Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
76
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
DH0GHU, Manfred Z, Anonymer Teilnehmer, iro, RheinMain701, NurzumSpassda, Peter Schwarz, Marcus., Japhi, Bolivar diGriz, ... und 27 weitere

Das Deutschlandradio schaltet möglicherweise 2018 UKW-Funzeln ab

Startbeitrag von dxbruelhart am 13.12.2015 14:05

Das Deutschlandradio wird ca. 2018 gezielt UKW-Funzeln, also schwache UKW-Frequenzen dort abschalten, wo es schon gute DAB-Versorgung gibt.
Da hat Funkgezwitscher den Adventstalk mit dem Pressesprecher des Deutschlandradios, Carsten Zoger geführt. Das Interview gibts hier: http://www.funkgezwitscher24.one/der-funkgezwitscher24-adventstalk/ bzw. direkt https://soundcloud.com/funkgezwitscher24/151212-carstenzorger

[Edit von NurzumSpassda:] Überschrift um "möglicherweise" ergänzt

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Na komm, wir wollen den Spielraum für Missinterpretationen mal gering halten:

Zitat
Carsten Zoger
Im Hinblick auf die diesjährige Entscheidung von Klassik Radio sich von UKW-Frequenzen zugunsten von Digitalradio zu trennen, erwägt auch Deutschlandradio: „Die kleinen UKW-Frequenzstandorte sind extrem teuer. Auch für Deutschlandradio ist es möglich und erwägenswert zum Beispiel 2018 auch mal eine schwache, sog. Glühbirnenfrequenz aufzugeben, weil am gleichen Standort die Digitalradioversorgung sehr gut ist. Wir haben noch kein konkretes Abschaltdatum, aber wir nehmen das ernsthaft ins Auge.“


von Anonymer Teilnehmer - am 13.12.2015 14:26

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Die "Digitalradioversorgung" ist inzwischen auf 5C bekanntlich sehr gut bis auf paar wenige weiße Flecken. Wenn der DLF dann dort die Funzeln abschaltet, kann ich genau sagen, was passiert: wer kann und bislang die Funzel hörte, versuchts mit ner anderen UKW-Frequenz des DLF. Sowas ist durchaus realistisch, ich muß nur an meine Heimatstadt Gera denken, DLF lokal auf UKW-Funzel, aber im großen Maßstab so zu empfangen, wie Stimme der DDR früher zu empfangen war: Leipzig/Wiederau 96,6 bzw. Karl-Marx-Stadt Chemnitz/Geyer 97,0. Klappt das im Einzelfall nicht, wird eben MDR Info gehört, aber vermutlich nur sehr selten ein DAB-Gerät gekauft.

Nichts gegen DAB (wirklich nicht, DKultur klingt auf DAB z.B. besser als auf UKW), aber der DLF sollte nicht zuviel erwarten in Sachen "Bewegungsfreudigkeit" beim Technologiewechsel. Alleine die DLF-Hörer in meinem Umfeld, egal ob 38 oder 82, würden nicht umrüsten. Oder könnten gar nicht so einfach (Werks-Autoradio).

Na schauen wir mal, wens erwischt. Dürfte auch ein Indiz dafür sein, wo der DLF entintellektualisierte Zonen zu verorten glaubt.

von Chris_BLN - am 13.12.2015 17:12

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Zitat
dxbruelhart
Das Deutschlandradio wird ca. 2018 gezielt UKW-Funzeln, also schwache UKW-Frequenzen dort abschalten, wo es schon gute DAB-Versorgung gibt.


Das stimmt so nicht, das wurde so nicht gesagt.
Zitat:
Möglicherweise, oder Auch für Deutschlandradio ist es möglich und erwägenswert zum Beispiel 2018 auch mal eine schwache, sog. Glühbirnenfrequenz aufzugeben, weil am gleichen Standort die Digitalradioversorgung sehr gut ist.
Wir haben noch kein konkretes Abschaltdatum, aber wir nehmen das ernsthaft ins Auge.
Zitat ende.

Ich denke, das nur dort abgeschaltet wird, wo dann auf UKW noch eine "Restversorgung" bleibt.
Schliesslich hat DR einen Versorgungsauftrag, wie die ARD Sender auch.
Ich vermute, das der DLF in 2016 noch neue UKW Sender in Betrieb nimmt.
(z.B. die 98,70 MHz vom Feldberg)

von vossi68 - am 13.12.2015 17:37

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Eine vorzeitige Abschaltung einzelner Funzeln wird schon im Projektantrag Digitaler Hörfunk für den 20. KEF-Bericht angedeutet:

"Im Vorfeld der Endausbauphase plant Deutschlandradio, einzelne leistungsschwache UKW-Sender bzw. Sender mit geringer Versorgungsreichweite in solchen Regionen abzuschalten, die dann schon über eine bessere Digitalradioversorgung verfügen. Bereits heute verzichtet Deutschlandradio auf die Möglichkeit der Nutzung von leistungsschwachen UKW-Frequenzen, wenn im so zu versorgenden Gebiet bereits die Möglichkeit des DAB+-Empfangs besteht oder in absehbarer Zeit zu erwarten ist."

Es gibt aber eine Einschränkung:

"Die Abschaltung von UKW-Sendern soll selbstverständlich unter der Voraussetzung erfolgen, dass im Markt und bei der Hörerschaft eine hinreichende Gerätepenetration mit digitalen Empfangsmöglichkeiten besteht und die Landesgesetzgeber gemäß den im ARD-Projektantrag beschriebenen rechtlichen Rahmenbedingen (Kapitel IV. ARD Projektantrag Digitaler Hörfunk) geschaffen haben."

von Manfred Z - am 13.12.2015 17:38

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Zitat
RheinMain701
Ein Kandidat hierfür wäre sicher die 91,2 in Frankfurt. DAB+ kommt dort vom Spargel und im Zielgebiet geht auf UKW auch die 99,8 Heusenstamm und die 101,8 Oberursel.

