:40
Zitat
Kay B
@ DH0GHU

Zitat

(...) dann bezahlen wir halt den ex-HR-Mitarbeiter über unsere Sozialversicherungsbeiträge statt über die GEZ... (...)


Und dann wäre es immer noch gerechter, diese Leute aus dem Sozialtopf statt über die Pauschalabgabe zu bezahlen. Andernfalls können wir dann gleich alle Sozialausgaben demnächst über die Haushaltspauschale finanzieren.

Und hierzu wären einmal die Hintergründe wichtig. Soweit ich mich noch an das Hören-Sagen erinnere war die Bezahlung der Moderatoren in den 80ern recht schlecht, was dann wohl auch zu Gerichtsprozessen führte. Die Masse hat dann ein Zubort in der Werbung gesucht. Es dürfte klar sein, daß man mit einem geringen Verdienst auch nur wenig für den Ruhestand bei Rente / Pension erwirbt. Man wird einen Zuschuß brauchen.
Die andere Seite: Werner Reinke machte vor nicht all zu langer Zeit mit dem Donnerstag (leider!) Schluß. 5 Stunden am Stück sind nach seinen Angaben für ihn nicht durchzuhalten. Lassen wird das mal so stehen, erkennen aber, daß der durchschnittliche Arbeitnehmer ca. 8h am Tag arbeiten muß. Es fehlen also 3 Stunden. Sicherlich wird die Arbeit vor dem Mikrophon nicht die alleinige Zeitschreibung ausmachen. Und dennoch: Genau das ist die Zeit, die Otto-Normal sieht. Es ist für viele egal was dahinter läuft, sie wollen schlicht unterhalten werden. Gut unterhalten bitteschön ;-) . Was ich damit sagen will: Möglicherweise sind Reinkes 5 Stunden Schwerstarbeit. Man ist, da die Sendung live gemacht wurde, vermutlich fertig. Entsprechend viel weiteres wird man an diesem Tag wohl nicht machen. Es fehlen also auf der Habenseite 3 Stunden. Würde man, sicher er ist vermutlich freier Mitarbeiter, dies weiterführen, kommt man niemals auf 40 Stunden. Der Vergleich hinkt sicherlich bei einem freien Mitarbeiter sofern er auch noch andere Beschäftungen hat, wovon auszugehen ist. Unterm Strich bleibt die Frage: Was ist Programm und gute Unterhaltung wert?
Sicher, und da wäre ich ganz bestimt auch dafür: Warum kann man, sofern keine Hörerbeteiligung in dieser Zeit vorgesehen ist, dies nicht vorproduzieren, dadurch ggf. Kosten sparen und mehr solche Perlen? Eine solche Sendung muß nicht live gefahren werden. Möglicherweise könnte dies unter technischen Gesichtspunkten auch Vorteile bieten. Warum für eine solche Sendung ein Soundprocessing, wenn doch vorproduziert und entsprechend Peaks bekannt?

von Thomas (Metal) - am 20.12.2014 21:12
@ Thomas (Metal)

Zitat

Und hierzu wären einmal die Hintergründe wichtig. Soweit ich mich noch an das Hören-Sagen erinnere war die Bezahlung der Moderatoren in den 80ern recht schlecht, was dann wohl auch zu Gerichtsprozessen führte. Die Masse hat dann ein Zubort in der Werbung gesucht. Es dürfte klar sein, daß man mit einem geringen Verdienst auch nur wenig für den Ruhestand bei Rente / Pension erwirbt. Man wird einen Zuschuß brauchen.


Und das macht die Lage ja noch schlimmer, wenn es in einem öffentlichen Unternehmen eine Zweiteilung zwischen Führungspositionen mit überzogenen Gehältern und Pensionen einerseits und mit Dumpinglöhnen versehenen Positionen andererseits gibt. Jede Arbeit sollte gerecht bezahlt werden. Das heißt nicht nur Mindestlohn, sondern auch Maximallohn für bestimmte Posten. Leute wie Gottschalk, Jauch, Schweiger, Ochsenknecht und Co., die sich nur für überzogene Gagen vor die Kamera holen lassen, haben in einem öffentlich (zwangs-)finanzierten Fernsehen und Rundfunk nichts verloren!

von Kay B - am 21.12.2014 08:55
Zitat
Thomas (Metal)
Die andere Seite: Werner Reinke machte vor nicht all zu langer Zeit mit dem Donnerstag (leider!) Schluß. 5 Stunden am Stück sind nach seinen Angaben für ihn nicht durchzuhalten. Lassen wird das mal so stehen, erkennen aber, daß der durchschnittliche Arbeitnehmer ca. 8h am Tag arbeiten muß. Es fehlen also 3 Stunden.

"Die Stimme" des hr Reinke wird in den fünf Stunden wohl deutlich mehr bekommen haben, als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer nach 8 Stunden.
Dass ein Moderatorenjob bei einem Öffi jetzt wie ein Praktikum bei einem Privatsender bezahlt wird, stimmt doch gar nicht.

Zitat
Kay B
Leute wie Gottschalk, Jauch, Schweiger, Ochsenknecht und Co., die sich nur für überzogene Gagen vor die Kamera holen lassen, haben in einem öffentlich (zwangs-)finanzierten Fernsehen und Rundfunk nichts verloren!

Vollkommen richtig :spos:
Insbesondere die Sache mit Günther Jauch finde ich fragwürdig. Der kassiert bei RTL und bei der ARD ab und nutzt so seine Präsenz bei der ARD für RTL und umgekehrt..
Früher galt doch die eiserne Regel, dass man entweder bei den Öffis oder bei den Privaten arbeitet.

von Schwabinger - am 21.12.2014 09:46
Zitat
Schwabinger
Zitat
Thomas (Metal)
Die andere Seite: Werner Reinke machte vor nicht all zu langer Zeit mit dem Donnerstag (leider!) Schluß. 5 Stunden am Stück sind nach seinen Angaben für ihn nicht durchzuhalten. Lassen wird das mal so stehen, erkennen aber, daß der durchschnittliche Arbeitnehmer ca. 8h am Tag arbeiten muß. Es fehlen also 3 Stunden.

"Die Stimme" des hr Reinke wird in den fünf Stunden wohl deutlich mehr bekommen haben, als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer nach 8 Stunden.
Dass ein Moderatorenjob bei einem Öffi jetzt wie ein Praktikum bei einem Privatsender bezahlt wird, stimmt doch gar nicht.

Nein, so wollte ich das nicht verstanden wissen ;-) . Reinke wollte ich nur als bekanntestes Beispiel für die längste Strecke nennen. Es gibt sicherlich andere und kürzere. Was machen die den Rest des Tages, vor allem wenn noch eine entsprechende Anfahrt dabei ist.
Sicherlich lassen sich die Gehälter nicht mit einem normalen Angestellten vergleichen. Genau da würde ich auch wiederum ansetzen: Es sollte ein normales Regelarbeitsverhältnis zwischen 35 und 40h mit normaler Bezahlung sein. Ggf. erfolgt dann bei einem entsprechenden Einsatz eine Freistellung für den Rest des Tages.
Was Pensionen betrifft (und damit zurück zum Thema): Das wird noch vielen weiteren Unternehmen um die Ohren fliegen. Otto Normal der auf die "mikrige Rente" schimpft und dann stolz verkündet daß er ja noch so eine gute Betriebsrente hat, könnte böse aus seinen Träumen erwachen. Der Rente ist nicht sicher, so oder so... ...und Geld wie Strom ein flüchtiges Gut, es muß ständig neu erzeugt werden! Einlagern und bunkern geht nur in sehr begrenztem Umfang.

von Thomas (Metal) - am 21.12.2014 11:07
Zitat
MainMan
HR3 ist die Cash-Cow und die einzige Welle vom Dornbusch, die richtig Geld einbringt. Einfach mal die Spotpreise pro Sekunde ankucken. Bei einem Spartenprogramm wären die Sekundenpreise entsprechend niedriger und das Gesamtdefizit des HR würde noch weit gravierender ausfallen.

Nein, auch hierfür muß Geld aufgewendet werden:


von Thomas (Metal) - am 21.12.2014 12:16
Zitat
Kay B
@ RheinMain701

Zitat

Wer braucht das noch, seit die letzte Sendung, die wenigstens noch dem ÖR-Auftrag entsprach (das c't-Magazin) eingestellt wurde?


:spos:

Informiert euch mal über den Auftrag laut Gesetz. Da steht ziemlich fett auch was von Unterhaltung drin.
Und: Gibts im HR keine Info-Sendungen? Bei den Privaten finde ich sowas nicht, allenfalls mit dem Präfix "Pseudo".



Zitat

@ DH0GHU
Zitat

(...) dann bezahlen wir halt den ex-HR-Mitarbeiter über unsere Sozialversicherungsbeiträge statt über die GEZ... (...)


Und dann wäre es immer noch gerechter, diese Leute aus dem Sozialtopf statt über die Pauschalabgabe zu bezahlen. Andernfalls können wir dann gleich alle Sozialausgaben demnächst über die Haushaltspauschale finanzieren.


Die gleichen Leute, die darüber maulen, daß für Jauch, Gottschalk und Co viel zu viel Geld ausgegeben wird (was genau betrachtet ja stimmt), würden auch maulen, wenn's bei ARD & ZDF nur C-Promis zu sehen gäbe. Vermutlich würden aber viel mehr Zuschauer in diesem Fall meckern, nämlich auch jene, die die Abgabe nicht stört, die aber die Sendungen vermissen würden.

Achja: Und ob ich nun den ZDF-Gottschalk über die Abgabe oder den RTL-Jauch über die Ladenkasse bezahle, ist auch wieder wurscht. Letzteres kann ich auch nicht vermeiden. Nichtmal dann, wenn ich eine Beitragsbefreiung hätte.


Zitat

Zitat

Mal rein Mathematisch:
BR: 12,4 Mio. Beitragszahler
(...)
WDR: 17,5 Mio.


Wieso legst du die Einwohnerzahl und nicht die Haushalte zugrunde?

Weil
a.) die Einwohnerzahl in wikipedia steht, die Haushaltszahl nicht.
b.) die Zahl der Einwohner pro Haushalt vermutlich von Land zu Land nicht massiv unterschiedlich sein wird, ggf. mit etwas mehr Einpersonenhaushalten in Großstädten.
[/quote]


Zitat

@ Jassy

Zitat

Völlig utopisch: Warum nicht diese völlig überholter Struktur ganz aufheben und ein effizienter Anstalt für ganz Deutschland? 6 Radioprogramme statt 60.... Dá liegt das Einsparungspotential. So lange man zig Anstalten im Leben halt wird man diese Berichten alle Jahren wieder sehen.


