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Roadstar Vintage Line - wie gut sind die Geräte?

Startbeitrag von Klaus Wegener am 14.09.2015 06:46

Ich bin am Wochenende auf die Roadstar Vintage Line gestoßen.

Einige Geräte finde ich durchaus interessant, z.B. diesen klassischen Empfänger, vom Aussehen wie ein Röhrenradio aus den 50er Jahren, mit UKW, MW und 2 Kurzwellenbändern.

Ich frage mich, ob es die Investition lohnt? Wie gut oder schlecht ist der Empfang, die Trennschärfe und der Klang? Wie ist die Verarbeitung? Das Gerät wiegt 8 kg, das ist ja schon einiges und früher klangen solche Geräte ja wirklich gut und hatten durchaus auch gute Empfangseigenschaften. Können diese Retro-Geräte da mithalten?

Interessant ist auch dieses Gerät, mit DAB+, Bluetooth, und - dann kann man wenigstens mal wieder seine alten Schallplatten und Kassettenmitschnitte hören - Plattenspieler und Kassetten"deck". Allerdings wird es hierzu wohl noch keine Erfahrungsberichte geben, da das Gerät erst jetzt auf der IFA 2015 vorgestellt wurde.

Da mir Roadstar jedoch bislang kein Begriff war, würde ich mich freuen, hier Meinungen zu lesen, was man davon hält...

Antworten:

Das ist billigster Chinaschrott, zum Teil garniert mit einer Vollplastikplattenfräse und einem billigen Autoradiolaufwerk (nur vorspulen, extrem unsauberer Wickel)
Wenn du die Platten oder Kassetten ein letztes mal hören möchtest, bevor du sie entsorgst OK, ansonsten Finger weg!

von Marc_RE - am 14.09.2015 06:57
Roadstar ist ein absoluter Billiganbieter. "Hersteller" kann man nicht sagen weil die nur Fernost Billigware mit ihrem Namen versehen. Roadstar gibt es oftmals in Supermärkten in der Elektroabteilung zwischen den ur-alt DVDs und den Musik CDs für 3 Euro. :rolleyes:

Das Gerät mit DAB+ und Bluetooth gibt es in exakt der selben Form schon von anderen "Herstellern" (Dual, AEG...) nur halt bisher ohne DAB+. Ansonst sind sie identisch. Der Plattenspieler hat einen Piezoabnehmer der mit einem so hohen Auflagegewicht gefahren werden muss das ich da garantiert keine meiner Schallplatten drunter legen würde. Diese Teile sind nämlich als Plattenkiller bekannt. Bei dem Kassettenteil ist es das gleiche. Das allerbilligste vom billigen. Die Lautsprecher sind auch ein schlechter Witz. Da sind solche Tröten verbaut wie sie in billigen Kofferradios eingebaut werden. Wenn das neue Gerät DAB+ verbaut hat könnte wenigstens der Radioempfang halbwegs brauchbar sein da dort sicherlich ein Fix & Fertig Modul von FS rein kommt. Allerdings sollte man darauf achten das eine richtige Antenne anschließbar ist. Normalerweise kuckt nämlich nur eine kurze Wurfantenne aus dem Gerät.

Fazit: Das ist alles nur ganz billiger Klumb in einem schönen Gehäuse. Diese Retrokisten haben bis auf das Aussehen gar nichts mit den alten Radios gemeinsam.

von Spacelab - am 14.09.2015 07:16
Wobei es diese Tonabnehmer in verschiedenen Ausführungen gibt. Einmal mit Vollplastiknadel, und einmal mit einer "normalen" Nadel mit Aluröhrchen und auf Wunsch sogar Diamantspitze.
In den Chinadingern sind aber die Plastikversionen verbaut.


von Marc_RE - am 14.09.2015 08:51
Wobei die Diamantspitze bei einer Auflagekraft von 4,5g und höher auch nichts bringt. Ganz im Gegenteil.

