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UKW-Teilausstieg bei Klassikradio?

Startbeitrag von DH0GHU am 31.08.2015 12:29

Hallo,
laut http://www.radiowoche.de/klassik-radio-startet-digitalisierung-und-schaltet-ukw-frequenzen-ab/ schaltet Klassikradio morgen erste UKW-Frequenzen zugunsten Digitalradio ab...

Wenns denn stimmt...

Die 50 interessantesten Antworten:

Das stimmt schon, das ist ein sehr grosser Schritt im weitgehend DAB-ungläubigen Deutschland (bislang nicht mal 10% der Haushalte mit DAB-Empfangsequipment)!

Die LPR Hessen hat bereits detailliert informiert:

Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien – LPR Hessen
==========================================================================

PRESSEMITTEILUNG

Kassel, 31. August 2015


Trotz Frequenzrückgaben – Klassik Radio weiterhin hessenweit digital empfangbar

Der Klassik-Sender gibt fünf seiner zehn UKW-Frequenzen in Hessen ab.
Digital ändert sich bei der Verbreitung nichts.

Klassik Radio gibt zum 1. September 2015 die Ausstrahlung seines
Programms über fünf UKW-Frequenzen in Hessen auf. Abgeschaltet werden
die Standorte Bad Hersfeld, Bingen, Butzbach, Fulda und Limburg. Die
zurückgegebenen Frequenzen entsprechen ungefähr einem Fünftel der
UKW-Reichweite des Senders in Hessen. Von den ehemals zehn Frequenzen
werden die fünf reichweitenstärksten (Aßlar-Wetzlar 100,5 MHz,
Frankfurt 107,5 MHz, Gießen 88,0 MHz, Kassel 104,1 MHz und Marburg
104,9 MHz) weiter für die Verbreitung des Programms genutzt. Klassik
Radio ist hessenweit wie bisher digital über DAB+ (Kanal 5c) und lokal
über Kabel zu empfangen.

Über die weitere Nutzung der fünf frei gewordenen UKW-Frequenzen
entscheidet die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten
Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) noch im Herbst 2015.


Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Tel.: 0561/93586-12.

Quelle: http://www.lpr-hessen.de/default.asp?m=3&s=3578

von dxbruelhart - am 31.08.2015 12:41
Wie radiowoche.de berichtet, will Klassikradio sich vollständig auf die digitale Verbreitung via DAB+, DVB-S und Internet konzentrieren. Deshalb werden schon morgen, ab dem 01.09.2015, die schächeren UKW-Frequenzen abgeschaltet.

Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt, welche Frequenzen konkret betroffen sind. "Schwächere Frequenzen" wären imho alles außer Berlin (4 kW), Stuttgart,Karlsruhe (je 2 kW) und Rostock, Göppingen, Lübeck, München (je 1 kW). Alle anderen Frequenzen haben ja weniger Leistung. Das heißt, hier würde einiges frei.

Auf der Homepage von Klassik Radio findet sich noch kein Hinweis dazu.

von Sebastian Dohrmann - am 31.08.2015 12:42
Zitat
dxbruelhart
Bad Hersfeld, Bingen, Butzbach, Fulda und Limburg

Zu Hersfeld kann ich nichts sagen, die Stadt dürfte die Frequenz wohl versorgt haben, ist aber halt keine Weltmetropole. Hat dort noch jemand Bedarf, ansonsten wird die Frequenz wohl brachliegen.

103,4 Bingen hat sich schon immer mit 103,4 Darmstadt gekappelt, stellenweise spielte noch die 103,3 Heidelstein mit. Im für hessische Verhältnisse notorisch unterversorgten Rheingau dürfte diese Frequenz allerdings begehrt sein, möglicherweise sogar für Bob?

96,0 Butzbach, kein Kommentar. Keine Ahnung, was die Frequenz versorgen soll. Die Frequenz dürfen die gerne streichen.

In Fulda sendete man auf der 102,8 vom relativ miesen Standort Maberzell, der nicht mal die Innenstadt anständig versorgt (ähnlich wie auch die 88,5, die absolut nutzlos und reine Frequenzbesetzung ist). Hier sollte man versuchen, die 102,8 an einen besseren Standort wie Künzell zu verlagern, ansonsten sehe ich da keinen Nutzen.

Zu Limburg kann ich nichts sagen. Aber auch da sind alle hessischen Sender schon vertreten, auch das dürfte also darauf hinauslaufen, dass die Frequenz leer bleibt.

von RheinMain701 - am 31.08.2015 15:24
Pressemitteilung der MMV:

"Sender beendet zum 1. September 2015 UKW-Ausstrahlung in Mecklenburg-Vorpommern

Der private Hörfunksender Klassik Radio hat der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern mitgeteilt, dass er sämtliche UKW-Frequenz-Zuweisungen in Mecklenburg-Vorpommern zum 1. September 2015 zurückgibt.
Damit wird der Sendebetrieb auf den UKW-Frequenzen in Schwerin (90,1 MHz, Sendestart: 01.08.2008), Wismar (97,0 MHz, Sendestart: 01.12.2011) und Stralsund (98,9 MHz, Sendestart: 01.04.2012) zum 1. September 2015 eingestellt und in Rostock, wo der geplante Sendebetrieb noch nicht begonnen hat, nicht mehr aufgenommen."

Dann vollzieht Klassik Radio neben Hessen nun auch in MV ja einen ziemlichen Kahlschlag in der
UKW Verbreitung. Wobei in Stralsund die Abschaltung wg. noch fehlender DAB+ Präsenz doch fragwürdig ist.

von Radio Fan - am 31.08.2015 18:21
Zitat
Kai.
Zitat
RheinMain701
Bungsberg hat sowieso eine absolut miese Reichweite weil man wunderbar gegen DR P3 ansendet - oder es zumindest versucht.


Habe die Koordinierung für die 97,2 Mhz am Bungsberg auch nie wirklich verstanden. Trotzdem ist Klassik Radio dort im Umfeld dann nicht mehr wirklich zu empfangen, Die Lübecker Frequenz geht da auch nicht mehr wirklich.


Wirklich freie Frequenzen lassen sich nicht mehr herzaubern. Wobei DR P3 dort nur bei Tropo so stark wird, dass er dort auch stoeren kann. Auf der A20 hatte Bungsberg mit empfindlichen Radios den Uebergang Luebeck zu Schwerin unterstuetzt.

Mal sehen ob schon um Mitternacht abgeschaltet wird. In Hamburg bekomme ich Kiel und Bungsberg leicht verrauscht rein.

von Nordlicht2 - am 31.08.2015 19:10
@RheinMain701: Könntest Du Deine abstrusen Ansichten darüber, wer Klassik hört und wer nicht, bitte ins OT-Forum verschieben?

@freiwild: War es nicht so, dass die Hamburg-Frequenz im Bündel mit den anderen Frequenzen vergeben wurde? Großstädte wie Frankfurt, Hamburg, Berlin oder München abzugeben wäre töricht.

Es ist nun mal so, dass ein Sender mit bestimmten technischen Parametern gleich viel kostet, egal ob er nun 50.000 Einwohner im ländlichen Raum oder 1,5 Millionen Einwohner im Großraum Hamburg erreicht.

@DXpediteur: Ist das pure Spekulation auf Basis von Berichten in der Vergangenheit (vor ca. einem Jahr), oder konkretes, aktuelles Insiderwissen?

@Zwölf: Konkurrenzfähigkeit bezieht sich da nicht gerade auf BR Klassik. Klassikradio verhält sich inhaltlich zu BR Klassik ähnlich wie 30-Sekunden-Schlagzeilen eines Hitdudlers zum DLF, und klangleich wie Kurzwellen-AM mit 3,5 kHz Modulationsbandbreite zu Dolby Surround unkomprimiert ;-)

von DH0GHU - am 03.09.2015 14:55
Zitat
DH0GHU
@freiwild: War es nicht so, dass die Hamburg-Frequenz im Bündel mit den anderen Frequenzen vergeben wurde? Großstädte wie Frankfurt, Hamburg, Berlin oder München abzugeben wäre töricht.

Also vergeben wurde die 98,1 ursprünglich nicht im Bündel, da diese doch bereits seit Anfang der 90er Jahre OnAir ist, während die SH-Funzeln erst mehr als 10 Jahre später dazukamen.

In Hessen (ja ich weiß, andere Länder andere Sitten) wurde ja nun schließlich auch nicht das Bündel abgegeben sondern nur einzelne Frequenzen, ebenso in den Ländern Brandenburg und Berlin welche ja ebenfalls wie SH über eine gemeinsame Landesmedienanstalt verfügen werden ja auch lediglich Brandenburg und Frankfurt aufgegeben.