:spos:

Die meisten Mecklenburger interessieren sich vermutlich ziemlich wenig für bayrisches Brauchtum, saarländische Landespolitik und den baden-württembergischen Wetterbericht.
Umgekehrt muß ich mich hier nicht täglich über die Probleme beim Neubau der Hamburger Oper informieren lassen, wohingegen mich die Autobahn-Südring-Debatte in München schon mehr interessiert hatte.
Zumindest bei den - letztenendes in der Produktion teuren - regionalen und lokalen Inhalten führt kein Weg an einer regionalen Diversifizierung vorbei, für alles andere ist Deutschland schon viel zu groß - zumal wir kein Zentralstaat wie Frankreich sind.
Bei reinen Unterhaltungsprogrammen wie BR-Klassik könnte man sich eine Umstellung zugunsten eines nationalen Hörfunks theoretisch schon vorstellen.

Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre ein (mindestens) halbes Dutzend "special-interest"-Kanäle der ARD im Bundesmux, mit richtungen wie Klassik, elektronischer Musik, Pop, etc - aber dann eher abseits des Mainstreams und bitteschön redaktionell geprägt, also das Gegenteil von Hitdudler. Dafür dann halt 1-2 Programme weniger bei den Landesrundfunkanstalten. Deren Auflösung hielte ich hingegen für totalen Schwachsinn.
Ich finde gerade die (prinzipielle) extreme Vielfalt des öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk-Modells toll. Ich habe eben die Wahl zwischen 60 Programme - ist die Klassik im WDR grad zu schwer, kann ich MDR klassik etc einschalten. Wir sind nicht mehr in den Zeiten des eingeschränkten Overspills, zuhause kann ich auf ALLE ARD-Programme zugreifen. Weniger Programme = weniger Auswahl.
Dass gerade die Hitwellen hier eher Negativbeispiele sind, ist ein ganz anderes Thema.

Der kommerzielle Rundfunk hat jetzt über ein Vierteljahrhundert die Chance gehabt, zu beweisen, daß er etwas auf die Beine stellen kann. Zumindest im Hörfunkbereich hat er meiner Meinung nach in Deutschland allzuoft kläglich versagt: Fast überall nur Einheits-Hitgedudel. Daher sollte man aufhören, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit Beschränkungen zu drangsalieren. Einzig und allein bei den "Hitdudlern" sehe ich die Notwendigkeit, sich vom quotengeilen "Hitgedudel" weg zu bewegen - zumal das der einzige Bereich ist, den, von Ausnahmen abgesehen, die Privaten besetzen konnten.

von DH0GHU - am 21.12.2014 19:03
Zitat
DH0GHU
Und: Gibts im HR keine Info-Sendungen?

Nein. Im hr gibt es immer nur "Hessens schönste Burgen", "Hessens schönste Gerichte", "Hessens schönste Dörfer", "Hessens schönste Müllhaiden" und was weiß ich noch. Und natürlich noch die obligatorische Zoo-Sendung, die auf jedem Dritten läuft.


Zitat
DH0GHU
Die meisten Mecklenburger interessieren sich vermutlich ziemlich wenig für bayrisches Brauchtum, saarländische Landespolitik und den baden-württembergischen Wetterbericht.
Umgekehrt muß ich mich hier nicht täglich über die Probleme beim Neubau der Hamburger Oper informieren lassen, wohingegen mich die Autobahn-Südring-Debatte in München schon mehr interessiert hatte.
Zumindest bei den - letztenendes in der Produktion teuren - regionalen und lokalen Inhalten führt kein Weg an einer regionalen Diversifizierung vorbei, für alles andere ist Deutschland schon viel zu groß - zumal wir kein Zentralstaat wie Frankreich sind.

Das rechtfertigt aber keine sechs Regionalprogramme, die sich außer in den Nachrichten, die vielleicht zwei Minuten in der Stunde ausmachen, in keinster Weise unterscheiden.

Dann soll man halt die Infowellen für regionales hernehmen. Es ist eh Quatsch, das man meint, wer Regionales hören will, mag auch Schlager. Aha, als ob.

von RheinMain701 - am 21.12.2014 23:14
Meinst Du mit dem "Dritten" und diesen "schönste"-Sendungen TV? Das meinte ich nicht. Übers Fernsehprogramm schreibe ich nicht, da ich dazu nichts beitragen kann. Ich schaue so gut wie nie fern. Als Nebenbeiberieselung ungeeignet, mobil nicht nutzbar.

Ich bekomme sowohl bei Bayern 1, bayern 2, bayern 3 als auch Bayern 5 regional fokusierte Infos. Nicht nur im "schlagerprogramm". Das betrifft nicht nur Nachrichten, sondern auch restliche Wortbeiträge.

Wenn der HR sich da negativ von anderen ARD-Anstalten unterscheidet, sollte das nicht dazu führen, daß andere ARD-Anstalten dafür in Sippenhaft genommen werden.

von DH0GHU - am 22.12.2014 00:19
Bei meisten LRA sind die Regionalen Infos auf die Schlagerwellen beschränkt. Wenn man sich mal den NDR oder MDR anschaut. Auch im RBB ist es so.

Bei HR ist es weniger dramatisch, da man je keine Mehrländeranstalt ist. Aber hier gilt auch, dass sich halt vieles aufs Rhein-Main Gebiet beschränkt.

Beim SWR sind die regionalen Auseinanderschaltungen auch auf die Schlagerwelle beschränkt. Im Oldieprogramm läuft zumindest noch was Bundeslandspezifisches. Aber die Popwelle wird zentral aus Baden-Baden gesteuert. Bis auf Einspieler zum Verkehr und Wetter wird man dort selten was regionales aus der Eifel zum beispiel.

Bei SR habe ich den Eindruck, dass man sich immer mehr auf die Saarlandwelle focusiert und die Europawelle schleifen lässt.

von Marcus. - am 22.12.2014 00:59
Zitat
DH0GHU
Mit Regionales meinte ich eigentlich auf das Sendegebiet bezogenes... (im Gegensatz zu bundesweiten Sendern, die sich nicht auf ein oder wenige Bundesländer fokusieren können).

Das funktioniert aber auch nicht immer gut. Der hr etwa ist praktisch Frankfurter Lokalfunk, die anderen Landesteile kommen eigentlich überhaupt nicht im Programm vor. Da wundert es nicht, dass man in Kassel vom hr wenig begeistert ist.
Im NDR läuft es wohl ähnlich schlecht, nur dass man da wenigstens vollwertige Landesprogramme hat. Aber auch die ignorieren die Prärie teilweise vollständig, NDR 1 NDS in Ostfriesland soll da ein gutes Beispiel sein.

von RheinMain701 - am 22.12.2014 22:34
NDR 2 sendet sehr wohl Verkehrsmeldungen aus MV. Nur ist der Sender dort wegen des Wessi-Images nie richtig akzeptiert worden. N-Joy hatte es wegen der Sendung aus Rostock in den 90ern etwas leichter, konnte aber wegen der schlechteren Frequenzabdeckung und der Ausrichtung auf jüngere Menschen nur ein gewisses Klientel erreichen.

Wahrscheinlich hat sich NDR 1 Radio MV schon deswegen musikalisch eher "in der Mitte" orientiert. Also neben Schlagern auch Oldies und teils aktuelle Musik gespielt. Mit ziemlichem Erfolg immerhin.

Zuletzt zur Gegenwart: Schlagerlastig sind eigentlich sämtliche Landeswellen nicht mehr. Radio Niedersachsen hat noch die meisten, aber selbst die sind überschaubar.

Aber zurück zum hr. ;-)

von NurzumSpassda - am 23.12.2014 09:45
@ DH0GHU

Zitat

Informiert euch mal über den Auftrag laut Gesetz. Da steht ziemlich fett auch was von Unterhaltung drin.


- Was hat das mit der Abschaffung des c't-Magazins zu tun?
- Und wenn der Auftrag Unterhaltung wirklich "ziemlich fett" festgeschrieben ist, dann stammt dieser Eintrag wohl noch aus einer Zeit, in der es ausschließlich öffentlich-rechtlichen Rundfunk gab. Ist es heute noch sinnvoll, daß die Öffentlich-Rechtlichen zum allergrößten Teil im Unterhaltungsbereich den Privaten hinterheräffen und nach der Quote jagen? Erstrecht, wo sie jetzt doch zwangsfinanziert sind und ihre Finanzierung quasi unantastbar ist?

Der Radio- und Fernsehmarkt ist seitens der Privaten schon mit Populärunterhaltung überflutet. Warum müssen die Öffentlich-Rechtlichen da auch noch mitmischen, statt sich auf das zu konzentrieren, was die Privaten nicht bieten bzw. was kommerziell nicht tragbar ist?


Zitat

Gibts im HR keine Info-Sendungen?


Wurde schon geschrieben. Hier äfft man den "10 größten..." von RTL hinterher.


Zitat

Bei den Privaten finde ich sowas nicht, allenfalls mit dem Präfix "Pseudo".


Im Radiobereich gibt es zumindest bei Antenne Thüringen am Abend das Antenne Thüringen Magazin und das Nacht-Magazin um 23:30 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde lang nur Wort und regionale Berichterstattung von der der MDR noch Lichtjahre entfernt ist.

Der MDR frohlockt stattdessen ständig mit Gewinnspielen:
http://www.mdr.de/mediathek/suche/audio956802_zc-485c01ae_zs-d23ba9ff.html
http://www.radiowatcher.de/2014/10/10/verheizt-mdr-jump-hier-den-rundfunkbeitrag/4230/
http://www.mdr.de/mdr-thueringen/teilnahmebedingungen_hit_champion100.html
http://www.mdr.de/mdr-thueringen/mdr_thueringen_urlaubsflieger_gewinnspielbedingungen100.html

Dafür beschränken sich die Regionalnachrichten nur auf ein paar Minütchen. Und dazu unterhält man diverse Regionalstudios:
http://www.mdr.de/mdr-thueringen/kontakt/artikel43062_zc-9463030d_zs-6a960d05.html

Da soll mir doch einer mal erklären, was das noch mit öffentlich-rechtlichem Rundfunk zu tun hat, der obendrein noch zwangsfinanziert wird!


Zitat

Die gleichen Leute, die darüber maulen, daß für Jauch, Gottschalk und Co viel zu viel Geld ausgegeben wird (was genau betrachtet ja stimmt), würden auch maulen, wenn's bei ARD & ZDF nur C-Promis zu sehen gäbe. Vermutlich würden aber viel mehr Zuschauer in diesem Fall meckern, nämlich auch jene, die die Abgabe nicht stört, die aber die Sendungen vermissen würden.


