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Was man per Weltempfaenger noch so an deutschsprachigen Nachrichten hoeren kann

Startbeitrag von dab_4 am 19.12.2015 16:31

Angenommen man befindet sich in einem fremdsprachigen Umfeld und ist ohne Internet und ohne Mobilfunk; Kabel- und Satellitenradio/-TV sowie anderer Rundfunk vor Ort mögen noch empfangbar sein, aber man versteht die Sprache nicht; Kurzwellenempfang per Weltempfänger klappt. Hier ein Beispiel von dem, was man dann noch von der Welt mitbekommt:

Am 19.12.2015 16 UTC gab's in der deutschsprachigen Nachrichtensendung von Radio China International (CRI) auf 5970 kHz Meldungen zu folgenden Themen (nur mal so als Stichwörter):

UN-Resolution zum Syrien-Konflikt; Treffen von Außenministern in New York; US-Bomber im chinesischen Luftraum; neue Gewichtung von Stimmrechten beim Internationalen Währungsfonds; EU-Gipfel in Brüssel.

Also dank Kurzwelle und - in diesem Beispiel - CRI ist man nicht völlig im Tal der Ahnungslosen. Ich vermute mal, wenn in Deutschland etwas Weltbewegendes passiert, würde CRI das melden.

Antworten:

Wäre ja mal intressant welche KW Stationen noch Deutschsprachige Nachrichten bringen.

von _Yoshi_ - am 19.12.2015 16:38
Grundsätzlich gehört natürlich zu jeder Art der Medienrezeption die nötige Portion Skepsis. Im Falle von Radio China International würde ich die Ohren ganz besonders spitzen - und vielleicht noch mal etwas kritischer zuhören. Nicht dass dort Falschmeldungen verbreitet würden - aber die Auswahl und "Schreibe" der Meldungen hat doch oft eine eindeutige politische Richtung... Aber nichtsdestotrotz: Zumindest ist man auf Kurzwelle nicht völlig von der Welt abgeschnitten.

von RadioNORD - am 19.12.2015 16:41
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.
Wie meine Aufzählung zeigt, sind etliche autoritäre Staaten darunter, die versuchen sich ins rechte Licht zu rücken. Objektiv sind solche Nachrichten kaum.

von Radiologe - am 19.12.2015 16:43
Zitat
Radiologe
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.


Die Liste dürfte mehr oder weniger vollständig sein (nun gut, die Slowakei und Polen senden über die Funzel in der Eifel - das kann man wegen mangelnder Reichweite in diesem Zusammenhang vernachlässigen). Die meisten Stationen bringen ohnehin hauptsächlich Meldungen, die das eigene Land oder die Nachbarregion betreffen. So etwas wie "Weltnachrichten" kommen am ehesten noch von den Auslandsdiensten Chinas und Vietnams (dann von denen des Iran, der Türkei und Rumäniens). Meldungen zu Geschehnissen in Deutschland gibt's selten - wie gesagt, das muss schon 'n bisschen weltbewegend sein oder das eigene Land mit betreffen.

Zitat
Radiologe
Wie meine Aufzählung zeigt, sind etliche autoritäre Staaten darunter, die versuchen sich ins rechte Licht zu rücken. Objektiv sind solche Nachrichten kaum.


Na ja, ich denke, wenn bspw. das Zustandekommen einer UN-Resolution oder ein Flugzeugunglück gemeldet wird, dann wird es den betreffenden Vorgang an sich schon gegeben haben. Und überhaupt erst einmal das mitzukriegen, steht ja im Vordergrund für einen Hörer, der sonst keine Infoquellen hat (s. den Anfangsbeitrag).

Das Ins-rechte-Licht-Rücken kommt auch eher in den Kommentarsendungen.

von dab_4 - am 19.12.2015 17:10
Funkamateure hätten es in diesem Zusammenhang einfacher. Man sucht sich auf Kurzwelle eine deutsche Runde und kann nachfragen: „…was gibt es Neues in der Heimat ?“ Oder man bittet einen OM, zu vollen Stunde einmal die Nachrichten des DLF oder MDR Info
zu übertragen. Notfalls könnte man dies auch als „Rundspruch“ oder „Bakenaussendung“ deklarieren.