Daran sollte es also nicht liegen.

Ich rechne fest damit, dass alle freiwerdenden Frequenzen wenn überhaupt nur an Radio Teddy gehen, man kann von denen halten was man möchte, diese schalten wenigstens zeitnah auf.

Interessant nun auch, ob Klassik Radio noch in der morgen endenden Ausschreibung der 97,2 in Bremen mit auftauchen wird oder ob diese obligatorische Bewerbung bereits vorzeitig wieder zurückgezogen wird.

von Anonymer Teilnehmer - am 03.09.2015 15:40
Zitat

@Zwölf: Konkurrenzfähigkeit bezieht sich da nicht gerade auf BR Klassik. Klassikradio verhält sich inhaltlich zu BR Klassik ähnlich wie 30-Sekunden-Schlagzeilen eines Hitdudlers zum DLF, und klangleich wie Kurzwellen-AM mit 3,5 kHz Modulationsbandbreite zu Dolby Surround unkomprimiert ;-)

Aber auf welche Programme bezieht sich dann die Konkurrenzfähigkeit? Auf Pop-Sender? Auf NDR Kultur? Zumindest was NDR Kultur betrifft erreicht Klassik Radio in SH und HH gleich hohe bis höhere Tagesreichweiten.

Zitat

In Thüringen dagegen, wo MDR Figaro vergleichsweise wenig Klassik spielt, ist man rausgegangen.

In Thüringen ist es allerdings so, dass man trotz UKW-Frequenzen kaum höhere Tagesreichweiten erreicht als in Bundesländern, in denen man gar nicht auf UKW sendet. Man erreicht gerade mal 0,5% (10 000 Hörer); der Bundesschnitt liegt bei 1,0% (706 000 Hörer).

von Zwölf - am 03.09.2015 17:39
Zitat
freiwild
Zitat
DH0GHU
@freiwild: War es nicht so, dass die Hamburg-Frequenz im Bündel mit den anderen Frequenzen vergeben wurde? Großstädte wie Frankfurt, Hamburg, Berlin oder München abzugeben wäre töricht.
Bei der MAHSH kenne ich mich nicht so aus - schon möglich, dass man dort in der Provinz senden muss, um in der Großstadt senden zu dürfen. Die LPR in Hessen ist da deutlich entspannter. Als Main FM (der Vor-Vorgänger von Antenne Frankfurt) seine UKW-Frequenzen außerhalb des Rhein-Main-Gebiets aufgeben wollte, ging das problemlos durch.

Hat man ja auch bei der KR-Teilabschaltung in Hessen gesehen. Aber das man in SH nicht abschaltet, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man es nicht dürfte; es könnte auch sein, dass man befürchtet, dass die MAHSH bei der Frequenzvergabe die Kette lieber an einen Bewerber gibt, der möglichst alle Frequenzen übernimmt. Von daher mal den Tag nicht vor dem Abend loben. Vlt. gibt es schon ein paar Monate nachdem die Verlängerung für Klassik Radio in SH/HH erteilt wurde eine zweite Abschaltrunde.

von Zwölf - am 03.09.2015 18:18
Ein Aufschrei im Falle Klassikradio? Schau mal ins Facebook. Da sind schon einige sauer, daß sie jetzt Klassikradio nicht mehr hören können. Dabei geht es u.a. um den Arbeitsweg, bei dem Klassikradio wohl im Auto gehört wurde. U.a. in Regionen, in denen es keine DAB-Abdeckung gibt (Stralsund etc.). Da wird auch gefragt, ob Erfurt nicht wichtig genug sei (ja, liebe Erfurter, außer Landeshauptstadt seid ihr fast nichts und für die unsägliche, selbstverliebte, realitätsferne Thüringer Medienpolitik ist der Ausstieg schon eine feine Klatsche).

Letztlich nicht viel anders, als wenn ein Popdudler einen Relaunch macht, wie auch gerade erst bei Rockland Sachsen-Anhalt geschehen, da sind dann auch die Gewohnheitshörer sauer. Das gibt sich, irgendwann hören sie auf mit Jammern. War bislang immer so. Auch bei Top40, auch bei MDR Life, auch bei Sputnik Next Level. Man schaltet dann halt einfach nicht mehr ein

Einen größeren Aufschrei, einen medial wirksamen noch dazu, erwarte ich nicht. Dazu hat das Programm von Klassikradio zu wenig kulturelle Relevanz und ist zu sehr (nämlich ausschließlich!) Nebenbei-Medium. Da wird nicht wie bei BR Klassik der Bayerische Musikrat aktiv werden (der allerdings reichlich wirr aktiv wurde) und auch die NMZ wird dazu nichts kritisches schreiben, weil ihre Redaktion ohnehin nix mit dem Klassikhäppchen-Dudler anfangen konnte ("Musikvergewaltiger" ... "diese Flegel").

Außerdem fehlt die medienpolitische Brisanz dieser Entscheidung, schließlich bekommen die lokalen Popdudler durch die Abschaltung der UKW-Funzeln von Klassik Radio erstmal keine reichweitenstarke Konkurrenz - im Falle der Umwidmung BR Klassik -> PULS hingegen schon. Auch aus dieser Ecke kam im Falle des BR eine Menge Geschrei.

Übrigens: das wunderbare Magazin "taktlos", das allmonatlich auf BR Klassik ausgestrahlt wird, wird zum Jahresende eingestellt. Da hatte der Herausgeber der NMZ und Kopf der tapferen "taktlos"-Truppe wohl doch zu deutliche Worte gefunden und zu deutliche Worte anderer abdrucken lassen und war für den BR somit nicht mehr tragbar. So geht sie dahin, die Hörfunkkultur, auch beim BR. Hauptsache, in der Intendaz fühlt man sich wohl beim gegenseitigen Vorzeigen irgendwelcher Powerpoint-Präsentationen. Ist ja auch wirklich wichtiger als wahre, echte Worte und Gedanken zur Kultur. Ich hatte es vor Jahren schon gesagt und kanns nur wiederholen: die gefährlichsten Feinde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sitzen in den Intendanzen des selbigen.

Die NMZ-Truppe kann man zum Glück ja weiterhin im Netz begutachten. Da sind scharfe Schüsse dabei. Z.B hier als Kommentar unter dem Text ("also bitte kein Mitleid, auch wenn er jetzt durch ein noch dooferes Stück Marketing-Kompetenz ersetzt wird…") oder hier, wo Geißler vom "sogenannten Kultursender MDR-Figaro" schreibt.

von Chris_BLN - am 05.09.2015 12:00
@pomnitz26

Denke ich nicht. Denn was waren die Haupsorgen:
1) Der BR als Öffi nutzt die Frequenzen um die Privatsender anzugreifen -> kann man bei KR schlecht sagen
2) Wenn BR-Klassik erst mal auf UKW abgeschaltet wurde, wird am Programm gespart werden, weil zu wenige Leute es hören werden -> Trifft auch nicht zu, da KR keine anderen Programme betreibt (damit auf die Qualität des einen Programms angewiesen ist) und die wichtigsten Frequenzen auf Sendung bleiben.
3) Sind vergleichsweise wenige Leute betroffen (ich schätze mal weniger als 50 000 tägliche Hörer), da ja überwiegend nur Frequenzen in ländlicheren Gebieten aufgegeben wurden.
4) Werden ÖR-Programme durch den Rundfunkbeitrag mitfinanziert, wodurch man das Gefühl hat, einen Anspruch darauf zu haben, mitgestalten/entscheiden zu dürften was mit den Geldern passiert. Bei Privatsendern ist das nicht der Fall, solange man sich nicht einkauft. Wobei es denen, die sich einkaufen mehrheitlich um den Profit geht und weniger um das Programm an sich. Ihnen zu liebe wurden wahrscheinlich auch die Frequenzen abgeschaltet - ich glaube nicht, dass man kurz vor der Insolvenz steht, sondern dass man die massiven Gewinneinbrüche durch die Verteuerungen nicht den Geselschaftern vermittelt könnte.

von Zwölf - am 05.09.2015 12:07
@ Hallenser

Mit dem bereits praktizierten Zubetonieren bekannter und in Jena früher gern genutzter Frequenzen (89,5 hr 3 vs. MDR Info Jena) hätte man z.B. die 92,0 mit Einzug nach Südosten verwenden können, also praktischerweise gleich vom Standort Kernberge:

