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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rolf, der Frequenzenfänger, Wrzlbrnft, Brubacker, FrankenWalder

Presse: Programmreform Radio Liechtenstein

Startbeitrag von FrankenWalder am 10.08.2004 07:05

Heute im "Liechtensteiner Vaterland":

Das Programm von Radio Liechtenstein wird umgekrempelt: Neue Sendegefässe und zusätzliche Informationsleistungen sollen den Umbau zum öffentlich-rechtlichen Landessender auch inhaltlich widerspiegeln.

Von Patrick Stahl

«Wir wollen unser Programm stärker an den öffentlich-rechtlichen Sendern von ORF und SRG orientieren», sagte Mario Aldrovandi gestern vor den Medien. Er ist seit anfangs Juni neuer Intendant bei Radio Liechtenstein und war zeitweise Chefredaktor des schweizerischen Privatsenders Radio 24. «Bis heute klingt Radio Liechtenstein wie sein Vorgänger Radio L.»
Knapp acht Monate nach der rechtlichen Umwandlung des früheren Privatradios zum Landessender Radio Liechtenstein wird dieser Schritt nun auch inhaltlich umgesetzt. Es sei ihm keine zweite Umwandlung dieser Art bekannt, sagte Aldrovandi.

Zehnminütiger Report

Zum Staatsfeiertag am 15. August präsentiert der Landessender den ersten Teil einer umfassenden Programmreform. In einer zweiten Phase soll bis Ende Jahr auch das Wochenendprogramm verstärkt werden. Als Leitplanke dient der gesetzlich definierte Programmauftrag, wie er nach dem finanziellen Aus für Radio L vom Landtag im Herbst 2003 verabschiedet wurde. Der «Radio Liechtenstein Report» wird ab nächster Woche fünfmal täglich gesendet. Es handelt sich um einen zehnminütigen Informationsblock, der Berichte aus Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Sport bietet sowie Serviceleistungen liefert.
Die stündlichen Nachrichten werden zu vollwertigen Informationsbulletins mit Meldungen aus Liechtenstein, der Region Vorarlberg, dem St. Galler Rheintal sowie aus dem internationalen Geschehen ausgebaut. An Werktagen wird zudem eine Gesprächssendung mit dem Titel «Zur Sache» eingeführt. In dieser Ausstrahlung jeweils von 12.30 bis 13 Uhr sind einerseits aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Sport sowie andererseits Service-Gespräche vorgesehen.

Mehr Infos, weniger Personal

Bisher beschränkt sich die Informationsleistung auf stündliche Nachrichten sowie längere Beiträge zur Hauptsendezeit. Im Vergleich dazu solle die journalistische Leistung stark ausgebaut werden, sagte Mario Aldrovandi. Zusätzliches Personal könne sich der Sender allerdings nicht leisten. Der Personalbestand wurde per Anfang 2004 von 36 Vollzeitstellen auf 24 reduziert, wobei vor allem die Online-Redaktion vom Abbau betroffen war. In der Redaktion sind derzeit 13 Personen beschäftigt. Intendant Mario Aldrovandi betonte vor den Medien, dass Radio Liechtenstein Wert darauf lege, ein unabhängiges und politisch neutrales Medium zu sein - im Gegensatz zu den Parteizeitungen. Gegen parteipolitische Versuche zur Einflussnahme will er sich wehren: «Das gehört sich einfach nicht.» Radio Liechtenstein sei unabhängig gegenüber Regierung, Parteien und Wirtschaftsverbänden. «Bislang waren wir das zwar auf der Etikette, jetzt wollen wir diese publizistische Haltung aber auch umsetzen.»
Weitere Programmanpassungen betreffen die Moderationssendungen. Am formatierten Musikprogramm - konzipiert für den durchschnittlichen, erwachsenen Zuhörer - soll festgehalten werden. Dafür verschwinden alle englischen Sendetitel und werden durch deutsche ersetzt: Der Wetterbericht heisst nicht mehr «WetterFlash», sondern schlicht «Das Wetter». Die neuen Sendegefässe werden durch entsprechende Tonsignale zusätzlich hervorgehoben.

Neue Moderationssendungen

Neu beginnt der Tag bei Radio Liechtenstein mit der dreistündigen Sendung «Radiowecker - hören, was bewegt». Hier präsentieren die Moderatoren Tagesinformationen, das Geschichtslexikon «Tageschronik», Meinungen sowie Comedys. In der Sendung «Panorama - wissen, was läuft» am Vormittag und Nachmittag stehen Alltagstipps und Neuigkeiten von Stars und Sternchen im Zentrum. Das Abendprogramm «Feierabend - spüren, was gut tut» dauert von 16 bis 20 Uhr. Die Moderatoren präsentieren Aktivitäten und Themen zu Kino, Fernsehen, Musik, Veranstaltungen und Beziehungen.

Rechnung liegt im Budget

Mit der Programmreform sollen auch neue Zuhörer gewonnen werden. Laut Angaben des Senders hören ihn täglich rund 60'000 Personen im Inland, im St. Galler Rheintal und in Vorarlberg. In Liechtenstein und der Schweiz hätten die Zuhörerzahlen im ersten Semester 2004 leicht gesteigert werden können, sagte Aldrovandi weiter.
Auch als Staatssender wird sich Radio Liechtenstein vor allem aus kommerzieller Werbung finanzieren müssen. Das Land Liechtenstein hat zwar für 2004 einen Defizitbeitrag von 1,5 Millionen Franken gesprochen, rund 1,9 Millionen müssen jedoch durch Werbung eingenommen werden, um das Budget einhalten zu können. Laut Mario Aldrovandi liegen sowohl Ausgaben wie auch Einnahmen etwas tiefer als budgetiert. Per Ende Juni präsentiere sich das Budget von Radio Liechtenstein ausgeglichen.

Antworten:

Hm, sehr interessant. Ist also damit nicht mehr länger die SRG SSR idée suisse für Liechtenstein zuständig, wie bisher? Dass die jew. Sender in Vaduz wohl nicht nur für Liechtenstein selbst senden, zeigt ja die Tatsache dass es auch einen Sender für Rete Uno gibt, welches im (ja einsprachig deutschen) Fürstentum doch eigentlich nix verloren hat, oder?

von Brubacker - am 10.08.2004 23:25
Die SRG SSR bietet schon seit längerem keine Berichterstattung mehr für und über Liechtenstein an, im Gegenzug wurden die Liechtensteiner von den Billag-Gebühren befreit.



von Wrzlbrnft - am 10.08.2004 23:51
Siehe auch Schweizer Radioforum! ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.08.2004 10:59
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