Ich vermute eher, dass solche Großstadt-Frequenzen wie die 91,2 in Frankfurt damit nicht gemeint sind. Mit solchen Frequenzen, wie auch z.B. der 91,3 in Köln, werden sehr viele Menschen erreicht. Sie werden wohl eher als Letztes abgeschaltet.

Du kommst ja aus der Gegend und kennst Dich sicher besser aus als ich, aber wenn ich in FMScan mal schaue, dann sendet die 99,8 gegen 99,9 Heidelberg und die 101,8 gegen 101,9 Heidelstein. Da scheint mir auch aus dieser Sicht die 91,2 als Stadtfrequenz für Frankfurt schon Sinn zu machen.

von Funkohr - am 13.12.2015 18:32

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Mit der 91,2 wird niemand erreicht, denn die geht selbst in Frankfurt größtenteils nur verrauscht. Und seit der Aufschaltung der 99,8 ist die völlig überflüssig, da die 99,8 das Sendegebiet der 91,2 vollständig abdeckt.

Die 99,8 geht trotz 99,9 Heidelberg sehr gut, weil vertikal gesendet wird. Ohnehin ist Heidelberg dort durch den Odenwald-Hauptkamm größtenteils abgeschattet, so geht in Frankfurt etwa auch die 88,7 Sackpfeife mit WDR 3 flächendeckend trotz 88,8 Heidelberg nebenan.

von RheinMain701 - am 13.12.2015 18:36

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Das sind noch ca. 2,5 Jahre bis dahin. Dann haben so ziemlich alle ARD Anstalten ihren nahezu DAB+ Vollausbau erreicht und die Politik wird die Bedingungen fuer die UKW Abschaltung oeffentlichkeitswirksam bekannt gegeben haben. Von daher ist es wahrscheinlich, dass man 2018 tatsaechlich erste DLF / DKultur Funzeln abschalten wird. Bisher verfolgt man beim DRadio die DAB+ Plaene zielgenau und hat sogar schon mehr DAB Sender mit dem BMux in Betrieb als 2011 zum BMux Start geplant wurden.

von Nordlicht2 - am 13.12.2015 21:21
Ohne jetzt etwas schwarzreden zu wollen, aber bei Worten wie "erwägenswert, wahrscheinlich oder möglicherweise" kann hinterher immer gesagt werden: "Es wurde nichts konkretisiert." Ich habe daher die Überschrift um "möglicherweise" ergänzt. Pressesprecher wissen meist auch ziemlich genau, was sie sagen sollen, um nicht auf etwas festgenagelt zu werden. ;-)

von NurzumSpassda - am 13.12.2015 23:30
Zitat
dxbruelhart
Das Deutschlandradio wird ca. 2018 gezielt UKW-Funzeln, also schwache UKW-Frequenzen dort abschalten, wo es schon gute DAB-Versorgung gibt.


OMG.

Ich zitiere:
"Im Hinblick auf die diesjährige Entscheidung von Klassik Radio sich von UKW-Frequenzen zugunsten von Digitalradio zu trennen, erwägt auch Deutschlandradio: „Die kleinen UKW-Frequenzstandorte sind extrem teuer. Auch für Deutschlandradio ist es möglich und erwägenswert zum Beispiel 2018 auch mal eine schwache, sog. Glühbirnenfrequenz aufzugeben, weil am gleichen Standort die Digitalradioversorgung sehr gut ist. Wir haben noch kein konkretes Abschaltdatum, aber wir nehmen das ernsthaft ins Auge.“"

Ist das jetzt die totale Realitätsverweigerung, sollte es nur eine reißerische Schlagzeile á la Wiesbadener werden oder ist das einfach nur der gute alte DAB-Salafismus, dem hier in letzter Zeit wieder etwas intensiver (und ungestörter!) nachgegangen wird?

*kopfschüttel*

von Mc Jack - am 14.12.2015 07:47
Zitat
Sebastian Dohrmann
Die sinnbefreiten und überflüssigen Postings von WellenreiterBN sind dann jetzt auch ganz abgeschaltet. Bitte weiter im Text.

Ne, leider noch nicht....

Zum Thema, so manche UKW-Frequenz ist wirklich überflüssig oder kaum hörbar. Wenn ich an die DRKultur-Frequenz 106,3 hier in Bingen denke, die ist so schlecht zu empfangen, ich kann mir kaum vorstellen, dass die jemand vermissen würde. Warten wir es ab, bis 2018 ist es ja noch ein wenig hin und DAB+ scheint ja so langsam in die Erfolgsspur zu kommen.

von Harald P. - am 14.12.2015 09:07
Ob dahinter greifbarer Ernst steckt oder nicht, DAB+ ist die Nachfolgetechnik, die sich zunehmends etabliert und von daher ist es vollkommen legitim, dass im Sinn von Kosten und Nutzen darüber nachgedacht wird, Nirvanafrequenzen bei entsprechend guter DAB-Versorgung vor Ort abzuschalten!

von Dr. Antenne - am 14.12.2015 10:58
Wenn's um Sinn und Unsinn von DRadio-Frequenzen geht, könnte ich hier manche Münsterländer Funzel in den Raum werfen:

Den größten Unsinn stellt die 97.5 in Münster dar (DKultur). Mit dem komischen Diagramm erreicht der Sender gerade mal den Stadtteil Mauritz (um den Turm herum, etwa 20.000 Einwohner). In jedem anderen Viertel ist die 96.5 aus Langenberg stärker. Daher hätte man diesen Sender schon 2010 ausknipsen können.

