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[F] Mittelwellen von Radio France vor dem Aus?

Startbeitrag von oli84 am 23.12.2014 18:16

Bei Radio France fehlen laut radioeins rund 20 Mio. Euro im Haushalt. Es stünden drastische Sparmaßnahmen bevor. Neben der Einstellung ganzer Programme wird auch über die Beendigung sämtlicher AM-Ausstrahlungen spekuliert! :eek:
Es sei demnach nicht sicher, ob es am 01.01.2015 noch MW- und LW-Ausstrahlungen von Radio Frace geben würde... :eek: :-(
Quelle: http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2014/radio_france.html

Wenn das zutrifft, dann hat man bei Radio Frace aber ein echtes Problem. FIP und Le Mouv' einstellen und die AM-Verbreitung ersatzlos streichen - das hätte eine neue "Qualität". :wall:

Die 50 interessantesten Antworten:

Per Jahreswende drohen also die LW- und MW-Sender von Radio France zu verstummen. Damit würde auf einen Schlag wieder ein wichtiges Land von den weitreichenden AM-Wellen verstummen.
Und mittelfristig (also in x Jahren) werden sogar die wichtigen Programme FIP und Le Mouv' in Frage gestellt! FIP ist ein absolut einzigartiges Programm mit einer vielfältigen Musik, das muss erhalten bleiben! FIP kennt weder Playlist noch zeitnahe (innerhalb von Wochen oder Tagen oder Stunden) Wiederholungen von Musiktiteln in ihrem Programm, das gibts ansonsten kaum irgendwo.

von dxbruelhart - am 23.12.2014 19:57
Eben kam ein Bericht genau zu diesem Thema auf France Culture. Ich war schon drauf und dran einen neuen Thread zu erstellen aber dann hab ich diesen hier gesehen.

In Frankreich scheint es in der tat genauso zu sein wie hier in Deutschland auch. Die Nutzungszahlen von klassischem Radio befinden sich laut dem Bericht im freien Fall. Wohl offenbar sogar noch wesentlich stärker wie in Deutschland. Die Nutzung von AM Rundfunk sinkt sowieso schon seit mehreren Jahren unaufhörlich. Darüber wurde ja auch schon von seiten Europe 1 häufig berichtet. (Beim längeren Ausfall der 183khz als der eine Mast umgefallen ist blieben die Reaktionen der Bevölkerung sehr sehr mau.) Ein Herr Gallet (ich hoffe ich habe den Namen richtig verstanden) meinte das die Kosten für die AM Ausstrahlung schon seit längerem die Grenze zur Rentabilität deutlich unterschritten habe. Deshalb wäre das auch der Punkt wo zuerst gespart würde. Dann wurde von diesem Herr auch ganz deutlich FIP und LeMouv in frage gestellt. Die einzige Möglichkeit diese beiden Programme zu erhalten sähe er, und da hat es mich ja beinahe vom Stuhl gehauen, in einer Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks. Er erzählte etwas von weniger Kosten auf Senderseite und von Querfinanzierung mit anderen Programmen im gleichen Paket.

Darüber hinaus wäre auch eine deutliche Einsparung auf Personalseite nicht zu vermeiden. Heftig das es Radio France so schlecht geht.

von Spacelab - am 24.12.2014 16:49
Ja, hast Du richtig verstanden. Matthieu Gallet ist der Chef von Radio France.
Ob die Abschaltung von Vorzeigeprogrammen wie FIP der richtige Weg ist, darf bezweifelt werden. Klar ist, daß die UKW-Verbreitung in diesem Flächenland eine Unsumme verschlingt - dagegen ist das in Deutschland wohl ein "Kindergeburtstag". Aktuell verbreitet Radio France 5 Programme in der Fläche, dazu Le Mouv' und FIP an ausgewählten Standorten; wobei France Info und Bleu nicht überall senden (z.B. nicht vom Donon).
Die Sendekosten können bei FIP allerdings nicht DER springende Punkt sein. Das Netz ist nicht gerade dicht - es gibt gerade mal ein knappes Dutzend Mittelleistungssender, allerdings auch einige Regionalversionen.

von DH0GHU - am 24.12.2014 17:59
Wäre dann nicht eher eine Fusion von Culture,Musique und Inter zu zwei Programmen sinnvoll, also praktisch eine Aufspaltung von Culture.

Denn Le Mouve spricht die Jungen an, France Bleu ist mit den Landeswellen hierzulande vergleichbar und FIP hat ja seine eigener Richtung.

Durch die Abschaltung von Culture könnten die Frequenzen dann zuerst an France Info, danach an France Blue gehen. Der Rest zu Le Mouve und was übrig bleibt zu FIP.

Im Gegenzug könnten alle MW Sender abgeschaltet werden, wo ja bevorzugt France Info abgestrahlt wird.
Über die LW kann man sich gesondert unterhalten.

von Marcus. - am 24.12.2014 19:04
Culture ist in Frankreich eine heilige Kuh. Noch etwas strenger bewacht wie der DLF und DKultur hierzulande. Über France Culture wird von aller oberster Stelle die Hand drüber gehalten. Die Kultur hat bei den Franzosen ja eh einen sehr hohen Stellenwert.

Wie erfolgreich ist denn LeMouv überhaupt? In dem Interview mit Herrn Gallet klang das so als habe man die Jugend bereits zum großen Teil an die privaten Jugendradios verloren die ja in der Tat ein richtig gutes Programm machen. Nicht zu vergleichen mit den deutschen privaten Jugendradios. Herr Gallet erinnerte mich da irgendwie an die deutschen öffentlich rechtlichen TV Sender "Das Erste" und das ZDF. Die sich ja (zumindest gefühlt) damit abgefunden haben die Jugendlichen an die Privaten verloren zu haben.

von Spacelab - am 24.12.2014 19:33
Das sind ja Hiobsbotschaften! Bislang konnte man wenigstens noch auf die MW von France Info zählen (wenn auch leicht dezimiert). Der europäische Spar-Spleen und die MW-Abschalteritis gehen einem so langsam auf den Senkel. Wo ist der französische Kulturstolz geblieben? :motz:
Sehr schade fände ich die Einstellung von FIP und Le Mouv': Das sind zwei ihrer besten Programme - ich hätte eher gehofft, dass sie die auch in der Provinz mal auf UKW ausbauen würden. Habe kürzlich in Paris stundenlang FIP gehört - war einfach der beste Musikmix!

von Randfunker - am 24.12.2014 21:59
Den Franzosen geht es alles andere als gut.