Wenn es nach Politikern ginge, dann wäre hier in Sachsen-Anhalt schon seit 5 Jahren alles digital und UKW abgeschaltet worden. Vermutlich hatte man aber doch noch genug "externen Sachverstand" zusammen kratzen können und es kam nicht so.
Hier eine "Recherche" von 2008 aus dem "Land der Frühaufsteher":
http://files.feedplace.de/medienmagazin/58-recherche-maerz-2008.mp3

Tja, wie gesagt: Dann deutsche Funkamateure aus der Heimat belauschen. Solange die sich über Stehwellen und Impedanzen austauschen wird schon Nix Schlimmes passiert sein, hier in DL..
Also: Weltempfänger mit SSB erwerben....



roger

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 19.12.2015 17:24
Zitat
Radiologe
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.


Heute (22.12.2015) um 12:30 UTC hörte ich die deutschsprachige Nachrichtensendung der Stimme der Türkei auf 17755 kHz. Die meisten Meldungen bezogen sich auf die Regionen Türkei, Syrien und Nord-Irak. An sonstigen Nachrichten gab es folgende (nur Stichwörter):
Palästinenser-Präsident in Athen; katarische Nationalbank kauft eine Finanzbank (welche, habe ich vergessen); US-Präsident äußert sich über den IS; kanadische Regierung will Programm zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge ausbauen.

Man mag davon halten, was man will: In jedem Fall ist es lobenswert, dass die Türkei überhaupt täglich ein deutschsprachiges Nachrichtenprogramm per analoger Kurzwelle ausstrahlt - im Gegensatz zu Deutschland, das für so etwas offensichtlich zu arm ist ("arm" wahrscheinlich nicht unbedingt im materiellen Sinn).

von dab_4 - am 22.12.2015 14:28
Noch vor einigen Jahrzehnten unterhielten viele Staaten Auslandsdienste in verschiedenen Sprachen so etwa die BBC, DW, VoA oder Radio Moskau. Die von mir aufgeführten Länder sind eigentlich nur Überbleibsel von einst weltweit sendenden Stationen. Wenn die finanzielle Lage in jenen Funkhäusern nicht mehr stimmt wird der Rotstift angesetzt. Erfahrungsgemäß müssen als erstes die Auslandsdienste dran glauben. Also kann man sich jetzt noch an jedem deutschsprachigen Programm erfreuen was noch auf Kurzwelle sendet und wenn der Empfang so gut ist wie bei der Stimme der Türkei, dann macht das ganze auch noch Spaß.

von Radiologe - am 22.12.2015 18:38
Hi , mit Stand 29.Dezember 2014 : "Homepages deutschsprachiger Auslandsdienste mit Sendungen auf Kurz- und Mittelwelle" :
http://www.addx.de/sonntag/deutsch.php

von SpaßmitRadio - am 22.12.2015 19:14
...Serbien gibt's nicht mehr auf KW, und Kairo ist de facto nicht hörbar. Erwähnenswert vielleicht noch der dt. Nachrichtenblock auf Radio Slowenien 918 kHz von 2135-2140 WZ.

Hat schonmal jemand (irgendwo) die deutschen zehn Minuten auf Kyrgyz Radio 1 (4010 kHz) beobachten können? In Mitteleuropa dürfte der Empfang um 1410-1420 WZ (Mo-Sa) wohl so gut wie unmöglich sein.

von ardey.fm - am 22.12.2015 20:03
Zitat
Radiologe
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.
Wie meine Aufzählung zeigt, sind etliche autoritäre Staaten darunter, die versuchen sich ins rechte Licht zu rücken. Objektiv sind solche Nachrichten kaum.


Das ist in meinen Augen etwas zu viel Lob für deutsche Medien. Die sind genauso voreingenommen und berichten gefiltert. Nach ein paar Jahren im benachbarten Ausland tue ich mir deutsche Medien kaum noch an.

Alle senden eben IHRE Sichtweise der Dinge und Vorgänge, was natürlich auch Rückschlüsse auf sie selbst zuläßt.

von 2-0-8 - am 22.12.2015 20:15
Zitat
Radiologe
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.


Heute (22.12.2015) um 20:30 UTC hörte ich die deutschsprachige Nachrichtensendung der Stimme Vietnams auf 6175 kHz. Die meisten Meldungen bezogen sich auf Vietnam und vietnamesische Organisationen außerhalb Vietnams. Abschließend gab es "Nachrichten aus der Welt"; nur Stichwörter:
Ergebnis der Untersuchung der "Black Box" des vor ein paar Wochen abgeschossenen russischen Militärflugzeugs; Konsultationen zwischen der EU, Russland und der Ukraine in Brüssel; höchste Alarmstufe in Djakarta.