Lustig finde ich die Frequenzen 94.6 in Gronau und 97.1 in Nordhorn. Diese sind an den Wochenenden in schöner Regelmäßigkeit eh nicht hörbar, da Piraten in unmittelbarer Nachbarschaft (97.0 bzw. 94.5) zünden. :D

von NurzumSpassda - am 14.12.2015 10:59
Was Gronau und Nordhorn betrifft: Das mit den Piraten kann man nun wirklich nicht dem DLF anlasten.Aber auch wenn es die Piraten ärgert: Auf 97 MHz hätte man von Nordhorn oder noch besser: Bad Bentheim aus durchaus etwas stärker senden können, um so auch die Lücke bis zum Sendebereich von Wesel zu schließen, damit wäre auch der Sender in Gronau überflüssig gewesen. Nun ist es für solche Überlegungen zu spät, wenn die 97 MHz im südlichen Münsterland an MetropolFM (oder wer auch immer nach dem Gerichtsurteil die Restkanalschiene bedienen wird) geht.

von Bolivar diGriz - am 14.12.2015 11:48
Zitat

Zitat:
Möglicherweise, oder Auch für Deutschlandradio ist es möglich und erwägenswert zum Beispiel 2018 auch mal eine schwache, sog. Glühbirnenfrequenz aufzugeben, weil am gleichen Standort die Digitalradioversorgung sehr gut ist.
Wir haben noch kein konkretes Abschaltdatum, aber wir nehmen das ernsthaft ins Auge.


Zitat

Ist das jetzt die totale Realitätsverweigerung, sollte es nur eine reißerische Schlagzeile á la Wiesbadener werden oder ist das einfach nur der gute alte DAB-Salafismus, dem hier in letzter Zeit wieder etwas intensiver (und ungestörter!) nachgegangen wird?


Auch wenn die Aussage natürlich recht Vage ist, aber dass über eine UKW-Abschaltung überhaupt laut nachgedacht wird, finde ich bemerkenswert und erwähnenswert.

von Nordi - am 14.12.2015 12:11
Vielleicht ja auch mal die 89,0 aus Jever. Stört hier nur blöd das DXen von 89,0 RTL und hören tut die doch bestimmt eh keiner, oder zählt die auch als "wichtige" für ein bestimmtes Gebiet? Das wär ja eher die 102,8 hier in OL.

Ob man wirklich die Deutschlandradios braucht ist ne andere Frage...

EDIT: Aurich sendet doch seit neustem DAB+...

von Anonymer Teilnehmer - am 14.12.2015 12:59
Jever gehört schon zum suboptimal durch DAB+-Aurich versorgten Gebiet. Die wird wohl noch weiterlaufen müssen.
Und wenn die dann irgendwann nicht mehr benötigt wird, stört vielleicht Bremen 89.0 den Empfang vom Brocken... Sofern sie denn tatsächlich auch mal irgendwann ausgeschrieben wird.
Aurich, Emden, Norden und Leer könnte man aber wirklich sofort abschalten.

von iro - am 14.12.2015 13:17
Zitat
Der Oldenburger
Vielleicht ja auch mal die 89,0 aus Jever. Stört hier nur blöd das DXen von 89,0 RTL und hören tut die doch bestimmt eh keiner, oder zählt die auch als "wichtige" für ein bestimmtes Gebiet? Das wär ja eher die 102,8 hier in OL.

Ob man wirklich die Deutschlandradios braucht ist ne andere Frage...


... die aber nicht hier gestellt wird. Hier geht es um eine mögliche Abschaltung 2018.

Ich wiederhole es nur noch einmal: Niemand sollte sich anmaßen, einen Sender unnötig zu nennen, nur weil er ihn selbst nicht braucht. Auch das Deutschlandradio hat seine Hörer. Zurück zum Thema, sonst ist der Thread dicht.

von NurzumSpassda - am 14.12.2015 13:32

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Zitat
RheinMain701
Ein Kandidat hierfür wäre sicher die 91,2 in Frankfurt. DAB+ kommt dort vom Spargel und im Zielgebiet geht auf UKW auch die 99,8 Heusenstamm und die 101,8 Oberursel.


Ich fahre jeden Tag mit der Straßenbahn in FFM vom Ostend ins Gallus und wieder zurück (durchquere somit die Innenstadt) - mit meinem Pure oder Sangean Taschenradio, oder auch UKW-Empfänger im Handy, funktioniert keine der 3 genannten D-Kultur Frequenzen auf besagter Strecke.

Für D-Kultur, das ich abends recht gerne höre wegen der "Weltzeit", braucht man DAB.

Die von Dir genannten Frequenzen funktionieren allenfalls stationär, stationär funktioniert aber auch die 91,2.

DLF auf 97,6 hingegen funktioniert auch mobil in der Straßenbahn problemlos.

Die 91,2 geht allenfalls in Sachsenhausen mobil mit Taschenempfänger, aber selbst hier ist der Empfang nicht einwandfrei.

Weshalb hat man den Sender nur an einem so schlechten Standort gebaut? Wobei, so schlecht ist er nicht, der Standort ist recht exponiert, sollte man meinen. Nach Norden zumindest. Hilft aber nichts. Nach Süden, Richtung Neu Isenburg, kommt der Sender aber kaum durch den Wald... Könnte man die Frequenz nicht auf den Spargel verlagern?

von Klaus Wegener - am 14.12.2015 13:48
Zitat
Manfred Z
Ja, richtig. Wie hört der Ostfriese Radio?
Er stellt sich auf den Deich und lauscht den Wellen.

