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ARD und ZDF braucht kein Mensch

Startbeitrag von DX-Fritz am 11.05.2015 17:30

... meint zumindest der Chef des weltweit expandierenden Online-Videodienstes Netflix, Reed Hastings und rechnet mit dem Untergang der traditionellen deutschen Fernsehsender ARD und ZDF: klick

Ich halte dagegen:
Netflix braucht kein Mensch, das ist bloß wieder eine weitere Variante, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen!

Die 50 interessantesten Antworten:

Ob Netflix dann in 10 Jahren den TATORT anbietet? Ich bezweifle es. Ob das Durchschnittsalter der Deutschen in 10 Jahren signifikant niedriger ist als jetzt? Ohne drastische Maßnahmen im Gesundheitssystem eher unwahrscheinlich.
Ob alle, die heute Fernsehen, bis dahin tot sind? Noch unwahrscheinlicher.
Ob Netflix bin dahin einen Ersatz für journalistische und politische Magazine und Talkshows bietet? Zumindest zweifelhaft. Vor allem für was - Videonachrichten on Demand gibts schon bei den öffis, bei SPON, etc.
Wenn ARD und ZDF so dürften, wie sie wollten, würden sie einfach auch mehr im Netz anbieten.
Ganz richtig: Dank gegebener Alternativen ist es ziemlich unverständlich, sich noch an feste Programmschemata halten zu müssen. Ich schaue, auch deshalb, schon lange nicht mehr fern. Es gibt genug Termine, die man einhalten muss - da brauch ich nicht auch noch "20 uhr Tagesschau" im Kalender, oder "20:15: Von Jauch die Welt erklären lassen".
Also ab ins Netz mit ARD und ZDF.

Ansonsten: Was hätte der gute Hastings denn sonst von sich geben sollen? Dass die Zukunft dem linearen Fernsehen gehört? Seine eigenen Geschäftskonzepte in Frage stellen? Da müßte er ganz schön bescheuert sein...

von DH0GHU - am 11.05.2015 18:27
Es ist klar, dass die Mediathek der ARD Reed Hastings stört. Die Zuschauer können Blockbuster wie den Tatort schauen und müssen nichts bezahlen, weder in der ARD noch auf www.ardmediathek.de.

Zitat

"Dieser Mann hat nicht weniger vor, als das Fernsehen weltweit zu revolutionieren. Sein Name: Reed Hastings. Sein Job: Netflix-Chef. In seiner Welt schauen die Deutschen schon bald nicht mehr am Sonntag um 20:15 Uhr den "Tatort" im Ersten, der jetzt noch regelmäßig 10 Millionen TV-Zuschauer anlockt."


Die Antowrt auf Dummgelaber lautet:

Netflix versteckt Klauseln in Geschäftsbedingungen
http://www.handelsblatt.com/panorama/tv-film/netflix-amazon-maxdome-netflix-versteckt-klauseln-in-geschaeftsbedingungen/11576082-2.html

und ...

Online­video­theken im Test: Was sie bieten – und wie sie funk­tionieren
https://www.test.de/Onlinevideotheken-im-Test-Was-sie-bieten-und-wie-sie-funktionieren-4817574-0/

von Seltener Besucher - am 11.05.2015 18:39
Wir brauchen jetzt nicht zum xten Mal die Argumente pro/contra VoD/lineares TV austauschen.

Gerade ARD und ZDF bieten viel, dem Netflix nichts entgegenzusetzen hat. Für einige mögen Dienste wie Netflix ideal sein, anderen reicht das nicht. Warum geht er ausgerechnet auf ARD&ZDF ein? Betrifft seine Aussage nicht hauptsächlich RTL und Co., die in ihrem Angebot viele Parallelen zum Netflix-Angebot aufweisen?
Auch das Beispiel mit dem Telefon klingt wie Ironie. Mag sein, dass in seinem Umfeld alle nur noch mit dem Smartphone telefonieren; in der Gesamtgesellschaft hat aber noch fast jeder Haushalt einen Festnetzanschluss.

von Zwölf - am 11.05.2015 22:00
Ich kann der These eigentlich in der Tat nur zusatimmen. Für das viele Geld, was die örAs kassieren, liefern sie ein jämmerliches Programm ab. Ok, Netflix spezialisiert sich auf Serien & Filme, schon bei Sport und Dokus ist man da nicht mehr gut bedient. Letztlich aber ist Netflix nur ein Modell des Video-on-demand, bei dem man eine Flatrate zahlt. Noch lieber wäre mir, wenn ich einzelne Serien staffelweise kaufen könnte.

Alledings denke ich auch nicht, dass das lineare TV ganz austerben wird, weder die privaten noch die offentlich-rechtlichen Sender. Ob es aber in Zukunft etwa eine Fußball-WM in vollem Umfang noch im klassischen Free-TV zu sehen geben wird, muss sich noch herausstellen. Die Tatsache, dass der Zuschauer künftig für den Verbreitungsweg (mit)zahlt, ist mit HD+ ja schon fest in der Planung. Da braucht es nur noch die SD-Abschaltung und alle (na ja, die meisten jedenfalls) rennen brav in den Laden und kaufen die Smartcard.

Wer allerdings darauf verzichtet, sich dazu mit dem öffebtlich-rechtlichen Grundangebot zufriedengibt, kann sich zusätzlich noch Netflix leisten, für nur weinige Euro mehr.

Zuletzt halte ich es für unfair, Netflix vorzuhalten, es wäre eien Geldscheffelmaschine. Das sind die Privaten schon lange, und dort wird an der Qualität gespart. Netflix lebt aber genau davon.

von Alqaszar - am 11.05.2015 23:58
Die persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben sind sehr individuell. Bei mir hat es sich inzwischen eingepegelt auf eine Mischung aus linearem TV und Nutzung von Mediatheken, Downloads z. B. von Dailymotion usw.
Ich meide HD+ total (wie ich auch jegliche Dudelsender im Radio ignoriere).
Überwiegend nutze ich ausländische Medien im Originalton.
Netflix brauche ich nicht. Ich habe nicht die Zeit für immer mehr Serien.
Gute alte Serienepisoden kann ich bei Bedarf auch auf 28,2°E gezielt sehen bzw. aufzeichnen, so von CBS Action, Horror Channel, True Entertainment.
Ich muss mich nicht vom Bildschirm dominieren lassen, wie ich es auch ablehne, mein Leben um ein Smartphone herum zu organisieren.

von hetietz - am 12.05.2015 05:08
Naja, wenn man darueber diskutiert, ob man eine Sendung linear zu festgelegten Zeiten im klassischen TV, oder ueber eine Plattform wie Netflix anschaut wann man will, ist das aber etwas anderes, als wenn man eine Diskussion entfacht, ob es Offentlich-rechtliche braucht und wie deren Programme aussehen muessen. Das sind doch 2 Paar Stiefel.

Es gibt durchaus sehr gute Inhalte im Oeffentlich-rechtlichen Fernsehen und die will ich nicht missen, egal ob ich sie mir nun live und linear anschaue, oder dann wann ich will, weil ich sie aufgenommen habe oder via Netflix und Co. ansehen kann. Und dafuer zahle ich auch gerne Gebuehren.

von Habakukk - am 12.05.2015 06:36
Wenn dir das was im normalen TV läuft genügt, nichts. Ich persönlich möchte ohne meine Videothekenflatrate (für Netflix und Co ist auch hier das Internet noch zu langsam) nicht mehr sein. Geschnittene Versionen, fehlende Serienfolgen, wochenlange pausen, willkürliche Reihenfolge, gefühlt mehr Werbung als Film/Serie, wesentlich schlechteres Bild und Ton... Trotz Festplattenreceiver schaue ich schon lange kein normales Fernsehen mehr.

Was solche Streamingdienste angeht lehne ich mich mittlerweile nicht mehr so weit aus dem Fenster wie noch vor ein paar Jahren. Ich hatte damals schon Spotify und Co keine große Zukunft vorausgesagt. Wie man sich doch irren kann. Denn vor 2 tagen stand im Branchenblatt "Musikmarkt" ein Bericht das alleine Spotify mehr Zuhörer hat als alle Webradios zusammen genommen. Tendenz start steigend. Lediglich das klassische Radio hat noch mehr Hörer als alle Musikstreamingdienste zusammen genommen.

von Spacelab - am 12.05.2015 08:15
Zitat

Naja, wenn man darueber diskutiert, ob man eine Sendung linear zu festgelegten Zeiten im klassischen TV, oder ueber eine Plattform wie Netflix anschaut wann man will, ist das aber etwas anderes, als wenn man eine Diskussion entfacht, ob es Offentlich-rechtliche braucht und wie deren Programme aussehen muessen. Das sind doch 2 Paar Stiefel.

Dem stimme ich zu; Stichwort JuKa.

