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Auch der SR tauscht UKW Frequenzen zulasten des Kulturradios

Startbeitrag von Marcus. am 02.02.2015 10:38

Der SR hat heute eine Frequenzoptimierung auf UKW durchgeführt:

98,0 Bliestal neu Unser Ding (alt: SR2)
98,6 Homburg neu SR2 (alt: Unser Ding)

Die 50 interessantesten Antworten:

Für Unser Ding ist das natürlich eine massive Verbesserung des Empfangs im Ostsaarland. Die Probleme der 103,7 sind ja bekannt. Deshalb gab es ja zu Beginn der SR4-Kette die 105,0 in NK, die vom bliestal verlagert wurde und auch akltiv immer beworben wurde.

Der Verlierer ist eindeutig SR2, denn der Empfang ist nun im Bliestal massiv eingeschränkt. Die Homburger Frequenz ist ein Alibi und bringt für SR2 keine wirkliche Verbesserung. Eventuell kann man sie zum Blies gerichtet umkoordinieren?

Auch die Unser Ding Frequenz 90,3 wird nun eigentlich nicht mehr benötigt und blockiert unnötig UKW Frequenzen. Leider hat die LMa ja die 105,1 in MZG und 106,1 in MTL bereits ausgeschrieben.

Wäre meiner Meinung eine win-win Situation gewesen. 90,3 und 98,6 an den Privat Funk und 105,1 und 106,1 zurück an den SR und eventuell DLR.

von Marcus. - am 02.02.2015 10:47
Der SR hat hierzu eine PM herausgegeben:

http://www.sr-online.de/sronline/der_sr/kommunikation/aktuell/20150130_pm_unserding100.html

SR2-Hörer im Raum Blieskastel werden zum Wechsel auf die 91,3 MHz aufgefordert.
Das dies nur eingeschränkt möglich ist bleibt ebenso unerwähnt, wie die Frage, warum die werbetreibenden Programme SR1 und SR3 ihre Frequenzen behalten dürfen.

Erinnert alles sehr an die Aktion des HR vor zwei Jahren. In beiden Fällen ging es ganz offensichtlich darum, die Reichweite der hauseigenen Jugendradios gegenüber den privaten Konkurrenten bigFM bzw. planet radio auszubauen. Freunde des gehobenen Anspruchs haben dann halt Pech gehabt.

von MainMan - am 02.02.2015 12:25
Man muss aber hierzu sagen, dass der Sender Bliestal überdimensioniert ist meinen seinen 5kW ND und es steht ausser Frage, dass Unser Ding hier Empfangslücken hat.
Der Witz an der Sache ist die Füllfrequenz in homburg. Diese ist total fehl am Platz. Eine gerichtete Yagi Antenne vom Sender Bliestal bei Webenheim der Blies runter würde schon reichen. Den Rest macht die Göttelborner höhe schon.
Also das Loch ist bei weitem nicht so groß, wie bei HR2 und es gibt DAB Empfang im Gegensatz zu Hessen.

von Marcus. - am 02.02.2015 12:37
Zitat
Kay B
Die ARD-ZDF-Jünger in diesem Forum mögen das bitte überlesen, da sonst ihr Weltbild hier jetzt wieder angekratzt werden könnte.

Es ist schon echt krass, daß für ein Programm, das ursprünglich mal als digitaler Zusatzdienst geplant war und nichts anderes macht als Programme nachzuäffen, die es schon in x-facher Ausführung auf UKW gibt, ein Programm Platz machen muß, das es sonst auf UKW nicht gibt.


Nö, Kay, da stimme ich Dir durchaus zu.

Das Problem ist IMHO,
- dass der SR zu wenig Geld hat, um auf den quotenträger UnserDing zu verzichten (v.a. sofern er Werbung ausstrahlen sollte, was ich nicht weiß),
- er sowieso zu wenig Geld hat,
- die Frequenzresourcen zu knapp bemessen sind, was u.a. ein Systemnachteil von UKW ist.

Ich halte die Entscheidungen von HR zu HR2 und SR zu SR2 für falsch.

von DH0GHU - am 02.02.2015 15:42
Ich sag auch mal: warum nicht? Im Gegensatz zum HR ist das beim SR nicht allzu zu kritisch, da kein Grundnetzsender betroffen ist und man immer auf die Göttelborner Höhe ausweichen kann. Die Wortprogramme kann man zur Not in Mono hören, und für alle Klassikfans ist DAB eh noch die Alternative.

Bloß die Lücken, wo die Göttelborner Höhe schwächelt und DAB vom Sender Bliestal nicht hinkommt, sind ein Problem. Ließe sich aber mit der angedachten DAB-Leistungserhöhung auch teilweise aus der Welt schaffen.

Bin gespannt, wann man beim Sender Mettlach (oder gar Moseltal) genauso verfährt.

von Saarländer (aus Elm) - am 02.02.2015 16:06
Zitat
Noch'n Saarländer
Jeder, der hier schreibt, dass das ganze eine besondere Verschlechterung für SR 2 sei, war schlicht noch nie in der Kante. Zumindest maximal mit nem 1,99 Euro-Scanradio.


Laut den Karten bei FMscan reichen die 100 kW-Sender doch weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus. Da müsste doch überall im Bundesland wenigstens ein durchaus hörbares Signal ankommen. Oder ist das Saarland etwa dermaßen hügelig?

von Cha - am 02.02.2015 16:14
Wow, was ist denn hier los - so scharfe persönliche Angriffe nur wegen der Frage ob SR2 in Blieskastel jetzt immer noch 100%ig küchenwürfeltauglich ist :confused:

Grundsätzlich bringt der Wechsel für UnserDing natürlich eine deutliche Verbesserung, denn der Empfang war ja teilweise schon ab Neunkirchen nicht mehr ideal. Allerdings ist die 90,3 in St. Wendel jetzt komplett unnötig. Die sollte der SR zurück geben oder sogar entzogen kriegen, damit sie für Privatradio genutzt werden kann!

von SaarLux03 - am 02.02.2015 20:47
Die 90,3 in WND war eigentlich vorher schon nicht wirklich nötig. Eine Frequenz in NK wäre sinnvoll gewesen, aber hier war die 90,3 dank dem Donon auf der gleichen Frequenz unbrauchbar und Richtung St.Wendel geht ja vom Schocksberg wieder die volle Leistung raus.

Aber in der Tat sind die 90,3 und 98,6 ist wirklich absolut unnötig. Diese Frequenzen wird der SR aber nicht freiweillig ohne Kompensation abgeben. Sie waren ja damals Teil der Rocade um die 103,7, Unser Ding Kette und DLR Kette.

Für den privatfunk (CRR) wäre die 90,3 natürlich Gold wert und die 98,6 bleibe für Big FM übrig. Der SR auf der anderen Seite hätte sicherlich interesse an den Frequenzen in MZG und MTL die gerade ausgeschrieben werden.