So sieht dat ut. Das Programm ist auch besser - und sehr beruhigend. Meistens läuft Wave oder New Wave. Heavy Metal-Freunde stellen sich nur bei Sturmflut auf den Deich.
Seewetterbericht gibt es zwar keinen, dafür aber Sehwetter in Kombination mit Schietwetter.

von iro - am 14.12.2015 14:08
Heavy Metal:

Ein ostfriesischer Bauer und ein Tourist stehen bei Sturmflut auf dem Deich
und betrachten das Hochwasser auf dem Deichvorland..
Plötzlich ruft der Tourist: "Da hinten schwimmt eine rote Mütze!"
Sagt der Bauer: "Das ist Harm Harms. Der mäht bei jedem Wetter."

von Manfred Z - am 14.12.2015 14:52
Zitat
Japhi
Die 91,2 wird nur über eine(?) Yagi abgestrahlt, also stark gerichtet. Und so hoch ist das Türmchen auch nicht.


In 2014, als ich in Frankfurt war und wir den Sender gesucht haben, haben wir das Teil erst gar nicht gefunden! Wir waren im richtigen Bereich aber der Sender ist derart niedrig dass er kaum zu finden ist.

von Jassy - am 14.12.2015 15:41
Zitat

Mit Verlaub: Jever ist wunderbar mit DAB+ versorgt, Null Aussetzer

Ich hab's noch nicht ausprobiert und mir nur die Karten auf digitalradio.de angeschaut, die wohl Versorgung anzeigen, aber ausgerechnet in Jever schwächelt diese. Der Maßstab für "versorgt" dürfte heutzutage wohl die "Scheibenklebeantenne" sein...
Das würde ja heißen, daß Bremen 89.0 nur noch Richtung Brocken ausgeblendet werden müsste, aber nicht mehr in Richtung Jever... :D
Bevor man die aber vergibt, wäre ja auch noch eine 100.3 in Bremen abschaltbar... usw...

Die Frequenzen in JEV, EMD und LER wären doch auch ganz brauchbar für Radio Nordseewelle... geht die 89.0 eigentlich in WHV?

von iro - am 14.12.2015 18:39

Re: Das Deutschlandradio schaltet 2018 UKW-Funzeln ab

Zitat
RheinMain701
Ein Kandidat hierfür wäre sicher die 91,2 in Frankfurt. DAB+ kommt dort vom Spargel und im Zielgebiet geht auf UKW auch die 99,8 Heusenstamm und die 101,8 Oberursel.


Wäre es nicht sinnvoller, wenn der HR die 87,9 dem D-Radio gibt? Die kommt besser raus als die 91,2. Die 91,2 könnte dann immernoch für Veranstaltungsfunk genutzt werden.

von DX OberTShausen - am 14.12.2015 19:04
Zitat
Japhi
Die 91,2 wird nur über eine(?) Yagi abgestrahlt, also stark gerichtet. Und so hoch ist das Türmchen auch nicht.

Außerdem kommt man leistungsmäßig nicht gegen die 91,3 Rimberg an die dort kräftig stört. Bei den anderen Frequenzen macht es die Höhe bzw. die Leistung wett, aber bei DKultur fällt beides flach.

Der Standort ist... naja. Würde man wenigstens vom Goetheturm senden (dort war seinerzeit ein Analog-TV-Füllsender für ARD-hr um Frankfurt zu versorgen), aber der mickrige Handyturm ist wirklich Schrott.

Aber offenbar sieht der hr seine 91,0 von der Sackpfeife durch eine 91,2 akut gefährdet, und deswegen lässt er die Frequenz nur von dem Standort zu. Was soll man dazu sagen...

Zitat
DX OberTShausen
Wäre es nicht sinnvoller, wenn der HR die 87,9 dem D-Radio gibt?

Sinnvoll wäre es. Aber wann hat der hr das letzte Mal sinnvoll gehandelt?

von RheinMain701 - am 14.12.2015 19:24
Zitat
RheinMain701
Aber offenbar sieht der hr seine 91,0 von der Sackpfeife durch eine 91,2 akut gefährdet, und deswegen lässt er die Frequenz nur von dem Standort zu. Was soll man dazu sagen...


Vielleicht nicht nur wegen der 91,0 , sondern auch wegen der Bingener 91,1?
Trotzdem ziemlich unsinnig, meiner Meinung nach.

von DX OberTShausen - am 14.12.2015 19:29
An Bingen glaube ich da nicht. Eher noch wären Vorbehalte des SWR wegen der 91,4 Mainz-Kastel denkbar, denn der Spargel bringt auf der Mainzer Rheinseite ordentlich Leistung. Dann hätte man aber immerhin wie die 87,9 senden können, die ja wenigstens ganz Frankfurt versorgt.

von RheinMain701 - am 14.12.2015 19:45
Zitat
DH0GHU
"Sinnvolle" Abschaltkandidaten wären wohl auch die Starnberg-Funzeln, die Mittenwald-Funzeln, die auf dem Hohenpeißenberg, ...


Naja, geht der 5C dort überall schon gut genug? Der BR wird doch nicht umsonst auch vom Herzogstand und vom Laber bei Oberammergau senden?

Ein sinnvoller Abschaltkandidat wäre evtl. die 97,2 Rosenheim-Stadt. Der DLF geht in der Stadt auch nahezu überall gut genug auf 97,7 vom nahegelegenen Dandlberg. In manchen Ecken zischelt es ein wenig, ok... Dafür hat man alternativ auf DAB die Vollversorgung bis in die Keller.

von Habakukk - am 14.12.2015 21:32
Ich denke trotzdem, dass nur echte Funzeln un Frequenzen die verhältnismäßig teuer sind abgeschaltet werden.