Es sind eben unterschiedliche Bedürfnisse. Es kauft sich ja auch nicht jeder ein Spielfilm-Abo bei Sky. Manche schätzen vlt. auch die Aufnahmemöglichkeiten des linearen Fernsehens (zumindest der meisten Programme), mit der Sendungen räumlich und zeitlich unabhängiger geschaut werden können als über eine online-Plattform; die wenigsten Sendungen im TV-Bereich werden als Download angeboten werden.

Diese Marketing-Aussage sollte vlt. auch gar nicht als gesamtgesellschaftliche Analyse angesehen werden, sondern als Werbung bei einer bestimmten Zielgruppe (Leute die gerne Filme/Serien schauen, bislang hauptsächlich Privatsender schauen da ARD/ZDF relativ wenige Blockbuster-Serien/Filme zeigen und die in ihrem engeren Umfeld vlt. von daher selbst schon mal verallgemeinernd gesagt/gedacht haben "ARD und ZDF braucht kein Mensch")

von Zwölf - am 12.05.2015 09:08
Nur, wer sagt denn, dass nicht auch die klassischen Anbieter in diesen Markt einsteigen? Gut, ARD und ZDF haben aufgrund ungerechter Rechtslage ein Problem - sie werden quasi gezwungen, ein "Echtzeitmedium" mit nur kurzen Speicherfristen im Netz zu bleiben. Ein Anachronismus, der ihre Zukunftschancen tatsächlich schmälert.
Lineare Medien werden in Zukunft vor allem für "Informationen in Echtzeit" da sein. Wenn ich vernünftige Berichterstattung und Debatte zu aktuellen Themen wünsche, ist Radio und Fernsehen eben immernoch besser als Spotify und Netflix. Spotify bringt mir zwischen zwei Musiktiteln keine aktuellen Nachrichten oder Fußballstände. SWR1 hingegen schon.

Ob ein Anbieter von linearen (oder kurzfristig produzierten, abrufbaren) Diensten in Zukunft RTL, Spotify, Netflix, Antenne bayern oder ARD heißt, ist erstmal egal. Wobei bestimmte Inhalte vermutlich weiter nicht marktwirtschaftlich und gleichzeitig sozial produzierbar sein werden. HuffingtonPost (und Co) ist ja schön und gut, aber leben kann davon kaum jemand - die ist oft auch nur ein Karrieresprungbrett. An einem öffentlich-rechtlichen Sektor wird, wenn wir Berichterstattung ohne wirtschaftliche Eigeninteressen wollen, weiter nichts vorbei führen. Selbst die Amerikaner haben den dank NPR.

Aus persönlicher Sicht: Für zig Stunden Serien pro Jahr fehlt mir schlicht die Zeit, die ich dafür Opfern will. Egal ob linear oder auf Abruf. Solche Zeitdiebe habe ich schlicht aus meiner Lebensplanung gestrichen. Wenn ich dann wirklich mal so müde bin, dass nur noch TV-Konsum in den Kopf will ;), schaue ich halt, ob grad 'wo 'was interessantes läuft- das kommt ein paar mal im Jahr vor. Dazu kam in den letzten 12 Monaten 3-4 mal "Montagskino" im ZDF, nachdem ich von Freunden Tipps bekam, was da grad lief (genauer: 007) - und mir war grad danach. Da gibts auch kine Werbeunterbrechung, die mich stören könnte.
Jeweils also nichts Geplantes, sondern klassisch-linearer Konsum. Einzig ebenfalls 2-4 Kinobesuche pro Jahr sind dann noch geplant. Eine vergleichbare optische & akkustische Darstellung in den eigenen vier Wänden wäre viel teurer als Kinoeintritt+Anfahrt :-).
Linearer Medien-Konsum findet bei mir ansonsten täglich im Radio statt, meist in Form von DLF, seltener B5 Aktuell, bei längeren Autofahrten diverse musiklastige Anbieter. Im Auto kommen Spotify & Co für mich eh nicht in Frage - und genau dort höre ich am häufigsten Musik. Und auch dort: Fast nur noch öffentlich-rechtlich, also DLF & ARD.

von DH0GHU - am 12.05.2015 09:12
Zitat
DX-Fritz
... meint zumindest der Chef des weltweit expandierenden Online-Videodienstes Netflix, Reed Hastings und rechnet mit dem Untergang der traditionellen deutschen Fernsehsender ARD und ZDF: klick

Ich halte dagegen:
Netflix braucht kein Mensch, das ist bloß wieder eine weitere Variante, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen!


Das Problem von ARD u. ZDF ist der auch hier im Forum oft diskutierte Gebuehrenzwang, die ehemalige GEZ oder heutige Haushaltsabgabe.

Dieses System stammt eher aus der Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus von Nachkriegs-Europa, in welchem man auch davon ausging, dass sich eine gewisse Bevoelkerungsgruppe fuer gewisse Dinge interessiert, und dies auch im Fernsehen gebracht wird. Heute sind die Interessen in unserer uebersaettigten Gesellschaft zu verschieden, um sie in ARD u. ZDF abbilden zu koennen, und genau deswegen steht dieses System immer wieder in der Kritik.

Nachdem der ARD und dem ZDF das Gesetz hier quasi im Ruecken steht, wirds ARD und ZDF auch noch in 20 Jahren geben, ebenfalls auch die Tagesschau um 20 Uhr. Vermutl. werden ARD und ZDF auch anfangen ihre Dienste per Streaming zu verbreiten, mit irgendeinem Freischalt-Code, den man nur als Gebuehrenzahler bekommt, oder auch zwangsweise bekommt, denn zahlen muss "jeder der die moeglichkeit hat, zu empfangen". Diese Einstellung wird sich bei den oeffentl. rechtlichen nicht aendern, allerdings werden sie den Trend mitmachen muessen, dass der Kunde entscheidet, wann er was sieht.

Ich bin nun auch kein Freund von Netflix, alledings ist Netflix rein optional. Nur der Kunde der es auch will, zahlt. Das Problem dass ich bei solchen Diensten wie Netflix sehe, ist dass man oft als Kunde nicht weis was angeboten wird, und Dinge die man von Netflix in den USA kennt, nicht zwingend in Deutschland angeboten werden. Das weitere Thema ist Abo-Gebuehren und Kuendigung, insbs. im Falle dessen, wenn sich etwas sosehr veraendert, dass man an Netflix kein Interesse mehr hat.

von 102.1 - am 12.05.2015 09:32
Zitat

Spotify bringt mir zwischen zwei Musiktiteln keine aktuellen Nachrichten oder Fußballstände.

Zumindest hier zu lande noch nicht. In verschiedenen Ländern kann man sich auch bei Spotify aktuelle Nachrichten einspielen lassen. Man kann sich sogar aussuchen alle wie viel Minuten das passieren soll. Bei Spotify in Schweden kann man sogar zwischen 3 verschiedenen Nachrichtenlängen wählen.

Zitat

Im Auto kommen Spotify & Co für mich eh nicht in Frage - und genau dort höre ich am häufigsten Musik.

Warum? Genau dort spielen doch solche Streamingdienste ihre stärke voll aus. Ich klicke mir Zuhause in aller Ruhe eine oder mehrere Playlisten (wegen mir für jede Stimmungslage eine) zusammen, lade sie im heimischen WLAN aufs Handy oder Tablet und Abfahrt. Und wenn ich mich mal überraschen lassen oder was neues entdecken will sage ich Spotify auf welchen Musikstil ich gerade Bock habe und lasse mir per Zufallsgenerator etwas vorspielen. So mache ich es beispielsweise Zuhause oder im Büro.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu Netflix und Co. Ich hatte so einen Gutschein für 30 tage Netflix gratis. Dank des lahmen Internets machte das ganze auf niedrigster Qualitätsstufe nicht so wirklich Spaß. Aber es war höchst erstaunlich wie schnell der Algorithmus von Netflix gelernt und mir wirklich passende Serien und Filme vorgeschlagen hat. Ein Klick und ich konnte den Film oder die Serie schauen. Und wenn ich Bock hätte könnte ich mir auch ein langes Wochenende mit Serie XY machen und mir alle Folgen im Marathon anschauen. Ich muss nicht warten bis etwas gesendet wird was mir gefällt. Sondern ich kann mir aussuchen was ich jetzt in diesem Moment sehen will. Für Leute die alle Jubeljahre mal die Glotze einschalten ist das natürlich nichts. Das ist ja als würde ich jemandem der nur alle 4 Wochen mal mit dem Auto ins Nachbardorf zum Großeinkauf fährt ein 400PS Super-Duper-Multi-Trullti-High-Tech Geschoss andrehen. Ich persönlich kann aber schon nachvollziehen warum alleine nur Netflix über 75% des Internettraffics in den USA ausmacht.

von Spacelab - am 12.05.2015 09:44
Zitat
102.2
Ich bin nun auch kein Freund von Netflix, alledings ist Netflix rein optional. Nur der Kunde der es auch will, zahlt.

