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ITU WRC15 in Genf

Startbeitrag von dxbruelhart am 05.11.2015 12:59

Die grösste Frequenzkonferenz seit langem geht derzeit in Genf über die Bühne; gemäss Insidern wird auch ein ganz neuer UKW-Frequenzplan erarbeitet, für jene (auch europäischen) Länder, die das UKW-Band noch länger für das klassische Radio nutzen wollen. Die WRC15 geht vom 2.-27. November über die Bühne, hier ist die Webpräsenz dieser Konferenz: http://www.itu.int/en/ITU-R/conferences/wrc/2015/Pages/default.aspx

Die 50 interessantesten Antworten:

Drüben im blauen Paralleluniversum heisst es, dass das UKW-Band an der WRC15 herunter erweitert werden soll auf 76 MHz, dann hätten wir UKW von 76 bis 108 MHz und viele Geräte können das auch heute schon. Auf diesen Thread würde ich nun gerne verlinken, aber das ist hier nicht geliebt.

von dxbruelhart - am 06.11.2015 12:42
Zitat
RheinMain701
Was ist denn dann mit BOS-Funk? Der liegt nämlich genau unter dem aktuellen UKW-Band.

Bis wann (welches Jahr) soll denn diese Erweiterung kommen?
Vll. geht man davon aus, dass bis dahin der BOS-Funk im 4m-Band komplett durch TETRA (oder dessen Nachfolger) ersetzt wurde.

Viele Grüße,
Andi

von Andi_Bayern - am 06.11.2015 13:09
Inzwischen hat im Paralleluniversum jemand gemerkt, dass es sich um die Weltfunkkonferenz handelt und dass das mit den Verhältnissen in Deutschland nicht unbedingt was zu tun hat.

Da das Band III ja nicht exclusiv für DAB vorgesehen ist (weltweit schon gar nicht), hat die Erweiterung des Bandes II nach unten für viele Länder Charm, insbesondere wenn die heute dort tätigen analogen Funkdienste digitalisiert und in UHF-Bereiche verlegt werden.

Ein Verbot der bisherigen Dienste ist, wie jeder vernünftige Mensch wissen könnte, gar nicht möglich. Es kann allenfalls eine ko-primäre Nutzung mit den bisherigen primären Diensten erlaubt werden. Und dazu müssen erst Untersuchungen angestellt werden. Ich denke, das ist ein Thema für die Wiedervorlage auf der WRC-19, deren Agenda ja auch auf der WRC-15 beschlossen wird.

von Manfred Z - am 06.11.2015 13:11
Zitat
dxbruelhart
Drüben im blauen Paralleluniversum heisst es, (...) Auf diesen Thread würde ich nun gerne verlinken, aber das ist hier nicht geliebt.

Ich meine, das hat sich mittlerweile geändert. Auch nebenan werden Links zu diesem Forum akzeptiert. Nur Links zum DF-Forum möchte keiner haben.

Ich setze ihn daher einfach mal hier rein: http://www.radioforen.de/index.php?threads/funkkonferenz-diskutiert-ueber-erweiterung-des-ukw-bandes.40070/

Falls ich das aber doch mißverstanden haben sollte, kann dieser Post gerne gelöscht werden und bei der Gelegenheit einer der Admins vielleicht mal ganz offiziell ein Statement zum Stand der Dinge in Sachen gegenseitige Verlinkung zu den radioforen abgeben ;)

von iro - am 06.11.2015 13:20
In Deutschland wird UKW ziemlich sicher relativ bald IMHO zwischen 2030 und 2035 abgeschaltet - also in D wird das UKW-Band sicher nicht erweitert.
Die Schweiz schaltet ca. Ende 2024 UKW komplett ab, also wir sind da sicher auch nicht dabei.
In Italien könnte der Erweiterung des UKW-Bandes schon Realität werden, denn ich glaube nicht, dass in Italien UKW-Radio in den nächsten 30 Jahren abgeschaltet wird.

von dxbruelhart - am 06.11.2015 13:25
UKW ist auch technisch lange nicht ausgereizt. Inzwischen gibt es einen Nachfolger von RDS, RDS2. Dieser bietet die Möglichkeit, außer Textinfos auch farbige Bilder auf UKW zu übertragen. Zwar brauchen dann die UKW Radios neue Chips,das RDS Konsortium möchte diesen neuen Standard jedoch vermarkten und hofft, dass ab 2020 diese Radios
dann in den Markt kommen. Bereits jetzt beginnt man mit der Öffentlichkeitsarbeit für RDS2 weltweit. Es gibt also gar keinen Grund, UKW in Zukunft abzuschalten und ich hoffe, man tut dies auch nicht.

von aru - am 06.11.2015 15:01
In einem Punkt gibt es allerdings keinen Unterschied, nämlich der Punkt Bestandsgeräte.
99,999% der Bestands-UKW-Radiogeräte können keine Frequenzen unterhalb 87 MHz empfangen.

