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Die Radio-Zukunft in Schweden

Startbeitrag von p_korner am 24.06.2015 12:36

Laut die Ministerin für Kultur und Demokratie, wird man in Schweden UKW behalten und kein Übergang zu DAB+ durchführen. Das wurde gestern mitgeteilt.
Die Regierung beendet die Übergang zum DAB-Radio.
http://www.svd.se/regeringen-stoppar-overgangen-till-dab-radio (Schwedisch)
Viele Behörden haben starke Vorwürfe gegen DAB angegeben.

Laut eine Umfrage der Zeitung ”Ny Teknik” wo die Leser gefragt wurden: ”Was für Radio-Standard wollen Sie künftig in Schweden haben?” haben sich 83% für UKW entschieden, und nur 17% für DAB.

http://radiotoday.co.uk/2014/12/dab-proposal-rejected-by-public-opinion-in-sweden/
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/04/national-audit-devastating-for-dab.html
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/04/dark-clouds-for-dab-radio-in-nordic.html

In Finnland wurde DAB schon 2005 abgeschaltet.
http://yle.fi/uutiset/yle_closes_down_dab_radio_services/5196460

Die 50 interessantesten Antworten:

Schweden hat eine gute Internet- und UKW-Versorgung. Radio scheint mir vor allem für Inhalte genutzt zu werden, oder zur Bedudelung. Für Inhalte gibt es die vier flächendeckend verbreiteten SR-Programme, für Bedudelung je nach Ort ein oder mehrere Hitdudler.
Im Gegensatz zu Norwegen sind die Öffentlich-Rechtlichen wirklich so gut wie flächendeckend empfangbar, digital gibt es bisher nur Festplattensender wie P3 Star, die mehr oder weniger Mehrwert bieten. Die Privaten könnten ihre Reichweite natürlich massiv steigern, gerade NRJ, Rix, Rockklassiker, Vinyl und Bandit. Da stellt sich aber die Frage: Lohnt sich das in dünn besiedelten Gegenden oder reicht die Verbreitung mehrerer Privatprogramme in größeren Städten?
Und: Falls die restlichen Privaten noch Bedarf an einer weiteren terrestrischen Verbreitung hätten, gäbe es genug freie Frequenzen auf UKW, gerade wenn Norwegen UKW abschaltet.
Dazu kommt eine hohe Internetnutzungsrate, siehe radioplay.se, Spotify usw.

Für uns ein Vorteil: Weiter UKW-DX aus Schweden.

von Japhi - am 24.06.2015 13:10
Ja natürlich. Und wieso brauchen wir UKW? Langwelle klingt gut genug! [/Sarkasmus]

Ich war einmal DAB/DAB+-Hasser aber hatte Meinung geändert nach Erfahrung in Polen und Deutschland. So ein bisschen ist es schade. Aber es ist klar dass in manche Länder kommt Progress nur mit eine EU-Befehl. Natürlich hat UKW seine Platz aber eine Digitale Verbreitungsweg würde auch cool sein. Und sprechen sie nicht dass IP Radio wird das Welt retten! Besonders mich wer auf Datenvolumenbegrenzte(so weit wie ich wisse, haben alle Handyverbindungen Datenlimiten) LTE lebt! Internet ist Einz-für-Einz - jede zuhörer lastet das Netz! EDGE? Vergessen sie - eine Funkmast hat nur ca 500 kbps Bandbreite verfügbar (laut Wikipedia), so nur 3 zuhörern für eine 128 kbps sendern und dann ist diese Zelle lahmgelegt. Und nicht einmal in Estland ist Mobilfunk wirklich flächendeckend, so mann soll auch nicht auf UMTS und LTE hoffen.

von ES5NHC - am 24.06.2015 15:02
Zitat
Bolivar diGriz
Wenn man hier mal in einem kurzen Anflug von Demokratie das Volk fragen würde, gäbe es auch eine sehr klare Mehrheit gegen eine UKW-Abschaltung.


Weil das Potential der neuen Technik nicht ausgeschöpft wird.
Es könnten zig attraktive Programme auf diesem Wege verbreitet werden, aber das geschieht in Schweden offenbar genau so wenig wie in Deutschland.

Wenn man den Hörern per DAB+ in etwa genau das gleiche bietet wie auf UKW, müssen sie sich doch die Frage stellen: "Warum neue Radios kaufen? Wozu brauchen wir eine neue Übertragungstechnik? UKW tut's doch auch!"

Abgesehen davon: Vom einfachen Telefon (Stichwort: VoIP) bis zum Fernsehen ist heute alles digitalisiert.
Im TV-Bereich steht aktuell die Einführung von DVB-T2 an, aber im Hinblick auf den Tonrundfunk soll weiterhin an einer Technik festgehalten werden, die in den Dreißigerjahren (!) des vergangenen Jahrhunderts entwickelt wurde.

von Wellenjaeger - am 24.06.2015 15:23
Na ja, wenn sich aber DAB nicht rentiert und auch das Volk dagegen ist, warum sollte man dann daran festhalten?

Wie Japhi schon erwähnt hat ist Schweden topographisch wesentlich unkomplizierter als Norwegen. Noch dazu scheint in Schweden kein wirklich großer Markt für zusätzliche Programme vorhanden zu sein. Bei dem derzeitigen Angebot würde ich in Schweden vermutlich auch nur UKW hören, denn zusätzliche Programme gibt es auf DAB abgesehen von P3 Star und P7 keine. Nicht mal in Stockholm.

Und an freien UKW-Frequenzen mangelt es Schweden eigentlich auch nicht wirklich. Wenn man wollte, gäbe es bestimmt noch die ein oder andere Frequenz, die man an einen privaten Anbieter ausschreiben könnte. Hier in Deutschland hat man das ja, vor allem in NRW, leider verhunzt. In England sieht man das auch immer schön: Dort gibt es auf UKW auch noch massig freie Frequenzen, trotzdem hat man lediglich zwei landesweite Privatsender (Classic FM und Heart). Für zusätzliche Programme bräuchte man jedenfalls nicht zwingend DAB.

Ansonsten fände ich aber eine Koexistenz von UKW und DAB wünschenswert, auch in Norwegen. Ich finde es schon etwas schade, dass man dort tatsächlich plant UKW abzuschalten. Vielleicht denkt man ja noch einmal darüber nach. Es ist ja schließlich nicht so, dass es dort keine Gegenstimmen gäbe, v.a. von Lokalsendern. Die dürfen zwar auf UKW on air bleiben, aber mit der Zeit würden doch sicher auch die letzten UKW-Hörer zu DAB wechseln und das wäre für die Lokalsender nicht unbedingt vorteilhaft.

von pg09 - am 24.06.2015 15:32
Zitat
Bolivar diGriz
Jag är svenska! :cheers:
Endlich mal ein Land, wo die Vernunft über die Profitgier einer gewissen Lobby siegt. Wenn man hier mal in einem kurzen Anflug von Demokratie das Volk fragen würde, gäbe es auch eine sehr klare Mehrheit gegen eine UKW-Abschaltung.

Ach, umgekehrt wird ein Schuh draus. So wie es die einen gibt, die einen Vorteil von der Digitalisierung des Radios haben, so gibt es die anderen, die praktisch nur Nachteile davon haben. Und beide betreiben da ordentlich Lobbyismus, da steht keiner dem anderen nach.

Zitat
Wellenjaeger
Abgesehen davon: Vom einfachen Telefon (Stichwort: VoIP) bis zum Fernsehen ist heute alles digitalisiert.
Im TV-Bereich steht aktuell die Einführung von DVB-T2 an, aber im Hinblick auf den Tonrundfunk soll weiterhin an einer Technik festgehalten werden, die in den Dreißigerjahren (!) des vergangenen Jahrhunderts entwickelt wurde.


Ein Hammer ist ein Werkzeug aus der Steinzeit und wird trotzdem auch heute noch eingesetzt. Die Digitalisierung zum Selbstzweck reicht fuer mich nicht als stichhaltiges Argument. Das habe ich noch nie verstanden, warum Radio digitalisiert werden muss, nur weil in voellig anderen Bereichen Dinge mit mehr oder weniger Erfolg digitalisiert wurden, oder warum eine Technik, die alt (aber nicht veraltet) ist, auf Gedeih und Verderb ersetzt werden muss.

Zitat
pg09
Na ja, wenn sich aber DAB nicht rentiert und auch das Volk dagegen ist, warum sollte man dann daran festhalten?

Wobei man freilich sagen muss, dass bei solchen Volksentscheiden oftmals auch das tiefere Wissen in der Materie fehlt. Hat man den Leuten, die da abgestimmt haben, tatsaechlich auch wirklich die Vorteile von DAB+ erklaert? Oder hat man sie nur darauf hingewiesen, dass sie all ihre Radios bald wegwerfen muessen?

Ich denke, man wird auch auf laengere Sicht nicht um Kombigeraete fuer UKW und DAB+ rumkommen. Es gibt halt nun mal (wie in vielen anderen Bereichen) kein einheitliches Vorgehen in Europa, und schon gleich gar nicht weltweit. Und es gibt sehr viele Laender, die haben ganz andere Probleme als die Einfuehrung von DAB+. Ich moechte nicht wissen, was man zu hoeren bekommt, wenn man einem Griechen momentan erklaert, wie immens wichtig die Digitalisierung des Hoerfunks doch sei.

von Habakukk - am 24.06.2015 15:54
Nun gut, dann lassen wir halt das Argument mit dem Volk außen vor. Es stimmt wahrscheinlich, dass die Leute für den Standard abgestimmt haben, den sie kennen, also UKW. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.

Ich frage mich aber: Hätte es denn in Schweden überhaupt einen Markt für DAB gegeben oder ist programmliche Vielfalt von der Politik nicht gewollt? In England schien - zumindest bis zur Einführung von DAB - letzteres der Fall zu sein. Nun ist die Frage, ob das auch für Schweden gilt oder ob die niedrigere Einwohnerzahl Schuld am vergleichsweise geringen Aufkommen von Privatsendern trägt. Da in Norwegen mit DAB doch einige Sender hinzugekommen sind, glaube ich fast, dass es auch in Schweden zumindest zu einem Teil an der Politik liegt.
Gleichwohl gilt aber: Wenn am Ende wirklich nur die fünf oder sechs Privatsender, die eh schon auf UKW zu hören sind, auf DAB gesendet hätten (so wie derzeit noch in Stockholm), braucht man es doch m.E. auch nicht. Ansonsten, wenn mit der Zeit noch ein oder zwei zusätzliche Anbieter Interesse hätten, ließen sich eigentlich, wenn es denn von der Politik gewollt wäre, auch auf UKW noch ein paar Frequenzen finden, erst recht wenn Norwegen an seinen Abschaltplänen festhält.

von pg09 - am 24.06.2015 16:02
Es geht nicht um eine DAB+ Abschaltung, es geht um die UKW Abschaltung. Als UKW eingeführt wurde, wäre niemand auf die Idee gekommen, die Mittelwelle abzuschalten. Als das Farbfernsehen eingeführt wurde, war Bedingung, dass es kompatibel zum Schwarzweißfernsehen ist, und nicht alle Bürger einen neuen Fernseher kaufen müssen. Warum zum Teufel soll es bei UKW und DAB+ anders sein? Beide Systeme stören sich nicht, sie verwenden unterschiedliche Frequenzen. Und wenn sich UKW nicht mehr lohnt, wird es von selber verschwinden, so wie wir es jetzt mit der Mittelwelle erleben. Nach rund 65 Jahren Parallelbetrieb. Aber hier ist es anders: DAB+ bietet kaum erkennbare Vorteile. (Ich zähle die Vor- und Nachteile hier nicht erneut auf.) Da wollen also einige Lobbyisten krampfhaft UKW abschalten, weil sie genau wissen, dass DAB+ sich in freier Konkurrenz in absehbarer Zeit wohl kaum durchsetzen wird. Die Sender wollen es nicht, die Hörer (abgesehen von ein paar Nerds) wollen es nicht, nur ein paar Händler und einige Politiker. Sollen die jetzt maßgeblich sein?

von Bolivar diGriz - am 24.06.2015 16:49
Zitat
iro
Wenn man DAMALS in den 50ern hier mal in einem kurzen Anflug von Demokratie das Volk gefragt hätte, würden wir immer noch auf Mittel/Langwelle Radio hören und UKW wäre nicht eingeführt worden.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Rundfunk war damals eines der wichtigsten und fortschrittlichsten Medien - und das schnellste. Die Menschen versammelten sich für wichtige gesellschaftliche oder kulturelle Ereignisse vor dem Radio. Hätte man damals in Aussicht gestellt, Radio künftig ohne Jaulen, Pfeifen und Prasseln hören zu können und in einer Qualität, wie damals kaum jemand außerhalb einer Live-Darbietung oder einem Rundfunkstudio jemals Musik und Sprache gehört hätte (selbst die LP war noch nicht oder erst kurz auf dem Markt und Schellack, in den 50ern durchaus üblich, klang auch nicht besser als Mittelwelle), könnte ich mir schon vorstellen, daß man das gewollt hätte. Wenn, ja wenn die Mittelwelle erstmal für lange Zeit geblieben wäre. Und das tat sie.