Ich nehme ja an, dass jeder die neue Preisliste der MB gesehen hat.

Hier im Saarland würde mir sobald Mettlach udn das Moseltal im Bundesmuxaktiv sind, die Frequenz 106,2 im Moseltal einfallen, die ja doch relativ wenig Einwphner auf deutschem Boden erreicht trotz ihren nominell 5kW.

Ansonsten wird der DLF die 90,1 und das DLR die anderen Frequenzen anhand der Einwohner sicherlich alle behalten inklusive der 96,3.

von Marcus. - am 15.12.2015 00:30
Wobei ich da die Saarlouiser 96,3 oder auch die Völklinger 88,6 noch am ehesten als Abschaltkandidaten sehe, da die 107,9 bzw. die 107,5 in diesem Bereich noch recht stark reinkommen. Alles andere im Saarland und ums Saarland herum dürfte aber wohl noch unentbehrlich sein.

von Saarländer (aus Elm) - am 15.12.2015 08:17
Jo, die 89,0 und 106,2 sind die Kandidaten für den Bereich WHV. Wobei die 89,0 nicht unbedingt überall störungsfrei ist. Aber insbesondere mit einer Dachantenne knöselt Jever natürlich alles weg, zumal ich den FMT in der Höhe meiner Antenne sehen kann.
Und was ggfs. von Bremen ankommt und stören könnte, kann ich nicht sagen, die hab ich Dank Jever hier noch nie gehört.

von HAL9000 - am 15.12.2015 10:33
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Wobei ich da die Saarlouiser 96,3 oder auch die Völklinger 88,6 noch am ehesten als Abschaltkandidaten sehe, da die 107,9 bzw. die 107,5 in diesem Bereich noch recht stark reinkommen. Alles andere im Saarland und ums Saarland herum dürfte aber wohl noch unentbehrlich sein.


Was versorgt eigentlich Traben-Trabach? Das wären für mich eigentlich so typische Frequenzen, die am ehesten entberlich sein könnten.

Das Problem im Saarland ist ja, dass sowohl in SLS als auch im Winterberg, alle Frequenzen eigene Antennen nutzen, was es natürlich teuer macht, nach der neuen Preisliste.

Für eine vernünftige Versorgung in SLS kommt man bei der aktuellen Konfiguration der 107,9 und 107,5 nicht um die 96,3 herum. Die 88,6 geht auch nicht so schlecht und beide stehen ja in Städten, wo man Leute versorgen kann. Wenn man die 107,5 besser ausnutzen würde, könnte man die 88,6 auch an den DLF vergeben, was eigentlich sinnvoller gewesen wäre.

Die Frage ist halt, wie radikal soll der Schnitt sein, den DLR und DLF machen wollen. Wenn man eine einigermaßen gute UKW Versorgung in SLS haben möchte, braucht man aber eigentlich die 88,6 noch neben der 107,9, also beide abschalten wäre in Meinen Augen zu viel.

Ein Abnehmer für die 96,3 hätte es aber mit Sicherheit, nämlich BigFM und die 106,2 würe Unser Ding auch wieder dankend annehmen, dazu die 106,1 in MTL (Bisdahin wird das Lokalradio nicht mehr senden) und man gibt die 90,3 in WND an den Privat Funk und alle sind zufrieden.

von Marcus. - am 15.12.2015 14:41
Zitat
RheinMain701
Traben-Trarbach versorgt Traben-Trarbach. Da unten wüsste ich auch nicht, welche anderen Frequenzen überhaupt in Frage kämen, und von einer DAB+-Versorgung ist man noch meilenweit entfernt.


Die Versorung wird der Haardtkopf übernehmen. Ich denke nicht, dass man nur mit Trier und Eifel eine zufriedenstellende Versorgung auf der A1 ohne Ihn hinbekommt.

von Marcus. - am 15.12.2015 15:06
Die 94.0 DLF vom Telemax Hannover wäre auch so ein Kandidat. Der gesamte Bereich (auch das Stadtgebiet Hannover) wird bestens durch die 103.5 vom Torfhaus / Harz versorgt. Die 94.0 wird vom RDS nur im Nahbereich des Telemax genutzt. Man sollte sie lieber neu ausschreiben und damit für mehr Vielfalt sorgen.

von Optimierer - am 15.12.2015 18:28
Zitat
Habakukk
Ein sinnvoller Abschaltkandidat wäre evtl. die 97,2 Rosenheim-Stadt. Der DLF geht in der Stadt auch nahezu überall gut genug auf 97,7 vom nahegelegenen Dandlberg. In manchen Ecken zischelt es ein wenig, ok... Dafür hat man alternativ auf DAB die Vollversorgung bis in die Keller.


Sehe ich auch so. ;)

Was haltet ihr von der Abschaltung der 96,8 MHz von DKultur aus München?. Gut München ist eine Großstadt. Doch die 96,8 MHz geht dort mehr schlecht als recht! Bei Tropo kommt in München Nord sowie Nord/ost sogar Bayern1 vom Hoher Bogen durch..

von Kohlberger91 - am 15.12.2015 18:48
Dann müsste dasselbe für Hamburg gehen, die 89,1 ist mit die schlechteste aller HHT-Frequenzen und zudem sehr in die Mangel genommen vom Brocken, Schwerin und Fynen.

Sie geht zwar irgendie überall aber nirgendwo richtig gut außerhalb im absoluten Innenstadtbereich.

von Anonymer Teilnehmer - am 15.12.2015 18:59
Zitat
Optimierer
Die 94.0 DLF vom Telemax Hannover wäre auch so ein Kandidat. Der gesamte Bereich (auch das Stadtgebiet Hannover) wird bestens durch die 103.5 vom Torfhaus / Harz versorgt. Die 94.0 wird vom RDS nur im Nahbereich des Telemax genutzt. Man sollte sie lieber neu ausschreiben und damit für mehr Vielfalt sorgen.