Von daher spielt das keine Rolle ob UKW mit größerem Frequenzbereich oder DAB+. Die meisten Leute müssten sich dann dennoch neue Geräte kaufen.

Und das 4m BOS Band soll in Deutschland so schnell nicht komplett geräumt werden...

von Winnie2 - am 06.11.2015 15:07
Radios aus Fernost, also aus Japan, China etc. haben fast alle einen Empfangsbereich von 76-108 MHz; alle Sonys die ich bislang gesehen habe, beginnen bei 76 MHz - und die haben nicht mal einen minimalen Marktanteil.

von dxbruelhart - am 06.11.2015 15:32
Vermutlich sprichst du von sog. Weltempfängern. In Deutschland habe ich jedoch in den Verkaufsregalen praktisch nur Geräte mit einem Empfangsbereich von 87 bis 108 MHz bei FM gefunden.
Bis vor etwa 20 Jahren war der Verkauf von Radiogeräten die den Frequenzbereich von 72 bis 87 MHz empfangen konnten an Normalbürger in Deutschland gar nicht erlaubt.

von Winnie2 - am 06.11.2015 15:59
Die DAB+ Lobby macht viel Werbung bei der Politik. Das sollte auch die UKW Lobby tun. Und die neuen Vorteile herausstellen: UKW ab 76 Mhz und RDS2 mit Slideshow. Dafür interessieren sich die wenigsten Politiker. Also von wegen, UKW ist technisch ausgereizt. Das Argument wird ja immer wieder von den Gegnern verwendet.

von aru - am 06.11.2015 17:52
Zitat
aru
Die DAB+ Lobby macht viel Werbung bei der Politik. Das sollte auch die UKW Lobby tun. Und die neuen Vorteile herausstellen: UKW ab 76 Mhz und RDS2 mit Slideshow. Dafür interessieren sich die wenigsten Politiker. Also von wegen, UKW ist technisch ausgereizt. Das Argument wird ja immer wieder von den Gegnern verwendet.

Wo wäre denn in Europa und speziell in Deutschland der Vorteil, wenn man anstelle von DAB+ UKW ab 76 MHz und mit RDS2 einführen würde? Ich sehe da keinen.
Eine Erweiterung von UKW bei gleichzeitiger EInführung von DAB+ macht für mich erst recht keinen Sinn.

Den Frequenzbereich ab 76 MHz freizuschaufeln und für den Rundfunk zuzuweisen, wäre sicher sehr langwierig.

Die Bandbreite des niederfrequenten Signals steigt mit RDS2. D.h., entweder man handelt sich mehr Nachbarfrequenz-Störungen ein oder man muss den Frequenzhub senken. Beides kann man nach meiner Einschätzung in Mitteleuropa überhaupt nicht gebrauchen.

Insofern sehe ich UKW hierzulande durchaus als technisch ausgereizt.

von Funkohr - am 06.11.2015 18:46
Eine Erweiterung des UKW Frequenzbandes halte ich nicht für eine bessere Lösung. Hörer müssten ihre Radiogeräte dennoch erneuern. Manche Leute nutzen bis zu 10 Radiogeräte (Radiowecker, Autoradio, Küchenradio...)
Ich sehe da keinen Vorteil. Antennenanlagen, HF-Frequenzweichen u. Antennendosen müssten erneuert werden.
Dazu ist die Mobilempfangbarkeit bei DAB besser – natürlich nur in Gebieten in denen DAB gut ausgebaut ist.
Die Frequenzplanung vereinfacht sich dadurch ebenfalls nicht weil ein Hörfunkanbieter pro Bundesland weiterhin mehrere Sendefrequenzen benötigt.

