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Regulierung UKW-Sender Media Broadcast

Startbeitrag von ts01 am 29.01.2015 21:55

Die BNetzA hat eine Regulierungsverfügung zum UKW-Sendebetrieb der Media Broadcast beschlossen: http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1422/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2014/2014_001bis099/BK3-14-010/BK3-14-010_Regulierungsverfuegung.html
Infolge dessen sind durch Media Broadcast die Preise zu beantragen: http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1422/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_001bis099/BK3-15-002/BK3-15-002_Antrag_Entgeltgenehmigung.html
- Allgemeine Preisliste (ASt.1)
- Einzelentgelte bei Abweichungen über oder deutlich unter der allgemeinen Preisliste (ASt.3)
- Entgelte bei Antennenmitbenutzung, d.h. eigener Sender an Antenne und ggf. Weiche der Media Broadcast (ASt.4, ASt.5).

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Damit kommt man jetzt wohl der Quasi-Monopolstellung von Mädchen & Brotkasten etwas entgegen.

Gleichzeitig müßte man die Mieten bei der Deutschen Funkturm wahrscheinlich auch noch regulieren. Denn deren Preise muß Mädchen & Brotkasten zwangsläufig an die eigenen Kunden weiter reichen.

von Kay B - am 01.02.2015 17:12
Eine Regulierung der DFMG hat die BNetzA ausgeschlossen, weil die DFMG keine Leistungen nach dem TKG anbietet.

--------------------------------

Da MEDIA BROADCAST ihre UKW-Antennen vom 1.1.2016 an auch alternativen Netzbetreibern (z.B. Divicon oder Broadcast Partners) zur Mitbenutzung zur Verfügung stellen muss, will MB die bisherigen Preise per Mischkalkulation der Standorte nicht länger anbieten, denn dies würde "Rosinenpicken" durch die Mitbewerber ermöglichen.

Aus dem Bericht des Präsidenten der BLM zur 31. Sitzung des Medienrats im Februar:

Zitat

Neue UKW-Entgelte der Media Broadcast

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat Mitte Dezember die Media Broadcast als markt­beherrschenden UKW-Sendernetzbetreiber aufgefordert, die Antennenmitbenutzung ihrer Standorte für Dritte im Wettbewerb zu öffnen und dafür eine entsprechende Entgelt­struktur vorzulegen. Damit soll alternativen Netzbetreibern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Dienstleistungen Hörfunkanbietern auch an solchen Standorten anzubieten, die bisher ausschließlich für die Media Broadcast reserviert waren.

Die Media Broadcast hat eine entsprechende Entgeltliste für ihre 1.500 UKW-Standorte Ende Januar vorgelegt, darüber hinaus aber auch einen Antrag auf Neuregulierung ihrer bisherigen UKW-Sender-Entgeltstruktur gestellt. Bisher basierten die Senderkosten in Deutschland auf einer Mischkalkulation. Mit der Neuordnung werden die Kosten konkret auf den jeweiligen Standort bezogen. Die beantragte Entgelt-Liste wurde inzwischen Ende Januar von der Bundesnetzagentur im Internet veröffentlicht und hat seitdem für erhebliche Unruhe in den Reihen der UKW-Hörfunkveranstalter in Deutschland geführt. Eine Auswertung der beantragten UKW-Sendernetzentgelte der Media Broadcast zeigt deutlich, dass mit dieser neuen Struktur und dem Übergang zur standortbezogenen Kostenbetrachtung folgende Veränderungen einhergehen:

• Leistungsstarke und bisher profitable Sender werden z.T. nicht unerheblich preiswerter.

UKW-Frequenznutzungen an Standorten an denen mehrere UKW-Frequenzen betrieben werden, also etwa in Ballungsräumen, bleiben im Preis weitgehend gleich oder werden sogar günstiger.

• Erhebliche Verteuerungen sind jedoch dort zu erwarten, wo einzelne UKW-Frequenzen an einzelnen Standorten betrieben werden. Und das betrifft vor allem kleinere und mittlere Lokalanbieter.

• In der Konsequenz bedeutet das, dass die neue Entgeltstruktur, auch wenn es nicht zur beantragten Entgelt-Erhöhung kommt, insgesamt eine deutliche Strukturveränderung mit sich bringen würde: Landesweite UKW-Sendernetze können mit einer nicht unerheblichen Verbilligung von bis zu 10 Prozent rechnen, wohingegen ländlich strukturierte UKW-Sendernetze, wie z.B. im Lokalradio in Bayern, mit erheblichen Kostensteigerungen von bis zu 70 Prozent rechnen müssen. Diese Maßnahme führt zu einer außerordentlichen Kostenbelastung für die Hörfunkanbieter im ländlichen Raum in Bayern und stellt die ver­abschiedeten Wirtschaftspläne der Hörfunkunternehmen für das Jahr 2015 auf den Kopf. Die von der Media Broadcast beantragte neue Entgeltstruktur wäre in Bayern mit einer Erhöhung der Senderkosten von derzeit ca. 6,1 Mio. Euro auf 8,2 Mio. Euro verbunden. Insgesamt eine Steigerung von mehr als 25 Prozent. Wenn man nur den Lokalfunk betrachtet, würde das eine Kostensteigerung von mehr als 40 Prozent bedeuten.

Der bisherige Zeitplan sieht vor, dass die neuen Entgelte von der Bundesnetzagentur Mitte März veröffentlicht und schließlich zum 1. April in Kraft treten werden. Aus meiner Sicht muss das Ganze noch einmal auf den Prüfstand. Es kann nicht sein, dass eine neue Entgeltregulierung durch die Bundesnetzagentur dazu führt, dass bewährte Strukturen vor allem im lokalen Hörfunk gänzlich in Frage gestellt werden und jegliche Balance zwischen landesweiten und lokalen Netzen in Schieflage gerät.