Aber bezüglich der MW, vlt überlebt ja was im regulären UKW Programm. Über DAB wäre so ein Zusatzprogramm natürlich auch ohne große Möglich.

FIP war ja mal deutlich mehr vertreten wurde dann aber zugunsten von Bleue und Le Mouv reduziert.

Zum Beispiel ist FIP Metz heute Radio France Bleue Lorraine Nord. Die Umstellung muss so um das Jahr 2000 gewesen sein.
RFB Lorraine Sud gibts ja schon seit der 80er Jahre, dort war früher auch FIP zu höhren.

In Strasbourg hat FIP nur überlebt, das es viele Höhrer hatte und RFB Alsace schon über UKW zu empfangen war.
Bei einer Einstellung würde die Frequenz an LeMouv gehen, sofern es noch weiterexistiert oder halt eventuell an das Elsass Programm.

von Marcus. - am 24.12.2014 22:19
Eben habe ich beim Recherchieren womöglich gute Neuigkeiten entdeckt: Die FIP-Direktorin hat eine geplante Einstellung von FIP dementiert. Eine Einstellung steht nicht zur Debatte. Die Nachrichtenagentur AFP habe Mathieu Gallet falsch zitiert. Quelle: https://twitter.com/FipToujours/status/546707051217702912/photo/1

Abwarten, ob sie tatsächlich Recht behalten wird.

@Marcus:

Die Einstellung von FIP Metz war im Jahr 2000, die von FIP Nancy bereits 1984 (heute France Bleue Lorraine Sud). Sollte FIP in Straßburg (und generell) eingestellt werden, dann wird die 92,3 MHz sicherlich an den CSA zurückgegeben und neu ausgeschrieben. Ein Elsass-Sprachfenster von France Bleue kann ich mir über UKW in Straßburg nicht vorstellen, das könnte den Sparmaßnahmen eher auch zum Opfer fallen, ebenso LeMouv.

von Chris85 - am 24.12.2014 22:38
Zitat
DJ Taifun
Geht Frankreich allgemein schlecht, sogar schlechter als Deuschland? Irgendwo hab ich das mal gelesen in Frankreich auch die Wirtschaft mau ist etc.

"Sogar schlechter als Deutschland" ist kein Kunststück. Das trifft wohl momentan auf fast jedes Land zu. Frankreich hat >5 Mio. Arbeitslose. Deutschland hat momentan in der ganzen EU die niedrigste Arbeitslosenquote, und steht wirtschaftlich und sozial wohl mit Abstand am besten da.
(paar Zahlen vom Oktober: D 4,9%, UK 5,9%, EU-Schnitt 10%, F 10,5%, Euro-Zone 11,5%, Italien 13,2%, Spanien 24%...)
Siehe auch: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/160142/umfrage/arbeitslosenquote-in-den-eu-laendern/

Auch als bei uns um 2007 herum alles ziemlich nach oben ging, hats in Frankreich weiter Probleme gegeben, v.a. auch in der Autombolindustrie, die im Gegensatz zur deutschen Automobilindustrie ziemlich Probleme hatte - und immernoch hat.
Das liegt sicher auch an einer gewissen Reformunfähigkeit Frankreichs. Also das, was wir uns 10 Jahre vorher vorwerfen lassen mußten.

Das nur mal so zum wirtschaftlichen Hintergrund. Frankreich hat auch sein Triple-A-Rating verloren.

Kein Wunder, dass der Staatsrundfunk auch leidet.
Die Rundfunkgebühr ist in F seit einigen Jahren an die Inflation gekoppelt, steigt also, anders als in D, kontinuierlich.
Allerdings sind dort (auch) hohe Tarifabschlüsse ein Grund der Misere; Streiks gibts entsprechend oft.
Mehr Details: Siehe wikipedia.

von DH0GHU - am 24.12.2014 22:54
In Frankreich will heute doch keiner mehr investieren. Das Land schwächt sich selbst. Da lobe ich mir die Ausgewogenheit der deutschen sozialen Marktwirtschaft mit ihrer Tarifpartnerschaft, Mitbestimmung, dualer Ausbildung und Mittelstandsfreundlichkeit (was allerdings durch Neoliberalismus, Lohndumping, Shareholder-Value-Orientierung und Co bei uns ebenso geschädigt wird wie die Wirtschaft durch sozialistische Traumtänzereien in Frankreich...).

A propos: http://www.ambafrance-de.org/IMG/pdf/rentenvergleich_2013.pdf

von DH0GHU - am 25.12.2014 15:45
Leider ist besonders in grossen Teilen des Südens die Jugend nicht bereit zu arbeiten. Bei einem reichhaltigen Angebot bestimmter Betäubungsmittel, die über die großen Mittelmeerhäfen kommen verbringen die ihren Tag lieber mit etwas Anderem als Lernen und Arbeiten. Habe diesen Sommer dort Fabriken gesehen, die bei uns aufgrund des Zustandes und Emissionen schon seit der Wende geschlossen wären. Zum Ende fliegt uns garantiert auch noch einer der maroden Atommeiler um die Ohren. Immer nett bei Südwestwind :wall:

von Frankfurt - am 28.12.2014 08:29
Also über den WebSDR in Twente konnte ich eben folgende französische MW-Frequenzen als "on air" verifizieren:

162kHz
603kHz
711kHz
864kHz
1206kHz
1242kHz
1278kHz
1377kHz
1404kHz
1494kHz
1557kHz

...wenn da jetzt eine fehlt, dann heißt das nicht automatisch dass abgeschaltet wurde, bloß dass ich sie im Moment nicht über Twente empfangen konnte.