Und eine weitere Hürde bleibt: Solange nicht genügend Leute über entsprechende Empfangsgeräte verfügen ist für private Hörfunkanbieter der Frequenzbereich unterhalb 87 MHz für die Ausstrahlung von Inhalten genauso unattraktiv wie DAB+.

von Winnie2 - am 06.11.2015 19:05
Als damals die Erweiterung auf 104 Mhz beschlossen wurde und etwas später auf 108 Mhz, hat die Umsetzung auch nur ein paar Jahre gedauert. Und in kurzer Zeit waren Millionen neuer Radios verfügbar. Ich denke, diesmal wird es nicht anders sein.Übrigens fand diese Woche die erste Infoveranstaltung zu RDS2 in Berlin statt. Kann man nachlesen beim RDS Forum. Dass es weltweit nur 30 Mio. verkaufter DAB Radios und allein in Deutschland 143 Mio. UKW RADIOS gibt, spricht für sich.

von aru - am 06.11.2015 19:27
Zitat
Funkohr
Wo wäre denn in Europa und speziell in Deutschland der Vorteil, wenn man anstelle von DAB+ UKW ab 76 MHz und mit RDS2 einführen würde?

Kein Bouquetzwang und trotzdem ein Ende der Funzelei. Mit der Erweiterung könnten auch die Zweit- und Drittprogramme wie planet und harmony auf 100-kW-Brummern senden. Dadurch gibt es dann eine Marktsättigung und die alten Funzeln werden nicht mehr benötigt, was den UKW-Hörgenuss spürbar verbessern dürfte.

von RheinMain701 - am 06.11.2015 20:16
Zitat
aru
Das sollte auch die UKW Lobby tun. Und die neuen Vorteile herausstellen: UKW ab 76 Mhz und RDS2 mit Slideshow.

Die UKW-Lobby ist daher eine UKW-Lobby, weil man sich vor der neuen Konkurrenz schützen möchte, die man per DAB bekommt. Slideshow ist jetzt auch nicht der Bringer bei "Radio" als Medium zum hören. Nur Extrakosten...
Einen Vorteil für die UKW-Lobby sehe ich bei einer Erweiterung eher nicht, denn da bekommt man ja genauso die unerwünschte Konkurrenz, die man doch eigentlich gerne verhindern möchte.

von iro - am 06.11.2015 20:47
Mit UKW Lobby sind nicht nur die Radioveranstalter gemeint, sondern z.B. auch die Geräteindustrie, die dadurch viele neue UKWRadios verkaufen kann. Auch die Radioveranstalter sprechen sich garantiert nicht gegen eine Erweiterung aus. Auch für die Lokalradios ist es positiv und für die Hörer! Man kann natürlich alles schwarz sehen. Denen rate ich, alle FM UND DAB Radios zu entsorgen.

von aru - am 06.11.2015 21:37
Die Kontra-DAB-Beiträge waren OFF-TOPIC und sind zu Recht gelöscht worden.

Außerdem möchte ich die Frage stellen, auf welcher Grundlage hier die Erweiterung des Bandes II in der ITU-Region 1 (Europa, ex-UdSSR, Nahost, Afrika) diskutiert wird. Gibt es überhaupt einen Antrag, auf der WRC-15 etwas zu beschließen; oder geht es nur um die Agenda für die nächste WRC.

Mir fehlt dazu eine seriöse Information.

von Manfred Z - am 07.11.2015 05:50
Wie, da waren noch mehr solche OT dabei? Bezgl. der Grundlage der Diskussion hier so beginnt der im Paralleluniversum gestartete Thread mit "Heute habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen. Unter anderem soll beraten werden, den UKW-Bereich nochmal zu erweitern," :rolleyes: Bis jetzt ist die Grundlage somit der unbekannte Bekannte...

von CBS - am 07.11.2015 08:19
Eine UKW-Erweiterung fände ich nicht nur aus DXer-Sicht sehr interessant. Erstens dürfte es jetzt schon weltweit mehr Radio geben, die ab 76 MHz UKW empfangen können als DAB+ Radios. Viele haben ein dafür taugliches Gerät und wissen es gar nicht. Bei manchen Geräten (vor allem Autoradios) reicht eine Tastenkombination, um das "Japan-UKW" freizuschalten. Aber auch bei einem Neukauf würde ich ein "UKW II"-Gerät bevorzugen: Es ist billiger (genauso teuer wie ein normales UKW-Radio), es braucht weniger Strom, ist daher besser für den Batterieempfang geeignet, außerdem ist im Gegensatz zu DAB+ auch dann Indoor-Empfang möglich, wenn man nicht direkt neben dem Sendemast oder im Dachgeschoss wohnt. Ob man national das "neue UKW" umsetzt, hängt vom Einzelfall ab. In Ländern mit kaum oder keiner DAB+ Abdeckung (die ganze Welt außer Europa!) ist das sehr sinnvoll. Aber auch in Europa sind eigentlich nur UK, Norwegen, die Niederlande und die Schweiz klar auf DAB(+)-Kurs, woanders ist die Umsetzung eher halbherzig oder hat noch gar nicht stattgefunden. Dort kann man die Fehlentwicklung DAB+ noch stoppen, bevor sie zu viel Geld verschlungen hat.

von Bolivar diGriz - am 07.11.2015 08:47
Welches EU-Mitgliedsland + Schweiz möchte überhaupt eine Erweiterung des UKW-Frequenzbandes?
Ich dachte die Umstellung auf DAB+ wäre von den Mitgliedsländern beschlossen worden, oder irre ich mich da?
Kommt diese Diskussion nun auf weil die Masse der Radiohörer DAB+ offenbar doch nicht so zugeneigt ist u. eine Umstellung von FM auf DAB+ rein marktgetrieben doch scheitern könnte?