Und genau das ist der springende Punkt! Wenn ich könnte wäre das allererste was ich abmelden würde die Öffis. Ich weiß damit schwimme ich hier im Forum gegen den Strom weil hier natürlich alle nur Öffis und keiner die *pfui* Privaten schaut. Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht wann die Öffentlich Rechtlichen TV Sender etwas gebracht haben war mich auch nur halbwegs interessiert hätte. Wenn ich die Wahl hätte würde ich lieber den Öffi Radioprogrammen das Geld geben als es dem TV in den Rachen zu schmeißen.

Zitat
102.2
Das weitere Thema ist Abo-Gebuehren und Kuendigung, insbs. im Falle dessen, wenn sich etwas sosehr veraendert, dass man an Netflix kein Interesse mehr hat.

Spotify hat keine Kündigungsfrist. Du bezahlst 9,90€ und hast 30 Tage freien Zugang. Zahlst du nicht hast du auch keinen Zugang. Es läuft also kein Abo oder ähnliches. Bei Netflix hatte ich die Möglichkeit auszusuchen welche Modell ich haben möchte. Entweder wie bei Spotify 30 Tage im voraus ohne jegliche weitere Bindung. Oder in 3, 6, 12 Monatsblöcken wo dann ein entsprechender Rabatt gewährt wird.

von Spacelab - am 12.05.2015 09:59
Zitat
Spacelab

Und genau das ist der springende Punkt! Wenn ich könnte wäre das allererste was ich abmelden würde die Öffis. Ich weiß damit schwimme ich hier im Forum gegen den Strom weil hier natürlich alle nur Öffis und keiner die *pfui* Privaten schaut. Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht wann die Öffentlich Rechtlichen TV Sender etwas gebracht haben war mich auch nur halbwegs interessiert hätte. Wenn ich die Wahl hätte würde ich lieber den Öffi Radioprogrammen das Geld geben als es dem TV in den Rachen zu schmeißen.


Ich denke nicht dass Du hier gegen den Strom schwimmst. Mir stinken die oeffentlich rechtlichen Programme auch, zudem sind die Kosten die dem Buerger via Haushaltsabgabe aufgebuerdet werden viel zu hoch. Nichtmal SWR 3 hat fuer mich einen oeffentlich-rechtlichen Wert, und SWR Info ist mehr ein herzloses Nachrichtenprogramm dass der SWR wie ein Stiefkind behandelt, nichtmal aktiv beworben wird das.

Einzig der Deutschlandfunk hat fuer mich Sinn und ist eine Gebuehr wert, vielleicht 5 Euro im Monat, aber nicht 15 oder 16 Euro.

Das oeffentlich-rechtliche Fernsehen wird halt aufgeblasen, viele Spartenkanaele geschaffen, um die hohen Gebuehren zu rechtfertigen, egal ob's einer zuschaut oder nicht. Wird gezweifelt, wird wieder ein Gesetz geschaffen, dass den oeffentl. rechtlichen Rundfunk staerkt. Je nach dem wie gross die Akzeptanz fuer Obrigkeit des Einzelnen ist, so akzeptiert er auch dieses System.

von 102.1 - am 12.05.2015 10:59
Zitat
Spacelab
Zitat

Im Auto kommen Spotify & Co für mich eh nicht in Frage - und genau dort höre ich am häufigsten Musik.

Warum? Genau dort spielen doch solche Streamingdienste ihre stärke voll aus. Ich klicke mir Zuhause in aller Ruhe eine oder mehrere Playlisten (wegen mir für jede Stimmungslage eine) zusammen, lade sie im heimischen WLAN aufs Handy oder Tablet und Abfahrt.


Genau deshalb würde ich es nicht nutzen, auch wenn die technischen Voraussetzungen da wären. Ich weiß doch Donnerstag abend garnicht, wie lange meine 400-km-Fahrt am Freitag nach der Arbeit dauern wird (zwischen 4 und 6 Stunden ist alles drin), und erst recht weiß ich nicht, auf welche Art von Sendung ich Lust habe. Eher Infos, eher Musik, und bei der dann die ganze Bandbreite von Techno über Rock bis Klassik. Es gab Fahrten, da lief nur SSL, bei anderen BR Klassik oder Klassikradio, andernmals wieder Rockantenne oder BOB! - oder nacheinander verschiedene. Das hängt dann von allem möglichen ab, nur nicht von der Vorliebe am Vorabend.
Und auf Zusammenklicken hab ich nun auch keine Lust. Stichwort Zeitdiebe. Radio unterwegs dient entweder der Berieselung oder der Information. Einschalten, wenns gefällt, dabei bleiben, sonst umschalten. Im Radio habe ich immer ca. 30-50 Playlists und mehrere Info-Kanäle (DLF, B5/SWRinfo,..) zur Auswahl, ohne weitergehend rumklicken zu müssen, ohne vorher 'was runterzuladen, ohne vorher rumzurätseln, auf was ich Bock haben könnte, und, wenns doch was anderes als geplant sein soll, ohne online sein zu müssen.
Ich finde fast immer irgendein Programm, das mir zusagt. Warum also nochmal 10 € im Monat rauswerfen, und dafür auch noch Zeit investieren (was mehr stört als die 10 € - am Geld liegts definitiv nicht, nur an Zeit & Muse). Konservenmusik kaufe ich auch eher "nach Lust und Laune": Wenn ich zufällig gerade in Kauflaune bin, und zufällig ein passendes Geschäft in Reichweite ist, wird halt mal eine CD gekauft. Oder ein Musikvideo bei Youtube angeklickt. Mein "CD-Konservenlager" ist zumindest für manche Musikrichtungen eh groß genug, um nicht auch noch Spotify zu benötigen (meine Klassikrotation dürfte deutlich größer sein als die von Klassikradio ;-) - was ja kein Kunststück ist).

Und wenn ich schon Geld ausgebe: Eine unkomprimierte (Klassik)CD klingt vermutlich besser als Spotify.

von DH0GHU - am 12.05.2015 11:00
Zitat
102.2
Ich denke nicht dass Du hier gegen den Strom schwimmst. Mir stinken die oeffentlich rechtlichen Programme auch, zudem sind die Kosten die dem Buerger via Haushaltsabgabe aufgebuerdet werden viel zu hoch. Nichtmal SWR 3 hat fuer mich einen oeffentlich-rechtlichen Wert, und SWR Info ist mehr ein herzloses Nachrichtenprogramm dass der SWR wie ein Stiefkind behandelt, nichtmal aktiv beworben wird das.


Nun besteht, der öffenltich-rechtliche Rundfunk ja zum Glück nicht nur aus SWR 3 oder SWR Info. Es gibt auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehr gut gemachte Programme und da ist von die Bandbreite doch sehr gross.Ebenso gibt es eben nicht nur ARD und ZDF, sondern eben auch Sender wie ARTE, 3 sat, Phoenix, BR-Alpha oder Tagesschau 24. Dann kann man nun wirklich nicht von Volksverblödung sprechen.

Klar, kann man sich auch jeden Tag mit Ami-Serien berieseln lassen, aber ohne das genaue Angebot zu kennen, gehe ich davon aus, dass mind. 80% des Angebotenen sicherlich nicht dazu angetan ist den Bildungshorizont auch nur in irgendeiner Weise zu erweitern, um es mal vorsichtig auszudrücken. Hier geht es um reine Unterhaltung ohne jeglichen Anspruch oder Bildungsauftrag.

von zerobase now - am 12.05.2015 11:10
Diese ganzen Algorithmen von Spotify, Amazon, und wie sie alle heissen in Ehren, aber das alles ist imho derzeit noch nicht in der Lage, eine ansprechendere Playlist anzubieten als eine von einem Menschen manuell zusammen gestellte Playlist, es sei denn, man steckt wirklich sehr sehr viel Arbeit rein, sein Profil zu schaerfen, oder ist bereit, alle Nase lang die Skip-Taste zu betaetigen.

Und man muss hoellisch aufpassen, wenn man mal irgendwas testweise anhoert, dass das nicht das Profil wieder versaut. Dann hoert man mal zu Weihnachten, weil es passt, irgendeine besinnliche Zithermusik, und schon macht sich das ein halbes Jahr in der Musikauswahl bemerkbar, neben Industrial Rock und Eurodance (der auch nur drin ist, weil man mal aus Nostalgiegruenden wieder paar Titel von Snap oder Culture Beat gehoert hat).