Ich habe der zuständigen Ministerin Ilse Aigner einen Brief geschrieben und sie gebeten, ihren Einfluss im Beirat der Bundesnetzagentur entsprechend geltend zu machen. Ich erwarte auch, dass sich die Verbände in dieser Angelegenheit deutlich zu Wort melden. Wir müssen zumindest erreichen, dass eine solche tiefgreifende Entgeltregelung nicht mit einer Frist von 14 Tagen in Kraft tritt. Den Anbietern muss zumindest ein Zeitraum von mehreren Monaten eingeräumt werden, um reagieren und gegebenenfalls Alternativen entwickeln zu können.


von Manfred Z - am 06.03.2015 22:55
Nun ist offenbar Alster Radio der Kragen geplatzt. Hintergrund ist, dass offenbar fuer einzelne Standorte ab 2017 horrende Gebuehren faellig werden.

Es gibt hierzu nun einen Offenen Brief:
http://www.radiowoche.de/offener-brief-alsterradio-1068-und-917xfm-sehen-sich-in-ihrer-existenz-bedroht/

Die 106.8 am Standort Hoeltigbaum wird Alster Radio ab 2017 also statt derzeit 165000 Euro jaehrlich dann 441000 Euro "Vorleistung" kosten.

Genauer ist das auch hier nachzulesen, aufgeschluesselt auf Standorte und Frequenzen (hier Mitbenutzung der Antenne):
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_001bis099/BK3-15-002/BK3-15-002_Entgeltantrag_Anlage4.pdf;jsessionid=51C585B8DCF02D9616327737D92C8EB0?__blob=publicationFile&v=6

Querverweise auch zu dem anderen Thread, in dem das Thema hier schon angesprochen wurde:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1134439,page=1

[Edit: Das, was Alster Radio ab 2017 alleine an Mehrkosten fuer den Betrieb dieser *einen* UKW-Frequenz haette, liegt preislich ungefaehr in der Region, die ein Programmplatz im DAB-Bundesmux kostet, nur mal so zum Vergleich!]

von Habakukk - am 16.10.2015 11:28
Ich frage jetzt mal ganz blöd (obwohl, so blöd ist es eigentlich nicht): Wenn die Übertragungskosten der MB zu hoch sind, warum sucht sich die Alster Radio GmbH & Co. KG nicht einfach einen anderen Standort, den sie in Eigenregie betreibt?
Das funktioniert im Nachbarland Dänemark doch auch, ohne dass der BOS- und Flugfunk gestört wird.
Hochhäuser gibt es in der Hansestadt zur Genüge.

von Wellenjaeger - am 16.10.2015 11:41
Was ich nicht verstehe, sind die exorbitanten Unterschiede...
Höltigbaum 432062 € (pro Jahr), Hohenpeißenberg 94,7 MHz 102 €, Brocken 89,0 MHz 100.000 € (bei 3 dB mehr Leistung als Höltigbaum/Rahlstedt). So viel teurer kann der Standort Höltigbaum doch garnicht sein!?

von DH0GHU - am 16.10.2015 11:48
Zitat
Wellenjaeger
Wenn die Übertragungskosten der MB zu hoch sind, warum sucht sich die Alster Radio GmbH & Co. KG nicht einfach einen anderen Standort, den sie in Eigenregie betreibt?


Naja, der Heinrich-Hertz-Turm ist angeblich voll und Moorfleet geht angeblich wegen Flugfunk nicht.

Fuer eine vergleichbare Reichweite, wie sie die 106,8 heute hat, brauchst du einen Standort, der gut 150-250m hoch ist, ueber den man mal eben 30-100kW rauspusten kann, und der irgendwo im Stadtgebiet liegt. Das ist gar nicht so einfach.

von Habakukk - am 16.10.2015 11:50
Zitat
Habakukk
Fuer eine vergleichbare Reichweite, wie sie die 106,8 heute hat, brauchst du einen Standort, der gut 150-250m hoch ist, ueber den man mal eben 30-100kW rauspusten kann, und der irgendwo im Stadtgebiet liegt. Das ist gar nicht so einfach.


Angenommen, man würde mit einer geringeren Leistung von einem anderen Standort aus senden, dann verringert sich damit natürlich die technische Reichweite, insbesondere was das Umland von Hamburg anbelangt.
Gleichzeitig mindert das aber auch die Kosten für den Sendebetrieb im Vergleich zu jetzt (die Preiserhöhungen der MB nicht eingerechnet).
Könnte dies nicht im Idealfall auf ein Nullsummenspiel hinauslaufen?

von Wellenjaeger - am 16.10.2015 11:58
@Jassy:
Es geht anscheinend v.a. um die Turm-Miete, d.h. das Geld das die Deutsche Funkturm erst mal einsackt. Die legt schon mal das grundsaetzliche Preisniveau fest, das kann wohl auch Divicon dann nicht guenstiger verkaufen.

Offenbar werden v.a. die Standorte teuer, die derzeit nur von einem Anbieter genutzt werden. Ein aehnlicher Fall wie Hoeltigbaum ist z.B. auch in Berlin/Potsdam der Schaerferberg, der BB Radio um einiges teurer kommt (>200 000 Euro fuer 13kW) als die Kollegen der Alex (10 000 - 50 000 Euro).

von Habakukk - am 16.10.2015 12:19
Wo liegt denn das Preisniveau fuer die UKW-Ausstrahlungen vom Sender Zehlendorf nahe Oranienburg? Nachdem die Langwellenabstrahlung fuer analogen Rundfunk ja entgueltig beendet wurde, duerften die Begehren nach der Beraeumung und Bebauung des Grundstuecks gross genug sein, um die weiteren Nutzer durch eine entsprechende Preispolitik zur Aufgabe ihrer Aussendungen von diesem Standort zu noetigen. Dann braucht man nur ganz schnell sein beim Faellen des verbliebenen Mastes!

Vermutlich wird dieser Standort fuer die Nutzer im Verhaeltnis zur erzielbaren Reichweite auch ziemlich teuer sein...

von PowerAM - am 16.10.2015 12:30
Zitat

@Jassy:
Es geht anscheinend v.a. um die Turm-Miete, d.h. das Geld das die Deutsche Funkturm erst mal einsackt. Die legt schon mal das grundsaetzliche Preisniveau fest, das kann wohl auch Divicon dann nicht guenstiger verkaufen


So wie das hier mit unsere ehemalige M&B Firma (KPN) war, drücken die auch in die Sender- und Antennekosten ordentlich drauf und meinen da nur Premium verbauen zu müssen und jede Woche schauen zu müssen ob alles noch in Ordnung ist und dafür auch ordentlich Rechnungen schreiben. Dann ist auch klar dass solche enorme Preise raus kommen, vor allem wenn man bemerkt dass man dort auch in 5C mit ein weitaus grössere Reichweite senden kann.