Letztlich zeigt der Übergang Mittelwelle -> UKW, wie sowas erfolgreich werden konnte:

- klar erkennbar höhere Klangqualität, ohne jede Diskussion

- weniger Sörungen durch athmosphärische Ereignisse und lokale elektrische Effekte

- mit der Zeit deutlich erweiterte Programmvielfalt und dennoch über Jahrzehnte (!) Multicast der bestenenden Programme

- in den 60ern legte man noch ein weiteres Highlight drauf: Stereo


So, und nun der Übergang UKW -> DAB in Deutschland, inszeniert seit den 90er Jahren:

- zuerst formal UKW-vergleichbare Klangqualität (MP2 @ 192 kbps), später fast durchweg schlechtere Klangqualität als UKW (MP2 @ 128 kbps, HE-AAC @ < 96 kbps)

- Abdeckung lange Zeit mangelhaft: wo DAB versagte, war UKW oft noch voll da

- kaum Programme in den ersten 20 (!) Jahren, vor allem kein/kaum Mehrwert gegenüber UKW

Ist doch sehr klar: die Mehrheit kauft keine Radiogeräte zum Selbstzweck, bloß weil DAB draufsteht. Dazu muß man nichtmal DAB-Hasser sein, um das zu erkennen. Aus dem System hätte was werden können mit mehreren vollflächigen Bedeckungen, anständigen Bitraten, weniger Murks und Herumgegurke mit den Codecs und vor allem relevanten Radioprogrammen und einer Achtung des Rundfunks als etwas wertvollem innerhalb der Bevölkerung. Nichts davon war gegeben, schon gar nicht mehreres davon gleichzeitig.

von Chris_BLN - am 24.06.2015 16:50
Hier noch ein Artikel von Radio Today vom 17. April, der über die Ergebnisse einer Befragung zum geplanten DAB-Umstieg berichtet:

>> National Audit devastating for DAB in Sweden

The proposed transition to (terrestrial) digital radio imply major risks and will probably not be profitable for the society.

The best choice is to retain the FM network, according to the national auditor Margareta Åberg.

In the March 23 concluded consultation round by the Ministry of Culture there were several decisive objections and thumbs down by qualified institutions to the proposal for a transition to DAB 2016-2022. Together with this subsequent independent analysis it is now probable that 20 years of efforts to introduce DAB in Sweden will come to a definite end. The extensive and critical report was this week presented to the Parliament by Riksrevisionen (The National Audit Office).

A short summary of the report:
1. The government is not properly prepared for a transition. [...]
2. Listeners’ perspective is lacking. [...]
3. Technical assessments are inadequate. [...]
4. Economic aspects are ignored. [...]

The audit is very extensive, starting in May 2014 in close cooperation with the official institutions involved in the digital radio process; the Ministry of Culture, the Telecom Authority, the Media Authority, Swedish public radio and the state owned broadcast provider Teracom. Interviews have also been made abroad; in Finland and Norway as well as with the EBU. Economic and technical experts from major universities have also been involved.

von Manfred Z - am 24.06.2015 18:16
Ich bin erst vor wenigen Tagen von einer zweiwöchigen Schwedenreise (jeweils 1x von Süden bis in den hohen Norden und wieder ganz runter) zurück gekehrt. So trist wie ich die dortige Radiolandschaft abseits der Zentren fand (P1-P4 sowie je nach Stadt vielleicht noch Megapol und NRJ, wenn ich Pech hatte, gab's statt NRJ halt RixFM), so erschlagen war ich von der Vielfalt, die mir beim kurzen Tageshopser nach Narvik auf DAB+ geboten wurde. Während auf UKW ebenfalls nur 5 Programme gingen, hatte ich im Microspot deren 28 (!).

So recht kann ich den Schritt Schwedens nicht nachvollziehen. Klar, die mobile Internetabdeckung ist dort im Schnitt wesentlich besser als etwa in Deutschland. Ich hatte auf meiner Fahrt aber vor allem im Norden immer wieder nur EDGE oder gar kein Netz, da hilft dann auch Spotify nicht mehr weiter, wenn man seine Playlisten nicht vorrangig offline gespeichert hat.

von Wrzlbrnft - am 24.06.2015 19:32
Zitat
Wrzlbrnft
So trist wie ich die dortige Radiolandschaft abseits der Zentren fand (P1-P4 sowie je nach Stadt vielleicht noch Megapol und NRJ, wenn ich Pech hatte, gab's statt NRJ halt RixFM)


Hast Du ein paar Bandscans gemacht, die Du veröffentlichen könntest?

In den ländlichen Regionen Finnlands scheint das UKW-Band dagegen recht voll zu sein. Hier z.B. ein Scan aus dem zentralfinnischen Laukaa bei Jyväskylä: https://www.youtube.com/watch?v=a7JUSCfgJwY

Die Anzahl der Programme ist somit weniger eine Frage der verfügbaren frequenztechnischen Ressourcen, als vielmehr der Medienpoltik.
Dass man im sozialdemokratisch regierten Schweden weniger an Vielfalt interessiert ist als im liberalen Finnland wundert mich kaum.

von Wellenjaeger - am 24.06.2015 19:53
Über die absehbare Entscheidung der schwedischen Regierung, auf den bisher geplanten Übergang von UKW-FM auf DAB in 2022 zu verzichten, hatte ich kürzlich hier im Digitalradio-Forum berichtet. Nun ist es also amtlich. Ich bin öfters in Schweden, habe die Diskussion dort verfolgt und kann die Argumente für diese Entscheidung gut nachvollziehen. Ich stehe übrigens beiden Techniken (FM und DAB) aufgeschlossen gegenüber, bin aber dagegen, dass man sie nach dem Motto "entweder oder" gegeneinander ausspielt.

Zitat
pg09
Ich frage mich aber: Hätte es denn in Schweden überhaupt einen Markt für DAB gegeben oder ist programmliche Vielfalt von der Politik nicht gewollt? In England schien - zumindest bis zur Einführung von DAB - letzteres der Fall zu sein. Nun ist die Frage, ob das auch für Schweden gilt oder ob die niedrigere Einwohnerzahl Schuld am vergleichsweise geringen Aufkommen von Privatsendern trägt.


In Schweden gibt es auf UKW-FM eine flächendeckende Versorgung mit vier Programmen von Sveriges Radio (SR), einige Ketten von Privatstationen mit den üblichen Mainstream-Musikprogrammen vor allem in den Ballungszentren und die nichtkommerziellen Närradios mit einem vielfältigen lokalen Angebot auf UKW-Funzeln. In den ländlichen Regionen dominiert SR, verbreitet mit einem weitmaschigen Sendernetz mit Sendern von 60 kW und Antennenhöhen bis knapp 300 m. Ganz anders als in Norwegen ist die Topographie also kaum ein Hindernis für die Versorgung mit UKW-FM, und es gibt eine funktionierende flächendeckende Versorgung mit relativ wenigen Standorten.

Einen relevanten Markt für ein Mehrangebot im Radio sehe ich in Schweden nicht. Selbst in den Ballungszentren sind UKW-Frequenzen nicht knapp, vielleicht mit Ausnahme der Region Schonen im Süden, wegen der Grenznähe zu Dänemark und Deutschland. Einige UKW-Frequenzen bleiben ungenutzt, offenbar weil sich für die Privaten der Betrieb ausserhalb der Zentren nicht lohnt.

SR hat mehrere Spartenprogramme, die man über UKW nicht verbreiten kann. Sie waren wohl der Hauptgrund dafür, dass SR auf den Umstieg von UKW-FM auf DAB gesetzt hat und nun den Schwenk der Regierung bedauert. Man hätte mit geringeren Ausgaben für den Senderbetrieb das gesamte eigene Radioangebot landesweit verbreitet statt "nur" die vier Hauptprogramme. Dieses Zusatzangebot wäre aus meiner Sicht auch der wesentliche Vorteil eines Wechsels von FM auf DAB gewesen.

Dem stehen allerdings auch wesentliche Nachteile gegenüber, die u.a. der Rechnungshof "Riksrevisionen" in einer ziemlich deutlichen Kritik genannt hat, siehe auch den Beitrag von Manfred Z:

1. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg nicht rentabel. Das heisst, die Einsparungen beim Sendebetrieb würden erstmal durch die Kosten der Umstellung bei den Sendern und vor allem bei den Konsumenten aufgefressen.

2. Auf Grund des technischen Konzepts ist eine schlechtere Abdeckung von Randregionen (äussere Schären, Bergregionen) mit DAB als mit UKW-FM zu erwarten.

Den zweiten Punkt kann ich gut nachvollziehen, war ich doch öfters in Nordschweden mit dem Zelt unterwegs. Der UKW-Empfang ist dort in um die 100 km Entfernung von den nächsten Sendern (Kiruna, Gällivare) ohne Sichtverbindung wackelig und angerauscht, aber immerhin brauchbar. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie das ohne zusätzliche Standorte mit DAB klappen sollte. Entweder verzichtet man einfach auf diese Hörer und lässt sie z.B. mit den Wetterberichten im Funkschatten bzw. im Regen stehen, oder man legt nochmal finanziell drauf...

Wie schon einer der anderen Forumsteilnehmer geschrieben hat: Es geht hier nicht um einen Ausstieg oder eine Abschaltung von DAB, sondern darum, dass UKW erstmal nicht zu Gunsten eines Ausbaus von DAB abgeschaltet wird. Kulturministerin Alice Bah Kuhnke hat die Entscheidung gestern in einem Zeitungsartikel (Svenska Dagbladet) ausführlich begründet und dabei auch gesagt, dass die Digitalisierung des Radios zu einem späteren Zeitpunkt überdacht werden kann.