91,7 MDR Thüringen Bleßberg
92,0 Jenaer Lokalfunzel vs. PSR Auerbach/Schöneck
92,1 NDR 2 Torhaus (ist dann halt weg, genau wie hr 3)
92,3 MDR Sa-An Naumburg (hätte wieder genug Frequenzabstand)


Die 93,6 wäre evtl. auch noch gegangen:

93,3 MDR Thüringen Weimar/Ettersberg
93,5 Radio Brocken Halle/Petersberg
93,5 Bayern 1 Coburg
93,6 Jenaer Lokalfunzel (Osmaritz, Abstrahlrichtung ca. 20-160°)
93,9 MDR 1 Sachsen Wiederau

Irgendwie glaube ich mich zu erinnern, um 2008 herum noch was feineres gefunden zu haben. Da habe ich mich wohl geirrt...

von Chris_BLN - am 05.09.2015 21:34
Ja, Kernberge versorgt Lobeda-Ost nicht, abgeschattet durch den Johannisberg. Geht D-Kultur (!) und Top40 so. Dafür hat man vorne in Lobeda-Ost an der Grenze zu Altlobeda ("Chinesische Mauer", Bonhoefferstraße) teils rotzigste Verzerrungen der Osmaritzer Programme. Da kommen die ersten Reflexionen vom direkt dahinter gelegenen Berg mit der Lobdeburgruine so fett rein, daß durch die Überlagerungen an ungerichteten Antennen die HF-Pegelanzeige zur NF-Pegelanzeige wird. Auch kein Genuß.

In Gera geht Top40 nicht an der westlichen A4 (bei Milbitz), auch abgeschattet. War also auch kein Kriterium. Wie sich die 104,5 von Klassikradio da schlug, weiß ich nicht.


Und um "wäre schade, wenn andere Programme nicht mehr gingen": interessiert koordinationstechnisch keine Sau mehr, wenn das Programm nicht ins Gebiet gehört und eine neue Belegung im eigentlichen Zielgebiet nicht stört. In Jena wurde so hr 3 zugemauert. Und das war da ein durchaus gehörtes Programm. Man hat noch heute oben bei Cospeda eine dorthin gerichtete UKW-Antenne auf einer kleinen GA, soweit ich mich erinnere.

von Chris_BLN - am 06.09.2015 06:06
Deswegen macht UKW hier in der Region auch keinen Spass mehr.
HR, BR und NDR sind durch Gleichfrequenzen zerstört. Ich empfange je besser die Antenne fast immer mindestens 2 Programme pro Frequenz.
Einzig die Berliner scheinen noch geschützt. Zwar bin ich nicht ganz Jena, sondern im Süden Sachsen-Anhalt aber Radiotechnisch ist das nicht viel anders.

BR über 11D und 10D sowie gelegentlich die Berliner 7B und 7D sowie alles aus Mitteldeutschland machen den Mehrwert aus. Ich bräuchte sonst keine Dachantenne. 5C oder MDR kommen auch so bis in den Keller. Da holt man sich mit Dachantenne ehr noch Asynchrone Sender die man nicht entfernen kann.
Die Klassik Radio Frequenz Apolda ist ein Witz gewesen, Weimar kannte ich nicht mal.

von pomnitz26 - am 06.09.2015 07:30
Klar, 10 oder 30 kW gehen da nirgendwo. Für Jena wäre 1 kW "fett". 500 W wären noch sehr komfortabel. Gemessen an dem, was sonst so dort herumfunkt (1 kW MDR Thüringen, 1 kW MDR Jump, 1 kW MDR Figaro, 1 kW AThü, 200 W MDR Info, 320 W DLF, 200 W DKultur, 1 kW Landeswelle, 200 W Top40, 320 W OKJ) wäre das sehr konkurrenzfähig.

Die Jenaer Frequenzen sind ohnehin nur Empfangserleichterungen gegenüber dem DDR-Standard. Ich erinnere mich an die schwierigen Versuche, mit einer DDR-Anlage SC1700 (UKW nur bis 100 MHz) DT64 im Speisesaal des Wohnheims der Sportschule an der Schnellstraße gegenüber des Stadions zu empfangen. Mit steil hinter dem Haus aufsteigender Felswand im Osten war die Empfangsrichtung Geyer weitgehend abgeschattet, die dortige 100,0 aber die einzige Frequenz, die dieser Tuner reinbekam. War kein Genuß und lief nur in mono.

Ansonsten griff man sich je nach Wohnlage in Jena die Frequenzen von Inselsberg, Wiederau, Geyer, teils Brocken (Torfhaus ging ja auch, NDR 2 wurde in Jena gehört, ging auch aufm Portable am Westfenster des Schülerwohnheimes in Lobeda, ein Mitschüler hatte daheim FFN und schwärmte davon), Ochsenkopf und natürlich Waldstein (RIAS 2). Im EG des Wohnheimes in Lobeda hörten die Küchenfrauen beim Frühstück NDR 1 von Torfhaus - zu DDR-Zeiten. Das war an der Mono-Grenze, erkennbar an ständigen Lautstärkesprüngen, denn das Radio dort wurde bei mono immer paar dB lauter. Das war genauso ätzend wie das Programm. Welche Antenne benutzt wurde, weiß ich nicht, das war 1988.

Man hatte also früher günstigstensfalls 50 - 55 dBµV an einer halbwegs kompakten Antenne, umso verständlicher wird der auch in Jena erfolgte Ausbau der Antennengemeinschaften. Die sind aber alle inzwischen zerstört, abgewürgt (Kabel durchgeschnitten durch Wohnungsgesellschaften) oder von der TeleColumbus geschluckt. Immerhin TC und nicht KDG, die in Jena nicht viel zu melden haben und teils bei 460 MHz zuende sind.

von Chris_BLN - am 06.09.2015 09:43
Es gab doch mal diese Preisliste der MB, derzufolge man pro Low-Power-UKW-Funzel mit mindestens 1000-2000 Euro monatlich rechnen muss.

Fuer die Kosten des Bundesmux-Sendeplatzes wurden ja mal 20000 Euro monatlich genannt.

Ob diese Preise tatsaechlich stimmen, weiss ich nicht, aber von der Groessenordnung her koennte es hinkommen. Korrigiert mich, wenn ich irgendwo falsch liege.

Der Rest ist einfache Rechnerei: wieviele Leute erreicht man ueber die UKW-Funzeln, wieviele Leute erreicht man ueber den DAB-Bundesmux (real, nicht technisch gesehen), und wie stehen die Kosten zu den erreichbaren Hoerern.

Bei einer Indoorversorgung von irgendwas bei 60% der Bevoelkerung und einer 5%igen Ausstattung mit DAB-Geraeten kommt man also auf ca. 3% der Bevoelkerung, die in der Lage sind, Klassik Radio indoor via DAB zu hoeren. Aktuell haben wir ca. 80 Mio Einwohner, damit kommen wir auf 20000 Euro monatlich fuer ca. 2 Mio erreichbare Leute. Dann sind wir bei 1 cent monatlich pro DAB-Nase.

Rechnen wir mal nur 1000 Euro fuer die UKW-Funzel, dann muss diese ca. 100000 Leute erreichen, um aehnlich "rentabel" zu sein. Bei 2000 Euro sind es schon 200000 Leute. Das duerften sehr viele Klassik Radio-Funzeln tatsaechlich nicht schaffen, selbst in mittelgrossen Staedten nicht.

von Habakukk - am 09.09.2015 07:38
Zitat
Zwölf
Woher willst du das wissen? Hier in Oberfranken wird NDR2 sogar ins analoge Kabel-UKW eingespeist, obwohl es terrestrisch gar nicht mehr empfangbar ist, weil die Frequenz für Radio Bamberg 'zweckentfremdet' wurde.

@zwölf
Im Frankenwald und im Fichtelgebirge ist NDR 2 auf der 92,1 (wieder) teils in RDS-Qaulität zu hören. Fahre ich von Weißenstadt nach Münchberg über den großen Waldstein, dominiert meist Torfhaus und Radio Bamberg setzt sich nur in Richtung Nordwesten abgeschatteten Gebieten durch. Der DVB-S-Abgriff von NDR 2 ersetzte das früher am Großen Waldstein (Zell 2) terrestrisch abgegriffene Signal, seitdem die Kopfstation für Ostoberfranken vom Berg in die Bayreuther Stadtmitte (Ex-Fernmeldeamt) wanderte. Seitdem muss übrigens das Signal von Euroherz/Extra-Radio per Standleitung zugeführt werden, da die 88,0 am Kabelkopf nur noch mangelhaft (und bei geringsten Überreichweiten von Bayern Klassik Gelbelsee gestört) empfangbar ist.

von FrankenWalder - am 09.09.2015 16:34
Zitat
Zwölf
Wird Klassik Radio noch über DVB-C eingespeist?