Zumal ja auch vom gleichen Standort die D-Radios via Bundesmux 5C ausgestrahlt werden... mit der vielfachen Reichweite, die die 94.0 erreicht. Das mal ganz unabhängig von der 103.5 auf UKW.

von Sarstedter - am 16.12.2015 06:51
Wie schon mit meiner Beispielliste angedeutet: Sinnvoll ist die Abschaltung von Kleinsendern zuerst im ländlichen Raum: Wenige Hörer, noch weniger mit "deepest indoor"-Problemen. 100 W in HH kosten tendentiell genauso viel oder wenig wie 100 W irgendwo an der mecklenburgischen Seenplatte oder in Niederbayern... Es gibt im ländlichen Raum genug Funzeln, die nur wenige km weit reichen und für die Fernstraßenversorgung komplett irrelevant sind.

von DH0GHU - am 16.12.2015 07:49
Es waere in jedem Fall gut, wenn man nicht wieder wie bei der Lang-/Mittelwelle Schritt B vor A macht. Bitte erst UKW-Frequenzen abschalten, wenn dort auch eine venuenftige DAB-Abdeckung gegeben ist.

Nicht dass man als erstes irgendwelche "unrentablen" UKW-Funzeln auf dem Land ausknipst, in einer Gegend, die auch bei DAB vielleicht das Nachsehen hat.

Aber gut, bis 2018 ist noch lang, da hat das DAB-Netz hoffentlich nicht mehr allzu viele Luecken.

von Habakukk - am 16.12.2015 07:51
Bis Ende 2018 sind laut Projektantrag an die KEF 153 Senderstandorte geplant..Da werden alle flachen Gebiete voll versorgt sein.

Hier noch einmal die Zahlen für 2016 bis 2020:

2016: 110 (vereinbart; 91% der Fläche mobil, 80% der Einwohner portabel indoor)
2017: 135 (120 bereits vereinbart = 96% der Fläche mobil)
2018: 153
2019: 170
2020: 195 (99% der Fläche mobil)

Voraussetzung für eine vorzeitige Abschaltung von leistungsschwachen UKW-Sendern:
- genügend DAB-Empfänger
- bessere Versorgung des Gebietes mit DAB als mit FM
- keine Zuweisung aufgegebener Frequenzen an Private (>> LMG)

>> Im Vorfeld der Endausbauphase plant Deutschlandradio, einzelne leistungsschwache UKW-Sender bzw. Sender mit geringer Versorgungsreichweite in solchen Regionen abzuschalten, die dann schon über eine bessere Digitalradioversorgung verfügen. > Eine Regelung zum weiteren Umgang mit abgeschalteten UKW-Frequenzen ist vordringlich, weil das Deutschlandradio - und dies gilt gleichermaßen für andere öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie für Privatveranstalter - erst dann erste UKW-Sender abschalten kann, wenn sichergestellt werden kann, dass diese Frequenzen nicht von anderen Marktteilnehmern wieder für analoge Ausstrahlungen genutzt werden dürfen. Dies wäre kontraproduktiv für die Digitalisierung der terrestrischen Hörfunkübertragung.

von Manfred Z - am 16.12.2015 09:08
Angst vor den Privaten sicher nicht (kein einziger Privater kann einem D-Radio-Programm inhaltlich auch nur ansatzweise das Wasser reichen...Es gibt ja überhaupt kein mit DLF oder DR Kultur vergleichbares kommerzielles Programm) - aber eine Stärkung von UKW durch Steigerung der Attraktivität des Produkts wäre nicht gerade für ein sanftes Ausklingen der UKW-Nutzung förderlich. Ds beste Umstiegszenario UKW -> DAB+ ist immernoch das, dass UKW von alleine massiv an Relevanz verliert...

von DH0GHU - am 16.12.2015 11:22
Zitat
DJ Taifun
- keine Zuweisung aufgegebener Frequenzen an Private (>> LMG):confused:

Private => "andere Marktteilnehmer"

Zitat
DJ Taifun
Ah, oder haben die Angst vor den Privaten wenn die Frequenzen abgegeben werden?

=> "und dies gilt gleichermaßen für andere öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie für Privatveranstalter"
Auch andere Private müssten sich natürlich davor fürchten, daß die Konkurrenz ihre alten UKW-Frequenzen bekommt, wenn man komplett auf DAB wechselt. Die D-Radios müssen wohl nicht soviel Angst davor haben, da die Schnittmenge an Hörern, die DRadios und Private hören, wohl eher klein ist.

von iro - am 16.12.2015 11:24
Zitat
Auricher
Aurich, 101.80 MHz ist wohl nicht betroffen, ist aber auch keine Funzel. :rp:


Das ist richtig... aber z.B. die 106,9 in Aurich sowie die Funzel auf 105.3 in Norden könnte man ja abschalten. Aurich auf 5C müsste doch diesen Bereich auf jeden Fall noch abdecken... und das sicher weniger zischelnd als auf UKW. Allesamt DKultur-Funzeln... DLF 101.8 würde ich logischerweise als Grundnetzsender auch nicht antasten.

In der Nähe fällt mir noch die Funzel in Oldenburg auf 102.8 ein. Da allerdings vor 2017 kein Bundesmux in Oldenburg-Wahnbek kommen wird sollte die Frequenz noch aktiv bleiben. Wenn 5C dann allerdings von dort sendet (wird ja sicher auch aus Wahnbek kommen) wäre die 102.8 durchaus überfällig. 5C hätte dann insgesamt auch dort die bessere Ausbreitung.