Radio hat da aber halt auch eine seiner Kernkompetenzen verloren, naemlich eine von einem guten Musikredakteur ausgewaehlte Musikzusammenstellung anzubieten, die in sich stimmig ist, zumindest sendungsweise. Die heutigen Radiosender spielen doch nur Kraut und Rueben, alles was der Rechner fuer gut befindet, egal aus welcher Musikrichtung, wird rausgedudelt. Und das kann Spotify natuerlich schon besser.

von Habakukk - am 12.05.2015 11:25
Zitat
Habakukk
Radio hat da aber halt auch eine seiner Kernkompetenzen verloren, naemlich eine von einem guten Musikredakteur ausgewaehlte Musikzusammenstellung anzubieten, die in sich stimmig ist, zumindest sendungsweise. Die heutigen Radiosender spielen doch nur Kraut und Rueben, alles was der Rechner fuer gut befindet, egal aus welcher Musikrichtung, wird rausgedudelt. Und das kann Spotify natuerlich schon besser.

Super formuliert. Der Hauptfeind des Radios ist es selbst, in Form von durchformatierten, seelenlosen Mainstream-Dudlern. Die quotenstarken Hitdudler, Kennzeichen unseres UKW-Bandes, sind letztenendes trotz hoher Quote die Radiosender, die am verzichtbarsten sind.

von DH0GHU - am 12.05.2015 11:38
@DH0GHU: Das ist doch alles möglich. Du steigst ins Auto, schaust aus dem Fenster und sagst "Ich hab Lust auf Techno, Rock oder weiß der Geier was". Du sagst das Spotify und schon läuft der gewünschte Musikstil. Und der läuft wenn es sein muss tagelang ohne Wiederholung.

Klanglich braucht man sich, zumindest bei Spotify (bei den anderen Anbietern ist es teilweise schlechter) keine Gedanken zu machen. Spotify nutzt Vorbis als CODEC und in der höchsten Qualitätsstufe bis 512kb/s. Da lasse ich es aber auf JEDEN Hörtest ankommen. ;-)

Was die Sache mit den "Zeitdieben" angeht ist das persönliche Empfinden zu unterschiedlich. Für mich ist es beispielsweise die reinste Zeitverschwendung auf der Terrasse zu sitzen und dem Gras beim wachsen zuzuschauen. Dafür könnte ich mich stundenlang per Tastendruck durch unzählige Alben zappen und so viel neue Musik entdecken.

arte, 3sat, schnarch und Co sind jetzt aber auch nicht gerade Einschaltquotensensationen. Was doch recht eindeutig zeigt wie hoch das Interesse an solchen Programmen ist. Gerade solche Programme sind doch die Vorzeigebeispiele für den immer wieder vorgeworfenen "erhobenen Zeigefinger" und das "Oberlehrerhafte" der deutschen Öffis. "Viel Wissen, wenig Unterhaltung." Hier zeigt beispielsweise die BBC wie man beides gut verbinden kann. Über tagesschau24 würde ich sogar ganz das Deckmäntelchen des Schweigens decken. Gefühlt 30 Minuten Programm das bis zum erbrechen wiederholt wird und dann sind es auch noch die letzten die berichten wenn irgendwo in der Welt etwas passiert ist. So sehr ich mich auf den Sender damals gefreut hatte, so enttäuscht bin jetzt von diesem. Gutes Nachrichtenfernsehen scheint in Deutschland genauso schwer zu machen zu sein wie Musikfernsehen.

@Habakukk: Selbst wenn der Algorithmus mir teilweise Irische Volklore mit einspielt weil ich da mal aus neugier reingehört habe, liegt die Trefferquote was meinen persönlichen Musikgeschmack angeht immer noch um das Zigfache höher als das was mir Radio Salü, RPReins oder Hitradio Antenne Nasenbär ständig aufs Ohr drückt. Und mit einem Doppeltippen auf die "Weiter" Taste wird der Musikstil komplett heraus genommen. Oder ich entscheide mich halt schon vorher was für einen Musikstil ich hören möchte.

von Spacelab - am 12.05.2015 11:47
Wie gut Radio noch sein kann, hört man bei BBC Radio 2 oder auch Radio 6. Das ist keine Dudelei, sondern in der Regel handelt es sich bei den prägenden Sendungen dort um sorgfältig - nicht von Computerprogrammen - ausgewählte, zusammengestellte und präsentierte Musik.

Von deutschen Sendern finde ich DLF nach wie vor unerlässlich.
Bevor ich mir aber auch nur eine einzige Minute eines deutschen Dudelsenders mit diesen schlimmen Spaßkaspern am Mikrofon freiwillig antue, schalte ich dann lieber noch auf ausländische "Abspielstationen", d. h. ohne Moderation. Solche gibt es z. B. auch per DVB-S genug.

Streamingprogramme möchte ich auf keinen Fall verteufeln.

von hetietz - am 12.05.2015 11:53
Zitat
Spacelab
@DH0GHU: Das ist doch alles möglich. Du steigst ins Auto, schaust aus dem Fenster und sagst "Ich hab Lust auf Techno, Rock oder weiß der Geier was". Du sagst das Spotify und schon läuft der gewünschte Musikstil. Und der läuft wenn es sein muss tagelang ohne Wiederholung.

Klanglich braucht man sich, zumindest bei Spotify (bei den anderen Anbietern ist es teilweise schlechter) keine Gedanken zu machen. Spotify nutzt Vorbis als CODEC und in der höchsten Qualitätsstufe bis 512kb/s. Da lasse ich es aber auf JEDEN Hörtest ankommen. ;-)


Ja eben... ich soll Freigigabytes unterwegs (!) vom Provider für spotify verheizen. Dann reden wir schnell von weiteren 10-20 € im Monat. Wenn ich Lust auf Techno habe, schalte ich Pure FM, Sunshine Live und Co ein. Das kostetet mich Stand heute ca. 2 € / Monat (Anschaffungskosten Pure Highway durch bisherige Nutzungsdauer).
Zeig mir mal das Netz, das hier 512 kbit/s dauerhaft liefert. Bin ja froh, dass GSM-Telefonie bei D2 mittlerweile meist nicht mehr abreißt.
Kommt noch dazu, das Ding unterwegs zu bedienen... Ich möchte ja nicht jede Stunde anhalten, nur um Settings zu ändern.

von DH0GHU - am 12.05.2015 12:31
Zitat
FrankSch
Mein TV-Konsum beschränkt sich im wesentlichen auf Kabarett und Satire (heute-show, extra3, Mitternachtsspitzen, die Anstalt. Randbemerkung, auch wenn das mit TV jetzt nicht direkt was zu tun hat. Ich war dieses Jahr schon zwei mal auf dem SR-Gesellschaftsabend), und Spielshows (Wer wird Millionär, das Quiz im Ersten, und eher selten NRW-Duell).


Solche TV-Sendungen schaue ich auch öfters, und bei Netflix dürften solche Dinge nicht zu finden sein. Schon deshalb weil Netflix mit seinen Inhalten doch nahezu 100% Amerikanisch geprägt ist u. sich sich keine deutschen Produktionen bei diesen finden kann Netflix ARD und ZDF für mich nicht ersetzen.
Das fängt bereits mit Dingen wie Nachrichten oder dem Wetterbericht an. Gibt es bei Netflix etwa Nachrichten aus Deutschland oder eine Wettervorhersage für Deutschland?

von Winnie2 - am 12.05.2015 12:46
Zitat
zerobase now
Zitat
102.2
Ich denke nicht dass Du hier gegen den Strom schwimmst. Mir stinken die oeffentlich rechtlichen Programme auch, zudem sind die Kosten die dem Buerger via Haushaltsabgabe aufgebuerdet werden viel zu hoch. Nichtmal SWR 3 hat fuer mich einen oeffentlich-rechtlichen Wert, und SWR Info ist mehr ein herzloses Nachrichtenprogramm dass der SWR wie ein Stiefkind behandelt, nichtmal aktiv beworben wird das.


Nun besteht, der öffenltich-rechtliche Rundfunk ja zum Glück nicht nur aus SWR 3 oder SWR Info. Es gibt auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehr gut gemachte Programme und da ist von die Bandbreite doch sehr gross.Ebenso gibt es eben nicht nur ARD und ZDF, sondern eben auch Sender wie ARTE, 3 sat, Phoenix, BR-Alpha oder Tagesschau 24. Dann kann man nun wirklich nicht von Volksverblödung sprechen.


Stimmt auch wieder, nur da geht es um die von Dir genannten Programme, und gerade dieser Punkt zeigt, wiessehr die ersten beiden TV Programme, also ARD und ZDF nichtmehr ihre urspruengliche Form erfuellen.

Zitat
zerobase now
Klar, kann man sich auch jeden Tag mit Ami-Serien berieseln lassen, aber ohne das genaue Angebot zu kennen, gehe ich davon aus, dass mind. 80% des Angebotenen sicherlich nicht dazu angetan ist den Bildungshorizont auch nur in irgendeiner Weise zu erweitern, um es mal vorsichtig auszudrücken. Hier geht es um reine Unterhaltung ohne jeglichen Anspruch oder Bildungsauftrag.


