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WiehengeBIERge, RadioactiveNoise, Bruder_M, Nordlicht2, Chris_BLN, B.Zwo, UlliBG, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, Marc_RE, PowerAM, Thomas (Metal), HansEberhardt

Welche Schirmdämpfung für UKW-Antennenkabel WanddoseReceiver?

Startbeitrag von Bruder_M am 05.03.2015 22:42

Nabend,

ich wollte meinen neuen Yamaha RXV 800 RDS 5.1 Receiver an der Wanddose (Kabel Deutschland) betreiben. Dazu muss ich im Wohnzimmer knapp 12 m Koaxkabel verlegen, wenn ich um alle Ecken rumzirkeln will.
Bei früheren Experimenten mit einem 3 €-Antennenkabel von Kaufland habe ich festgestellt, dass ich auch das terrestrische Programm empfangen konnte. Das Billig-Kabel hat also sowohl Signale von Außen empfangen, als auch wahrscheinlich das Kabel-Signal nach Außen abgestrahlt mangels ausreichender Dämpfung.
Jetzt überlege ich, welche Schirmdämpfung das neue Kabel haben muss.

Angenommen, an der Antennendose liegt ein Pegel von 100 dBµV an (welchen Pegel habe ich tatsächlich zu erwarten?) und das Kabel hat eine Schirmdämpfung von 100 dB (pro Meter??? Spielt die Länge eine Rolle), dann werden doch außerhalb des Kabels 0 dBµV, also exakt 1 µV abgestrahlt.
Ein 125 dB-Kabel wäre noch mal um etwa Faktor 20 besser, also wäre die Leckstrahlung in diesem Beispiel nur 0,05 µV.
Für die Kabel-Fritzbox habe ich 10 Meter 135 dB-Kabel mit F-Kompressionssteckern.

Also, wie viel Schirmdämpfung brauche ich für Kabel-UKW?

Beste Grüße, Marek

Antworten:

Das was am meisten leckt ist wenn die Stecker nicht richtig also nicht voll abschirmen, ich würde für alles 4 fach geschirmtes Kabel nehmen auch wenn nicht notwendig, da das Kabelsignal aus der Dose stärker ist als das terrestrische, insofern sollte das terrestrische nicht stören, auch wenn man noch etwas davon empfängt.

von RadioactiveNoise - am 05.03.2015 23:14
Wir reden hier von ein paar Metern Kabel. Je höher die Schirmung, desto besser. Ob die Strippe nun 10 oder 15 Euro kostet, sollte doch nun wirklich nicht so wichtig sein.

von Marc_RE - am 06.03.2015 11:54
Wenn's nicht gerade uraltes Kabel mit nur einem Hauch Abschirmgeflecht ist, dann sind heute die Stecker sowie ihre fachgerechte Montage fast schon entscheidender.

von PowerAM - am 06.03.2015 12:34
Zitat
Bruder_M
Ein 125 dB-Kabel wäre noch mal um etwa Faktor 20 besser, also wäre die Leckstrahlung in diesem Beispiel nur 0,05 µV.
Für die Kabel-Fritzbox habe ich 10 Meter 135 dB-Kabel mit F-Kompressionssteckern.

Ob diese > 100dB-Kabel einen so großen Zugewinn bringen?
Kathrein Koax-Kabel als Beispiel
Mir ist unterm Strich, Bauchgefühl ich gebe es zu, lieber ein ein Kabel wie LCD-90 (Kathrein) oder MK95 (WISI) wenn man dann einen Kupfer-Innenleiter hat.