Gruß
Arne

von Arne_BLN - am 04.01.2015 15:45
Zitat
Pronit
Könnte es eventuell sein, dass bei der MW Lille 1377 kHz die Leistung reduziert wurde?


Kann natürlich alles sein, aber ich habe weder davon gelesen noch kann ich diesen Eindruck bestätigen. Lille ist hier neben 1422kHz und 1440kHz nach wie vor eine der stärksten Stationen im oberen Mittelwellenband, ist aktuell sogar tagsüber schwach hier in Berlin aufzunehmen.

Wozu sollten die die Leistung reduzieren?
Wenn es um Geld geht wäre die Reduzierung wohl drastisch, sonst bringt es ja nichts, das passt aber nicht zu meinen Beobachtungen.
Subjektiv habe ich in den letzten Jahren auch häufig den Eindruck gehabt, dass die MW-Sender alle schwächer geworden sind, lag aber wohl eher am gestiegenen Störpegel durch den sich seuchenartig ausbreitenden Elektroschrott.

Gruß
Arne

von Arne_BLN - am 05.01.2015 15:46
@Arne_BLN: Danke für deine Einschätzung!

Ich habe eben noch mal den 7600G hervorgekramt und in der Wohnung getestet. Mann, was ist der AM-Bereich zugebrummt, es macht keinen Spaß mehr. Die 1377 lässt sich als eine von wenigen Stationen jedoch noch im Störnebel aufnehmen. Also wohl falscher Alarm :-)

Die Meldung über die Finanzprobleme von Radio France hat mich in der Tat sehr erschrocken. Es war klar, dass die MW von France Info nicht ewig so weitersenden würden. Das bevorstehende Ende ist aber wirklich schade, Rentabilität hin oder her! Das Programm ist mir stets eine angenehme Abwechslung zu den vergleichsweise drögen deutschen Wortprogrammen.

von Pronit - am 05.01.2015 21:01
Tolle Neuigkeiten: FIP steht wohl doch nicht vor dem Aus. Der Radio-France-Chef Mathieu Gallet hat nun in einem Interview mit dem Figero klargestellt, dass eine Einstellung von FIP trotz der angespannten Haushaltslage nicht zur Debatte steht. Einsparungen will Gallet u.a. mit der Abschaltung der Mittelwellensender (bis zu 15 Mio. Euro pro Jahr) erreichen.

Mehr Infos in französischer Sprache: http://www.ozap.com/actu/mathieu-gallet-il-n-est-pas-question-de-toucher-a-la-pepite-fip/463297

von Chris85 - am 25.02.2015 00:42
Wie in einem Artikel in der französischen Tageszeitung Le Monde erwähnt wurde wird die Langwelle in einem Rutsch mit der Mittelwelle abgeschaltet. Das soll wohl so eine Art von oben verordnete Sparauflage sein. Das gleiche gabs heute Nachmittag auch auf Europe 1 zu hören. Hier fügte man noch hinzu das wohl die immensen Kosten und die stark schwindenden Hörerzahlen die die klassische AM noch nutzen der Grund sein sollen. Bei ihnen selbst stehe ja die Langwellenausstrahlung auf dem Prüfstand.

von Spacelab - am 25.02.2015 18:36
Zitat
Marcus.
Europe 1 und RTL haben aber keine flächendeckende UKW Versorgung. France Inter hingegen schon.


Auch France Inter hat nennenswerte Versorgungslücken auf FM. Neben vielen kleinen Empfangslöchern in ruralen Bereichen gibt es im Gebiet zwischen Bordeaux und Toulouse eine erstaunlich große Zone mit schwachem UKW-Empfang von France Inter. Diese Versorgungslücke ist auf der Frequenzkarte von Radio France leicht aufzufinden: Gebt auf http://www.radiofrance.fr/boite-a-outils/frequences z. B. die Stadt "Marmande" ein und klickt Euch dann durch die nähere und weitere Umgebung, um zu sehen, wo überall Radio France den Empfang ausschließlich über Langwelle empfiehlt. Es gibt also schon sehr gute Gründe, France Inter auch weiterhin auf 162 kHz auszustrahlen.

France Info hat ohnehin nur eine lückenhafte, vielfach inselartige UKW-Versorgung, somit ist seine MW-Ausstrahlung nach wie vor sehr zweckmäßig und gut begründbar. Leider hat Radio France im Zuge der längst begonnenen, scheibchenweise erfolgenden Aufgabe des MW-Netzes mittlerweile große Gebiete mit schwacher MW-Versorgung entstehen lassen, ohne eine angemessene Alternative anbieten zu können.

von W28 - am 01.03.2015 12:36
Zitat
Spacelab
Na das ist doch das gleiche Prinzip wie hier mit DLF und DKultur. Nach Abschaltung der Lang- und Mittelwellen klaffen dort auch teilweise nicht unerhebliche Empfangslöcher. Da müssen die Programmveranstalter halt anfangen zu rechnen ob es sich lohnt für die Leute die zukünftig das Programm nicht mehr so einfach empfangen können die teuren AM Sender OnAir zu lassen.
Zitat
Marcus.
Es ist doch immer eine Kosten Nutzen Rechnung. France Inter, Culute und Musique haben aber die beste Versorgung in Frankreich. [...]