Wird aber alles nicht so kommen, das beste wäre in der Tat, wenn man Antenne Saar auf den beiden Frequenzen neben der 98,2 vom halberg aufschalten würden. Ende des Jahres ist ja auf der Mittelwelle Sense.

Wobei die 98,2 seit der Aufschaltung der 98,3 in Morhange Richtung Süden unbrauchbar geworden ist. Wenn man auf der B51 fährt, kann man die 98,2 jz erst in Sichtweite des Halbergs (unterhalb des Sonnenberges) vernünftig empfangen.

von Marcus. - am 02.02.2015 21:07
Zitat
DH0GHU
Wäre es nicht besser, kein Geld mehr in UKW-Herumoptimiererei zu versenken, und es stattdessen in modernere Übertragungswege zu investieren?


Danke!! :spos:

Gerade CCR sollte endlich mal auf den DAB+ - Multiplex gehievt werden. Mit etwas Werbung (was so schnell bei den Platzhirschen auch weiter nicht passieren wird) wäre es im Saarland ein Zugpferd. Außerdem wäre es spätestens mit Inbetriebnahme des Schaumberges und den Leistungserhöhungen landesweit und darüberhinaus empfangbar.

Es wäre für UKW vermutlich eh besser, lieber Funzeln abzuschalten anstatt immer wieder zu tauschen und auf Teufel komm raus weiter in Betrieb zu lassen.

von PEQsche - am 03.02.2015 09:44
Zitat
Spacelab
Das SR2 beim SR ein ungeliebtes Kind ist, ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr. [...]

Damit sagt der SR aber indirekt, dass der Grundversorgungsauftrag in seinen Augen ein ungeliebtes Kind ist. Die Vorgehensweise von SR sowie HR und demnächst ja auch BR finde ich sehr bedenklich. Meiner Ansicht nach sollte das mal generell von höherer Instanz überprüft werden.

Folgende Punkte finde ich dabei besonders nicht kompatibel:
1. Die Kulturprogramme sind ein alleinstellungsmerkmal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
2. Die Kulturprogramme zeichnen sich durch viele leise Passagen im Programm aus und sind somit deutlich empfindlicher gegenüber Störungen als ein lautes Jugendprogramm. => Bessere Abdeckung erforderlich.

von Jens1978 - am 03.02.2015 11:13
Bin mal gespannt, wann der WDR und NDR nachziehen. Es sollte ja mal 1diggi auf die 87,6 in Köln, aber da hatte man wohl Angst, dass die Frequenz ein anderen Anbieter geht und schaltete doch 1live auf.

Dennoch finde ich es im Gegensatz zu anderen gut, sofern der Empfang des Kultursenders erhalten bleibt. Wenn man in NRW so etwas mal machen würde, gäbe es kaum Probleme. Bei der Überversorgung könnte man locker Kiraka und 1diggi sowie fh Europa NRW weit ausstrahlen.

von pfennigfuchser - am 03.02.2015 12:01
naja dem BR kann man da jetzt keinen Vorwurf machen, weil alle Zusatzprogramme, dazu gehört auch PULS, auch keine Massenprogramme sind. Der BR hat zwei auf Masse getrimmte Programme, B1 und B3, alle anderen sind keine klassischen Massenprogramme, sondern dienen auch eindeutig zur Bedienung der Nische....zudem hat man mit B2 ein UKW Programm, das auch nicht zur Debatte steht und qualitativ eh mehr liefert als SR2 oder HR2...

Gerade hier zeigt sich halt, dass die übertriebene Kleinstaaterei bei der ARD sich auf die eigentlichen Aufgaben der ÖR auswirkt, die Kleinen haben nicht die Kohle und das Potential so gute und teure Kulturwellen zu veranstalten wie die großen, hier sind BR und auch WDR eindeutig im Vorteil und bieten den Hörern wesentlich mehr.

von Terranus - am 03.02.2015 15:25
Das ist auch so ein Punkt. SR2 wirkte lange Jahre nur sehr lieblos dahin gerotzt. Das hat viele Hörer gekostet. Erst letztes Jahr soll sich mit der kleinen Programmreform bei SR2 wieder ein bisschen was gebessert haben. Aber nachdem was ich selbst so in den letzten paar Wochen gehört habe ist das Programm immer noch alles andere als ein Knaller. Vielleicht hört man hier auch einfach nur am deutlichsten heraus das der SR finanziell schon seit Jahren auf der Felge läuft.

von Spacelab - am 03.02.2015 15:34
Zitat
Kay B
Es ist schon echt krass, daß für ein Programm, das ursprünglich mal als digitaler Zusatzdienst geplant war und nichts anderes macht als Programme nachzuäffen....


Nö, ist schon korrekt so.
Es geht darum etwas zu verhindern, was beim ÖR-TV schon eingetreten ist, nämlich den "Generationenabriss".
Wenn man schon Programme für die Zielgruppe "U30" produziert, möchte man diese dem jungen Hörer auch zukommen lassen.
Schliesslich zahlen auch junge Menschen die Haushaltsabgabe.
UKW wird noch auf viele Jahre der Hörfunk Hauptverbreitungsweg, neben dem Internet sein.

von vossi68 - am 03.02.2015 16:53
Zitat

Das ist auch so ein Punkt. SR2 wirkte lange Jahre nur sehr lieblos dahin gerotzt. Das hat viele Hörer gekostet. Erst letztes Jahr soll sich mit der kleinen Programmreform bei SR2 wieder ein bisschen was gebessert haben. Aber nachdem was ich selbst so in den letzten paar Wochen gehört habe ist das Programm immer noch alles andere als ein Knaller. Vielleicht hört man hier auch einfach nur am deutlichsten heraus das der SR finanziell schon seit Jahren auf der Felge läuft.


Ist es immer noch so, dass man Elemente von DLR Kultur übernimmt?

Die Frage ist, ob man nicht wieder eine Kooperation mit HR2 oder SWR2 eingehen sollte?

Wenn man das vorhande Budget, in weniger Stunden investiert, sollte ja ein höherwertiges Programm dabei rauskommen.

von Marcus. - am 03.02.2015 18:15
Zitat
Peter Schwarz
Denn welcher Jugendliche hört schon noch UKW-Radio?


Ich. Und viele die ein Radio im Auto haben, wohlgemerkt jedoch bei den meisten vor allem als Hintergrundberieselung.
Ansonsten erübrigt sich auch jede Diskussion über DAB+. Denn wenn angeblich schon kein Jugendlicher mehr UKW hört, dann erst recht nicht DAB+, sondern eher Internetradio oder eigene MP3s.

