Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren
Beteiligte Autoren:
Jens1978, Bolivar diGriz, Zintus, HansEberhardt, Cha, Florian-L, Marc_RE

Rahmenantennen für den UKW-Empfang?

Startbeitrag von Florian-L am 18.01.2015 10:39

Mittelwellenfreunde benutzen ja sehr gerne zum Empfang Rahmenantennen, also Antennen, die die magnetische Komponente des elektro-magnetischen Feldes auswerten.

Ich habe mich allerdings schon oft gefragt, warum niemend für den Empfang des UKW-Bandes eine Rahmenantenne einsetzt. Sind Rahmenantennen beim UKW-Empfang ineffektiv?

Antworten:

Zitat
Florian-L
Ich habe mich allerdings schon oft gefragt, warum niemend für den Empfang des UKW-Bandes eine Rahmenantenne einsetzt. Sind Rahmenantennen beim UKW-Empfang ineffektiv?


Im Gegenteil, Ich nutze für meinen Empfang mit meinem SDR-Stick am PC eine Rahmenantenne einer alten Sony-Stereoanlage. Und der Empfang mit der Rahmenantenne ist wesentlich besser, als mit der zum SDR-Stick mitgelieferten Antenne. Also: gut und günstig! :D :spos:

von Cha - am 18.01.2015 11:24
Da wird aber eher die ungeschirmte Leitung etwas empfangen. Die ist ja schon länger als die komplette mitgelieferte Stummelantenne so eines Sticks.
Eine Bratpfanne wird auch besser empfangen, als das Teil, aber längst nicht so gut, wie eine geeignete Antenne.

Rahmenantennen gibt es auch für höhere Frequenzen, dann oft in Form einer Loopantenne, die letztendlich eine Rahmenantenne mit einer Windung ist.

von Marc_RE - am 18.01.2015 13:23
Wenn es auch "Rahmenförmig" sein soll: Auch das gibt es käuflich und zum Selbstbau, man nennt es Quadantenne. Aufgrund der Wellenlänge hat eine Rahmenantenne im UKW-Bereich i.d.R. nur eine Windung.

von Bolivar diGriz - am 19.01.2015 07:41
Zitat
Florian-L
Mittelwellenfreunde benutzen ja sehr gerne zum Empfang Rahmenantennen, also Antennen, die die magnetische Komponente des elektro-magnetischen Feldes auswerten.

Ich habe mich allerdings schon oft gefragt, warum niemend für den Empfang des UKW-Bandes eine Rahmenantenne einsetzt. Sind Rahmenantennen beim UKW-Empfang ineffektiv?

Doch, ich setze solche Antennen ein :-) Der Nachteil ist nur, dass sie sehr frequenzselektiv sind. Das heißt die Bandbreite ist sehr klein, ca. 1MHz. Ich hatte mir z.B. eine gebaut, welche den Frequenzbereich von Band 1 bis Band 2 (ca. 40MHz bis ca. 100MHz) abdeckt. Im Band 1 konnte man auch schon z.B. auf dem Kanal 2 sehen, dass die Schmalbandigkeit entweder den Bild- oder aber den Tonträger bevorzugt. Der große Vorteil sind die Abmessungen. Der Band 1-Ring hat einen Durchmesser von ca. 30cm und ist so effektiv wie ein Dipol! Damit kann man direkt in die PFD Maxima gehen, welche aufgrund der in bebauten Gebieten meist vorhandenen Feldinhomogenitäten räumlich nicht sehr ausgeprägt sind. Für Band 2 (UKW) habe ich eine dauerhaft an meine Anlage fürs normale Radiohören angeschlossen. Eingestellt dabei auf den schwächsten Sender, die starken Sender kommen immer durch. Aufgrund der Abmaße von ca. 20cm Durchmesser lässt sie sich sehr gut ins Maximum legen und das auch unauffällig. Einen Dipol will ich nicht im Wohnzimmer dauerhaft rumfliegen haben.
Weiterer Vorteil: Die Antennen empfangen das H-Feld. Somit sind Rahmenantennen bei der üblichen horizontalen E-Feld Polarisation rund empfangend und für vertikal strahlende Sender haben sie das Diagramm der bekannten 8, also eine Richtwirkung mit dem Grundelement.
Kaufen kann man die Antennen nicht. Aus diesem Grund habe ich mir alle selbst gebaut.

Wenn ich beispielsweise so verückt wäre, und mir am Fahrrad ein Radio mit optimalem Empfang installieren würde wollen, dann würde ich mir eine solche Antenne dranpacken: Empfängt rund, ist sehr klein und so effektiv wie ein Lambda/2-Dipol. Für Ottonormalo wäre das aber nix, da die Frequenz regelmäßig auch an der Antenne eingestellt werden muss ;-)

Zitat

Wenn es auch "Rahmenförmig" sein soll: Auch das gibt es käuflich und zum Selbstbau, man nennt es Quadantenne. Aufgrund der Wellenlänge hat eine Rahmenantenne im UKW-Bereich i.d.R. nur eine Windung.
Eine Quadantenne ist aber etwas völlig anderes, falls es nicht schon klar sein sollte. Umfang Quad: Lambda, Umfang Rahmenantenne: ~1/5 bis 1/10*Lambda

von Jens1978 - am 19.01.2015 10:16
Kannst Du ein paar Links posten zur Berechnung und Montage? Oder die notwendige Infos hier mit reinstellen, sofern sie nicht als Links existieren?
Dann könnten andere auch an Deinen Erfahrungen teilhaben und eigene Erfahrungen damit sammeln.