Ich denke dass die Erweiterung des UKW-Bandes in den Ländern ansteht welche das VHF Band 3 für TV-Ausstrahlungen benötigen u. Hörfunk deshalb nicht per DAB in diesem Frequenzband verbreitet werden kann.

von Winnie2 - am 07.11.2015 11:20
Zitat

Kein Bouquetzwang und trotzdem ein Ende der Funzelei. Mit der Erweiterung könnten auch die Zweit- und Drittprogramme wie planet und harmony auf 100-kW-Brummern senden. Dadurch gibt es dann eine Marktsättigung und die alten Funzeln werden nicht mehr benötigt, was den UKW-Hörgenuss spürbar verbessern dürfte.


So könnte man auch deutschlandweite UKW-Programme ausstrahlen.

von Cha - am 07.11.2015 12:36
Also meine Ansicht dazu:
Falls das UKW-Band nach unten erweitert wird dann sollte da auf DRM+ gesetzt werden, nicht auf FM analog.
Aber das wird in Europa ohnehin in diesem Jahrzehnt nicht mehr geschehen. Etablierte Funkdienste haben – zumindest in Deutschland – gesetzlich gesicherte Rechte im Bereich 72 bis 87 MHz und sind nicht verpflichtet diesen zeitnah zu räumen.

von Winnie2 - am 07.11.2015 12:58
Zitat
RheinMain701
DRM+ ist doch gescheitert, weil der Standard mit Reflexionen sehr schlecht klarkam.


Kann eigentlich nicht sein, die Dauer des Guardintervalls ist bei DAB und DRM+ identisch. (250 µs)
Von daher müssten DAB und DRM+ mit Reflexionen gleich gut zurechtkommen.

von Winnie2 - am 07.11.2015 14:14
Nein, ein Marktteilnehmer wurde überhaupt nicht gefragt: Der Radiohörer. Und die meisten Hörer verspüren nicht den geringsten Wunsch ihre bisherigen Geräte in die Tonne zu treten, weil einige korrupte Politiker und geldgeile Gerätehändler dies so wünschen. Die Politik hat bereits mehrfach (D2MAC, DAB (alt) )versucht, Standards gegen die Wünsche der Konsumenten durchzudrücken, und ist damit auf die Nase gefallen. Das kann auch ein drittes Mal passieren. Ich will aber jetzt keine pro und contra Diskussion DAB+ und UKW haben, das Thema ist mehr als durchgekaut. Fakt ist, dass außer Europa kein einziges Land DAB+ nutzt, und dort ist eine Erweiterung von UKW durchaus ein Thema. Wenn das weltweit grundsätzlich so beschlossen wird, können sich einige europäische Staaten der Entscheidung anschließen, wenn es so vom Markt so gewollt ist. In weniger demokratischen Staaten werden Politik und Wirtschaft selbstherrlich die Abschaltung von UKW beschließen. Aber das ist keine verbindliche Lösung für alle anderen Länder.

von Bolivar diGriz - am 07.11.2015 16:49
"Beide Seiten, die Poliik und die Veranstalter"

Der zahlende Hörer interessiert offenbar nicht mehr?

@Bolivar diGriz:

:spos: :spos::spos:

Du warst etwas schneller ;)

von hegi_ms - am 07.11.2015 16:52
Heute und am 15. 22. und 29.11l. berichtet Radio DARC von der WRC15 - also um 11h 6070 kHz einschalten oder den inoffiziellen Podcast laden, um auf dem laufenden zu bleiben.

von dxbruelhart - am 08.11.2015 06:05
Die CEPT (ECC) hat gestern Abend spät einen Statusbericht (Word-Dokument "docx") über die erste Woche auf ihre Website gestellt:

http://www.cept.org/ecc/groups/ecc/cpg

Weitere Berichte werden folgen.