Es ist nun mal so, dass ein Programm wie Unser Ding profitabler ist als SR 2. Deshalb hat sich der wirtschaftlich angeschlagene SR wohl auch für diesen Schritt entschieden. Irgendwelche Jugendlichen werden Unser Ding daher sehr wohl hören und zumindest einige sicher auch über UKW.

von pg09 - am 03.02.2015 19:49
Zitat
DH0GHU
Zitat
Kay B
Die ARD-ZDF-Jünger in diesem Forum mögen das bitte überlesen, da sonst ihr Weltbild hier jetzt wieder angekratzt werden könnte.

Es ist schon echt krass, daß für ein Programm, das ursprünglich mal als digitaler Zusatzdienst geplant war und nichts anderes macht als Programme nachzuäffen, die es schon in x-facher Ausführung auf UKW gibt, ein Programm Platz machen muß, das es sonst auf UKW nicht gibt.


Nö, Kay, da stimme ich Dir durchaus zu.

Das Problem ist IMHO,
- dass der SR zu wenig Geld hat, um auf den quotenträger UnserDing zu verzichten (v.a. sofern er Werbung ausstrahlen sollte, was ich nicht weiß),
- er sowieso zu wenig Geld hat,
- die Frequenzresourcen zu knapp bemessen sind, was u.a. ein Systemnachteil von UKW ist.

Ich halte die Entscheidungen von HR zu HR2 und SR zu SR2 für falsch.

Und ich sehe das anders :D
Ich stimme zu, daß sich die Programme all zu sehr angeglichen haben, ja gefühlt "überall das gleiche kommt". Von dieser Betrachtungsweise sollte man sich aber trennen, sonst benötigt man im Nachfolgesystem für UKW auch nicht mehrere Programme mit sehr ähnlichem Inhalt parallel.
Frequenzresourcen besser aufzuteilen sollte immer das Gebot der Stunde sein. Es darf in Landesketten gedacht werden, gleich mit was man sie befüllt. Genau das hat der hr gemacht, der SWR nachgemacht und jetzt der SR. Wie an anderer Stelle geschrieben: Wir sind nicht mehr Mitte der 80er wo man ausschließlich UKW als Quelle für qualitativ hochwertigen Rundfunkempfang nutzen kann. Einzig die Art der Umsetzungen sind nach meiner Ansicht zu betrachten.

von Thomas (Metal) - am 03.02.2015 20:23
Fakt ist sicherlich auch, dass bei der Nutzung im Auto sich das Verhältnis noch mehr zu Unser Ding verschiebt, also zu Lasten von SR2.
Über DAB gibt es ja keine Einschränkungen.

Zu Hause kann man Webradio oder DVB-S nutzen. Ausserdem dürften viele noch eine Dachantenne für den UKW Empfang haben (wo es keine Einschränkungen gibt) oder auch Kabel (UKW,DVB-C).

Die Einschränkung ist keineswegs so "massiv" wie bei HR2 oder SWR 2.

von Marcus. - am 03.02.2015 20:29
Zitat

@gb09: Profitabel ist keines der beiden Programme, da sie m.W. beide werbefrei sind. Unser Ding ist sicher kostengünstiger. Aber das hat ja nix mit dem Übertragungsweg zu tun. Im Gegenteil: Das kostenintensivere Programm sollte normal auch den kostenintensiveren Verbreitungsweg erhalten, damit sich wenigstens die hohen Kosten lohnen und das Programm so viele Hörer wie möglich technisch erreicht. So ist zumindest meine Logik.


Die Frage ist aber, wieviele Zuhöhrer haben jz effektiv einen deutlich schlechteren Empfang von SR2?

von Marcus. - am 03.02.2015 21:14
Zitat
Spacelab
Wirklich angemessen hören kann man die (oftmals leisen) Musikstrecken von SR2 eh nur über DVB-S/C oder DAB. Vielleicht noch Kabel Analog aber da hatte ich damals auch immer schon ein hohes feines Rauschen im Ton. Das Webradio vom SR klingt grausig. Kompressionsartefakte noch und nöcher.

Selbst bei der Sprache auf Antenne Saar stellenweise gut zu beobachten - grausame Obertöne. Wirklich überzeugt haben mich bisher nur die on-demand-Angebote von WDR 3, die in 256 kbit/s gestreamt werden.

von rolling_stone - am 03.02.2015 21:51
Zitat
Jens1978
Die Vorgehensweise von SR sowie HR und demnächst ja auch BR finde ich sehr bedenklich. Meiner Ansicht nach sollte das mal generell von höherer Instanz überprüft werden.


Da bin ich vollumfänglich bei Dir. Allerdings wird da nie etwas überprüft werden, zumindest nicht im Sinne des Erhalts oder der Wiedereinführung einer hohen publizistischen und kulturellen Qualität der Öffis. Wenn, dann wird nur etwas gemacht werden, um die Öffis endgültig abzuschießen.

Zitat
Terranus
zudem hat man mit B2 ein UKW Programm, das auch nicht zur Debatte steht


Da wäre ich mir auch nicht mehr so sicher. Wenn BR Klassik von UKW fliegt, besteht die Gefahr, daß Elemente aus BR Klassik auf Bayern 2 genommen werden, womit dort auch Dinge rausfliegen würden (so man nicht Wiedehrolungen streicht, die es ja gibt).

Zitat
vossi68
Es geht darum etwas zu verhindern, was beim ÖR-TV schon eingetreten ist, nämlich den "Generationenabriss".
Wenn man schon Programme für die Zielgruppe "U30" produziert, möchte man diese dem jungen Hörer auch zukommen lassen.


Eine klassische Fehlinterpretation. Es geht hier nicht um "jung gegen alt", sondern um "Kultur gegen Ramschware". Hier hat es jemand sehr gut geschrieben, wegen BR Klassik, es ist aber übertragbar: http://www.nmz.de/artikel/kurzsichtige-kulturzerstoerung

Zitat
Marcus.
Naja 192 MPEG2 Joint Stereo über DAB können sich auch nicht so dolle anhören.


Einfach mal D-Kultur über UKW (!) hören. Das sind 192 kbps MP2, mit nichts anderem führen die das Signal zu (via 23.5° Ost). Ob Joint Stereo oder Linear Stereo entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Wie wir noch von ADR wissen, kann Libear Stereo sehr sauber klingen bei 192 kbps (RBB, WDR, NDR, BR), während ein verkacktes Joint Stereo (MDR, hr, SWR) schauderhaft klingt. Da war allerdings der Codec (Barco RE660) dran schuld, der hatte einen Bug im JS.

Mit dem Ende von UKW (so es denn kommen wird) ist das alles eh hinfällig. Dann kann man nur noch über die Bitraten Programme bevorzugen (so wie beim BR derzeit BR Heimat gegenüber Bayern 2) - dann sieht man auch schön, wie grotesk das alles ist.

von Chris_BLN - am 03.02.2015 22:26
Zitat
Marcus.
Fakt ist sicherlich auch, dass bei der Nutzung im Auto sich das Verhältnis noch mehr zu Unser Ding verschiebt, also zu Lasten von SR2.

