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vor 2 Jahren, 10 Monaten
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vor 2 Jahren, 10 Monaten
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IS-Terroristen hacken TV5 Monde

Startbeitrag von Chris85 am 08.04.2015 23:08

Vorhin habe ich mich über das Schwarzbild bei TV5 Monde gewundert, was ich über Astra 19,2° Ost empfange. Kein Ton mehr, nichts, nur noch der EPG funktioniert.

Hier des Rätsels Lösung, denn folgende Meldung hat es in sich: http://www.zeit.de/news/2015-04/09/frankreich-is-hackerangriff-gegen-franzoesische-sendergruppe-tv5monde-09003609

Antworten:

Das ist wirklich eine qualitativ neue Stufe des IS-Terrors, den man normalerweise immer mit klassischen Waffen wie Bomben, Schusswaffen usw. in Verbindung bringt.

von hetietz - am 09.04.2015 04:26
Was ich an der Sache nicht verstehe: Eine Website oder Facebookaccount hacken ist eine Sache. Aber wie hackt man eine Uplink-Antenne ohne mit physischer Gewalt den Sender zu besetzen? Ist das überhaupt möglich, oder war die Abschaltung eine Panik-Reaktion seitens des Senders?

von Bolivar diGriz - am 09.04.2015 07:16
Du hackst nicht den Uplink, sondern den Playout Computer. Dort fügst Du dein eigenes Material ein, sperrst ihn mit einem von Dir vergebenen Kennwort für Dritte und schon läuft dein eigener Müll auf allen Antennen. So mal meine Vorstellung, denn praktisch habe ich nie sowas gemacht, aber so wurde es mir mal erklärt.

von Chris4981 - am 09.04.2015 07:26
Wobei solche Systeme nicht so einfach "Hackbar" sind. Die hängen ja in den seltensten fällen am Public Internet. Aber andererseits läuft auf solchen gehackten Maschinen in 90% der Fälle eine veraltete Software die irgendwann mal installiert und dann nicht mehr upgedatet wurde. Auf diese Art werden ja auch immer wieder Kundendaten von OnLine Shops oder Benutzeraccounts von Foren abgegriffen. Solange alles läuft braucht man ja kein Update zu machen. Sch*** doch auf die Sicherheitslücken. Wird schon nix passieren. :rolleyes:

Eine andere Möglichkeit ist natürlich das man einen Mann direkt vor Ort hat. So war ja auch der Hack auf das Playstation Network von Sony damals ausgeführt worden. Deren Server waren zwar softwaremäßig auf dem neuesten Stand. Aber der "Serverbetreuer" vor Ort war gekauft und installierte eine Backdoor durch die die Angreifer fröhlich nach Lust und Laune ein- und ausmarschieren konnten.

von Spacelab - am 09.04.2015 08:29
Exakt so seh ich das auch. Ich tippe auf nen Insider, der in Erfahrung bringen konnte, wie man von außen rein kommt.

von Chris4981 - am 09.04.2015 09:26
Ist ja eigentlich auch die einfachste Möglichkeit. Wenn die Kohle stimmt findet man immer jemanden der sich schmieren lässt.

von Spacelab - am 09.04.2015 09:29
Bei Überzeugungstätern brauchts dazu nichtmal Kohle...

von DH0GHU - am 09.04.2015 09:42
Die Franzosen tun mir echt ein bisschen leid im Moment. Terror in Paris, Flugzeugabsturz und jetzt auch noch sowas. Wundert mich irgendwie nicht sonderlich, dass die rechten Parteien wie FN kräftig Auftrieb erhalten.

von zerobase now - am 09.04.2015 10:13
Mit dem fetten Kredit aus Moskau kann der FN sich das ja jetzt auch leisten...
Und es ist nicht die einzige aus Moskau finanzierte faschistische Partei.
Merke: ukrainische Faschisten = böse, alle anderen westeuropäischen Faschisten = nützlich.