Ja. Nur vermute ich, da sinds noch weniger, die das nutzen. Radio über einen DVB-C-Receiver oder TV? Geht das? ;)

Die Zahlen, die der ARD für Sat und Kabel vorliegen, sind recht respektabel. Bei Sat kanns nur DVB-S sein (selbst ARD-Mitarbeiter wollens kaum glauben, wie gut das genutzt ist, sollen 14% der Haushalte sein), beim Kabel kann freilich auch Verwechselung mit UKW vorliegen - auch da werden 14% der Haushalte angeben. Die Zahlen sind glaube ich im DAB-Forum auch im verlinkten Digitalisierungsbericht drin.


Zitat
Zwölf
Vielen war vlt. der Aufwand zu hoch extra nachzufragen oder sie haben im in Internet von der Abschaltung gelesen.


Es ist in dieser Region tatsächlich so, daß die Leute nicht nachfragen, sondern lieber monatelang stumm Frust schieben und dann kündigen. Der Netzbetreiber hat keine Glaskugel, die ihm Störungen einzelner Anschlüsse zeigen würde. Auf die Idee, eine Störung zu melden, kommt kaum jemand. Dafür gibt es dann monatelanges Auskotzen am Gartenzaun und danach Kündigung und Satschüssel. Ist ein seltsamer Menschenschlag. Könnten also auch noch mehrere sein, die betroffen sind.

Wir werdens gewiss wieder auskabeln auf UKW, dann von Sat. Problem: wir haben nur 8 Tuner zur Verfügung in der UKW-Aufbereitung (4 Module Blankom STR821 mit insgesamt 8 Tunern und 24 UKW-Programmen) und die sind alle belegt. Der Transponder mit Klassikradio ist nicht dabei, es müßte also was anderes gekillt werden.

von Chris_BLN - am 12.09.2015 18:42
Zitat

Ja. Nur vermute ich, da sinds noch weniger, die das nutzen. Radio über einen DVB-C-Receiver oder TV? Geht das? ;)

Wenn es bei DVB-S genutzt wird, warum dann nicht auch bei DVB-C? Immerhin liegt die Digitalisierungsquote im Kabel bei 70%.

Zitat

Wir werdens gewiss wieder auskabeln auf UKW, dann von Sat. Problem: wir haben nur 8 Tuner zur Verfügung in der UKW-Aufbereitung (4 Module Blankom STR821 mit insgesamt 8 Tunern und 24 UKW-Programmen) und die sind alle belegt. Der Transponder mit Klassikradio ist nicht dabei, es müßte also was anderes gekillt werden.


Warum so umständlich? Wenn's eh in DVB-C eingekabelt wird, kann man das ja auch als Quelle nehmen. Oder man nimmt ein Webradiogerät als Quelle.

von Zwölf - am 12.09.2015 20:01
Der Normalbürger nutzt DVB nicht für Radio. Er kommt gar nicht auf die Idee, daß man damit Radio hören könnte. Und wenn, ists ihm zu aufwendig oder schlicht zu blöd, den TV dafür laufen zu lassen. Ein Anschluß an die Stereoanlage existiert fast nirgendwo. Ich kenne sowas nur von Radiofreaks oder durch-Radiofreaks-beratene Leute.

Die Quelle bei der Auskabelung ist das eine, die UKW-Modulation das andere. Wir haben freilich nur noch DVB-S->UKW-Umsetzer. Selbst für eine Umsetzung DVB-C->UKW bräuchten wir (ich mische da bissl mit, unentgeltlich, halt Freak-Liebesdienst) auch wieder einen Modulator. Klar, gibt es, aber dann kann man gleich noch einen DVB-S->UKW-Modulator kaufen. Ich hoffe auf Altgeräte, die noch irgendwo herumliegen. Klassikradio hat ja nichtmal RDS auf Sat, insofern erübrigt sich auch eine dynamische RDS-Umsetzung. Nur PS und PI wäre gut.

von Chris_BLN - am 12.09.2015 22:29
Zitat
Chris_BLN
Der Normalbürger nutzt DVB nicht für Radio. Er kommt gar nicht auf die Idee, daß man damit Radio hören könnte. Und wenn, ists ihm zu aufwendig oder schlicht zu blöd, den TV dafür laufen zu lassen. Ein Anschluß an die Stereoanlage existiert fast nirgendwo. Ich kenne sowas nur von Radiofreaks oder durch-Radiofreaks-beratene Leute.


Verflixt, ich bin ein Freak :D . Aber es gibt sicherlich neben den Freaks doch einen haufen Leute, die ihre Surroundanlage mit dem TV/Receiver/Abspielgerät gekoppelt haben, was potentielle DVB-Radiohörer wären.

Übrigens hatte unser recht alter Universum Ferneher in den 80ern eine Funktion, die Bildröhre komplett auszuschalten und nur noch der Ton kam durch. Das war nicht dokumentiert und man kam nur an die Funktion heran, indem man (in meinem Fall zufällig) die Fernbedienung öffnete und einen Klebestreifen hinter einem unbeschrifteten Knopf entfernte. Naja, es war die Zeit der Radios während der Testbilder und später dann Radio via Satreceiver.

So, genug OT ;)

von CBS - am 12.09.2015 23:55
Zitat

Der Normalbürger nutzt DVB nicht für Radio. Er kommt gar nicht auf die Idee, daß man damit Radio hören könnte. Und wenn, ists ihm zu aufwendig oder schlicht zu blöd, den TV dafür laufen zu lassen. Ein Anschluß an die Stereoanlage existiert fast nirgendwo. Ich kenne sowas nur von Radiofreaks oder durch-Radiofreaks-beratene Leute.


Laut Funkanalyse Bayern hören 13,9% der Bevölkerung min. einmal die Woche Radio über Sat, also DVB-S. DVB-S kann etwa die Hälfte der Bevölkerung empfangen; wenn man jetzt davon ausgeht, dass DVB-S kein Freak-Empfangsweg ist, sondern von Normalos genauso genutzt wird wie etwa Kabel, ist zu erwarten, dass auch in der anderen Hälfte ca. 14% grundsätzlich bereit wären DVB für Radio zu nutzen (wenn sie über DVB fernsehen). Der Anteil an (potentiellen) Freaks und durch Freaks beratene Leute läge dann bei fast 30%. Irgendwie leben wir in einer ziemlich freakigen Gesellschaft.

von Zwölf - am 13.09.2015 01:01
Zitat
101,4
Oder einen FM-Transmitter an den Receiver hängen ;)

Ob man dann noch Klassikradio umsetzen würde? Wer nicht völlig blind ist, wird BR-Klassik entdecken. Aber auch da soll es Menschen geben die dies gebenüber einer ARD-Kulturwelle bervorzugen. Ebenso gibt es ja Menschen, die ein privates Hitradio... :bloed:
Zitat
Bolivar diGriz
Radio über DVB-S ginge bei mir nur im Wohnzimmer, für alle anderen Räume wäre das schlicht viel zu aufwändig. Das kann also nur mal gezielt eingesetzt werden, wenn ich sowieso gerade im Wohnzimmer bin. Und da kommt Radio über DVB-S erst ziemlich spät dran an der Interessensfolge, höchstens mal zum reinzappen, was es da so alles gibt.

Da mag für so manche Mietwohnung gelten wo man über eine eigene Balkonschüssel zuführt. Andererseits haben diese häufig in jedem Zimmer einen Kabelanschluß. Auch daran kann man bekanntlich einen DVB-C-Receiver nur für Radio anschließen. Die Kosten bleiben sehr überschaubar, ein Kneipenbesuch am Abend ist i. d. R. teuerer.
Nicht vergessen: DVB-S ist hingegen quasi als Standard in jedem Zimmer von EFH-Neubauten zu finden. Da ist der Receiver noch etwas billiger.

von Thomas (Metal) - am 13.09.2015 12:44
Ok, nochmal off-topic... ;)

Der Normal-User, wie ich ihn kenne und immer wieder erlebe, zeichnet sich durch folgendes aus:

- UKW läuft an ausgezogener Teleskopantenne oder baumelndem Draht, ein an die Kabelanlage angeschlossener UKW-Empfänger existiert nur selten, selbst solidere Geräte mit Antennenbuchse laufen an der beigefügten Wurfantenne

- Genutzt werden deshalb auf UKW schon nur die ortsüblichen Programme.

- DVB-C wird, obwohl im TV verfügbar und nichtmal versteckt ("Schweden", ...), aus Unkenntnis nicht genutzt, stattdessen analog-TV am Kabel.