Und nochmal: Der Unterhaltungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen gehört kritisch überdacht und überarbeitet. Erst recht, wie weit dieser Unterhaltungsauftrag ausgelegt werden darf. So wie die Situation jetzt ist, haben die Öffentlich-Rechtlichen durch den Unterhaltungsauftrag eine unendlich scheinende Idiotenfreiheit, in deren Rahmen sie öffentliche Gelder nach Gutdünken verheizen können.


Zitat

Achja: Und ob ich nun den ZDF-Gottschalk über die Abgabe oder den RTL-Jauch über die Ladenkasse bezahle, ist auch wieder wurscht.


Eben nicht! Letzteres ist konsumabhängig. Und der Konsum ist auch irgendwie an das Einkommen gebunden. Wer eben viel konsumiert, der zahlt auch viel für die Privaten. So gesehen ist die Finanzierung der Privaten sozial gerechter als die Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen.


Zitat

Die meisten Mecklenburger interessieren sich vermutlich ziemlich wenig für bayrisches Brauchtum, saarländische Landespolitik und den baden-württembergischen Wetterbericht.


Und um das zu vermeiden, braucht es teilweise fünf oder mehr Radiosender und ein Fernsehprogramm pro Bundesland? Ein Querbeetsender mit regionaler Berichterstattung und eine Auseinanderschaltung eines bundesweiten Fernsehprogramms während der Landesschauen würde da reichen.


Zitat

Ich finde gerade die (prinzipielle) extreme Vielfalt des öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk-Modells toll.


Wo ist da Vielfalt? Im Fernsehbereich größtenteils Seniorenunterhaltung und Sendungen, die den Privaten hinterheräffen. Der Rest versteckt sich auf ein paar Spartenkanälen. Und im Rundfunkbereich Sender, welche die Privatdudler direkt kopieren oder im Niveau sogar noch deutlich untertreffen einerseits und ein paar Sender für die "Bildungselite" andererseits. Dazwischen klafft eine große Lücke, die nur vom Deutschlandfunk etwas gefüllt wird.


Zitat

Der kommerzielle Rundfunk hat jetzt über ein Vierteljahrhundert die Chance gehabt, zu beweisen, daß er etwas auf die Beine stellen kann.


Der kommerzielle Rundfunk hat nur eine einzige Aufgabe: Geld verdienen! Sonst wären es keine kommerziellen Sender. Wie sie das machen, ist ihre Sache. Das große Problem ist nur, daß sich die Öffentlich-Rechtlichen den "Erfolgskonzepten" der Privaten quantitativ (Senderflut) und qualitativ (Dudelfunk) angepaßt haben. :-(

von Kay B - am 23.12.2014 11:37
Zitat

Wurde schon geschrieben. Hier äfft man den "10 größten..." von RTL hinterher.

Das ist ausnahmsweise tatsächlich mal eine Erfindung ohne US-Vorbild von RTL. Aber bei den anderen U-Sendungen ist es doch wohl eher so, daß die Privaten etablierte Formate des ö-r-TV fortgeführt und weiter- -äh... zurück... äh... tittenraus-entwickelt hat. Wie die allseits beliebten Quizshows.

Unterhaltung ist ganz klar definierter ö-r-Auftrag! Man mag jetzt zwar sagen, das gibt es ja jetzt bei den Privaten, also müssen die ö-r das nicht mehr machen. Aber in ein paar Jahren sieht das anders aus, wenn erst alle Privaten nur noch verschlüsselt daherkommen (2022). Dann ist das wieder richtige Grundversorgung durch die ö-r, für alle, die nicht bereit sind 50 oder vermutlich irgendwann 100-200€ jährlich für den Empfang der Privatprogramme zu zahlen (und trotzdem Werbung anschauen zu müssen).

Daß die ö-r in allen Belangen allerdings ihr Niveau nach unten hin angepasst haben, schmeckt mir auch nicht. Ich finde aber trotzdem noch genug für mich im Programm - mithilfe einer Programmzeitschrift.

von iro - am 23.12.2014 13:59
Zitat
Kay B
@ DH0GHU
Zitat

Informiert euch mal über den Auftrag laut Gesetz. Da steht ziemlich fett auch was von Unterhaltung drin.


- Was hat das mit der Abschaffung des c't-Magazins zu tun?

Es wurde behauptet, mit dessen Abschaffung würde der letzte richtige ÖR-Inhalt abgeschafft. Und das ist eben falsch. Auch Unterhaltung ist Programmauftrag.
Ich kann die Lage beim HR nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass mir
- HR1 + HR3 nie gefallen haben und ich die deshalb bei fahrten durch Hessen nicht höre
- HR2 oft nicht gscheit funktioniert

Ich beurteile den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgrund der Programme, die ich nutze. Das sind fast nur die Hörfunkprogramme von SWR, BR und D-Radio. Dort kann ich die Kritikpunkte allenfalls partiell nachvollziehen.


Zitat

Ist es heute noch sinnvoll, daß die Öffentlich-Rechtlichen zum allergrößten Teil im Unterhaltungsbereich den Privaten hinterheräffen und nach der Quote jagen? Erstrecht, wo sie jetzt doch zwangsfinanziert sind und ihre Finanzierung quasi unantastbar ist?

Hier würde ich Dir sogar recht geben, aber gerade diese Hit-Dudler wie SWR3 sind die Cashcows der ÖRs, und kosten wenig in Relation zu Programmen wie Bayern 2.
Von den ÖR-Programmen, die ich zuhause und meist unterwegs hören kann, ist nur eine Minderheit vergleichbar mit Privaten - wobei ich allerdings das inhaltliche Niveau eines Bayern 3 immernoch welten Höher einschätze als das eines Antenne Bayern. Insofern stimmt Dein Vorwurf des Hinterheräffens nicht ganz.
Sagen wirs mal so: Bei DR Wissen will das Hirn Arbeit, bei Bayern 3 will es Unterhaltung, und bei Antenne Bayern will es einfach nur Feierabend ;)

Zitat

Warum müssen die Öffentlich-Rechtlichen da auch noch mitmischen, statt sich auf das zu konzentrieren, was die Privaten nicht bieten bzw. was kommerziell nicht tragbar ist?

Bei dem, was ich auf HR3 und MDR Jump gehört habe, muß ich Dir sogar recht geben. Das ist meinerseits aber möglicherweise ein Zerrbild, da ich nur selten in den von diesen Programmen betroffenen Regionen unterwegs bin. Bei Programmen wie BAyern 3 muß ich Dir einfach widersprechen.

Zitat

Zitat

Gibts im HR keine Info-Sendungen?

Wurde schon geschrieben. Hier äfft man den "10 größten..." von RTL hinterher.

Was ist mit HR Info?
Zitat

Bei den Privaten finde ich sowas nicht, allenfalls mit dem Präfix "Pseudo".


Zitat

Im Radiobereich gibt es zumindest bei Antenne Thüringen am Abend das Antenne Thüringen Magazin und das Nacht-Magazin um 23:30 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde lang nur Wort und regionale Berichterstattung von der der MDR noch Lichtjahre entfernt ist.

Nunja, ich kann da nur B5 Aktuell Antenne Info gegenüberstellen. B5 ist recht aktuell, während Antenne Info tatsächlich die Nachrichten von gestern und den Verkehrsfunk von vor Stunden bringt ;)

Zitat

Der MDR frohlockt stattdessen ständig mit Gewinnspielen:

Laufen die nur auf MDR 1 / MDR Jump, oder auch auf den anderen MDR-Wellen? Welcher Art sind die GEwinnspiele? Wenn z.B. SWR3 Fragen zu Musik-Fachthemen hat und dann eine Konzertkarte verlost, finde ich das nicht schlimm.
Zitat

Zitat

Die gleichen Leute, die darüber maulen, daß für Jauch, Gottschalk und Co viel zu viel Geld ausgegeben wird (was genau betrachtet ja stimmt), würden auch maulen, wenn's bei ARD & ZDF nur C-Promis zu sehen gäbe. Vermutlich würden aber viel mehr Zuschauer in diesem Fall meckern, nämlich auch jene, die die Abgabe nicht stört, die aber die Sendungen vermissen würden.


Und nochmal: Der Unterhaltungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen gehört kritisch überdacht und überarbeitet. Erst recht, wie weit dieser Unterhaltungsauftrag ausgelegt werden darf. So wie die Situation jetzt ist, haben die Öffentlich-Rechtlichen durch den Unterhaltungsauftrag eine unendlich scheinende Idiotenfreiheit, in deren Rahmen sie öffentliche Gelder nach Gutdünken verheizen können.

Was ja offenbar vom Publikum oft so gewollt ist.

Zitat

Eben nicht! Letzteres ist konsumabhängig. Und der Konsum ist auch irgendwie an das Einkommen gebunden. Wer eben viel konsumiert, der zahlt auch viel für die Privaten. So gesehen ist die Finanzierung der Privaten sozial gerechter als die Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen.

Demnach bin ich dann wohl die Sozialkasse privatwirtschaftlich organisierter Rundfunkunternehmen? Ich schaue pro Jahr keine 10 Stunden Kommer-TV, und 80-90% meines Radiokonsums dürften öffentlich-rechtlich sein. Ist es "sozial" daß ich als Gutverdiener ein Wirtschaftsunternehmen wie RegioCast finanziere? Sozial wäre vielleicht eine einkommensabhängige Haushaltsabgabe, DIE Diskussion könnte man führen. Dass die Zwangsfinanzierung von Bertelsmann & Co an der Ladenkasse sozial wäre, kann ich nur als schlechten Witz bezeichnen. Zumal es mir garnicht möglich ist, Produkte zu meiden, mit denen RTL & SAT1 finanziert werden. Dazu müßte ich mir die Werbung erstmal anschauen...

Zitat

Zitat

Die meisten Mecklenburger interessieren sich vermutlich ziemlich wenig für bayrisches Brauchtum, saarländische Landespolitik und den baden-württembergischen Wetterbericht.


Und um das zu vermeiden, braucht es teilweise fünf oder mehr Radiosender und ein Fernsehprogramm pro Bundesland? Ein Querbeetsender mit regionaler Berichterstattung und eine Auseinanderschaltung eines bundesweiten Fernsehprogramms während der Landesschauen würde da reichen.

Der Hörer möchte den Regionalbezug aber eben nicht nur eingebettet in Rock, Pop oder klassik, sondern auf JEDEM der Programme.

Zitat

Zitat

Ich finde gerade die (prinzipielle) extreme Vielfalt des öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk-Modells toll.