Mich hat es gefreut, dass bei dieser Entscheidung nicht (nur) die üblichen ideologischen Voreingenommenheiten eine Rolle gespielt haben, sondern dass vorher das Pro und Contra auch aus Sicht der Verbraucher und der Kosten mit sachlichen Argumenten diskutiert wurde. :spos:

73 de Uli

von ulionken - am 24.06.2015 21:06
Zitat
ulionken
1. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg nicht rentabel. Das heisst, die Einsparungen beim Sendebetrieb würden erstmal durch die Kosten der Umstellung bei den Sendern und vor allem bei den Konsumenten aufgefressen.


Die Sender sind doch bereits umgestellt worden und arbeiten nun im Parallelbetrieb sowohl in FM als auch DAB oder täusche ich mich da?
Was die Kosten für den Verbraucher angeht: Teuer sind DAB-Radios inzwischen nicht mehr.
Als seinerzeit der Umstieg auf das Digitalfernsehen erfolgte, gab es diesbezüglich kaum einen Widerstand, obwohl nach und nach alle Receiver ausgetauscht werden mussten.
Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, dass Radio einen viel niedrigeren Stellenwert hat als das Fernsehen und mache privaten Veranstalter daher befürchten, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung diesen Umstieg nicht mitmacht und dieses Medium nicht mehr nutzt.

Zitat
ulionken
2. Auf Grund des technischen Konzepts ist eine schlechtere Abdeckung von Randregionen (äussere Schären, Bergregionen) mit DAB als mit UKW-FM zu erwarten.


Nun wissen wir doch aber, dass DAB bei gleicher Sendeleistung eine bessere Abdeckung hat als UKW.
Warum sendet man dann nicht einfach mit den gleichen Leistungen wie im UKW-Bereich, also 60 statt nur 10 KW? Wenn soll das in Schweden stören?
Das wäre dann immer noch preiswerter, als die Variante "Ein Programm pro Träger" wie beim klassischen UKW-Rundfunk.

von Wellenjaeger - am 25.06.2015 05:42
Zitat
iro
Wenn man DAMALS in den 50ern hier mal in einem kurzen Anflug von Demokratie das Volk gefragt hätte, würden wir immer noch auf Mittel/Langwelle Radio hören und UKW wäre nicht eingeführt worden.

Nein, denn UKW hatte, gegenüber LW und MW, damals echte Vorteile. Mehr Auswahl, schließlich hat Deutschland als Kriegsverlierer nicht gerade viele Frequenzen bekommen, besserer Klang, weniger Störungen durch schlecht entstörte Geräte und Autos, außerdem kam die Einführung mitten im Wirtschaftswunder. Jeder wollte zeigen, was er hat. Radios, oder gar Musik- und Fernsehtruhen waren ein Statussymbol. Da wurden auch mal Schulden für gemacht.
Daher hat sich UKW gerade in Deutschland sehr schnell durchgesetzt.
Auch wenn das nun wohl wieder zur DAB Grundsatzdiskussion ausartet: Welche Vorteile gegenüber UKW bietet DAB denn für den Großteil der Bevölkerung?
Besserer Empfang? Nur in Ballungsräumen.
Mehr Programmauswahl? Nur für bestimmte, oft kleine, Zielgruppen.
Besserer Klang? Interessiert viele nicht, zumal die Empfangsgeräte eher Low-Fi sind.

von Marc_RE - am 25.06.2015 06:55
Zitat

Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, dass Radio einen viel niedrigeren Stellenwert hat als das Fernsehen und mache privaten Veranstalter daher befürchten, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung diesen Umstieg nicht mitmacht und dieses Medium nicht mehr nutzt.
etwa so wie bei DVB-T? Vorher konnte jedes TV-Gerät potentiell analoges TV empfangen (was nur nicht jeder genutzt hat). Und jetzt? Und vor allem nach der Umstellung auf DVB-T2... Eine Umstellung auf ein DVB-T3 würde das terr. TV nicht mehr überleben.

Zitat

Nein, denn UKW hatte, gegenüber LW und MW, damals echte Vorteile. Mehr Auswahl,
Das stimmt so nicht. Es gab zu Anfang EIN einziges Programm auf UKW. Auf MW gab es auch nur ein Programm für die jew. Region, aber es war wesentlich mehr zu hören - nächtlicher Overspill sozusagen.
Der echte Vorteil war die zweite Halbzeit des Fussballspiels nur auf UKW.

Zitat
http://www.radioszene.de/37316/warum-die-einfuehrung-von-ukw-gescheitert-ist.html/5
"In den meisten Fällen wird hierfür – von der rühmlichen Ausnahme des NWDR abgesehen – dasselbe Mittelwellenprogramm geboten, das der Radiohörer in 50 km Umkreis höchstwahrscheinlich sowieso ohne nennenswerte Störungen aufnehmen kann.
Die Erfahrungen im Bezirk des NWDR haben eindeutig bewiesen, daß zum Erfolg des UKW-FM-Rundfunks unbedingt ein Zweifachprogramm gehört. Man kann in der heutigen Zeit dem Rundfunkhörer nicht zumuten ein UKW-Gerät zu erwerben, wenn als Gegenleistung lediglich ein Programm geboten wird, das über den Mittelwellenrundfunk bereits zur Verfügung steht.“


von iro - am 25.06.2015 07:59
Und genau das ist der Punkt. Bei der Einführung von DVB-T war der Mehrwert eindeutig: Statt 3 Programmen über 20 Programme. Allerdings kam die Umstellung zu einer Zeit, als 97% der Zuschauer ohnehin als Hauptempfangsweg Kabel oder Satellit nutzten, Antenne war nur noch für die Zweitgeräte oder für unterwegs interessant. Und da hat sich DVB-T vor allem in den Ballungsgebieten gemausert und ist für das Kabel eine ernste Konkurrenz geworden.
Bei Radio fehlt mit über DAB+ der Mehrwert. Das ist vor allem eine politische Entscheidung, und nur aufgrund der stark beschränkten Reichweite von DAB+ auch ein technisches Problem. Im Ergebnis aber egal, es macht für mich DAB+ unattraktiv. Und da bin ich nicht der Einzige.

von Bolivar diGriz - am 25.06.2015 08:38
Zitat

Bei Radio fehlt mit über DAB+ der Mehrwert.


Mir nicht... ;) DAB+ liefert mir 3 hörbare Programme, die ich auf UKW nicht bekomme (DWissen, BOB, NDR Blue). Das reicht mir als Mehrwert gegenüber UKW vollkommen aus, wo ich auch nur weniges hörbares finde (NWR, R21, DKultur, DLF, FHE). 4 der hörbaren UKW-Programme bekomme ich ebenfalls über DAB+.

In meinem 40 km-Radius habe ich brauchbaren DAB+-Empfang von 2 der 3 Muxe. Reicht auch. Fahre ich aber weiter, ist es mit DAB+ vorbei und ich muss auf USB umschalten. Stört aber auch nicht weiter, da das selten vorkommt (zu 95% der Zeit bewege ich mich in meiner DAB-Insel). Es ist ein technisches Problem, macht für mich DAB+ aber nicht unattraktiv, denn für den Fall habe ich ja Alternativen. Für jemanden der viel und weit fährt, ist es natürlich ein Problem - aber für die meisten Leute innerhalb einer DAB+-Insel ist es keines.

DAB+ an sich ist für mich kein Mehrwert, Slideshows etc. interssieren mich nicht. Der Mehrwert besteht für mich ausschließlich in Form von interessanten Sendern.
Eine Ausnahme sind höchtens DKultur und DLF, da diese beide über DAB deutlich besser klingen als auf UKW, was natürlich auch einen Mehrwert darstellt und der Grund ist, diese Sender vorzugsweise auf DAB+ zu hören (und wenn ich aus dem Bereich raus bin, schaltet mein Radio einfach auf UKW um und ich kann das Programm weiterverfolgen. Zumindest den DLF. DKultur kann ich leider seit der LW-Abschaltung auf einer bestimmten Strecke nicht mehr weiterhören, wenn DAB nicht mehr geht.)

von iro - am 25.06.2015 09:34
Zitat
Staumelder
Ich finde Digitalradio als Ergänzung zum regulären UKW-Programm super. Dudelfunk und Grundinformationen analog auf UKW, Special Interest (Lounge, Electro, Schlager) digital (DAB/Webradio). Das wird vmtl. eher funktionieren als eine radikale Umstellung. Für den Betrieb von Special Interest-Kanälen muss der Programmveranstalter ein entsprechendes Finanzpolster mitbringen. Und spätestens da wird sich zeigen wer den langen Atem hat. Tatktisch kluge Entscheidung der Schweden.


Schweden und Deutschland zu vergleichen, ist aber nunmal Äpfel&Birnen-Vergleich. Die technische Reichweite eines einzelnen Senders ist in Schweden nunmal ein Problem. Der Beitrag von Uli Onken bringt das recht gut auf den Punkt.

Die technischen Kapazitäten von DAB+ sind größer, das ist durch simple Mathematik einfach festzustellen. Sowohl bei "Programme pro MHz" als auch bei "MHz insgesamt" liegt DAB+ einfach vorne.
Alles andere, was hier vorgebracht wird, ist sowieso nur "Momentaufnahme". Wenn ich natürlich irgendwo hin gehe, wo die Medienpolitik weder auf UKW noch auf DAB+ Vielfalt hinbekommen hat, ist der UKW-Overspill natürlich ein gutes "Totschlagargument". Für die Vielfalt in NRW wäre derzeit eine UKW-Abschaltung in NRW das mit Abstand Beste, was passieren kann, dann wird Overspill nicht mehr gestört. 8 "eigene" Programme weniger, dafür das ganze Angebot aus Belgien, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachen, den Niederlande... Ne is klar.
Dennoch muß man schon ein sehr eingefleischter Hitdudler-Anhänger sein oder in Norddeutschland wohnen, um auf UKW genauso vielfältige Angebote zu finden wie auf DAB+ ... "Mein" Hauptproblem mit DAB+ in Süddeutschland ist nicht fehlende Attraktivität, sondern eine übervolle Programmliste, die bei manchen schlecht programmierten Radios zu Abstürzen führt ;-)

Dennoch, zurück zu Schweden: Vermutlich lohnt sich dort für niemanden ein flächendeckender DAB+-Betrieb, der ist allenfalls aus Gründen der Grundversorgungssicherung überhaupt denkbar. Das gilt dort aber genauso auf UKW. Deutschland ist 10 mal so dicht besiedelt wie Schweden. Das ist einfach nicht vergleichbar. Die Bevölkerungszentren sind zudem eher flach, man benötigt also keine dichten Netze, ein paar fette Grundnetzsender reichen. Aus kommerzieller Sicht muß man nur in einigen Städten präsent sein, >80% der Fläche sind kommerziell absolut uninteressant. In Deutschland ist es gerade umgekehrt - da sind >80% der Fläche kommerziell interessant. Allerdings ist die Topographie schwierig, was aber auf UKW wie auf DAB+ ein enormer Kostenfaktor ist. Nicht umsonst gibts in vielen ländlichen Regionen Deutschlands nur 1-2 vernünftig empfangbare Privatsender und nur 3-6 ÖR-Programme. Ein Füllsender nur für Schramberg, Neustrelitz oder Cham lohnt sich nunmal für Nicht-Platzhirsche nicht... Diese Ländlichen Regionen sind in Schweden sehr verbreitet - und die Rechnung ist eine Ähnliche. Da bekommt man auch keinen Mux voll. In BaWü schon - der versorgt dann halt irgendwann mal fast die ganze Fläche, weil die paar Prozent "nicht kommerziell relevante Fläche" einfach so mitversorgt werden, denn diese Ecken sind einfach zu klein, um sie konsequent aussparen zu können ;)

von DH0GHU - am 25.06.2015 09:56
Ich habe auch gehört, dass es im Norden eine gewisse Rivalität zwischen Schweden und Norwegen gibt - nicht nur im Sport. Also, was die Norweger mit Erfolg machen, passt den Schweden halt nicht, weil sie nicht die ersten waren. So kommt es mir mal vor.