Was irgendwelche "geerbten" Kabel betrifft: Ja, es kann einem da schon gruseln. Mir fällt das spontan ein fertiges Anschlußkabel von Skymaster ein, wo ich südwestlich von München auf E10 eine massive DVB-T-Einstrahlung hatte. Oder eines von Kopp das auf 6m schon eine veritable Dämpfung auf UKW hat.

von Thomas (Metal) - am 06.03.2015 12:50
Class A (=>85 dB) reicht vollkommen aus. Höhere Schirmungsmaße schaden zwar nicht, sind aber in erster Linie Werbegag.
Genau so wie 4-Fach geschirmtes Kabel eigentlich unnötig ist. Selbst bei 3-Fach geschirmten Kabel hat die 3. Schirmung nur den Sinn, dass man das Kabel biegen kann, ohne dass dass das Schirmungsmaß an der Biegeestelle geringer wird (weil sich dabei die Maschen der 2. Schirmung weiten).
Auch bringen einem noch so toll zigfach geschirmte Kabel ohnehin nichts, wenn man dann eh keinen Kompressionsstecker drauf bekommt weil man keinen für das Kabel passenden findet und dann wieder den guten alten Aufdrehstecker verwenden muss, der auch wieder nur Class A ist (das Gesamtsystem ist dann trotz des "tollen" Antennenkabels nur so gut wie die schwächste Stelle).

Zitat

Angenommen, an der Antennendose liegt ein Pegel von 100 dBµV an (welchen Pegel habe ich tatsächlich zu erwarten?) und das Kabel hat eine Schirmdämpfung von 100 dB (pro Meter??? Spielt die Länge eine Rolle), dann werden doch außerhalb des Kabels 0 dBµV, also exakt 1 µV abgestrahlt.
Ein 125 dB-Kabel wäre noch mal um etwa Faktor 20 besser, also wäre die Leckstrahlung in diesem Beispiel nur 0,05 µV.
Für die Kabel-Fritzbox habe ich 10 Meter 135 dB-Kabel mit F-Kompressionssteckern.

Auf UKW liegen die Pegel an deiner Kabelodose etwa im Bereich von 50-65 dBµV (Achtung, gilt nicht für UMKBW, die speisen UKW locker 10 dB stärker ein, warum auch immer...)
Die Schirmdämpfung (Schirmungsmaß) at nichts mit der Länge des Kabels zu tun.

Jetzt siehst du auch, warum Class A vollkommen ausreicht.
Wenn du unbedingt rechnen willst (ich weiß nämlich nicht was du mit "1µV wird abgestrahlt" meinst), dann bleiben wir mal bei deinem Beispiel, nur rechnen wir mit Leistungen:
100 dBµV sind 25µW an 75 Ohm.
Das minus 100 dB sind 25 fW (im Klartext: Das ist NICHTS, damit könnte ein Radio schon längst nichts mehr "hören")
Ode anders gesagt wären das 0,000001V Spitze-Spitze an 75 Ohm (meinst du das?)
Und da an deiner Dose noch mal ~30 dB weniger anliegen ist das noch weniger in Wahrheit ;-).
Umgekehrt, also empfangsmäßig bei Störern von außen, gilt das natürlich auch.

Also mit 90-100 dB Schirmungsmaß (was auch Billigkabel heute schon haben) liegt man schon längst im grünen Bereich.

von WiehengeBIERge - am 06.03.2015 16:06
Gutes Sat-ZF-Kabel, mind. 7mm Durchmesser, mit Kupferinnenleiter, ab 90dB Schirmung, sollte doch bei UKW und 5-10m Länge kaum merkliche Dämpfung haben, besser gehts doch kaum noch.

