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Kanal-Angabe auf UKW und Meter-Angabe auf MW

Startbeitrag von Klaus Wegener am 21.08.2015 08:49

Ich besaß früher ein altes Röhrenradio, bei welchem zusätzlich zur Frequenz auf UKW auch die Kanal-Angabe zu finden war. Ich erinnere mich, daß z.B. Radio Luxemburg früher statt der UKW-Frequenzen die UKW-Kanäle benannte (Kanal 6 und Kanal 33). War es früher üblich, statt der Frequenz die Kanalangabe auf UKW zu verwenden? Gab es Empfänger, die nur die Kanäle und keine Frequenz aufführten?

Und analog hierzu auf der Mittelwelle. Man erinnert sich an "208". Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?

Antworten:

@Klaus Wegener:
Ja, die Kanalangabe war früher üblicher, als die Frequenzangabe. Ein Kanal umfasste quasi 3 Frequenzen. 87,6 war Kanal 2, 87,7 Kanal 2+, 87,8 Kanal 3-, 87,9 Kanal 3, 88,0 Kanal 3+, usw. Das plus oder minus wurde aber meines Wissens nach nie genannt, sondern nur die Zahl (wie eben in Deinem Beispiel Kanal 6 und 33).
Ich meine, ich hätte schon Röhrenradios gesehen, die nur die Kanalangabe hatten und keine Frequenzangabe.
Bei der Mittelwelle war es vor meiner Zeit, dass man die Wellenlänge anstatt der Frequenz angab. In den 70ern, als meine "Radioleidenschaft" begann, wurde meist die Frequenz genannt und nur optional die Wellenlänge.

von Harald P. - am 21.08.2015 11:17
Genau so war es. Selbst auf den ersten Autobahnschildern stand unter der Frequenz, meine ich mich zu erinnern, noch der Kanal.

von Peter Schwarz - am 21.08.2015 12:40
Bei der Trennschärfe der damaligen Empfänger und einem Schutzabstand von 400kHz wird das "plus" und "minus" der Kanäle auf Empfängerseite auch unwichtig gewesen sein.

von iro - am 21.08.2015 13:14
Zitat
Klaus Wegener
Man erinnert sich an "208". Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?


Ja, in UK verwendete man relativ lange noch Meter-Angaben, auch umgangssprachlich und marketingtechnisch.

Bis weit in die 80er Jahre hinein hiess es etwa "210" und wurde auch als "Two-Ten" vermarketet und genannt. Man sendete auf 1431 kHz, und wechselte erst spaeter auf UKW, dort nannte man sich dann "Two Ten FM".

http://www.mds975.co.uk/Content/radio_210.html

Wie in vielen Laendern gab es auch Zusammenschluesse bei Lokalsendern, und 210 fm ging in Heart auf.

Kanalangabe auf UKW kenne ich eigentlich nurmehr aus Deutschland, wo man auch in den 80ern noch Radios verkaufte die Kanalangabe auf UKW hatten, jedoch keine Meterangabe auf MW.

Dass es Kanalangaben an Stelle von Frequenzangaben fuer Schilder an der Autobahn gab, kann ich selbst mich nicht erinnern. Vermutl. ist es mir auch nie aufgefallen.

von 102.1 - am 21.08.2015 13:43
Alte Schilder an Autobahnen mit einer UKW-Kanalangabe gab es noch vereinzelt in den frühen 2000ern. Ich kann mich jedenfalls noch an (wenige) solcher Schilder erinnern.
Die dürften aber inzwischen längst gtauscht sein...

von WiehengeBIERge - am 21.08.2015 15:53
Richtigen Verkehrsfunk kenne ich ohnehin nur aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, demnach sind auch solche Schilder in UK oder Irland wenig gebraeuchlich, ausser eben zu reinen Werbezwecken.

Im Anglo-Raum gibts das kaum, ausser normale Verkehrsnachrichten, allerdings ohne Verkehrsfunk-Signal und dgl. d.h. sie werden genause wie andere Nachrichten verlesen.

In UK werden Verkehrsnachrichten oft per Digitalanzeige ueber der Autobahn gemeldet.

von 102.1 - am 21.08.2015 16:19
Russisches (Standard-) Radio aus den 80ern mit "Nur-Meter"-Skala, selbst für den UKW/OIRT-Bereich -- freilich etwas skizzenhaft eingezeichnet. Konsequenterweise, aber damals für mich durchaus gewöhnungsbedürftig, ist das "obere" Bandende jeweils links.