Es wird der Eindruck bestätigt, den ich schon vor etwa zweieinhalb Jahren gewann:
Neben dem Auslandsdienst von China ist der von Vietnam derjenige, mit dem die Chance am größten ist, auschließlich via Kurzwelle auf Deutsch etwas vom Weltgeschehen mitzubekommen (wobei die in Deutschland privat betriebenen KW-Sender wegen ihrer geringen Sendeleistung in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt sind).

von dab_4 - am 22.12.2015 21:03
Ich habe vor zwölf Jahren mal die deutschsprachige Redaktion von CRI besucht und dort sagten wir sie, dass sie das Gefühl haben, sie können unabhängiger berichten als ihre Kollegen von der Deutschen Welle. Ein Vorteil: In der Führungsebene versteht gar keiner deutsch (damals zumindest).

von Peter Schwarz - am 22.12.2015 22:14
Zitat
2-0-8
Zitat
Radiologe

Das ist in meinen Augen etwas zu viel Lob für deutsche Medien. Die sind genauso voreingenommen und berichten gefiltert. Nach ein paar Jahren im benachbarten Ausland tue ich mir deutsche Medien kaum noch an.

Alle senden eben IHRE Sichtweise der Dinge und Vorgänge, was natürlich auch Rückschlüsse auf sie selbst zuläßt.


Dies kann ich nur bestätigen. Auch in den deutschen Medien wird nur das gezeigt, was man zeigen will und bestimmte Sichtweisen gefördert. Sehr schön auch zu sehen, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht.

Ich finde es aber trotzdem sehr schade, dass man nicht eine Grundversorgung auf KW lässt. Als ich 3 Monate in China war wäre dies sicherlich vorteilhaft gewesen, um sich über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Gut, über Umwege konnte man dann deutsche TV-Sender schauen und sich informieren. Aber der Aufruf von Webseiten war schon schwierig und live-TV zum Beispiel über die WDR-Seite war ebenfalls kaum möglich (umgekehrt hier auch).


von pfennigfuchser - am 23.12.2015 05:37
Zitat
dab_4
Zitat
Radiologe
Das dürften lediglich "gefilterte" Nachrichten sein, die nicht unbedingt mit den deutschen Medien zu vergleichen sind. Neben China gibt es auch noch Infos aus dem Iran, Rumänien, Süd-Korea, Albanien, Taiwan, Vietnam, Nord-Korea, Argentinien, Türkei und Weißrußland auf Kurzwelle.


Heute (22.12.2015) um 20:30 UTC hörte ich die deutschsprachige Nachrichtensendung der Stimme Vietnams auf 6175 kHz. Die meisten Meldungen bezogen sich auf Vietnam und vietnamesische Organisationen außerhalb Vietnams. Abschließend gab es "Nachrichten aus der Welt"; nur Stichwörter:
Ergebnis der Untersuchung der "Black Box" des vor ein paar Wochen abgeschossenen russischen Militärflugzeugs; Konsultationen zwischen der EU, Russland und der Ukraine in Brüssel; höchste Alarmstufe in Djakarta.

Es wird der Eindruck bestätigt, den ich schon vor etwa zweieinhalb Jahren gewann:
Neben dem Auslandsdienst von China ist der von Vietnam derjenige, mit dem die Chance am größten ist, auschließlich via Kurzwelle auf Deutsch etwas vom Weltgeschehen mitzubekommen (wobei die in Deutschland privat betriebenen KW-Sender wegen ihrer geringen Sendeleistung in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt sind).


Einerseits ist es klar, dass die Auslandsdienste in erster Linie über ihr Land berichten wollen und/oder müssen. Andererseits können sich die Hörer, die sich im deutschen Sprachraum aufhalten, darüber auch via Internet informieren. Es kann also durchaus sein, dass ein solcher Auslandsdienst "ins Leere" sendet.

Mich wundert, dass angesichts der Selbstabschaltung Deutschlands im Äther die Auslandsdienste keinen kleinen Strategiewandel vollziehen: Sie könnten doch nur ein paar Minuten von ihren Deutsch-Sendungen dafür abzwacken, Meldungen aus der Welt und Deutschland zu präsentieren. So könnten diejenigen Hörer gewonnen werden, die außerhalb Deutschlands "netzlos" sind, aber dennoch etwas auf Deutsch über Deutschland und die Welt erfahren möchten.