------------------------------------------------

CEPT Briefs und European Common Proposals (ECPs) zu den einzelnen Agendapunkten findet man hier:

http://www.cept.org/ecc/groups/ecc/cpg/page/cept-briefs-and-ecps-for-wrc-15

von Manfred Z - am 08.11.2015 09:35
Zitat
Bolivar diGriz
(...)eine Erweiterung von UKW durchaus ein Thema. Wenn das weltweit grundsätzlich so beschlossen wird, können sich einige europäische Staaten der Entscheidung anschließen, wenn es so vom Markt so gewollt ist.

Und dann einmal konkret: Eine 87,5, belegbar mit maximaler UKW-ERP, wäre sicherlich nicht die Lösung bezüglich des aktuellen UKW-Bandes und seinen Problemen. Dennoch könnte man da mit Interessenten rechnen. Die andere Frage wäre: In der aktuellen RDS-AF-Liste abbildbar?

von Thomas (Metal) - am 08.11.2015 10:27
Zitat
hegi_ms
Der zahlende Hörer interessiert offenbar nicht mehr?


Nein, der zahlende Hoerer interessiert nicht, solange es nur um die Festlegung von Uebertragungsstandards geht. Weder beim terrestrischen Rundfunk noch im Internet.
Der zahlende Hoerer interessiert aber wenn es darum geht, ob die eingefuehrten Standards von ihm auch angenommen werden oder nicht, also ob er denn dafuer auch zahlen moechte oder nicht.
Beispiel DVB-H. Wurde von der Politik beschlossen, Veranstalter haben es dann angeboten, es wurde vom Hoerer / Zuschauer aber nicht angenommen. Heute stehen die dafuer vorgesehenen Uebertragungskapazitaeten wieder anderweitiger Nutzung zu Verfuegung (fuer DVB-T und spaeter DVB-T2 TV Uebertragungen).
Es geht bei Frequenzen um oeffentliches Gut und da entscheidet nicht der Markt, was, wer, wie darueber senden darf, sondern es entscheidet / bestimmt die vom Waehler beauftragte Politik.
Oder wurden wir per Umfragen / Volksentscheid gefragt, ob wir die Digitalen Dividenden haben wollen, welche die fuer terrestrische Rundfunkuebertragung zur Verfuegung stehenden Funkuebertragungskapazitaeten stark reduziert haben? Wurden wir gefragt, ob wir HD TV nur ueber DVB-T2 haben wollen und nicht wie unsere Nachbarn ganz ohne Kosten fuer die Neuanschaffung neuer Receiver, ganz einfach ueber das lange existierende DVB-T? Nein, wurden wir nicht, die Politik hat es so entschieden.

von Nordlicht2 - am 08.11.2015 10:46
Zitat
Thomas (Metal)
... Die andere Frage wäre: In der aktuellen RDS-AF-Liste abbildbar?

Nein, damit sind nur 87,6 MHz ... 107,9 MHz abbildbar:
[attachment 6233 AF_Table.png]

Viele Grüße,
Andi

von Andi_Bayern - am 08.11.2015 11:03
@ Andi
Danke! Davon bin ich ausgegangen.
=> Nix mit NDR4 in Osnabrück auf 87,5 mit 8kW.
=> Gong Würzburg als Einzelsender auf 87,5 hingegen denkbar.

von Thomas (Metal) - am 08.11.2015 11:14
Zitat
Bolivar diGriz
Fakt ist, dass außer Europa kein einziges Land DAB+ nutzt


Fakt ist, dass du mal mindestens Australien uebersehen hast.

von Habakukk - am 09.11.2015 10:34
Neben Australia wurden noch übersehen:
Brunei
Cambodia
Canada
China
Egypt
Ghana
Hong Kong
(India)
Indonesia
Israel
Japan
Korea
Kuwait
Malaysia
Mexico
Mongolia
New Zealand
Singapore
South Africa
Taiwan
Thailand
Tunisia
Turkey
Turkmenistan
Vietnam
=> http://wohnort.org/DAB/index.html

von iro - am 09.11.2015 10:57
Naja, nicht ganz. Projekte ausgenommen sinds nur
Brunei (Regelbetrieb)
China (DMB, Regelbetrieb)
Hong Kong (Regelbetrieb)
Korea (DMB, Regelbetrieb)
New Zealand (DAB/DAB+)
Singapore (Regelbetrieb)
South Africa (Tests, DAB)
Taiwan (?)
Tunisia (Testbetrieb, DAB+)
Vietnam (DMB)

von Japhi - am 09.11.2015 11:10
Eben, Kanada strahlt z.B. definitiv kein DAB mehr aus. Der Testbetrieb wurde vor einigen Jahren eingestellt. Stattdessen denken dort wohl einige Sender nun über eine Einführung von HD Radio nach.

von pg09 - am 09.11.2015 11:23
Zitat
Japhi
Naja, nicht ganz. Projekte ausgenommen sinds nur

Ich hab jetzt auch einfach die Übersichtsseite genommen ohne dabei in die Tiefe zu schauen ;)
Zumal die Aktualität bei wohnort.org auch nicht immer gegeben ist... Manchmal kann man wohnort sogar als historisch bezeichnen...
Bei einigen Ländern ist wohnort aber sogar aktueller als die DABLIST.

von iro - am 09.11.2015 11:56
Zitat
aru
HD Radio gibt es in Kanada schon längst.