- Es wird massiv SD geguckt, obwohl der 60 Zoll-Fernseher (!!!) HD kann und auch HD angeboten wird. Ganz übel bei Kabel Deutschland, meine Nachbarn tun sich die Klötzchen-Orgie auf 60 Zoll täglich an.

- Sortierte Programmlisten oder Favoritenlisten sind ein Fremdwort. Die Leute haben einen Zettel dortliegen und tippen dreistellige Nummern, um vom Ersten aufs Dritte zu schalten. Und nehmen dann - obwohls exakt der gleiche Aufwand wäre - SD statt HD. Auch auf 60 Zoll. Das betrifft DVB-C und -S. Bei S hat man dann oft die Programme noch besser beisammen.

- Neue Programme (u.a. auch die "neu" vor 2 Jahren hinzugekommenen HD-Versionen) sind unbekannt und deshalb ungenutzt.

- Es wird auf 40 Zoll und größer DVB-T geschaut mit "hübscher" Zimmerantenne und der Hinweis, daß mit Satellit (Einfamilienhaus, also durchaus möglich) das Bild um Lichtjahre besser wäre, wird radikal abgelehnt ("Das interessiert mich nicht!" "Das Bild ist doch gut!" "Also mir reichts...").

t.b.c.

Da kann man kaum erwarten, daß so jemand für Klassikradio von UKW terr. oder (immerhin!) UKW Kabel auf DVB-C umsteigt. Eher noch auf DAB, weil das der Verkäufer beworben hat und dann ists ja wieder so einfach wie UKW terrestrisch. Was nicht drahtlos kommt, existiert im Radio nicht.

Das ganze hat aus meiner Erfahrung auch nichts mit Alter oder Bildungsgrad zu tun, sondern schlicht mit Interesse oder Desinteresse und damit der (Un)bereitschaft, zu recherchieren und sich mit der Materie zu befassen.

von Chris_BLN - am 13.09.2015 12:47
Die Allgemeinheit bestimmt aber dank ihrer Mehrheit, wie es läuft. Man kann auf sie kaum verzichten, ohne sich selbst ins aus zu schießen mit dem Versuch, etwas neues einzuführen. Wären die Freaks am Bestimmen, hätten wir in den 90er Jahren vielleicht 4 DSR-Pakete gehabt. Und es gäbe heute DVB-taugliche Radios mit bildschirmfreier Bedienung. Und mindestens 4 DAB-Bedeckungen überall. Und...

Stattdessen ists so, daß, wenn analog-ZV im Kabel deutlich reduziert wird, die Leute aufschreien, Zeitungsartikel wegen der "unverschämten Vorgänge" geschrieben werden, Kündigungen beim Kabelnetzbetreiber eintreffen usw.

Damit müssen wir Freaks leben. Können wir ja auch irgendwie. ;)

von Chris_BLN - am 13.09.2015 13:01
Das sich tatsächlich Bewerber für den Flickenteppich der ausgeschriebenen Frequenzkette in HH/SH gefunden haben, wird wohl fast ausschließlich an der "attraktiven" 98.1 aus HH liegen. Hierüber erreicht man mit wenig Leistung eine große Anzahl an potentiellen Hörern. Und die Reichweite der 98.1 ist Dank des Heinrich-Herz Turmes, von wo ja gesendet wird, auch nicht wirklich schlecht. Stationär und mit etwas mehr Antennenaufwand ist die 98,1 genauso wie die 95,0 auch hier in Kiel noch zu vernehmen.

Aber alle anderen Frequenzen dieser Kette sind kaum der Rede wert mit Reichweiten von 10-20 KM, da die Sendeantennen fast durch die Bank weg recht tief hängen bzw. die Sendemasten relativ niedrig sind. Besonders negativ fällt die 97,2 Bungsberg auf. Im Grunde ein sehr exponierter Standort. Aber die 97,2 hat massive Einzüge gegen Nordwest, da hier bei geringsten Überreichweiten DR P3 noch sehr stark ist.

Und das die Regiocast Mafia sich beworben hat, ist doch nicht verwunderlich. Regiocast duldet keinerlei Konkurrenz. Man domeniert hier eh schon den privaten Radiomarkt. Wobei R.SH mehr ein Trauerspiel geworden ist, delta seit Jahren für eine Randgruppe vor sich hinfunkt und NORA im Grunde nur zum Blockieren von Frequenzen im Stande ist. Ab 18 Uhr wird da das Studio abgeschlossen .....
Aber wen wunderts, ist halt auch Regiocast. Alle 3 Programme kommen gar aus dem selben Funkhaus und R.SH hat sich in letzter Zeit ja auch bei den Moderatoren von NORA recht gut bedient.

Bin gespannt, wer den Zuschlag bekommen wird. Würde mich aber nicht im geringsten wundern, wenn es einer der Regiocast Buden werden wird..............

von Uncle_Sam - am 13.09.2015 22:06
Die Klassik Radio AG musste Ende vergangener Woche eine Gewinnwarnung herausgeben. "Insbesondere ausbleibende Werbeeinnahmen von Mediaagenturen bis zum 3. Quartal 2015 sowie reduzierte Prognosen für das ertragsstärkste 4. Quartal in diesem Bereich, führen zu einem deutlich reduzierten Deckungsbeitrag", heißt es in einer Mitteilung. Dazu kommen noch Kosten für die Neuausrichtung des Vertriebs, ohne dass daraus bereits positive Effekte spürbar wären sowie "Aufwendungen für den weiteren Ausbau der Digitalisierung sowie für die UKW-Sendernetzoptimierungen". Letztere soll ab kommendem Jahr die Kosten um 700.000 Euro jährlich senken. Für dieses Jahr erwartet man nun aber einen operativen Verlust (EBITDA) in Höhe von 850.000 Euro. Statt des prognostizierten leichten Umsatzanstiegs, erwartet das Unternehmen einen Rückgang von knapp 10 auf rund 9,5 Millionen Euro.


Quelle:
DWDL.de

von vossi68 - am 05.11.2015 22:14
Zitat
Chris4981
Also vielleicht sollte ich mir die Ohren putzen, aber ich finde nicht, dass Klassik Radio eine schlechte Klangqualität hat.


Dann putz mal. :D

http://we.tl/ZGjtmeSIwW

-> ein original-Satmitschnitt, 256 kbps MP2 und damit von der Übertragungsstrecke her deutlich besser als DAB. Ich habe daran nichts verändert. Da hört man, was für abscheulicher Müll aus dem Studio kommt. Dank Brachialkompression sind leise Stellen inkl. Rauschen bis an den Anschlag hochgezogen. Der Pegel moduliert dann das Rauschen und der Gesang ist völlig "zittrig". Wer Klassik so schändet, hat meiner Ansicht nach den völligen Ruin verdient. Ich finde es jedes mal wieder faszinierend, daß den Verantwortlichen dabei keinerlei Bedenken kommen. Das kann nur mit völliger Abwesenheit von Verständnis und Gefühl für Kultur erklärbar sein. Hier wird künstlerischer Ausdruck als akustische Sojapampe mißbraucht. Das Zerhackstückeln der ganzen Werke (was leider auch in den sogenannten ARD-"Kulturwellen" gerne getan wird, besonders bei NDR "Kultur"), tut das Übrige. Oder wie Moritz Eggert von der NMZ mal formulierte: "Musikvergewaltiger", "diese Flegel".

von Chris_BLN - am 06.11.2015 10:06
Zitat
zerobase now
Ebenso geht das Interesse an klassischer Musik wohl insgesamt zurück. Das könnte dann auch mit der demographischen Entwicklung zusammenhängen.


Vgl. auch http://tinyurl.com/pl6lgvy und die durchaus interessanten Gedanken hier: http://www.walcker-stiftung.de/Downloads/Blog/Ueberalterung_des_Klassikpublikums.pdf

Klassikradio sitzt ja auch in einer Nische: es ist definitiv kein Angebpt zum bewußten Zuhören, sondern ein Ramschladen, eine Kaufhausbeschallung, die nebenbei blubbern soll. Damit ist Klassikradio bei kulturell ernsthaft interessierten Menschen ohnehin ein no-go. Man konkurriert in der Masse der Nebenbeihörer mit den Pophörern, man degradiert Klassik zur U-Musik. Offenbar läuft das nicht (mehr?) allzu gut.

von Chris_BLN - am 06.11.2015 12:52
Zitat
Chris_BLN
Zitat
Chris4981
Also vielleicht sollte ich mir die Ohren putzen, aber ich finde nicht, dass Klassik Radio eine schlechte Klangqualität hat.