Das Problem ist, dass diese Serien zumindest einen einzigen Bildungsauftrag erfuellen koennten, und zwar die Sprache bzw. das fliessende Verstehen dessen. Nur den Horizont div. Ami-Serien noch auf Deutsch zu synchronisieren, ist fuer mich das Niedrigste was es gibt. Da nimmt man dann auf viele insbs. aeltere Buerger in den neuen Bundeslaendern Ruecksicht, die eben nie wirklich Zugang zu westlichen Fremdsprachen hatten. Viele Serien sind auch nicht als Film gemacht, sondern USA-seitig als Hintergrundbegleitung, - daher ist auch die Handlung oft so seicht.

von 102.1 - am 12.05.2015 13:15
@DH0GHU: Natürlich wird nicht 1zu1 direkt gestreamt. Es wird immer zwischengespeichert. Außerdem kannst du ja auch die Qualität heruntersetzen wenn dir beispielsweise das Übertragungsvolumen so wichtig ist. Oder du lädst dir eine oder mehrere der unzähligen Redaktionell betreuten(!) vorgefertigten Playlists im heimischen WLAN herunter. Und wenn dir das zu viel Zeit stielt dann leg das Handy zur Seite und mach was anderes während dieses herunterlädt. Du musst ja nicht da sitzen und zuschauen. Aber ich merk schon, wer partout nicht will findet immer Krumen im Käse.

@Winnie2: Es behauptet ja auch niemand das Netflix jetzt der Weisheit letzter Schluss und alles andere jetzt Überflüssig ist. Netflix ist, genauso wie Sky, lediglich ein Zusatzangebot. Nicht mehr und nicht weniger. Es trifft nur offenbar genau den Nerv der Zeit. Auch muss man immer die Zielgruppen im Auge behalten. Die Leute die Netflix und Co nutzen sind in den allerwenigsten Fällen die gleichen die sich Abends um 8 schnell vor den Fernseher setzen weil gleich die Tagesschau anfängt.

von Spacelab - am 12.05.2015 13:22
@Spacelab: genau das ist der Punkt. Ich brauche es nicht. Nicht, weil ich es mir nicht leisten könnte, nicht weil ich garkein Smartphone habe, sondern weil ich es nicht brauche. Keinen Bedarf habe. Keine Lust habe, herumzurunterladen und zu konfigurieren. Weil mir lineares Radio im Auto vollkommen ausreicht. Ich lasse mich nicht zum Markt für neue Produkte erklären, nur weil ein Anbieter diesen Markt braucht, um seine Rendite zu verbessern. Wenn ich ein Produkt brauche, suche ich mir den Anbieter. Nicht umgekehrt. Don't call me, I call you. Ich bin doch nicht Erfüllungsgehilfe fleissiger Investoren. Nur weil etwas "en vogue" ist, brauche ich mich nicht in den Dienst der Anbieter zu stellen. Netflix gehts nur um Eines: Geld verdienen. Möge sich vor diesen Karren spannen lassen, wer will. Nur des Karrens wegen werde ich das nicht tun. Wenn ichs brauche, werde ichs nutzen. Und nicht herumtönen, wie toll die Welt von Spotify und Co doch ist, sondern einfach ein Angebot nutzen, das mir das Erreichen eines Ziels komfortabel ermöglicht. Des Ziels wegen, nicht des Weges wegen.

Ich könnte mich aufgrund meines Nutzerverhaltens natürlich auf das Niveau dieses arroganten Netflix-Oberkaspers runterlassen und sagen "Netflix und Spotify braucht kein Mensch".
Genau das machen die Vergötterer von Netflix und Spotify: Für die ist das "die Zukunft". Solls halt ihre Zukunft sein. Die sollen einfach akzeptieren, dass es unterschiedliche Nutzerinteressen gibt. Punkt.


Zusammengefasst: Mir gehts um die Absurdität der hochgradig arroganten Aussage "Braucht kein Mensch". Die Aussage ist widerlegt, sobald EIN Mensch sagt, er braucht es. QED. Nur weil das irgendeinem Stakeholder nicht paßt, ist das noch lange nicht nicht widerlegt.

von DH0GHU - am 12.05.2015 13:44
Mich aergert halt immer diese Schwarzweiss-Denke. Es hat halt alles seine Berechtigung und so wie das Auto nicht das Fahrrad abgeloest hat, oder man keine Schokolade mehr essen kann, nur weil jemand das Schnitzel erfunden hat, so ist das hier halt auch. Trotz Facebook gibt es immer noch Foren wie dieses hier, trotz Whatsapp gehen immer noch viele E-Mails hin und her, trotz Smartphones wird es weiter PCs geben, und auch Netflix/Spotify werden nichts dran aendern, dass es auch weiter Leute geben wird, die sich einfach nur vor die Glotze hocken wollen und das schauen wollen, was grad so kommt, die eine CD oder Schallplatte einlegen wollen, oder vielleicht einfach nur Radio hoeren wollen, weil das alles so schoen einfach geht.

Irgendwelche blumigen Aussagen solcher Typen dienen ja nur dazu, ihr Produkt noch mehr ins Gespraech zu bringen. Eigentlich den Aufreger gar nicht wert.

von Habakukk - am 12.05.2015 14:03
@DH0GHU: Und genau darauf wollte ich hinaus. Und das habe ich hier ja auch schon mehrfach geschrieben. Das Nutzungsverhalten ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Was für den einen die Erfüllung eines feuchten Kindheitstraums ist, ist für den anderen totaler Käse.

Zitat

Netflix gehts nur um Eines: Geld verdienen.

Ja klar. Zum Glück! Denn wenn sie das Geld vorne und hinten reingeschoben bekämen wie unsere Öffis dann käme dort wohl das gleiche solala und tralala Programm heraus. Ein überfetteter zahnloser Tiger.

@Habakukk: Volle Zustimmung! Aber das der kleinste Funke ausreicht um wieder einen riesen Aufreger zu provozieren zeigt ja das hier irgendwas nicht stimmen kann und die Gebührenzahler unzufrieden sind.

von Spacelab - am 12.05.2015 14:16
Zitat
Spacelab
@Winnie2: Es behauptet ja auch niemand das Netflix jetzt der Weisheit letzter Schluss und alles andere jetzt Überflüssig ist. Netflix ist, genauso wie Sky, lediglich ein Zusatzangebot. Nicht mehr und nicht weniger. Es trifft nur offenbar genau den Nerv der Zeit. Auch muss man immer die Zielgruppen im Auge behalten. Die Leute die Netflix und Co nutzen sind in den allerwenigsten Fällen die gleichen die sich Abends um 8 schnell vor den Fernseher setzen weil gleich die Tagesschau anfängt.


Ich habe mir das Interview mit Hr. Hastings in der FAZ mal durchgelesen u. festgestellt dass die Formulierung "ARD und ZDF braucht kein Mensch" nicht von Hastings selber stammt sondern vom Journalisten stammt der Hastings interviewt hat.
Es ist demnach die Meinung des Journalisten welche sich dieser aufgrund Hastings Aussagen zusammengereimt hat.

von Winnie2 - am 12.05.2015 14:23
Interessant finde ich ja immer wie die Öffis es schaffen selbst absolute Highlights spielend in den Boden zu rammen. Beispiel "Breaking Bad" im ZDF. Sendezeit am Freitag unterschiedlich zwischen 23:15 Uhr und 0 Uhr! Und dann fing man mit der zweiten Folge der zweiten Staffel an! Selbst Leute die irgendwo die erste Staffel gesehen hatten, hatten hier den Faden verloren. Dann brach man nach wenigen Folgen mit der Mitteilung ab "Die Serie war ein Flop. Wollte keiner sehen." Da weiß man doch echt nicht ob man :D oder :wall: soll. Mit der Serie "Lost" hat man es hingegen gar nicht erst probiert. Die Serie hatte man zusammen mit ein paar Filmen zusammen im Paket gekauft und umgehend an ProSieben weiter verscherbelt. "Die Serie passt nicht in unser Programmschema."

Erstaunlich wie wenig mühe es kostet sich selbst absolut wasserdichte Blockbuster durch die Lappen gehen zu lassen. :D

von Spacelab - am 12.05.2015 14:45
Zitat
Spacelab
Zitat
102.2
Ich bin nun auch kein Freund von Netflix, alledings ist Netflix rein optional. Nur der Kunde der es auch will, zahlt.

Und genau das ist der springende Punkt! Wenn ich könnte wäre das allererste was ich abmelden würde die Öffis. Ich weiß damit schwimme ich hier im Forum gegen den Strom weil hier natürlich alle nur Öffis und keiner die *pfui* Privaten schaut. Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht wann die Öffentlich Rechtlichen TV Sender etwas gebracht haben war mich auch nur halbwegs interessiert hätte.