Der Vergleich mit DLF und DKultur paßt gut. In beiden Fällen haben die Veranstalter einen Grundversorgungsauftrag, den sie finanziert aus allgemeinen Rundfunkabgaben/beiträgen zu bestreiten haben. Wenn man als Veranstalter diesen Aufrag ernst nimmt, so kann man Kosten-Nutzen-Rechnungen erst anstellen, wenn man zwischen mehreren alternativen Versorgungswegen entscheiden kann. In beiden Fällen gibt es aber Gebiete und Bevölkerungsteile, die wahrlich groß genug sind, um unter dem Grundversorgungsauftrag terrestrisch versorgt werden zu müssen, und bei denen das nach derzeitigem Ausbaustand der verschiedenen Sendernetze eben nur über einen Versorgungsweg - per AM - geht.

Radio France wird im Fall einer kurzfristigen AM-Totalabschaltung nicht in der Lage sein, den betroffenen LW- und MW-Hörern zu deren Grundversorgung eine angemessene Alternative anzubieten. Es steht freilich auch die Variante einer Programmabschaltung im Raum: Ein beabsichtigtes Ende der nur in wenigen Teilbereichen Frankreichs terrestrisch zu empfangenen Kanäle Fip und Le Mouv' wurde zwar dementiert, auf diese Weise aber zumindest einmal angeschnitten. Damit zeichnet sich eine Grundsatzentscheidung zwischen zwei Modellen ab: Will man (fast) alle Bürgerinnen und Bürger Frankreichs terrestrisch (unter Nutzung von AM) in annähernd gleichem Umfang versorgen, oder will man bestehende regionale Unterschiede noch verschärfen, in dem terrestrisch (nach Abschaltung von AM) teils sieben Radio-France-Programme und teils gar kein R.-F.-Programm verfügbar sein werden. Eine pragmatische Lösung, durch teilweise Umnutzung der noch vorhandenen AM-Sender für mehr Programmvielfalt in der Fläche bei gleichartigem oder besserem Lückenschluß der UKW-Löcher zu sorgen, wird sicher nicht erwogen werden.

von W28 - am 01.03.2015 14:47
@RheinMain701:
O.K., der Vergleich hinkt ein wenig, weil es in Frankreich nur einen Veranstalter mit Grundversorgungsauftrag gibt, in Deutschland je Bundesland aber zwei. Das entbindet aber das Deutschlandradio nicht von einem flächenhaften Versorgungsauftrag.
Völlig vom terrestrischen Radio abgeschnitten wäre in Frankreich aber wohl niemand, weil es dort noch drei kommerzielle Radioprogramme auf LW gibt, die zudem nicht bloß "die größten Hits" spielen und daher zumindest eine Alternative für Leute ohne UKW-Empfangsmöglichkeit von France Inter und France Info sein könnten.

von W28 - am 01.03.2015 15:06
Gibt es in Frankreich eigentlich einen Grundversorgungsauftrag wie wir ihn hier in Deutschland haben? Und wenn ja, wie streng ist dieser Ausgelegt? Im Falle der beiden DRadios hieß es damals das es genügt wenn diese über Satellit und deutschlandweit im Kabel empfangbar sind um den Grundversorgungsauftrag zu erfüllen. Wir hatten auch mal vor längerem hier im Forum einen Link zu diesem Urteil. Das ging damals so nach dem Motto "Lieber nicht flächendeckend empfangbar als in ein paar Jahren pleite". In dem Urteil wurde auf die bereits vorhandene UKW Versorgung, den voranschreitenden DAB+ Netzausbau und die bestehende Grundversorgung der Landesrundfunkanstalten hingewiesen. Offenbar gibt es beim Thema "Grundversorgung" doch reichlich Spielraum und/oder die beiden DRadios werden nur als Ergänzungsangebot angesehen. Obwohl es ja selbst bei den Landesrundfunkanstalten offenbar nicht so streng gehandhabt wird. Siehe HR2 in Hessen oder SR2 im Saarland wo der Drops mit der Umwidmung verschiedener Frequenzen für das Jugendradio auch noch lange nicht gelutscht ist.

von Spacelab - am 01.03.2015 15:20
Hier im Regionalblatt stand das die Anlage unverändert bis mindestens 12/2015 weiter betrieben wird. Und dann muss man mal schauen. Dann werden nämlich größere Wartungs- und wohl auch Renovierungsarbeiten fällig denn die Anlage ist nicht gerade in einem Bestzustand. Ganz im Gegenteil. Also mit einem Eimer Farbe kommt man da nicht gerade sehr weit. :D Ich wohne ja in Sichtweite des Senders am Fuße des Berges.

Feststehen soll aber auf jeden Fall schon mal eine weitere Leistungsreduzierung. In welchem Umfang und ab wann genau wird in den kommenden Monaten noch kommuniziert werden. Das wird wohl alles von genauen Zustand der Anlage abhängen. Und seit neuestem, eben seit bekannt werden der Abschaltungspläne von Radio France, ist das Thema "Abschaltung" auch bei Europe 1 wieder auf dem Tisch gelandet.

von Spacelab - am 01.03.2015 16:24
@Spacelab
Danke für die Info aus nächster Nähe. Nach der Vereinbarung zwischen Lagardère und BCE in 2014 hatte ich dem Weiterbetrieb des Senders Felsberg mindestens fünf Jahre gegeben - möglicherweise ein Trugschluß.
Ob die Langwellenhörer von Europe 1 oder France Inter nach einer Abschaltung von Felsberg bzw. Allouis sich neue Empfangswege für ihre gewohnten Programme suchen würden oder doch ein anderes Programm (RTL, RMC ...) auf dem gewohnten Empfangsweg?

von W28 - am 01.03.2015 19:49
Zu den Mittelwellen von France Bleu Alsace bzw. Elsass zitiert das rbb Medienmagazin einen sehr aufschlussreichen Vor-Ort-Kommentar:
Zitat

„Die stellen sich gar keine Programmverbreitung vor, nicht über das Internet und auch nicht über ‚hertzsche Alternativen‛. Sie wissen, daß das Programm bald eingestellt wird.

