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Kanal-Angabe auf UKW und Meter-Angabe auf MW

Startbeitrag von Klaus Wegener am 21.08.2015 08:49

Ich besaß früher ein altes Röhrenradio, bei welchem zusätzlich zur Frequenz auf UKW auch die Kanal-Angabe zu finden war. Ich erinnere mich, daß z.B. Radio Luxemburg früher statt der UKW-Frequenzen die UKW-Kanäle benannte (Kanal 6 und Kanal 33). War es früher üblich, statt der Frequenz die Kanalangabe auf UKW zu verwenden? Gab es Empfänger, die nur die Kanäle und keine Frequenz aufführten?

Und analog hierzu auf der Mittelwelle. Man erinnert sich an "208". Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?

Antworten:

@Klaus Wegener:
Ja, die Kanalangabe war früher üblicher, als die Frequenzangabe. Ein Kanal umfasste quasi 3 Frequenzen. 87,6 war Kanal 2, 87,7 Kanal 2+, 87,8 Kanal 3-, 87,9 Kanal 3, 88,0 Kanal 3+, usw. Das plus oder minus wurde aber meines Wissens nach nie genannt, sondern nur die Zahl (wie eben in Deinem Beispiel Kanal 6 und 33).
Ich meine, ich hätte schon Röhrenradios gesehen, die nur die Kanalangabe hatten und keine Frequenzangabe.
Bei der Mittelwelle war es vor meiner Zeit, dass man die Wellenlänge anstatt der Frequenz angab. In den 70ern, als meine "Radioleidenschaft" begann, wurde meist die Frequenz genannt und nur optional die Wellenlänge.

von Harald P. - am 21.08.2015 11:17
Genau so war es. Selbst auf den ersten Autobahnschildern stand unter der Frequenz, meine ich mich zu erinnern, noch der Kanal.

von Peter Schwarz - am 21.08.2015 12:40
Bei der Trennschärfe der damaligen Empfänger und einem Schutzabstand von 400kHz wird das "plus" und "minus" der Kanäle auf Empfängerseite auch unwichtig gewesen sein.

von iro - am 21.08.2015 13:14
Zitat
Klaus Wegener
Man erinnert sich an "208". Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?


Ja, in UK verwendete man relativ lange noch Meter-Angaben, auch umgangssprachlich und marketingtechnisch.

Bis weit in die 80er Jahre hinein hiess es etwa "210" und wurde auch als "Two-Ten" vermarketet und genannt. Man sendete auf 1431 kHz, und wechselte erst spaeter auf UKW, dort nannte man sich dann "Two Ten FM".

http://www.mds975.co.uk/Content/radio_210.html

Wie in vielen Laendern gab es auch Zusammenschluesse bei Lokalsendern, und 210 fm ging in Heart auf.

Kanalangabe auf UKW kenne ich eigentlich nurmehr aus Deutschland, wo man auch in den 80ern noch Radios verkaufte die Kanalangabe auf UKW hatten, jedoch keine Meterangabe auf MW.

Dass es Kanalangaben an Stelle von Frequenzangaben fuer Schilder an der Autobahn gab, kann ich selbst mich nicht erinnern. Vermutl. ist es mir auch nie aufgefallen.

von 102.1 - am 21.08.2015 13:43
Alte Schilder an Autobahnen mit einer UKW-Kanalangabe gab es noch vereinzelt in den frühen 2000ern. Ich kann mich jedenfalls noch an (wenige) solcher Schilder erinnern.
Die dürften aber inzwischen längst gtauscht sein...

von WiehengeBIERge - am 21.08.2015 15:53
Richtigen Verkehrsfunk kenne ich ohnehin nur aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, demnach sind auch solche Schilder in UK oder Irland wenig gebraeuchlich, ausser eben zu reinen Werbezwecken.

Im Anglo-Raum gibts das kaum, ausser normale Verkehrsnachrichten, allerdings ohne Verkehrsfunk-Signal und dgl. d.h. sie werden genause wie andere Nachrichten verlesen.

