Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
33
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
zerobase now, iro, sup2, delfi, PowerAM, pfennigfuchser, 2-0-8, Starsailor001, Alqaszar, Thomas (Metal), ... und 13 weitere

mabb schreibt deutsch-arabisches Integrationsradio aus

Startbeitrag von Manfred Z am 05.01.2016 11:49

Pressemitteilung

Zitat

mabb startet Ausschreibung für ein Integrationsradio in arabischer und deutscher Sprache

Berlin, 5. Januar 2016. Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat die Ausschreibung für den Aufbau eines Integrationsradios in arabischer und deutscher Sprache beschlossen. Für die Verbreitung stellt die mabb eine UKW-Frequenz mit Senderstandort Berlin zur Verfügung, unterstützt die Ausstrahlung des Programms durch UKW-Sender kleinerer Leistung an Flüchtlingsstandorten in Brandenburg und übernimmt die entstehenden Senderkosten. „Ein UKW-Radiosender mit einem verlässlichen Informations- und Serviceangebot soll den Geflüchteten, die in Berlin und Brandenburg angekommen sind, Orientierung bieten und dabei gleichzeitig Sprachkompetenz vermitteln“, so mabb-Direktor Dr. Hans Hege.

Die etwa 100.000 aufgenommenen Asylsuchenden in Berlin und Brandenburg, ein großer Teil von ihnen stammt aus dem arabischen Raum, haben dringenden Bedarf an Information und Orientierung. Vor allem der Gang zu Ämtern, zur Rechtsberatung und zu Ärzten, der Abschluss von Verträgen oder die Kommunikation mit Kindertagesstätten und Schulen stellt für viele Neuankömmlinge eine bedeutende Herausforderung dar. Auch das alltägliche Leben in Deutschland ist nicht für jeden selbsterklärend. „In dieser besonderen Situation versuchen wir schnell und pragmatisch im Rahmen unserer gesetzlichen Möglichkeiten zu handeln“, erklärt Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Vorsitzender des Medienrats. „Mit dem Radioprogramm möchten wir einen Beitrag für diejenigen leisten, für die es aufgrund der politischen Verhältnisse in ihren Heimatländern in absehbarer Zeit keine Rückkehrperspektive gibt. Berlin und Brandenburg werden für die meisten Betroffenen zumindest auf Zeit der Mittelpunkt eines neuen Lebens sein, für das sie dringend praktische Orientierung benötigen.“


Weiterlesen: http://mabb.de/presse/pressemitteilungen/details/mabb-startet-ausschreibung-fuer-ein-integrationsradio-in-arabischer-und-deutscher-sprache.html

Frequenz und Strahlungsleistung werden nicht genannt - auch nicht im ausführlichen PDF. Das Programm soll auch über Internetmedien verbreitet werden.

Antworten:

Kann sicherlich hilfreich sein und sollte man auf alle Fälle machen, da es aber mittlerweile überall Flüchtlingsunterkünfte gibt, erscheint mir das schwierig die alle zu versorgen. Wenn schon das sollte das auch bundesweit so sein. Also warum nicht ein entsprechendes Programm im Bundesmuxx ausstrahlen? Damit hätte man schon eine recht gute Versorgung. Natürlich weiss ich auch, dass derzeit nichts frei ist, aber der DLF könnte auf DAB+ umstellen und dann hätte man den Platz. Hier würde ja ein kleine Bitrate von 32 kbit/s ja durchaus ausreichen.

von zerobase now - am 05.01.2016 12:27
Genau, da haben die zahlreichen syrischen DAB-Radio-Besitzer lange drauf gewartet.

Ich finde eine Ausschreibung bedenklich. Die Aufgabe sollte ein ÖR-Anbieter übernehmen, kein privatwirtschaftliches oder kommerzielles Unternehmen oder irgendein Verein.

von Japhi - am 05.01.2016 12:40
Zitat
Japhi
Genau, da haben die zahlreichen syrischen DAB-Radio-Besitzer lange drauf gewartet.