Warum sollte es eigentlich weitergehen? Niemand hört dem blöden Zeug zu... Und dazu noch auf Elsässisch... Versteht ja keiner mehr...“


So viel zu Minderheitenschutz.Und der MDR und RBB mühen sich hierzulande weiter mit sorbisch ab und verbreiten das sogar auf UKW. Das ist natürlich auch ein Weg, Regionen plattzuwalzen.

von rolling_stone - am 15.03.2015 11:13
Ich weiß zwar nicht, woher der RBB seine Infos her hat. Mir wurde von Programmverantwortlichen
in Straßburg vor wenigen Wochen noch mitgeteilt, dass es mit den elässischen Sendungen auf Mittelwelle vorerst weitergeht. Wir werden sehen, wer Recht behält und ob es nach Mai noch Sendungen diesbezüglich gibt.

Elsässisch wird übrigens noch von 40-50% der Elsässer trotz Pariser Diskriminierungen gesprochen!
Und eine Einstellung würde mit Sicherheit von den Elsässern nicht so einfach hingenommen werden.
Es ist das einige Medium/Programm in der Regionalsprache. Im Fernsehen (France 3 Alsace) gibts nur elsässiche Sendungen im Minutenbereich....

von Sascha GN - am 16.03.2015 19:28
Zitat
dxbruelhart
Thierry Vignaud meldet: Gestern wurde folgendes beschlossen:
Radio France schaltet seine (noch aktiven) Mittelwellensender 603, 711, 864, 1206, 1242, 1278, 1377, 1404, 1494 und1557 Ende 2015 ab
Die Langwelle 162 mit France-Inter wird Ende 2016 abgeschaltet (oder ein anderer Sender mietet die an).
Siehe dazu auch: https://groups.google.com/forum/#!topic/fr.rec.radio/SQvxtZK2UBE


Hallo,

das wird interessant, was mit dem exklusiven elsässisch sprachigen Programmanteilen „France Bleu Elsass“ auf der Mittelwelle (1278 kHz) werden.

CU

von Neutraler Beobachter - am 22.07.2015 08:20
Zitat
dxbruelhart
Die Ausstrahlung des elsässichsprachigen Programms auf 1278 soll künftig über DAB erfolgen (und Stream) erfolgen.
Und ja, auf der 162 laufen auch Zeit-Synchronisationsdaten ähnlich wie bei DCF77; es wird aber spekuliert, dass vielleicht RMC die 162 anmieten könnte statt der aktuellen 216.


Hallo,

aber DAB ist im Elsass erst für Ende 2016 (erst mal) angekündigt.

France Bleu Elsass könnte sich ja bis dahin beim SWR DAB einmieten :rp:

CU

von Neutraler Beobachter - am 22.07.2015 10:41
Verstehe nicht, wieso diese Abschaltungen immer so total-komplett-radikal durchgeführt werden müssen (sieht man mal von der LW ab). Frankreich braucht zwar effektiv nicht mehr so viele MW-Frequenzen, aber die hohen Nacht-Reichweiten der 1206 und der 1377 kHz gerade mit einem guten Info-Programm einfach mit wegzuwerfen (ebenso wie z.B. die DLF-1422!), ist riesiger modernistischer Bockmist. :motz: (Ich weiß, wir hatten schon oft diese Diskussion und was hilft schon mein Lamentieren ...)

von Randfunker - am 22.07.2015 23:34
@Randfunker: ganz Deiner Meinung. Man könnte einzelne, weitreichende Mittelwellensender am Leben halten. Ein ganzes Netz, um in jeder Ecke des Landes tagsüber empfangbar zu sein, ist hingegen nicht nötig.

Wobei sowohl unter kostenökonomischen Gründen, als auch reichweitentechnisch, vielleicht ein Kurzwellensender die bessere Idee wäre. Man braucht keine 400 KW in Heusweiler oder 300 KW in Lille zu verbraten - 100 KW auf der 6005 KHz, 6075 KHz oder der 6175 KHz produzieren eine niedrigere Stromrechnung, haben eine größere Tagesreichweite und kommen bei Dunkelheit sogar noch weiter als die Mittelwelle.

von Klaus Wegener - am 23.07.2015 07:43
Im Grunde stimmt das, aber wenn man effektiv die Kosten pro tatsächlichem Hörer im Inland ausrechnet, dürfte das jenseits von Gut und Böse sein. Auf der anderen Seite gibt es eben das Internet und DAB+, die ja zur Verfügung stehen und generell zunehmend genutzt werden. Dann ist das keine Entscheidung, um etwas unbedingt kaputt zu machen, sondern eine bessere Verteilung der Mittel zu einer Zeit, in der das "Sparen" zur Religion erhoben wird.

von Alqaszar - am 23.07.2015 12:18
DAB ist in der Tat im Elsass in der Planung. Die Programmverantwortlichen des Mittelwellenprogramms schielen schon seit 2009 (!) auf diese Alternative. Nur kommt DAB ja in F nicht richtig voran. Hoffen wir, dass der Wechsel passgenau erfolgt. Ansonsten gibts im nicht immer gerade Paris-freundlichen Elsass eine Revolution der Bevölkerung... :-)

Eh ein Witz, dass die Regionalsprache nur auf Mittelwellee und nicht wenigstens auch auf ein paar UKW-Funzeln läuft. Aber die Nationalsprache ging ja schon immer vor...

von Sascha GN - am 23.07.2015 15:28
Bitte was? Wann soll das gewesen sein? Richtig ist, dass Regionalsprachen, erst recht deutsche Dialekte, im zentralistischen Frankreich nicht besonders gerne gesehen wurden. Schlimm genug, aber mehr auch nicht.

Seit ich denke kann, wurde im Elsaß elsässisch gesprochen. Die "DNA" (Dernieres Nouvelles d'Alsace - Elässische neueste Nachrichten, Tagezeitung) war bis 2012 auch in einer deutschsprachigen Ausgabe verfügbar - von Anbeginn im 19. Jhd an (Das Ende hängt dennoch mit der Sprachpolitik zusammen, siehe wikipedia).
In den 80er Jahren gabs im Straßburger Äther eine ganze Reihe elsässischsprachiger Privatsender

von DH0GHU - am 23.07.2015 22:07
Zitat
RheinMain701
Zitat
DH0GHU
Bitte was? Wann soll das gewesen sein?

