Yagi im Zimmer

Startbeitrag von Lahnwelle am 14.06.2015 09:38

Demnächst würde ich mir gerne eine UKW-Yagi (3 oder 5 Elemente) besorgen, die ich aber im Zimmer benutzen möchte oder bestenfalls auf dem Balkon, wenn es passt. Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, eine UKW-Yagi im Innenraum zu installieren? Könnte man auch einfach einen Sonnenschirmständer mit Besenstil als "Mast" oder Kamera-/Lampenstative oder Ähnliches? Die Antenne soll auch nur zum DXen benutzt werden und nicht zum dauerhaften Empfang.

Antworten:

Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass eine Yagi im Haus nur suboptimale Ergebnisse liefert, da um die Antenne kein homogenes Feld herrscht, in dem sich die Antenne befindet.

Gibt es nicht doch eine Möglichkeit diese - wettergeschützt - draußen zu montieren?

von Eheimz - am 14.06.2015 10:32
Nein, leider gibt es die Möglichkeit nicht, da es eine Mietwohnung ist. Auch auf dem Balkon ist nicht viel Platz.

von Lahnwelle - am 14.06.2015 10:35
Dann lass es...

von Frequenzfieber - am 14.06.2015 10:36
Aber immerhin habe ich hier im Laufe der Zeit schon von einigen gelesen, die es genauso machen und bei denen es anscheinend mehr oder weniger funktioniert.

von Lahnwelle - am 14.06.2015 10:43
Ich hatte bisher eine Yagi auf dem isolierten Dachboden. Da ist nicht viel mit Richtwirkung. Indoor brachte mir ein einfacher Dipol oft genauso gute Ergebnisse wie die 5-Element-Yagi. Probiers doch mal damit, möglichst nah an einer Außenwand. Oder vielleicht passt ja eben dieser Dipol auch auf den Balkon (mit Schirmständer/Stativ oder einfach auf einen festgebundenen Besenstiel).

von Japhi - am 14.06.2015 10:55
Bisher habe ich es erst mit einem Wurfdipol am Besenstiel probiert, den ich an den Telefunken HT850 angeschlossen habe, war aber mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Aber diese Wurfdipole taugen wohl auch nichts. Am besten klappte es in Fensternähe, auf dem Balkon habe ich es bisher noch nicht probiert. Wahrscheinlich schirmt das Gebäude einfach zu stark ab. Das ist genauso ein "Betonbunker" wie bei meiner alten Wohnung, aber wenigstens ohne Kabelanschluss. Wenn eine Yagi möglicherweise keine oder kaum Verbesserungen bringt, scheint es sich wirklich nicht zu lohnen.

Aber das mit dem Dipol (also einem richtigen, nicht so ein Wurfding) probiere ich vielleicht mal, weil der ja auch im Vergleich zur Yagi wesentlich weniger Platz braucht und dann auch schnell mal auf den Balkon gestellt und wieder hereingeholt werden kann.

von Lahnwelle - am 14.06.2015 11:03
Mit UKW habe ich keine Erfahrung, ich verwende aber ein LogPer im Zimmer, die bei DAB und DVB-T ganz hilfreich ist. Ich habe sie direkt unter der Decke mit einer Kordel (befestigt an den Aufhängungen eines Regals) gegen die Wand gespannt.

von Zwölf - am 14.06.2015 12:17
Mein Balkon ist auch nicht riesig, deshalb baue ich die Yagi nur dann auf wenn ich auch vorm Radio sitze (bei entsprechendem Wetter sitze ich meist neben der Yagi). Befestigt wird sie an einem kleinen Stativ (13 Euro, ist aber nur bis Windstärke 3 sicher, hier brauche ich langfristig Ersatz). Bei Nichtgebrauch baue ich alles zusammen und lasse es in einer Ecke hinter einem Schrank verschwinden.