Na ja, ich glaube bei 2014 kann man nicht von "längst" sprechen. Davor gab es nur ein paar Testausstrahlungen. Und auch heute ist die Anzahl der Stationen in Kanada, die tatsächlich in HD Radio senden, eher überschaubar. Strenggenommen denken also tatsächlich viele Sender noch darüber nach, ob sie das einführen sollen oder nicht, auch wenn ich mich vorhin vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt habe. Jetzt wird es dann langsam aber auch etwas OT.

von pg09 - am 09.11.2015 12:08
Die CEPT (ECC) hat inzwischen einen Statusbericht (Word-Dokument "docx") über die zweite Woche auf ihre Website gestellt, zusätzlich eine Übersichtstabelle zum Stand der einzelnen Agendapunkte:

http://www.cept.org/ecc/groups/ecc/cpg

AI 1.1: Über die Zukunft des Bereichs 470-694 MHz wird weiterhin in der zuständigen Arbeitsgruppe WG 4C diskutiert.

AI 1.4: Das weltweite Amateurfunkband 5351.5-5366.5 kHz (56 m) ist von der zuständigen Arbeitsgruppe WG 4B verabschiedet worden.

von Manfred Z - am 17.11.2015 10:42
Inzwischen liegen die News über die dritte Woche bei der CEPT vor.

Agenda item 1.1 (zusätzliche Frequenzbereiche für IMT / auch 470-694 MHz ?) wird weiterhin in der Arbeitsgruppe diskutiert.

AI 2.2 (700-MHz-Band) ist abgeschlossen. Dazu gibt es eine Sondernews.

von Manfred Z - am 24.11.2015 08:33
In Kanada ist DAB gestorben, weil sie - dank den USA - nur im L-Band senden durften.

Ich hätte es gerne gesehen, wenn man das UKW Band auch für DAB erweitert hätte, von mir aus inkl. DRM+. Nur so als Zukunftsinvestition. Mir kommt es vor, an der WRC geht es eher um andere Dinge, sprich die "lieben" Mobilfunkbetreiber und deren unendlichen Geldreserven.

von drahtlos - am 24.11.2015 11:42
Zitat
drahtlos
In Kanada ist DAB gestorben, weil sie - dank den USA - nur im L-Band senden durften.


Soweit mir das bekannt ist sah die ursprüngliche Planung vor dass die Abstrahlung für Kanada im L-Band über Satellit erfolgen sollte, womit eine deutlich bessere Versorgung der Landesfläche möglich gewesen wäre.
Die USA hat da allerdings Veto eingelegt u. Kanada die Verbreitung im L-Band über Satellit verboten weil dadurch wichtige Funkdienste in den USA gestört worden wären.
So hat Kanada es mit terrestrischen Sendeanlagen im L-Band versucht u. ist mit DAB gescheitert. Es wären einfach zu viele Sendeanlagen notwendig gewesen, so dass praktisch nur größere Städte mit DAB versorgt waren.
Das VHF-Band 3 ist in Kanada mit TV belegt u. daher nicht für DAB verfügbar.
SirusXM dürfte auch in Kanada buchbar sein.

Zum Thema:
War für mich allerdings absehbar dass der Frequenzbereich 470 bis 694 MHz ko-primär zusätzlich dem Mobilfunk zugeordnet wird.
Bin mal gespannt ob es auch für den Frequenzbereich 470 bis 694 MHz auf eine ko-primäre Zuordnung (Rundfunk / Mobilfunk) hinauslaufen wird.

von Winnie2 - am 24.11.2015 13:18
Zitat
Winnie2
War für mich allerdings absehbar dass der Frequenzbereich 470 bis 694 MHz ko-primär zusätzlich dem Mobilfunk zugeordnet wird


Ich muss mich mal selber zititieren. Ich meinte natürlich 694 bis 790 MHz dem Mobilfunk ko-primär zugeordnet.
470 bis 694 MHz wird ja bis min. 2023 exklusiv für den Rundfunk bleiben

von Winnie2 - am 28.11.2015 12:21
Zitat
aru
Wurde jetzt eigentlich auf derWRC die Erweiterung von UKW ab 76 Mhz beschlossen?
Habe darüber noch nichts gelesen.