In den französischen Schulen war es bis in die 60er-Jahre gang und gäbe.


Richtig, damals durfte in Schulen nur Französisch gesprochen werden - ein generelles Problem der Unterdrückung von Regionalsprachen, nicht nur im Elsaß, nicht nur in Frankreich. Ein generelles Sprachverbot war das nicht, schon garnicht für den Mann auf der Straße. Der wurde "nur" durch Kampagnen angehalten, französisch zu parlieren.

Dass Schulverbote per Prügelstrafe durchgesetzt haben, war dortzulande in den 60er-Jahren einfach noch üblich. Aber da müssen wir ruhig sein:
Bis 1980 gab es auch an bayrischen Schulen noch die Prügelstrafe... Im Rest Deutschlands nur bis in die 70er Jahre...

von DH0GHU - am 24.07.2015 07:21
Kommt drauf an, wo. Je dörflicher, desto mehr wird noch Elsässisch gesprochen. und je älter.
Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Els%C3%A4ssisch#Verbreitung
Bzw direkt auf der Webseite des Elsassische Sprochamts: http://www.olcalsace.org/de/der-dialekt-in-zahlen
Man sieht dort auch "schön" den Abwärtstrend.

Der ist aber beiderseits des Rheins vorhanden. Waschechtes Oberrheinalemannisch hört man auch in der Ortenau immer weniger :-(

von DH0GHU - am 28.07.2015 21:59
Hier noch die deutsche Übersetzung zum DNA-Artikel:

******
France Bleu wird digital

Ab dem 1. Januar 2016 sendet France Bleu Elsass digital und stellt den Sendebetrieb auf Mittelwelle ein.

Der Chef von France Bleu Alsace, Emmanuel Delattre, versichert: France Bleu sendet weiter und das Profil ändert sich nicht. Aber anstatt auf Mittelwelle sendet es künftig digital – über einen festen Internetanschluss, mobil durch eine App für Mobiltelefone und Tablets oder aber über ein Webradio.

France Bleu Elsass, das am 11. November sein 85jähriges Bestehen feiert, wird sein Programm nicht umstellen. Es soll sogar erweitert werden, so Delattre. Er versteht, dass es für die älteren Zuhörer eine Schwierigkeit darstellt, Webradio zu hören: “Man wird sie davon überzeugen, sich darauf einzulassen”, da ist er sich sicher. “Vor Weihnachten werden wir eine Webradio-Offensive starten. Wir werden das Vorhaben so viel wie möglich bewerben, um die Zuhörer davon zu überzeugen, uns zu folgen.”

Die Umstrukturierung geschieht auf nationaler Ebene. Am 1. Januar 2016 verschwinden alle Mittelwellenfrequenzen von Radio France. Laut Delattre sei dies Teil eines Vertrages von Maßnahmen und Zielen, zu denen sich Radio France von 2015 bis 2019 verpflichtet. Dieser Vertrag wurde mit der Regierung geschlossen.

Die technische Veränderung ist gemäß dieser Vorgabe auch eine Chance, ein größeres Publikum zu erreichen, eine jüngere Generation anzusprechen und die Verbreitung der elsässischen Sprache zu fördern.

Emmanuel Delattre betont, dass niemand auf Inhalte verzichten muss. “Wir arbeiten mit den Akteuren digitaler Inhalte sowie den Befürwortern des Elsässischen, um den Zuhörern so weit wie möglich entgegen zu kommen”, Hand in Hand mit dem Bildungsministerium, der Region und den zwei Departements.

Der Programmplan wird sich ebenfalls nicht verändern: Die Zeitfenster von 08.00 Uhr bis 12:00 Uhr sowie von 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr bleiben ausschließlich elsässisch. “Das Angebot wird dank der Veränderungen sogar ausgebaut.” Von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr wird man die Sendung live als Video sehen können. Man wird von der technischen Veränderung profitieren, um “die elsässische Szene, die elsässisch spricht und singt, auch bei den Jüngsten nach vorne zu bringen.” Ein Teil der Arbeit geschieht dabei in den sozialen Netzwerken, mit zweisprachigen Klassen und Elsässischlehrern. Es handelt sich bei dieser Veränderung um eine Gelegenheit, nach vorne zu schauen. Es geht nicht darum, die Präsenz zu verringern, sondern sie auszubauen, verspricht Delattre.

Das Moderatorenteam bleibt ebenfalls gleich: Die Zuhörer können sich weiterhin auf Félicien Muffler, Simone Morgenthaler, Pierre Nuss und Jonathan Wahl freuen.

Emmanuel Delattre unterstreicht, dass der elsässische Anteil auf France Bleu Alsace, das auf UKW sendet, seit dem letzten Schuljahr ansteigt.

von Sascha GN - am 30.10.2015 20:34
Ich finde es unmöglich, das Elsass-Programm nurmehr über einen Internetstream auszustrahlen. Ich stelle mir das grad den Weinbauern im Elsass vor, der auf seinem Traktor die Mittelwelle 1278 laufen hat...gut, das ist vielleicht jetzt arg klischeeverhaftet, aber ich zweifle daran, dass ein Großteil der Zielgruppe diesen Umstieg mitmacht. Wenn man wenigstens schon eine mobile Alternative mit DAB bieten würde, wie es die Schweizer mit der Musikwelle machen, sähe es anders aus.

von Peter Schwarz - am 30.10.2015 21:41
Da wird sich jetzt zeigen, inwieweit Webradio heute schon wirklich als ein Ersatz oder bloß eine Ergänzung für terrestrische Rundfunkversorgung angesehen werden kann.
Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, aber wenn die Einschaltquoten nicht den Erwartungen entsprechen, wird man bald als Verlautbarung zu hören kriegen, dass das Programm ja eh nicht mehr so viele Hörer in der Zielgruppe hat, und daher eingestellt wird.