:spos: :spos: :spos:

von Cha - am 12.05.2015 14:47
Achja, die Abschaffung der Rundfunkgebühren mal wieder als Dauerthema.
Leute, es gibt nunmal gesamtgesellschaftliche Aufgaben, zu denen auch nicht martkwirtschaftlichen Zwängen unterliegenden Medien (Baustelle: Politische Zwänge sollten stärker vermieden werden) gehören - das kostet nunmal die Gesellschaft als Ganzes auch ein wenig Geld. Oder wollen wir nur noch Leitmedien, die, wie in den USA, von irgendwelchen Oligarchen gelenkt werden? Gute Nacht.

Verantwortungsbewußtsein geht nunmal über den eigentlichen Geldbeutel hinaus. Ich werde ja auch nicht zum libertären Super-Kapitalisten, der die Abschaffung des Sozialstaats fordert, nur weil ich als Gutverdiener persönliche Vorteile daraus ziehen würde. So zahle ich auch bereitwillig meine TV-Gebühren, ohne auch nur Ansatzweise einen Nutzen daraus zu ziehen. Schon, weil ich es moralisch unverantwortlich halte, wenn sich ANDERE nur deshalb keinen Zugang zu Medien mehr leisten könnten, weil ICH Geld sparen will. Dazu muß ich nichtmal alles gut finden, was die ÖRs verbocken (z.B. Hitradios wie Jump oder die Quotengeilheit um 20:15). Man sollte niemals den eigenen Tellerrand zum Rand des Universums erklären. Das haben offenbar einige Mitmenschen / Mitforisten vergessen.

von DH0GHU - am 12.05.2015 15:12
Zitat
DH0GHU
Achja, die Abschaffung der Rundfunkgebühren mal wieder als Dauerthema.
Leute, es gibt nunmal gesamtgesellschaftliche Aufgaben, zu denen auch nicht martkwirtschaftlichen Zwängen unterliegenden Medien (Baustelle: Politische Zwänge sollten stärker vermieden werden) gehören - das kostet nunmal die Gesellschaft als Ganzes auch ein wenig Geld. Oder wollen wir nur noch Leitmedien, die, wie in den USA, von irgendwelchen Oligarchen gelenkt werden? Gute Nacht.

Verantwortungsbewußtsein geht nunmal über den eigentlichen Geldbeutel hinaus. Ich werde ja auch nicht zum libertären Super-Kapitalisten, der die Abschaffung des Sozialstaats fordert, nur weil ich als Gutverdiener persönliche Vorteile daraus ziehen würde. So zahle ich auch bereitwillig meine TV-Gebühren, ohne auch nur Ansatzweise einen Nutzen daraus zu ziehen. Schon, weil ich es moralisch unverantwortlich halte, wenn sich ANDERE nur deshalb keinen Zugang zu Medien mehr leisten könnten, weil ICH Geld sparen will. Dazu muß ich nichtmal alles gut finden, was die ÖRs verbocken (z.B. Hitradios wie Jump oder die Quotengeilheit um 20:15). Man sollte niemals den eigenen Tellerrand zum Rand des Universums erklären. Das haben offenbar einige Mitmenschen / Mitforisten vergessen.


Jetzt sind wir leider wieder bei dem Thema angelangt. Schade. Nur wirft die Ueberschrift "ARD und ZDF braucht kein Mensch" automatisch die Gebuehrenfrage des oeffent. rechtlichen Rundfunks auf.

Denn Sinn des oeffentlich rechtlichen Rundfunk wuerde ich oder man eher weniger bezweifeln, waehre er weniger aufgeblaeht, und guenstiger. Ein "Baisprogramm" von 3 oder 4 Programmen tuts allemal auch, und dies fuer 5 bis 7 Euro pro Monat.

von 102.1 - am 12.05.2015 15:21
Interessant. Meine Aussage war heute Morgen wohl zu radikal, um hier im Forum veröffentlicht zu werden, deswegen nochmal zur Sicherheit.

ARD und ZDF ist genauso pauschal wie Pro7Sat1 oder ähnliches. Was aus meiner Sicht in der Tat übeflüssig ist, ist der Einkauf billig produzierter Serien, die dann angeblich auch noch Kultstatus haben, anstelle die Gebühren mit Eigenproduktionen zu rechtfertigen. Bei der seltsamen Ausstrahlungspolitik des ZDF, wie hier geschildert, sind Serien tatsächlich besser bei Netflix aufgehoben. Deshalb gleich lineare Angebote derart in Frage zu stellen ist ein Schmarrn, und das die Springer-Presse so etwas auch noch nach nach außen ventilliert, verwundert nicht, Mal etwas OT: In Zeiten von Bezahlschranken&Co. finde ich ein Angebot wie tagesschau.de und die Tagesschau App sehr sinnvoll. Dass da die großen Verlage Gift und Galle spucken, weil ihnen dadurch ein Bezahlmodell unattraktiv gemacht wird, ist auch kein Wunder. Nur: Auch dafür bezahlen selbst die Herren, die die Abschaffung fordern.

Also: Reformieren ja, abschaffen auf gar keinen Fall.

von rolling_stone - am 12.05.2015 15:41
Zitat
Winnie2
Zitat
Spacelab
@Winnie2: Es behauptet ja auch niemand das Netflix jetzt der Weisheit letzter Schluss und alles andere jetzt Überflüssig ist. Netflix ist, genauso wie Sky, lediglich ein Zusatzangebot. Nicht mehr und nicht weniger. Es trifft nur offenbar genau den Nerv der Zeit. Auch muss man immer die Zielgruppen im Auge behalten. Die Leute die Netflix und Co nutzen sind in den allerwenigsten Fällen die gleichen die sich Abends um 8 schnell vor den Fernseher setzen weil gleich die Tagesschau anfängt.


Ich habe mir das Interview mit Hr. Hastings in der FAZ mal durchgelesen u. festgestellt dass die Formulierung "ARD und ZDF braucht kein Mensch" nicht von Hastings selber stammt sondern vom Journalisten stammt der Hastings interviewt hat.
Es ist demnach die Meinung des Journalisten welche sich dieser aufgrund Hastings Aussagen zusammengereimt hat.


Kannst du mal zitieren, wie es in der FAZ formuliert ist? Im Welt-Artikel liest sich das ja ziemlich eindeutig und sogar als wörtliches Zitat:
Zitat

"ARD und ZDF braucht kein Mensch", sagte Hastings.


Und Privatunternehmen wie der Welt sollen wir in Zukunft die Medien (inkl. Berichtserstattung) überlassen...?

von Zwölf - am 12.05.2015 15:57
@rolling_stone: Es gibt halt in der Tat Serien die absoluten Kultstatus haben. So etwas sind Quotengaranten. Wie man bei RTL, ProSieben und Co sehen kann. Ein deutsches "Game of Thrones" oder "Sleepy Hollow" würde ich allerdings auch gerne mal sehen. :D

Zitat

Und Privatunternehmen wie der Welt sollen wir in Zukunft die Medien (inkl. Berichtserstattung) überlassen...?

Naja die Tagesschau hat sich gerade in der jüngsten Vergangenheit ja auch nicht gerade mit Ruhm bekläckert. Da brauch keiner mit dem Finger auf andere zu zeigen. Der Zuschauer/Zuhörer/Leser muss schon selbst für eine ausgewogene Berichterstattung sorgen.

von Spacelab - am 12.05.2015 16:06
Zitat
Zwölf
[

Kannst du mal zitieren, wie es in der FAZ formuliert ist? Im Welt-Artikel liest sich das ja ziemlich eindeutig und sogar als wörtliches Zitat:
Zitat

"ARD und ZDF braucht kein Mensch", sagte Hastings.


Und so liest es sich in der FAZ:

Zitat

FAZ: Braucht es dann noch traditionelle Fernsehsender wie ARD, ZDF oder RTL?

Hastings: Ich vergleiche die Sender gerne mit dem Telefon. Natürlich gibt es noch das Festnetz, hier in meiner Hotelsuite steht auch so ein Gerät herum. Aber das benutzt kein Mensch. Alle haben Smartphones.


Indirekt also schon: Festnetztelefon benutztkein Mensch, lineares TV benutzt kein Mensch. Nur diplomatischer formuliert.
Parallel dazu twittert SWR Info: "Gibt es bald ein Gerät, mit dem man einfach nur telefonieren kann?" Verrückte Welt.


von rolling_stone - am 12.05.2015 17:13
Ich finde hier werden gerade ein bißchen Äpfel mit Birnen verglichen. Will sagen: Die ganzen Streamingdienste wie Netflix & Co stehen doch gar nicht in Konkurrenz zum linearen TV (egal ob ö/r oder privat), deshalb werden sie dieses auch niemals ersetzen können. Ich sehe diese Dienste eher als Konkurrenz zur klassichen Videothek.