In UK werden Verkehrsnachrichten oft per Digitalanzeige ueber der Autobahn gemeldet.

von 102.1 - am 21.08.2015 16:19
Russisches (Standard-) Radio aus den 80ern mit "Nur-Meter"-Skala, selbst für den UKW/OIRT-Bereich -- freilich etwas skizzenhaft eingezeichnet. Konsequenterweise, aber damals für mich durchaus gewöhnungsbedürftig, ist das "obere" Bandende jeweils links.


(http://www.pic-upload.de/view-28078733/skala2.jpg.html)

von ardey.fm - am 21.08.2015 19:04
Die UKW-Kanäle 1 – 43 waren in den 1950ern „echt“. Der damalige Bereich 87,5...100 MHz war in 43 Kanäle mit je 0,3 MHz Abstand aufgeteilt. Das war in Berücksichtigung der Drift der damaligen Radios. Auch deren Bandfilter waren entsprechend breitbandig, damit man am Radio nicht ständig nachstimmen musste.

Als man mit der Zeit frequenzstabilere Radios bauen konnte, wurde in den frühen 1960ern der Kanalabstand von 0,3 MHz auf 0,1 MHz Abstand verringert. Um die bisherige Zählweise beibehalten zu können, wurde der Notbehelf mit den + und – Kanälen eingeführt. Da dies aber nicht sehr logisch erschien, ging man von da an allmählich zur echten Frequenzangabe in MHz über.

von RealRock - am 21.08.2015 19:48
Zitat
Klaus Wegener
Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?

Gerade in Kontinentaleuropa - die von den Sowjetsoldaten im Osten Deutschlands seinerzeit gegen Bares in Umlauf gebrachten kleinen Kofferradios, z.B. diverse Typen "Alpinist" (Aльпинист), in der Regel mit Mittel- (CB) und Langwelle (ДB) , hatten nur Angaben der Wellenlänge auf der Skala. das Bild weiter oben zeigt das auch sehr schön.
Es war einigermaßen schwer, oft gehörte Sender DLF (755kHz), AFN (872kHz, 935kHz), Soldatensender (935kHz), die irgendwo in der Mitte lagen auf die Schnelle zu finden.

von mittendrin - am 21.08.2015 20:25
Die Angabe der Wellenlänge war anfänglich vorherrschend, wurde aber mit der Zunahme an Sendern ziemlich unhandlich, was sich zunächst bei der Kurzwelle zeigte. Nehmen wir z.B. 6075 kHz, was 49,38 m entspricht. Der nächste Kanal ist 49,34 m. Wer würde sich Zahlen mit zwei Stellen nach dem Komma merken? Somit war die Angabe in Kilohertz praktischer.

Auf der Mittelwelle ging es eine Weile, weil es in Europa tagsüber nur wenige Sender gab. In den USA gab es in den Großstädten schon mehr Sender. Dort wechselte man daher schon sehr früh von der Angabe in Metern zu "Kilocycles".

von Wasat - am 21.08.2015 22:15
Bei der Mittelwelle ist die meteranzahl nur 3 stellig. Eigentlich einfacher zu merken als die khz.

von Marcus. - am 22.08.2015 06:22
Legendär war auch Radio Luxemburg im 49 Meter Band - das kennt die ältere Generation 60+ heute noch.

Während auf der MW und UKW der eher konservativ angehauchte öR zu empfangen war, ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Moderne Beat-Musik und flotte Moderation.

Genaue Frequenzangabe war unnötig, es wurde auf der Skala nach "49m-Band" oder "Europa-Band" gesucht, manche Radios hatten eine extra "Europaband" Taste. Dann so lange gedreht, bis die Musik kam, die man wollte.