von HansEberhardt - am 19.01.2015 10:36
@Jens1978:
Schon klar, mir kam es auf die Bauform an. Ich habe übrigens an der Stereoanlage im Wohnzimmer eine Quad angeschlossen. Zum DXen reicht das nicht, aber für die Ortssender ist das besser als ein Draht.

von Bolivar diGriz - am 19.01.2015 14:16
@HansEberhardt
Links habe ich keine, Loopantennen werden doch aber überall beschrieben. Für UKW hab die einfach selbst gebaut nach Plan im Kopf :-) So schwer ist das nicht ... Ansonsten hab ich doch eigentlich alles wichtige schon gesagt.

von Jens1978 - am 19.01.2015 15:03
Mal ein ganz einfaches Rezept. Man nehme einen Streifen Alublech von ca. 0,2 lambda Länge, d.h. also ca. 60 cm. Aus einem alten Röhrenradio nehme man den UKW-Drehko (nicht den großen für LW/MW/KW). Den Alustreifen rollt man zu einerm Kreis auf und verbindet jedes Ende mit einem Pol des UKW-Drehkos. Das ganze befestigt man z.B. an einem Holzstab o.ä. als Ständer.

Statt Alublech kann man für die Loop natürlich auch Kupfer nehmen (Blech oder biegsames Kupferrohr o.ä - allerdings keinen Stahl (Leitfähigkeit)! Ein Kupferdraht wäre wegen der Leitfähigkeit auch nicht ausreichend.

Nun die Ankopplung. Ein Koaxkabel, das zum Empfänger führt, wird am offenen Ende abisoliert, so dass nur der Innenleiter herausschaut und keinen Kontakt hat mit der Abschirmung. Der Umfang der Koppelschleife soll ca. 1/5 der Loop betragen. Das bedeutet, dass wir das Ende des Kabels ebenfalls zu einem kleinen Kreis aufrollen und den am Ende herausschauenden Mittelleiter ca. 12 cm vom Ende entfernt an die Abschirmung des Kabels löten. Die auf diese Weise entstandene kleine Schleife aus Koaxkabel befestigt man mit zwei Kabelbindern an der Loop aus Alublech.

Mit dem kleinen Drehko (möglichst mit einem Knopf aus Kunststoff versehen) kann man nun auf Maximum abstimmen. Richtcharakteristik ist fast wie bei einem Dipol, allerdings liegen die Maxima längs der Loop und nicht quer dazu. Stehend ist die Loop vertikal polarisiert mit den zwei besagten Maxima. Liegend ist sie horizontal polarisiert und empfängt rundum.

von Zintus - am 19.01.2015 15:43
Ich habe das gerade mal ausprobiert. Ergebnis: Es lohnt sich nicht. Ich habe die Antenne am Degen 1102 getestet und auch am Onkyo 4711 im Wettstreit mit der Moxon-Antenne, die ich als Zimmerantenne verwende.
Im Vergleich zur Stabantenne ist die Loop im unteren UKW-Bereich schlechter als die Teleskopantenne, da sie außerhalb des Bereichs ist. Im oberen Bereich ist sie gleichwertig, allerdings ist das Nachstellen natürlich etwas lästig, ohne dass es einen nennenswerten Erfolg (im Vergleich zur Teleskopantenne) gibt, das Resultat ist allenfalls gleichwertig. (Ich habe natürlich bei den schwächer einfallenden Sendern getestet, bei den Ortssendern reicht auch ein nasser Finger als Antenne.)

Im Vergleich zur Moxon-Antenne ist die Loop Müll. Gerade bei UKW gilt "Viel hilft viel". Je größer die Antenne, umso mehr schwache Senderenergie kann gesammelt werden. In Einzelfällen kann die Loop sinnvoll sein, um eine idiotische Frequenzbelegung auszugleichen, beispielsweise im Raum Viersen, wo Radio 100'5 und Welle Niederrhein auf 100,6 beide ungefähr gleich stark (Betonung auf stark, die Loop ist nichts zum DXen) einfallen, und der KBW nicht selektiv genug ist. Bei guten Radios reicht aber auch da die Teleskopantenne aus.

von Bolivar diGriz - am 25.01.2015 13:18
Naja, kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Gerade die UKW-Loops habe ich nur indoor betrieben und wenn die Antenne nur einen Durchmesser von ca. 20cm hat, dann kann man sehr gut in ein Empfangsmaximum gehen. Diese Maxima sind meist sehr klein, da in Gebäuden die Feldinhomogenitäten sehr groß sind. Ein Dipol würde in diesem Fall keinen Mehrgewinn an zusätzlicher Empfangsleistung bringen als die Loop, da meist nur 1 oder 2 Maxima in dem vom Dipol durchstreiften Umfeld abgedeckt werden. Dieses Phänomen hatte ich bspw. bei meiner indoor betriebenen Loop für den Kanal 2. Der Dipol war schlechter als die Loop, da ich mit der Loop genau ins Maximum gehen konnte und nur dort die volle PFD abgreifen konnte. Das gleiche habe ich derzeit im Wohnzimmer: Die Loop liefert mir z.B. die 93,2 perfekt an den Ausgang. Ein Dipol, hab's ausprobiert, ist, wenn überhaupt, gerade ebenbürtig, aber deutlich größer von den Abmaßen. Loop-Antennen sind für enge Platzverhältnisse optimal. "Viel hilft viel" gilt nur da, wo das Feld homogen verläuft. Gerade indoor gilt das überhaupt nicht.

von Jens1978 - am 25.01.2015 16:32
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.