von Spacelab - am 14.09.2015 08:56
Plastiknadel?!? :eek:

Ich kenne so billigst-Plattenspieler mit Keramik-Tonabnehmern noch aus den 80'ern von den ganzen billig-Stereoanlagen (Schneider Powerpack und so...). Damals waren aber wenigstens noch Glasnadeln verbaut. Aber wie man sieht: Es geht immer noch billiger.

von Loger - am 14.09.2015 14:21
Und genau durch solche Geräte kommen solche Ausagen wie "Platten und Kassetten klingen schlecht" zustande...

von WiehengeBIERge - am 14.09.2015 15:47
Aus Glas waren Nadeln nie.
Die Spitze ist aus Saphir; Rubin oder Diamant, zumindestens für Vinylschallplatten.
Nur der Cantilever, der Teil an dem die Spitze befestigt ist, kann aus unterschiedlichen Materialien sein.
Gebräuchlich ist ein dünnes Aluminiumröhrchen, schon um die bewegte Masse gering zu halten.

Gebaut wird dieser Tonabnehmer von Chuo Denshi in Japan. Zu bekommen ist er mit 2 verschiedenen Nadeln, Alucantilever oder der besagte billige aus Kunststoff, der in den Chinadingern drinsitzt.
Dicker als das Aluröhrchen, an der Aufhängung dünner und somit schneller beschädigt. Desweiteren gibt es komplette Nachbauten des Tonabnehmers aus China und Nachbaunadeln.

Ab Werk ist meistens die billige Plastikversion verbaut, zumindestens bei diesen ganzen Retroplattenspielern. Die Version mit Alucantilever war z.B. im Vestax Handytrax verbaut. Auf den ersten Blick auch ein Plastikplattenspieler, nur mit höherem Preis und nicht aus China. Auf den zweiten Blick ist er aber besser verarbeitet und kann mit Batterien oder Akkus betrieben werden. Das Drehmoment ist auch höher. Ob das den höheren Preis gerechtfertigt hat, muß jeder selbst entscheiden. Mit einem Chinaplayer geht das auf jeden Fall nicht: https://www.youtube.com/watch?v=AIwN3qFA8Wk
Leider ist Vestax pleite, die Preise für die letzten Handytrax steigen gerade
massiv.
Das Gerät ist kein Ersatz für einen hochwertigen Plattenspieler, als das war er vom Hersteller nie gedacht. Gedacht war er eher zum reinhören auf Flohmärkten.
Ich möchte zuhause nicht auf meinen Technics verzichten, für unterwegs ist der Vestax aber ein schönes Spielzeug.

Hier mal 3 verschiedene Nadeln für diesen Tonabnehmer. Die Aluversion aus meinem Handytrax, die Kunststoffversion und eine Nachbaunadel (Pfanstiehl) für Schellackplatten.
[attachment 5850 CZ800Nadeln.jpg]
Übrigens ein weiterer Punkt. Viele dieser Geräte haben 78UpM, es wird aber verschwiegen das die Nadeln für Schellackplatten viel zu dünn sind. Die Nadel schaukelt in der Rille hin und her und kratzt den Dreck vom Rillenboden. Die Information aus der Rillenflanke bekommt sie nur nebenbei mit.

von Marc_RE - am 14.09.2015 22:08
Danke erst erst einmal für alle Antworten! Dann bin ich ja gewarnt. Hätte es nicht als "so schlimm" erwartet, aber scheint wohl schlimmer als schlimm zu sein... ;-)

Noch eine kurze Frage hinterher (bin gerade auf dem "Nostalgie" Trip ;-) )

http://www.robertsradio.de/index.php/produkte/neuheiten/istream2-neuheiten.html

Retro-Kofferradio im 50er Jahre Look mit DAB+, UKW und WiFi (Internet), mit Kunstlederüberzug. Kostenpunkt 349 Euro, Verarbeitung scheint, laut den Rezensionen die ich gefunden habe, hochwertig zu sein.