von iro - am 09.04.2015 10:41
Der TV-Sender der Deutschen Welle wurde doch auch schon vor einigen Jahren aus dem Nahen Osten gestört. Zitat Wikipedia: "Am 7. und 8. Dezember 2009 wurde der auch von DW-TV genutzte Transponder auf Hotbird 8 gestört. Nach Aussagen des Satellitenbetreibers Eutelsat konnte man den Störsender eindeutig im Iran lokalisieren.[4] Der Betreiber versuchte damals durch Hochfahren der Sendeleistung den störungsfreien Empfang zu ermöglichen, daraufhin wurde aber auch das Störsignal verstärkt.[5] Als Ursache für die Störungen wird die Zensur der Berichterstattung über die Unruhen und die Proteste von Oppositionellen im Iran vermutet."

von Cha - am 09.04.2015 15:43
Ja stimmt! Da war doch mal was... Allerdings ging es damals rein nur um das Stören eines Programms. Bei TV5 soll angeblich versucht worden sein eigenen Inhalt auszustrahlen. Aber das soll nicht funktioniert haben. Auf France Inter hieß es eben das man vermutet jemand aus höherer Position bei TV5 habe da seine Hände mit im Spiel. Denn es wurden ja auch alle Facebook und Twitter Konten gehackt. Alle diese Konten hätten lange komplexe Passwörter gehabt und es gäbe nur wenige Personen die alle diese Passwörter kannten und diese Personen seinen in höheren Positionen angestellt. Irgendwie beängstigend... Vor allem sehe ich jetzt die Rechten noch mehr im Aufwind. :rolleyes:

von Spacelab - am 09.04.2015 16:36
Bei einen gespräch mit einem Techniker von SES Astra unterhielt ich mich auch mit Ihm über Möglichkeiten einen Transponder zu kapern. Das war zu den Anfangszeiten mit analogem Satsignal vielleicht noch irgendwie möglich. Bei digitaler Übertragung des zu sendenden Signales ist das von außen her fast nicht möglich, jedoch kann ich mit genügend Sendeleistung das normalerweise zu sendende Nutzsignal schon so stören, daß dann der Transponder nichts mehr sendet, da er nicht weiß was er senden soll.

von HansEberhardt - am 09.04.2015 17:23
Ein Sattelt ist ja eigentlich nix anderes als eine Relaystation .
Ein Signal wird auf der Eingabefrequenz gesendet und vom Sattelten auf der Ausgabefrequenz umgewandelt sodass da gesendet wird.

Wird nun ein stärkeres Signal als üblich gesendet, empfängt der Satellit es und gibt es auf der Ausgabefrequenz wieder aus und wer zufällig auf der Frequenz ist, sieht erst mal nix mehr und denkt der Sender sendet nicht mehr und schaltet ab oder um.

von DABM - am 09.04.2015 18:06
Zitat
DABM
Ein Sattelt ist ja eigentlich nix anderes als eine Relaystation .
Ein Signal wird auf der Eingabefrequenz gesendet und vom Sattelten auf der Ausgabefrequenz umgewandelt sodass da gesendet wird.

Wird nun ein stärkeres Signal als üblich gesendet, empfängt der Satellit es und gibt es auf der Ausgabefrequenz wieder aus und wer zufällig auf der Frequenz ist, sieht erst mal nix mehr und denkt der Sender sendet nicht mehr und schaltet ab oder um.


Bei Analog-Satelliten war das sicher noch möglich, aber bei den Digital-Satelliten? Da kann man wohl einiges bewirken, aber vermutlich ganz auszulöschen ist schon eine schwierige Sache. Nun den mit "Helfershelfern" lässt sich aber schon einiges anstellen.

von drahtlos - am 09.04.2015 18:19
Es gibt keine Analog- oder Digitalsatelliten. Die Transponder arbeiten letztendlich auch heute analog. Signal empfangen, auf andere Frequenz umsetzen, verstärken und wieder ausstrahlen.
Wenige Minuten nach der Analogabschaltung kamen über die gleichen Transponder digitale Signale in HD. Da hat niemand mal eben da oben den Satelliten ausgetauscht, das ist der gleiche wie vorher.