Wo ist da Vielfalt? Im Fernsehbereich größtenteils Seniorenunterhaltung und Sendungen, die den Privaten hinterheräffen. Der Rest versteckt sich auf ein paar Spartenkanälen. Und im Rundfunkbereich Sender, welche die Privatdudler direkt kopieren oder im Niveau sogar noch deutlich untertreffen einerseits und ein paar Sender für die "Bildungselite" andererseits. Dazwischen klafft eine große Lücke, die nur vom Deutschlandfunk etwas gefüllt wird.

Ich habe bis heute weder bei SWR1, Bayern 3 (höre ich aber selten, meist abends, wenn irgendwelche Studiogäste da sind, auch dann nur zufällig), Bayern 5, BR Klassik noch Bayern 2 den Eindruck, daß diese den Privaten hinterheräffen. Musikalisch mag das teilweise (B3) stimmen, aber redaktionell sind himmelweite Unterschiede zwischen dem Antenne-Bayern-Gelaber und dem Bayern-3-Gerede.
Seniorenunterhaltung im TV? Schau Dir die Bevölkerungsstruktur mal an. Wenn tagsüber fast nur Seniorenunterhaltung kommt - ja und? Nichtsenioren sollte da eh nicht vor der Glotze sitzen. Ob nun TV-Massenproduktionen nach Standard-Strickmuster (das Gute siegt gegen das Böse, und bedient dabei einige Klischees) aus den USA unbedingt DIE Alternative sind?
Hinzu kommt, dass irgendwelche Werbestrategen offenbar der Meinung sind, dass nur bestimmte Altersgruppen (wars bis Ende 40?) werberelevant sind. Da ists nur fair, wenn das Fehlen von "seniorenaffinen Inhalten" bei den Kommerziellen durch die ÖRs kompensiert wird.

Zitat

Der kommerzielle Rundfunk hat nur eine einzige Aufgabe: Geld verdienen! Sonst wären es keine kommerziellen Sender. Wie sie das machen, ist ihre Sache.

Ich glaube nicht, daß das, was ich am ÖR-Rundfunk gut finde (Radio) oder was dort überproportional läuft (TV), gewinnbringend kommerziell realisierbar ist.
Seniorenprogramme (TV) - Hörer zu alt = bringen keine Werbeeinnahmen
Kultur - nach einem anstrengenden Arbeitstag zu anspruchsvoll für die Massen und teuer in der Produktion = keine Werbeeinnahmen
Politik & Gesellschaft - nach einem anstrengenden Arbeitstag zu anspruchsvoll für die Massen und teuer in der Produktion = keine ausreichend hohe Werbeeinnahmen (NTV & Co waren schon Mist, bevor es ÖR-TV-Nachrichtenkanäle gab...)

Musik weitab des Mainstreams funktioniert kommerziell im Radio auch nur ganz selten, und auch nur, wenn man keine Flächendeckung finanzieren muß (Sunshine Live, Radio BOB!, Klassik Radio sind die wenigen Ausnahmen) - und auch nur auf oft niedrigestem musik-inhaltlichem Niveau (einfach mal Klassik Radio und BR Klassik vergleichen...). Das ist auch im Ausland nicht anders (In Frankreich beispielsweise verbreitet der öffentlich-rechtliche Hörfunk von France Bleu abgesehen keine massentauglichen Programme in der Fläche. Trotzdem haben die meisten Privaten einen schrecklichen Klang, kaum Inhalte, und eine superenge Rotation).

Schau Dir einfach noch mal die Kostenstruktur an: Die Cash-Cows der ÖRs sind zwar die, die relativ nahe am Privatsender-Modell dran sind, die Kostenerzeuger sind die, für die es gar keine kommerziellen Pendants gibt, zumindest nicht in der Fläche.
Wohl gemerkt: Alles durch die D-Radio/BR/teilweise SWR-Brille gesehen.
Mag sein, daß finanzschwache Anstalten wie HR und MDR weit schwächer aufgestellt sind. Dann ist das Problem deren Finanzschwäche, nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk ansich.

Ein gewisser Ausweg aus den offensichtlichen Positionskonflikten könnte es sein, Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärker einzuschränken. Dadurch würde das "Mainstream-Streben" reduziert, was ich ja durchaus gut fände. Das Geschrei möchte ich aber nicht hören, wenn dann die ÖRs wieder "intellektueller" werden, und man "Noch wenig für seine Gebühren" bekommt. Die, die heute meckern, meckern dann erst recht.

von DH0GHU - am 23.12.2014 15:32
Zitat
DH0GHU
- HR2 oft nicht gscheit funktioniert

Der ist auch zu einem Klassikdudler verkommen, ähnlich wie NDR Kultur.

Zitat
DH0GHU
Hier würde ich Dir sogar recht geben, aber gerade diese Hit-Dudler wie SWR3 sind die Cashcows der ÖRs, und kosten wenig in Relation zu Programmen wie Bayern 2.

SWR3 ist aber auch konkurrenzlos, zumindest im Ländle, weil es teilweise keine Privaten gibt, die mitmischen können, vor allem im Schwarzwald. Schon in Rheinland-Pfalz sieht das ganz anders aus, da wird SWR3 kaum gehört, weil es ganz einfach als "fremdes Programm" gilt.

Zitat
DH0GHU
Was ist mit HR Info?

hr-info ist ein richtig billiger Abklatsch von B5 aktuell. Die wiederholen die selben vier Reportagen jede Stunde. Informieren kann man sich hier nicht, außer natürlich den Tagesnachrichten, die es woanders auch gibt.
Mit "Reportagen" sind natürlich so Sachen gemeint wie die Arbeitsmarktsituation im hessischen Hinterland. Nein, doch keine politischen Analysen oder gar Interviews, wo kämen wir denn da hin?

Zitat
DH0GHU
Was ja offenbar vom Publikum oft so gewollt ist.

Dass das "Publikum" auch die dümmsten Entscheidungen befürworten würde, sehen wir ja in Ägypten mit den Muslimbrüdern.

Zitat
DH0GHU
Musik weitab des Mainstreams funktioniert kommerziell im Radio auch nur ganz selten, und auch nur, wenn man keine Flächendeckung finanzieren muß (Sunshine Live, Radio BOB!, Klassik Radio sind die wenigen Ausnahmen) - und auch nur auf oft niedrigestem musik-inhaltlichem Niveau (einfach mal Klassik Radio und BR Klassik vergleichen...). Das ist auch im Ausland nicht anders (In Frankreich beispielsweise verbreitet der öffentlich-rechtliche Hörfunk von France Bleu abgesehen keine massentauglichen Programme in der Fläche. Trotzdem haben die meisten Privaten einen schrecklichen Klang, kaum Inhalte, und eine superenge Rotation).

Schau Dir einfach noch mal die Kostenstruktur an: Die Cash-Cows der ÖRs sind zwar die, die relativ nahe am Privatsender-Modell dran sind, die Kostenerzeuger sind die, für die es gar keine kommerziellen Pendants gibt, zumindest nicht in der Fläche.
Wohl gemerkt: Alles durch die D-Radio/BR/teilweise SWR-Brille gesehen.
Mag sein, daß finanzschwache Anstalten wie HR und MDR weit schwächer aufgestellt sind. Dann ist das Problem deren Finanzschwäche, nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk ansich.

Das liegt aber auch daran, dass die Ö-Rs den Privaten ohne ersichtlichen Grund die Werbeeinnahmen streitig machen. Gäbe es keinen Ö-R-Dudelfunk, hätten die Privaten auch mehr Geld, um sonst defizitäre Modelle zu finanzieren.

Frankreich ist da nicht vergleichbar, weil der französische Hörer einen ganz anderen Geschmack hat, der will zugelabert werden. Und da hätten wir - wer hätte das gedacht - France Inter als öffentlich-rechtlichen "Dudelfunk".

von RheinMain701 - am 23.12.2014 16:03
Gut, möglicherweise treffen einige der Kritikpunkte von Kay und anderen auf den HR zu. Deshalb das System ÖR-Rundfunk in Frage zu stellen, halte ich für falsch, denn woanders siehts ja anders aus.
Warum soll ich in Bayern und BaWü unter den Problemen der Hessen leiden?

Zitat

Das liegt aber auch daran, dass die Ö-Rs den Privaten ohne ersichtlichen Grund die Werbeeinnahmen streitig machen.

Was ja auch der Punkt ist, an dem ich Einschränkungen nicht bedauern würde.

Zitat

Gäbe es keinen Ö-R-Dudelfunk, hätten die Privaten auch mehr Geld, um sonst defizitäre Modelle zu finanzieren.

Warum sollte ein Wirtschaftsunternehmen das Geld in defizitäre Modelle stecken? Das Geld hat gefälligst an die Shareholder ausgezahlt zu werden!

Zitat

Frankreich ist da nicht vergleichbar, weil der französische Hörer einen ganz anderen Geschmack hat, der will zugelabert werden. Und da hätten wir - wer hätte das gedacht - France Inter als öffentlich-rechtlichen "Dudelfunk".

Dann schau Dir mal die ganzen Musikdudler in Frankreich an. Und hör Dir das G'schwätz dort mal an.

von DH0GHU - am 23.12.2014 16:18
Leute, die sog. Dudelwellen der ARD waren, zumindest im Süden mit SWF 3, Bayern 3, SR 1, hr3 und SDR, im Norden mit Hansawelle und in Berlin mit rias2 (teils SFB2) vorher da. NRW und NDR-Land waren da ja quasi Ausnahmen). Und die haben den sog. Unterhaltungsbegriff im Radio ab den 1980er Jahren geprägt. Die Privaten haben den dann, teils sehr erfolgreich (FFH und ABY) weitergeführt. Öffis wie SWR 3 aber auch.
Das hier gescholtene hr3 könnte sich entweder ganz aufgeben und auf halbes Spartenradio machen, dass ggf. dann noch "kommt fett" kommt und "der Ball ist rund" oder den "Kramladen" versendet, erreichen wird hr3 damit aber im Unterhaltungssektor gegenüber FFH -die eben dieses nicht machen- auch kaum einen.
Also müssen die Popwellen ja das machen, was der durchschnittliche Normalo nun mal über Jahrzehnte in Deutschland im Radio zu hören gelernt hat um den gesetzlichen Auftrag Unterhaltung im würdigen hehren ÖR-Funkhaus unter zu bringen. Ein paar Stunden pro Woche im Einser-Hauptprogramm wie in den 1960er Jahren, reicht da nun mal nicht mehr aus. Immerhin gibt es ja auch noch Fernsehen (und Internet...).

Und noch mal zu hr3: Im vergleich zu Bayern 3 würde ich da den Informationsgehalt höher bewerten.