Früher wenn nichts gescheites im Fernsehen kam, oder wenn man mal Lust auf einen FSK-18-Film hatte, dann ging man halt zur örtlichen Videothek und lieh sich dort einen Film aus, welchen man am nächsten Morgen dann wieder zurück brachte. Und genauso wie die Videotheken, welche es ja nun schon seit einigen Jahrzehnten gibt, das klassiche TV nicht verdrängt haben, genau so werden auch die Online-Dienste das klassische lineare TV nicht verdrängen, sondern allenfalls ergänzen können.
Für viele Dinge (Nachrichtgen, aktuelle Ereignisse, live-Übertragungen z.B. von Sport- oder kulturellen Ereignissen...) wird das lineare TV weiterhin unverzichtbar bleiben.
Die klassiche Videothek aber, also das wo man erst mal hinfahren muß um einen physischen Datenträger abzuholen, wird aber wohl früher oder später aussterben...

Und auch Spontify sehe ich weniger als Konkurrenz zum Radio sondern mehr als Konkurrenz zum klassichen Musik-Kauf (CD, Download...).
Übrigens: Radio ist das zwischen der Musik!

von Loger - am 12.05.2015 18:20
Zitat
Kay B
@ zerobase now

Zitat

(...) dafür aber die Grundversrogung in Frage zu stellen, ist allerdings mehr als durchsichtig und dreist.


Grundversorgung = DLF.
Rest = öffentlich finanzierte Dauerkirmes.

Die Grundversorgung an Unterhaltungskontent sehe ich beim DLF alleine aber als nicht mehr zeitgemäß an. Grundversorgung heißt ja, ein Angebot das so vielfältig ist, dass man (im Notfall) auf alle anderen Programme verzichten könnte. (Z.B. wenn alle anderen Programme/Angebote kostenpflichtig sein sollten und man sich diese nicht leisten kann)

von Zwölf - am 12.05.2015 21:34

Re: "ARD und ZDF braucht kein Mensch"

Hier ist der Link zum Interview:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/netflix-gruender-reed-hastings-im-gespraech-13584327.html

Netflix-Gründer Reed Hastings
„ARD und ZDF braucht kein Mensch“


Netflix-Gründer Reed Hastings revolutioniert das Fernsehen.
Und das Arbeitsleben: Jeder soll so viel Urlaub machen, wie er mag.
10.05.2015, von Bettina Weiguny

Im Text ist dann auch RTL genannt, in der Überschrift aber weggelassen:

>> Frage: Braucht es dann noch traditionelle Fernsehsender wie ARD, ZDF oder RTL?

Antwort: Ich vergleiche die Sender gerne mit dem Telefon. Natürlich gibt es noch das Festnetz, hier in meiner Hotelsuite steht auch so ein Gerät herum. Aber das benutzt kein Mensch. Alle haben Smartphones.

von Manfred Z - am 13.05.2015 10:23
Ich frag mich halt nur, was schlimmer ist? Die schlampige (oder zumindest Sachverhalte verkuerzende) Arbeit der Zweit-/Drittverwerter oder die reisserische Ueberschrift der FAZ mit einem vermeintlichen Zitat (da stehen immerhin Anfuehrungsstriche!!!).

Ich finde, mit so einer Ueberschrift geht es doch schon los, dass Aussagen nicht mehr 100%ig korrekt dargestellt werden. Eine Ueberschrift in Anfuehrungsstrichen suggeriert nun mal ein woertliches Zitat des im Artikel Befragten.

Es faellt mir immer haeufiger auf (auch in der hiesigen Tageszeitung), dass Ueberschriften und Artikel oft nicht 100% zusammen passen. Da sind in der Ueberschrift schon Leute tot, bei denen man im Artikel nur vermutet, dass sie es sind. Da hat eine Partei laut Ueberschrift schon etwas beschlossen, was im Artikel dann nur der Hirnfurz irgendeines Parteimitglieds war, der dort ueberhaupt nix zu sagen hat.

Mich aergert das.

von Habakukk - am 13.05.2015 12:56
Das klingt wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Bei der FAZ erfährt man wenigstens im Verlauf des Artikels die Wahrheit was schon mal mehr ist, als bei gewissen anderen Artikeln...

Es geht übrigens auch anders, wie Spiegel online beweist.
Überschrift:
Zitat

Streamingdienst: Netflix-Chef hält klassisches Fernsehen für Auslaufmodell


Hier wird zwar RTL auch nicht erwähnt, allerdings klingt es eher so als sei RTL nicht der Rede wert und bei den traditionellen Fernsehsendern mit eingeschlossen, von denen stellvertretend ARD & ZDF genannt wurden:
Zitat

Netflix-Chef Reed Hastings prophezeit das Ende des klassischen Fernsehzeitalters. ARD oder ZDF brauche kein Mensch, sagte Hastings der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das traditionelle Fernsehen werde durch Streamingdienste im Internet ersetzt.


von Zwölf - am 13.05.2015 13:47
Nunja, es ist aber schon irgendwie auffällig, dass die Unternehmerpresse tendentiell das Unternehmerfernsehen eher weniger erwähnt, den öffentlich-rechtlichen Gegenpol aber grundsätzlich vollumfänglich. Zur Erinnerung: Bertelsmann hält über die Tochter Gruner & Jahr 25,5% am Spiegel-Verlag. Auch bei den anderen Zeitungen hängen genug große Medienunternehmerfamillien drin.
Für die allerdings ist der "Linearitätsverlust" weit weniger schlimm als für ARD & ZDF: Sie dürfen ja auch "Content on Demand" anbieten, ohne anachronistische Limitierungen wie ARD&ZDF.

von DH0GHU - am 13.05.2015 17:01
Ich denke, solange es den oeffentlich rechtlichen Rundfunk geben wird, wirds die Diskussion ueber die Gebuehren geben.

Man zahlt das halt, weil man's muss, nicht weil's einen interessiert. Selbst in UK komme ich von BBC 1 und BBC 2 immer mehr ab, da dort kaum oder weniger Filme laufen, als etwa auf Film4, 5USA oder auch ITV4.

Und Nachrichten lese ich eigentl. fast lieber in der Zeitung, im Internet als im Fernsehen.

Gut, dann gibt's noch Radio 1, mit guter neuer Musik oder Radio 4 mit Nachrichten, Radio ist aber in UK kostenlos

von 102.1 - am 13.05.2015 21:29
Immer schön, wenn das Bildungsprekariat glaubt, ihre Meinung wäre eine Mehrheitsmeinung.
Die Sache ist doch ganz einfach.
Man schaut auf die Einschaltquoten und stellt erstaunt fest, das ARD & ZDF noch vor RTL Marktführer bei allen Zuschauern ab 3 Jahre sind.
Rechnet man dann noch die 3. Programme & Spartenkanäle dazu, kommt man auf einen ÖR Marktanteil von ca. 50% bei allen Zuschauern, der bei Zuschauern ab 60 Jahre noch weit höher ausfällt.

Damit ist das Thema erledigt.

Spannender finde ich die Frage, was eigentlich aus den Privatsendern wird, wenn jetzt Netflix, Watchever und Amazon Prime per VoD mit genau den Inhalten des Kommerzfernsehens (Filme & Amiserien) den Markt aufrollen.

von vossi68 - am 13.05.2015 21:51
Zitat
Spacelab
Klanglich braucht man sich, zumindest bei Spotify (bei den anderen Anbietern ist es teilweise schlechter) keine Gedanken zu machen. Spotify nutzt Vorbis als CODEC und in der höchsten Qualitätsstufe bis 512kb/s. Da lasse ich es aber auf JEDEN Hörtest ankommen. ;-)


Gerne! :D
Ich nutze Spotify nämlich seit einigen Monaten mit Premium Account. Trotz "extremer Qualität", die ich in den Einstellungen gewählt habe, kommt mir der Sound via Spotify gepresster vor. Ganz besonders fällt mir das bei Trance-Sachen auf, wo den Songs ordentlich Dynamik geraubt zu werden scheint. Wenn ich mir dasselbe Stück dann auf einschlägigen Seiten als VBR-MP3 hole, klingt es um Welten besser. Auch die "A State of Trance"-Sendungen klingen über Spotify zwar nicht schlecht, aber halt doch verschnupfter als wenn ich die Show über andere Quellen beziehe.