Gerne auch am Tonabnehmer-Angang abgegriffen und auf einem Bandgerät (Spulen-Tonbandgerät, zumeist von Grundig) aufgezeichnet :)

Wolfgang

von Wolfgang R - am 24.08.2015 08:17
Zitat
WolfgangR
ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Europawelle Saar gab es doch nur auf der MW, nicht im 49mB.
Im 49mB waren nur der SDR auf 6030, der BR auf 6085 und RB/SFB auf 6190 vertreten.

von iro - am 24.08.2015 09:23
Bei einigen Sendern hält sich die Meterangabe bis heute im Namen, auch wenn die Frequenz, ja sogar der Frequenzbereich längst gewechselt hat.

So leitet sich der Name von Radio 538 von der Wellenlänge des ehemaligen Seesenders Radio Veronica ab.
In Deutschland verschwand die Meterangabe spätestens in den 50er Jahren. Die Radios hatten aber teilweise noch die umgekehrte Skala, mit den höheren Frequenzen links auf der Skala.
In anderen Ländern hielt sich die Angabe länger. So sendeten viele der niederländischen und britischen Piraten bis zum Schluss mit Meterangaben, ebenso kennt man dort Radio Luxemburg als 208.

von Marc_RE - am 24.08.2015 09:40
Warum hatten die Geräte damals eigentlich die Skala falsch herum, also rechts absteigend? Hatte das einen logischen Grund? Ich habe noch einen alten SABA Königsfeld, bei dem sind L-M-K nach rechts absteigend, aber UKW ist aufsteigend.

von PhanTomAs - am 24.08.2015 17:40
Zitat
Wolfgang R
Legendär war auch Radio Luxemburg im 49 Meter Band - das kennt die ältere Generation 60+ heute noch.

Während auf der MW und UKW der eher konservativ angehauchte öR zu empfangen war, ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Moderne Beat-Musik und flotte Moderation.

Genaue Frequenzangabe war unnötig, es wurde auf der Skala nach "49m-Band" oder "Europa-Band" gesucht, manche Radios hatten eine extra "Europaband" Taste. Dann so lange gedreht, bis die Musik kam, die man wollte.

Gerne auch am Tonabnehmer-Angang abgegriffen und auf einem Bandgerät (Spulen-Tonbandgerät, zumeist von Grundig) aufgezeichnet :)

Wolfgang

Ich denke auf KW sendete RTL mehrheitlich etwas deutschsprachiges? oder doch das gleiche wie auf MW?

208 reimte sich halt auf "great" daher wurde oft 208 genannt, zumal man auch fuer UK sendete. Caroline war auf 199, und Big L auf 266.

von 102.1 - am 24.08.2015 18:07
Zitat
PhanTomAs
Warum hatten die Geräte damals eigentlich die Skala falsch herum, also rechts absteigend?

Weil die Wellenlänge dann aufsteigend war. Je höher die Frequenz desto niedriger die Wellenlänge.
Niedrige Wellenlängen (hohe Frequenzen) waren dann links, größere Wellenlängen (niedrigere Frequenz) rechts.
Die mechanische Konstruktion hat man dann erstmal beibehalten, auch wenn eine Skalenscheibe mit Frequenz- statt Meterangaben draufkam. Es gab für's gleiche Gerät auch unterschiedliche Skalenscheiben, je nach Markt.

EDIT: https://hepcatrestorations.files.wordpress.com/2012/06/img_1156.jpg
Das ist ein Grundig für den Export in die USA.
Keine Langwelle, dafür 2x Kurzwelle. Skala auch noch "falschrum".
Auf der Mittelwellenskala (BC, Broadcast) fehlen die hier üblichen Angaben der großen europäischen Mittelwellensender, sie nimmt daher weniger Platz auf der Scheibe ein. Die "CD" Markierung steht für die 2 Frequenzen der Civil Defense Sender.
Für die Kurzwellenbereiche findet man stattdessen Angaben zu den Ländern, die man dort hören soll.
Die UKW-Skala geht bis 108MHz.

von Marc_RE - am 25.08.2015 09:52
Zitat
102.1
Richtigen Verkehrsfunk kenne ich ohnehin nur aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, demnach sind auch solche Schilder in UK oder Irland wenig gebraeuchlich, ausser eben zu reinen Werbezwecken.