Der SR2-Hörer schaltet künftig also Unser Ding ein? Und das großflächig im Saarland? :rolleyes:
Zitat
Marcus.
Die Einschränkung ist keineswegs so "massiv" wie bei HR2 oder SWR 2.

Wo ist das wirklich massiv, ggf. großflächig? Ich mache da jetzt nicht weiter, denn die auftretenden Lücken wurde in entsprechenden Themen jeweils ausfürlich besprochen.

von Thomas (Metal) - am 04.02.2015 07:05
Zitat

Der SR2-Hörer schaltet künftig also Unser Ding ein? Und das großflächig im Saarland? :rolleyes:


Das ahbe ich nicht behauptet. Aber gerade die Kulturprogramme werden nicht so sehr Mobil gehört. Was die Zuhöhrer im AUto höhren, musst du sie fragen ...

Zitat

Wo ist das wirklich massiv, ggf. großflächig? Ich mache da jetzt nicht weiter, denn die auftretenden Lücken wurde in entsprechenden Themen jeweils ausfürlich besprochen.


Du willst doch nicht bestreiten, dass sich die Versorgung von HR2 massiv verschlechtert hat. Mit Dachantenne funzt das ganze noch gut.
und bei SWR2 fehlen gerade in RLP viele Sender, die zu SWR4 oder Das Ding abgewandert sind.

von Marcus. - am 04.02.2015 07:39
Der SR möchte seine Hauptprogramme deshalb noch weiterhin in DAB anbieten weil angeblich im Saarland noch reichlich alte DAB Kisten im Umlauf sind. Man darf halt nicht vergessen dass das Saarland zu DAB(alt) Zeiten so etwas war Beyern jetzt zu DAB+ Zeiten. Und solange man noch so viel Platz hat um die 3 Hauptprogramme in 192kb/s auszustrahlen tut man das halt in MP2. Vor allem weil eh nur maximal 1% aller Radiohörer einen Unterschied zwischen 192kb/s MP2 und 192kb/s AAC hören würden. Und davon bildet sich noch die hälfte ein sie würde einen Unterschied hören weil ja jetzt schließlich AAC und nicht mehr MP2 im Display steht. :rolleyes:

UnserDing kostet erheblich weniger als SR2. Nicht nur weil es eine einfache Abspielstation ist. Sondern weil man sich auch noch jeden Mist von Sponsoren präsentieren lässt. Also man quasi unterm Strich doch Werbung sendet. Außerdem hören mehr Leute UnserDing als SR2. Ein Marketingfuzzi würde sagen "Man bindet mehr Hörer an die Marke SR".

von Spacelab - am 04.02.2015 08:16
Mit der Diskussion "MP2 vs. AAC" sind wir ein bisschen weit abgekommen. Aber ansonsten sind wir gar nicht so weit weg wenn wir in diesem Fall von DAB sprechen. Der SR möchte nämlich am liebsten alle SR2 Hörer von UKW auf DAB holen und auf UKW nur noch das Minimum an Grundversorgung anbieten. Dazu wird schon seit geraumer Zeit massiv Werbung auf SR2 gemacht. Und zwar genau dort wo es Kulturradiohörer am meisten weh tut. "Auch in leisen Passagen kein lästiges Rauschen. Sogar während der Fahrt perfekter Klang" und so in der Art weiter... Man hat auch schon etliche DAB+ Radios verschenkt. Dadurch bekommt die neuerliche schlechtere Empfangbarkeit von SR2 ein ganz besonderes "Geschmäckle".

von Spacelab - am 04.02.2015 08:34
Zitat
Kay B
Die ARD-ZDF-Jünger in diesem Forum mögen das bitte überlesen, da sonst ihr Weltbild hier jetzt wieder angekratzt werden könnte.

Es ist schon echt krass, daß für ein Programm, das ursprünglich mal als digitaler Zusatzdienst geplant war und nichts anderes macht als Programme nachzuäffen, die es schon in x-facher Ausführung auf UKW gibt, ein Programm Platz machen muß, das es sonst auf UKW nicht gibt.


Schreiben wir immer noch von "Unser Ding"? In wie fern war das ein rein digitales Zusatzangebot? Meines Wissens war das Programm von Anfang an auf UKW vertreten, und zwar auf einer ehemaligen SR4-Frequenz (105,0)

Zitat
Noch'n Saarländer
Und ich widerspreche der Aussage, dass sich der Empfang im Bliestal massiv verschlechtert.
Im ganzen Bliestaql geht die Göttelborner Höhe mit dem nassen Finger. RDS wechselt im Bliestal auf die dortigen frequemzen maximal, wenn Du direkt unter dem Sender stehst.
Jeder, der hier schreibt, dass das ganze eine besondere Verschlechterung für SR 2 sei, war schlicht noch nie in der Kante. Zumindest maximal mit nem 1,99 Euro-Scanradio.


Hat mich auch ein bischen gewundert. Es ist eher der Schoksberg der Probleme hat ins Bliestal zu senden, weshalb ja auch Radio Salü schon ziemlich früh an einen 5kW-Füllsender hatte.

von FrankSch - am 04.02.2015 10:12
Später hat man dann die Füllsender der 103,7 Kette geklaut.

Man hatte aber das Problem, dass in dem Schoksberg versorgten gebiete wie Saarlouis massive Empfangsprobleme gab. Deshalb gab es mal gedanken Spiele einer Frequenz in SLS, war die 106,1 Mhz mit 2,5 kW, bei Abschaltung des Moseltals auf 106,2.

Nachdem Ende von SR4 hat man sich dann auf die 103,7 versteift. Musste aber alle Füllsender abgeben und hat als (nichtgleichwertigen) Ersatz die Frequenzen in WND und HOM bekommen.

Die 103,7 war schon immer eine suboptimale Frequenz. Gestartet ist man 40kW und hat erst später auf 100kW erhöht. Die Probleme im Osten hat man durch die Verlagerung der 105,0 aus dem Bliestal nach NK versucht zu beheben, die auch schon immer eine direkte Anbindung hatte und keinen Ballempfang. Somit hatte man guten Empfan in NK, HOM und OTW, Aber im Bliestal selbst (Blieskastel und runter Richtung Gersheim) und auch nach Altheim kam die Frequenz natürlich freilich nicht mehr so gut an und die 103,7 schwächelt hier schon stark, zu einen durch die Ausblendung und durch den Kalmit, der reinstört.

Die 94,2 war auch noch die Backup Frequenz für die Göttelborner Höhe. Die Volle Leistung war auch in diese Richtung koordiniert.

von Marcus. - am 04.02.2015 10:38
Zitat
Marcus.
Man hatte aber das Problem, dass in dem Schoksberg versorgten gebiete wie Saarlouis massive Empfangsprobleme gab.