Wobei sowohl der hr, als auch der BR, nun mal das Problem haben, dass sie ewig 2. Sieger gegenüber der landesweiten privaten Konkurrenz sind (und wohl auch ewig bleiben werden). Der hr schafft es immerhin, da eine Jugendwelle zu positionieren. Der BR versucht es da mit FM4 x NKL x egoFM.

von Schwabinger - am 23.12.2014 16:29
@ DH0GHU

Zitat

Es wurde behauptet, mit dessen Abschaffung würde der letzte richtige ÖR-Inhalt abgeschafft. Und das ist eben falsch. Auch Unterhaltung ist Programmauftrag.


Demnach wäre es also auch in Ordnung, wenn das Hessen-Fernsehen nur noch Seifenopern, Boulevardkram, Krimis und Hessens beste... senden würde?

Mit dem c't-Magazin gab es im Hessen-Fernsehen zumindest noch etwas, das das Programm von anderen Fernsehprogrammen abhob.


Zitat

Ich beurteile den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgrund der Programme, die ich nutze.


Und warum kein Urteil darüber, wofür die zahlst, nämlich die gesamten Öffentlich-Rechtlichen (Finanzausgleich mal mit einbegriffen)?


Zitat

Hier würde ich Dir sogar recht geben, aber gerade diese Hit-Dudler wie SWR3 sind die Cashcows der ÖRs, und kosten wenig in Relation zu Programmen wie Bayern 2.


Schon allein der Begriff "Cashcow" sollte in einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nichts verloren haben. Oder ist es derweil schon der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen im Werbemarkt kräftig mitzumischen? Sicherlich gab es mal eine Verpflichtung, Plattformen für Werbetreibende zu schaffen... in einer Zeit, als es nur die Öffentlich-Rechtlichen gab. Seit der Einführung des privaten Rundfunks ist das überflüssig.


Zitat

Von den ÖR-Programmen, die ich zuhause und meist unterwegs hören kann, ist nur eine Minderheit vergleichbar mit Privaten - wobei ich allerdings das inhaltliche Niveau eines Bayern 3 immernoch welten Höher einschätze als das eines Antenne Bayern. Insofern stimmt Dein Vorwurf des Hinterheräffens nicht ganz.


Dann zieh dir doch mal über ein paar Tage MDR Thüringen und MDR Jump rein. Ist dank Streaming ja kein Problem mehr. Dann reden wir weiter.


Zitat

Was ist mit HR Info?


Es ging doch um das Hessen-Fernsehen. Oder reicht es deiner Meinung jetzt schon aus, wenn man alle Inhalte außer Unterhaltung auf eine Radiospartenwelle beschränkt und dafür die restlichen Programme einschließlich dem Fernsehen mit noch mehr Seifenopern, Boulevardkram und Krimis aufbläht?


Zitat

Nunja, ich kann da nur B5 Aktuell Antenne Info gegenüberstellen. B5 ist recht aktuell, während Antenne Info tatsächlich die Nachrichten von gestern und den Verkehrsfunk von vor Stunden bringt ;)


Bringt den Menschen, die ihre Zwangsabgabe größtenteils an den CDU-Hofberichterstatter MDR zahlen, reichlich wenig. Dafür gibt es bei MDR Thüringen aber so dolle redaktionelle Inhalte wie die von Johannes-Michael Noack aus "Johannes und der Morgenhahn" (die Morgenlatte bei MDR Thüringen). Er ging in Elternzeit und berichtete ständig über solche brisanten Themen wie die Zubereitung des Babybreis für seinen Sprößling und anderen Kram, den nicht mal die Kloausgabe der BILD interessiert hätte.

Danke, daß ich für solche absolut irrelevanten Beiträge Zwangsgebühren zahlen darf!



Zitat

Laufen die nur auf MDR 1 / MDR Jump, oder auch auf den anderen MDR-Wellen? Welcher Art sind die GEwinnspiele? Wenn z.B. SWR3 Fragen zu Musik-Fachthemen hat und dann eine Konzertkarte verlost, finde ich das nicht schlimm.


Es wurden drei "Kulthits" gespielt, auf die mehrfach stündlich mittels Trailergeballere penetrant hingewiesen wurde. Wer als erstes anrief und durchkam, erhielt 1000 Euro (MDR Thüringen) bzw. 1000 Euro bei MDR Jump, wenn man einen Hit erkannt oder 10000 Euro, wenn man alle drei Hits erkannt hatte. Also gleiches Prinzip wie bei 9live. Und das wurde mehrfach über mehrere Wochen durchgezogen! Da war nichts mit Fragen zu Fachthemen!


Zitat

Was ja offenbar vom Publikum oft so gewollt ist.


Also jetzt immer nur noch das senden, worauf das Publikum abfährt? Wann kommt die ARD-Version des Dschungelcamps?


Zitat

Ich schaue pro Jahr keine 10 Stunden Kommer-TV, und 80-90% meines Radiokonsums dürften öffentlich-rechtlich sein. Ist es "sozial" daß ich als Gutverdiener ein Wirtschaftsunternehmen wie RegioCast finanziere?


Ich sage, daß es sozial gerechter wäre als eine pauschale Zwangsabgabe. Es ist halt so, daß jeder RegioCast mitfinanziert. Aber eben konsum- und einkommensabhängig, was bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht der Fall ist.


Zitat

Sozial wäre vielleicht eine einkommensabhängige Haushaltsabgabe, DIE Diskussion könnte man führen.


Habe ich hier im Forum schon gefühlt tausendmal angesprochen.


Zitat

Der Hörer möchte den Regionalbezug aber eben nicht nur eingebettet in Rock, Pop oder klassik, sondern auf JEDEM der Programme.


Super! Der Regionalbezug beschränkt sich bei MDR Thüringen auf ein paar Minuten aus den Regionalstudios und bei MDR Jump eigentlich nur auf die stündlich mehrfach runtergeleierte Floskel "...für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen...". Da sind bei Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen gefühlt 100 mal mehr regionale Infos drin.


Zitat

Seniorenunterhaltung im TV?


Daß das Durchschnittsalter der Zuschauer von ARD, ZDF und den dritten Programmen bei rund 60 Jahren liegt, kommt nicht von ungefähr. Das läßt sich auch mit dem demographischen Wandel nicht rechtfertigen.


Zitat

Musik weitab des Mainstreams funktioniert kommerziell im Radio auch nur ganz selten, und auch nur, wenn man keine Flächendeckung finanzieren muß (Sunshine Live, Radio BOB!, Klassik Radio sind die wenigen Ausnahmen) - und auch nur auf oft niedrigestem musik-inhaltlichem Niveau (einfach mal Klassik Radio und BR Klassik vergleichen...). Das ist auch im Ausland nicht anders (...).


Doch! In dieser großen Staatengemeinschaft über dem großen Teich gibt es größtenteils nur Spartensender. Diese Marotte, daß ein Sender die größten Hits von vorgestern, gestern und heute rauf- und runterdudeln muß um erfolgreich zu sein, scheint eine europäische Spinnerei zu sein, die durch die legendären "Berater" von Sender zu Sender getragen wurden.


Zitat

Die Cash-Cows der ÖRs sind zwar die, die relativ nahe am Privatsender-Modell dran sind, die Kostenerzeuger sind die, für die es gar keine kommerziellen Pendants gibt, zumindest nicht in der Fläche.


Und wozu dann noch die 17,98 Euro pro Monat, wenn es doch die "Cashcows" gibt? :rolleyes:


Zitat

Mag sein, daß finanzschwache Anstalten wie HR und MDR weit schwächer aufgestellt sind. Dann ist das Problem deren Finanzschwäche, nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk ansich.


Wieso bekommen dann die expoentiell finanzschwächeren Anstalten Radio Bremen und der rbb es hin, niveauvolle Programme ohne "Cashcows" zu produzieren? Und wieso kann der MDR im Gegenzug - trotz "Cashcows" und einem größeren Einzugsgebiet, das sich obendrei auf die wirtschaftlich stärkeren der fünf neuen Bundesländer erstreckt - im Niveau und Inhalt Radio Bremen und dem rbb nicht das Wasser reichen? Erkläre mir das doch bitte mal!


Zitat

Das Geschrei möchte ich aber nicht hören, wenn dann die ÖRs wieder "intellektueller" werden, und man "Noch wenig für seine Gebühren" bekommt.


Ja, was bekommt man denn als Nicht-Intellektueller und Nicht-Senior momentan von den Öffentlich-Rechtlichen? Sind ja dann größtenteils nur die Cashcows, die sich von den Privatsendern nicht unterscheiden lassen. (Jetzt mal auf den MDR bezogen.)


Zitat

Warum sollte ein Wirtschaftsunternehmen das Geld in defizitäre Modelle stecken? Das Geld hat gefälligst an die Shareholder ausgezahlt zu werden!


Jedes Wirtschaftsunternehmen muß revinestieren. Dinge, die heute noch als defizitär gesehen werden, könnten morgen wettbewerbssichernd für das Unternehmen sein. Deiner Logik nach gäbe es keinerlei private Forschung und Entwicklung.

von Kay B - am 23.12.2014 18:32
Zitat
Kay B
Demnach wäre es also auch in Ordnung, wenn das Hessen-Fernsehen nur noch Seifenopern, Boulevardkram, Krimis und Hessens beste... senden würde?

Nein. Aber zu behaupten, Unterhaltung wäre kein Teil des Auftrags, ist eben AUCH falsch. Nicht mehr und nicht weniger war meine Aussage.

Zitat

Zitat

Ich beurteile den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgrund der Programme, die ich nutze.

Und warum kein Urteil darüber, wofür die zahlst, nämlich die gesamten Öffentlich-Rechtlichen (Finanzausgleich mal mit einbegriffen)?


Nochmal: Ich beurteile das System des öffentlich rechtlichen Rundfunks anhand dessen, was es leisten *kann*, wenn es eine Anstalt richtig macht. Eben weil ich zufällig in mit halbwegs vernünftigen Programmen versorgten Regionen wohne. Das beweist schon hinreichend, dass das System ansich OK ist - wenn es woanders schlechter aussieht, liegt es nicht am System insgesamt, sondern an einer spezifischen Situation.

Außerdem höre ich HR und MDR zu selten, um SERIÖS über HR und MDR urteilen zu können:

Zitat

Dann zieh dir doch mal über ein paar Tage MDR Thüringen und MDR Jump rein. Ist dank Streaming ja kein Problem mehr. Dann reden wir weiter.

