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Attentate auf Sendeanlagen

Startbeitrag von Lahnwelle am 02.11.2015 18:37

Kürzlich wurde ich durch Zufall darauf aufmerksam, dass es auf den WDR-Sender Münster-Baumberge, ganz in der Nähe von mir, einmal ein Attentat gegeben hat. Dabei wurden Ende der 70er Jahre die Empfangsvorrichtungen auf dem Longinusturm durch eine Bombenexplosion schwer beschädigt, der Sendebetrieb jedoch nicht beeinträchtigt. Verantwortlich war eine rechtsextreme Gruppe, welche auf diese Weise die Ausstrahlung der US-Serie "Holocaust" im Ersten unterbinden wollte. Die gleiche Gruppe hat etwa zur gleichen Zeit auch ein Attentat auf den Sender Koblenz verübt, wo die Sendeanlage zerstört wurde.

Kennt ihr weitere Beispiele für terroristische Attentate oder mutwillige Beschädigungen von Sendeanlagen? Auch außerhalb Deutschlands?

Antworten:

Der Belgrader Fernsehturm wurde 1999 von der NATO bombardiert.
Wikipedia

von carkiller08 - am 02.11.2015 18:55
Keine Rundfunksendanlage, aber auf den Turm der Briten (wofür der genau war ist noch immer nicht kla) hier im Dorf auf dem Wiehengebirge gab es 1985(?) mal einen missglückten Sprengstoffanschlag.

von WiehengeBIERge - am 02.11.2015 19:03
Brandanschläge auf die Mebo II, Sendeschiff von Radio Nordsee International (1970/1971).

von Christian_66 - am 02.11.2015 19:09
Auf den Uetliberg-Sender oberhalb von Zürich wurde in der Nacht zum 25. Mai 2004 ein Brandanschlag verübt.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 02.11.2015 19:15
Attentat auf einen der beiden Sendemasten von Brest Roc Tredudon, Bretagne, Frankreich, 14.02.1974.
Durchgeführt von der "Front de liberation de la Bretagne".
https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89metteur_de_Roc'h_Tr%C3%A9dudon

von Christian_66 - am 02.11.2015 19:21
Nicht zu vergessen der Klassiker: Der vorgetäuschte Überfall auf den Sender Gleiwitz.

von hegi_ms - am 02.11.2015 20:13
Brandanschlag auf die Sendeanlage von "Südtirol eins" auf dem Schwarzenstein (Südtirol, Italien), 25.08.1989.
Auch auf das vorher existierende Projekt, Radio Brenner, von der Flatschspitze hatte es Brandanschläge gegeben.

von Christian_66 - am 02.11.2015 20:13
Zitat
hegi_ms
Nicht zu vergessen der Klassiker: Der vorgetäuschte Überfall auf den Sender Gleiwitz.


Ich erlaube mir kommentierend zu ergänzen:

31.08.1939: Fingierter "Überfall" auf den Sender Gleiwitz (damals Oberschlesien, heute Gliwice in Polen) durch ein SS-Kommando.
Der Sender wurde nicht beschädigt, ein betäubter Oberschlesier wurde perfide ermordet, um die "Glaubwürdigkeit" zu erhöhen.
Durch diese Aktion des verbrecherischen Nazi-Regimes wurde der Zweite Weltkrieg provoziert, der 60-70 Millionen Menschen den Tod kostete und weitere Unzählige in Not und Elend stürzte.

von Christian_66 - am 02.11.2015 20:15
Gab es in der "heißen Phase" in Südtirol nicht auch Anschläge auf Rai-Sendemasten dort?

von Alqaszar - am 02.11.2015 22:15
Der SWR-Sender Koblenz-Dieblich wurde auch schon Opfer eines Attentats. Nachzulesen bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Koblenz_%28Dieblich-Na%C3%9Fheck%29#Geschichte

von Sebastian Dohrmann - am 02.11.2015 22:54
Ich weiss nicht mehr wann genau , müsste in den 1980er gewesen sein,wurde der AFN- Mast in Mönchengladbach, durch einen Sprengstoffanschlag in Schräglage versetzt.

von Karl Ranseyer - am 03.11.2015 10:37
Man sollte vielleicht unterscheiden zwischen Kriegshandlungen und sonstigen Attentaten.
In Kriegen oder Revolutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika ist so manchen Sender zerstört worden. Z.B. Radio Free Grenada und ich glaube auch der Sender der Taliban-Regierung in Afghanistan.
An Attentaten fällt mir noch der Anschlage auf RFE/RL im Englischen Garten in München ein, war allerdings ein Studiogebäude und kein Sender. Auszug aus Wikipedia: Besonders in den 1980er Jahren gab es zahlreiche Versuche, Angestellte des Senders zu entführen. Bei einem Bombenattentat auf die Sendergebäude in München, das der rumänische Geheimdienst Securitate in fremdem Auftrag ausführte, wurde trotz der Verwendung von 15 Kilogramm Nitropenta-Sprengstoff niemand getötet.