Echt jetzt? In welche Richtung, ausser Saarbrücken, geht denn der Schoksberg überhaupt gut? Denn nach Osten gibts auch nur Probleme, weil da die Göttelborner Höhe im Weg ist. Fahr mal die Göttelborner Höhe runter, über Steinertshaus nach Illingen. Da zischeln die UKW-Programme vom Schoksberg (Unser Ding, Radio Salü) ganz deutlich, und auch der Bundesmux schwächelt erheblich, trotz gerade mal knapp über 10km Luftlinie zum Sender.

von FrankSch - am 04.02.2015 13:07
Richtung Westen kommt er noch gut raus. Man darf aber auch ncith vergessen, dass der Schoksberg ein gutes Stück tiefer ist als die Göttelborenr Höhe und die UKW Antenne nicht an der Spitze, sondern nur auf 220m montiert sind.

Richtung Norden fehlen dann auch noch die guten 10km zur Göttelborner Höhe.

Der bundesmux hat das problem, des Single Standortes Schoksberg und der niedrigeren Antennenhöhe der DAB Antenne. Er ist auch in SB nicht überall gut zu empfangen.

Zitat

Zitat
Marcus.
Man hatte aber das Problem, dass in dem Schoksberg versorgten gebiete wie Saarlouis massive Empfangsprobleme gab.


Um Mißverständnisse vorzubeugen. Ich meinte hiermit die Füllsenderkette der 103,7 + 94,2 Mhz.

Bis auf Saarbrücken fehlte halt der Mittelpunkt im Sendernetz. Die 105,0 hat eine große Fläche abgedeckt. Moseltal versorgt mehr LUX als das Saarland und MZG und MTL sind auch klassische Füllsender ohne Flächenversorgung, die auch vom Moseltal und NK noch gestört werden.

von Marcus. - am 04.02.2015 13:53
Schließen wir das off-topic noch schnell ab...

Zitat
Marcus.
Über Astra 1 sendet man doch mit höherer bitrate. Wieso spendiert man da nicht mehr Datenrate?


D-Kultur und DLF werden von der Media Broadcast entsprechend einem seit vielen Jahren laufenden Vertrag via 23.5° Ost zu den UKW-Standorten gebracht. Das erfolgte über zwei SPCP-Verbindungen, die nur so schmal waren, daß je 192 kbps reinpassten. Die notwendigen Receiver an den Senderstandorten zeigen aber soweit mir bekannt langsam Ausfallerscheinungen und es gibt keine Ersatzteile mehr. Media Broadcast hat deshalb für den DLF eine neue Verbindung eingerichtet, die mit 384 kbps arbeitet und von handelsüblichen Receivern, die sehr niedrige Symbolraten und sehr schmale Kanäle locken können, frei empfangbar sind. DigiAndi hat das hier im Forum dokumentiert, mit manchen Dreambox-Geräten geht das.

Die ausgebauten Teile der alten DLF-Zuführung dürften in den Ersatzteilpool für die D-Kultur-Zuführung gewandert sein. Das läuft noch mit 192 kbps (nehme ich mal an, habe lange nicht mehr auf UKW reingehört). Damit ist D-Kultur auf Astra 1 mit 256 kbps besser als die UKW-Zuführung.

Klanglich war UKW und einstmals ADR (auch 192 kbps) sehr nahe beieinander.

von Chris_BLN - am 04.02.2015 14:13
@ Spacelab

Zitat

Und dann muss man für die paar Hörer auch noch besonders viel Geld in die Hand nehmen.


Das ist aber deren Aufgabe für den Löwenanteil der Haushaltsabgabe, die sie in ihrem Einzugsgebiet kassieren.


Zitat

Mit einem Popdudler wie SR1 erreicht man ein zig faches an Hörer für ein Bruchteil des Geldes.


Das sollte bei der Fülle privater Popdudler aber nicht die Aufgabe einer öffentlich-rechtlichen Anstalt sein. Das läßt sich auch nicht mehr mit Unterhaltungsauftrag rechtfertigen.



@ Terranus

Zitat

Gerade hier zeigt sich halt, dass die übertriebene Kleinstaaterei bei der ARD sich auf die eigentlichen Aufgaben der ÖR auswirkt, die Kleinen haben nicht die Kohle und das Potential so gute und teure Kulturwellen zu veranstalten wie die großen, hier sind BR und auch WDR eindeutig im Vorteil und bieten den Hörern wesentlich mehr.


Das wirft wieder die Frage auf, wieso wir immer noch wie nach dem 2. Weltkrieg diesen sauteuren Rundfunkförderalismus durchziehen. Rundfunk ist heute eher Berieselung und nicht - wie in den ersten Nachkriegsjahren - Hauptmeinungsbildner. Eine regionale Welle und eine Lokalsendung im Fernsehen pro Landesanstalt würde meiner Meinung nach reichen und der Rest sollte einfach bundesweit produziert werden.



@ vossi68

Zitat

Es geht darum etwas zu verhindern, was beim ÖR-TV schon eingetreten ist, nämlich den "Generationenabriss".


Dieser Generationenabriß hat meiner Meinung nach eher etwas mit dem Stellenwertrückgang des Rundfunks und Fernsehens für junge Generationen allgemein zu tun. Da kann ich mich Peter Schwarz nur anschließen. Die Privaten merken das schon seit Jahren deutlich, sodaß sich nur noch Billigstprogramme rentabel produzieren lassen und ihre Zielgruppe altersmäßig wieder nach oben erweitern, z.B. Sat.1 Gold.

von Kay B - am 04.02.2015 14:28
Klar ist genau das der Auftrag der Öffis. Nämlich gerade Minderheitenprogramme zu verbreiten. Aber das kriegst du den allerwenigsten Gebührenzahlern verkauft. Die Zeitschrift TV Spielfilm hat OnLine eine Umfrage gestartet "Was wünschen Sie sich von ihren Rundfunkgebühren?". Das Ergebnis wurde später in der Printausgabe veröffentlicht. Die genauen Prozentzahlen kriege ich jetzt nicht mehr zusammen dafür ist das schon zu lange her. Aber man konnte das zweifelsfrei so zusammenfassen: im Radio mehr aktuelle Musik und weniger gelaber. Dafür aber einen eigenen Kanal für Nachrichten wo man sich 24 Stunden täglich informieren kann. Und zwar dann wenn der Hörer es möchte. Im Fernsehen quasi das gleiche nur mit Bild. Statt der 3 Stündigen Götzenverehrung "Helene Fischer Show", Schunkelsendungen und Labertalkshows, lieber mehr US Serien und Spielfilme. In dem Bericht in der TV Spielfilm kam irgendein renomierter Medienwissenschaftler zu Wort der sagte das es den Öffis mittlerweile sehr schwer falle die Haushaltsabgabe von fast 20 € gegenüber den Zahlern zu rechtfertigen.