War das für ITU Region 1 (Europa, Afrika) überhaupt ein Thema?

von Winnie2 - am 28.11.2015 18:44
Zitat

Ich muss mich mal selber zititieren. Ich meinte natürlich 694 bis 790 MHz dem Mobilfunk ko-primär zugeordnet.


was heisst denn ko-primär?

Wer hat vorrang?

Ist das Ländersache?

von Marcus. - am 28.11.2015 18:58
UKW ist ohnehin eine rein deutschsprachige Bezeichnung für das Frequenzband, in englischspachigen Ländern wird es schlicht als FM (Radio) bezeichnet,
die offizielle Bezeichnung lautet VHF Band 2.

Frei u. öffentlich zugängliche Infos gibt es zur Erweiterung des Frequenzbandes (leider) nicht. In Ländern in den denen sich DAB bereits im Regelbetrieb befindet wird es sicherlich keine Erweiterung des UKW Radiofrequenzbereichs geben.

von Winnie2 - am 28.11.2015 21:11
Hier ist die PM der ITU zum Abschluss der Konferenz mit den wichtigsten Ergebnissen:

http://www.itu.int/net/pressoffice/press_releases/2015/56.aspx

Auszug:

Zitat

Mobile broadband communications

Following the growing demand for spectrum for mobile broadband services, WRC-15 identified frequency bands in the L-band (1427-1518 MHz) and in the lower part of the C-band (3.4 -3.6 MHz). WRC-15 achieved agreement on some additional portions in other bands that were also allocated to mobile broadband services in order to be used in regions where there was no interference with other services.

To counteract the difficulties encountered in finding additional spectrum for IMT in bands below 6 GHz, WRC-15 decided to include studies in the agenda for the next WRC in 2019 for the identification of bands above 6 GHz that will allow technology to meet demand for greater capacity. Administrations and industry can now concentrate on the development of necessary technologies in line with the schedule for the implementation of IMT-2020.

WRC-15 took a key decision that will provide enhanced capacity for mobile broadband in the 694-790 MHz frequency band in ITU Region-1 (Europe, Africa, the Middle East and Central Asia) and a globally harmonized solution for the implementation of the digital dividend. Full protection has been given to television broadcasting as well as to the aeronautical radionavigation systems operating in this frequency band.


Zu FM im Bereich 76-88 MHz steht dort natürlich nichts, ist ja auch kein Hauptagendapunkt gewesen. Ich gehe davon aus, dass das ohnehin nur diejenigen Länder betrifft, in denen dieser Frequenzbereich bisher für Analog-TV genutzt wird, aber nicht digitalisiert werden soll, z.B. ITU-Region 2 (Amerika) und einige Länder in Asien.

von Manfred Z - am 29.11.2015 16:41
Jetzt sind auch der Bericht zum Abschluss der Konferenz und die Gesamtübersicht der einzelnen Agendapunkte auf der Website der CEPT:

http://cept.org/ecc/groups/ecc/cpg/page/news-from-cept-at-wrc-15,-final-report

Zu Agendapunkt 1.1, zusätzliches Spektrum für IMT [International Mobile Telecommunications]:

Final outcome:

- Lower UHF band (470-694 MHz):

Region 1: No change to the RR [Radio Regulations] at WRC-15 and a WRC-23 agenda item has been created addressing a review of the spectrum use of the frequency band 470-960 MHz. This is fairly consistent with the CEPT position on the topic.
Parts of the band have been identified for IMT in a few countries in Region 2 and 3, where a mobile allocation already exists for the UHF band.

- L Band:

o The bands 1427-1452 and 1492-1518 MHz have been identified for IMT worldwide.

o The band 1452 – 1492 MHz has been identified for IMT in Regions 2 and 3.
In Region 1, the IMT identification of 1452-1492 MHz is limited to some African and Middle-East countries. The band was not identified for CEPT countries because of the usage of band which formed the opposition from RCC [ex-Sowjetunion] . However, the primary mobile allocation and the ECC Decision(13)03 form the basis of IMT use of the band 1452-1492 MHz in CEPT.