@ Lahnwelle: Könntest Du die Antenne platztechnisch auf Deinem Balkon unterbringen? Ich nutze die 5-Elemente-Yagi aus meiner Signatur, sie plasst längs auf den Balkon, quer ragt sie ein bischen über das Geländer. Ist keine schöne Lösung, funktioniert aber.

von Staumelder - am 14.06.2015 12:46
Hab früher auch mal ne Yagi drinnen versucht. Im EG mit Sicht auf´s gegenüber liegende Gebäude, war natürlich völliger Murks. :D

In welchem Stockwerk bist Du denn? Welche Sicht gibt es? Wenn Du die Antenne vor´s ggf auch geöffnete Fenster stellst und nicht gerade ein Hochhaus vor der Nase ist, geht´s vielleicht doch ein bisschen besser als gar nichts.

von hg - am 14.06.2015 13:09
Zitat
Zwölf
Mit UKW habe ich keine Erfahrung, ich verwende aber ein LogPer im Zimmer, die bei DAB und DVB-T ganz hilfreich ist.


Ich hab' hier auch 2 LogPers im Zimmer im Einsatz - eine für DAB und eine für DVB-T.

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[attachment 5268 WP_000649.jpg]
[attachment 5269 WP_000650.jpg]

Der Empfang ist damit definitiv besser, als mit einfachen Dipolen.
Für die "nicht-Ortssender" bei DAB und DVB-T sind die beiden LogPer-Antennen unverzichtbar.

Viele Grüße,
Andi

von Andi_Bayern - am 14.06.2015 15:56
EIne DVB-T oder DAB Antenne ist aber auch noch viel kleiner als eine wesentlich unhandlichere 3- oder 5-Elemente UKW Antenne, das sollte man dabei noch beachten!
Für eine 5 Elemente UKW Yagi muss man schon ca. 2m x 2m Platz lassen.

Kollege PowerAM befestigte seinen UKW Dipol (oder wars sogar Band I Dipol) irgendwie mit Seilen oder ähnlichem an der Zimmerdecke, wenn ich mich richtig erinnere...

von Chief Wiggum - am 14.06.2015 16:18
Zitat
Lahnwelle
eine UKW-Yagi im Innenraum zu installieren?


Ich dachte immer, dass machte man nur zu DDR Zeiten, bzw. um DX Empfang zu verheimlichen.

von 102.1 - am 14.06.2015 16:50
Für den Band I ES TV DX nutze ich ein Selbstbaudipol der an der Zimmerdecke Hängt.(Balun und 2x 3m lange Drähte)
Dieser Dipol ist in etwa auf Nordost ausgerichet.
Und für DAB nutze ich in moment noch ein Dipol aus einer VHF Band III Yagiantenne.
Dieser ist vertikal in Westlicher richtung ausgerichet.
Der komplette Yagi kommt demnächst auf dem Dachboden und wird fest auf NL ausgerichtet.

von _Yoshi_ - am 14.06.2015 16:53
Also ich habe auch eine UKW Yagi Indoor in Betrieb gehabt, an zwei Standorten und als Kompromisslösung hat das bei mir wunderbar geklappt, also fü ein bisschen DXen überhaupt kein Problem, kommt natürlich auch immer aufs Zimmer an, im ersten Stock in einem Wohnblock, wo rundum höhere Häuser stehen wirds natürlich nicht so gut gehen, aber in einem Einfamilienhaus im ersten Stock gehts sicher ganz gut, solange das Haus nicht ein Faradayscher Käfig ist! ;-)
Als Antennenhalterung würde ich dir ein Boxenstativ empfehlen!

von MPDX - UnterkärntenDX - am 14.06.2015 16:57
Ich muss alles drinnen benutzen, habe weder Balkon noch Dachboden. UKW mit 'ner 3-Element geht draussen besser als drinnen. Fest ausgerichtet kann man sie ggf. an der Zimmerdecke anhaengen. Bewegen kann man sich damit drinnen kaum, irgendwas reisst man immer um.

Beachte: Wir haben Stahlbetondecken und bei weniger als 0,5 m Abstand spielt das Ding nicht mehr. Dann haengt's aber schon auf Kopfhoehe und das geht nur, wenn man allein wohnt. Sonst gibt's irgendwann Krieg!

Band I mache ich mit einem Dipol, der zwischen E2 und E3 liegt - fuer R1 spielt er ausgezeichnet. Der haengt horizontal auf einer geoeffneten Schranktuer - grob Richtung Nordost.