Etwas "Analoges" gab's hierzulande mal in den 1970er Jahren: Das "ausländische" Radio Luxemburg lief fast den ganzen Tag zumeist auf KW oder MW, damit man flotte Popmusik hören konnte; die wurde nämlich von den lokalen Sendern nur selten gebracht.

Warum sollte das jetzt nicht andersherum im Ausland beim Thema "Informationen" funktionieren, also dass man bei Netzlosigkeit und Bestehen der Sprachbarriere dort mal Radio ... einschaltet, das auf Deutsch Infos auch über Deutschland und die Welt bringt?

von pro_dabby - am 23.12.2015 10:39
Morgens kann man per Kurzwelle immer noch den ORF hören: Von 7 - 8.15h MEZ sendet OE1 täglich auf Kurzwelle 6155 kHz und ist so doch fast europaweit bzw. teilweise darüber hinaus zu hören.

von dxbruelhart - am 24.12.2015 07:32
Hansjörg Biener hat eine schöne Zusammenstellung über wohl alle Kurzwellenprogramme, die noch in deutsch senden http://www.biener-media.de/biener-rundfunk.htm#rundfunk

von dxbruelhart - am 24.12.2015 07:36
Zitat
dxbruelhart
Morgens kann man per Kurzwelle immer noch den ORF hören: Von 7 - 8.15h MEZ sendet OE1 täglich auf Kurzwelle 6155 kHz und ist so doch fast europaweit bzw. teilweise darüber hinaus zu hören.


Ja. Der ORF gehört auch zu den Stationen, die mit >10 kW auf Deutsch auch Weltnachrichten via Kurzwelle verbreiten. Ich weiß auch, warum ich vergaß, wegen dieses Merkmals den ORF neben Radio China International, Stimme Vietnams, IRIB Teheran, Stimme der Türkei und Radio Rumänien International zu erwähnen: Es handelt sich bei der KW-Sendung des ORF um die Übernahme des Inlandsprogramms, also nicht um einen Auslandsdienst. In der Praxis sollte das aber denjenigen Hörern egal sein, die einfach nur Weltnachrichten auf Deutsch hören möchten und in einer Situation sind, dazu ausschließlich auf KW zurückgreifen zu können.

Übrigens muss eine solche Situation nicht unbedingt extrem konstruiert sein: Sie liegt bspw. schon vor, wenn man mit dem Auto in der Slowakei unterwegs ist.

von dab_4 - am 24.12.2015 08:55
Zitat
pfennigfuchser
Ich finde es aber trotzdem sehr schade, dass man nicht eine Grundversorgung auf KW lässt. Als ich 3 Monate in China war wäre dies sicherlich vorteilhaft gewesen, um sich über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Gut, über Umwege konnte man dann deutsche TV-Sender schauen und sich informieren. Aber der Aufruf von Webseiten war schon schwierig und live-TV zum Beispiel über die WDR-Seite war ebenfalls kaum möglich (umgekehrt hier auch).


Als ich 2008 in China war, habe ich neben einem Smartphone (mehr ein Hybrid aus geschrumpftem Computer und Mobiltelefon) einen Weltempfänger mitgenommen. Den habe ich mit dem ersten Paket zurück in die Heimat geschickt, weil nichts empfangbar war.
Über das "Smartphone" konnte ich ins Internet und mich dort mit den wichtigsten Meldungen versorgen. Radio habe ich auch damit gehört, meist DRS 4 Info. Nur nach 15 Minuten hat mich die "große Firewall" immer von der Seite geworfen. Das war immer noch erträglicher als das "Programm" von DW-TV, dem einzigen dt. Programm im Hotelfernsehen. Einen Monat immer die gleiche Propaganda in Dauerschleife, mal auf deutsch und mal auf englisch. Richtiges Auslandsfernsehen gabs auf BBC und TV5 Monde.