Warum sollte ich? Ich habe keinen Anlaß, mir MDR-Programme außerhalb derer Sendegebiete anzuhören. Radio höre ich bevorzugt in der Küche, im Bad, im Schlafzimmer, im Auto. Da gibts kein Streaming (Streaming nutze ich bei Bedarf übrigens seit ca. 2001). Außerdem hatte ich schon erwähnt, daß mir die MDR- und HR-Programme nicht zusagen (Unter uns gesagt: ich fand JUMP und HR3 grausam. Das kann aber Zufall gewesen sein, und der verantwortliche Redakteur hatte an dem jeweiligen Tag grad schlechte Laune). Daraus eine Systemkritik abzuleiten, wäre anmaßend, gerade weil ich die Gegenbeispiele regelmäßig nutze.

Zitat

Es ging doch um das Hessen-Fernsehen. Oder reicht es deiner Meinung jetzt schon aus, wenn man alle Inhalte außer Unterhaltung auf eine Radiospartenwelle beschränkt und dafür die restlichen Programme einschließlich dem Fernsehen mit noch mehr Seifenopern, Boulevardkram und Krimis aufbläht?

Nein. Auch da gilt: Ich kann die Programme nur anhand der Programme beurteilen, die ich nutze oder (bei TV besser) genutzt habe. Meiner Wahrnehmung nach gibts Seifenopern und Boulevardkram eher bei den Privaten, kann aber sein, daß das tagsüber anders ist.

Zitat

MDR

Zitat

Danke, daß ich für solche absolut irrelevanten Beiträge Zwangsgebühren zahlen darf!

Dann besteht beim MDR offenbar Änderungsbedarf. Das bestreite ich garnicht. Ich kann es aber auch nicht bestätigen, dazu fehlt mir die profunde Kenntnis des Programms.
Das ist dann aber ein spezifisches MDR-Problem, nicht ein spezifisches ÖR-Problem. Dann muß man beim MDR was ändern, und nicht gleich das ÖR-System komplett in Frage stellen: Nur weil der MDR "nix is", muß man nicht gleich den BR abschaffen wollen.


Zitat

Zitat

Sozial wäre vielleicht eine einkommensabhängige Haushaltsabgabe, DIE Diskussion könnte man führen.

Habe ich hier im Forum schon gefühlt tausendmal angesprochen.

Vermutlich bekamst Du dann neben den wenigen Pro- auch die vielen Contra-Argumente zu lesen :-)

Abgaben sind nunmal keine Steuern. Punkt. Ändert nix dran, daß ich lieber D-Radio, BR und WDR finanziere, als RTL, SAT1 und FFH.


Zitat

Zitat

Die Cash-Cows der ÖRs sind zwar die, die relativ nahe am Privatsender-Modell dran sind, die Kostenerzeuger sind die, für die es gar keine kommerziellen Pendants gibt, zumindest nicht in der Fläche.


Und wozu dann noch die 17,98 Euro pro Monat, wenn es doch die "Cashcows" gibt? :rolleyes:

Für Bayern 2, BR Klassik, B5 Aktuell, DLF, DR Kultur, DWissen, 3SAT, ARTE, BRalpha, und wie sie alle heißen.


Zitat

Zitat

Mag sein, daß finanzschwache Anstalten wie HR und MDR weit schwächer aufgestellt sind. Dann ist das Problem deren Finanzschwäche, nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk ansich.

Wieso bekommen dann die expoentiell finanzschwächeren Anstalten Radio Bremen und der rbb es hin, niveauvolle Programme ohne "Cashcows" zu produzieren? Und wieso kann der MDR im Gegenzug - trotz "Cashcows" und einem größeren Einzugsgebiet, das sich obendrei auf die wirtschaftlich stärkeren der fünf neuen Bundesländer erstreckt - im Niveau und Inhalt Radio Bremen und dem rbb nicht das Wasser reichen? Erkläre mir das doch bitte mal!

Du bestätigst damit nur, daß wir hier nicht über generelle Probleme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Finanzierung diskutieren, sondern über spezifische Probleme der beiden Anstalten "HR" und "MDR". Warum sollte ich z.B. akzeptieren, daß sich irgendwas beim meiner Meinung nach gut aufgestellten BR oder WDR ändern sollte, nur weil es MDR und HR nicht gebacken bekommen? Starte eine Initiative "mehr Qualität in MDR und HR", aber hör doch auf, nach dem Motto "wenn meine Sandburg nicht schön ist, mach ich Deine auch kaputt" zu argumentieren. Nicht die Kritik an Programmen von HR und MDR nervt, sondern das pauschale ÖR-Bashing, das Du daraus ableitest. Das erinnert mich extrem an die Anti-DAB-Stimmungsmache aus dem Norden. Nur weil "die da oben" es nicht gebacken bekommen, müssen wir uns unsere Erfolge im Süden nicht miesreden lassen...


Zitat

Zitat

Warum sollte ein Wirtschaftsunternehmen das Geld in defizitäre Modelle stecken? Das Geld hat gefälligst an die Shareholder ausgezahlt zu werden!


Jedes Wirtschaftsunternehmen muß revinestieren. Dinge, die heute noch als defizitär gesehen werden, könnten morgen wettbewerbssichernd für das Unternehmen sein. Deiner Logik nach gäbe es keinerlei private Forschung und Entwicklung.


Der Vergleich hinkt. Aber nur ein bischen: Ein Unternehmen wird auch nur dann eine Produktentwicklung starten, wenn es hinreichende Erfolgaussichten auf dem Markt sieht. Grundlagenforschung wird sehr häufig öffentlich gefördert, genau aus dem Grund, weil's sonst nicht bezahlt wird.

von DH0GHU - am 23.12.2014 20:57
Ich sollte vielleicht mehr auf den ersten Eindruck vertrauen. Ich muß gestehen, seit es auf "meinen" Hauptstrecken durch Hessen und Thüringen fast überall den Bundesmux gibt, habe ich diese Programme im Wesentlichen nur noch bei Verkehrsfunk-Durchschaltungen gehört, sonst höchstens ganz kurz mal.
JUMP habe ich schon deshalb nicht gehört, weil es mir musikalisch nicht zusagt. Das allerdings ist kein Qualitätsurteil - ein Programm ist nicht per se gut oder schlecht, weil mir die Musik gefällt oder nicht gefällt.

Ich bleibe dabei: Das sind dann HR- und MDR-spezifische Probleme. Wichtiger wäre natürlich auch eine Betrachtung des "Gesamt-Pakets" aus allen Programmen. Ein schlechtes Programm macht noch keine schlechte Anstalt. Wenn alle Programme deutlich schlechter sind als die von BR, WDR etc., dann stellt sich die Frage: Liegts nun am Geld, oder nicht?

So oder so: Daraus eine Reduktion z.B. der Programme des BR abzuleiten, ist keine Lösung.

von DH0GHU - am 24.12.2014 10:48
Eine kleine Ergänzung.

Laut NDR-Wirtschaftsplan ist auch der NDR defizitär.

Interessant finde ich folgenden Satz:

Zitat
http://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/NDR-Rundfunkrat-stimmt-Wirtschaftsplan-2015-zu,pressemeldungndr15138.html

Damit stehen dem NDR trotz inflationsbedingter und tariflich veranlasster Kostensteigerungen im Zeitraum 2013 bis 2016 nicht mehr Mittel zur Verfügung als in der vergangenen Gebührenperiode 2009 bis 2012.


Die Regel (Deckelung der Ausgaben) gilt auch für HR, MDR und alle anderen.
Die Kosten dürften in dieser Zeit um ca. 2 % pro Jahr gestiegen sein. Wie hoch die Tarife im ÖR-Bereich genau gestiegen sind, weiß ich nicht, es dürfte auch diese Größenordnung sein.
Anstalten wie der NDR *müssen* also irgendwo reduzieren - das betrifft dann nun mal auch Programmqualität und Programmverbreitung.

Umformuliert in Reallöhne muß der NDR jedes Jahr ca. 2 % Reallohnverlust hinnehmen.
So hart traf es Arbeitnehmer z.B. nur 1997.
Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Reallohn

von DH0GHU - am 24.12.2014 10:58
@ DH0GHU

Zitat

Nein. Aber zu behaupten, Unterhaltung wäre kein Teil des Auftrags, ist eben AUCH falsch. Nicht mehr und nicht weniger war meine Aussage.


Wo habe ich das geschrieben, daß Unterhaltung kein Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist? Ich bin der Meinung, daß Unterhaltung in diesem extremen Ausmaß, wie es die Öffentlich-Rechtlichen betreiben, nicht ihr Auftrag sein sollte.


Zitat

Warum sollte ich?


Damit du neben der rosaroten SWR-Brille auch mal erlebst, welcher Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen gemacht wird.


Zitat

Meiner Wahrnehmung nach gibts Seifenopern und Boulevardkram eher bei den Privaten (...).


Deine Wahrnehmung trügt! Einfach mal stichprobenartig der 18. Dezember im Ersten:

09:04 Rote Rosen Folge 1873
09:53 Sturm der Liebe Folge 2134
10:44 Um Himmels Willen Folge 85

Die obligatorische Tiersendung:
11:33 Das Waisenhaus für wilde Tiere

Klatsch und Tratsch am Mittag:
12:15 ARD-Buffet Leben & genießen

Und noch eine obligatorische Tiersendung:
16:09 Panda, Gorilla & Co. Folge 280 - Geschichten aus dem Zoo Berlin und dem Tierpark Berlin

Selbstverständlich die tägliche Boulevardscheiße:
17:14 Brisant

Und es geht weiter mit Soaps:
17:59 Verbotene Liebe Folge 4628
18:48 Ein Fall von Liebe Folge 8

Galileo läßt grüßen:
19:41 Wissen vor acht - Natur

Dann wird jemand, den Sat.1 einst großgezogen und wieder abgestoßen hatte, vorgeführt:
20:15 Spiel und Spaß mit Kai Pflaume

Beim ZDF sieht's nicht viel anders aus.

Und bevor du jetzt mit der Floskel kommst, daß tagsüber nur Senioren fernsehen, dann hast du offenbar noch nichts von Schichtarbeit gehört. ;-)


Zitat

Nur weil der MDR "nix is", muß man nicht gleich den BR abschaffen wollen.


Wo habe ich das geschrieben?