Wenn man natürlich recht dünne Leitungen mit flexiblen Innenleiter und schlechter Schirmung verwendet, kann das auch nichts werden ... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 06.03.2015 16:11
Vielleicht so etwas, oder ähnlich
http://www.eg-sat.de/sat-und-tv/sat-und-koaxialkabel/koax-kabel-meterware/8-8-2mm-kabel/2617/koaxialkabel-8-2mm-schirmung-5-fach-135db-class-a-kupfer?c=160

Ok, ich glaube meiner hat nur 130 dB Schirmung, Alufolie, Kupfergeflecht, Alufolie, Kupfergeflecht, aber den haben die nicht mehr, jedenfalls nicht mehr auf der Seite gesehen, nur mit Alugeflecht. Jedenfalls durch meinen Kabel kommt nichts durch.

von RadioactiveNoise - am 06.03.2015 17:30
Schirmung 5-fach - klingt gut, aber das Kabel ist nut Mist:
- nur Alu-Geflecht, Gute Markenkabel haben ein Kupfergeflecht + 2x Alufolie, das reicht für bessere Werte.
- Schirmdämpfung typ.135dB -> d.h. es kann je nach Frequenz mehr oder weniger sein.Bei guten Markenkabeln von Kathrein, Triax/Hirschmann etc. wird die Mindestschirmdämpfung angegeben.
- Außendurchmesser des Kabels 8,2mm -> da findet man kaum vernünftige Kompressionsstecker die passen, mit den Aufdrehsteckern habe ich aber bei den Steckern nur noch eine Schirmdämpfung von etwa 75dB, da bringt mir das beste Kabel nichts.
Ein anderer Wert wird oft auch übersehen, der ist aber auch wichtig:
die Leitungsdämpfung (dB/100m) sollte möglichst niedrig sein. Auch der Gleichstromwiderstand sollte möglichst niedrig sein.
Übrigens: Die Kabelnetzbetreiber schreiben für das hausinterne Verteilnetz bei Neuanschlüssen Koax-Kabel ClassA+ vor. Diese Kabel haben auch nur 3-fach-Schirmung, unter den 5-fachen habe ich noch kein von den KNB zugelassenes gefunden.
Bevor ich anfange bei irgendwelchen Voodoo-Kabeln mit >120dB Fehler zu suchen, nehme ich zuerst mal ein Mareknkabel mit Kompressionssteckern zur fliegenden Verdrahtung, um Fehler bei anderen Komponenten zuerst mal auszuschließen. ich weiß auch warum.

von HansEberhardt - am 06.03.2015 19:26
Wie gesagt, mein Kabel ist 4 fach geschirmt, Alu Folie, Kupfer Geflecht, Alu Folie, Kupfer Geflecht. Wollten mir vor 7 Jahren auch mit Alu Geflecht verkaufen, habe ich zurück gebracht und gesagt, das ist nicht Kupfer, und dann haben die mir das richtige gegeben, durch den kommt nichts durch. Innenleiter 1,13 mm Kupfer, Schirm Alufolie, Kupfergeflecht, Alufolie, Kupfergeflecht und durch den kommt nichts durch. Ich muss eine Strecke von 20 m überbrücken von der Satellitenantenne, hier sind viiele Nachbarn und viiele Störquellen. Diesen Kabel verwende ich für meine Satellitenantenne. Genau solchen Kabel verwende ich auch für den Anschluss eines alten Kenwood Tuners am Kabel, empfange auch ganz schwach etwas terrestrisches, aber das liegt daran, das der Tuner kein Koaxialeingang hat, sondern wo man den Innenleiter mit einer Schraube festschraubt, die Schirmung an der anderen Schraube habe ich nicht dran geschraubt nur den Innenleiter.

von RadioactiveNoise - am 06.03.2015 19:51
Ich denke mal was WiehengeBiere geschrieben hat ist genau richtig!
Meine Zustimmung. Gescheite Stecker drauf und du machst nichts falsch!!!

von UlliBG - am 06.03.2015 20:01
Guten Morgen,

vielen Dank für die zahlreichen und konstruktiven Beiträge.
Mittlerweile habe ich auch eine Application Note von Kathrein gefunden: http://www.kathrein.de/fileadmin/media/content/09-Breitbandkommunikationssysteme%20HFC/Technischer_Anhang/planungs-und_installationshinweise.pdf

Dort wird ein maximaler Pegel an der Wanddose für UKW-Radio von 70 dBµV angegeben und eine Schirmdämpfung bei Klasse A-Kabeln von min. 85 dB.
D.h. die Leckstrahlung außerhalb des Kabels beträgt also ca. -15 dBµV bzw. ca. 0,18 µV.