Den Weltempfänger habe ich seitdem nie mehr eingepackt, einen Laptop sehr wohl.

von 2-0-8 - am 25.12.2015 20:36
Zitat
dab_4
Angenommen man befindet sich in einem fremdsprachigen Umfeld und ist ohne Internet und ohne Mobilfunk; Kabel- und Satellitenradio/-TV sowie anderer Rundfunk vor Ort mögen noch empfangbar sein, aber man versteht die Sprache nicht; Kurzwellenempfang per Weltempfänger klappt. Hier ein Beispiel von dem, was man dann noch von der Welt mitbekommt:

Am 19.12.2015 16 UTC gab's in der deutschsprachigen Nachrichtensendung von Radio China International (CRI) auf 5970 kHz Meldungen zu folgenden Themen (nur mal so als Stichwörter):

UN-Resolution zum Syrien-Konflikt; Treffen von Außenministern in New York; US-Bomber im chinesischen Luftraum; neue Gewichtung von Stimmrechten beim Internationalen Währungsfonds; EU-Gipfel in Brüssel.

Also dank Kurzwelle und - in diesem Beispiel - CRI ist man nicht völlig im Tal der Ahnungslosen. Ich vermute mal, wenn in Deutschland etwas Weltbewegendes passiert, würde CRI das melden.


In der CRI-Nachrichtensendung vom 02.01.2016 6 UTC auf 17720 kHz (übrigens || 17615 kHz) wurden u. a. gemeldet: Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin (es wurde auch auf den Inhalt eingegangen), Silversterfeiern in einigen europäischen Städten, Freihandelsabkommen im Zusammenhang mit der Ukraine und Russland, Hotelbrand in Dubai und ein paar weitere Weltnachrichten.

Leider ist die 6-UTC-Sendung lediglich eine Wiederholung vom Vortag, also nicht ganz aktuell. Aber ansonsten ist, was deutschsprachige Infos auf Kurzwelle betrifft, CRI (deutsch) doch 'n guter Ersatz für die Nullwertkost "Deutschsprachige Deutsche Welle auf KW". In ein paar Sprachen sendet die DW ja noch ab und an auf KW. Wird das aus Steuergeldern finanziert?

von pro_dabby - am 02.01.2016 06:58
Zitat
dab_4
Zitat
dxbruelhart
Morgens kann man per Kurzwelle immer noch den ORF hören: Von 7 - 8.15h MEZ sendet OE1 täglich auf Kurzwelle 6155 kHz und ist so doch fast europaweit bzw. teilweise darüber hinaus zu hören.


Ja. Der ORF gehört auch zu den Stationen, die mit >10 kW auf Deutsch auch Weltnachrichten via Kurzwelle verbreiten. Ich weiß auch, warum ich vergaß, wegen dieses Merkmals den ORF neben Radio China International, Stimme Vietnams, IRIB Teheran, Stimme der Türkei und Radio Rumänien International zu erwähnen


Am 02.01.2016 8 MEZ brachte Radio Rumänien International in seiner Nachrichtensendung zunächst Meldungen über Rumänien und dann zu folgenden Themen:
Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch die Niederlande; Situation in München nach der Sicherheitswarnung; Putin unterzeichnet Dokument zur Sicherheitsstrategie Russlands.

von pro_dabby - am 02.01.2016 07:19
Zitat
pro_dabby
Zitat
dab_4
Zitat
dxbruelhart
Morgens kann man per Kurzwelle immer noch den ORF hören: Von 7 - 8.15h MEZ sendet OE1 täglich auf Kurzwelle 6155 kHz und ist so doch fast europaweit bzw. teilweise darüber hinaus zu hören.


Ja. Der ORF gehört auch zu den Stationen, die mit >10 kW auf Deutsch auch Weltnachrichten via Kurzwelle verbreiten. Ich weiß auch, warum ich vergaß, wegen dieses Merkmals den ORF neben Radio China International, Stimme Vietnams, IRIB Teheran, Stimme der Türkei und Radio Rumänien International zu erwähnen


Am 02.01.2016 8 MEZ brachte Radio Rumänien International in seiner Nachrichtensendung zunächst Meldungen über Rumänien und dann zu folgenden Themen:
Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch die Niederlande; Situation in München nach der Sicherheitswarnung; Putin unterzeichnet Dokument zur Sicherheitsstrategie Russlands.