Auch Antennen, LNBs, Verstärkern usw. ist egal, ob da nun analoge oder digitale Signale empfangen werden, auch wenn die Antennenindustrie seit Jahrzehnten an Stereo-, Farb-, Privatfernseh-, Digital- und nun HD und 3D-tauglichen auglichen Antennen verdient.
Eine UHF-Antenne, die vor über 50 Jahren zum Sendestart des ZDF auf einem Dachboden installiert wurde, kann auch in ein paar Jahren noch DVB-T2 in HD empfangen, eine 10 Jahre ältere VHF-Antenne für das 1. empfängt problemlos DAB+.

von Marc_RE - am 09.04.2015 21:25
Hier eine "Theorie" wie das passieren konnte: https://twitter.com/vinzniv/status/586191389198852098

:wall:

von DX-Matze - am 10.04.2015 00:28
Nicht Vergessen das dies schonmal passiert ist.
2008 haben Hacker eine Atomexplosion in das Wetterpanorama des Tschechischen Fernsehens eingespeist:
https://www.youtube.com/watch?v=LDHkOd9hBJE

von SK1 - am 10.04.2015 06:30
Ist doch ganz klasse sich den weltweit in 200 Ländern verbreiteten Kanal zu Eigen zu machen. Da braucht es keinen Aufbau eigener Infrastruktur eines IS Senders :joke:

Man benötigt doch nur ein paar feierabendmotivierte Mitarbeiter, die einfache Kennwörter vergeben. Firewalls entsprechend schlecht eingestellt und schon geht es los.

Das erste gehackte Atomkraftwerk, das UNS um die Ohren fliegt steht garaniert auch in unserem befreundeten Nachbarland :wall:

Mir hat eine Neuexilfranzösin letzte Woche erzählt, sie sei aus der Republik geflüchtet weil es keine Chance zu Reinvestitionen gäbe (d.h. alles wird auf Abschreibung des Bestandes produziert). Per Gesetz müssten erst die Sozialleistungen vollständig erbracht werden. So ähnlich wie in der DDR !

von Frankfurt - am 10.04.2015 11:16
Zitat
DX-Matze
Hier eine "Theorie" wie das passieren konnte


Ist leider in französisch verschlüsselt.

von Marc_RE - am 10.04.2015 14:53
Jetzt ist bekannt, wie der Hack funktionierte: Das Kennwort steht auf einem Zettel im Hintergrund dieses Bildes: https://twitter.com/vinzniv/status/586191389198852098


:bruell:

von Bolivar diGriz - am 11.04.2015 06:22
War das wirklich vor dem Hack ausgestrahlt worden? Oder ist das ein Bild aus der Nachberichterstattung? Wurde das vor dem Hack ausgestrahlt, also Sorry, aber dann waren sie es selbst schuld. Jetzt ist dieser Screenshot bei Twitter vom Livestream aufgenommen. Auf dem HD Kanal dürfte alles glasklar zu lesen gewesen sein.

von Spacelab - am 11.04.2015 07:09
Angeblich stammt wurde dieses Bild ert nach dem Hack ausgestrahlt:
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6456918/der--grobe-fehler--passierte-erst-nach-dem-angriff.html

von HansEberhardt - am 11.04.2015 07:53
Um so schlimmer. Immerhin lautete das Passwort für Youtube übersetzt wohl "passwortfüryoutube". Wenn die alten Passwörter nicht so kompliziert waren, ist es ein Wunder, daß das erst jetzt passiert ist.

von Marc_RE - am 11.04.2015 09:49
Wenn die Passwörter dort an Zetteln an die Wand gepinnt sind, und zudem noch so extrem einfach sind (und vermutlich auch nie geändert werden), dürfen die sich nicht wundern. Auch ein Besucher oder die Putzfrau konnte sie abschreiben. Das andere Extrem hilft auch nicht zur Sicherheit: Bei uns müssen alle 6 Wochen die Kennwörter geändert werden. Sie müssen exakt 8 Zeichen lang sein, mindestens ein Sonderzeichen und mindestens eine Zahl enthalten. Sie dürfen sich nicht wiederholen, und ein Programm filtert "zu einfache Kennwörter" aus. Mit der Folge, dass sich alle User die Kennwörter aufschreiben. Man klebt sie zwar nicht an die Pinnwand, aber man legt sie zum Beispiel in die Schreibtischschublade, oder unter die Tastatur.

von Bolivar diGriz - am 12.04.2015 05:29
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