(http://www.pic-upload.de/view-28078733/skala2.jpg.html)

von ardey.fm - am 21.08.2015 19:04
Die UKW-Kanäle 1 – 43 waren in den 1950ern „echt“. Der damalige Bereich 87,5...100 MHz war in 43 Kanäle mit je 0,3 MHz Abstand aufgeteilt. Das war in Berücksichtigung der Drift der damaligen Radios. Auch deren Bandfilter waren entsprechend breitbandig, damit man am Radio nicht ständig nachstimmen musste.

Als man mit der Zeit frequenzstabilere Radios bauen konnte, wurde in den frühen 1960ern der Kanalabstand von 0,3 MHz auf 0,1 MHz Abstand verringert. Um die bisherige Zählweise beibehalten zu können, wurde der Notbehelf mit den + und – Kanälen eingeführt. Da dies aber nicht sehr logisch erschien, ging man von da an allmählich zur echten Frequenzangabe in MHz über.

von RealRock - am 21.08.2015 19:48
Zitat
Klaus Wegener
Gab es früher Radioempfänger, bei welchen statt der Frequenz die Wellenlänge auf Mittelwelle verzeichnet war? Vielleicht in Großbritannien? In Kontinentaleuropa war das aber nie so, oder doch?

Gerade in Kontinentaleuropa - die von den Sowjetsoldaten im Osten Deutschlands seinerzeit gegen Bares in Umlauf gebrachten kleinen Kofferradios, z.B. diverse Typen "Alpinist" (Aльпинист), in der Regel mit Mittel- (CB) und Langwelle (ДB) , hatten nur Angaben der Wellenlänge auf der Skala. das Bild weiter oben zeigt das auch sehr schön.
Es war einigermaßen schwer, oft gehörte Sender DLF (755kHz), AFN (872kHz, 935kHz), Soldatensender (935kHz), die irgendwo in der Mitte lagen auf die Schnelle zu finden.

von mittendrin - am 21.08.2015 20:25
Die Angabe der Wellenlänge war anfänglich vorherrschend, wurde aber mit der Zunahme an Sendern ziemlich unhandlich, was sich zunächst bei der Kurzwelle zeigte. Nehmen wir z.B. 6075 kHz, was 49,38 m entspricht. Der nächste Kanal ist 49,34 m. Wer würde sich Zahlen mit zwei Stellen nach dem Komma merken? Somit war die Angabe in Kilohertz praktischer.

Auf der Mittelwelle ging es eine Weile, weil es in Europa tagsüber nur wenige Sender gab. In den USA gab es in den Großstädten schon mehr Sender. Dort wechselte man daher schon sehr früh von der Angabe in Metern zu "Kilocycles".

von Wasat - am 21.08.2015 22:15
Bei der Mittelwelle ist die meteranzahl nur 3 stellig. Eigentlich einfacher zu merken als die khz.

von Marcus. - am 22.08.2015 06:22
Legendär war auch Radio Luxemburg im 49 Meter Band - das kennt die ältere Generation 60+ heute noch.

Während auf der MW und UKW der eher konservativ angehauchte öR zu empfangen war, ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Moderne Beat-Musik und flotte Moderation.

Genaue Frequenzangabe war unnötig, es wurde auf der Skala nach "49m-Band" oder "Europa-Band" gesucht, manche Radios hatten eine extra "Europaband" Taste. Dann so lange gedreht, bis die Musik kam, die man wollte.

Gerne auch am Tonabnehmer-Angang abgegriffen und auf einem Bandgerät (Spulen-Tonbandgerät, zumeist von Grundig) aufgezeichnet :)

Wolfgang

von Wolfgang R - am 24.08.2015 08:17
Zitat
WolfgangR
ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Europawelle Saar gab es doch nur auf der MW, nicht im 49mB.
Im 49mB waren nur der SDR auf 6030, der BR auf 6085 und RB/SFB auf 6190 vertreten.

von iro - am 24.08.2015 09:23
Bei einigen Sendern hält sich die Meterangabe bis heute im Namen, auch wenn die Frequenz, ja sogar der Frequenzbereich längst gewechselt hat.