Hier nach Uhrzeit (UTC) sortiert die Liste von (analogen) KW-Sendungen in Deutsch, die von außerhalb Deutschlands ausgestrahlt werden und auch - mehr oder weniger - Weltnachrichten bringen (erstellt unter Rückgriff auf die EiBi-Liste; hinter dem Sendernamen stehen die Frequenzen in kHz; Stand: 05.01.2016):

0600-0715 Radio Österreich Int. 6155
0600-0800 Radio China Int. 17615 17720
0700-0730 Radio Rumänien Int. 7345
0720-0820 Stimme der I. R. Iran 15175 17690
1230-1330 Stimme der Türkei 17755
1500-1600 Radio Rumänien Int. 6040 7330
1600-1800 Radio China Int. 5970 7380
1720-1820 Stimme der I. R. Iran 5900 7425
1800-2000 China Radio Int. 6160 7395 9615
1830-1930 Stimme der Türkei 7205
1900-2000 Radio Rumänien Int. 6010
2030-2130 Stimme Vietnams 6175

Macht was draus ;)

von dab_4 - am 06.01.2016 16:49
Na wenigstens die paar Stunden Informationen am Morgen im DLF könnte man doch auf Kurzwelle schmeißen. Reiches Land und so.

von Japhi - am 06.01.2016 17:28
Noch eine ausführliche Liste gibt es hier: http://addx.de/cgi-bin/hfp.cgi

von mago - am 06.01.2016 18:48
... dieser Link ist besser ;) http://addx.de/Hfpdat/plaene.php

von Felsberg - am 06.01.2016 18:50
Zitat
Felsberg
... dieser Link ist besser ;) http://addx.de/Hfpdat/plaene.php


Bitte genau den Zweck der "kleinen" Liste begreifen: Sie umfasst nur KW-Sendungen in Deutsch, die von außerhalb Deutschlands ausgestrahlt werden und auch - mehr oder weniger - Weltnachrichten bringen.

von dab_4 - am 06.01.2016 19:09
Zitat
Japhi
Na wenigstens die paar Stunden Informationen am Morgen im DLF könnte man doch auf Kurzwelle schmeißen. Reiches Land und so.


Das wäre gut; dafür wird aber nach jetziger Lage der Dinge keiner die Mittel bereitstellen.

Cool wäre, wenn bspw. Radio China International seine Deutsch-Sendungen auf KW erweitern würde, vor allem mit noch mehr Meldungen aus Deutschland, der EU und dem Rest der Welt.

von dab_4 - am 07.01.2016 11:20
Zitat
UKW-Fan Sachsen-Anhalt
Funkamateure hätten es in diesem Zusammenhang einfacher. Man sucht sich auf Kurzwelle eine deutsche Runde und kann nachfragen: „…was gibt es Neues in der Heimat ?“


Ist das nicht verboten? Ich dachte, beim Amateurfunk dürfe man sich nur über technische Themen wie genutzte Antenne, Ausgangsleistung, Transceiver etc. unterhalten. Denn alles andere könnte man ja auch über's Telefon besprechen, und Amateurfunk soll doch keine Konkurrenz zum Telefon sein.

Zitat
Radiologe
Noch vor einigen Jahrzehnten unterhielten viele Staaten Auslandsdienste in verschiedenen Sprachen so etwa die BBC, DW, VoA oder Radio Moskau.


Ich erinnere mich an Brasilien (gerne gehört), ebenso Radio Schweden, und ganz früher (Anfang der 80er Jahre) auch Südafrika. Ach ja, und nicht zu vergessen: Radio France Internationale.

Wie ist zu erklären, dass Argentinien noch sendet? Das Land fällt irgendwie aus dem Rahmen der totalitären Staaten, die eigentlich nur ein positives Bild ihres Landes in die Welt senden möchten, bzw. der Welt erklären möchten, dass sie das "richtige" China sind (Taiwan), oder das "einzig wahre Korea" (Nordkorea).

Argentinien fällt für mich in die Kategorie der Länder wie Brasilien oder Südafrika. Dass von dort immer noch deutschsprachige Sendungen kommen, erstaunt mich. Weshalb? Auf Grund der vielen Deutschen, die dort leben und der damit verbundenen traditionell engen Beziehung zu Deutschland?

von Klaus Wegener - am 07.01.2016 12:23
Zitat
Klaus Wegener
Ich erinnere mich an Brasilien (gerne gehört), ebenso Radio Schweden, und ganz früher (Anfang der 80er Jahre) auch Südafrika. Ach ja, und nicht zu vergessen: Radio France Internationale.


Bitte entschuldigt, dass ich auch etwas in der Vergangenheit schwelge.
In den 1980er Jahren hörte ich gerne und viel Kurzwelle.
Meine Favoriten waren gutgemachte Sendungen, die Information und Unterhaltung boten.
Wenn die Sprecher dann noch menschlich rüberkamen, hörte ich sehr gerne zu.