Wie ist hierzu Eure Meinung? Kann man sich das gönnen? Oder auch nur "feine Hülle" mit China-Innenleben?

von Klaus Wegener - am 15.09.2015 06:44
Bei Roberts kannst du, was die Qualität betrifft, beruhigt zugreifen. Lediglich deren Preise sind echt nicht von dieser Welt. :rolleyes:

von Spacelab - am 15.09.2015 06:50
Zwischendurch tauchen da aber immer wieder mal günstige Angebote auf. So gab es das Roberts Expression mal für 50,- bei ebay, statt damals üblichen 180,- und heute 200,-
Das Innenleben stammt da auch aus China, nur ist die Verarbeitung deutlich besser als bei den üblichen Chinageräten. Ob man bereit ist, so einen hohen preis für ein schönes Gehäuse zu zahlen, ist eine andere Frage.
Bei britischen Produkten kann es sich immer lohnen, auf die Royal Warrants zu achten, dahinter steckt i.d.r. Qualitätsware. Roberts ist zweifacher Hoflieferant. Die Queen und Prinz Charles hören mit Roberts.

von Marc_RE - am 15.09.2015 10:24
Im Prinzip steckt in jedem Kofferradio China Material. Ein Empfangsmodul von Frontier Silicon, ein Verstärker IC von Texas Instruments oder ST Microelectronics und ein oder zwei Lautsprecher billiger bis mittelprächtiger Machart. Die Kunst ist es, und da kommen auch die Qualitätsunterschiede her, das alles möglichst sauber und effektiv zu verarbeiten. Also zum Lautsprecher passendes Gehäuse, die Antennenleitung nicht über alle Störquellen ziehen die vorhanden sind und so weiter. Und dann natürlich das Gehäuse. Fasst es sich gut an oder knarrt es schon wenn man es nur schief anschaut. Ist es sauber verarbeitet mit guten Materialien oder Fernost billigst Plastik. Für was er wie viel Geld ausgibt muss da jeder für sich entscheiden.

von Spacelab - am 15.09.2015 11:12
Roberts ist auch nicht besser als andere Geräte. Mein Roberts Vintage hat ein GyroSignal-Modul mit den bekannten Schwächen und hängt sich regelmäßig auf. Seiten aus dünnem Plastik, Display extrem kratzempfindlich. UVP 179,-…ja, Royal blabla approved.

von Japhi - am 15.09.2015 11:26
Die verbauen echt den Gyros Mist? Das wäre für mich ein NoGo.

von Spacelab - am 15.09.2015 11:35
Teilweise. Aber auch Frontier Silicon (überwiegend).

von Japhi - am 15.09.2015 11:44
Zitat
Spacelab
Die verbauen echt den Gyros Mist? Das wäre für mich ein NoGo.


Ich habe mal irgendwo gelesen daß die Roberts-Geräte von Sangean in Korea gebaut werden. Sangean ist ja schon seit Jahrzehnten ein traditioneller OEM-Hersteller, bevor diese Firma in Europa einen eigenen Vertrieb gegründet hatte gabs die Geräte hier z.B. auch unter dem Markennamen "Siemens". :)

Der Roberts RecordR ist wohl auch weitgehend baugleich mit meinem Sangean DPR-17, einen Empfänger mit Aufnahmefunktion und Gyrosignal-Modul. Gibt es von FS Module welche auf SD-Karte aufzeichnen können? Meines Wissens nicht. Am Roberts Solardab 2 sind die gleichen Bedienknöpfe verbaut wie am Sangean DPR-99 oder DPR-25.

von Loger - am 15.09.2015 12:04
Die Geräte im Kunststoffgehäuse stammen von Sangean, zumindestens lt. Wikipedia. Die im Kunstleder oder Holzgehäuse wohl von Roberts selbst, wobei die Teile ja auch aus China kommen.

von Marc_RE - am 15.09.2015 12:50
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