Hier ist die Situation ähnlich: Die Turmmiete ist hier gleich zwischen KPN und BP (Manche sagen dass KPN wesentlich weniger bezahlt wegen alte Rechte!), trotzdem ist BP extrem viel billiger als KPN. Dass das auch manchmal nach hinten los geht (Smilde, Lopik) ist schon sehr bedauerlich und liegt schon nicht ans Material.

Was ich damit sagen will: Die Turm Miete ist dann zwar gleich, es kann aber auch noch einiges in viele andere Bereichen eingespart werden ohne grosse Einbußen im Sendebetrieb.

Die MB wird auf diese Weise gehörig Konkurrenz bekommen, obwohl man bei MB meint dass nur die beim MB vernünftige Anlagen bauen können und das jede andere Partei das nicht billiger machen kann. Das dachte KPN hier auch, und das ist so ordentlich nach hinten los gegangen dass fast alle Kunden zur Konkurrenz gewandert sind, inklusive die Öffentlich-Rechtlichen und man selbst, bis auf ein paar Kleinsender, nichts mehr hat. Bei öffentliche Ausschreibungen bezüglich Sendernetzbetrieb ist KPN stets wesentlich teurer als die Konkurrenz.

von Jassy - am 16.10.2015 12:32
Ich bin schon sehr gespannt, ob es da nicht zu einigen Standortverlagerungen kommen wird.

Interessant auch, um wieviel teurer eine Frequenz an einem Standort gleich wird, nur weil man wegen eines besonderen Antennendiagramms eine eigene Antennenanlage braucht. Da wuerde ich mir als Programmanbieter schon ueberlegen, ob es nicht in manchen Faellen sinnvoll waere, von der koordinierten Maximalleistung etwas runter zu gehen, damit die Frequenz vielleicht auf eine andere, von vielen genutzten Antennenanlage passt.

von Habakukk - am 16.10.2015 12:57
Schaut man sich das Ergebnis der Regulierung an, wird klar: Die wenigen grossen profitieren weil sie zumeist ueber gemeinsame Grundnetzsender senden und die vielen kleinen werden vom UKW Markt verdraengt, weil sie sich ihre teuren Einzelanlagen, mit meist eigens fuer nur ihre Frequenz gerichtete Abstrahlung nicht mehr leisten koennen.

Hoeltigbaum ist krass aber da sendet auf UKW eben auch nur Alsterradio und das gleich mit 30kW. Wie heisst es von den UKW Privaten doch immernoch, DAB+ ist zu teuer. Wenn die mal nicht ihre Meinung aendern und diese neue verordnete Preisgestaltung nicht sowieso darauf abzielt den Digitalumstieg zu beschleunigen. Bin gespannt was Alteradio mit, wegen seinen nur 5% Marktanteil, begrenzten finanziellen Moeglichkeiten tun wird.

von Nordlicht2 - am 16.10.2015 13:19
Zitat

(...) drücken die auch in die Sender- und Antennekosten ordentlich drauf und meinen da nur Premium verbauen zu müssen und jede Woche schauen zu müssen ob alles noch in Ordnung ist und dafür auch ordentlich Rechnungen schreiben.


Das sind halt zum Teil noch Qualitätsstandards der Bundespost. Nach dem Motto "Klotzen statt kleckern" und mit dem eigenen Anspruch das technisch mögliche auch auszureizen. Natürlich kann ich auch einen UKW-Dipol an einem abgebrochenen Fahnenmast mit Kabelbindern befestigen...läuft auch, aber hier wird uns die Privatisierung einen enormen Qualitätsverlust einbringen.
Was wir jetzt sehen ist halt das gleiche wie bei der Privatisierung der DB: Unrentable Nebenstrecken wurden als erstes eingestellt. Blöd für die Anwohner? Tja, schade...

von Max1 - am 16.10.2015 14:08
Zitat

Das sind halt zum Teil noch Qualitätsstandards der Bundespost. Nach dem Motto "Klotzen statt kleckern" und mit dem eigenen Anspruch das technisch mögliche auch auszureizen. Natürlich kann ich auch einen UKW-Dipol an einem abgebrochenen Fahnenmast mit Kabelbindern befestigen...läuft auch, aber hier wird uns die Privatisierung einen enormen Qualitätsverlust einbringen.


Es muss aber nicht unbedingt Kathrein oder R&S sein sondern es geht auch mit Alan Dick und Elenos. Es muss nicht unbedingt in ein bestimmter Zeitabstand gewartet werden wenn alles noch im Grünen Bereich ist. Und genau das macht der MB gegen richtig Markt-Orientierte Parteien sehr viel teurer.

von Jassy - am 16.10.2015 14:17
Zitat

Es muss aber nicht unbedingt Kathrein oder R&S sein sondern es geht auch mit Alan Dick und Elenos.


Natürlich geht das und es kommt auch HF raus, aber R&S- Sender kosten natürlich nicht einfach so mehr. Sie sind halt besser, genauso wie Kathrein Antennen. Vielleicht sollte MB auch mehr Abstufungen anbieten, also auch "Billigware" als Option. Das Problem ist halt, dass man in punkto Qualität einen durchaus guten Ruf hat und den nicht einfach aufgeben will.
Ich verstehe Deine Argumente ja und es wird bestimmt auch so kommen, dass es so billig wie möglich wird, aber es ist halt schon sehr schade...

von Max1 - am 16.10.2015 14:31
Zitat
Nordlicht2
Wie heisst es von den UKW Privaten doch immernoch, DAB+ ist zu teuer. Wenn die mal nicht ihre Meinung aendern und diese neue verordnete Preisgestaltung nicht sowieso darauf abzielt den Digitalumstieg zu beschleunigen. Bin gespannt was Alteradio mit, wegen seinen nur 5% Marktanteil, begrenzten finanziellen Moeglichkeiten tun wird.