Aber wie von anderen schon erwähnt, es geht hier ja nicht um die Abstellung von DAB, sondern um die Abstellung von UKW. Was ich bis jetzt - letzte Woche - gelesen hatte, ging es darum, bis 2018 zu warten, wann die Diskussion um die Abschaltung von UKW wieder aktuell werden soll. Hat sich vermutlich seit der Regierungs-Erklärung leicht verändert.

OT:
Selbst wenn man in der Schweiz heute eine Abstimmung über DAB oder UKW machen würde, ich glaube die Abstimmung würde auf UKW hinauslaufen, trotz einer DAB-Empfängerzahl, welche 1/4 der Bevölkerung entspricht......

Es gab vorletzte Woche eine Abstimmung über ein neues Radiogesetz, welches den Privaten mehr Geld und Förderung bringt. Beinahe wäre das Gesetz bachab gelaufen. Immer wenn sich die Politik in die Radio-Sache einmischt, versuchen einige Parteien Profit daraus zu schlagen, angeblich um Geld zu sparen. Dabei erlaubt das Gesetz den bisherigen "GEZ"-Zahlern etwa 10% weniger jährliche Kosten. Das wurde aber von den Politikern, welche das Gesetz ablehnten nie erwähnt. Denen ging es eher nur darum, in Zukunft bei den Programm-Machern ein Wörtchen mitzureden, was nun trotz Annahme des Gesetzes dennoch geschehen wird. Man diskutiert nun über Inhalte (wohl vornehmlich politische...).

von drahtlos - am 25.06.2015 10:02
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/06/final-stop-for-digital-radio-in-sweden.html :

Final Stop For DAB Radio in Sweden

Joins Finland rejecting the DAB technology and retaining FM
Democracy too strong for longtime lobbyism


The Swedish government has announced it will not go ahead with plans to replace FM radio with digital DAB+ broadcasting.
In the consultation round this proposal was overwhelmingly rejected by central public institutions and many experts in Sweden. Only some minor authorities are behind the proposal together with established DAB proponents. This confirms a unison negative opinion in media when the proposal was first presented.

Making the uphill struggle for DAB in Sweden even steeper was a very critical report about the DAB radio introduction by the National Audit Office published in April 2015.

The decision by the Swedish government, a coalition of Social Democrats and Greens, was not welcomed by the major broadcasters and the broadcast provider Teracom which is regarded as the Swedish DAB lobby interests backed-up by EBU and its lobbying arm WorldDMB. But this decision to retain FM radio has been met with a strong positive response in media by experts and public opinion.

Sweden has now joined Finland leaving DAB behind. This will probably complicate the 2017 DAB transition in neighboring Norway. Switching off FM will leave all visiting motorists from Sweden and Finland, as well as from several other countries, without access to major public radio stations for traffic and emergency alerts in Norway.

DAB test transmissions were carried out already 1992 by the public radio in Sweden and officially on air 1995. An earlier Socialdemocratic government put an end to DAB developments in 2005, but there has been some inofficial DAB and DAB+ broadcasting since.


http://www.digi.no/tele-kommunikasjon/2015/06/24/ingen-dab-overgang-i-sverige :
Kommentar aus Norwegen (Google translate Übersetzung…):

„Wenn die Schweden sind klug, und es gibt diejenigen genug da, werden sie die Sendeleistung in Richtung Norwegen erhöhen und wieder bekommen Mengen Norweger unter seinen Zuhörern. Es war nicht vor vielen Jahren, als schwedische P4 in Norwegen populär war. Wenn NRK der UKW-Band verlässt, können wir noch immer die schwedischen Radiosender hören, ganz weit im Landesinneren.
Der Tag NRK erkennen, dass eine Million Norweger zum schwedisch Radio hören wird ihnen alles offenbar…“


http://www.radioszene.de/72328/deutscher-radiopreis-2014-fuer-hit-radio-ffh-gesellschafter-helmut-markwort.html :

In der Dankesrede auf der Bühne des Deutschen Radiopreises 2014 nutzte Helmut Markwort die Gelegenheit für ein Statement gegen ein Abschaltdatum von UKW, um den Übergang zum Digitalradio zu erzwingen:
„Da ich nun mal die Gelegenheit habe, hier zu stehen, will ich doch zwei drei medienpolitische Anmerkungen machen, auch wenn´s ernst wird. Ich krieg´ ja diesen Preis für die Vergangenheit, die Gegenwart ist auch großartig – der Radiopreis ist ein Beleg für die erfolgreiche Gegenwart. Zur Zukunft mache ich eine Anmerkung: wir sind ja alle UKW-Leute und sehr viele Leute hören UKW, daneben gibt es DAB+ – das ist ein fairer Wettbewerb, viele hören UKW, wenige hören DAB+. Das kann sich ändern, das ist offen. Was ich nicht in Ordnung finde ist, dass dieser Wettbewerb durch Diktatur beendet werden soll. Die Europäische Kommission hat schon Gedanken sich gemacht – das ist ja immer verdächtig, Institute sind dran, die KEF ist dran und zwar wollen sie den fairen, wirtschaftlichen Wettbewerb dadurch beenden, dass sie im Jahre Schnee einfach UKW abschalten. Das heißt, Millionen können nicht mehr UKW hören, 140 Millionen Radiogeräte werden Schrott, werden weggeschmissen und das ist schon mal geplant worden für 2010, ist gescheitert, ist wieder im Gespräch. Ich denke die Hörer sollen entscheiden, wie sie Radio hören, mit welchen Geräten, und nicht eine Zwangsdiktatur. Dankeschön.“ (Applaus)


Einige Links:
http://lafmleve.no/
http://www.idg.se/2.1085/1.632178/dab-radion-ar-officiellt-dod---regeringen-stoppar-overgangen
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2014/10/fm-expansion-on-its-way-in-sweden.html
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2014/09/fm-band-in-brazil-being-extended-50.html
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/05/no-plans-to-cease-fm-in-ireland.html
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/05/no-fm-switch-off-in-south-africa.html
https://www.youtube.com/watch?v=_wIlpwEVh0U

von p_korner - am 25.06.2015 11:22
> Ist das nicht eine bekannte anti-DAB Blog? Ich würde es nicht zu viel ernst nehmen.

Ich vertraue http://digitalradioinsider.blogspot.se/p/site-policy.html viel mehr als https://www.worlddab.org/!

Ich kenne einige von den Leuten von http://digitalradioinsider.blogspot.se/ , wie z.B. Christer Hederström, und die sind Media–Analytiker - nicht Lobbyisten! Sie haben nichts zu verkaufen und keine Beschluss-Tagesordnung etc zu verteidigen. In Schweden werden sie als unabhängige Informationsquelle betrachtet.

Und - ich weiss beruflich wie Lobbyisten arbeiten kann, und das ist was völlig anders...

von p_korner - am 25.06.2015 17:24
Schweden hat eine grosse pro DRM+ Fraktion und die kämpften bisher mit harten Bandagen gegen eine FM-Abschaltung, wie es scheint - mit Erfolg. Ich habe seitenlange Statements von denen vor etwa 2-3 Jahren zum Thema PRO DRM+ erhalten. Wenn man bedenkt, dass in Schweden eine der führenden DAB-Entwickler weltweit beheimatet ist (Factum Electronics AB) ist das ein kleines Armutszeugnis für den Staat. Der Chef von Radio Schweden übrigens ist da ganz anderer Ansicht als das Parlament. Sollte Dänemark UKW auch vor 2020 abstellen, haben die Schweden irgendwann ein kleines Problem mit dem Autoradio-Empfang in den direkten Nachbarländern, wenn man mal Finnland ausklammert.

Im übrigen ist auch meiner bescheidenen Meinung nach Digitalradioinsider ein Hetz-Blog gegen DAB. Man sieht nur an den oben genannten Links, dass man Artikel zu weltweit bezogenen Themen über den UKW-Ausbau glorifiziert. WorldDAB hat immerhin erreicht, dass das Thema nun in der EU aktuell wird und auch die Autohersteller an den Verhandlungs-Tisch gebracht hat. Nebenbei hat auch WorldDAB hat nichts zu verkaufen und beteiligt sich eher an der Weiterentwicklung einer Radio-Technologie.

von drahtlos - am 25.06.2015 23:49
Es kommt halt immer darauf an, wie man die Frage stellt:

1. Sind Sie für den Erhalt des altbewährten UKW, wenn doch DAB kaum einen zusätzlichen Nutzen und nur Kosten bringt?

2. Sind Sie Neuem gegenüber aufgeschlossen und interessiert, wesentlich mehr und bessere Programme in einwandfreier technischer Qualität zu bekommen?


Ich wette, dass beide Fragen überwältigende Zustimmung bekommen würden. Wenn man sie etwas unter einer Vielzahl von Fragen versteckt, würden wahrscheinlich sogar die gleichen Leute jeweils mit ja antworten.

von RudiP - am 26.06.2015 06:48
Mit Umfragen ueber Dinge, die keiner kennt, ist das immer so eine Sache. Ich glaube, wenn man Mitte der 90er Umfragen gemacht haette, ob die Leute fuer teures Geld Internet haben moechten, waeren diese ebenfalls negativ ausgegangen, weil niemand absehen konnte, wie sich das entwickelt. So haben sich das halt zuerst die Freaks zugelegt und die breite Masse kam sehr viel spaeter erst dazu.

Ich bin nach wie vor der Meinung: soll doch jedes Land machen wie es will. Schade waere nur, wenn es schon hier innerhalb Europas zu einer so hohen Zahl an unterschiedlichen Standards kaeme, die man nicht mit einem Empfaenger hoeren kann. Ich glaube nach wie vor nicht daran, dass man heutigen DAB-Radios nur mit Firmware-Update DRM+ beibringen wird, selbst wenn es technisch machbar waere.

Schweden UKW, Norwegen DAB+, Daenemark UKW+DAB, ich sehe da kein Problem, solange es weiter Kombiempfaenger gibt, die beides koennen. Und vor allem: die beides gleichberechtigt nebeneinander stellen! Warum nicht eine gemeinsame Programmliste aller UKW/DAB-Programme? Warum muss man das in den Radios immer getrennt halten? Dann haette auch niemand ein Problem, der im Grenzgebiet Schweden/Norwegen unterwegs ist.

von Habakukk - am 26.06.2015 07:07
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
ulionken
1. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg nicht rentabel. Das heisst, die Einsparungen beim Sendebetrieb würden erstmal durch die Kosten der Umstellung bei den Sendern und vor allem bei den Konsumenten aufgefressen.


Die Sender sind doch bereits umgestellt worden und arbeiten nun im Parallelbetrieb sowohl in FM als auch DAB oder täusche ich mich da?


Da täuscht Du Dich. Es gibt in Schweden ausserhalb einiger Ballungsregionen bisher kaum DAB-Sender. Der flächendeckende Ausbau war nur geplant und liegt jetzt auf Eis.