Neben den von Klaus Wegner genannten Radio Schweden, der Stimme Südafrikas und Radio France International hörte ich noch gerne Radio Kanada International und die BBC.

Ich habe in meinen Erinnerungen gekramt und ein unvollständige und völlig subjektive Liste erstellt.
Bitte nicht alles für bare Münze nehmen.

So habe ich einige Auslandsdienste mit deutschem Programm in Erinnerung:

Radio Kairo - völlig verzerrte Modulation, da hat sich bis heute nichts geändert.
Radio Afghanistan - nur über Sender in der Sowjetunion zu hören, das Programm entsprechend.
Radio Tirana - das Beste war "Die Internationale".
RAE Argentinien - Tango Tango Tango
Radio Nacional do Brasil - tolles weiches Deutsch.
Radio Sofia, Radio Bukarest, Radio Polonia, Radio Berlin International - dann lieber das Original, Radio Moskau.
Radio Peking - wurde dann zu Radio Beijing, Peking-Oper muss man mögen, ich mag sie nicht.
HCJB - die Stimme der Anden aus Quito in Equador, Musik wie die Panflöten in der Fußgängerzone.
Radio France International - tres bien!
Die Stimme Griechenland - Griechische Folklore nonstop, angeblich waren die Nachrichten in etwas ähnlichem wie Deutsch.
BBC - very british, indeed. Excellent!
Radio Bagdad - das Oberkommando der irakischen Armee gibt bekannt...
Simme der islamischen Republik Iran - Koranvers, anschließend das Oberkommando der iranischen Armee gibt bekannt...
RAI - mit getrennten Sendungen für die BRD, DDR und Österreich, aber immer mit Vogelgezwitscher.
Radio Kanada International - Hier spricht Kanada, hier spricht Kanada. Immer wieder schön.
KBS Seoul - nicht so schlecht und immerhin von weit weg.
Radio Pjöngjang - genau so wie heute noch, nur der Kim war ein anderer.
Stimme Nigerias - bester deutschsprachiger Radiosprecher des 20. Jahrhunderts.
Radio Moskau - stundenlang, Radio Moskau setzt sein Programm fort.
Sender Frieden und Fortschritt - die Stimme der öffentlichen sowjetischen Meinung. Frage an Radio Eriwan...
Radio Schweden - komm kleines Schwedenmädel tanz mit mir, einer meiner Favoriten.
Stimme Südafrikas - ein tolles Programm, leider ohne Beteiligung der Bevölkerungsmehrheit. Also leider geil.
Radio Prag - das Interprogramm brachte immehin gute Musik. Mehr ist nicht in meinem Langzeitgedächnis.
Radio Budapest - Gruuus uund Kuuus aus Buudapescht, angeschlossen der Sender Peecsch, zu deutsch Finfkirchen.
WYFR Family Radio - aus Okeechobee in Florida, wo die Alligatoren leben. Der Weltuntergang ist allerdings ausgefallen.
Radio Vatikan - ein Pausenzeichen muss mindestens 10 Minuten gesendet werden, urbi et orbi.

von Christian_66 - am 07.01.2016 18:55
Zitat
Christian_66
Zitat
Klaus Wegener
Ich erinnere mich an Brasilien (gerne gehört), ebenso Radio Schweden, und ganz früher (Anfang der 80er Jahre) auch Südafrika. Ach ja, und nicht zu vergessen: Radio France Internationale.


Bitte entschuldigt, dass ich auch etwas in der Vergangenheit schwelge.
In den 1980er Jahren hörte ich gerne und viel Kurzwelle.
Meine Favoriten waren gutgemachte Sendungen, die Information und Unterhaltung boten.


Tja, heutzutage gibt's ja Digitalradio. Und das ist vielfältiger und reicht weiter - manchmal sogar von Bremen bis Bremerhaven ;-)

von dab_4 - am 07.01.2016 19:06
Nur das Digitalradio, dass du da verlinkt hast nichts anderes als DAB + ist und das ja mal UKW ablösen soll.Der Feind der Auslandsdienste auf Kurzwelle ist wohl eher das Internet. Dort holt man sich halt heute Eindrücke und Infos aus fernen Ländern. DAB+ ersetzt sicher nicht die Kurzwelle.

von HeibelA - am 07.01.2016 19:19
Ja, an das deutsche Programm aus Nigeria kann ich mich noch erinnern. Hier ein Auszug aus dem Sendeplan Anfang 1982.
[attachment 6693 von.jpg]

von Radiologe - am 07.01.2016 19:28
Zitat
pro_dabby
Zitat
dab_4
Zitat
dxbruelhart
Morgens kann man per Kurzwelle immer noch den ORF hören: Von 7 - 8.15h MEZ sendet OE1 täglich auf Kurzwelle 6155 kHz und ist so doch fast europaweit bzw. teilweise darüber hinaus zu hören.


