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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rolf, der Frequenzenfänger, Terranus, Köllepözer, Hagbard Celine, sun NRW, Georg Acher, Handydoctor, Schwabinger

Mal wieder was über DAB

Startbeitrag von Schwabinger am 29.07.2004 19:01

Quelle
www.radiotrax.de/lyricx.htm

(Wusste zwar nicht, dass das ehemalige DSR "Digitales SUPER Radio" anstatt Digitales Satelliten Radio geheißen haben soll, aber was soll's).

Digital - die Qual der Wahl
Suche nach der optimalen Hörfunk-Übertragungstechnik

Hörfunk soll in Deutschland langfristig nur noch digital übertragen werden – das ist Fakt. Doch mit welchem System? Eine Ablösung des traditionellen UKW-Empfangs durch DAB (Digital Audio Broadcasting) scheint in weiter Ferne zu liegen. Obwohl die Medienpolitik seit Jahren versucht, der neuen Technik mit Anschub-Finanzierungen und Werbekampagnen zum Durchbruch zu verhelfen, ist die Akzeptanz nach wie vor gering. Gibt es Alternativen?
Die wichtigsten Vorteile von DAB: Hörgenuss in CD-Qualität, zusätzliche Übertragung von Datendiensten, bessere Versorgung, geringere Kosten für die Anbieter. Doch bisher fehlt es an entscheidenden Impulsen der Geräteindustrie und der Programm-Macher. DAB-Radios sind immer noch zu teuer, die digitalen Zusatzangebote bestehen fast ausschließlich aus billigen Abspiel-Kanälen aus dem PC. Und der Konsument zögert ohnehin. Immerhin wurde in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt mit DSR (Digitales Super Radio) im Kabel schon einmal ein neues Übertragungssystem in den Sand gesetzt. Die zu hohen Preisen erworbenen Zusatzgeräte waren dadurch nur noch reif für den Sperrmüll. Hinzu kommt schließlich noch ein weiterer Aspekt: Gerade private Hörfunk-Anbieter befürchten durch DAB Hörerverluste, da sich der eigentliche Versorgungsbereich wesentlich exakter eingrenzen lässt als bei UKW. ’Angenehme Nebeneffekte’ wie Abstrahlung weit über das Kern-Sendegebiet hinaus oder Überreichweiten wird es nicht mehr geben.

Überblick über Abstrahlung terrestrisch/Kabel

UKW: Die klassische analoge Übertragungstechnik soll definitiv eingestellt werden. Aber wann? Voraussetzung wäre, dass sich zunächst ein digitales System beim Konsumenten etabliert. Das ist aber derzeit überhaupt nicht abzusehen.
DAB: Gilt weiterhin als Favorit für die UKW-Nachfolge. Digital Audio Broadcasting hat zwar in Deutschland immer noch große Probleme, sich auf dem Markt durchzusetzen, Alternativen gibt es jedoch kaum.
DSR: Das Digitale Super Radio war ein erster Versuch in Deutschland, digitale Übertragungstechnik zu etablieren, zumindest im Kabel. Das Projekt scheiterte kläglich und wurde ersatzlos eingestellt.
DVB-T: Wird definitiv die neue terrestrische Übertragungstechnik für TV. Die Umstellung ist in vollem Gange und wird vom Konsumenten akzeptiert. Zusätzliche Hörfunk-Übertragung wäre zwar möglich und eine praktikable DAB-Alternative, ist aber derzeit nicht vorgesehen.
KABEL ANALOG/DIGITAL: Die analogen Angebote bleiben zunächst mal bestehen, digitale Ensembles bieten Zusatzprogramme.

Überblick über Satelliten-Abstrahlung

ANALOG: Immer mehr Programmanbieter geben aufgrund der hohen Kosten die analoge Satelliten-Übertragung auf und senden nur noch digital.
ADR: Astra Digital Radio bietet derzeit noch das umfangreichste Hörfunk-Angebot (z.B. fast alle öffentlich-rechtlichen Programme in Deutschland). In naher Zukunft werden die Anbieter jedoch auf DVB-S umsteigen, was auf ein baldiges Ende von ADR hinauslaufen dürfte.
DVB-S: Durch die Offensive des Pay-TV-Anbieters ‚Premiere’ sind die entsprechenden Decoder äußerst günstig und mittlerweile in deutschen Haushalten weit verbreitet. Neben einem schier überdimensionalen TV-Angebot werden auch immer mehr deutsche Hörfunkprogramme aufgeschaltet. DVB-S ist auf dem besten Weg zum Standard für Satelliten-Nutzer.
WORLDSPACE: Alternatives Satelliten-Übertragungssystem, das auch mobilen Empfang (z.B. im Auto) ermöglicht. In Deutschland jedoch ohne Chance.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass derzeit lediglich Investitionen in Empfangsgeräte für DVB-T und DVB-S sinnvoll sind. Nur diese Übertragungstechniken werden sich definitiv auf lange Sicht etablieren. Wohin der Weg von DAB führt, muss abgewartet werden. Also bleibt’s terrestrisch erst mal bei UKW.

Antworten:

"DVB-T: ... Die Umstellung ist in vollem Gange und wird vom Konsumenten akzeptiert."

Bleibt ihm ja auch nix anderes übrig, wenn er ausser schwarz-weissem Griesel noch was anderes sehen will ;-)

"Wohin der Weg von DAB führt, muss abgewartet werden."