Jede Wette ...

von Saarländer (aus Elm) - am 31.10.2015 09:45
Wenn die Hörer der 1278 kHz an einer Hand abzählbar sind, ist es ökonomischer und ökologischer Unsinn, dsn Sender weiter zu betreiben. Die Sprache der französischen Republik ist Französisch, alles andere ist Privatsache der Bürger und hat somit im öffentlichen Leben nichts verloren -- für uns eine eher gewöhnungsbedürftige Vorstellung, aber im republikanischen Selbstverständnis logisch.

Wenn es also bei France Bleue weiterhin auch elsässische Sendungen gibt, ist das schon ein Zugeständnis. Immerhin ist es eines.

Und welcher Investor soll denn die Kosten für die Ausstrahlung übernehmen? Wer investiert, will Gewinn erwirtschaften -- für France Bleue würde es also noch teurer.

Wer mag, kann ja gerne ein elsässisches Privatradio aufmachen und sich auf die Mittelwelle bewerben.

von Alqaszar - am 02.11.2015 15:19
Télérama berichtete am 02.12.2015, das französische Kulturministerium habe einen Vertrag mit Radio France akzeptiert, der u. a. auch die Beendigung der Mittel- und Langwellenverbreitung beinhalte. Demnach wird die Mittelwellenausstrahlung in 2016, die Langwellenausstrahlung in 2017 enden. (Télérama nennt also keine genauen Termine, aber "en 2016" bedeutet eindeutig nicht 31.12.2015!)
Weiter wird berichtet, daß nach Schätzungen von Radio France etwa 5 bis 10 % der Hörer von den bevorstehenden Abschaltungen betroffen sein werden. Etwa 3% der Landesfläche sei nicht hinreichend per UKW versorgt. Der Artikel endet wenig optimistisch auch für die Entwicklung der Langwellen-Hörerschaft von RTL: Seit 1997 schrumpe diese Hörerschaft linear, wird ein Direktor bei RTL zitiert.

Aus einem nur zwei Tage jüngeren Artikel in Télérama geht freilich hervor, dass der oben genannte Vertrag noch in verschiedenen Anhörungs- und Bestätigungsverfahren hänge. Die abschließende Unterzeichung durch die Regierung werde für Ende Dezember oder Anfang Januar erwartet. Desweiteren verweist Télérama auf eine Stellungnahme der französischen Medienaufsichtsbehörde CSA vom 25.11.2015, in der u. a. gefordert wird, Radio France solle den Zeitplan der MW- und LW-Abschaltung und die damit verbundenen Informationsmaßnahmen für die betroffenen Hörer ohne UKW-Empfang präzisieren. Zuvor äußert der CSA Skepsis über die Aussicht, die Rundfunkversorgung im Krisenfall von Langwelle auf das dafür auszubauende (UKW-)Sendernetz von France Info zu verlagern.

Alles in allem scheint es also noch einer Menge Verwaltungshandlungen und Abstimmungen zu bedürfen, bevor die Pläne von Radio France umgesetzt werden können. Ob also die MW-Sender wirklich schon zum Jahreswechsel abgeschaltet werden? Folgt man den Informationen aus Télérama, so sollten wir auch im Januar noch Radio France auf Mittelwelle hören können.

von W28 - am 20.12.2015 00:00
Während der Haushaltsplan von Radio France eine weitere Huerde zum Inkrafttreten genommen hat, siehe Télérama vom 18.12.2015, informiert Radio France nun auch auf ihren Internetseiten ueber die bevorstehende Abschaltung aller ihrer MW-Sender, siehe hier (im Laufband) und hier.
Offenbar hat Radio France die Kuendigung der MW-Sender schon unterschrieben, ohne dass die Kulturministerin den Haushaltsvertrag mit Radio France bereits unterzeichnet haette.

von W28 - am 25.12.2015 16:30
Zitat
radiofrance.fr
A partir du 31 décembre 2015 à 24h00, les émetteurs diffusant en ondes moyennes les programmes de Radio France cesseront définitivement d'émettre. Ces émetteurs diffusaient jusqu’à présent France Info, France bleu RCFM et France Bleu Elsass.[...] Il sera suivi au 31/12/2016 de l’arrêt de la diffusion en ondes longues.


Demnach würden am 31.12.2015 die MW von Radio France einschließlich France Bleu Elsass, Frequenza Mora und der 864 kHz in Paris endültig abgeschaltet. :-( Insbesondere die 1377 wird mir fehlen.
Das Ende der 162 kHz würde dann am 31.12.2016 folgen. Heul.

Kein Wort von DAB in dem Artikel, dagegen Konzentration auf FM und Internet. Das Programm in Elsässisch tatsächlich nur noch minimalistisch über Webstream:

http://www.radiofrance.fr/sites/default/files/pages_uploaded_files/solutions_alternatives_suite_extinction_ondes_moyennes.pdf

von Pronit - am 26.12.2015 23:06
Christian Ghibaudo via Facebook:
Zitat

Remaining stations on AM in France & Monaco. (for 2016)

162 kHz Allouis 2000/1000 kW France Inter
216 kHz Roumoules 1400/900 kW RMC (04.56 – 00.08) Local time
1467 kHz Roumoules 1000 kW TransWorld Radio (22.00 – 00.15) Local Time
1467 kHz Col de la Madone 40 kW Radio Maria France (06.00- 20.30) Local Time
1593 kHz St Gouéno 10 kW Bretagne 5