Solange UKW das Maß der Dinge ist, ist sowas aber eher kontraproduktiv. Wenn den Sendern plötzlich für UKW noch mehr Geld abgezweigt wird als eh schon, haben die ja noch weniger finanziellen Spielraum für ein DAB-Engagement.

von Habakukk - am 16.10.2015 15:58
Zitat
Habakukk
Naja, der Heinrich-Hertz-Turm ist angeblich voll und Moorfleet geht angeblich wegen Flugfunk nicht.

Fuer eine vergleichbare Reichweite, wie sie die 106,8 heute hat, brauchst du einen Standort, der gut 150-250m hoch ist, ueber den man mal eben 30-100kW rauspusten kann, und der irgendwo im Stadtgebiet liegt. Das ist gar nicht so einfach.


Der Sender muss ja nicht zwingend im Stadtgebiet liegen, es sei denn, man will in der Innenstadt unbedingt alle Küchenbrüllwürfel in den Kellern erreichen. Spricht etwas gegen den Standort Rosengarten am Südrand von Hamburg? Der Mast ist zwar "nur" 165m hoch, aber der Fusspunkt liegt deutlich höher, so dass die effektive Antennenhöhe (HAAT) ähnlich wie bei Moorfleet oder HHT auf 265m liegt - also mehr als derzeit in Rahlstedt, aber durch die Koordination der Frequenz 106.80 (Moorfleet) abgedeckt.

Von Rosengarten senden ja schon drei Stationen mit je 20 kW; selbst mit dieser Leistung würde man wegen der besseren Antennenhöhe ähnlich weit kommen wie heute von Rahlstedt mit 32 kW. Die jährliche Vorleistung bei Rosengarten mit 20 kW kostet gerade mal gut ein Zehntel, nämlich 47595 €.

Wieso Rahlstedt so teuer ist, das kann ich auch nicht nachvollziehen. Es kommt ja auch noch DVB-T von dort; d.h. die Standortkosten werden auf mehrere Benutzer verteilt. Da liegt schon der Verdacht nahe, dass der Anbieter seine Quasi-Monopolstellung ausspielt.

73 de Uli

von ulionken - am 16.10.2015 18:09
Marktwirtschaftlich betrachtet, besser nur soviel wie bisher verlangen, als gar nichts mehr zu bekommen. Regulierung ist allerdings genau dazu da die Marktwirtschaft auszuhebeln um politische Ziele durchzusetzen. Welches Ziel auch immer dahinter steckt.

von Nordlicht2 - am 16.10.2015 19:52
Zitat
Nordlicht2
Regulierung ist allerdings genau dazu da die Marktwirtschaft auszuhebeln um politische Ziele durchzusetzen.


Wenn die Regulierung in einen funktionierenden Wettbewerb eingreift ist das so. Davon kann man hier nicht ausgehen.

von FrankSch - am 17.10.2015 08:15
Das scheint man bei Alsterradio aber anders zu sehen. Einen Wettbewerb zu erzwingen, der dann niedrigere Preise zur Folge hat, funktioniert nur, wenn neu auf den Markt kommende Anbieter auch billiger sein koennen als der bisherige Monopolist. Bei UKW Sendern mit hoher Sendeleistung ist das aber nicht so ohne weiteres moeglich. Schon gar nicht jetzt, wenn man davon ausgehen kann, dass sich alle Investitionen innerhalb von maximal 10 Jahren amotisiert haben muessen und gleichzeitig der neue Anbieter die gleiche oder mangels Rabattmoeglichkeit sogar hoehere Miete bei einem anderen Monopolisten bezahlen muss. Nur bei kleinen gerichteten Funzeln mit nur einfachen Yagiantennen mag das was werden aber das nuetzt Alsterradio nun gar nichts und funktionierte auch schon ohne Regulierung, siehe Rostock.

von Nordlicht2 - am 17.10.2015 12:17
Nach genauerer Betrachtung ist Alsterradio einfach ein unglücklicher Einzelfall, weil sie an einem recht teuren (Antennenmiete...) Standort eine Antenne alleine nutzen und aufgrund der Nähe ihrer Frequenz zu anderen Funkdiensten nicht beliebige Standorte nutzen können...
Genau als das muss man das dann eben auch betrachten.

Nun verstehe ich auch besser, warum z.B. Klassik-Radio einige UKW-Funzeln aufgibt. Das ist die richtige Reaktion. In dünn besiedelten Regionen wird sich UKW kommerziell in Zukunft eben noch weniger rentieren als bisher... Vielleicht dämmt das hier und da auch die Zufunzelung mit Rauschesendern ein wenig ein. Privatsendern kann es meist egal sein, ob sie ein 10.000-Seelen-Tal noch versorgen, wenn sie mit einem billigeren(!) Sender in einer Stadt 500.000 Leute erreichen. Klassikradio hat hier z.B. konsequenterweise kein Geld mehr verbrannt und statt dessen das DAB+-Engagement beibehalten (bzw. über den Netzausbau sogar erweitert).

von DH0GHU - am 17.10.2015 12:46
Man wollte halt unbedingt die staatliche Firma und das Monopol auflösen. Die Folge ist halt, dass es keine Querfinanzierung der MB mehr geben wird. (Das war eben auch ein Grund für die Tendenziell höheren Preise, die hier immer moniert wurden. Dafür gab es halt keine Ausreißer.).
In meinen Augen eine absolut richtige Entscheidung der MB. Sonst läuft es halt wie bei der Post: Die neuen privaten Anbieter machen der ehem. Bundespost schön Konkurrenz wo es sich lohnt und die Kosten niedrig sind (große Städte). Auf den Dörfern darf aber die alte Bundespost schön das unrentable Geschäft betreiben, die Briefe bis ins letzte Kaff zu bringen. Diese angesprochene "Rosinenpickerei" würde ich als MB auch nicht mitmachen...

von Max1 - am 17.10.2015 15:54
Zitat
Habakukk
Die 106.8 am Standort Hoeltigbaum wird Alster Radio ab 2017 also statt derzeit 165000 Euro jaehrlich dann 441000 Euro "Vorleistung" kosten.