Fuer UKW nehme ich am liebsten die Teleskopdipole, die zu Kofferfernsehern gehoerten. Pollin hat sie fuer kleines Geld. Schoen handlich, bereits eine ausgepraegte Richtwirkung und in der Wohnung der praktikabelste Kompromiss.

Vielleicht auch fuer den Fragesteller eine Loesung?

von PowerAM - am 14.06.2015 22:15
Bei mir war in allen Wohnungen schon immer das Problem, dass der beste Empfang eigentlich immer MITTEN im Raum in ca. 1,5m Hoehe war.
Nie irgendwo an der Wand, nie oben an der Decke, nie unten am Boden.

von Habakukk - am 15.06.2015 07:31
Der Teleskopdipol, mit dem ich u. a. meine Troposcatter von Hörby und Sønder Høyrup empfange, haengt z. Z. in meiner Kueche an der Nordwand. Der beste Punkt in der ganzen Wohnung. Wir sprechen von 340 bzw. 342 km. Ich wohne im 2. OG und habe Richtung Norden, Westen und Sueden keine Nachbarn.

von PowerAM - am 15.06.2015 08:23
Unsere Erfahrung mit Yagi unter Dach war zu Analogzeiten:

Der örtliche Umsetzer konnte mit einer kleinen Yagi unter Dach ausreichend gut empfangen werden. Es gab hier und da mal Schattenbilder, ja nach Reflektion.

In unserem Hobbyraum im 1. OG stand eine VHF Yagi und damit konnte ich in den 90ern RTL plus aus Dudelange (Entfernung 220 km) dauerhaft mal gut mal weniger gut empfangen. Der K7 war zwischen TSR (Les Ordons, größter Störer) und ARD (Freiburg, kaum merklich) eingeklemmt, die Dachschrägen allerding lieferten einen hervorragenden Abschirmeffekt während das Nutzsignal fast im rechten Winkel durch die Giebelwand kam. Das Ergebnis war, dass unter Dach der Empfang besser war als auf dem Dach (was ich nach erheblichen Aufwand eines Versuchs etwas "ärgerlich" feststellen durfte.)

Fazit: Kommt immer auf die Gegebenheiten drauf an. Gerade bei DX-Empfängen kann man mit tw. erheblichen Feldstärken auch unter Dach rechnen. Einmal konnte ich mit einem simplen, längeren Draht in der Antennenbuchse im Zimmer auf K2 TVE von Navacerrada (1.200 km) empfangen.

von CBS - am 15.06.2015 09:31
Ich habe auch so einen Teleskopdipol den ich fuer temporaeres DXen an's Fenster haenge. Obwohl es eigentlich ein offener Dipol ist, der 75 Ohm haben sollte, hat er ein Symmetrierglied dabei, Das sorgt dann dafuer, dass er voll ausgezogen mit ueber 2m Laenge fuer UKW einen vergleichbaren Gewinn wie ein Faltdipol aber mit deutlich besserer Richtwirkung hat.
Yagiantennen bringen auch im Zimmer noch einmal besseren Empfang als ein Dipol, sind aber vor allem fuer UKW extrem unhandlich.
Vor allem wenn mehrere Frequenzen gleichzeitig empfangen werden sollen ist eine Alternative vielleicht auch ein Lambda Loop (Quadrat mit ca. 75cm Kantenlaenge), der zwar auch nur einen Gewinn wie ein Dipol hat, aber weniger empfindlich auf Feldstaerkeloecher reagiert und dadurch weniger genau im Zimmer poitioniert werden muss.

von Nordlicht2 - am 15.06.2015 11:52
Zitat
PowerAM
Fuer UKW nehme ich am liebsten die Teleskopdipole, die zu Kofferfernsehern gehoerten. Pollin hat sie fuer kleines Geld. Schoen handlich, bereits eine ausgepraegte Richtwirkung und in der Wohnung der praktikabelste Kompromiss.