Dann putz mal. :D
(...)


Was ich noch auffälliger finde, ist der bei vielen Klassik-Radio-Moderatoren unfassbar schlechte Mikrofon-Sound. Mir ist nicht bekannt, ob dort mit Headset moderiert wird, bei dem manche das Mikro direkt vor den Lippen positionieren - oder ob man dort etwa das bei vielen (vor allem amerikanischen) Hitradios als Sprechermikro benutzte RE 20 einsetzt. Ich empfinde den Klang der Mikros für einen professionellen Sender als sehr unangenehm. Es ploppt, man hört jede "Mundbewegung" und jeden Lufthauch.

von RadioNORD - am 17.12.2015 05:02
Zitat
DH0GHU
Es klingt auch immer mal wieder leicht verzerrt. KR hat mit weitem Abstand den schlechtesten Klang, den ich je bei einem Klassiksender gehört habe.
Klassik lebt von Dynamik, von Reinheit des Klangs - beides wird von KR auf allen Ausspielwegen konsequent unterbunden. Es ist nicht mehr als eine Nebenherberieselung, die auch bei Nebengeräuschen noch hörbar bleibt. Damit ist KR vor allem fürs Auto noch akzeptabel.


Ob das z.B. die Taxifahrer genauso sehen, die Klassikradio hoeren und nicht eine der ARD Kulturwellen? Im Auto Klassik zu hoeren geht ohne Dynamikkompression oder AGC ueberhaupt nicht, es sei denn man sitzt in einem Fahrzeug der Oberklasse. Auf UKW geht das ausser in Sendernaehe auch damit nicht vernuenftig. Trotzdem bedarf es ausser einer Lautstaerkeanpassung bei Klassikradio natuerlich nicht noch eines Sounddesigns welches Klassikradio leider hat.

von Nordlicht2 - am 17.12.2015 09:07
Ich rede ja nicht von einer Lautstärkeanpassung, die leise Stellen weniger leise macht, sondern von dem aggressiven Klassikradio "Sounddesign", das alles gleich laut macht. Natürlich sind im Auto 60 dB Dynamik nicht mehr sinnvoll verwendbar, aber das rechtfertigt nicht diese Klangvergewaltigung.

Und: Heute sind Fahrzeuge der unteren Mittelklasse schon leiser als Oberklassefahrzeuge vor 25 Jahren...
Außerdem: Was bringts mir, wenn das Programm im Auto ok klingt, zuhause aber schei*e?

Ich habe selbst in meinem B-Corsa zwischen 1999 und 2008 regelmäßig Klassik gehört, damals meist bei SWR2.

von DH0GHU - am 17.12.2015 11:45
Klassik Radio plant schon in den kommenden Wochen die Abschaltung 15 weiterer UKW-Frequenzen in Schleswig-Holstein und Hessen:

http://www.satnews.de/mlesen.php?id=be853aede70d5b554144796f0e597408

Da es insgesamt eh nur 12 Frequenzen in Schleswig-Holstein und 5 Frequenzen in Hessen sind, bleiben in den beiden Bundesländern also nach der Abschaltung nur 2 Frequenzen on-air.

Frankfurt(Main) sehe ich weiterhin als gesetzt. Dann vielleicht noch Kiel oder Kassel.

Oder aber, man lässt die beiden UKW-Frequenzen weiter laufen, wo der Bundesmux noch nicht ausgebaut ist. Das wäre Sylt und Helgoland.

von Habakukk - am 20.10.2017 06:36
Zitat

Wenn man in Frankfurt Klassik hören will, hört man Bayern 4 auf 98,0 MHz

Egal wo man ist: wer Klassik hören will, der schaltet doch sowieso nicht bei Klassik Radio ein, sondern wählt ein ARD-Programm. Wobei er es auch da immer schwerer hat, ein geeignetes Programm zu finden - je nach Gegend. Zumindest, wenn der Hörer auf die Terrestrik angewiesen ist.

Zitat
sup
KR sagt : Überall, wo man UKW abgeschaltet hat, kauften die Hörer sofort DAB.
Es gab auch keinerlei Reichweitenverluste - steht da ja so drin.


Nein, da steht
Zitat

Kubak: "Unsere Hörer haben überall dort auf DAB+ umgestellt, wo wir UKW-Frequenzen zurückgegeben haben. In diesen Regionen haben wir nicht an Reichweiten verloren".

Dort steht nicht, wann die Hörer das getan haben, sondern nur, daß sie es getan haben.
Das kann also auch bereits vor der UKW-Abschaltung geschehen sein, so daß es irgendwann so wenige UKW-Hörer gab, daß der Betrieb einer Frequenz für die nur noch 3 Hörer ohne DAB-Radio unwirtschaftlich geworden ist.

von iro - am 20.10.2017 08:57
[Halb-OT]
Zitat
RheinMain701
Wenn man in Frankfurt Klassik hören will, hört man Bayern 4 auf 98,0 MHz. Klassik Radio ist dort wirklich verzichtbar.

Richtig ist, daß BR-Klassik offenbar eine relevante Anzahl an Hörern in Ffm hat. Sie treten z. B. beim sonntäglichen Rätsel immer wieder in Erscheinung.
Die 98,0 in Ffm? Freiweillig? Vielleicht sollte überlegt werden wie diese Hörer versorgt werden. Ich tippe da in der Masse eher auf UKW-Kabelradio und Satellit. Zu meiner Zeit in Ffm war die 98,0 gegenüber den anderen 25kW-Sendern vom Pfaffenberg doch eher eine blasse Erscheinung. So blaßt daß ich vor der Aufschaltung von SWF4 auf der 107,9 selbige praktisch immer gegenüber der 98,0 bevorzugt habe. Auch wäre zu fragen wie früher die Kabelzuführung ausgesehen hat. Bayern4 war bis Ende der 80er nur in Mono im Kabel. Ich vermute nicht daß die Umstellung von 500W vertikal auf 1kW horizontal den Empfang am Kabelkopf soweit verbessert hat daß man dann in Stereo umsetzen konnte. Dagegen nehme ich an daß man ab Frühjahr 1988 als der Kreuzberg in Betrieb genommen wurde die Zuführung entsprechend änderte.
Und jetzt und terrestrisch? ...kann man davon ausgehen daß man mit DAB den größten Mehrwert für BR-Klassik hat. Das wird auch da noch gehen wie eine 98,0/107,9 nicht mehr freiwillig eingeschaltet wird. Zum Jahresende ist dann für BR-Klassik UKW sowieso Geschichte. Klassik Radio ist ja dann auch bei DAB wieder dabei.

von Thomas (Metal) - am 20.10.2017 09:19
Zitat
RheinMain701
Interessant ist ja, dass man in Schleswig-Holstein flächendeckend abschalten will, obwohl es dort noch kein flächendeckendes DAB+ gibt. In einigen Ecken wird Klassik Radio dann gar nicht mehr empfangbar sein. Gerade in der Holsteinischen Schweiz (der Bungsberg funzelt ja bisher nur vor sich hin), auf Sylt und auf Helgoland wird dann demnächst Funkstille sein.

Der Bungsberg funzelt bei Klassik Radio aber auch auf UKW nur vor sich hin. Versuch mal die 97,2 in der Holsteinischen Schweiz zu empfangen, da ist meistens eher der Däne zu hören.

Wo steht denn, dass Schlwesig-Holstein flächendeckend abgeschaltet werden soll? Bisher war doch nur von 15 Frequenzen in Hessen und SHS die Rede, aber nicht konkret, welche. Alles andere war Spekulation!

von Habakukk - am 20.10.2017 12:10
Es ist von 15 Frequenzen die Rede. Klassik Radio hat 13 Frequenzen in S-H und derzeit noch 5 in Hessen.

Man hat angekündigt, dass man sich vorerst auf die Großstädte konzentrieren will. Im Sendegebiet gibt es davon vier: Frankfurt, Kassel, Kiel und Lübeck. Dass Kassel wegfallen wird, halte ich aber für fast schon garantiert, denn die 104,1 Kassel ist eine absolut grottige Frequenz, die schon im Stadtgebiet durch 104,2 Inselsberg geplättet wird. Die will Klassik Radio sicher nicht behalten und ich glaube, wenn Klassik Radio die Frequenz aufgibt, wird sie nicht neu ausgeschrieben (ähnlich wie ex-88,9 Kassel).

Bleibt dann die Frage, fällt Kiel weg oder Lübeck oder behält Klassik Radio beide und macht sich stattdessen in Hessen komplett vom Acker. Denn die 107,5 Frankfurt ist, wie bereits gesagt, nicht das Gelbe vom Ei, sie geht eigentlich nur im Stadtgebiet vernünftig.