Ich bin nicht der Meinung, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgeschafft werden muß, aber inhaltlich und in der Finanzierung komplett reformiert gehört! Der Stellenwert linearen Fernsehens und Radios wird höchstwahrscheinlich stark abnehmen. Ist da noch so eine öffentlich-rechtliche Senderflut, die in den 90er Jahren aus dem Boden gestampft wurde und größtenteils Unterhaltungsberieselung liefert, sinnvoll? Den Medienkonsum jetzt heranwachsender Generationen mal wissenschaftlich fundiert zu untersuchen, traut man sich bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar nicht. Man glaubt immer noch an den altbackenen Fernseher und das Radio als mediales Zentrum in heutigen Jugendzimmern. :joke: Und dieses Argument eines größeren Verwaltungsaufwandes bei einer einkommensabhängigen Haushaltsabgabe konnte auch noch niemand schlüssig belegen. Wäre dem so, dann hätte der Soli-Zuschlag im Verwaltungsaufwand mehr gekostet als er eingebracht hätte. Heute sitzt kein Buchhalter mehr mit dem Rechenschieber dort. Und wenn der Verwaltungsaufwand da wirklich zu hoch sein sollte, dann sollte das nicht das Problem des Haushaltsabgabenzahlers sein, sondern dann ist eine ineffektive Verwaltung einfach das Problem.


Zitat

Vermutlich bekamst Du dann neben den wenigen Pro- auch die vielen Contra-Argumente zu lesen :-)


Letztere wurden leider nie richtig schlüssig erklärt. Siehe oben.


Zitat

Abgaben sind nunmal keine Steuern. Punkt.


Gut, dann führen wir auch noch eine Lohnabgabe und eine Sozialversicherungsabgabe ein. Spart schließlich Verwaltungskosten. :rolleyes:

Selbst bei den Müllgebühren hat man es hier bei uns geschafft, von einer Pauschalabgabe abzukommen und diese verbrauchsabhängig zu berechnen. Und das ist nur ein Bruchteil von dem, was an Haushaltsabgabe abzuführen ist.


Zitat

Und wozu dann noch die 17,98 Euro pro Monat, wenn es doch die "Cashcows" gibt? :rolleyes:

Für Bayern 2, BR Klassik, B5 Aktuell, DLF, DR Kultur, DWissen, 3SAT, ARTE, BRalpha, und wie sie alle heißen.


Ja, und was finanzieren denn nun die "Cashcows"?


Zitat

Starte eine Initiative "mehr Qualität in MDR und HR", aber hör doch auf, nach dem Motto "wenn meine Sandburg nicht schön ist, mach ich Deine auch kaputt" zu argumentieren. Nicht die Kritik an Programmen von HR und MDR nervt, sondern das pauschale ÖR-Bashing, das Du daraus ableitest.


Es sind keinesfalls nur der MDR und der HR, sondern vor allem die gesamte Palette an öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen, die - meiner Meinung nach - größtenteils aus Hausfrauen- und Seniorenberieselung bestehen. Siehe obige Beispiele vom Ersten.

von Kay B - am 24.12.2014 11:52
Zitat
Kay B
Es sind keinesfalls nur der MDR und der HR, sondern vor allem die gesamte Palette an öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen, die - meiner Meinung nach - größtenteils aus Hausfrauen- und Seniorenberieselung bestehen. Siehe obige Beispiele vom Ersten.


Deine Beispiele zeigen, dass Hausfrauen- und Seniorenberieselung ein Teil der öffentlich-rechtlichen Programmangebots sind. Die Beispiele belegen aber nicht Deine Behauptung für die gesamte Programmpalette, dass sie "größtenteils aus Hausfrauen- und Seniorenberieselung bestehen". Schau nur mal, was auf arte, Phoenix und 3sat läuft - das passt nun wirklich nicht in die von Dir kritisierte Kategorie.

Senioren und Hausfrauen sind nun einmal ein erheblicher Zuschauerkreis. Das liegt einfach daran, dass diese Leute die nötige Zeit zum Zuschauen haben. Mich stören diese Zielgruppen-Sendungen überhaupt nicht, solange sie relativ kostengünstig sind und solange es genügend andere Angebote gibt. Und diese Angebote gibt es, man muss halt nur mal den EPG auswerten und den Umschaltknopf bedienen.

73 de Uli

von ulionken - am 24.12.2014 12:13
Zitat
Kay B
Damit du neben der rosaroten SWR-Brille auch mal erlebst, welcher Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen gemacht wird.

Nochmal: Der "Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen" ist ein spezifisches Problem der jeweiligen Anstalten, und kein allgemeines systemimmanentes Problem der Öffentlich-rechtlichen.


Zitat

Zitat

Meiner Wahrnehmung nach gibts Seifenopern und Boulevardkram eher bei den Privaten (...).

(große Liste von Beispielsendungen rausgekürzt)
Beim ZDF sieht's nicht viel anders aus.

Abgesehen davon, daß eine Eigenproduktion aus D meist noch mehr Content als ein Billigzukauf aus den USA ist: Liste doch mal politische Sendungen, Nachrichtensendungen etc. im Vergleich, z.B. RTL vs. DasErste, auf.
Wenn der "Lowlevel-Anteil" bei der ARD 70% beträgt, bei RTL 90%, bietet ARD 3 mal mehr "vernünftigen Content" als RTL. Man könnte natürlich bösartig sagen: "Fast so viel Lowlevel wie RTL".
Wo sind die Bertelsmann- und Pro7Sat1-Pendants zu den ganzen ARD-Spartenkanälen?

Zitat

Und bevor du jetzt mit der Floskel kommst, daß tagsüber nur Senioren fernsehen, dann hast du offenbar noch nichts von Schichtarbeit gehört. ;-)


Doch. Diese 17% der Erwerbstätigen (oder ca. 8-9% der Gesamtbevölkerung) werden sicherlich nicht nur Das Erste und ZDF empfangen können.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/360921/umfrage/anteil-der-erwerbstaetigen-in-deutschland-die-schichtarbeit-leisten/

Zitat

Zitat

Nur weil der MDR "nix is", muß man nicht gleich den BR abschaffen wollen.


Wo habe ich das geschrieben?

Du nicht, andere Diskussionsteilnehmer.

Zitat

Man glaubt immer noch an den altbackenen Fernseher und das Radio als mediales Zentrum in heutigen Jugendzimmern. :joke:

Ahja. Wohl deshalb möchte man verstärkt aufs Internet setzen, und z.B. ein Jugenprogramm im Internet anbieten.
Dass die ARD im Netz nicht wesentlich präsenter ist, liegt vor allem daran, daß sie es dank VPRT-Lobbyarbeit garnicht DARF.
Dir sollte eigentlich bekannt sein, daß in Deutschland öffentlich-rechtliche Anbieter Vorreiter im Netz waren. Bereits 1995 gab es entsprechende Projekte, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Internetradio#Geschichte

Zitat

Zitat

Und wozu dann noch die 17,98 Euro pro Monat, wenn es doch die "Cashcows" gibt? :rolleyes:

Für Bayern 2, BR Klassik, B5 Aktuell, DLF, DR Kultur, DWissen, 3SAT, ARTE, BRalpha, und wie sie alle heißen.


Ja, und was finanzieren denn nun die "Cashcows"?

Das entnimmst Du bitte den öffentlichen Haushaltsplänen / berichten der jeweiligen Landesanstalten.
Zitat

Es sind keinesfalls nur der MDR und der HR, sondern vor allem die gesamte Palette an öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen, die - meiner Meinung nach - größtenteils aus Hausfrauen- und Seniorenberieselung bestehen. Siehe obige Beispiele vom Ersten.

LOL. Die ganzen Spartenkanäle hast Du wohl noch nicht gefunden? Und was ich so mitbekommen habe: Einige der von Dir genannten Sendungen sind wohl durchaus bei Jugendlichen gefragt....

von DH0GHU - am 24.12.2014 12:36
Zitat
KayB
Ich bin der Meinung, daß Unterhaltung in diesem extremen Ausmaß, wie es die Öffentlich-Rechtlichen betreiben, nicht ihr Auftrag sein sollte.


Vor allem nicht auf dem derzeitigen qualitativen Niveau...besonders im Unterhaltungsbereich, Radio wie Fernsehen gings leider stark nach unten in den letzten Jahren. Beim Radio ist es von Anstalt zu Anstalt unterschiedlich. Sender wie BR oder WDR haben da noch ein gewisses Niveau gehalten auf einigen Sendern, aber wenn man den MDR einschaltet - ich hab jetzt öfters mal wieder reingehört wegen der 8B DAB Aufschaltung - dann fragt man sich schon wofür die eigentlich Gebühren nehmen, das ist Privatradio, teils gebührenfinanziert.
Ob eine ÖR Anstalt zB derart offensiv einen "Blitzerservice" bewerben sollte, halte ich für äußerst fraglich. Im Nachrichtenbereich hat der ÖR noch seine Stärken, auch wenn sie programmpolitisch immer mehr in die Nische abgeschoben werden.

von Terranus - am 24.12.2014 12:46
@ ulionken

ARD, ZDF, NDR-Fernsehen, rbb-Fernsehen, MDR-Fernsehen, Bayerisches Fernsehen, SWR-Fernsehen, Hessen-Fernsehen, WDR-Fernsehen plus diverse Spartenkanäle von ARD und ZDF, die als Wiederholungskanäle fungieren. --> Größtenteils Krimis, Kaffeekränzchen sowie Filme und Serien mit "Emotionen" (Rosamunde irgendwas, Seifenopern).

Arte, 3sat, Phoenix und zdf kultur. --> Die einzigen Sender, die wirklich qualitative Inhalte bringen.

--> Der größte Teil der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender widmet sich der Unterhaltungsberieselung.


Zitat

Schau nur mal, was auf arte, Phoenix und 3sat läuft - das passt nun wirklich nicht in die von Dir kritisierte Kategorie.


Und das sind leider die einzigen Ausnahmen.



@ DH0GHU

Zitat

Damit du neben der rosaroten SWR-Brille auch mal erlebst, welcher Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen gemacht wird.

Nochmal: Der "Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen" ist ein spezifisches Problem der jeweiligen Anstalten, und kein allgemeines systemimmanentes Problem der Öffentlich-rechtlichen.


War auf deine Frage bezogen, wieso du dir MDR Jump mal reinziehen solltest.


Zitat

Abgesehen davon, daß eine Eigenproduktion aus D meist noch mehr Content als ein Billigzukauf aus den USA ist: Liste doch mal politische Sendungen, Nachrichtensendungen etc. im Vergleich, z.B. RTL vs. DasErste, auf.


Das wäre dann schon die nächste Baustelle. Gerade der politischen Berichterstattung wurde beispielsweise während der Ukrainekrise eine starke Einseitigkeit unterstellt.


Zitat

Wohl deshalb möchte man verstärkt aufs Internet setzen, und z.B. ein Jugenprogramm im Internet anbieten.


Und das werden dann diese "Mit-erhobenen-Zeigefinger-Jugendsendungen", die momentan auf den Spartenkanälen rumgeistern?