Ja. Der ORF gehört auch zu den Stationen, die mit >10 kW auf Deutsch auch Weltnachrichten via Kurzwelle verbreiten. Ich weiß auch, warum ich vergaß, wegen dieses Merkmals den ORF neben Radio China International, Stimme Vietnams, IRIB Teheran, Stimme der Türkei und Radio Rumänien International zu erwähnen


Am 02.01.2016 8 MEZ brachte Radio Rumänien International in seiner Nachrichtensendung zunächst Meldungen über Rumänien und dann zu folgenden Themen:
Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch die Niederlande; Situation in München nach der Sicherheitswarnung; Putin unterzeichnet Dokument zur Sicherheitsstrategie Russlands.


Und heute (09.01.2016 16 MEZ) brachte Radio Rumänien International (RRI) Meldungen zu den Vorkommnissen in der Silversternacht 2015/2016 in Köln (die Bundeskanzlerin wurde zitiert) und zu dem jüngsten Atomwaffentest von Nordkorea.

Es ist doch ganz gut, dass man sich bei Verfügbarkeit von lediglich KW doch noch ein wenig - sogar auf Deusch - auf dem Laufenden halten kann.

von dab_4 - am 09.01.2016 15:43
Slowenien 1 auf 918 KHz, hat auch noch Nachrichten in Deutsch allerdings mit nur 5 Minuten länge. Erst in Englisch um 21.30 Uhr Weltzeit und danach in Deutsch.

von Sandy N - am 09.01.2016 18:30
Wie bereits erwähnt, sendet auch Radio Rumänien International (RRI) nach wie vor umfangreich über Kurzwelle. Alle Sprachdienste (10 Fremdsprachen inkl. deutsch + rumänisch + aromunisch) sind sowohl auf Kurzwelle als auch im Internet unter www.rri.ro vertreten. Die Sendungen sind abwechslungsreich, enthalten interessante Wort- sowie vielfältige Musikbeiträge und machen insgesamt einen professionellen Eindruck.

Die deutschen sowie die englischen Sendungen der letzten zwei Wochen können auf der Seite www.radio360.eu als Podcast heruntergeladen werden.

Die Modernisierung der KW-Sendetechnik, die auch die Aufrüstung auf DRM beinhaltete, wurde 2009 abgeschlossen. Mehr Informationen dazu erhaltet ihr hier: Antwort auf Hörerzuschrift von Klaus Pfahl.

Nachfolgend können die eingesetzten KW-Sendestationen auf Google StreetView "besichtigt" werden:

TIG = Sender Țigănești (Anzahl TX: 3; Sendeleistung: jew. AM 300 kW, DRM 50 kW)
GAL = Sender Galbeni (Anzahl TX: 2; Sendeleistung: jew. AM 300 kW, DRM 50 kW)
SAF = Sender Săftica (Anzahl TX: 1; Sendeleistung: AM 100 kW, DRM 50 kW)

Zur Geschichte von RRI kann man sich sowohl auf der Website des Senders als auch in der Sendung von Sonntag, dem 10. Januar 2016 (16:05 - 31:45 min) informieren. Leider ist den Autoren des Beitrags an der Stelle ab 19:15 min ein kleiner Fehler unterlaufen, der mir irgendwie bekannt vorkommt ... :rolleyes:

Für Interessierte nun der aktuelle Sendeplan Winter 2015/16:



Zum Abschluss noch ein Foto der Sendeanlage Țigănești (TIG), das auch als Desktophintergrund verwendet werden kann ;) (Foto ohne Namensangabe via panoramio.com, Creative Commons):



Viel Spaß beim Kurzwellenempfang! :)

von Felsberg - am 11.01.2016 16:54
Kommt bald Deutsch aus Indien?
[attachment 9998 Screenshot-2017-10-2Facebook.png]

via WRTH auf Facebook: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1664203660299082&set=gm.10155695492763698&type=3&theater

von iro - am 02.10.2017 12:55
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