Zitat
Wellenjaeger
Was die Kosten für den Verbraucher angeht: Teuer sind DAB-Radios inzwischen nicht mehr. Als seinerzeit der Umstieg auf das Digitalfernsehen erfolgte, gab es diesbezüglich kaum einen Widerstand, obwohl nach und nach alle Receiver ausgetauscht werden mussten.


Der Punkt ist, dass die Abschaltung von UKW den Ersatz von Millionen von UKW-Empfängern bis 2022 nötig machen würde. Ohne die Abschaltung ist das nicht notwendig, d.h. es entstehen auch keine Kosten. Und beim Digitalfernsehen gab es Settop-Boxen, so mussten die TV-Geräte selbst nicht ausgetauscht werden. Übrigens senden UKW-FM und DAB auf unterschiedlichen Frequenzen. Da spricht ausser den Kosten erstmal nichts gegen einen weiteren Parallelbetrieb.


Zitat
Wellenjaeger
Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, dass Radio einen viel niedrigeren Stellenwert hat als das Fernsehen und mache privaten Veranstalter daher befürchten, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung diesen Umstieg nicht mitmacht und dieses Medium nicht mehr nutzt.


Das Medium Radio wird in Schweden ähnlich wie in D als Begleitmedium genutzt. Für die meisten Leute genügt das Angebot auf UKW, und entsprechend gering ist der Anreiz für private Anbieter, auf dem Land FM-Sender in Betrieb zu nehmen oder sich an DAB-MUXes zu beteiligen. Soweit ich weiss, waren die privaten Veranstalter aber keine treibende Kraft bei der Ablehnung der UKW-Abschaltung.

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
ulionken
2. Auf Grund des technischen Konzepts ist eine schlechtere Abdeckung von Randregionen (äussere Schären, Bergregionen) mit DAB als mit UKW-FM zu erwarten.


Nun wissen wir doch aber, dass DAB bei gleicher Sendeleistung eine bessere Abdeckung hat als UKW.
Warum sendet man dann nicht einfach mit den gleichen Leistungen wie im UKW-Bereich, also 60 statt nur 10 KW? Wenn soll das in Schweden stören?


Das musst Du vermutlich die Leute fragen, die das technische Konzept für den Übergang von UKW-FM auf DAB in Schweden geplant haben. Es gibt ja jetzt schon über DAB dort ERPs bis 20 kW und offenbar dennoch sozusagen geplante Lücken bei der Randversorgung. Bei einer geplanten ERP von nur 2 kW für Kiruna (laut DABLIST) kann es nach meiner Meinung in den Bergregionen dort gar keine Flächendeckung geben, ausser man würde eine Reihe von zusätzlichen Standorten neu aufbauen! Ich vermute, dass erheblich höhere Sendeleistungen oder mehr Senderstandorte die laut Riksrevisionen ohnehin negative finanzielle Rentabilität des Umstiegs noch mehr in die rote Zone treiben würden.

73 de Uli

von ulionken - am 26.06.2015 18:30
Pressemitteilung von Sveriges Radio vom 24. Juni:

Zitat

Cilla Benkö comments on the Swedish Government’s decision regarding DAB

“Postponing the development of a digital terrestrial network is bad news for the Swedish radio audience,” comments Swedish Radio’s Director General Cilla Benkö following the government's announcement not to proceed with the transition to DAB+ in the near future.

“The FM network is now full and terrestrial radio will remain a vital service for a long time to come. IP-based radio, i.e. radio broadcast via the Internet, will also be important in the future, but it will not be able to replace the terrestrial network,” says Cilla Benkö.

“We will continue to broadcast in FM and I assume that this decision does not affect our task and our current activities in terms of scope, programming and quality,” continues Cilla Benkö.

According to Cilla Benkö, “In countries such as Norway and Denmark, where the digital terrestrial network is used with full force in a competitive market, we are seeing the radio audience increase both in terms of user numbers and listening time. This is because the radio audience has new and exciting stations to listen to. We are not seeing any corresponding increase in listening in Sweden.”

“Even now, we at Swedish Radio know that our audience do not appreciate certain clashes in the current selection of FM stations. For us, a digital terrestrial network is an opportunity to correct this. Furthermore, a digital terrestrial network is both cheaper to run and more environmentally friendly. Today's announcement means we are holding on to old technology, which in turn means there is the risk that in the long term Sweden, which is currently regarded as one of the leading countries in Europe when it comes to radio broadcasting, will lose that position as the audience opt out of an analogue alternative in an otherwise digital world,” says Cilla Benkö.

The Minister of Culture writes that it is still unclear how a digital terrestrial network would work. One of the Government's main reasons for waiting with the decision is that there are different views on how the radio's emergency preparedness can be maintained with a digital terrestrial network.

In recent years, Mats Åkerlund has worked with digital radio matters at Swedish Radio and has the following comments on the subject:

“Many countries in Europe are developing digital terrestrial networks for radio. In 18 months’ time our neighbour, Norway, will begin the transition from FM to DAB. NRK's emergency preparedness will then be transferred to the Norwegian DAB network which, according to the authority responsible, now has a better coverage in the country than FM and which is also considered to be as robust as FM. So it is likely that we will soon be able to look to Norway for answers,” says Mats Åkerlund.


von Manfred Z - am 26.06.2015 18:54
Einige Tage nach der mitgeteilten Beschluss gegen DAB in Schweden sind die Kommentare in Zeitungen usw sehr positiv. Man meint es ist ein sehr kluger Beschluss UKW zu behalten. Die einzige die dagegen sind, sind Sveriges Radio, Teracom, SBS und MTG.



> Soweit ich weiss, waren die privaten Veranstalter aber keine treibende Kraft bei der Ablehnung der UKW-Abschaltung.

Nein, gar nicht, und sie haben unter sich wirtschaftlich gestritten.


> Nebenbei hat auch WorldDAB hat nichts zu verkaufen und beteiligt sich eher an der Weiterentwicklung einer Radio-Technologie.

Doch, es gibt da viele beteiligte Firmen, die alle auf https://www.worlddab.org/ zu sehen sind...


> Im übrigen ist auch meiner bescheidenen Meinung nach Digitalradioinsider ein Hetz-Blog gegen DAB.

Wirklich? Und was ist denn da falsch mitgeteilt worden???


>Cilla Benkö comments on the Swedish Government’s decision regarding DAB…

In einer Debatte in SR-P1 mit Leif Pagrotsky, der ehemalige Minister für Kultur, hat sie mehrmals gelogen und gar kein guter Eindruck gemacht. Sie hat sogar im Voraus verlangt das letzte Wort zu haben...
http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=83&artikel=6197019


Übrigens:
http://radionytt.se/nyheter/beslutet-kommer-ge-intryck-i-manga-lander/

von p_korner - am 26.06.2015 19:26
Zitat
p_korner
Einige Tage nach der mitgeteilten Beschluss gegen DAB in Schweden sind die Kommentare in Zeitungen usw sehr positiv. Man meint es ist ein sehr kluger Beschluss UKW zu behalten. Die einzige die dagegen sind, sind Sveriges Radio, Teracom, SBS und MTG.


Also wenn ich auf News Sverige bei Google gehe und nach DAB suche, kommen da zu dem Beschluss sehr unterschiedliche Artikel und keinesfalls ausschließlich positiv. Die angeführten Argumente von Kuhnke sind so schwammig, dass man sie gar nicht greifen kann. In den Kommentarspalten kann man auch die typischen gegnerischen Argumente Pro-Contra-FM-DAB lesen (wie hier auch wieder eine schon x mal durchgekaute Pro Conta Diskussion zu werden drohte). Bzgl. irgendwelchen (angeblich immer neutralen) Blogs sei erwähnt, dass auch das Auslassen von Informationen (insbesondere wenn Vergleiche bemüht werden) die Wahrheit verdreht, sollte man sich in Deutschland noch etwas besser dran erinnern. Zitat eines Kommentators: "Denna teknik kunde gett invånarna i en medelstor stad möjlighet att lyssna på uppåt 40 olika radiostationer med olika inriktningar - men nej - vi fortsätter med 4 SR och 2 kommersiella. Ungefär som att tv bara skulle fortsätta ha SVT 1-2 och TV4 - ren o skär idioti om regeringen vill ha mångfald." Also von Friede, Freude, Eierkuchen kann man bei diesem Entscheid nicht sprechen. Es wäre auch zu naiv anzunehmen, dass ein ganzes Volk gleicher Meinung sei. Es ist noch nicht mal dort der Fall, wo es zur Zeit quasi nur FM gibt, man also eigentlich gar nicht weiss, was man nicht will. Jetzt ist halt erstmal kein Abschaltdatum mehr im Kalender, wie auch in Deutschland und trotzdem ist DAB hier auf dem Vormarsch, könnte auch in Schweden so laufen. Bis dahin, nehmts doch einfach hin. Dauernde Pro-Contra Zustimmungsbeurkundungen unterschiedlicher Entscheide von unterschiedlichen Leuten sind einfach langweilig und wie gesagt schon x-mal durchgekaut worden. Lasst ein paar Monate ins Land gehen und schaut zu, was sich dort nun tut.

von CBS - am 26.06.2015 21:21
Zitat
ulionken
Über die absehbare Entscheidung der schwedischen Regierung, auf den bisher geplanten Übergang von UKW-FM auf DAB in 2022 zu verzichten, hatte ich kürzlich hier im Digitalradio-Forum berichtet. Nun ist es also amtlich.

War es nicht so, dass die alte Regierung den DAB-Umstellung favorisierte und die neue alles wieder umdreht? War es nicht so, dass die Sender sich bereits um die Konzessionen für DAB+ beworben haben und eine Entscheidung gefallen ist. Wie steht jetzt Schweden da? Wie einen Bananenrepublik in der Konzessionen erteilt werden und die nachfolge Regierung die Vergabe Rückgängig macht? Ich spreche kein schwedisch, vielleicht lieferst Du uns die Hintergründe? Ist es wirklich im Interesse des Schweden oder einer Minderheitsregierung Löfven?

Zitat
ulionken
Ich bin öfters in Schweden, habe die Diskussion dort verfolgt und kann die Argumente für diese Entscheidung gut nachvollziehen.

Dann müssen es andere Argumente gewesen sein, als Alice Bah Kuhnke vorgetragen hat. DAB+ kann den gleichen Schutz bei Viktigt meddelande till allmänheten/Hesa Fredrik leisten. Das Argument, dass die UKF-Infrastruktur neuer ist als in Norwegen und wahrscheinlich noch nicht abgeschrieben, kann ich nachvollziehen. UKW sollte erst 2022 – 2024 abgeschaltet werden. Bis dahin wäre die Erneuerung des UKW-Netzwerk abgeschrieben gewesen. Wenn sich die kommerziellen und das Staatliche Radio enttäuscht zeigen, dann frage ich, wessen Interessen sind da berücksichtigt worden. Will man vielleicht die Mobilfunkunternehmer stützen?

Was bedeutet es, dass die schwedische Regierung sich erst noch anschaut, wie Norwegen die nationale Berichterstattung handhabt?

Für mich klingt es so, als würden die schwedischen Politiker einen größeren Wettbewerb im Radio fürchten, um ihren beliebten Kanal für ihre Verlautbarungen aufrecht zu erhalten.

Ich verstehe, dass in Schweden der Sozialismus hochgeschätzt wird, aber warum überlässt man den Marktteilnehmern nicht die Entscheidung. Wenn die wollen, dann sollen sie auf DAB/DAB+ umsteigen.