Genauer ist das auch hier nachzulesen, aufgeschluesselt auf Standorte und Frequenzen (hier Mitbenutzung der Antenne):
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_001bis099/BK3-15-002/BK3-15-002_Entgeltantrag_Anlage4.pdf;jsessionid=51C585B8DCF02D9616327737D92C8EB0?__blob=publicationFile&v=6

Ich habe mir mal die verlinkte Preisliste angeschaut.

Von den Vorleistungskosten her ist Hamburg-Rahlstedt (Höltigbaum; Funkübertragungsstelle Hamburg 140) mit seinen ca. 428T€ für 2016 wirklich einsame Spitze für nur 32kW auf 106,8.
Über 400 T€ kommt nur noch Langenbuch mit 50kW für die 100,1 (Antenne 1). Dessen Preis liegt für 2016 bei 423T€.
Danach kommen dann in der Preis-"Hitparade" nur noch ein paar mit über 300T€, der Rest ist mit unter 200T€ wesentlich günstiger.

Zum Verkleich noch ein 100kW-Brummer:
Auf Sender Heidelstein (Funkübertragungsstelle Bischofsheim 2) kostet Antenne Bayern die 101,9 nur 150T€.

So richtig durchsichtig ist für mich die Preisgestaltung nicht.

Weiß jemand den bisherigen Preis für die 100,1 von Antenne 1? Gab es von denen auch schon Reaktionen auf den neuen Preis?

von HansEberhardt - am 18.10.2015 00:05
Wenn man ernsthaft das Monopol auflösen wollte, würde man einfach den Sendern erlauben, selber ihre Sender zu betreiben. Es muss ja nicht so aussehen wie in Belgien, eine Abnahme des Senders nach Kriterien der BNetzA muss natürlich bleiben. Aber erheblich Preise senken könnte man so durchaus.

von Bolivar diGriz - am 18.10.2015 05:43
Es scheint auf jeden Fall um so teurer zu sein, je weniger Sender auf einem Standort sind und je weniger die gleiche Antenne nutzen. Bei manchen Standorten habe ich den Eindruck, man möchte die verschwinden lassen.
Bei den alten MB-Tarifen, die nur nach Leistung gingen, wurden halt die teureren Standorte/Frequenzen durch die billigeren quersubventioniert. Da aber alles komplett in MB-Hand war, war es für die das gleche Endergebnis. Wenn aber andere Anbieter mit am Kuchen teilhaben wollen, muß man die realen Kosten einzeln aufschlüsseln. Sonst pickt sich ein XYZ-Brodcast nur die lukrativen Standorte raus und für MB sieht das Endergebnis schlechter aus.

von HansEberhardt - am 19.10.2015 16:58
Zitat
RheinMain701
Auch die 100.000 für die 1 kW-Frequenz von planet in Frankfurt ist heftig.


Bei den Preisen in Frankfurt blicke ich sowieso nicht durch.

Frankfurt am Main 100,2 MHz (1 KW) --- 115.649€
Frankfurt am Main 95,1 MHz (0,2 KW) --- 30.085€
Frankfurt am Main 101,4 MHz (0,2 KW) -- 23.130€
Frankfurt am Main 97,6 MHz (0,1 KW) --- 11.565€
Frankfurt am Main 91,8 MHz (0,1 KW) --- 11.565€
Frankfurt am Main 91,2 MHz (0,1 KW) ---- 8.285€
Frankfurt am Main 97,1 MHz (0,2 KW) ---- 7.313€
Frankfurt am Main 107,5 MHz (0,2 KW) --- 7.313€


95,1 ist teurer als die 101,4 obwohl sie mehr Einzüge hat und in den Randgebieten durch Rimberg gestört wird.
Ebenso ist die 91,2 teurer als 97,1 und 107,5 obwohl nur mit 100 Watt gesendet wird und der Standort richtig mies ist.

von DX OberTShausen - am 19.10.2015 17:23
Zitat
HansEberhardt
Bei manchen Standorten habe ich den Eindruck, man möchte die verschwinden lassen.

In der Tat. Der DLF wird da richtig bluten müssen, Gartow, Högl und Bungsberg fallen alle darunter.

Zitat
DX OberTShausen
95,1 ist teurer als die 101,4 obwohl sie mehr Einzüge hat und in den Randgebieten durch Rimberg gestört wird.

Die 101,4 sendet rund und benutzt daher die planet-Anlage mit, deswegen ist sie vermutlich billiger als die 95,1 für die es eine ganz eigene Antennenanlage braucht um die Einzüge realisieren zu können.

Zitat
DX OberTShausen
Ebenso ist die 91,2 teurer als 97,1 und 107,5 obwohl nur mit 100 Watt gesendet wird und der Standort richtig mies ist.

Die 91,2 sendet meines Wissens von einem Handymast, die 97,1 und die 107,5 haben Antennen auf dem Dach eines Hochhauses. Das Haus bleibt eh stehen und die Wartungskosten der Antennen sind vernachlässigbar. Bei dem Handymasten sieht es anders aus.

von RheinMain701 - am 19.10.2015 17:35
Genau! Es gibt bei der "Vorleistung" offenbar immer eine Art Grundpreis pro Antennenanlage, die dann abhängig von der Sendeleistung hochgerechnet wird:

Frankfurt am Main 100,2 MHz (1 KW) --- 115.649€
Frankfurt am Main 101,4 MHz (0,2 KW) -- 23.130€
Frankfurt am Main 97,6 MHz (0,1 KW) --- 11.565€
Frankfurt am Main 91,8 MHz (0,1 KW) --- 11.565€

Die 100,2 kostet das 5fache der 101,4, weil auch das 5fache an Sendeleistung rausgeht.
97,6 und 91,8 kosten wiederum die Hälfte der 101,4, weil sie auch nur die halbe Leistung der 101,4 haben. Allerdings haben 97,6 und 91,8 Einzüge in gewisse Richtungen. Kann man aber offenbar alles über ein und dieselbe Antennenanlage realisieren.

Frankfurt am Main 95,1 MHz (0,2 KW) --- 30.085€

Offenbar separate Antennenanlage, die nur von der 95,1 genutzt wird, deshalb teurer. Wobei das seltsame daran ist, dass eigentlich 95,1 und 97,6 ein nahezu identisches Diagramm haben.