So leitet sich der Name von Radio 538 von der Wellenlänge des ehemaligen Seesenders Radio Veronica ab.
In Deutschland verschwand die Meterangabe spätestens in den 50er Jahren. Die Radios hatten aber teilweise noch die umgekehrte Skala, mit den höheren Frequenzen links auf der Skala.
In anderen Ländern hielt sich die Angabe länger. So sendeten viele der niederländischen und britischen Piraten bis zum Schluss mit Meterangaben, ebenso kennt man dort Radio Luxemburg als 208.

von Marc_RE - am 24.08.2015 09:40
Warum hatten die Geräte damals eigentlich die Skala falsch herum, also rechts absteigend? Hatte das einen logischen Grund? Ich habe noch einen alten SABA Königsfeld, bei dem sind L-M-K nach rechts absteigend, aber UKW ist aufsteigend.

von PhanTomAs - am 24.08.2015 17:40
Zitat
Wolfgang R
Legendär war auch Radio Luxemburg im 49 Meter Band - das kennt die ältere Generation 60+ heute noch.

Während auf der MW und UKW der eher konservativ angehauchte öR zu empfangen war, ging es auf der KW im 49 Meter Band (auf der Skala auch so eingezeichnet) schon flotter zu, insbesondere Radio Luxemburg und die Europawelle Saar.

Moderne Beat-Musik und flotte Moderation.

Genaue Frequenzangabe war unnötig, es wurde auf der Skala nach "49m-Band" oder "Europa-Band" gesucht, manche Radios hatten eine extra "Europaband" Taste. Dann so lange gedreht, bis die Musik kam, die man wollte.

Gerne auch am Tonabnehmer-Angang abgegriffen und auf einem Bandgerät (Spulen-Tonbandgerät, zumeist von Grundig) aufgezeichnet :)

Wolfgang

Ich denke auf KW sendete RTL mehrheitlich etwas deutschsprachiges? oder doch das gleiche wie auf MW?

208 reimte sich halt auf "great" daher wurde oft 208 genannt, zumal man auch fuer UK sendete. Caroline war auf 199, und Big L auf 266.

von 102.1 - am 24.08.2015 18:07
Zitat
PhanTomAs
Warum hatten die Geräte damals eigentlich die Skala falsch herum, also rechts absteigend?

Weil die Wellenlänge dann aufsteigend war. Je höher die Frequenz desto niedriger die Wellenlänge.
Niedrige Wellenlängen (hohe Frequenzen) waren dann links, größere Wellenlängen (niedrigere Frequenz) rechts.
Die mechanische Konstruktion hat man dann erstmal beibehalten, auch wenn eine Skalenscheibe mit Frequenz- statt Meterangaben draufkam. Es gab für's gleiche Gerät auch unterschiedliche Skalenscheiben, je nach Markt.

EDIT: https://hepcatrestorations.files.wordpress.com/2012/06/img_1156.jpg
Das ist ein Grundig für den Export in die USA.
Keine Langwelle, dafür 2x Kurzwelle. Skala auch noch "falschrum".
Auf der Mittelwellenskala (BC, Broadcast) fehlen die hier üblichen Angaben der großen europäischen Mittelwellensender, sie nimmt daher weniger Platz auf der Scheibe ein. Die "CD" Markierung steht für die 2 Frequenzen der Civil Defense Sender.
Für die Kurzwellenbereiche findet man stattdessen Angaben zu den Ländern, die man dort hören soll.
Die UKW-Skala geht bis 108MHz.

von Marc_RE - am 25.08.2015 09:52
Zitat
102.1
Richtigen Verkehrsfunk kenne ich ohnehin nur aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, demnach sind auch solche Schilder in UK oder Irland wenig gebraeuchlich, ausser eben zu reinen Werbezwecken.

Im Anglo-Raum gibts das kaum, ausser normale Verkehrsnachrichten, allerdings ohne Verkehrsfunk-Signal und dgl. d.h. sie werden genause wie andere Nachrichten verlesen.

In UK werden Verkehrsnachrichten oft per Digitalanzeige ueber der Autobahn gemeldet.


Also ich kenne Verkehrsfunk von der BBC nach RDS-Standard, mit AF und EON. Ich habe schon lange nicht mehr UKW auf Überlandstrecken gehört, aber vor 4-5 Jahren war Verkehrsfunk noch voll normal. BBC Radio 1 schaltete so immer auf das Regionalprogramm um, was gerade im Raum London zu Verwirrung führte, Radio 1 Wrotham brachte mir so den Verkehrsfunk von BBC Radio Kent, BBC Radio Essex und BBC London 94.9. Ich denke, genau deswegen senden diese Locals die Verkehrshinweise zu unterschiedlichen Uhrzeiten (London vor den Nachtichten, Kent nach den Nachrichten, Essex zwischendurch).

von m83 - am 25.08.2015 10:12
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