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Intelsat wird von russischem Spionagesatellit ausgehorcht

Startbeitrag von zerobase now am 20.10.2015 09:49

Seltsame Dinge passieren derzeit im All. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber bestimmt nichts Gutes. Das ist schon ganz schön dreist und hat eine neue Qualität.

http://www.welt.de/wirtschaft/article147762770/Russischer-Armeesatellit-fliegt-mysterioese-Manoever.html

Antworten:

>> Das ist schon ganz schön dreist und hat eine neue Qualität.

Ist nichts Neues. Was mit darstellbarem Aufwand abgehört werden
kann wurde schon immer abgehört. Die ehemaligen
Supermächte sind dabei auf gleicher Höhe der Dreistigkeit...

von appelsientje - am 20.10.2015 10:14
Ich verstehe nicht ganz, wozu der Aufwand zum Abhören betrieben wird. Ein Sat ist doch nur eine Relaisstation. Warum nicht einfach den Downlink irdisch abhören?

Man könnte aber evtl. den korrekten Up-Link-Stream von was auch immer sicherlich abgreifen und dann verändert über den Kapersat wieder abstrahlen, so dass es dem Empfänger zumindest nicht sofort ersichtlich auffällt.

Zu guter letzt ist dies ein weiterer Pluspunkt für Nutzung der Terrestrik mit Zuführung ohne Sat.

von CBS - am 20.10.2015 10:48
Welt == Springer Verlag == Bild

von Bruder_M - am 20.10.2015 11:14
Hinter dem Gorizont gehts weiter...

In dem Artikel steht, dass zu den Intelsatmietern Disney und Fox gehören. Vermutlich wollen die Russen die Sendungen überlagern, statt Mickymaus gibt es dann nur noch "Nu, Pogodi!"

von Bolivar diGriz - am 20.10.2015 11:51
Zitat
Bruder_M
Welt == Springer Verlag == Bild


Das hat seinen Niederschlag aber auch auf objektiven Seiten gefunden:

http://space.skyrocket.de/doc_sdat/olimp-k.htm

Unter den Satellitenprojekten, mit denen ich beruflich zu tun hatte, war auch mal eins mit russischem Tarnnnamen, das eigentlich nur auf diesen Sat hier passen konnte.
Bei so einem Unfug, den die da jetzt damit veranstalten, kann man ja nur zu Edward Snowden mutieren. :angry: ;-)

von Saarländer (aus Elm) - am 20.10.2015 12:53
Die Welt == Springer Verlag + Stefan Aust (ex-Spiegel) == Spiegel-Bild :D

von iro - am 20.10.2015 13:23
Wer nach den entsprechenden Leaks heute noch glaubt, irgend etwas würde nicht abgehört, datengrsammelt, profiliert und ausgewertet, dem ist nicht mehr zu helfen. Staatliche Stellen tun es, private Unternehmen tun es. Dabei herrscht offenbar das Motto "Jeder gegen jeden" und Freund und Feind geraten gleichermaßen ins Visier.

von Alqaszar - am 20.10.2015 14:15
Es ist halt ein Irrglaube, anzunehmen, Rußland wäre in irgendeinem Punkt besser als die USA. Nein, sie können nur mangels Kraft nicht ganz so schlimm sein, und ich glaube, wären sie befähigt dazu, wären sie um ein Vielfaches schlimmer als die Amerikaner.

von DH0GHU - am 22.10.2015 07:03
Die Russen lassen sich im Gegensatz zu den Amerikanern nicht erwischen und scheinen zielgerichteter vorzugehen. Ansonsten mache ich da keinen Unterschied.

Aber auf den Satelliten ist doch eh nichts mehr los. In den Seekabeln durch unseren Ozeanen da geht die Post ab. Und da heißt es auch "Ozapft is... :cheers:"

von raeuberhotzenplotz1 - am 22.10.2015 10:41
Gerade im militärischen Bereich dürfte Satcom immens wichtig sein. Mobile Einheiten, z.B. Schiffe, haben häufig keinen Festnetzanschluß ;-)

von DH0GHU - am 22.10.2015 10:54
Möglicherweise geht es auch um die Fernwirksignale. Damit könnte man den Satelliten kapern oder abschalten.

von Marc_RE - am 22.10.2015 10:58
Allein, dass man so dreist ist, und einfach mal ohne Absprache seine Satelliten irgendwo einparkt, wo schon jemand anders seinen Slot hat, ist das auffällige an dieser Aktion.
Wie nennt man das denn nun. Verkehrsrowdytum im Weltall?
Oder Hausfriedensbruch?, Nee, Landfriedensbruch?, Na, wohl eher Raumfriedensbruch. ;-)

von Saarländer (aus Elm) - am 22.10.2015 11:38
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Allein, dass man so dreist ist, und einfach mal ohne Absprache seine Satelliten irgendwo einparkt, wo schon jemand anders seinen Slot hat, ist das auffällige an dieser Aktion.
Wie nennt man das denn nun. Verkehrsrowdytum im Weltall?
Oder Hausfriedensbruch?, Nee, Landfriedensbruch?, Na, wohl eher Raumfriedensbruch. ;-)