Im Anglo-Raum gibts das kaum, ausser normale Verkehrsnachrichten, allerdings ohne Verkehrsfunk-Signal und dgl. d.h. sie werden genause wie andere Nachrichten verlesen.

In UK werden Verkehrsnachrichten oft per Digitalanzeige ueber der Autobahn gemeldet.


Also ich kenne Verkehrsfunk von der BBC nach RDS-Standard, mit AF und EON. Ich habe schon lange nicht mehr UKW auf Überlandstrecken gehört, aber vor 4-5 Jahren war Verkehrsfunk noch voll normal. BBC Radio 1 schaltete so immer auf das Regionalprogramm um, was gerade im Raum London zu Verwirrung führte, Radio 1 Wrotham brachte mir so den Verkehrsfunk von BBC Radio Kent, BBC Radio Essex und BBC London 94.9. Ich denke, genau deswegen senden diese Locals die Verkehrshinweise zu unterschiedlichen Uhrzeiten (London vor den Nachtichten, Kent nach den Nachrichten, Essex zwischendurch).

von m83 - am 25.08.2015 10:12
Ich bin eben über das Programmheft des RBB Kulturradios gestoßen.

Dort wird, auf der letzten Seite, für die UKW-Frequenzen auch die Kanalangabe gelistet. Beispiel: Berlin UKW 92,4 MHz, Kanal 18 :)

Vielleicht sind in Berlin ja noch viele Röhrenradios (mit Kanal-Angabe auf der Skala) in Benutzung... :joke:

von Klaus Wegener - am 11.04.2018 09:19
Zitat

Vielleicht sind in Berlin ja noch viele Röhrenradios (mit Kanal-Angabe auf der Skala) in Benutzung...

Wohl eher keine Röhrenradios mehr. Aber ganz viele Transistorradios aus der DDR (RFT, Stern) hatten auch immer zusätzlich zur Frequenz die UKW-Kanalangabe in der Skala.

von iro - am 11.04.2018 09:35
Da gab es auch noch die Kofferradios von Telefunken mit grüner Luxemburg Taste.Die war mittels eines Quarz auf 6090 abgestimmt.Das war dann schon ein Luxusgerät.Gleiches gab es auch für die Europawelle Saar mit goldener Taste.

von Radio10 - am 11.04.2018 15:27
Du meinst wohl z.B. diese hier, die sich in meinem (groß-)elterlichen Haushalt befanden :-) :

Das Bajazzo Sport zumindest mit gespreiztem oberen Mittelwellenbereich, und Kanalangabe auf UKW:

http://www.kleines-roehrenmuseum.de/bajazzo_sport%20031.jpg

Und das Golf Europa von ITT Schaub-Lorenz:

https://www.picclickimg.com/00/s/MTIwOVgxNjAw/z/GzsAAOSwdHtasV1K/$/ITT-Schaub-Lorenz-Golf-Europa-100-Kofferradio-Transistorradio-Radio-60er-Jahre-_57.jpg

https://www.picclickimg.com/00/s/MTIwOVgxNjAw/z/ICwAAOSwA8NasV1U/$/ITT-Schaub-Lorenz-Golf-Europa-100-Kofferradio-Transistorradio-Radio-60er-Jahre-_57.jpg

zwischen dem Schriftzug DLF und Bruxelles fand sich bei ca. 600 kHz auf der Skala eine kleine Bohrung zum Einstecken eines kleinen blauen Plastikschraubendrehers, um die 1421 kHz ggf. nachzujustieren. Man konnte sogar bis RTL auf 1439/1440 abstimmen.