- C-Band:

o 3400-3600 MHz: The existing footnote allocation has been transformed in a table allocation. In addition, the band has been identified in Regions 1 and 2 to IMT with a pfd limit of −154.5 dB(W/(m2 • 4 kHz)) produced at 3 metres above ground for 20% of time for the protection of FSS. Nos 9.17, 9.18 and 9.21 apply. The band is also identified for a limited number of Region 3 countries.

o 3600-3700 MHz: The band has only been identified for a few Region 2 countries with associated provisions to protect FSS as specified above for lower part of C-band.

- Other bands:

Agreement has been reached on no changes in allocation table for the frequency bands:
410-450 MHz,
1 164-1 215 MHz,
1 215-1 300 MHz,
1 300-1350 MHz,
1 350-1 400 MHz,
1 518-1 525 MHz,
1 559-1 610 MHz,
1 695-1 710 MHz,
2 025-2 110 MHz,
2 200-2 290 MHz,
2 700-2 900 MHz,
2 900-3 100 MHz,
3 300-3 400 MHz (in Region 1),
3 700-3 800 MHz;
3 800-4 200 MHz,
4 400-4 500 MHz for Regions 1 and 2,
4 500-4 800 MHz,
4 800-4 990 MHz (in Region 1),
4 990-5 000 MHz,
5 350-5 470 MHz,
5 725-5 850 MHz,
5 850-5 925 MHz and
5 925-6 425 MHz.
The band 3300-3400 MHz has been identified to some African countries in Region 1 and to some countries in Regions 2 and 3. The band 4800-4990 MHz is only identified to IMT in one Region 2 and three Region 3 countries.

Zu Agendapunkt 1.2, 700-MHz-Band:

Final outcome:

WRC-15 confirmed the primary mobile, except aeronautical mobile, allocation in the band 694-790 MHz band in Region 1.

A new WRC Resolution was agreed to address compatibility of the mobile service with broadcasting and aeronautical radionavigation services and to highlight the ongoing need for studies on applications ancillary to broadcasting and programme-making. The outcome is aligned with CEPT objectives for this agenda item: there are no new technical or regulatory conditions in respect of compatibility with broadcasting. For compatibility with ARNS, bilateral agreements were signed between countries during the early stages of WRC-15, and these enabled CEPT to work towards common objectives with RCC.
In addition, changes were agreed under this agenda item to Resolution 224, which covers all IMT bands below 1 GHz.


Zu Agendapunkt 1.3, PPDR [Public Protection and Disaster Relief]:

Final outcome:

This item led to a revision of WRC Resolution 646 on Public Protection and Disaster Relief, which is consistent with the proposals from CEPT. This version encourages administration to consider parts of the frequency range 694-894 MHz for PPDR in all regions, confirms the range 380-470 MHz as suitable for PPDR in Region 1 and refers to ITU-R Recommendation M.2015 for further details, including channelling arrangements for both regional and national PPDR bands.

von Manfred Z - am 30.11.2015 19:08
Die CEPT hat heute einen Newsletter mit zwei Artikeln zum Ergebnis der WRC-15 herausgegeben:

Zitat

WRC-15: a long and fruitful journey

With the signing of the final acts by representatives of 150 member states of the ITU, the WRC-15 ended on 27. November 2015. This process included over 3 years of preparation leading up to 4 weeks of intense negotiations that took place at WRC-15 in Geneva. The European Conference of Postal and Telecommunications Administrations (CEPT) were proactive during this period in the preparation of technical, operational and regulatory studies on all subjects on the agenda. It was also actively involved in furthering European spectrum interests through extensive discussions held during the Conference.

Looking back at the outcomes of the Conference, CEPT can be satisfied with the results and with the tremendous efforts it made towards achieving those results. Although it has been a long, challenging and, at times, frustrating process, the overall outcome has been successful for CEPT and an improved and more robust regulatory framework for spectrum use has been delivered.


Weiterlesen: http://apps.ero.dk/eccnews/dec-2015/index.html

http://apps.ero.dk/eccnews/dec-2015/summary_of_the_outcome_of_wrc-15.html

von Manfred Z - am 08.12.2015 18:42
Am 7. Dezember gab es beim IRT ein Kolloquium mit dem Thema

Ergebnisse der Weltfunkkonferenz WRC-15

Die Präsentation findet man hier:

https://www.irt.de/de/aktuell/kolloquien/rueckblick.html#c4847

von Manfred Z - am 10.12.2015 13:13
Die Präsentation handelt nur von Dingen, die für das IRT irgendwie interessant waren. Lokale Nutzungen weitab der hiesigen Rundfunkbänder in anderen ITU-Regionen sind für das IRT nicht interessant. Denen gehts a priori um 470-690 MHz

von DH0GHU - am 10.12.2015 14:49
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