Ich selbst bin ein großer Fan von DLF, DKultur, oder Phoenix, ZDFinfo oder generell von Dokus und Reportagen. Ich kann aber auch sehr gut Leute wie meine Ex Freundin verstehen die nach täglich 8 bis 9 Stunden Leistungsdruck im Büro abends einfach nur bei irgendwelchen Dödelsensungen das Hirn ausschalten möchten. Sei es nun beim Fernsehen oder beim Radio. Und wärend der Arbeit geht bei 99% der Menschen eh nichts anderes als Dudelfunk zur Hintergrundberieselung. Zuhörprogramme wie der DLF oder SR2 lenken viel zu stark ab.

von Spacelab - am 04.02.2015 15:18
Zitat
Kay B
Das wirft wieder die Frage auf, wieso wir immer noch wie nach dem 2. Weltkrieg diesen sauteuren Rundfunkförderalismus durchziehen. Rundfunk ist heute eher Berieselung und nicht - wie in den ersten Nachkriegsjahren - Hauptmeinungsbildner. Eine regionale Welle und eine Lokalsendung im Fernsehen pro Landesanstalt würde meiner Meinung nach reichen und der Rest sollte einfach bundesweit produziert werden.

Volle Zustimmung :spos:

@all
Wie ich das jetzt hier heraus lese, ist SR 2 Studiowelle Saar weiterhin überall im Saarland auf UKW empfangbar. Anders als hr2 in Hessen. Dafür ist unser Ding besser empfangbar, denn die haben nicht die Göttelborner Höhe wie SR 2.
So ein schlimmes böses Problem und der Untergang des öffentlich-rechtlichen Auftrages im Saarland? Ich meine nicht.

von Schwabinger - am 04.02.2015 16:55
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Schwabinger
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Kay B
Das wirft wieder die Frage auf, wieso wir immer noch wie nach dem 2. Weltkrieg diesen sauteuren Rundfunkförderalismus durchziehen. Rundfunk ist heute eher Berieselung und nicht - wie in den ersten Nachkriegsjahren - Hauptmeinungsbildner. Eine regionale Welle und eine Lokalsendung im Fernsehen pro Landesanstalt würde meiner Meinung nach reichen und der Rest sollte einfach bundesweit produziert werden.

Sosehr ich lange dagegen war, je mehr man ÖR Radio hört, desto mehr komme ich auch zu dieser Erkenntnis. Ob sich dadurch allerdings effizienter und kostenparender arbeiten lässt, wage ich zu bezweifeln, wenn ich z.B. an den gegenwärtigen Zustand der BBC denke

von rolling_stone - am 05.02.2015 15:28
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Spacelab
@Cha: Du lachst. Aber theoretisch, wenn man sich etwas mühe geben würde, könnte man ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammen basteln. Aber bei SR3 ist die Musikmischung total unausgegoren. Das ganze ist weder Fleisch noch Fisch. Und SR1 kann an SWR3 nicht im entferntesten tippen. Dafür ist SR1 viel zu dröge und behäbig.


Und wie siehts mit der Empfangbarkeit der SWR-Programme im Saarland aus? Laut FMscan siehts theoretisch gut aus, aber muss ja praktisch nicht unbedingt stimmen.

von Cha - am 05.02.2015 15:58
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Spacelab
Und SR1 kann an SWR3 nicht im entferntesten tippen. Dafür ist SR1 viel zu dröge und behäbig.

Wenn man sich mal überlegt, welches der beiden Programme zuerst da war und wer sich da von wem hat inspirieren lassen, ist das schon eine enttäuschende Entwicklung. SR1 war bis Ende der 1970er/Anfang der 1980er die führende Pop/Magazinwelle im deutschsprachigen Raum, in den 80ern noch ganz gut dabei, ab den 90ern stark abgebaut.

von Peter Schwarz - am 06.02.2015 07:29
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Spacelab
"Was wünschen Sie sich von ihren Rundfunkgebühren?". Das Ergebnis wurde später in der Printausgabe veröffentlicht. Die genauen Prozentzahlen kriege ich jetzt nicht mehr zusammen dafür ist das schon zu lange her. Aber man konnte das zweifelsfrei so zusammenfassen: im Radio mehr aktuelle Musik und weniger gelaber. Dafür aber einen eigenen Kanal für Nachrichten wo man sich 24 Stunden täglich informieren kann. Und zwar dann wenn der Hörer es möchte.


Weniger Gelaber heisst nicht automatisch weniger Wortanteil. Weniger Gelaber heisst weniger Dummschwatz. Im übrigen habe ich Probleme damit das zu glauben. Wenn ein Hitdudler mit möglichst wenig bis keiner Moderation das Wunschprogramm wäre, müsste Energy-DAB+ Rekordquoten haben. Die Idee mit dem Nachrichtenkanal (so eine Art Tagesschau 24 als Radioformat) hat aber was. Dann würde ich mir auf der Arbeit 1-2 mal am Tag die Nachrichten anhören, und nicht 7-8 mal.

von FrankSch - am 06.02.2015 08:19
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Weniger Gelaber heisst nicht automatisch weniger Wortanteil.

Das "Gelaber" stand natürlich nicht da. Das war mein Wort. Da stand natürlich "Wortanteil".

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Wenn ein Hitdudler mit möglichst wenig bis keiner Moderation das Wunschprogramm wäre, müsste Energy-DAB+ Rekordquoten haben.

Na so einfach kannst du das natürlich nicht übers Knie brechen. Dazu müsste ein Programm wie DAB+-Energy erstmal über UKW mit einer vergleichbaren Reichweite wie andere größere UKW Programme funken. Damit du überhaupt mal eine Vergleichsbasis hast. Dann nimm noch die "Basics" mit rein die du einfach haben musst. Superkurze Nachrichten im Bild Zeitungsstiel, Wetter und Verkehr. Das möglichst kurz und nur nicht zu ausführlich. Denn man will ja nicht labern. Und was hast du dann? Richtig! Radio Salü! Das Programm das schon seit vielen Jahren unangefochten das meist gehörte Radioprogramm des Saarlandes ist. Das ganze könnte man jetzt mit Regenbogen, RPR.eins und weiß der Geier welchen Programmen noch fortsetzen. Den das oberste Gebot dieser ganzen hoch erfolgreichen Sender ist doch "Keine längeren Wortstrecken sondern Musik Musik Musik!".

von Spacelab - am 06.02.2015 08:49
Kurzer Kommentar noch zum Frequenztausch Bliestal Homburg:

Keine Einwände von meiner Seite. SR 2 ist in einigen Orten im Bliestal nicht mehr 100%ig gut in stereo zu empfangen. Aber Mono-Empfang ist auch dort noch überall tadellos möglich. Und mit DAB gibt es eine adäquate Alternative.