Zitat
ulionken
Einen relevanten Markt für ein Mehrangebot im Radio sehe ich in Schweden nicht. Selbst in den Ballungszentren sind UKW-Frequenzen nicht knapp, vielleicht mit Ausnahme der Region Schonen im Süden, wegen der Grenznähe zu Dänemark und Deutschland. Einige UKW-Frequenzen bleiben ungenutzt, offenbar weil sich für die Privaten der Betrieb ausserhalb der Zentren nicht lohnt.

Nicht lohnt oder zu teuer ist? DAB würde die Verbreitungskosten senken.


Zitat
ulionken
SR hat mehrere Spartenprogramme, die man über UKW nicht verbreiten kann. Sie waren wohl der Hauptgrund dafür, dass SR auf den Umstieg von UKW-FM auf DAB gesetzt hat.

In Stockholms län ist das Angebot wesentlich höher, als im Rest des Landes. Warum will man es nicht ausgleichen? Laut Teracom gibt es Regionen mit nur 4 Programmen, alle Staatlich. Soll es uns verwundern, dass die Politiker keinen Wettbewerb wollen? Dann würden weniger Hörer die wortlastigen SR-Programme hören.

Zitat
ulionken
siehe auch den Beitrag von Manfred Z:
1. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg nicht rentabel. Das heisst, die Einsparungen beim Sendebetrieb würden erstmal durch die Kosten der Umstellung bei den Sendern und vor allem bei den Konsumenten aufgefressen.

Würde man diesem Argument folgen, würden wir noch Telefone mit Wählscheibe nutzen und Telefonzellen aufsuchen. Da wird das Radio stiefmütterlich behandelt. Hieß es nicht, dass es bis zu 60 Hörfunkprogramme sein könnten? 21 landesweite Konzessionen wären ausgegeben worden und da staatliche Radio würde könnte 10 bis 16 Programme ausstehlen. Sind also 31 Programme kein Mehrwert im Vergleich von 4 bis 7 Programmen? Wieso gilt dieses Argument beim Fernsehen aber nicht beim Hörfunk?

Zitat
ulionken
2. Auf Grund des technischen Konzepts ist eine schlechtere Abdeckung von Randregionen (äussere Schären, Bergregionen) mit DAB als mit UKW-FM zu erwarten.

Da hätte man nicht einen Fernsehmultiplex im VHF III Band ausstrahlen sollen.
Wie stellen sich die Schweden die Versorgung mit UKW-Autoradios vor? Auf die Dauer wird die Autoindustrie nur einen Standard verbauen wollen.

Zitat
ulionken
Den zweiten Punkt kann ich gut nachvollziehen, war ich doch öfters in Nordschweden mit dem Zelt unterwegs. Der UKW-Empfang ist dort in um die 100 km Entfernung von den nächsten Sendern (Kiruna, Gällivare) ohne Sichtverbindung wackelig und angerauscht, aber immerhin brauchbar. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie das ohne zusätzliche Standorte mit DAB klappen sollte.


Wird DAB wieder abgeschaltet?
https://www.teracom.se/Sandarinformation/Frekvenstabeller/?rt=dabnat®ion=C&ft=radio

In den Frequenztabellen von Teracom gibt es viele Füllsender auf UKW. Warum es diese bei DAB+ nicht geben sollte, verstehe ich nicht.

Zitat
ulionken
Entweder verzichtet man einfach auf diese Hörer und lässt sie z.B. mit den Wetterberichten im Funkschatten bzw. im Regen stehen, oder man legt nochmal finanziell drauf...

Auch wenn es gleichviel kostet wie UKW heute aber der Hörer kann statt vier Programmen 30 Programme empfangen, ist ein mehr Wert erreicht.

Zitat
ulionken
Wie schon einer der anderen Forumsteilnehmer geschrieben hat: Es geht hier nicht um einen Ausstieg oder eine Abschaltung von DAB, sondern darum, dass UKW erstmal nicht zu Gunsten eines Ausbaus von DAB abgeschaltet wird.

Wer soll zwei System dauerhaft bezahlen? Warum behält man nicht UKW dort, wo DAB+ nicht ankommt. Das wäre schon eine Ersparnis in restlichen Schweden.

Zitat
ulionken
Mich hat es gefreut, dass bei dieser Entscheidung nicht (nur) die üblichen ideologischen Voreingenommenheiten eine Rolle gespielt haben, sondern dass vorher das Pro und Contra auch aus Sicht der Verbraucher und der Kosten mit sachlichen Argumenten diskutiert wurde. :spos:

Eines Verbrauchers, der sich alle 2-4 Jahre ein neues Handy kauft aber kein Geld für einen Radioempfänger hat.Viele ältere Leute haben sich eine Stereoanlage zu ihrer Hochzeit vor 40-50 Jahren gekauft, kaufen sich alle 3-4 Jahre ein neues Handy. Kein Geld für Radio oder nur kein Bewusstsein?

von Seltener Besucher - am 26.06.2015 22:29
Lieber Seltener Besucher, ich habe versucht, die Hintergründe der abgesagten Abschaltung von UKW-FM in Schweden zu erhellen. Ich werde hier aber keine Pro/Contra-DAB-Diskussion führen.

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
ulionken
Über die absehbare Entscheidung der schwedischen Regierung, auf den bisher geplanten Übergang von UKW-FM auf DAB in 2022 zu verzichten, hatte ich kürzlich hier im Digitalradio-Forum berichtet. Nun ist es also amtlich.

War es nicht so, dass die alte Regierung den DAB-Umstellung favorisierte und die neue alles wieder umdreht. War es nicht so, dass die Sender sich bereits um die Konzessionen für DAB+ beworben haben und eine Entscheidung gefallen ist. Wie steht jetzt Schweden da? Wie einen Bananenrepublik in der Konzessionen erteilt werden und die nachfolge Regierung die Vergabe Rückgängig macht? Ich spreche kein schwedisch, vielleicht lieferst Du uns die Hintergründe? Ist es wirklich im Interesse des Schweden oder einer Minderheitsregierung Löfven?


Die Entscheidung, UKW-FM in 2022 nicht abzustellen, ist nach Anhörung aller Betroffenen und nach einer gründlichen Prüfung des Umstiegskonzepts auf DAB durch den Rechnungshof (Riksrevisisionen) gefallen. Die Vorgängerregierung hatte eine solche Anhörung versäumt. Die Meinungen lassen sich sich nicht anhand der üblichen Parteilinien festmachen; so sind auch die Automobilverbände gegen das Konzept, obwohl sie sonst sicher keine Freunde der Regierung sind. Ich wüsste nicht, dass da schon irgendwelche Konzessionen für DAB-Netze vergeben worden waren. Hast Du eine Quelle für diese Information?

In einer Bananenrepublik würden politische Entscheidungen nach Gutdünken, nach wirtschaftlichen Interessen oder nach Bestechung der Entscheider gefällt. In Schweden wurden nun die Betroffenen und Beteilgten befragt, das Konzept vom Rechnungshof geprüft und auf Grund des relativ eindeutigen Ergebnisses eine Entscheidung gefällt. Ich finde dieses Vorgehen in Grundsatzfragen für eine Demokratie vorbildlich!

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
ulionken
Ich bin öfters in Schweden, habe die Diskussion dort verfolgt und kann die Argumente für diese Entscheidung gut nachvollziehen.

Dann müssen es andere Argumente gewesen sein, als Alice Bah Kuhnke vorgetragen hat. DAB+ kann den gleichen Schutz bei Viktigt meddelande till allmänheten/Hesa Fredrik leisten. Das Argument, dass die UKF-Infrastruktur neuer ist als in Norwegen und wahrscheinlich noch nicht abgeschrieben, kann ich nachvollziehen. UKW sollte erst 2022 – 2024 abgeschaltet werden. Bis dahin wäre die Erneuerung des UKW-Netzwerk abgeschrieben gewesen. Wenn sich die kommerziellen und das Staatliche Radio enttäuscht zeigen, dann frage ich, wessen Interessen sind da berücksichtigt worden. Will man vielleicht die Mobilfunkunternehmer stützen?


Zur Rentabilität gibt es eine Studie von Riksrevisionen. Das ist eine unabhängige Behörde, und sie hat eben nicht nur die Interessen der Radiobetreiber und Sendernetzbetreiber berücksichtigt, sondern auch die der Verbraucher (von denen die meisten eben in aller Regel keine 20+ Radioprogramem nutzen). Ihr Prüfungsbericht war für das Umstiegskonzept ziemlich negativ.

Zitat
Seltener Besucher
Was bedeutet es, dass die schwedische Regierung sich erst noch anschaut, wie Norwegen die nationale Berichterstattung handhabt?


Ich habe sie so vertanden: Sie wird die Entwicklung im Nachbarland beobachten und die Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen.

Zitat
Seltener Besucher
Für mich klingt es so, als würden die schwedischen Politiker einen größeren Wettbewerb im Radio fürchten, um ihren beliebten Kanal für ihre Verlautbarungen aufrecht zu erhalten.

Ich verstehe, dass in Schweden der Sozialismus hochgeschätzt wird, aber warum überlässt man den Marktteilnehmern nicht die Entscheidung. Wenn die wollen, dann sollen sie auf DAB/DAB+ umsteigen.


Die entscheidenden Marktteilnehmer (nämlich die Hörer) wollen aber offenbar mehrheitlich gar nicht. Sorry, aber das mit dem Sozialismus doch Blödsinn. Sveriges Radio ist kein Sprachrohr der Regierung. Die Entscheidung bedeutet, dass DAB und UKW-FM im Wettbewerb zueinander weiter bestehen, jedenfalls in den Ballungszentren. Sie verzichtet auf das Durchdrücken einer neuen Technologie per Dekret und überlässt die Entwicklung dem Markt.


Zitat
Seltener Besucher
Zitat
ulionken
SR hat mehrere Spartenprogramme, die man über UKW nicht verbreiten kann. Sie waren wohl der Hauptgrund dafür, dass SR auf den Umstieg von UKW-FM auf DAB gesetzt hat.

In Stockholms län ist das Angebot wesentlich höher, als im Rest des Landes. Warum will man es nicht ausgleichen? Laut Teracom gibt es Regionen mit nur 4 Programmen, alle Staatlich. Soll es uns verwundern, dass die Politiker keinen Wettbewerb wollen? Dann würden weniger Hörer die wortlastigen SR-Programme hören.


Den Wettbewerb zwischen den Anbietern gibt es doch auf UKW-FM in den Ballungszentren, nur nicht auf dem Lande. Für die Anzahl der Hörer sind die Privatradio-freien Zonen kaum relevant.


Zitat
Seltener Besucher
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ulionken
siehe auch den Beitrag von Manfred Z:
1. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg nicht rentabel. Das heisst, die Einsparungen beim Sendebetrieb würden erstmal durch die Kosten der Umstellung bei den Sendern und vor allem bei den Konsumenten aufgefressen.

Würde man diesem Argument folgen, würden wir noch Telefone mit Wählscheibe nutzen und Telefonzellen aufsuchen. Da wird das Radio stiefmütterlich behandelt. Hieß es nicht, dass es bis zu 60 Hörfunkprogramme sein könnten? 21 landesweite Konzessionen wären ausgegeben worden und da staatliche Radio würde könnte 10 bis 16 Programme ausstehlen. Sind also 31 Programme kein Mehrwert im Vergleich von 4 bis 7 Programmen? Wieso gilt dieses Argument beim Fernsehen aber nicht beim Hörfunk?