Leider ist dieser Schraubendreher mit dem Europawellenlogo das einzige, was geblieben ist. :-(

http://hm-kob.homepage.t-online.de/drm/pics/sr_logo_g.gif

von Saarländer (aus Elm) - am 12.04.2018 07:49
Zitat
Wolfgang R
Legendär war auch Radio Luxemburg im 49 Meter Band - das kennt die ältere Generation 60+ heute noch.

Während auf der MW und UKW der eher konservativ angehauchte öR zu empfangen war, ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Moderne Beat-Musik und flotte Moderation.

Genaue Frequenzangabe war unnötig, es wurde auf der Skala nach "49m-Band" oder "Europa-Band" gesucht, manche Radios hatten eine extra "Europaband" Taste. Dann so lange gedreht, bis die Musik kam, die man wollte.

Gerne auch am Tonabnehmer-Angang abgegriffen und auf einem Bandgerät (Spulen-Tonbandgerät, zumeist von Grundig) aufgezeichnet :)

Wolfgang


Mir ist nicht bekannt, dass der SR auf Kurzwelle gesendet hätte. Er hatte einen starken MW-Sender.

von RudiP - am 12.04.2018 08:45
Ja 1,2MW! Das würde sich heute alleine schon wegen den Stromkosten keiner mehr antun. :D

von Spacelab - am 12.04.2018 08:58
Zitat
Spacelab
Ja 1,2MW! Das würde sich heute alleine schon wegen den Stromkosten keiner mehr antun. :D
Doch. Orban mit seinem Großungarischen Reichsrundfunk auf 540 kHz... :D

von iro - am 12.04.2018 09:42
Mit dem Telefunken Partner konnte man bis vor 2 bis 3 Jahren auf der Luxemburg Taste noch am Sonntag the Mighty KBC hören.Aber da ist auch nichts regelmässiges mehr.Da hätte die Taste noch eine richtige Funktion,da die 6095 genutzt wurde.

von Radio10 - am 12.04.2018 17:54
Eigentlich war Radio Luxemburg zur Zeit der RTL-Tasten aber doch auf 6090 kHz...

von iro - am 12.04.2018 18:18
Zitat
Saarländer (aus Elm)
zwischen dem Schriftzug DLF und Bruxelles fand sich bei ca. 600 kHz auf der Skala eine kleine Bohrung zum Einstecken eines kleinen blauen Plastikschraubendrehers, um die 1421 kHz ggf. nachzujustieren. Man konnte sogar bis RTL auf 1439/1440 abstimmen.


Ja, das ging problemlos. :p
Wir hatten in den 70er Jahren in unserer guten Stube auch einen Golf Europa mit der goldenen Taste stehen. Schließlich wollte mein Vater immer und überall (also auch im Urlaub in Spanien, Italien oder Jugoslawien) seine geliebte Europawelle Saar hören. Ich dagegen hörte damals leidenschaftlich gerne die RTL Programme und daher war auf UKW auch meist die 97,0 eingestellt. Sobald mein Vater aber den Raum betrat, drückte er am ITT Schaub Lorenz die goldene Taste und seine Welt war in Ordnung...
Einmal hatte ich aber mit dem blauen Plastikstift von 1421 auf 1439 kHz gedreht. Und es dauerte auch fast 10 Minuten bis mein Vater merkte was er da hörte. :D
Aber dann setzte es ein Riesen Donnerwetter. Mann, hat der getobt... :D

von Manager. - am 12.04.2018 19:00
Ich kann mich an die späten 80er erinnern, da war auf Kurzwelle 49 m Band: RTL Luxemburg,SDR 1,Bremen 1,SWF 3

und auf Mittelwelle Abends hier immer sehr stark 1422 Europawelle Saar und 1440 RTL Luxemburg bzw, der Kirchenfunk von diesem Werner Heukelbach.
Weiter vorn in der Mittelwelleskala waren ARD Anstalten mit eher schwächeren Sendern.

von Starsailor001 - am 12.04.2018 19:06
Swf war doch auf 41m 7265,
Auf 49 aber noch Rias 6005, Sdr3 später statt Sdr 1 6030 und Sfb auf der Bremer 6190.
Und dann war da noch das Problem Lux 6090 und BR 6085 zu trennen...