Dafür ist Unser Ding endlich wieder (seit dem Frequenztausch mit D-Radio) im ganzen Saarpfalz-Kreis perfekt auf UKW zu empfangen. Und außerdem auch noch in der gesamten Südwestpfalz (SWR-Sendegebiet), wo DasDing nicht über UKW zu empfangen ist.
Die Leidtragenden sind die Klassik-Hörer. Die Kreisstadt Homburg ist zwar weiterhin perfekt versorgt, aber im Bliestal ist die Zeit des perfekten Empfangs nun vorbei und in der angrenzenden Südwestpfalz (keine SWR2-Frequenz in Kettrichhof!) ist nun kein deutsches Klassik-Programm mehr auf UKW in astreinen Stereo zu empfangen.

Aber richtig interessant wird es erst, wenn der SR auch am Sender Moseltal eine Frequenz-Rochade in Erwägung ziehen sollte. Dort in den 3 saarländischen Moselorten Nennig, Besch und Perl ist Unser Ding bisher nicht über UKW zu empfangen, weil die 103,7 vom Schoksberg gegen die 103,6 aus Luxemburg keine Chance hat. Und DasDing gibt es dort auch nicht auf UKW.
Ein Frequenztausch wie jetzt im Bliestal würde dort viel weitreichendere Folgen für SR 2 Haben. SR 2 wäre dann dort nur noch via DAB, aber nicht mehr auf UKW zu empfangen. Aber davor schreckt man aktuell wohl noch zurück.

von Manager. - am 06.02.2015 18:22
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Die Leidtragenden sind die Klassik-Hörer. Die Kreisstadt Homburg ist zwar weiterhin perfekt versorgt, aber im Bliestal ist die Zeit des perfekten Empfangs nun vorbei und in der angrenzenden Südwestpfalz (keine SWR2-Frequenz in Kettrichhof!) ist nun kein deutsches Klassik-Programm mehr auf UKW in astreinen Stereo zu empfangen.


Die Fehlenden Frequenzen im Bliestal, Kettrichshof und auch Weinbiet zusammengenommen reißen natürlich eine Lücke rein. Auch bei einer "fiktiven" Fusion oder Zusammenarbeit hatte ich die Bliestal Frequenz weiterhin bei SWR2 Dafür aber die anderen 3 Frequienzen bei Unser Ding.

Man muss natürlich sagen, dass der Sender bliestal jz auch richtig genutzt wird. Für die Sender von der Göttelborner Höhe sind die 5kW ND deutlich über dimensioniert.

von Marcus. - am 06.02.2015 18:35
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Spacelab
Klar ist genau das der Auftrag der Öffis. Nämlich gerade Minderheitenprogramme zu verbreiten.


Das ist falsch. Auftrag ist eine "Grundversorgung", das schliesst massenattraktive Programme mit ein.
Das wurde auch so vom BVerfG festgestellt.

Es gibt natürlich ein paar neoliberale Dummschwätzer, die sagen, alles was sich kommerziell rechnet, sollen die "Privaten" machen und nur der Rest & Minderheitenprogramme soll der Abgabenzahler zahlen....
Das ist aber zum Glück keine mehrheitsfähige Meinung, sonst hätten wir hier nämlich Zustände, wie in den USA.

von vossi68 - am 07.02.2015 17:10
OT:

@ vossi68

Zitat

Das ist falsch. Auftrag ist eine "Grundversorgung", das schliesst massenattraktive Programme mit ein.
Das wurde auch so vom BVerfG festgestellt.


Das Problem ist offenbar, daß nicht genau definiert ist, welchen Anteil die massenattraktiven Programme am Gesamtprogramm einzunehmen haben. Oder steht das irgendwo?

Eine Grundversorgung müßte meiner Meinung nach alles gleichermaßen berücksichtigen und keine Programme im Übermaß veranstalten. Erstrecht nachdem Rundfunk und Fernsehen eben schon lange nicht mehr die Informations- und Unterhaltungsquellen sind, die sie mal waren und der Stellenwert wahrscheinlich noch weiter sinken wird. (Klar, macht man sich mit dieser Behauptung in einem Radioforum extrem unbeliebt.)


Zitat

Es gibt natürlich ein paar neoliberale Dummschwätzer, die sagen, alles was sich kommerziell rechnet, sollen die "Privaten" machen und nur der Rest & Minderheitenprogramme soll der Abgabenzahler zahlen....


Bei den Öffentlich-Rechtlichen geht's nicht mehr um massenattraktive Programme als Grundversorgung, sondern nur noch darum, den Privaten hinterherzuäffen, hohe Quoten zu erhaschen und damit ihre Existenz zu rechtfertigen. Und dann müssen obendrein auch noch Minderheitenprogramme die Frequenzen dafür räumen.

Wozu brauchen wir die Öffentlich-Rechtlichen noch, wenn sie das bieten, was die Privaten bereits bieten?

von Kay B - am 07.02.2015 19:32
Der Bliestal-Sender ist überdimensioniert, wenn man davon ausgeht, dass hier dieselben Programme wie aus Göttelborn gesendet werden; ein 300-Watt-Sender hätte hier gereicht. Die 91,3 kommt ja doch mit gutem Pegel. Man kann die Empfangslage topographisch vergleichen mit beispielsweise Wuppertal: Dort kommt Langenberg dank der relativen Nähe und seiner Power eigentlich stark genug ins Tal - nur hat man halt an den Schattenhängen den typischen Knister-Mehrwegeempfang mit Verzerrungen, daher hat man hier den WDR2 nachgebessert - aber nicht z.B. WDR3 usw. Nur kann man im Wtl. z.B. in den Problemlagen auf Nordhelle ausweichen, während im Bliestal nix aus anderer Richtung mehr kommt.
In Perl hätte eine Umwidmung der 88,6 schon eine deutlichere Schwächung des Saar-Kulturprogramms zur Folge. Gut, dass es da schon die 106,2 für Unser Ding gab, sonst wären sie wohl auch dort auf so ne Idee gekommen ...

von Randfunker - am 12.02.2015 23:51
Die Sender Bliestal und Moseltal gibt es eben schon seit Ende der 60er Jahre, damals war das UKW Band noch frei und der SR verstand als grenzüberschreitender Sender. Am Anfang waren beide Sender mit 5kW ND in Betrieb. Bliestal ist immer noch und steht ja quasi direkt auf der grenze zu RLP. Der Schocksberg geht im bliestal freilich etwas schlechter und die 103,7 wegen der Ausblendung nach Osten noch deutlich schlechter.

Im Moseltal würde auch ein 500W Sender genügen, um die Ortschaften von Perl über Besch bis Nennig zu versorgen. Ausser wieder bei der 103,7 da diese aus Dudelange auf der 103,6 angegriffen wird.
Aber eine Umwidmung ohne Ersatzfrequenz für SR2 halte ich für unklug durchzusetzen. Sollte es gelingen eine Frequenz zu koordinieren (würde jmd eine Einfallen ??), wäre so oder so ein Ringtausch mit SR1 am sinnvollsten, da die 91,9 ja nicht an eine Mettlacher Frequenz gekoppelt ist.