Hehe, nette Logik. Wir wissen leider nicht wohin der Weg führt, weil wir ihn noch nicht gegangen sind. Daher bleiben wir lieber stehen und warten, bis wir ihn gegangen sind. :confused:

BTW: Google liefert zu "Digitales Super Radio" keinen einzigen Treffer :-)

Georg

von Georg Acher - am 29.07.2004 19:23
Es gibt ja schon einige PrivatRadios über DAB,die mit ihrer digitalen Reichweite in der MA aufgetaucht sind. Dagegen gibt es einige Privatfunker die nicht mal die 25000er Schwelle per FM schaffen.



von Handydoctor - am 29.07.2004 20:15
Worldspace soll keine chanche haben, lach....
Worldspace wird erfolgreich in Germany, Frankreich, Spanien etc.
Warum sind so viele Autofirmen am Projekt Alcatel und Worldspace involviert.


Folgendes zu Worldspace


Worldspace wird über den Westbeam das Project :

European Satellite Digital Radio abstrahlen.

Und übrigens geht wohl auch in Japan etwas mobiles an den Start.


European Satellite Digital Radio : the third-generation satellite radio

The digital revolution in radio initially offer capabilities for broadcasting via new channels, like cable TV and satellite. Since, mobile digital radio has appeared in the USA (with offers from XM Satellite Radio and Sirius) and a mobile digital radio project is going on in Japan (with MB-Sat).

Nachzulesen auf
http://www.worldspace-europe.com/htm/gb/radio_future.htm

Da stehen auch die Projekt-Mitglieder.
Ich denke, das Frauenhofer dann in/für 2006 für ungestörten Genuss sorgt.


sun NRW
*************SOUL FOREVER



von sun NRW - am 29.07.2004 22:04
Ich behaupte: Erfolg oder Misserfolg eines Systems entscheidet sich zu einem grossen Teil beim Marketing. VHS oder Windows sind nur zwei Beispiele von Produkten, die hauptsächlich dank geschicktem Marketing die Konkurrenz weit hinter sich lassen konnten. Warum sollte das beim Rundfunk anders sein? Wo sieht man Reklame für DAB oder gar Worldspace? Pay-Radio (was Worldspace künftig ja wohl sein wird) wird es in Deutschland sowieso schon schwer genug haben, also muss da schon eine seeeehr gute Werbeagentur die Vermarktung übernehmen müssen...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.07.2004 22:33
Ned scho wieda DAB, gobier mal hall alla do rei.

Bringt doch nix, geht doch ehh nix vorwärts.



von Terranus - am 29.07.2004 22:41
Eigentlich DAB - aber selbst das bisschen Werbung (im Vergleich zu den anderen Rundfunksystemen ist das allerdings sehr viel) scheint nicht sehr wirksam zu sein, da der Otto-Normalverbraucher sich unter dem Kürzel entweder nix vorstellen kann oder spontan an eine Biermarke denkt. Und ich denke mal, die Werbung ist erst dann heftig genug, wenn FFH auf seine Riesenplakate neben "UKW 105,9 - 100,0 - 100,9" auch noch "und über DAB auf Kanal 12C" schreibt, und bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg, egal bei welchem Rundfunksystem.



von Hagbard Celine - am 29.07.2004 23:35
Der Begriff Digitales Super Radio wurde damals entweder von der Dauner Firma oder von Schwarz-Schillings Beamten zu Werbezwecken in die Welt gesetzt.

Grund: DSR war bundesweit im Kabel.
Da die meißten Empfänger Kombigeräte (Kabel & Satellit) waren, wollte man die Verbraucher mit dem Begriff Digitales Satelliten Radio nicht verwirren (insbesondere nachdem TV-SAT abgewandert war, die Patchantennen wertlos waren und ausschließlich über Kopernikus, der ja kein DTH Sat war, gesendet wurde).

von Köllepözer - am 30.07.2004 00:24
> Für welches digitale Hörfunksystem wird denn in Deutschland am heftigsten geworben?

Ähmm... für gar keines? Ich habe jedenfalls noch nie irgendwo ein Plakat für DAB gesehen. Vor ein paar Jahren, als DAB noch in der Pilotphase war, gab es im Europapark Rust mal einen Stand mit Werbematerial und einem DAB-Empfänger. Heute gibt es den nicht mehr. Werbung für die UKW-Dummfunker hängt dagegen in jeder zweiten Bushaltestelle. Und wenn man bei den Händlern nach DAB-Geräten fragt, wird man meist nur ratlos angeschaut. Ich war neulich beim grössten und seriösesten UE-Händler in Singen, in der Hoffnung, ein Woody 54 mal aus der Nähe zu sehen und vielleicht sogar testen zu können. Tja, ein Woody hatten sie schon, aber nur das uralte 52er-Modell, und das auch noch zu einem unverschämten Preis (verglichen mit den aktuellen Preisen bei eBay). Wie soll man auf diese Weise beim Verbraucher ein Bedürfnis schaffen? Der riesige Markt für Klingeltöne z.B. beweist doch, dass man den Leuten jeden Scheiss verkaufen kann, wenn sich die Werbestrategen Mühe geben...

Betreff "Digitales Super Radio": das DSR-System wurde auch in der Schweiz so ähnlich genannt, nämlich "Digit-Super-Radio". Man wollte dort wohl auch den Begriff "Satellit" nicht im Namen haben, da das schweizerische Paket nur über Kabel zu empfangen war.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.07.2004 06:30
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