von satjay - am 12.04.2018 19:33
Das RTL auf 6090 war ist klar,aber da das 49 m Band so gut wie leer ist,könnte man KBC gut hören.Toleranzen sind analog ja auch immer da.Der Empfang im Bereich Bayern hätte mich interessiert,weil da doch die 6085 dominierte.Ob es da gut funktionierte frage ich mich.

von Radio10 - am 13.04.2018 03:24
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Und das Golf Europa von ITT Schaub-Lorenz:

https://www.picclickimg.com/00/s/MTIwOVgxNjAw/z/GzsAAOSwdHtasV1K/$/ITT-Schaub-Lorenz-Golf-Europa-100-Kofferradio-Transistorradio-Radio-60er-Jahre-_57.jpg

https://www.picclickimg.com/00/s/MTIwOVgxNjAw/z/ICwAAOSwA8NasV1U/$/ITT-Schaub-Lorenz-Golf-Europa-100-Kofferradio-Transistorradio-Radio-60er-Jahre-_57.jpg

zwischen dem Schriftzug DLF und Bruxelles fand sich bei ca. 600 kHz auf der Skala eine kleine Bohrung zum Einstecken eines kleinen blauen Plastikschraubendrehers, um die 1421 kHz ggf. nachzujustieren. Man konnte sogar bis RTL auf 1439/1440 abstimmen.

Leider ist dieser Schraubendreher mit dem Europawellenlogo das einzige, was geblieben ist. :-(


Ist ja interessant. Das heißt, über die goldenen "Europa"-Taste war dann später der DLF (vom Sender Heusweiler) zu hören :)

Hatte die "Europawelle Saar" eigentlich programmlich einen Bezug auf Europa, also wurde dort z.B. auch der Wetterbericht für andere Regionen als das Saarland gesendet (z.B. Urlaubsregionen in Europa), oder resultierte der Name lediglich aus der Tatsache, dass die Mittelwelle bei Dunkelheit europaweit zu empfangen war?

von Klaus Wegener - am 13.04.2018 07:14
Eher letzteres.
Obwohl es in den Sommermonaten auch regelmäßig Urlaubswetter-Meldungen gab.
Glaub ich mich jedenfalls aus den 80ern noch zu erinnern.

von Saarländer (aus Elm) - am 13.04.2018 08:21
"SR1-Europawelle Saar-Mein Diesel läuft wie`n Wiesel, der Empfang ist laut und klar"
Da gab es doch auch so ein Lied, ich glaube von "Truck Stop" gesungen. Oh Mann waren das Zeiten:cool:

Gruß, flinki

von flinki - am 13.04.2018 08:33
Zitat
Klaus Wegener
also wurde dort z.B. auch der Wetterbericht für andere Regionen als das Saarland gesendet


Vom Start der Europawelle Saar 1964 bis zur großen Programmreform 1980 (u.a. auch Start von SR 3 Saarlandwelle) wurde immer "die Wettervorhersage für Deutschland" vorgelesen. Auch gab es Verkehrsmeldungen von Köln bis München.

von Manager. - am 13.04.2018 08:34
@ Klaus Wegener

Ich glaube bei SR 1 Europawelle war der Wetterbericht nach den Nachrichten wie folgt benannt.

Und nun das Wetter:für Saar-Lor- Lux und Rheinland Pfalz......((in den späten 80ern.))

von Starsailor001 - am 13.04.2018 19:15
Wetterberichte, fast einen eigenen Thread wert...