Zur leidigen Diskussion mit den Privatsendern: Mir gehen 95% der Inhalte auf diesen Kanälen auch am Hinterteil vorbei. Aber gerade Tele 5 wartet dank Kalkofe oder SchleFaZ immer wieder mit Perlen auf. Und auf Nickelodeon laufen für mich als Cartoonfreak nach wie vor immer mal wieder neue, durchgeknallte Serien. Gäbe es diese aber logofrei mit Abspann bei einem der gängigen Streaminganbieter in nativer Auflösung, würde ich diese der linearen Ausstrahlung sofort vorziehen und sogar eine gewisse Summe dafür zahlen.

von Wrzlbrnft - am 14.05.2015 08:20
Zitat
Manfred Z
Zitat
102.2

Also ich brauche weder RTL, noch Sat 1 oder Pro7 oder Tele 5 und so weiter. Zum Glueck verlangen die keine Zwangsgebuehren.....


Wenn du die nicht schaust, wie kannst du dann wissen, welche Produkte du boykottieren musst, damit du nicht über deren Werbung für diese Programme bezahlst? ;)


Genau, das ist nämlich der springende Punkt! Letztendlich finanzieren wir alle Sender, die privaten ebenso wie die öff.-rechtlichen, ob wir wollen oder nicht. Nur merken wir es bei den Privaten nicht, da es uns nicht direkt vom Konto abgezogen wird, sondern still und heimlich über die etwas höheren Produktpreise.

Mein Wunschtraum: Auf der Verpackung müsste immer stehen "Dieses Produkt würde ohne Werbung ..... € kosten".

von DX-Fritz - am 14.05.2015 08:50
Zitat

Mein Wunschtraum: Auf der Verpackung müsste immer stehen "Dieses Produkt würde ohne Werbung ..... € kosten".

Das wäre interessant, wenn auch nicht unbedingt weniger, denn keine Werbung -> weniger Bekanntheit -> weniger Nachfrage -> weniger Massenproduktion -> höhere Preise v.a. durch Entwicklungskosten, anteilige Maschinenpreise,...

Zitat

Letztendlich finanzieren wir alle Sender, die privaten ebenso wie die öff.-rechtlichen, ob wir wollen oder nicht. Nur merken wir es bei den Privaten nicht, da es uns nicht direkt vom Konto abgezogen wird, sondern still und heimlich über die etwas höheren Produktpreise.

Und mit HD+ dann zukünftig auch noch doppelt; bzw. werden bei der SD-Abschltung dann einige nur noch zahlen ohne programmliche Gegenleistung.
Andererseits... wenn man bedenkt, wie großzügig allein der Handel ohne eine wirkliche Wertschöpfung vorzunehmen die eigentlichen Preise erhöht, fallen die paar ct. Werbungskosten wahrscheinlich auch nicht mehr ins Gewicht.

von Zwölf - am 14.05.2015 09:42
Das mit der Finanzierung der Privatsender hatten wir ja schon oft genug hier durchgekaut.

Ob die beworbenen Produkte ohne Werbung wirklich billiger wären, ist fraglich. Das hat Zwölf ja eben belegt.

Und wie weit man die Privatsender indirekt querfinanziert kann man selbst zumindest über den Konsum steuern.

Je größer ein Haushalt ist desto mehr wird in diesem Haushalt konsumiert.
Je höher das Einkommen in einem Haushalt ist desto mehr wird in der Regel auch konsumiert.
Je mehr konsumiert wird desto mehr werden die Privaten querfinanziert.

Und bei der Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen werden weder Größe des Haushaltes noch das Einkommen berücksichtigt.

Die privaten, urkommerziellen Berieselungskanäle haben ein gerechteres Finanzierungsmodell als die Öffentlich-Rechtlichen. Da können sich die ARD-ZDF-Jünger gerne weiter drehen und wenden wie sie wollen sowie Lobesparolen auf diese zwangsfinanzierte Dauerkirmes von sich geben.

von Kay B - am 14.05.2015 13:01
So ein Quatsch. Als ob mehr Autos gekauft würden wegen der Werbung. Nur andere. Da wird eben Milka oder Ferrero gekauft anstelle der Qualitätsprodukte der örtlichen Konditorei.
Als ob die Menschen mehr Geld zur Verfügung hätten, nur weil es Werbung gibt. Werbung verschiebt nur die Ausgaben, sie erhöht nicht das Gesamtvolumen des in Umlauf befindlichen Geldes.

Ich kann meinen Anteil an der Finanzierung von Privatsendern NICHT steuern. Ich komsumiere viel, weil ich ein hohes Einkommen habe, konsumiere aber kein Privat-TV und nur ganz selten kommerziellen Rundfunk. Wie soll ich bitteschön meinen Konsum dann so steuern, daß ich "RTL-Finanzierer" meide? (mal rein prinzipiell, denn mir persönlich kanns egal sein, ob ich nun 5-10 € mehr oder weniger im Monat ausgebe). Gerecht ist dieses Modell also ganz sicher nicht! Bedürftige können sich übrigens von den TV-Gebühren befreien lassen, die Discounter-Werbung in Radio & TV müssen sie weiter bezahlen. Also hochgradig asozial, das von Dir so hoch gelobte Modell - denn die ganz schwachen, die für ARD und ZDF nicht zahlen müssen, müssen weiter für RTL und SAT1 blechen - bekommen allerdings das dann nur in SD, weil sie HD extra zahlen müßten...

Achja: Ist der Wert der Angebote von ARD und ZDF neuerdings abhängig von meinem Einkommen? Nebenbei: Ich wage zu behaupten, dass TV-Konsum und Einkommen nicht mal annähernd proportional sind...

von DH0GHU - am 14.05.2015 13:16
Zitat

Da wird eben Milka oder Ferrero gekauft anstelle der Qualitätsprodukte der örtlichen Konditorei.

Nur, dass vergleichbare "Qualitätsprodukte", dann auch entsprechend mehr kosten...

Zitat

Die Aussage "ARD und ZDF braucht kein Mensch" streift halt viele andere Themen gleichzeitig.


Wobei die Frage ö.r. vs. Privatfunk eigentlich OT ist, wenn man berücksichtigt, dass bei der ursprünglichen Aussage auch RTL eingeschlossen war; eigentlich geht es nur um lineares TV vs. nicht-lineares "TV".

Im Prinzip könnte man ohnehin fragen, über was man groß diskutieren soll; große Neuigkeiten kamen in dem Interview ja eh nicht zum Vorschein. Anderenfalls hätte man diese reißerische Überschrift auch nicht nötig gehabt.

von Zwölf - am 14.05.2015 14:03
@ DH0GHU

Zitat

Werbung verschiebt nur die Ausgaben (...).


Eben. Und das reicht den werbenden Unternehmen ja schon um gegebenenfalls eine Massenproduktion anzuleiern und den Stückpreis zu senken. ;-)


Zitat

Ich kann meinen Anteil an der Finanzierung von Privatsendern NICHT steuern. Ich komsumiere viel, weil ich ein hohes Einkommen habe, konsumiere aber kein Privat-TV und nur ganz selten kommerziellen Rundfunk.


Klar kannst du das. Kauf einfach mal keine Kiste Bier. Kauf einfach mal so ein, als hättest du das hohe Einkommen, das du hier erwähntest, nicht.


Zitat

Wie soll ich bitteschön meinen Konsum dann so steuern, daß ich "RTL-Finanzierer" meide?


Einfach nur das kaufen, was wirklich nötig ist. - Ein Alptraum für jeden BWLer. :joke:

Ganz meiden kann man es natürlich nicht, die Privaten mitzufinanzieren. Aber wie schon oft genug hier runtergeleiert, es hängt maßgeblich vom Einkommen und der Haushaltsgröße ab.


Zitat

Also hochgradig asozial, das von Dir so hoch gelobte Modell - denn die ganz schwachen, die für ARD und ZDF nicht zahlen müssen, müssen weiter für RTL und SAT1 blechen - bekommen allerdings das dann nur in SD, weil sie HD extra zahlen müßten...


Ich habe das nicht hochgelobt. Ich finde es nur sozialer, weil der abgedrückte Anteil eben vom Einkommen und der Haushaltsgröße abhängig ist. Mir wäre es natürlich auch tausendmal lieber, wenn ich dieses ganze museale und angestaubte deutsche Fernsehen, das ich wahrscheinlich soviel konsumiere wie du die Privatsender, nicht mitfinanzieren müßte.

Und eben diese "ganz schwachen" leben ohnehin in der Regel von öffentlichen Geldern. Oder kann man von der Haushaltsabgabe auch befreit werden, wenn man nicht von offiziell der Stütze lebt?


Zitat

Ist der Wert der Angebote von ARD und ZDF neuerdings abhängig von meinem Einkommen?

Nebenbei: Ich wage zu behaupten, dass TV-Konsum und Einkommen nicht mal annähernd proportional sind...


Die Nutzung öffentlicher Infrastruktur und das Einkommen sind oft auch nicht proportional. Trotzdem findet die Finanzierung in der Regel einkommensabhängig statt. ;-)

von Kay B - am 14.05.2015 17:05
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