Ich hab am Shack ein Doppelfenster, da kann man das Dipol auch mal außen auf den Sims hinlegen und die 240 Ohm Antennenleitung kann man prima durchs geschlossene Fenster führen. So hab ich das jedenfalls mal eine Weile gemacht und es hat prima funktioniert.

von DX-Matze - am 15.06.2015 14:34
Ich zitiere mich mal selbst.

Zitat
Für den Band I ES TV DX nutze ich ein Selbstbaudipol der an der Zimmerdecke Hängt.(Balun und 2x 3m lange Drähte) Dieser Dipol ist in etwa auf Nordost ausgerichet.


Mit diesen Dipol hatte ich damals Italien und Spanien in Farbe und fast Rauschfreien Bild drin.
Auch Ukraine, Bulgarien gingen des öfteren in Rauschfreien Schwarz Weiß.

Seit der Analogabschalterei ist da nicht mehr viel übrig was man via ES empfangen kann.

von _Yoshi_ - am 15.06.2015 17:12
Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Ich wohne im 1. Stock mit ziemlich freier Sicht Richtung Osten. Allerdings ist gerade der Westen hier im Münsterland interessant (Benelux, England). Bisher konnte ich nur mit einem Wurfdipol testen und damit ist selbst auf dem Balkon der Empfang noch recht schlecht und selbst einige Sender, die draußen im Auto als Ortssender ankommen, sind dort leicht angerauscht und nur weniges kommt wirklich rauschfrei, viele Frequenzen bleiben leer. Scheint so, als würde das Gebäude sehr stark abschirmen. Mit einer Yagi zu experimentieren hätte da wohl kaum Sinn, unabhängig von der Platz frage. Mit Teleskopantenne oder Dipol könnte ich es aber vielleicht doch einmal versuchen. Vielleicht wäre ja mit einem Dipol, direkt temporär am Balkongeländer befestigt, immerhin Sporadic-E-DX einigermaßen möglich. Bei Tropo wird aber wohl Autoradio-DX die erste Wahl bleiben (oder vielleicht Ost-Tropo).

von Lahnwelle - am 15.06.2015 17:56
Solange in der Gebäudehülle keine größeren Mengen leitfähiges Material verbaut sind, funktioniert eine Yagi nach meiner Erfahrung auch sehr gut unter dem Dach.

Zu meiner Jugendzeit hatte ich auf dem Dachboden meiner Eltern mehrere von Ferne umschaltbare 3-Element-Yagis für verschiedene Richtungen auf dem Dachboden verteilt. Der Empfang war sehr gut und die Richtcharakteristik so, wie man es erwartet. Die Funkwellen hatten damals lediglich die Dachziegel zu überwinden.

Ich habe jetzt eine von Hand drehbare 5-Elemente-Yagi, die im Obergeschoss unseres Einfamilienhauses direkt unter dem First-Balken angebracht ist. Wir haben keinen Dachboden, dafür sind die Räume oben unter dem First 4 Meter hoch. Die Yagi passt so unter die Dachschräge und schwebt dennoch über dem Kopf. Die Dämmung enthält keine Metallfolie. Der Empfang ist auch hier sehr ordentlich und auch die Richtcharakteristik ist so wie man es erwartet.

Ich vermute, dass, wenn man die Yagi in Körperhöhe anbringt, die Leitfähigkeit des Körpers den Empfang beeinflusst, was evtl. zu den schlechteren Erfahungen mit Yagis im normalen Wohnraum beiträgt.

Bei Anbringung am Balkongeländer muss ggf. beachtet werden, dass auch hier viel Metall in der Nähe ist, das die Empfangseigenschaften beeinflusst.

von Funkohr - am 15.06.2015 20:43
Eine Yagi würde auf dem Balkon vielleicht gerade so hinpassen, aber drehen wäre wohl definitiv nicht möglich. Stattdessen versuche ich es vielleicht einmal mit einem Dipol dieser Art, befestigt an Schirmständer und Besenstil. Dann wäre drehen kein Problem.

http://www.ebay.de/itm/like/191510195523?lpid=106&chn=ps

http://www.ebay.de/itm/like/380560505000?lpid=106&chn=ps

von Lahnwelle - am 20.06.2015 17:56
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