Zitat

Die ganzen Spartenkanäle hast Du wohl noch nicht gefunden?


Ja, um mir das ARD-Buffet nochmal am Nachmittag reinzuziehen! :rolleyes:

von Kay B - am 24.12.2014 13:11
Zitat
Kay B
--> Der größte Teil der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender widmet sich der Unterhaltungsberieselung.

Es ist immernoch ein Unterschied, ob die von Dir genannte "Unterhaltungsberieselung" eine zugekaufte Soap aus Amerika ist, oder eine Talk-Runde mit irgendwelchen Leuten, die über irgendwas Reden, was einen gewissen Teil der Zuschauer interessiert, oder eine eigenproduzierte Reportage über irgendwas (was mich von mir aus auch garnicht interessiert - andere vielleicht schon).

So ganz an den Interessen der Gebührenzahler vorbei senden die ÖRs damit wohl nicht:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/170412/umfrage/marktanteile-der-tv-sender---zuschauer-ab-3-jahre/

Und nochmal: Da die Privatsender "nicht werberelevante Zielgruppen" vernachlässigt (obwohl diese aus demographischer Sicht alles andere als irrelevant sind), ist es für mich OK, dass die ÖRs sich dieser überproportional annehmen. Sonst kommt auch gleich wieder der Vorwurf, die ÖRs würden zu sehr mit Gebührengeldern den Privaten Konkurrenz machen...
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/73766/umfrage/tv-programm-mit-gelungenen-unterhaltungssendungen/


Zitat

@ DH0GHU
Zitat

Damit du neben der rosaroten SWR-Brille auch mal erlebst, welcher Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen gemacht wird.
Nochmal: Der "Mist bei anderen Öffentlich-Rechtlichen" ist ein spezifisches Problem der jeweiligen Anstalten, und kein allgemeines systemimmanentes Problem der Öffentlich-rechtlichen.


War auf deine Frage bezogen, wieso du dir MDR Jump mal reinziehen solltest.

Wie gesagt, muß ich nicht, weil es irrelevant ist. Über den MDR rege ich mich dann auf, wenn ich sein "Kunde" bin, und nicht zufrieden bin. Nicht, weil Du das gerne hättest. Mein Maßstab ist der BR, ist der SWR, etc.

Zitat

Das wäre dann schon die nächste Baustelle. Gerade der politischen Berichterstattung wurde beispielsweise während der Ukrainekrise eine starke Einseitigkeit unterstellt.

So viel "pro-ukrainischer" als bei SPON und Co war das auch nicht. Zwischentöne gabs durchaus. Irgendwelche "Putin-Versteher" brauchen wir nun wirklich nicht. Völkerrecht & Co sind nunmal eindeutig.

Zitat

Zitat

Die ganzen Spartenkanäle hast Du wohl noch nicht gefunden?


Ja, um mir das ARD-Buffet nochmal am Nachmittag reinzuziehen! :rolleyes:

Nunja, manch Schichtarbeiter wird über die Wiederholung froh sein ;-)

von DH0GHU - am 24.12.2014 13:32
@ DH0GHU

Zitat

Es ist immernoch ein Unterschied, ob die von Dir genannte "Unterhaltungsberieselung" eine zugekaufte Soap aus Amerika ist (...)


Zugekaufte Soaps laufen da jetzt auch schon? :eek:

Wie gesagt, gegen Unterhaltung ist ja nichts einzuwenden. Gegen das Ausmaß schon.


Zitat

So ganz an den Interessen der Gebührenzahler vorbei senden die ÖRs damit wohl nicht:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/170412/umfrage/marktanteile-der-tv-sender---zuschauer-ab-3-jahre/


"Um diese Premium-Statistik anzusehen, benötigen Sie einen Premium-Account

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Zitat

Und nochmal: Da die Privatsender "nicht werberelevante Zielgruppen" vernachlässigt (obwohl diese aus demographischer Sicht alles andere als irrelevant sind), ist es für mich OK, dass die ÖRs sich dieser überproportional annehmen.


Und nochmal: Hausfrauen- und Seniorenberieselung sowie Unterhaltung generell können sie ja gerne machen. Aber nicht in diesem Ausmaß! Hinzu kommen dann noch Überschneidungen zwischen den öffentlich-rechtlichen Anstalten selbst.


Zitat

Mein Maßstab ist der BR, ist der SWR, etc.


Ich sage ja, rosarote Brille... :rolleyes:


Zitat

So viel "pro-ukrainischer" als bei SPON und Co war das auch nicht. Zwischentöne gabs durchaus. Irgendwelche "Putin-Versteher" brauchen wir nun wirklich nicht. Völkerrecht & Co sind nunmal eindeutig.


Ich brauche auch keine Pro-Putin-Berichterstattung. Aber es gehört nunmal zu einer objektiven Berichterstattung, über beide Seiten ausführlich und absolut unvoreingenommen zu berichten. Das gleiche Spiel mit der AfD. Die habe ich zwar noch nie gewählt und werde sie wohl auch nie wählen, aber es wäre schön gewesen, eine objektive Berichterstattung darüber zu bekommen. Stattdessen scheint alles außerhalb der paar großen Parteien generell rechts-, links- oder sonstwie radikal zu sein, wenn man der Berichterstattung von ARD und ZDF glaubt. Da ist eigentlich nur noch der Deutschlandfunk halbwegs brauchbar.

von Kay B - am 24.12.2014 17:03
Och Kay. Du machsts einem echt schwer. :wall:
Mit den "zugekauften Soaps" meine ich die Serien auf RTL2, PRO7 und Co.
ARD & ZDF produzieren wenigstens selbst, zugeschnitten auf hiesige Verhältnisse.

Rosarote Brille?
Ich habe Dir jetzt schon mehrfach erklärt, dass es meiner Meinung nach Blödsinn ist, ein Gesamtsystem nur anhand von Negativ-Beispielen zu beurteilen, und dass ich es außerdem anmaßend fände, als beinahe-nie-MDR/HR-Hörer über diese zu urteilen.

Damit ist das Thema für mich jetzt allerdings erledigt, ich möchte mich nicht noch zigfach wiederholen müssen... :rolleyes: und den Rest vom Forum nervts wohl auch schon...

von DH0GHU - am 24.12.2014 17:53
Man könnte hier so viel zusammenfantasieren, ich kam gerade darauf, dass bei einer Zweiteilung Deutschlands in einen NDR (NDR, Bremen, Berlin-Brandenburg, NRW, Sachsen-Anhalt) und einen SDR (RLP, Hessen, Saarland, BaWü, Bayern, Sachsen, Thüringen) beide Anstalten 40,2 Millionen Einwohner bedienen würden.
Im Endeffekt scheinen die höchsten Kosten aber die Pensionsansprüche sowie die derzeitigen festen Mitarbeiter zu sein, daran wird man auch mit einer Totalreform nicht viel ändern können, außer, dass man einige Tausend Arbeitslose "produziert", die man dann über einen anderen "Beitrag" mitfinanzieren würde. So groß ist die Rundfunkbranche außerhalb der ARD nicht.

von Japhi - am 27.12.2014 17:06
Zitat
Heiko1974
Die 95.3 kommt in Wiesbaden sehr verzehrt an und ist nicht akzeptabel.HR info kenn ich nur auf der 97.2,da gibt's hier überhaupt nichts anderes. Aber wie schon erwähnt, die 93.1 scheint mir schon überflüssig. Keine Ahnung, warum der HR die Frequenz hier für HR2 nutzt ,denn die 96.7 geht hier überall gut.


Das war auch nur auf hr1 + hr2 bezogen.

Zusammengefasst, überflüssig sind:

- Wiesbaden 93,1 --> versorgt durch Feldberg
- Wiesbaden 98,3 --> versorgt durch Feldberg
- Frankfurt 87,9 --> versorgt durch Feldberg
- Michelstadt 91,0 --> versorgt durch Hardberg
- Bensheim 90,2 --> versorgt durch Hardberg
- Fulda 93,6 --> versorgt durch Rimberg
- Fulda 89,7 --> versorgt durch Rimberg
- Marburg 98,5 --> versorgt durch Sackpfeife
- Alsfeld 104,0 --> versorgt durch Rimberg
- Bad Hersfeld 106,9 --> versorgt durch Rimberg
- Fritzlar 106,6 --> versorgt durch Rimberg + Sackpfeife
- Rotenburg 96,8 --> versorgt durch Rimberg
- Wetzlar 93,2 --> versorgt durch Sackpfeife
- Reinhardshain 92,9 --> versorgt durch Sackpfeife, Rimberg + Gießen
- Darmstadt 104,3 --> versorgt durch Hardberg + Frankfurt
- Wetzlar 90,5* --> versorgt durch Sackpfeife + Feldberg
- Weilburg 97,9* --> versorgt durch Feldberg + Sackpfeife


* = Einziges Problem ist die Regionalisierung beim mobilen Empfang.

von DX OberTShausen - am 27.12.2014 18:16
@ fatal error

Zitat

Hessentipp (schaue ich freitags gerne), alle wetter (interessiert mich ebenfalls), service diesdasirgendwas (ist zumindest informativ). Hessenreporter gibt es dann sonntags und ist auch nicht so verkehrt, genau wie alles wissen.


Das heißt doch nicht, daß diese Sendungen eingestellt werden, wenn der hr mit einer anderen Anstalt fusioniert.


Zitat

Also das ist mir lieber als das ganze Geld in noch einen Veronika Ferres oder Christine Neubauer Film zu versenken.


:spos:



@ Thomas (Metal)

Zitat

Und was spart nun eine solche Funzel?


Es geht ja nicht nur ums Sparen, sondern auch um Mehrfachversorgung abzubauen und frequenzökonomisch zu arbeiten.

von Kay B - am 31.12.2014 14:12
Zitat
Kay B

@ Thomas (Metal)

Zitat

Und was spart nun eine solche Funzel?


Es geht ja nicht nur ums Sparen, sondern auch um Mehrfachversorgung abzubauen und frequenzökonomisch zu arbeiten.

Da kennst Du ja meinen Standpunkt, ich würde dir hierbei garantiert nicht widersprechen. Ich wollte die Frage dann tatsächlich mal ;-) im direkten Kontext zum Thema sehen.
So gesehen wünsche ich mir ganz sicher auch zwei drei überflüssige Funzeln weniger und dafür jeden Monat die lange harte Nacht. Wobei: Eigentlich aus das nicht. Hard'n'Heavy gehört wöchentlich wieder ins normale Abendprogramm. Das Geld für die zusätzlichen Nächte könnte man sich komplett sparen.

von Thomas (Metal) - am 31.12.2014 20:03
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