Der Yamaha hat eine Mindestempfindlichkeit für Mono von 2 µV (6 dBµV), andere Empfänger werden wohl auch bei dieser Hausnummer liegen (wohl kaum werden sie um 20 dB besser sein), von daher dürfte ich mit einem 85+ dB-Kabel keine Leckstrahlung feststellen können.

Ich habe mir jetzt ein 100 dB-Kabel bestellt mit gecrimpten Steckern. Bin gespannt.

Beste Grüße,
Marek

von Bruder_M - am 07.03.2015 10:08
Ich habe zwar selber noch keine Experimente mit verschiedenen Steckertypen gemacht, kann mir aber kaum vorstellen, dass es da bei UKW so riesige Unterschiede gibt. Immerhin betraegt die Steckerlaenge nur einen winzigen Bruchteil der Wellenlaenge, so das sich dabei noch gar keine 'Antennenwirkung' einstellen kann. Unterschiede stelle ich nur bei verschiedenenen Kabeltypen und mit schlecht geschirmten Kabeln bei verschiedenen Kabellaengen fest.
Es scheint sehr viel Werbung gemacht zu werden um technisch unbedarften reichlich Geld aus der Tasche zu ziehen.
Am einfachsten erkennt man ein schlecht geschirmtes Kabel wenn der Ortssender schon nur mit dem Anschlusskabel bestens in Stereo geht. Mit gutem Kabel darf es gegenueber ohne Kabel keinen Unterschied also keinen Empfang geben. Letzteres ist mit meinen selbstgebastelten guten Kabeln und aber billig Steckern der Fall.

von Nordlicht2 - am 07.03.2015 18:12
Zitat

Dort wird ein maximaler Pegel an der Wanddose für UKW-Radio von 70 dBµV angegeben und eine Schirmdämpfung bei Klasse A-Kabeln von min. 85 dB.
D.h. die Leckstrahlung außerhalb des Kabels beträgt also ca. -15 dBµV bzw. ca. 0,18 µV.

Im KDG-Netz ist ein Pegel auf UKW von 70 dBµV eher hoch (absolute Obergrenze), in den meisten Fällen wird er um 60 dBµV liegen.

Zitat

Der Yamaha hat eine Mindestempfindlichkeit für Mono von 2 µV (6 dBµV), andere Empfänger werden wohl auch bei dieser Hausnummer liegen (wohl kaum werden sie um 20 dB besser sein), von daher dürfte ich mit einem 85+ dB-Kabel keine Leckstrahlung feststellen können.

Das wären 0,1fW (0,000000000000001 Watt), die das Kabel abstrahlt. Damit hörst du nicht mal mehr was, wenn die Empfangsantenne direkt an das "strahlende" Koaxkabel (also an die Isolierung) hältst. In einem cm Entferntung bereits noch weniger^^. Außerdem empfängt die an das Kabel gehaltene Antenne auf der gleichen Frequenz noch terrestrische Sender (und auch Rauschen), von denen selbst der schwächste wesentlich stärker ist als dein abgestrahltes Signal, welches somit auch noch davon überdeckt wird. Und außerdem noch (du merkst sicher jetzt langsam, dass das alles hier viel "Panik" um nichts ist ;-)) ist dein Antennenkabel ja auch kein Resonzgebilde (abgestimmte Antenne) dass optimale Abstrahleigenschaften hat, es geht also noch mehr verloren.
Das ist alles schon extrem unter den Grenzwerten bezüglich Abstrahlung von Kabelnetzen (27 dBµV an 75 Ohm in 3 m Abstand zum Koaxkabel sind zulässig, aber um das hinzubekommen braucht man schon ein wirklich uraltes, einfach geschirmtes (langes) Kabel, oder aber eben Installationsfehler (Schirmung gar nicht angeschlossen oder soweit unterbrochen dass mehr Inneneliter freilegt als Schirmung vorhanden ist, z.B. wie bei den typischen Lüsterklemmenfpuschern ;-)). Schon bei 2-Fach geschrimten Kabeln piepst der Absstrahlungsmesser, wenn alles richtig angeschlossen wurde, nicht mal mehr, wenn man die Antenne ("Sonde") direkt an das Kabel hält.