Dafür fehlt die 105,4, die wirklich deutlich vom Rest abweicht.

Man kann anhand dieser Liste ganz gut ableiten, was vermutlich über die gleiche Antennenanlage rausgeht (gleicher Grundpreis, wenn man angegebenen Preis durch die Sendeleistung teilt).

von Habakukk - am 19.10.2015 19:22
Vielleicht sollten wir besser mal die Hauptseite verlinken, denn es gibt da mehrere Dokumente:

http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1422/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_001bis099/BK3-15-002/BK3-15-002_Antrag_Entgeltgenehmigung.html

Interessante Dokumente:
ASt. 3 - Genehmigungspflichtige Endkundenpreise für Einzelstandorte (pdf, 7 MB)
ASt. 4 - Entgelte Antennen(mit)benutzung (pdf, 9 MB)
ASt. 1: Zusätzliche genehmigungspflichtige Endkundenpreise für Einzelstandorte ab 1.1.16 (pdf, 475 KB)
ASt. 2: Zusätzliche genehmigungspflichtige Endkundenpreise für Einzelstandorte ab 01.04.2016 (pdf, 106 KB)

von Habakukk - am 19.10.2015 19:55
Dass die 105,4 fehlt, ist in der Tat ein Rätsel. Ich hätte zunächst scherzhaft gedacht, vielleicht ist die Frequenz ja kostenlos, weil sie einfach so schlecht ist, aber die Liste enthält auch eine tatsächlich kostenlose Frequenz (Hagen 107,7), das kann es also nicht sein.

Die 97,3 in Hanau wird auch schmerzlich vermisst, ebenso in Darmstadt die 100,8. Kann es sein, dass das alles "neuere" Funzeln sind, die in der Preistabelle (noch) nicht abgebildet sind?

EDIT: Berlin 90,2 für 653 Euro ist spottbillig, das kann eigentlich gar nicht stimmen. Es sei denn da gehen nicht die vollen 20 kW raus.

von RheinMain701 - am 19.10.2015 19:57
Wie sieht es denn in anderen Ländern oder bei anderen Betreibern aus? Die MB-Preise sind jetzt bekannt. Man klassifiziert sie ohne belastbare Relationen zu kennen. Um bei einem Beispiel hier zu bleiben: FFH kostet die 100,9 der Rhön etwa 75 T€. Drei weitere Programme sind dort auch noch aktiv. Was kostet denn z. B. Radio Hamburg die 103,6 die es sich mit NDR90,3, NDR2 und NDR3 teilt? Sicher, nicht ganz vergleichbar: Schwerpunkt, ERP und Antennenausbau sind in Hmbg "besser" gegenüber dem Sender in der hohen Rhön. Aber, genau das ist der Punkt: Es gibt keine echten belastbaren offiziellen Zahlen.

von Thomas (Metal) - am 19.10.2015 20:02
Manche Preise sind wirklich seltsam.

Hat jemand Rostock entdeckt? Der müsste ja noch relativ teuer sein

Die Standortbezeichnungen sind ja auch teilweise interessant , Alt Zeschdorf -> Frankfurt/Oder Treplin , Dambeck -> Röbel ...

von Chief Wiggum - am 19.10.2015 20:06
Wenn man die Endkundenpreise und die Antennenmitbenutzungspreise vergleicht, hat man so eine Ahnung, was die Standortmiete jeweils kostet bzw. wie groß der Miet-Anteil an den Gesamtkosten ist.
Högl kostet den DLF z.B. ca. 250k pro Jahr, die Antennenmitbenutzung alleine ca. 200k...

Was ich nicht gefunden habe: Hornisgrinde. Offenbar sind die Regentonne und DLF direkt beim SWR Kunden? Auch einige Radio-Oberland-Frequenzen tauchen nicht auf?

von DH0GHU - am 19.10.2015 20:34
Zitat
Habakukk
Nun ist offenbar Alster Radio der Kragen geplatzt. Hintergrund ist, dass offenbar fuer einzelne Standorte ab 2017 horrende Gebuehren faellig werden.

Es gibt hierzu nun einen Offenen Brief:
http://www.radiowoche.de/offener-brief-alsterradio-1068-und-917xfm-sehen-sich-in-ihrer-existenz-bedroht/

Die 106.8 am Standort Hoeltigbaum wird Alster Radio ab 2017 also statt derzeit 165000 Euro jaehrlich dann 441000 Euro "Vorleistung" kosten.
...


Guten Morgen liebe Hamburger Radiomacher. Endlich aufgewacht?
Wie man in http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1431/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-002/Stellungnahmen/BK3-15-002_Ergebnisse_des_Anhoerungsverfahrens.html?nn=526428 erkennen kann, hat damals Antenne 1, die eine ähnlich teure Frequenz haben, die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegenüber der BNetzA genutzt, bevor die Preise genehmigt waren.
In der Folge wurden dann die Preise in der Genehmigung bis zum 31.3.2017 auch bei den ganz teuren doch um einiges gekürzt. (Auch für die 106,8 wurde der Preis beinahe halbiert. (http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-002/BK3-15-002_Anlagen_oeffentliche%20Preislisten.pdf?__blob=publicationFile&v=2).
Es ist davon auszugehen, daß dann für das Folgejahr die gehmigten Preise nicht in riesigen Größenordnungen abweichen werden.
Auch wenn die etwa 224.500€ (für 2016 genehmigt anstelle von beantragten 451.000) eine andere Größenordnung sind als die bisherigen 165.000€ kann man davon ausgehen, daß für 2017 das von der BNetzA genehmigte Entgeld unterhalb von 250.000€ liegen wird.
Da macht es dann keinen guten Eindruck, mit den flaschen Zahlen öffentlich zu jammern anzufangen.
Antenne 1 hatte nicht so viel Glück: nur 313.000€ anstelle der beantragten 414.000 für 2016.