von _SOLAR MAX_ - am 03.11.2015 15:20
Vielleicht nicht ein Attentat, aber Brandstiftung: http://brf.be/national/755071/

von Günni74 - am 03.11.2015 17:18
WPAT-FM war ein indirektes Opfer von 9/11.

von The Jazzman - am 03.11.2015 22:13
Zitat
_SOLAR MAX_
An Attentaten fällt mir noch der Anschlage auf RFE/RL im Englischen Garten in München ein, war allerdings ein Studiogebäude und kein Sender. Auszug aus Wikipedia: Besonders in den 1980er Jahren gab es zahlreiche Versuche, Angestellte des Senders zu entführen. Bei einem Bombenattentat auf die Sendergebäude in München, das der rumänische Geheimdienst Securitate in fremdem Auftrag ausführte, wurde trotz der Verwendung von 15 Kilogramm Nitropenta-Sprengstoff niemand getötet.

Hätte mich auch gewundert, wenn nicht RFE/RL der RAF und ihrem Umfeld ein Dorn im Auge gewesen wäre - den Regierungen im damaligen Warschauer Pakt sowieso auch.

von HansEberhardt - am 03.11.2015 23:46
na das ist ja auch eine Möglichkeit das Dummgesabbel zu beiseitigen, wenn man die Morgencrew oder ähnliches einfach entführt :bruell:

von Frankfurt - am 06.11.2015 20:14
Zitat
The Jazzman
WPAT-FM war ein indirektes Opfer von 9/11.


Wie fast alle anderen New Yorker Stationen.
Das WTC war ein idealer Standort, das zentral gelegen und das höchste Gebäude weit und breit. Daher waren da unzählige Sender installiert, dazu Relais für diverse Funkdienste, Richtfunkstecken usw.
Reservesender standen auf dem Empire State Building, zum Teil waren das aber die alten Geräte, die vor der Umschaltung auf das WTC benutzt wurden.
Am 11.9. sind mehrere Sendertechniker ums Leben gekommen, die Sender liefen bis zum Einsturz durch.
http://www.wtcengineers.net/
https://www.ab9il.net/new-york/tv-september11.html
http://www.stny.info/sbe1/history/9-11_files/wtc-recovery.htm

Nach den Anschlägen sendete man vom Empire State Building, von 4 Times Square und von einem alten Turm in New Jersey. Von dort wurden einst Testsendungen in einer neuer Modulationsart namens "Frequenzmodulation" durchgeführt, also durchaus ein historischer Ort. Armstrong Tower

von Marc_RE - am 06.11.2015 21:47
Hier noch ein Video von der Antennenanlage, knapp 2 Monate vor dem Anschlag. Da war ordentlich HF in der Luft.
https://www.youtube.com/watch?v=PlEU5bcke0U

von Marc_RE - am 07.11.2015 00:44
Zitat

30. Juli 2011

Die NATO zerstörte nach eigenen Angaben drei Satellitenanlagen des libyschen Fernsehens, um „Gaddafi daran zu hindern, mit Hilfe des Fernsehens Zivilisten zu terrorisieren“.[197] Die NATO habe damit die Absicht verfolgt, „Gaddafis Nutzung von Satellitenfernsehen als Mittel zur Einschüchterung des libyschen Volkes und zur Anstachelung zur Gewalt gegen sie zu schwächen“, erklärte NATO-Sprecher Roland Lavoie.[200] Der Angriff, bei dem drei Journalisten getötet wurden, ist von der Generaldirektorin der UNESCO als „unvereinbar mit den Prinzipien der Genfer Konvention“ verurteilt worden.


Quellen:
(1) Wikipedia

(2) Reuters

(3) Augsburger Allgemeine

(4) UN

von carkiller08 - am 29.01.2016 17:42
Der Vollständigkeit halber:
Borås/Dalsjöfors (Häglared/Trollberget) in Schweden, Sabotageakt am 15/16. Mai 2016.

Nach den jüngsten Meldungen ist sich die schwedische Polizei ziemlich sicher, daß es sich um einen Sabotageakt handelt. Aktuell werden alle Grundnetzsender Schwedens verschärft bewacht.

Weiteres dazu in diesem Thread:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1363039,1363039#msg-1363039

von iro - am 16.05.2016 17:31
Der Haupt-Sendemast von KNX 1070 kHz wurde am 14. September 1965 durch Vandalen zerstört
und musste ersetzt werden.

https://en.wikipedia.org/wiki/KNX_%28AM%29

So sieht es dort heute aus :
https://www.youtube.com/watch?v=xtgRJDpCKdI

von carkiller08 - am 04.06.2016 20:24
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