Abgesehen noch davon, das es noch nicht mal so ganz stimmt. Denn die Eingangsemdfindlichkeit des Tuners nach der "IHF"-Norm heißt ja nur, dass der Tuner ein Signal mit 2µV Antennenspannung gerade noch mit dem dahinter in Klammern angegebenem angegebenem Rauschabstand "empfangen" kann, also dass man gerade so überhaupt nachweisen kann, dass da ein Signal ist, mehr nicht.

Zitat

Immerhin betraegt die Steckerlaenge nur einen winzigen Bruchteil der Wellenlaenge, so das sich dabei noch gar keine 'Antennenwirkung' einstellen kann.

Ist auch richtig, aber eine gewisse Abstrahlwirkung ist schon vorhanden (bei einem schlechten oder schlecht montiertem Stecker sind dass dann eben wenige Zentimeter). Blöd wird es nur, wenn die Abschirmung irgendwo ganz unterbrochen ist (oder mutwillig gar nicht angeschlossen wurde).

Bezüglich Einstrahlung im Rückkanal (eigentlich nicht Thema dieses Forums und auch unwichtig für den TE, da der Rückkanal auf der Radiobuchse eh um 60 dB gedämpft, also komplett gesperrt, ist), sieht es allerdings anders aus bezüglich kleiner Leckstellen kann es da schon kritisch werden, auch nur ein "schlechter" Stecker, und auch ganz schlecht (also einfach, zweifach ist schon ok) geschirmte Kabel können da problematisch werden, da ja der Rückkanal noch mal (in Richtung Kabelnetz, also umgekehrt zum Empfangssignal) bereits im Haus und draußen im VrP noch mal deutlich verstärkt wird.
Also nicht an der Data-Buchse rumbasteln ;-).

von WiehengeBIERge - am 08.03.2015 09:18
Aus der UKW-Praxis aus Sicht des Tuners: mit einem einzigen UKW-Programm im gesamten Frequenzbereich erreichen UKW-Tuner ihr S/N-Maximum meist bei 60 ... 70 dBµV. Bei niedrigerem HF-Pegel fängts zunehmend an zu rauschen und bei höherem HF-Pegel kommen die Übersteuerungs-Störungen.

Am Kabelanschluß mit seinen 25 ... 50 UKW-Programmen ist die HF-Last auf den Tuner freilich deutlich größer. Das Übersteuerungs-Thema beginnt deshalb einige dB eher bei niedrigeren Pegeln. Je nach Tuner beginnts dann schon bei 55 dBµV je Programm zu zischeln, kann aber auch erst bei 65 dBµV den optimalen S/N haben - der dann aber immer etwas schlechter ist als bei Einzelkanal-Belastung.

Abschwächen ist einfacher als Verstärken, deshalb bevorzuge ich UKW-Pegel um 65 dBµV. Wenns zuviel ist, hilft der schaltbare Abschwächer im Tuner oder, so nicht vorhanden oder zu stark, ein einstellbares externes Dämpungsglied. Für 5 EUR bei Amazon.