Nachtrag: Ups... Jever 89,0 (DKultur) hatte ich noch vergessen.... die sendet da ja auch noch vor sich hin.

von Sarstedter - am 20.12.2015 16:06
"Die Funzel" hier auf 102,8 reicht aber überraschend weit, beim kurzen Scannen in Varel heute ging die noch.

OK, EDIT: Sind ja nur 22km von Wahnbek nach Varel, aber wenn man denn ernsthaft DKultur hören will dann wird wohl manchmal vom RDS die 102,8 angewählt.

Aber von der total überflüssigen - und schon von mir beschriebenen - 89.0 Jever mal abgesehen...

von Anonymer Teilnehmer - am 20.12.2015 16:37
Im weiteren Bereich der 102.8 OL habe ich eigentlich an allen Stellen auch Empfang des Bundesmuxes mit Scheibenklebeantenne. Nur in der Stadt OL gibt es noch einige wenige Empfangslöcher mit Aussetzern - berichtet mir meine Frau.
Wenn jetzt alle in OL richtige DAB-Antennen verwenden würden, wäre die 102.8 wohl schon überflüssig. Bei Scheibenklebeantenne aber noch nicht.

von iro - am 20.12.2015 17:11
Diese 2018 UKW-Funzeln sollten sicherlich abzuschalten sein. Ein AKW weniger, etwas für das Klima getan.-....
Und ihr habt bei einer Behelfsantenne Probleme ? So ist das nun mal.
Wir haben es vor 5 Jahren probiert : In OL geht die 101,8 mit einer normalen Hausantenne völlig problemlos. 72 dB zeigte das R&S-Messgerät. Vollversorgung nachgewiesen.
Edit.

von sup2 - am 20.12.2015 19:05
Zitat
sup2
UND GENAU DARAUF BERUHEN DIE UKW-REICHWEITEN !!!! ( und nicht : Ich habe mit Chinapressmüll und Wackelohrhörer in der U-Bahn ein Problem gehabt )
Wann kapiert ist das ?


Andersherum wird ein Schuh draus. Ich kenne es nur so aus der DDR, daß man zum Radiohören eine Antenne braucht und eine Zahnplombe nicht reicht. Ich muß da nichts kapieren. Das dürfte vielen hier, vor allem DXern, ähnlich gehen. Ich bin nichtmal DXer. Ich besitze nichtmal eine eigene UKW-Antenne. Mein Tuner hing, als ich noch UKW hörte, immer an "Gemeinschaftsantennen" (DDR) oder der später dort eingebauten Kanalaufbereitung.

Das Problem ist heute aber schwieriger als früher. Damals war eine Hausantenne etwas normales, heute sind sie fast überall verboten (wenn man zur Miete wohnt oder in Eigentumswohnung). Kein Drama, DKultur holt man sich halt über Satellit. Blöd, da das auch oft verboten ist. Und dann wirds schon eklig. Oft fand ich wirklich die Beipackstrippe hinter der Anlage ans Regal gepinnt vor, denn fernsehfreie Haushalte (kenne da so einige) zahlen nur ungern einen Kabelanschluß. Ich behaupte: früher war der Zugang zu hochwertiger Signalqualität für viele einfacher und vor allem billiger als heute. Teils herrschen im Mietwohnungsmarkt Zustände, die übler sind als die DDR-Ochsenkopf-Demontageaktionen der 60er Jahre.

Ich habe mit Kopfschütteln die ganzen Funzeln zu Kenntnis nehmen müssen, die seit 2 Jahrzehnten wie Unkraut aus dem Boden geschossen sind. Gerade aktuell habe ich eine Kabelkopfstelle eines Netzes mit ca. 1300 Haushalten UKW-technisch komplett umgestellt und da sind auch (nun nur noch) 13 terr. umgesetzte UKW-Empfänge dabei. Dabei fiel mir wieder auf, wie bescheuert zusätzlich koordinierte Privatfunk-Funzeln 12 km neben 10 oder 30 kW (!) Grundnetzsendern sind. Wozu gibt es die? Nein, nicht für die Versorgungssicherheit, sondern zur Blockade von Frequenzen. Da greift dann die Staatskanzlei den von ihr lizensierten Privaten nett unter die Arme und spendiert ihnen Zusatzfunzeln, damit niemand anderes... und die Netzbetreiber müssen dann um diese vor-der-Tür-Strahler genauso herumkoordinieren wie um die ebenfalls perfekt empfangbaren Hauptsender.

Eine der armseligsten Frequenzen vor Ort ohne Unterstützung durch Großsender in der Nähe hat... das Deutschlandradio Kultur. Und weit und breit kein Großsender. DKultur geht in Sachsen oder großen Teilen Thüringens immer nur in den STädten und dazwischen nicht, weil im Wendezeit-Wildwest die Großsender von DS Kultur in Sachsen dem DLF zugeschlagen wurden. Selbst auf der Kopfstelle auf dem Berg (80 Meter höher) zzgl. 30-Meter-Mast sind die nächsten Gundnetzsender von DKultur einspeiseunwürdig schwach. Dafür alles zigmal zugedudelt mit rendundantem Müll.

Ach so, hier meine Kabelbelegung. Eine der Privatfunk-Zusatzfunzeln nahm ich mir dabei sogar als Quelle, weil ich damit auf eine geradzahlige Umsetzeranzahl an einer Antenne kam. Wenigstens ein was praktisches.