Météo Marine (Weather Forecast for seamen) 20.03-20.10 (Local Time)
on France Inter 162 kHz (Only on LW, no FM/Internet)


von iro - am 29.12.2015 13:28
Sehr schade, wie ich finde.....und eigentlich auch unfassbar das die einfach von MW abschalten und nix weiter auf UKW machen...ich würde sagen: die verlieren viele Hörer(innen). Nicht jeder geht gleich digital, vor Allem die ältere Leute nicht, zuminderst eght es so hier in Holland.
Dieser Sender wird mir fehlen, ich habe immer gerne das Dialekt gehört und vor Allem die Sendung am Samstagabend/-nacht: France Bleu, le Club Disco (mit 70er und 80er Hits)

Es geht schnell jetzt auf MW, mir fehlt noch immer die 747kHZ mit Radio Nostalgia und auch 531kHZ MusikWelle DRS war ein Verlust...

die letzten Tage höre ich soviel wie möglich 1278kHZ France Bleu Alsace, wie immer nach Sonnenuntergang mit Bombensignal hier in Veendam, nord-ost Niederlande

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr im Voraus

von fransigh - am 29.12.2015 15:58
Zitat
fransigh
...unfassbar das die einfach von MW abschalten und nix weiter auf UKW machen...ich würde sagen: die verlieren viele Hörer(innen). Nicht jeder geht gleich digital, vor Allem die ältere Leute nicht, zuminderst geht es so hier in Holland.


In der Schweiz hat es nach diesem System geklappt: Keine neuen Senderketten auf UKW und die MW abschalten. Wegen Musigwälle haben sich viele ältere Leute ein DAB-Radio zugelegt. Allerdings lief da die erste DAB-Senderkette schon und brachte mehr DRS/SRF-Programme, als über UKW empfangbar waren.

von 2-0-8 - am 29.12.2015 19:51
Wie DigiAndi weiter oben schon schrieb, scheint seitens Radio France grundsätzlich kein allzugrosses Interesse an Bleu Elsass zu bestehen. Wenn man gewollt hätte, hätte man in den vergangenen Jahren sicherlich eine kleine UKW-Kette als Ersatz für die 1278 aufbauen können.

Die MW war ja im Grunde schon ein Abstellgleis, aber nun lässt man das Programm in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, passend zum Stellenwert der elsässischen Mundart in Paris. Ich finde das sehr, sehr bedauerlich.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.12.2015 20:09
Zitat
Randfunker
Antena Satelor ist weg! :confused: Normal um die Uhrzeit oder definitiv?


Antena Satelor ist 24 h on air und die 153 kHz ist das Rückgrat der Verbreitung dieses Programms, das sich an die rumänische Landbevölkerung richtet. Nur wenige Mittelwellen ergänzen die Programmabdeckung. Mit einer Abschaltung dieser Frequenz dürfte also nicht zu rechnen sein ... :)

Über den WebSDR aus Twente ist das Programm wie gewohnt zu hören. Interessanterweise kann ich es aber im Moment auch nicht mit meinem Weltempfänger empfangen, obwohl dies nachts für gewöhnlich kein Problem darstellte ...

von Felsberg - am 01.01.2016 01:29
Zu Lyon:

FRANCE
Last minute info: Radio France's transmitters in LYON on 603 kHz, will NOT close tonight. It will be off the air, only from January 4th at midnight. The reason, this frequency will broadcast this Sunday the Holy Mass for the sick people at 0600 PM. This Mass hold by Notre Dame des Ondes is on the air for without interruption for 77 years.
Christian Ghibaudo, WRTH fb yg (31/12-2015)


Wenn ich das richtig verstanden habe, sendet Lyon noch bis und mit Sonntag.

Quelle:MediumWave.info:
http://mediumwave.info/news.html

von DX-radio-CH - am 01.01.2016 03:29
Zitat
Steve-o1987
Straßburg war gegen 1:13 weg.


Hier noch ein Mitschnitt der Abschaltung von France Bleu Elsass 1278 kHz, aufgezeichnet über den WebSDR aus Twente. Aufnahmebeginn ist der 01.01.2016 um 01:01:20 Uhr.

https://a.clyp.it/qmfbfqgx.mp3

Die Abschaltung um 1.13 Uhr ist folglich an der Stelle 11:59 min zu hören.

Ich empfehle, die Datei zunächst auf dem PC abzuspeichern und mit einem üblichen Player offline abzuspielen, da bei der Online-Wiedergabe aus irgendwelchen Gründen Probleme mit der Zeitleiste auftreten.

von Felsberg - am 01.01.2016 12:34
Die 711 kHz sendet nicht mehr, gerade selbst gecheckt. Heute früh waren beide Frequenzen noch on air. Offenbar wurde der Sender Rennes heute Vormittag abgeschaltet.

FRANCE
MW Rennes 711 kHz is no longer on the air. Switched off around 0900 UTC.
Christian Ghibaudo, WRTH fb group (2/1-2016)
Quelle: http://mediumwave.info/news.html

France Info sendet nur noch auf der 603 kHz - und somit geht der Sender Lyon als Sieger hervor! :cheers:

von Felsberg - am 02.01.2016 16:26
Zitat
Kohlberger91
Zitat
DX-radio-CH
Hier habe ich noch meine Mitschnitte von der Abschaltung der 1278KHz und 1377KHz.
Abschaltung France Bleu Elsass 1278
Abschaltung France Info 1377


Das erste Video ist in Deutschland geblockt, danke GEMA :sneg::angry:


Habs fast befürchtet. :(
Hier eine verkürzte Version des Videos. Hoffentlich wird die nicht gleich geblockt.
https://www.youtube.com/watch?v=ZuKixxyWv0M

von DX-radio-CH - am 02.01.2016 22:31
Zitat
Kohlberger91
Zitat
DX-radio-CH
Hier habe ich noch meine Mitschnitte von der Abschaltung der 1278KHz und 1377KHz.
Abschaltung France Bleu Elsass 1278
Abschaltung France Info 1377


Das erste Video ist in Deutschland geblockt, danke GEMA :sneg::angry:


Probier's mal mit http://keepvid.com/ ... Bei mir konnte ich es damit speichern.

von Natrium - am 07.01.2016 12:12
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