Aus der Jugend im Ohr habe ich da noch:

Für das Weser Ems Gebiet RB


Für BW, RLP und die Kölner Bucht SWF

Nordbayern mit seinen Mittelgebirgen
Südbayern und Donaugebiet BR

Und die Politik im Wetter

Für Berlin und Mitteldeutschland Rias
Für die DDR und Westdeutschland DS
Für das Gebiet der DDR SDDR

von satjay - am 13.04.2018 19:58
Titelmusik von "Brummerfunk - für Fernfahrer"

Truck Stop - SR 1 Europawelle Saar
Ab 1984: Nancy Wood - Schalt ein - SR 1 Europawelle Saar

von PowerAM - am 14.04.2018 07:12
Passend dazu hatte ein Forenmitglied von uns mal diesen Titel bei SoundCloud hochgeladen. Nancy Wood

Und HIER der Vorgängersong von Truck Stop.

von Spacelab - am 14.04.2018 07:20
Zitat
PowerAM
Ab 1984: Nancy Wood - Schalt ein - SR 1 Europawelle Saar

Ist zwar jetzt alles OT, aber das ist ja absoluter Wahnsinn was hier alles "hervorgekramt" wird. Das sind Erinnerungen, da steht die "Gänsehaut" auf dem Arm.:spos:

Gruß, flinki

von flinki - am 14.04.2018 07:34
...diesen Titel hatte ich nur mit dem typischen Mittelwellenklang und Fading in Erinnerung.
Vor ein paar Jahren zufällig auf Youtube gefunden und da wirkte er plötzlich so unnatürlich. :joke:

von PowerAM - am 14.04.2018 07:44
Bei mir verursacht eher der Titel von Truck Stop Gänsehaut weil ich diesen oft auf dem alten Tonbandgerät meines Opas gehört hatte. Aber von UKW aufgenommen. ;-)

Viele viele Jahre später war ich auf ein Truck Stop Konzert eingeladen als der Sänger erzählte das sie mal auf einer langen Tour im Ausland unterwegs waren. Er hatte unglaubliches Heimweh und als sie endlich auf dem Weg zurück waren drehte er am Radio und hörte plötzlich SR1 Europawelle Saar. Er hatte sofort Tränen in den Augen und da wusste er, er war wieder Zuhause.

von Spacelab - am 14.04.2018 07:54
Hmm, ja! Die Europawelle Saar hatte abends eine fast unglaubliche Reichweite. In CH kam sie "voll brätsch" an! Da hörte ich sehr gerne zu, da sie einfach eine Art und Weise hatte, welche mir sehr gefiel und eben auch gut zu hören war.

von DABit - am 14.04.2018 15:39
Wenn wir schon dabei sind...

Zitat
satjay
Für BW, RLP und die Kölner Bucht SWF


"...für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und die Kölner Bucht."

Zitat
satjay
Südbayern und Donaugebiet BR


"Südbayern mit Donaugebiet und Bayerischem Wald."


Zitat
satjay
Für Berlin und Mitteldeutschland Rias


"...zwischen der Ostseeküste und den Mittelgebirgen...."

von Manager. - am 14.04.2018 18:37
Schon vor zwei Wochen wollte ich zum Thema dieses Threads ein Foto von der Skala meines Philips Röhrenradios posten. Man sieht die Meterangaben und unten die UKW-Kanäle. Das Radio habe ich hier in NL von einem Anbieter in "Marktplaats" (NL-Pendant zu Ebay-Kleinanzeigen) gekauft. Bin leider erst jetzt dazu gekommen. Leider finde ich nirgendwo auf dem guten Stück eine Modellbezeichnung. Bei der Aufnahme heute am 16. April um 17.25 war das Radio abgestimmt auf RTÉ 252 kHz, das hier am QTH 2 (Rijswijk bei Den Haag) schwach aber verständlich mit der Ferritantenne des Gerätes zu empfangen ist. Man beachte auch die UKW-Skala, die bereits bis 104 MHz geht (links unten). Äußerst selten bei einem Gerät dieses Alters.
[attachment 10865 IMG_20180416_172417_resized_20180416_052625407.jpg]

edit: und hier Caroline 648 kHz auf dem Gerät:

Caroline auf Röhrenradio in Rijswijk

von Zintus - am 16.04.2018 15:36
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