87,50 MDR Thüringen (Gera)
87,90 MDR 1 Radio Sachsen (Leipzig)
88,20 MDR Sachsen-Anhalt (Halle
88,65 MDR Jump
89,00 MDR Sputnik
89,50 MDR Info
90,05 MDR Figaro
90,65 MDR Klassik
91,40 D-Radio Kultur
91,80 Deutschlandfunk
92,25 D-Radio Wissen
92,60 Antenne Thüringen (Ost)
93,00 Landeswelle Thüringen (Ost)
93,30 Radio Top40
94,05 Klassik Radio
94,60 Radio B2
95,50 hr1
95,80 hr2
96,45 hr3
96,80 hr4
97,20 Bayern 1
97,50 Bayern 2
98,75 Bayern 3
99,20 BR Klassik
99,60 BR Heimat
100,25 BR Puls
100,60 Bayern+
101,45 Radio PSR (Leipzig)
101,90 Hitradio RTL Sachsen (Leipzig)
102,20 Radio SAW (Halle/Wittenberg)
102,75 Sunshine Live
103,10 NDR Info
103,50 Radio Eins
104,20 OE1
104,65 FM4
105,15 SWR 2
105,50 KiRaKa
105,95 WDR 2
106,25 WDR 3
106,65 Funkhaus Europa
107,35 Rock-Antenne
107,70 egoFM
108,00 Radio Paloma

von Chris_BLN - am 20.12.2015 20:22
Interessant wäre in diesem Zusammenhang ja mal, was für das DRadio als Funzel zählt. Alles < 100, 500 oder 1.000 Watt?

Je nachdem müsste man die UKW-Frequenz des DLF in Köln abschalten. 100 Watt und mein Autoradio wählt in Köln trotzdem häufig lieber die 89.1 aus Bonn. Außerdem knallt 5C in Köln ja, dank des Colonius, alles zu.

von Sebastian Dohrmann - am 21.12.2015 08:12
Ich denke mal, dass die geographische Reichweite eine Rolle spielen müsste - gerade in Anbetracht dessen, dass nicht gerade wenige oft mit dem Auto unterwegs sind. Und wenn es "nur" der Arbeitsweg ist.

Und gerade hier hat das Deutschlandradio in den vergangenen 15 Jahren eher Rumpffrequenzen erhalten. Wenn ich an die Situation in NRW denke, bevor der Zuschlag für die 96.5 an DKultur ging... Wattenscheid auf der 89.3 hat nicht mal ganz Bochum erreicht, for example. Im nördlichen NRW und angrenzenden Niedersachsen ist es heute noch so.

Beispiele: Die 97.1 aus Nordhorn (DKultur). Richtung Westen gehen nur 3 Watt raus. Folge: Im benachbarten Neuenhaus kommt nix anständiges mehr rein. Oder die 97.5 aus Münster. Hängt 100 m tiefer als die übrigen Sender, wohl um WMW aus Borken (97.6) zu schützen. Aber wieso geht Richtung Osten gerade mal 0,1 Watt (!) raus? So entsteht 300 m östlich (noch nicht mal Stadtgrenze, Wolbeck erreicht man schon nicht mehr) ein schöner Rauschteppich. Wenn der Brocken geschützt werden soll, warum wird dann im 30 km östlich gelegenen Beckum ein DLF-Füllsender auf der 91.5 betrieben, der bei erstbester Tropo von JUMP plattgewalzt wird? Fragen über Fragen... :D

von NurzumSpassda - am 21.12.2015 09:22
Schlimm sind auch die Zustände in Bayern: 94,7 MHz vom Hohenpeißenberg hat derart masive Richtstrahlung, dass der Sender 10km westlich bei direkter Sicht nicht mehr beifahrertauglich ist. Dazu kommt die Gleichfrequenzbelegung mit Starnberg (DKultur). Das gibt ein munteres Mischmasch.
Auf einigen Hochlagen, wo sich die beiden bekämpfen, kämpft 90,3 MHz Landsberg gegen 90,3 MHz AFN Garmisch...

Was nun sinnlos erscheinende Funzeln betrifft: Die mögen im Auge des Betrachters sinnlos sein, aber es gibt genug Fälle im Bergland, wo auch ein nahe gelegener Grundnetzsender durch Abschattung oder Mehrwegausbreitung nicht sinnvoll empfangbar ist. Hatte ich gerade heute morgen mit BR Klassik getestet: Im Carport, wo nur ein Haus die direkte Sicht zum Hohenpeißenberg verdeckt, war der schon angezischelt und etwas verzerrt. Die nächsten paar km ging er problemlos, auf der B2 dann wieder mit Zischeln und Zerren, da Hügelketten die direkte Sicht (keine 15km!) versperren, die Nord-Steilwände der Alpen (ca 10 km weg, direkte Sicht) aber perfekte Reflektoren für Multipath darstellen... Oberammergau mit seiner Funzelleistung hilft nicht weiter, Kreuzeck auch nicht wirklich. Nach Qualitätsgesichtspunkten wäre ein Füllsender für den BR in Murnau auf UKW dringend geboten (vgl. Bad Tölz). Aber zum Glück gibts hier DAB+, das geht 1a.

von DH0GHU - am 21.12.2015 10:23

Re: Das Deutschlandradio schaltet im Jahre 2018 möglicherweise UKW-Funzeln ab

Zitat
Manfred Z
Zitat
sup2
Diese 2018 UKW-Funzeln sollten sicherlich abzuschalten sein. Ein AKW weniger, etwas für das Klima getan.


Wie kommst du auf 2018 Funzeln? So viele UKW-Sender haben DRadio und D
LF nicht. Und was hat das mit AKWs zu tun?


Man kann den Threatitel natürlich absichtlich falsch lesen und aus der Jahreszahl die Anzahl der einzelnen Funzeln hineininterpretieren.

von Chief Wiggum - am 21.12.2015 11:55
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.