Das ist der eigentliche Sinn von Spionage Satelliten. Oder stehen die Orbitpositionen der amerikanischen bei Lyngsat und nur die Russen spionieren heimlich? :motz:

von Nordlicht2 - am 22.10.2015 14:27
Der Geostationäre Orbit war in dieser Hinsicht bislang wenig davon betroffen und ist auch über das, was bei Lyngsat steht, hinaus noch sehr übersichtlich, im Gegensatz zu LEO und MEO Umlaufbahnen. Da fällt so eine Aktion halt sofort auf.
Gerade weil es bei Kollisionen dazu kommt, dass eine ganze Satellitenposition dauerhaft unbrauchbar wird, und sich die Trümmerteile dann auch noch verteilen können, ist der Protest berechtigt.
Wenn wie in der Vergangenheit schon geschehen ein Satellit außer Kontrolle gerät und zu driften anfängt, kann man bei einigen 100 km Abstand noch reagieren, aber bei 5 - 10 km könnte das schon knapp werden, bis alle Betroffenen verständigt wären.
Außerdem wird ein Satellit bei der Positionskorrektur sich immer in einem Fenster bewegen, das schon 75 bis 100 km groß sein darf. Da ist unabgesprochenes Herumnavigieren schon ein gefährliches Spiel, Spionage hin- oder her.

von Saarländer (aus Elm) - am 22.10.2015 15:02
Werden da nicht ohnehin alle sicherheitsrelevanten Daten mit einer starken Verschlüsselung versehen über die Satellitenstrecke übertragen?
Was oder wem nutzt dann bitte das Abhören?
Oder wollen "die Russen" da Steuersignale des Sat abfangen u. den Intelsat selber sanft ausgeschalten können im Verteidungsfall?

von Winnie2 - am 22.10.2015 16:37
also an deren Stelle würde ich auch mal schauen, was so alles auf dieser Position angedient wird und woher die Signale kommen. Auch das Beobachten des Empfangs- und Sendespektrums wird sehr aufschlussreich sein ;)

von Frankfurt - am 22.10.2015 17:29
Wer weiss, vielleicht werden ja auch Militaerdronen ueber Satelliten ferngesteuert, die so harmlose Namen wie 'TV Satellit xy' haben. Datenstream ist Datenstream.

von Nordlicht2 - am 22.10.2015 17:40
Wenn da was militärisches drüberläuft wird das entsprechend verschlüsselt sein. Und da das alles auch irgendwo wieder runter muß kann man es deutlich einfacher, sicherer und günstiger hier empfangen. Daher ja meine Vermutung, daß es um die Fernwirksignale geht. Die gehen von Intelsat rauf und werden oben verarbeitet und gehen nicht wieder runter. Die muß man irgendwo unterwegs abgreifen.

von Marc_RE - am 23.10.2015 06:15
Och, es reicht doch schon, die Kommunikation zu stören. 10 km neben dem Satelliten ein kleiner Breitbandsender ist vermutlich recht wirkungsvoll. Aus größerer Entfernung braucht man schon etwas viel Leistung, wenn man nicht genau in der Hauptempfangsrichtung liegt...

Stellt euch vor, keine Drohne kann mehr gesteuert oder empfangen werden. Oder: ASTRA fällt mal ne Woche aus... WOW.

von DH0GHU - am 23.10.2015 07:17
Zitat
DH0GHU
Och, es reicht doch schon, die Kommunikation zu stören. 10 km neben dem Satelliten ein kleiner Breitbandsender ist vermutlich recht wirkungsvoll. Aus größerer Entfernung braucht man schon etwas viel Leistung, wenn man nicht genau in der Hauptempfangsrichtung liegt...

Stellt euch vor, keine Drohne kann mehr gesteuert oder empfangen werden. Oder: ASTRA fällt mal ne Woche aus... WOW.
... oder kein Navi funktioniert mehr (wenn man gleich ein paar Satelliten lahmlegen oder durcheinaderbringen kann!

von HansEberhardt - am 23.10.2015 22:19
Zitat
DH0GHU
Es ist halt ein Irrglaube, anzunehmen, Rußland wäre in irgendeinem Punkt besser als die USA. Nein, sie können nur mangels Kraft nicht ganz so schlimm sein, und ich glaube, wären sie befähigt dazu, wären sie um ein Vielfaches schlimmer als die Amerikaner..


Und niemand spricht von den Chinesen. Diese haben die Kraft, schlimmer als die Amis zu sein. Und sie sind es vermutlich auch schon. Nur passiert es dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zudem denken Chinesen langfristiger, frei nach Konfuzius: "Wer bei Kleinigkeiten keine Geduld hat, dem misslingt der große Plan."

von Wasat - am 24.10.2015 10:36
Steht bestimmt in Zusammenhang. Die Absicht ist wohl eindeutig, man will mögliche Kommunikationswege blockieren. Sehr beruhigend ist das alles nicht.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/amerikaner-beunruhigt-russische-u-boote-erkunden-internetkabel-13876469.html

von zerobase now - am 27.10.2015 09:51
Tja, wir befinden un längst wieder im kalten Krieg, nur diesmal ohne "eisernen Vorhang" und mit weniger direkten Konsequenzen für die Einzelnen.

von DH0GHU - am 27.10.2015 10:25
Komisch ich dachte bisher die Amerikaner haben die Kabel angezapft und uns alle ausgehorcht. Also doch beide Seiten und die Ergebnisse beider fliessen dann in Deutschland beim BND zusammen, der dann alles ganz genau weiss.:p

von Nordlicht2 - am 27.10.2015 12:57
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