Teilnehmerpegel nach EN 60728-1:

UKW 50 - 70 dBµV
DVB-C (64QAM) 47 - 67 dBµV
DVB-C (256QAM) 54 - 74 dBµV


Schirmdämpfungsmessung an Kabeln:
http://www.rosenberger.de/de/company/research_development/emv.php
http://www.qe-online.de/artikelarchiv/-/journal_content/56/12275/536955/EMV-Messung/

Was die dB-Werte aussagen, ist der Meßvorschrift zu entnehmen. Interpretationen der Art "65 dBµV im Kabel, 85 dB Schirmdämpfung ergibt -20 dBµV Ausstrahlung" halte ich für riskant - ich habe die Meßvorschrift aber auch nicht hierliegen.

Kabelpraxis: Class A reicht und wird von gutem zweifach-geschirmtem Kabel locker und lässig erreicht. Selbst Class A+-Schirmdämpfung oberhalb 30 MHz ist mit hochwertigem zweifach-geschirmtem Kabel problemlos drin, nur der Kopplungswiderstand unterhalb 10 MHz verfehlt die vollständige Class A+-Spezifikation.

Im UKW-Bereich ist bei Class A eine Schirmdämpfung von 85 dB einzuhalten, erreicht werden von hochwertigen zweifach-geschirmten Kabeln über 100 dB, bis auf einzelne Peaks durchaus auch bis 110 dB. Dreifachgeschirmte Kabel legen noch 10 ... 15 dB drauf und sind formal schon unnötig.

Die 4- oder 5-fach-geschirmten Billigkabel mit niedriger Geflechtsdichte und brüchigem Alu-Geflecht sowie Stahl-Kupfer-Innenleiter (Staku, CCS) spielen in einer schlechteren Liga. Da erreichen 4-fach-geschirmte und mit > 120 dB und "Class A+" beworbene Kabel bei ernsthafter Interpretation der Messung durchaus "nur" Class A. Außerdem kann man keine gescheiten Stecker montieren.

Also: Markenkabel bekannter Herkunft und Qualität nehmen: Kathrein LCD95 oder LCD111, Wisi MK96, Preisner SK2003, Triax-Hirschmann KOKA 110 HD, Ören, ... und dazu passende Stecker montieren. Bei den Steckern gehts um Zehntelmillimeter (Durchmesser des Dielektrikums + innere Folie).

Für alle, die keine Kompressionszange besitzen und für 2 Stecker auch keine kaufen wollen: es gibt einen teuren, aber aus meiner Sicht soliden IEC-Stecker zur Selbstmontage, Teppichmesser reicht. Paßt auf viele gute 6.8-mm-Kabel und verzeiht auch 2/10 Differenz beim Durchmesser des Dielektrikums:
http://www.antennenland.net/IECM-56-51-Self-Install
http://www.antennenland.net/IECM-56-51-Self-Install_1
http://www.antennenland.net/IECf-56-51-Self-Install
http://www.antennenland.net/IECf-56-51-Self-Install_1

Achtung! Die Winkelversion hat einen recht kurzen Schaft und paßt nicht bei Dosen mit tiefsitzendem Innenleben oder stark gewölbtem Dosendeckel.

Ansonsten kauft man sowas solides fertig montiert mit Kompressionssteckern. Im Versandhandel anfallende Kabelreststücken sind gern sinnvoller Ausgangspunkt für solche Produkte, z.B. hier
http://www.antennenland.net/IECM-IECF-Kabel
oder bei Amazon (auch von anderen Anbietern).

Wem die 7-mm-Kabel zu dick sind, es gehen auch Midi- oder Minikabel, solange passende IEC-Stecker verfügbar sind. Wenn die Schirmdämpfung seriös mit Class A oder besser angegeben ist, ist alles ok. Die dünneren Kabel haben nur etwas höhere Signaldämpfung. Hausnummmer dazu:

10 Meter 6.8er Koax mit 1.13er Innenleiter ("5.1er"): 0.57 dB im UKW-Bereich
10 Meter 6.8er Koax mit 1.0er Innenleiter ("4.9er"): 0.61 dB im UKW-Bereich
10 Meter 5.8er Midi-Kabel: 0.81 dB im UKW-Bereich
10 Meter 4.3er Mini-Koax: 1.1 dB im UKW-Bereich