Nein. Dass mehr Programme ein Mehrwert sind, bestreitet ja niemand. Nur ist die Nachfrage nach diesem Mehr an Programmen offenbar verhalten, auch dort, wo es DAB schon gibt. Anders als bisher behauptet ist der Umstieg mit dem Verzicht auf FM unter dem Strich nicht gratis, sondern er würde volkswirtschaftlich etwas kosten. Und dann stellt sich schon die Frage nach Kosten und Nutzen.

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
ulionken
2. Auf Grund des technischen Konzepts ist eine schlechtere Abdeckung von Randregionen (äussere Schären, Bergregionen) mit DAB als mit UKW-FM zu erwarten.

Da hätte man nicht einen Fernsehmultiplex im VHF III Band ausstrahlen sollen.
Wie stellen sich die Schweden die Versorgung mit UKW-Autoradios vor? Auf die Dauer wird die Autoindustrie nur einen Standard verbauen wollen.


Ich kann die Bemerkung nicht nachvollziehen. Die Autoindustrie wird das verbauen, was gebraucht wird. Man kann doch politische Entscheidungen nicht an den Wünschen der Autoindustrie ausrichten.



Nein, DAB wird nicht abgeschaltet.

Zitat
Seltener Besucher
In den Frequenztabellen von Teracom gibt es viele Füllsender auf UKW. Warum es diese bei DAB+ nicht geben sollte, verstehe ich nicht.


Ob es diese Füllsender gibt oder nicht, spielt für die Versorgung der Randregionen keine Rolle. Dort kommt UKW-FM mehr schlecht als recht von den grossen Sendern, nicht von den Füllsendern.


Zitat
Seltener Besucher
Zitat
ulionken
Wie schon einer der anderen Forumsteilnehmer geschrieben hat: Es geht hier nicht um einen Ausstieg oder eine Abschaltung von DAB, sondern darum, dass UKW erstmal nicht zu Gunsten eines Ausbaus von DAB abgeschaltet wird.


Wer soll zwei System dauerhaft bezahlen? Warum behält man nicht UKW dort, wo DAB+ nicht ankommt. Das wäre schon eine Ersparnis in restlichen Schweden.


Man hat etwa 40 Jahre lang Mittelwelle und UKW-FM parallel betrieben, wieso jetzt nicht UKW-FM und DAB? Wenn sich eine Technik wirkich durchgesetzt hat, dann kann man auch die andere abschalten, warum nicht regionenweise.

von ulionken - am 27.06.2015 05:37
Die Radio- und TV-Behörde MRTV hatte tatsächlich im Oktober 2014 Sendegenehmigungen auf einem künftigen DAB+-Multiplex an alle 25 kommerzielle Stationen vergeben, die sich dafür beworben hatten. Dieser Beschluss wird auch im schon erwähnten Bericht von Riksrevisionen erwähnt (Seite 24, unten). Die Betreiber müssen eine Anmeldegebühr von je 35000 SEK zahlen, aber anders als auf UKW keine Frequenznutzungsgebühr.

Bisher ist dieser Multiplex nicht in Betrieb; acht der Stationen werden allerdings auf dem Test-Multiplex "Teracom Test" verbreitet. Ich habe keine Informationen darüber gefunden, wie es mit diesen Plänen steht oder weitergeht. Vermutlich ist das eher ein Thema fürs Digitalradio-Forum.

73 de Uli

von ulionken - am 29.06.2015 06:17
Ich schreibe auf Englisch diese Mal.

We began in 1995 with DAB, together with the UK. We were pioneers. Teracom build a nation wide net with DAB. But it was too early. Almost no one bought these expensive receivers.

SR sent programms for several millions SEK for just 10-20 listeners.

In 2004 decided the former minister of Culture Mr. Leif Pagrotsky to pull the emergency brake.
He decided to close down the almost the whole nation wide DAB-net except for Stockholm, Göteborg, Malmö and Luleå. The bitrate was lowered to 96kbps.

Meanwhile internet has went through an expansive extension, both with high speed connections at home and through UMTS and LTE.

Few persons demands DAB. Why buy a new receiver where you can get 8-10 more channels (with worse quality than FM) with the possibility to send text messages when you have FM and internet?

The two commercial operators, MTG and SBS Media, played a high game and couldn't unite together. This one of the causes why the government said no to close down FM and proceed with DAB+.

MTG and SBS Media bought DAB+ licenses for astornomical sums, almost to break the bid of the other part, auctioned by the former Government.
SR would take loans from the state to finance the expansion. When SR had done the expansion and payed evertyhing, then would the commercial stations join without paying a cent.

One of the other causes was approx 30 millions receivers would be usesless and subjects for recycling. Would the listeners buy a new receiver to continue listening but now in DAB? That's not so sure.

Norway has been been fooled by World DMB. Norway is the only country in the world which has taken the descition to close down FM. The demands to close down FM are if more then 50% listens digital. This is a hoax since listening through internet / cell phone, TV through DVB-T2, and DAB are put together and then the goal is acchived. The real statistics says approx 30% for DAB+ which is very unique. Norway will probably become an isolated island. Finland has said no, Sweden has said no, Denmark is hesitating because of Finland and Sweden.

When Norway investigated the possiblites to transvert into DAB+, World DMB said and declared that almoste the whole Europe soon was going or was planning to introduce DAB+. The reality is something else...

The geography isn't so difficult as in Norway but diffucult enough. You have an FM-transmitter every 80-100km. With DAB+ it demand several more transmitter and that's not an energy saving at all.

von SM6VPU - am 14.07.2015 14:54
So shall I comment in English.

I used to be a teeth-gnashing DAB hater who saw black helicopters everywhere just as some do now. My opinion changed after I got to actually try it out in Poland and Germany which both have DAB+ services. Maybe I am deaf, maybe I used bad earphones, but I didn't really notice any difference to FM broadcasts. Now, had I gotten the first impression in the UK, I'd probably still sing the tune above.

Internet is one-to-one medium, and therefore cannot be regarded a serious contender in terms of distribution. The more listeners are, the more the broadcaster needs to pump out. I've even read some Internet evangelists stoop as low as suggesting "so what that it incurs more expenses. You'll earn it back with more targeted advertising". Good luck with budgeting your bandwidth usage! In high traffic situations, internet streaming is prone to overloading. As far as LTE and UMTS go, don't be fooled by advertised high speed - in some instances the advertised Internet speed is only theoretical and on condition that you are the only one under the tower.

Now imagine if 500 cars sat in a traffic jam under a single mobile phone tower trying to stream a 128 kbps radio station, some maybe watching also video online, because, Internet is supposedly the only true way of delivery... good luck! Also mobile phone coverage is not reliable. Even here in well-wired country like Estonia I can find places where Internet radio listening is not an option because the phone falls back to EDGE. And that is obviously congested enough that you couldn't have a 32 kbps stream running without buffering. UMTS is congested by home users in rural areas. Lastly, unlimited mobile Internet is on its way out, no wonder considering the above. Good luck fitting your radio listening say, into a 1 GB cap if you do it daily. I really don't get this Internet hype. Sounds like most of it comes people who don't really don't want to bother themselves with the technical nuances.

Now FM... How many know that audible signal in FM signal goes only up to 15 kHz? At 19 kHz already comes the stereo pilot tone and so on. Also, if I want to have a decent stereo signal on some stations from Tartu, 30 km away, I probably need to invest in a rooftop antenna because Stereo is hissy on them. Whoops! None of my receivers aside my RTL-SDR even has a jack for an external antenna. Some FM tuners also distort Stereo signals by mixing each channel into another a bit. There is a blowtorch transmitter station 15 km away in Valgjärve, but that is only used by a few stations, mostly public ones.

Of course, FM still has its place, and I'd prefer a situation where national networks are kicked to DAB and small local stations allowed to keep FM. Currently FM frequencies in Estonia are so exhausted that for a new station to come, somebody has to go. Oh, and good luck having an SFN in FM.

Speaking of Estonian situation - glad the old DAB failed because otherwise we'd be in UK's situation by now. Present day DAB+ receivers however don't exactly cost an arm and a leg any more compared to 1990's. If anyone talked of reintroducing digital radio, I'd welcome it with open arms. Currently only digital radio reception there is in Estonia is DVB-S from satellite and DRM on shortwave(barely receiveable since most is DX), none of it domestic. Sadly people here are also under the illusion that Internet is infallible. And even RDS isn't always used to its full abilities.

People don't demand DAB? Of course if there is no promotion. That's how they killed teletext in Estonia by letting it go stale and not advertising the functionality.

As far as Norway being the only one, Swiss are also working towards FM-shutdown.

I understand there also may be DRM fans out there that are bitter that their technology didn't catch on(Oh, it did if you believed press releases from DRM Consortium) and don't want anything other either. But there's always conspiracy out there! [Tinfoil hat on]

But lay off the anti-DAB propaganda blogs. Obviously I don't take WorldDMB's announcements word-by-word(just as I don't take DRM Consortium's) but that doesn't make the other side right either.

And that's my 0,02€.

von ES5NHC - am 14.07.2015 15:50
I think that the Swedish decision is problematic. They ignored tourists. When I go to Sweden, I have to change my SIM card at the border, otherwise I can't continue listening to the radio over UMTS and LTE. I have to concern myself with the mobile phone plans and choose the best prepaid tariff for me. That is not realistic for most people. When I visit 4 countries in one week, I need 4 SIM cards. What are the costs for mobile reception?
DAB+ is free for the listener, internet radio 60 MB/h. How many costs 10 hours of radio listening in Sweden and Estonia? In addition, there is a big price disparities across the EU. We also have a wage differential.
The signal stability at high speeds is a further problem.
How stable are the mobile networks in relation to the mobile security?

von Seltener Besucher - am 14.07.2015 16:33
Same here. When I went to Germany last year, I passed through all the countries inbetween except Russian enclave of Kaliningrad. But, I had my Technisat Digitradio 210(And I exactly bought it in March 2014 because I knew I was going to visit DAB+ countries) with me in the bus and could continue getting entertained without worries about roaming fees, or local SIM cards. It also has a sensitive FM RDS tuner and I back home use it for local FM listening and DXing.

As far as Internet prices are in Estonia, there are sort of flatrates available where you get a certain amount of bandwidth for one flat rate. For tourist's point of view, here are the rates for Simpel prepaid SIM (provided by EMT) for example:
https://www.emt.ee/en/web/simpel/internet/internetipaketid
And here is Super from EMT:
https://www.super.ee/en/internet
In my commute between Tartu and home there are a few spots on some bus routes where streaming gets difficult(yes, I sometimes stream, such as FFH or Radio Sawa).

von ES5NHC - am 14.07.2015 17:41
First of all, I do not want to judge on the swedish decission, as I understand that Sweden (as well as Finland (even more) faces some conditions which are almost unique in the EU (regarding population density and geographical aspects in combination).

But some statements do not seem correct to me:

Zitat
SM6VPU
One of the other causes was approx 30 millions receivers would be usesless and subjects for recycling. Would the listeners buy a new receiver to continue listening but now in DAB? That's not so sure.

Uselessness of a radio receiver is given with or without FM shutdown if FM is not used anymore. I own around 6 to 10 FM radios which I do not use any more.. If DAB would be switched off tomorrow, I would replace my DAB radios by internet radios. More than 50% of my listening could not be covered by FM stations.

Zitat

Norway has been been fooled by World DMB. Norway is the only country in the world which has taken the descition to close down FM. The demands to close down FM are if more then 50% listens digital. This is a hoax since listening through internet / cell phone, TV through DVB-T2, and DAB are put together and then the goal is acchived. The real statistics says approx 30% for DAB+ which is very unique.