Sollte Klassik Radio in Hessen verschwinden, würden 88,0 Gießen und 100,5 Wetzlar ganz sicher an Teddy gehen. Die 104,1 wird hoffentlich nicht neu ausgeschrieben (evtl. kann man sie ähnlich wie die 88,9 Kassel nach Hofgeismar umkoordinieren, dort gäbe es noch ganz viel Bedarf), die 104,9 Marburg, hmm schwierig, Bedarf hat dort eigentlich keiner, Teddy hat ja die ex-DLF-Frequenz 103,5 gewonnen.

In Schleswig-Holstein kann man die Kette nur als Ganzes ausschreiben und dann käme vielleicht endlich mal ein Jugendradio zum Zug, was es in S-H bisher noch nicht gibt. Da hatte man sich ja schon bei der letzten Ausschreibung erfolglos beworben, und die Kette dürfte auch ohne Kiel/Lübeck interessant genug sein. Dass man die Kette für Lokalfunk schlachtet wäre worst-case.

von RheinMain701 - am 20.10.2017 12:21
Zitat
Habakukk
Im Stadtgebiet von Frankfurt wohnen ja nur 730000 Leute, das angrenzende Offenbach mit 120000 EW, wo die 107,5 schon auch noch halbwegs brauchbar geht, mal nicht eingerechnet.


Die 107,5 geht auch noch in Hanau, hier ist am oberen Ende der UKW-Skala (zumindest in den Abendstunden ab 20:00 Uhr) 3x Klassik vorhanden: 107,9 BR Klassik, 107,7 DLF Kultur, 107,5 Klassik Radio :)

Wobei Klassik Radio im Grunde genommen Dudelfunk mit Werbeunterbrechungen ist.

WDR 3 auf 88,7 geht bei mir im Frankfurter Ostend nicht wirklich. Man kann es vielleicht erahnen und manchmal faded was rein, aber im Grunde ist da nichts zu hören auf der Frequenz 88,7. Gleiches gilt übrigens für SWR 2 auf 88,8 aus Heidelberg mit 100 Kw. Aber der kommt ja auch 92,0 bestens rein.

Richtung Osten wird der Empfang von WDR 3 besser, weil dann der Taunus nicht mehr im Weg steht.

Im Kabel ist WDR 3 auf 101,7 vorhanden, das Thema hatten wir hier schon einmal, ob hier am Ginnheimer Spargel die 88,7 empfangen und umgesetzt wird? Kann sein, auf Grund der Höhe. Spätestens im Taunus ist der WDR nämlich Ortssender...

BR Klassik auf 98,0 geht in Frankfurt vernünftig (ich kann hier für die Innenstadt und die östlichen Gebiete davon sprechen), so dass man es tatsächlich hören kann. Über DAB+ geht er natürlich noch besser.

Ansonsten ist in Hessen hr2 nicht zu verachten. Gehört mittlerweile, neben DLF Kultur, zu meinen Lieblings-Programmen. "Ganze Werke" am späten Vormittag und frühen Nachmittag (nicht nur "Häppchen" wir bei Klassik Radio und NDR Kultur), angenehme Mischung aus Weltmusik, Jazz und Klassik am Morgen und am späten Nachmittag, Weltmusik zwischen 19:00 und 20:00 Uhr und die redaktionell einmalige Sendung der Tag von 18:00 bis 19:00 Uhr. Da braucht man eigentlich kein Klassik Radio mit seinen Werbeeinblendungen....

von Klaus Wegener - am 20.10.2017 13:32
Zitat
Thomas (Metal)
[Halb-OT]
Richtig ist, daß BR-Klassik offenbar eine relevante Anzahl an Hörern in Ffm hat. Sie treten z. B. beim sonntäglichen Rätsel immer wieder in Erscheinung.
...

Und jetzt und terrestrisch? ...kann man davon ausgehen daß man mit DAB den größten Mehrwert für BR-Klassik hat.


Mir ist aus dem entfernteren Radio-Bekanntenkreis der Fall eines Großvaters bekannt, der einst Regionalgebietsleiter eines Mikrofonherstellers in Ffm war und bei dem wohl heute noch in Frankfurt private "Wohnzimmerkonzerte" stattfinden mit einstigen Mitgliedern einer Philharmonie. Der Enkel hatte dort vor etwa 2 Jahren einen DAB-Empfänger zu installieren, der auf einen Studer-Receiver gestellt wurde und dem Empfang von BR Klassik dienen sollte. Das funktionierte auch gut.

von Chris_BLN - am 20.10.2017 21:59
Zitat
RheinMain701
Dass Kassel wegfallen wird, halte ich aber für fast schon garantiert, denn die 104,1 Kassel ist eine absolut grottige Frequenz, die schon im Stadtgebiet durch 104,2 Inselsberg geplättet wird. Die will Klassik Radio sicher nicht behalten und ich glaube, wenn Klassik Radio die Frequenz aufgibt, wird sie nicht neu ausgeschrieben (ähnlich wie ex-88,9 Kassel).

Die 104,1 wird hoffentlich nicht neu ausgeschrieben (evtl. kann man sie ähnlich wie die 88,9 Kassel nach Hofgeismar umkoordinieren, dort gäbe es noch ganz viel Bedarf)
Da scheint sich ja jemand gut aus zu kennen in der Region. In der Stadt Kassel ist es tatsächlich genau umgekehrt. Da bekommt die Landeswelle vom Inselsberg keinen Stich und ist praktisch nicht hörbar. Auch kann die Frequenz 88,9 MHz nicht nach Hofgeismar verlegt werden weil dort bereits die 88,8 MHz für Radio Bob im Einsatz ist. Genauso schwierig dürfte es um die Frequenz 104,1 MHz in Hofgeismar bestellt sein da diese auch vom WDR-Sender Olsberg genutzt wird.

von B.Zwo - am 25.10.2017 20:31
Zitat
DH0GHU
So schnell geht das nicht. KR hat ja vermutlich laufende Verträge mit den Sendebetreibern, und auch die rundfunkrechtliche Rückgabe muss ja erstmal verwaltungstechnisch abgeschlossen werden. Wenn die Verträge nicht vor Stichtag X beendet werden können, ist es absolut sinnlos, vor diesem Stichtag abzuschalten, man müßte ja weiter zahlen, auch wenn man nicht sendet.

Naja, diese 15 Frequenzen wurden bisher vermutlich von der Media Broadcast betrieben, die sich aber ohnehin von UKW trennen wird.

Denkbar wäre also, dass Klassik Radio für besagte Frequenzen keine Neuverträge mit alternativen Sendernetzbetreibern abgeschlossen hat. Dann würden die Dinger mit Auslaufen des bisherigen Media Broadcast-Vertrags einfach ausgeknipst. Das kann durchaus zum Jahresende der Fall sein.

In dem Zusammenhang wurde auch der 31.3.2018 als Stichtag genannt, bis zu dem auslaufende Verträge maximal verlängert werden können. Danach müssen Programmanbieter definitiv einen Vertrag mit einem alternativen Sendernetzbetreiber haben, um weiter senden zu können.

von Habakukk - am 03.11.2017 09:18
Zitat
Habakukk
Zitat
DH0GHU
So schnell geht das nicht. KR hat ja vermutlich laufende Verträge mit den Sendebetreibern, und auch die rundfunkrechtliche Rückgabe muss ja erstmal verwaltungstechnisch abgeschlossen werden. Wenn die Verträge nicht vor Stichtag X beendet werden können, ist es absolut sinnlos, vor diesem Stichtag abzuschalten, man müßte ja weiter zahlen, auch wenn man nicht sendet.

Naja, diese 15 Frequenzen wurden bisher vermutlich von der Media Broadcast betrieben, die sich aber ohnehin von UKW trennen wird.

Denkbar wäre also, dass Klassik Radio für besagte Frequenzen keine Neuverträge mit alternativen Sendernetzbetreibern abgeschlossen hat. Dann würden die Dinger mit Auslaufen des bisherigen Media Broadcast-Vertrags einfach ausgeknipst. Das kann durchaus zum Jahresende der Fall sein.

In dem Zusammenhang wurde auch der 31.3.2018 als Stichtag genannt, bis zu dem auslaufende Verträge maximal verlängert werden können. Danach müssen Programmanbieter definitiv einen Vertrag mit einem alternativen Sendernetzbetreiber haben, um weiter senden zu können.