Letztlich ist das bei solchen Längen alles Pillepalle im UKW-Bereich.

von Chris_BLN - am 08.03.2015 17:25
Das Wort "Teppichmesser" erwähnt man am besten gar nicht im Zusammenhang mit Koaxkabeln (dibkom-Zertifizierung) ;-). Wenn man damit umgehen kann ist das meiner Meinung nach zwar kein Problem, aber offiziell sind Teppichmesser tabu^^ (wie so einiges anderes, was "tabu" ist eigentlich kein Problem ist, wenn man es richtig macht und kann, wovon die dibkom aber eben nicht ausgeht...)

Wer keine teure Kompressionszange kaufen will, weil er nur eine Hand voll Stecker montieren will und dann nie mehr, es gibt, z.B. von Cablecon auch "selbstkomprimierende" (F-) Stecker.

Auf IEC dann über Adapter. st zwar auch schon wieder eine Stelle, an der das Schirmungsmaß etwas schlechter wird, aber wesentlich besser als ein 08-15 IEC-Stecker und, wie schon mehrfach gesagt, völlig ausreichend.

Zitat

Was die dB-Werte aussagen, ist der Meßvorschrift zu entnehmen. Interpretationen der Art "65 dBµV im Kabel, 85 dB Schirmdämpfung ergibt -20 dBµV Ausstrahlung" halte ich für riskant - ich habe die Meßvorschrift aber auch nicht hierliegen.

Das ist korrekt, auch das ist noch ein Punkt, der das ganze ganze gerechne "egalisiert".

Aber die Werbegags der Koax-Kabelindustrie scheinen ja doch irgendwie zu funktionieren;-).

von WiehengeBIERge - am 08.03.2015 17:40
Zitat
Nordlicht
Experimente mit verschiedenen Steckertypen gemacht, kann mir aber kaum vorstellen, dass es da bei UKW so riesige Unterschiede gibt. Immerhin betraegt die Steckerlaenge nur einen winzigen Bruchteil der Wellenlaenge, so das sich dabei noch gar keine 'Antennenwirkung' einstellen kann.


Noch mal was praktisches dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=9bWkCEN-_9E&list=UUHTiCegPMq76cRKt-Aa3ffw

Hier sieht man, dass selbst ein HüP ohne den Abschirmdeckel nicht mal nennenswert abstrahlt (Pegel am ÜP sind etwa in der Größenordnung wie Pegel an einer Anschlussdose). Das Leckstellen-Messgerät piepst ab 27 dBµV, diese müssten theoretisch sogar erst in 3m Abstand zum Kabel bzw. dazugehörigen Komponenten unterschritten werden. Ein Radio wird schon bei 27 dB Mühe haben, noch was "hören" zu können (gerade wenn aus der "Luft" schon wesentlich stärkeres kommt), darunter erst recht nicht.
Wie man hier sieht, piepst es nur in unmittelbarer Nähe der (mutwilligen) Leckstelle. In die andere Richtung (Rückweg) kann aber selbst so eine kleine Leckstelle schon zum Problem werden, weil da eben noch mal verstärkt wird...

von WiehengeBIERge - am 12.03.2015 18:54
Zitat
Bruder_M
Nabend,

ich wollte meinen neuen Yamaha RXV 800 RDS 5.1 Receiver an der Wanddose (Kabel Deutschland) betreiben......Bei früheren Experimenten mit einem 3 €-Antennenkabel von Kaufland habe ich festgestellt, dass ich auch das terrestrische Programm empfangen konnte.
Beste Grüße, Marek
Hallo Marek, hast du mal den Reciever aufgeschraubt wie der innen verkabelt ist? Vielleicht liegt es auch daran, das du Ortssender empfangen konntest.

von B.Zwo - am 12.03.2015 20:52
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