von HansEberhardt - am 20.10.2015 20:58

Regulierung UKW-Sender Media Broadcast



Etwas irritierend: Da taucht unter Mainz der Standort "Hohe Wurzel" bei Wiesbaden für die rheinland-pfälzische 100,6 (RPR1) und 104,5 MHz (bigFM) auf (was für RLP standortmässig stimmt), nur werden von diesem Standort diese Frequenzen überhaupt nicht gesendet werden, sondern aus Ober-Olm bei Mainz?? Die einzige (rheinland-pfälzische) UKW-Frequenz die von der Hohen Wurzel ausgestrahlt wird, ist die 107,9 für Rockland Radio (steht unter Wiesbaden).

von KlausD - am 21.10.2015 07:42

Regulierung UKW-Sender Media Broadcast

@ Manager: Schon klar. Das ist mir zwar bekannt, aber verstehen, warum da Kosten für einen Standort genannt werden, der für diese Frequenzen nicht existiert, wundert mich trotzdem. Besonders, da wohl das Diagramm, als auch die Belegung des Funkturms unterschiedlich sind

von KlausD - am 22.10.2015 07:37
Naja, man darf das in den ( ) halt einfach wirklich nicht als Standortbezeichnung interpretieren, sondern nur als zusaetzlichen Verweis, dass international eigentlich ein anderer Standort koordiniert ist. Man findet dort z.B. ja auch so Sachen wie Pfarrkirchen (Passau) 107,4, oder Eisenberg (Hohenpeissenberg) 106,3.

Vermutlich hat man da einfach aus der internen Datenbank der Bundesnetzagentur importiert, da sind die vom Genfer Wellenplan abweichenden Eintraege so verzeichnet.

von Habakukk - am 22.10.2015 07:44
Hat schon jemand Preise fuer Standorte / Frequenzen in der Liste gefunden, die erst in 2014 oder spaeter on Air gegangen sind? Scheint mir nicht auf dem aktuellen Stand zu sein oder Sendeanlagen, die sich jetzt schon von mehreren Sendenetzbetreibern gemeinsam genutzt werden, sind nicht gelistet da nicht MB only?
Rostock und Demmin beispielsweise habe ich noch nicht gefunden. Beide existieren erst seit 2014 und zumindest in Rostock gehoert die Sendetechnik zum Teil auch dem NDR.

Die Liste ist inzwischen auch nicht mehr ueber die BNA Homepage erreichbar.

von Nordlicht2 - am 22.10.2015 08:22
Ist alles noch vorhanden:
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1431/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-002/BK3-15-002_Antrag_Entgeltgenehmigung.html?nn=526428


Ich hab mal in NRW durchgeschaut. Es fehlen folgende Sendeanlagen bei der Antennen(mit)benutzung (Vorleistung), die Gründe sind meist einfach zu finden:

Antenne auf WDR-Standort: Bad Oeynhausen, Warburg, Nordhelle (alle DLF), Langenberg, Olsberg, Bonn, Bärbelkreuz (alle DKultur), Kleve, Neunkirchen, Aachen, Arnsberg, Bonn, Herford, Monschau, Plettenberg, Schmallenberg, Siegen, Velbert-Langenberg, Herchen Rosbach (alle Lokalradio)

eigener Betrieb: Gütersloh (Lokalradio), Pulheim (Domradio)

Nicht klar ist mir, warum folgende Einträge fehlen:
107,7 Belecke (Lokalradio, müsste doch MB sein?)
89,3 Selm (Lokalradio, eigener Betrieb?)
107,7 Hagen (Lokalradio; im MB-Antrag allerdings noch mit 0 Euro Vorleistung aufgeführt)

Uni- und Veranstaltungsradios sowie BFBS nutzen dann wohl eigene Sendeanlagen mit Ausnahme von Bielefeld und Köln (Uniradios) sowie Bielefeld und Dortmund (BFBS). Zumindest bei BFBS Rheinberg wundert mich das allerdings, da hier zuvor DKultur über die gleichen Antennen aktiv war.

Hat jemand noch Infos für diese unklaren Standorte?

Nicht aufgeführt sind (natürlich) auch die WDR-Antennen auf MB-Standorten, also Remscheid, Lübbecke, Holzminden (ist ja für NRW), Schwerte und Hallenberg.

von Kroes - am 29.10.2015 10:05
Der BFBS betreibt in NRW außer Bielefeld und Dortmund seine Sender selber, seit der Übergabe von Rheinberg auch diesen. Der Sender in Pulheim wird von der Firma ILCO Funktechnik betrieben. Es fehlen natürlich auch die Standorte wie z.B. Hochschulradio Düsseldorf, hier wird der Sender von Media Broadcast betrieben aber die Anbringung der Antenne in der Kirche hat das Uni-Radio selber geregelt, das wird an anderen Standorten auch tlw. so gemacht.

von Der Chef - am 29.10.2015 17:41
Zitat
Habakukk
Nun ist offenbar Alster Radio der Kragen geplatzt. Hintergrund ist, dass offenbar fuer einzelne Standorte ab 2017 horrende Gebuehren faellig werden.

Es gibt hierzu nun einen Offenen Brief:
http://www.radiowoche.de/offener-brief-alsterradio-1068-und-917xfm-sehen-sich-in-ihrer-existenz-bedroht/

Die 106.8 am Standort Hoeltigbaum wird Alster Radio ab 2017 also statt derzeit 165000 Euro jaehrlich dann 441000 Euro "Vorleistung" kosten.

Genauer ist das auch hier nachzulesen, aufgeschluesselt auf Standorte und Frequenzen (hier Mitbenutzung der Antenne):
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_001bis099/BK3-15-002/BK3-15-002_Entgeltantrag_Anlage4.pdf;jsessionid=51C585B8DCF02D9616327737D92C8EB0?__blob=publicationFile&v=6

Querverweise auch zu dem anderen Thread, in dem das Thema hier schon angesprochen wurde:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1134439,page=1

[Edit: Das, was Alster Radio ab 2017 alleine an Mehrkosten fuer den Betrieb dieser *einen* UKW-Frequenz haette, liegt preislich ungefaehr in der Region, die ein Programmplatz im DAB-Bundesmux kostet, nur mal so zum Vergleich!]