Klingt ein Stück weit wie mit der 98,7 am Feldberg. Dort ging es dann auch ganz schnell und vor einem angenommenen Stichtag, wobei diese Frequenz ohne Frage ein Filetstück war und ist.

von Thomas (Metal) - am 03.11.2017 10:29
Die Jahresbilanz 2016 sieht nicht sonderlich "pleite" aus. 2015 haben die noch Verluste gemacht, 2016 ist der Umsatz um fast 30% höher gewesen, und der Gewinn war recht deutlich.
Auffällig ist, dass dabei die Aufwände für die Sendeverbreitung 2016 um mehr als 500.000 € niedriger waren als 2015. Wohl eine Folge des UKW-Teil-Ausstiegs?

Kann man alles beim Bundesanzeiger nachlesen (Veröffentlichungsdatum 20.07.2017).

Man beachte dabei, dass die Anmerkungen zur Bedeutung von DAB+ und UKW beim Risikomanagementteil des Berichts seit Jahren unverändert und damit möglicherweise nicht mehr so richtig aktuell sind ;)

von DH0GHU - am 06.11.2017 19:26
Ich möchte damit eigentlich nur sagen, dass eine schlechte Frequenz in einer Großstadt immer noch mehr Leute erreicht als eine gute Frequenz in einer Kleinstadt oder in der Pampa.

Deshalb überrascht mich die Abschaltung in Frankfurt jetzt mehr als es z.B. bei Kiel oder Lübeck der Fall ist/gewesen wäre (noch wissen wir da ja nichts genaues).

Das ist insofern bemerkenswert, weil es das in der Dimension noch nicht gab.

Entweder ist da wirklich jemand total von DAB+ überzeugt, oder man muss tatsächlich enorm auf die Kostenbremse drücken.

Auch die UKW-Abschaltung von sunshine live im Rhein-Neckar-Raum ist damit nicht vergleichbar, weil hier die Veranstalter des Lokalradios ein Programmformat durch ein anderes ersetzt haben, aber nicht sunshine live selber (als bundesweites Spartenprogramm) diese Frequenzen aufgegeben hat.

von Habakukk - am 07.11.2017 16:19
Ganz Deiner Meinung. Nur gibt es für die Notwendigkeit einer Kostenbremse nicht wirklich einen sichtbaren Grund, zumindest nicht bis zur Bilanzierung des 1. Halbjahrs.
Auch reichweiten.de zeigt in der Trendentwicklung keine Auffälligkeiten.

"Total von DAB+ überzeugt" muß dabei nicht sein. Total von digital überzeugt. KR hat gerade auch ein On-Demand-Angebot zusammen mit Sony aufgebaut. Dazu die digitalen Ausspielwege von Hauptprogramm und Web-Zusatzprogrammen - am Ende wird UKW halt aufgrund der sehr hohen Verbreitungskosten unattraktiv.

KR zeigt allerdings auch, dass Verbreitungskosten bei bundesweiten Sparten-Anbietern nicht das Hauptproblem sein können: Die liegen bei ca. 20% des Umsatzes.

von DH0GHU - am 07.11.2017 16:33
Zitat
Nordi
An der Börse zählt nur der kurzfristige Gewinn und extremer Kostendruck.


Bei vielen börsennotierten Unternehmen ist das leider so, aber längst nicht bei allen.

Besonders wenn ein einzelner Eigentümer oder eine Eigentümer-Familie Mehrheitsaktionär ist, haben diese oft auch die längerfristige Geschäftsentwicklung im Blick. Bei Klassik-Radio hält laut Wikipedia Allein-Vorstand Ulrich Kubak 68,75% der Aktien. Ich weiß nun nicht, wie Herr Kubak in dieser Hinsicht so tickt, aber es ist schon im Bereich des Möglichen, dass er über die Quartalsergebnisse hinaus blickt.

von Funkohr - am 07.11.2017 20:46
http://www.lpr-hessen.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/einzelansicht/news/ergebnisse-der-18-sitzung-der-versammlung-der-lpr-hessen-in-der-8-amtsperiode-am-18-dezember-2017/

Zitat
LPR
Ausschreibung freier UKW-Frequenzen zu Jahresbeginn beschlossen
Änderung der UKW-Frequenzsatzung ermöglicht Einzelausschreibung

Anfang 2018 startet erneut ein Ausschreibungs- und Vergabeverfahren mit insgesamt 8 UKW-Frequenzen in Hessen. Dies beschloss die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) in ihrer Sitzung am 18. Dezember in Kassel.

Da Klassik Radio sein Programm künftig in Hessen nur noch digital verbreiten wird, können die bislang genutzten UKW-Frequenzen in Frankfurt, Gießen, Kassel, Marburg und Wetzlar an andere Hörfunkveranstalter vergeben werden. Zu diesen 5 freien Frequenzen kommen drei UKW-Frequenzen in Darmstadt, Frankfurt und Friedberg hinzu, die ursprünglich vom Deutschlandradio genutzt und der LPR Hessen zur Vergabe an private Radioveranstalter zugeordnet wurden.

Um möglichst viele Bewerber berücksichtigen zu können, hat sich die Versammlung für eine Einzelausschreibung der Frequenzen ausgesprochen und die dazu notwendige Änderung der Frequenzsatzung-UKW der LPR Hessen beschlossen.

Die Versammlung diskutierte in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Situation um die Veräußerung der UKW-Infrastruktur, die auch die zur Ausschreibung vorgesehenen Frequenzstandorte betrifft. Sie appelliert insoweit an die verantwortlichen Veräußerer und Erwerber, im Interesse einer vielfältigen Hörfunklandschaft in Hessen dafür Sorge zu tragen, dass eine Inbetriebnahme und Nutzung der ausgeschriebenen Frequenzen durch den Veräußerungsprozess nicht gefährdet wird.

Die Frequenzen werden voraussichtlich zu Jahresbeginn 2018 mit einer Frist von mindestens 4 Wochen ausgeschrieben. Ab diesem Zeitpunkt können Zulassungs- und Zuweisungsanträge gestellt werden. Bewerben können sich Anbieter bundesweit veranstalteter Hörfunkprogramme.


von Habakukk - am 19.12.2017 10:20
Wäre es da nicht naheliegender gewesen, statt der 100,8 Schleswig die 93,9 Guby abzuschalten ?
Denn die Reichweite der 100,8 war doch aufgrund der höheren Antennenposition auf dem FMT deutlich besser als die der Glühfunzel 93,9 Guby, wo die Antenne ja aufgrund des kleinen Türmchens ja deutlich tiefer ist.

Schleswig sollte damit so gerade eben noch funktionieren. Aber das sind ja auch nur ein paar Kilometer. D-Radio Kultur vom gleichem Standort hat ja auch nur eine recht geringe Reichweite. Wenn ich mich da recht erinnere, schwächeln die Frequenzen aus Guby in der anderen Richtung schon vor Eckernförde doch erheblich, was sicherlich der geringen Antennenhöhe geschuldet ist.

von Uncle_Sam - am 19.02.2018 20:04
Ja, Radio Bob aus Schleswig geht erstaunlicherweise recht weit. Das RDS System im Autoradio hatte am Sonntag auf der Fahrt von Kiel nach Schönberg mehrfach auf die 92,4 gewechselt, als das Signal aus Kiel schon schwächelte.

Klassik Radio aus Kiel auf der 97,4 hat eher eine bescheidene Reichweite. Genauso wie auch die 104,7 von Deutschlandradio Kultur. Das dürfte auch den deutlich tieferen Antennenstandorten gegenüber den anderen UKW Frequenzen vom FMT Kiel geschuldet sein. Wobei anzumerken ist, das nach der Sanierung des FMT vor knapp 2 Jahren auch diese Antennen sich nicht mehr direkt unterhalb der Turmspitze befinden und ein ganzes Stück nach unten gewandert sind.

von Uncle_Sam - am 21.02.2018 23:05
Ich denke, über Sat und DAB+ hat sich nichts geändert, zumindest DAB+ klang so wie immer. Auch UKW klingt üblicherweise nicht schlechter als DAB+.

Ich glaube aber nicht, dass das, was du über Sat oder auch DAB+ hörst, auch nur ansatzweise das beschreibt, was heute morgen über UKW lief (offenbar nicht nur in Bayern sondern auch in Hamburg), evtl. auch jetzt noch.

Telefonqualität trifft's ganz gut! Dagegen war selbst AFN zu schlimmsten Zeiten noch Hifi. Da wäre tatsächlich noch eine Zuführung der UKW-Sender via DAB+ besser gewesen!

Das scheint mir tatsächlich eine Art Havarie-Zuführung zu sein. Aber auf dem Niveau?

von Habakukk - am 16.04.2018 09:56
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