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Radioforum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
jkr 2, hegi_ms, Daniel28-55-59, DLR-Fan Sachsen-Anhalt

Historische Frage: MW-Sender Cham

Startbeitrag von jkr 2 am 16.07.2015 11:43

In den Frequenztabellen, die auf der Seite von Heinz Schulz verlinkt sind, taucht für den Zeitraum 1953/54 ein Mittelwellensender Cham (interne Bezeichnung Radio Eagle) auf, der auf 854 kHz mit 50kW für Radio Freies Europa betrieben wurde. Eine Internetrecherche ergab, dass dieser Sender aufgrund Protesten aus Rumänien sowie mangelnder Effizienz durch Jamming wieder abgebaut wurde.

http://www.durenberger.com/documents/FREEDOMSRADIO.pdf (hier: Seite 50 ff)
http://www.clandestineradio.com/crw/news.php?id=&stn=572&news=136
http://www.radioworld.com/article/the-saga-of-the-cold-war39s-mb50/17056

Weiß evtl. jemand aus unserer Gegend (ich denke da vor allem an Daniel aus Weiding), wo genau dieser Sender eigentlich war?
(Nebenbei: Ich schreib kein Buch!)

Antworten:

Das war der Sender Selling (Kothmaißling, heute Ortsteil von Cham).

Ich hab hier einen Zeitungsbericht vom 19. November 1955 (Bayerwald-Echo). Hier ist der MW-Sender Selling erwähnt.

Ich müßte auch noch einen ausführlicheren Bericht über diesen relativ schlechten Senderstandort haben, muß ich noch suchen.

Das ist jedenfalls des Rätsels Lösung.

[attachment 5522 1955-11-19-Echo.jpg]

von Daniel28-55-59 - am 16.07.2015 20:14
Hallo Daniel, vielen herzlichen Dank von mir.
Als alter Rodinger (bis 1967), der in der Kindheit zum Einkaufen meist nach Cham geschleift wurde (du weißt ja - Frey Cham zieht an), hat mich das halt interessiert.
Nur eine Frage stellt sich mir: Konnte man sich von Kathmaißling aus schon mit den tschechischen Grenzern gegenseitig per Fernglas beobachten (evtl. vom Cerchov), wie in einem der Links vom amerikanischen Offizier dargestellt wurde? Ist ja doch noch ein ganzes Stück hintre zur Grenz.

Du verfügst ja über einen gewaltigen Informationsfundus, vor allem an älteren Zeitungsartikeln. Da kommt manche Bibliothek nicht mehr mit. Erwähnenswert: dein eingestellter Artikel ist genau einen Tag älter als ich.

von jkr 2 - am 17.07.2015 06:04
Ich beziehe mich auf das Ende des Artikels. Weshalb wurde der Fernsehempfang damals durch UKW gestört?
Danke für dieses historische Dokument.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 17.07.2015 11:47
Viele UKW-Empfänger strahlten damals die Oszillatorfrequenz und u.U. auch dessen Oberwellen ab. Bei einem Empfangsbereich von 87,6 bis (damals) 99,9 MHz lag die Oszillatorfrequenz zwischen 98,3 und 110,6 Mhz - die erste Oberwelle dann zwischen 197,2 und 221,2 MHz. Damit waren Störungen der VHF-Kanäle 8 bis 11 möglich. Der erwähnte Sender Dillberg arbeitete auf Kanal 6 (181 - 188 MHz) und blieb daher verschont.
Ein ähnliches Problem trat im Bereich des WDR-Senders Langenberg (Kanal 9 - 202-209 MHz) auf, als der DLF-Sender Wesel auf 102,8 MHz (100 kW) eingeschaltet wurde. Hier waren es meist Übersteuerungen von Antennenverstärkern, die zu einem Phantomsignal auf 205,6 MHz führten.

von hegi_ms - am 17.07.2015 12:17
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