Norway is the first one where the criteria has been fulfilled to cease FM operation, not the only country having such criteria. Switzerland will follow...

It is not a hoax at all: >50% digital listening means nothing more or less than "

von DH0GHU - am 14.07.2015 18:03
Zitat
ES5NHC
As far as Internet prices are in Estonia, there are sort of flatrates available where you get a certain amount of bandwidth for one flat rate. For tourist's point of view, here are the rates for Simpel prepaid SIM (provided by EMT) for example:
https://www.emt.ee/en/web/simpel/internet/internetipaketid
And here is Super from EMT:
https://www.super.ee/en/internet
In my commute between Tartu and home there are a few spots on some bus routes where streaming gets difficult(yes, I sometimes stream, such as FFH or Radio Sawa).


The price difference can be seen in comparison to Germany

http://www.onlinekosten.de/mobilfunk/mobiles-internet

select: Tarifdetails -> Tariftyp -> Prepaid
and: "Nur Tarife mit LTE anzeigen"

result: only one offer 1 GB Internet-Flat with LTE: 8,86 €

more offers without LTE:
https://www.alditalk.de/nord/Surfen/
https://www.sim.de/

Postpaid:
https://www.discosurf.de/tariffs?discosurf=qo8mscc3j6o5226r66mhbslhn7
https://www.premiumsim.de/tarife?premiumsim=v5j67510j7h3hoapbenhkji343

1 GB Internet-Flat with LTE:
Estonia: 2,00 €
Germany: 8,86 €

von Seltener Besucher - am 14.07.2015 18:39
In the case Norway the measurement what people are listening to are made in panels containing 800-1000 people. That's in my opinion too few persons in a such important decision.

Low power-TX are not so widely used in broadcast, more as fillers for TV.

Low power TX are mostly used where the terrain is difficult ex. along the northen part of the westcoast or in northern Sweden.

The commercial stations loves low power TX to shout out their crap music in almost every village.

Yes, four SR-TX per site, each often on 60kW ERP. There are 54 main high power TX in Sweden. The DAB-transmitters are left but shut off and the antennas are used for other purposals. I can't say DAB works and sounds very well. I work in central Göteborg with the TV-tower in sight. DAB sounds like a bad home made CD full of scratches. FM is loud and clear without any disturbances.

With higher frequencies for DAB we would need a lot more TX, at least the double to get same cover area as FM.

And another problem for us we have HDTV on VHF Band III. So our TV-TX's can cause black out on a whole DAB-MUX in ex. Oslo.

That won't happened with FM.

von SM6VPU - am 14.07.2015 21:13
No wonder - Göteborg is still MP2 - so old DAB - http://wohnort.org/DAB/sweden.html#Gothenburg

If these noises that you describe are like blubbering, then check the signal and maybe move the radio(signal meter function). When I visited Germany I head how the weak MP2 channel sounded like - blup blup blup blup! I have to say the signal dropout on DAB+ on AAC codec sounds far more graceful - just the same when DRM signal drops out on shortwave(No wonder, same codec). But DAB+ seems to be just in Stockholm area. So check your signal and antenna. From my time in Germany I've found the "Signal Error" display(in my radio's menu as Signal quality) more useful than the usual progress bar style signal display.

In Estonia VHF Band 3 is presently not in use for TV broadcasting,

von ES5NHC - am 14.07.2015 21:54
Zitat
Seltener Besucher
I think that the Swedish decision is problematic. They ignored tourists. When I go to Sweden, I have to change my SIM card at the border, otherwise I can't continue listening to the radio over UMTS and LTE. I have to concern myself with the mobile phone plans and choose the best prepaid tariff for me. That is not realistic for most people. When I visit 4 countries in one week, I need 4 SIM cards. What are the costs for mobile reception?
DAB+ is free for the listener, internet radio 60 MB/h. How many costs 10 hours of radio listening in Sweden and Estonia?


What is that for a BS? Have you ever heard about FM? That is free, and in opposite to DAB+, all over the world available. You don't need a smartphone for listening to the radio at all. But if you have a smartphone: Practically all smartphones, except the crapware from Apple, have a built-in FM-receiver.

von Bolivar diGriz - am 15.07.2015 05:45
Just a note on FM: There is a catch in a sense that frequency bands differ in some parts of the world. For example Japan. They don't even use RDS. Some countries are talking of extending the FM band. Also, my phone has an FM tuner but its stereo decoder is .. Murks. Essentially you hear also the other stereo channel in each channel with it. Speaking of stereo, good luck if you are further away from transmitter. Of course city people near the transmitter won't notice anything.

But yeah, everybody has made up their minds already and further fighting is rather fruitless. Just please don't overvalue the Internet. It's one to one. And coverage is not equal to broadcast. That is all.

von ES5NHC - am 15.07.2015 06:54
Correction of wrong arguments has neither anything to do with "Pro" or "Contra" nor is the exchange of arguments something like a war (as long as gutter language such as BS is not used...). I heard there are a lot of arguments against law-enforced FM-switch-offs, so it shouldn't be necessary to use arguments which are technically unsustainable.

And again: The situation in Sweden and Finland is completely different to central Europe, where FM can not evolve anymore (spectrum usage...), and completeley different to Norway (topography extremely favorable for DAB). So this discussion absolutely can not be a "remake" of old discussions ;-)

von DH0GHU - am 15.07.2015 07:22
Because they are of no economical interest for other programs.
In Jämtland, Västerbotten and Norrbotten, population density is between 2 and 5 persons/km².
For comparison, even Prignitz (BB) has 37 inhabitants/km²

So... that's the reason why the spectrum is free: Outside larger cities, population density is so low, that there is no need for additional broadcast capacity. And one larger city in the middle of a flat nowhere has not too many neighbours to not be able to coordinate almost anything needed. This is absolutely not comparable to e.g. southern Germany, where one transmitter site might be in line of sight to dozens(!) of other transmitter sited. At my home town, there are "only" 7 german broadcasters available at indoor signal quality level, but for more, there is not ONE single frequency available.

von DH0GHU - am 15.07.2015 10:40
Zitat
DH0GHU
Because they are of no economical interest for other programs.
In Jämtland, Västerbotten and Norrbotten, population density is between 2 and 5 persons/km².
For comparison, even Prignitz (BB) has 37 inhabitants/km²

Is that really true? Umeå is located in Västerbotten. For a population of 120,000 there is no place for a local radio or community radio? And you can receive there private broadcasters:
https://sv.wikipedia.org/wiki/Ume%C3%A5#Radio_.26_TV
http://umeastudentradio.se/

Zitat
DH0GHU
So... that's the reason why the spectrum is free: Outside larger cities, population density is so low, that there is no need for additional broadcast capacity. And one larger city in the middle of a flat nowhere has not too many neighbours to not be able to coordinate almost anything needed. This is absolutely not comparable to e.g. southern Germany, where one transmitter site might be in line of sight to dozens(!) of other transmitter sited. At my home town, there are "only" 7 german broadcasters available at indoor signal quality level, but for more, there is not ONE single frequency available.

You are describing simultaneously the situation in Germany, where many stations want to send in major cities. With DAB + the situation has changed for the first time.

von Seltener Besucher - am 15.07.2015 12:01
Regarding Västerbotten, look here: https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%A4sterbottens_l%C3%A4n

Almost half of the population of that län ist living in Umea. Of course, for 120.000 inhabitants + those around Umea, it's still usefull to broadcast a small number of commercial radios.
Just compare the transmitter networks of SR and its most important commercial competitors. You'll see the difference. Look there: http://www.ukwtv.de/cms/schweden.html


Regarding your comparison to D: It's a slight difference, if rural areas have 2 inhabitents per km² or >30 as in Germany.

von DH0GHU - am 15.07.2015 12:10
Zitat
DH0GHU
Correction of wrong arguments has neither anything to do with "Pro" or "Contra" nor is the exchange of arguments something like a war


I apologize if anybody feels insulted by my warnings, but the discussion had its tendencies to leave the path of simply correcting wrong- or exchanging arguments which by the latter could've sooner or later lead to a war (of words of course) without further reasonable arguments. We've been through that - a couple of times. Honestly, I admire the unperturbed given replies on to eristic disputes. :cheers:

von CBS - am 15.07.2015 12:19
It is wrong, I've nothing against FM. I'm unsatisfied with the quality on FM. FM does not allow mobile reception on the smartphone. How many people have a radio always there and how many a smartphone? On the smartphone I've always good DAB+ reception in consistent quality. Sweden doesn't want DAB(+).

In Schween is a strange situation. The radio owners wants DAB. Public Radio wants DAB. The government says no.

After a change of government, all decisions are reversed. The concession will be canceled? Banana republic?

von Seltener Besucher - am 15.07.2015 13:30
Zitat
p_korner
Increased Political Majority Against FM Switch-Off.

At its party conference the liberal Center Party decided in support of the government decision to not go ahead with the proposed transition from FM to digital radio DAB+ in 2017-2022.

http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/10/dab-radio-close-to-be-buried.html#more


Das ist für mich nicht überraschend, und es zeigt, dass diese Frage nicht ins übliche Links-Rechts-Schema der Politik passt. Einige Vertreter der Centerpartiet hatten sich ja bereits am 12. Juni dezidiert gegen die Abschaltung von UKW-FM ausgesprochen, also noch vor der offziellen Entscheidung der schwedischen Regierung am 23. Juni, die für 2022 geplante UKW-Abschaltung abzublasen:

http://www.nyteknik.se/asikter/debatt/article3914741.ece

Jetzt ist es also nicht mehr nur die Meinung von ein paar Abweichlern, sondern ein Parteitagsbeschluss. Erstaunlich ist nur, dass die Centerpartiet den ursprünglichen Plan zum Umstieg von FM auf DAB offenbar noch mitgetragen hatte, als sie noch an der alten Regierung beteiligt war. Wie ist es zu ihrem Meinungswechsel gekommen? Sind sie damals und/oder jetzt einfach mit dem Strom geschwommen? Die Argumente gegen den erzwungenen Umstieg durch Abschaltung von UKW-FM sind ja nicht grundsätzlich neu, sie lassen sich nur seit dem Bericht von Riksrevisionen von Anfang 2015 nicht mehr so einfach ignorieren...

73 de Uli

von ulionken - am 12.10.2015 18:00
Die oben verlinkte Google-Uebersetzung ist insofern schlecht, als sie zum Teil das Gegenteil dessen sagt, was im dänischen Original steht. Daher hier kurz die Einleitung des Zeitungsartikels, der Rest folgt vielleicht später:

Ueberschrift: ”DAB-radio vil ikke overhale FM i nær fremtid” DAB-Radio wird in näherer Zukunft FM nicht ueberholen
Bildunterschrift: ”Selv om der er solgt en del DAB-radioer i Danmark, er det stadig FM-signaler, som danskerne oftest lytter til.” Selbst wenn einige DAB-Radios in Dänemark verkauft wurden, ist es immer noch das UKW-Signal, das die Dänen am häufigsten hören.
Einleitung: ”Om seks år vil godt halvdelen af al radiolytning stadig foregå på FM, viser ny rapport fra Kulturstyrelsen. Direktør glæder sig over, at politikerne ikke i april valgte at slukke for FM-signalerne.” In sechs Jahren wird gut die Hälfte alles Radiohörers immer noch auf UKW geschehen, zeigt ein neuer Bericht der Kulturverwaltung. Der Direktor freut sich darueber, dass die Politiker im April nicht beschlossen, die FM-Signale abzuschalten.

von W28 - am 18.12.2015 20:01
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