Der Sender Moseltal ist so oder so einer der teuersten Sender, wenn man das eigentlich Zielgebiet zugrunde legt, was versorgt wird. Halb Luxemburg wird mit versorgt, das Moseltarunter bis Grevenmacher und hoch bis Thionville. Aber Richtung Osten ist aufgrund der ungünstigen Lage am Pellinger Tunnel schluss.
Auf dem Stück runter bis MZG-Schwemlingen müssen dann die GNS aushelfen, bevor dann die Füller in MZG bzw Mettlach übernehmen. Hier hatte ja damals Unser Ding auch Probleme auf der Strecke.

Es gab ja damals bei der Umwidmung der 103,7 einen Plan B (ob er ernsthaft zur Disskusion stand oder nicht über Gedankenspiele hinaus kam weiß ich nicht). Ein zweites Landesweites Privatradio stand Mangels Kompensation nie ernsthaft zur Debatte.

Der Plan sah vor, Unser Ding auf seiner Füllsender der 5.ten Kette + 94,2 vom Halberg zu belassen und auf der 103,7 DLR Berlin aufzuschalten mit dem Füllsender 94,6 aus NK, der damals Jam FM ausgestrahlt hat.

Die DLR Berlin Stadtsenderkette wäre aufgeteilt worden:

DLF: SB 107,5
Unser Ding: SLS 96,3 und LEB 107,9 (mit Option auf bessere Frequenzen)
Jam FM: VK 88,6 WND 90,3 HOM 98,6 und Sulzbach 96,8 mit den bereits vorhandenen SB 99,6 und MZG 92,6.

Hoffe habe das aus dem Gedächnis noch Richtig in Erinnerung.

von Marcus. - am 13.02.2015 00:42
Ja, der Sender Moseltal ist auch was Ulkiges, eine Mischung aus Füllsender und Ex-"Europawelle Saar", die in der Tat Luxemburg im Rahmen von Saar-Lor-Lux wohl halbwegs mitversorgen sollte. Eigentlich würde weniger Leistung ausreichen, aber in dem Fall würde ich mich nicht beklagen, da sich der SR schon immer ein wenig mit Luxemburg verbunden fühlte und hier früher auch gern gehört wurde - wie das heute ist, ist schwer zu sagen, weil Lux. mehr eigenes Angebot hat als z.B. noch in den 80er Jahren.
Schon fast erstaunlich ist, dass das Moseltal heute mit der 88,6 und der 106,2 über zwei Kulturprogramme verfügt (was ich positiv finde); dass der SR das als Vorwand nehmen könnte und dort wieder Unser Ding statt SR2 aufschaltet, dürfte wohl - dem Zeitgeist entsprechend - nicht völlig auszuschließen sein.

von Randfunker - am 13.02.2015 01:30
Der SR musste ja damals die Fülsender der 5.Ketten und die Hausfrequenz auf dem Halberg abgeben.
Für den Privatfunk ist der Sender Moseltal nicht so interessant, da die Gemeinde Perl nur runde 7000 Einwohner hat, wobei Tendenz steigend. Wichtig sind ja die Werbekunden auf dem papier.
Deshalb hatte die LMS sicher nichts dagegen, dass das DLR die Frequenz bekam. Auch die 5kW ERP sind in Sachen Miete nciht unbedingt billig.
Mit MZG und Mettlach, sowie natürlich SB-Halberg war man da deutlich besser bedient. Da wog die nicht bekommene 105,0 in NK natürlich weitaus schwerer und die 96,8 nur ein geringer Ersatz.Ein Tausch 90,3 aus WND mit der 94,6 in NK hätte natürlich sowohl Unser Ding als auch JAM FM geholfen.

von Marcus. - am 13.02.2015 01:51
101,5 wäre allenfalls problematisch, wenn Perl Salü via Ball von der 101,7 nähme - weiß jetzt nicht, auf welchem Weg sie das Programm zum Hammelsberg holen. Würde der SWR tatsächlich Stress machen wegen nem 300-kHz-Abstand? Die deutschen Sender arbeiten doch alle mit eher bravem Hub ... Allerdings gibt es, wie gesagt, doch ein paar Möglichkeiten.
Was übrigens interessant ist mit dem Empfang des SR in Luxemburg: In einem Fächer von Wormeldingen über die Syrtalgegend bis Bettemburg bietet Perl klar den besten Empfang, fährt man aber in die südlichen Quertäler z.B. nach Rümelingen oder Esch - also "hinter die Hügel", bietet Göttelborn das bessere Signal. Die 100 kW rund haben schon "ungeahnte Reserven"!

von Randfunker - am 14.02.2015 00:06
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Randfunker
In einem Fächer von Wormeldingen über die Syrtalgegend bis Bettemburg bietet Perl klar den besten Empfang, fährt man aber in die südlichen Quertäler z.B. nach Rümelingen oder Esch - also "hinter die Hügel", bietet Göttelborn das bessere Signal. Die 100 kW rund haben schon "ungeahnte Reserven"!


So überraschend ist das jetzt aber nicht. Perl sendet ja gerichtet nach Norden (300°-60° laut FMList). In Richtung Esch gehen da nur noch 320 W raus.

von SaarLux03 - am 14.02.2015 11:23
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Manager.
Die Leidtragenden sind die Klassik-Hörer. Die Kreisstadt Homburg ist zwar weiterhin perfekt versorgt, aber im Bliestal ist die Zeit des perfekten Empfangs nun vorbei und in der angrenzenden Südwestpfalz (keine SWR2-Frequenz in Kettrichhof!) ist nun kein deutsches Klassik-Programm mehr auf UKW in astreinen Stereo zu empfangen.


Das die Göttelborner Höhe im Bliestal schlecht zu empfangen ist wundert mich aber jetzt doch etwas.

Frank - heute in einer Woche seit langem mal wieder auf dem Halberg unterwegs - Sch

von FrankSch - am 21.02.2015 09:40
Hmmm... also Moseltal kann ich mir absolut nicht vorstellen, denn dann wäre SR2 in der Gemeinde Perl an vielen Stellen nur noch verzerrt oder in schwachem Mono zu empfangen. Das kann man mit der Situation im Bliestal glaube ich nicht vergleichen.

Das man in Mettlach oder noch eher Merzig was ändert, könnte ich mir eher vorstellen. In Merzig kommt eigentlich die Göttelborner Höhe noch gut, wenn auch nicht immer 100% ideal (dasselbe gilt auch für den Schoksberg und die 103,7 von UnserDing). Hier könnte man natürlich auf die Idee kommen, denn Empfang vom Ding zulasten von SR2 zu verbessern.

(leicht OT) Hat man eigentlich nochmal etwas gehört was mit der 105,1 und 106,1 passieren? Ich dachte, dass die Genehmigung von Radio Merzig auf 105,1 am 28.2. enden soll und das ist doch schon recht bald.

von SaarLux03 - am 24.02.2015 16:26
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