Zum Thema Alsterradio gibt es jetzt was neues bei radiowoche.de zu lesen :
Neue Sendeantenne: alsterradio 106,8 rock ´n pop wechselt zur Divicon Media
http://www.radiowoche.de/neue-sendeantenne-alsterradio-1068-rock-n-pop-wechselt-zur-divicon-media/

Neue Antennen am Mast, dazu noch die Sendeleistung erhöht und wahrscheinlich wesentlich billiger als das, was man zahlen sollte.
Lt. FMScan 32 kW, koordiniert sind ca. 80 kW

von Chief Wiggum - am 08.02.2017 17:01
Die EMF-Datenbank wurde jedenfalls vor kurzem upgedated.


Standortbescheinigungs-Nr.: 310641
Datum der Erteilung: 27.01.2017

Bewertete Sendeantennen
Sendeantenne Montagehöhe über Grund (m) Hauptstrahlrichtung (HSR) in ° Sicherheitsabstand in HSR (m) Vertikaler Sicherheitsabstand
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 29,72 0,67
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 28,30 0,63
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 31,66 0,71
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 32,60 2,01
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 30,89 1,73
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 30,22 1,69
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 28,84 2,31
Sonstige Funkanlage 236,0 0,000 26,56 4,53
Sonstige Funkanlage 112,7 0,000 50,90 14,88


Schaut nach 40kW aus. Unterkante der Antenne jetzt 112,7m. Was hatten wir vorher als Unterkante? Der Schwerpunkt dürfte jetzt wohl so ca. um 20m tiefer sein, kommt das hin?

von Habakukk - am 08.02.2017 17:12
Zitat
Chief Wiggum
Zum Thema Alsterradio gibt es jetzt was neues bei radiowoche.de zu lesen :
Neue Sendeantenne: alsterradio 106,8 rock ´n pop wechselt zur Divicon Media
http://www.radiowoche.de/neue-sendeantenne-alsterradio-1068-rock-n-pop-wechselt-zur-divicon-media/


"HD Audio, einem klareren, lauteren und besseren Sounderlebnis"

Wenn ich sowas schon lese... Oder senden die nun in der Qualität eines BR Klassik, SWR 2 oder DLF? Wohl kaum, wenns gleichzeitig "lauter" sein soll. Dann hat man bloß mit aktuellem UKW-Prozessor die MPX-Leistung an 0 dBr rangefahren und hält sie dort die meiste Zeit - etwas, was andere auch sehr gut können, z.B. Antenne Thüringen oder 104.6RTL in Berlin. Wie der gepresste Lärm dann klingt, steht ja auf nem anderen Blatt.

Technisch vermutlich Divicon-Style, also lufgekühlte laute Elenos-Sender, dazu Deva RDS-Coder und Zuführung via 384 kbps Eapt-X mittels QBit Q562. Sender und RDS sind dann vermutlich auch tatsächlich redundant (je 1+1).

von Chris_BLN - am 08.02.2017 18:39
Zitat
Habakukk

........Unterkante der Antenne jetzt 112,7m. Was hatten wir vorher als Unterkante? Der Schwerpunkt dürfte jetzt wohl so ca. um 20m tiefer sein, kommt das hin?


Unterkante vorher 135m - Differenz 22,3m.
Antenne ähnlich vorher (Felder - Vier Ebenen)? oder z.B. wie antenne 1 (50 kW) in Langenberg (LogPer - Zehn Ebenen) http://www.radiowoche.de/einzigartige-neue-antenne-am-antenne-1-senderstandort-langenburg-1001-mhz/ ?

Warten wir mal ab, bis die ersten Fotos auftauchen.

von Harald Z - am 09.02.2017 06:06
Das man nicht mit 80kW sendet duerfte mit dem nahe gelegenen Flugverkehr zusammenhaengen. Ist in Berlin zumindest so, dass das obere UKW Band dadurch zur Zeit noch in der Leistung begrenzt werden muss. Die BNA Daten sagen leider nichts darueber aus welche innerdeutschen Begrenzungen es trotzdem gibt. Vielleicht hat man deshalb nie aus Moorfleet gesendet obwohl fuer Moorfleet koordiniert. Von suedost kommend kann man die Mastspitze dort gefuehlt anfassen. Man fliegt vielleicht 150m drueber weg (Fensterplatz Flugrichtung rechts).

von Nordlicht2 - am 26.02.2017 03:21
Zitat
DJ Taifun
Interessantes Antennensystem.


Ja, und ist das eine optische Täuschung oder ist da tatschlich jede zweite Antenne weiter vor- bzw. weiter zurückgesetzt? Was erreicht man damit? Die vertikale Bündlung müßte damit doch aufgeweicht werden, sagt mir spontan mein Bauchgefühl?

von Chris_BLN - am 26.02.2017 09:53
Damit erreicht man, dass es im Nahbereich keine Ausloeschungen durch Phasenverschiebungen gibt. Diese koennten durch die unterschiedlichen Entfernungen zur unteren bis zur oberen Antenne sehr drastisch ausfallen. Die Antenne darueber war genauso montiert, oberste und unterste Felder zurueckgesetzt. Sowas wird daher ueberwiegend in der Naehe von Wohngebieten gemacht. Steht ein Sender im Nirgendwo, sind meist alle Felder oder Antennen auf gleichem Abstand zum Mast.

von Nordlicht2 - am 26.02.2017 14:24
@Chris_BLN

Das Versetzen der Antennen dient hauptsächlich der Impedanzkompensation bei Vereisung (ein anderes Verfahren ist z.B. die Drehfelderregung).

Am besten folgenden Link anschauen, da wird das Ganze mit Bild erklärt (ich habs ja nicht so mit den Worten):
KLICK

Wenn der Link nicht klappt, einfach die Wörter: antenne phasenkompensation vereisung bei google eingeben, dann müsste es der erste Treffer sein (google books).

von phaserotator - am 26.02.2017 19:02
@phasenrotator

Danke! Der Link funzt! Und es ist sooo einfach, wenn ich nicht so träge im Kopf geworden wäre, hätte ich da auch selbst draufkommen können. Mir hätte dazu aber auch das Bewustsein dafür gefehlt, daß Vereisung der Dipole zu anderen HF-Eigenschaften der Antenne führt.

von Chris_BLN - am 26.02.2017 22:46
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