Meine Rede. So sehr ich Verfechter von terrestrischem Rundfunk und DAB+ bin, DIESE Zielgruppe ist nun wirklich per Internet am Besten erreichbar.

von Wrzlbrnft - am 05.01.2016 12:45
AsylbLG § 3 Grundleistungen
Soweit mit vertretbarem Verwaltungsaufwand möglich, sollen diese durch Sachleistungen gedeckt werden. Soweit Sachleistungen nicht mit vertretbarem Verwaltungsaufwand möglich sind, können auch Leistungen in Form von Wertgutscheinen, von anderen vergleichbaren unbaren Abrechnungen oder von Geldleistungen gewährt werden Werden alle notwendigen persönlichen Bedarfe durch Geldleistungen gedeckt, so beträgt der Geldbetrag zur Deckung aller notwendigen persönlichen Bedarfe monatlich für
1. alleinstehende Leistungsberechtigte 143 Euro

Zweck der 143 € (jetzt 145 €) lt. http://www.hamburg.de/basfi/asylblg/3361428/fa-asylblg-3/
Mit diesem Barbetrag sind notwendige Ausgaben, z. B. für Verkehrsmittel, Telefon, Porto, Schreibmittel, Lesestoff, Werkmaterial oder Genussmittel zu bestreiten.

Taschengeld gibt es also keines oder weniger, wenn die "persönlichen Bedarfe" anders gedeckt werden.

von iro - am 05.01.2016 14:55
Die radioWOCHE hat schon paar konkretere Infos:
http://www.radiowoche.de/ausschreibung-fuer-ein-integrationsradio-in-arabischer-und-deutscher-sprache-in-berlin/

Zitat

[...]
Für die Verbreitung steht die UKW-Frequenz 91,0 MHz mit Senderstandort Berlin zur Verfügung, unterstützt wird die Ausstrahlung des Programms durch UKW-Sender kleinerer Leistung an Flüchtlingsstandorten in Brandenburg. Dort kommen Grundstücksfrequenzen mit bis zu 10 Watt Leistung zum Einsatz, die Zuführung erfolgt über Satellit. Die mabb übernimmt die entstehenden Senderkosten. SES Astra unterstützt das Projekt und stellt erstmal für ein Jahr die Satellitenkapazität kostenlos zur Verfügung.
Die 91,0 MHz wird aus Frankfurt/Oder, wo sie seit dem Spätsommer nicht mehr von Klassik Radio genutzt wird, nach Berlin verlagert. [...]


von Habakukk - am 05.01.2016 14:59
Dumme Frage aber wäre das nicht eine passende Aufgabe für "Funkhaus Europa"?

Diese senden doch immerhin schon mit 80KW vom Scholzplatz und haben auch eine große Reichweite in NRW, Bremen und NDS und (zeitweise) per DAB+ auf NDR Info spezial...

von pete04 - am 05.01.2016 16:03
Welcher Senderstandort kommt da nun wohl in Frage für die 91.00?

von dxbruelhart - am 05.01.2016 17:02
Zitat
Japhi
Genau, da haben die zahlreichen syrischen DAB-Radio-Besitzer lange drauf gewartet.

I


Ich denke, die haben auch nicht alle ein UKW-Radio dabei. Man könnte ja auch ein paar DAB-Radio für eine Unterkunft nutzen. Es muss ja nicht JEDER Asylbewerber ein eigenes Radio haben. War auch nur so ein Idee, weil das mit den UKW- Frequenzen ja schwierig wird. Kostengünstig würde das aber auch über einen handelsüblichen FM-Transmitter und Zuführung über Internet gehen.

von zerobase now - am 05.01.2016 18:47
Zitat
dxbruelhart
Welcher Senderstandort kommt da nun wohl in Frage für die 91.00?


http://www.senderfotos-bb.de/bilder/prenzlb07.jpg

von Harald Z - am 05.01.2016 18:56
In Fallingbostel (das ist allerdings Niedersachsen, dort sind auf dem Areal der ehemaligen britischen Kaserne momentan über 4000 Flüchtlinge untergebracht), steht eine entsprechende Sendeeinrichtung mit 2x 50W UKW sofort zur Verfügung -vor Kurzem wurden dort die britischen Soldatenradios BFBS R1 und R2 abgeschaltet.

von Optimierer - am 05.01.2016 19:02
Ach sooooo.....das ist also diese Sache mit den Kleinstsendern für Krisengebiete ?
10 Watt, Zuführung per Sat .... Kommt mir alles bekannt vor. Jetzt macht diese Sache endlich Sinn.

von sup2 - am 05.01.2016 19:13
Wenn die Teile schon entwickelt sind, kann mann sie natürlich auch dafür nutzen.
Man könnte natürlich auch in den ehemaligen US-Kasernen, in denen man jetzt Flüchtlinge beherbergt, die dortigen Sender dazu reaktivieren, sofern da noch was davon existiert.

von HansEberhardt - am 05.01.2016 19:16
Zitat
sup2
Ach sooooo.....das ist also diese Sache mit den Kleinstsendern für Krisengebiete ? .


Wird Deutschland jetzt offiziell zum Krisengebiet erklärt? ;)

von Chief Wiggum - am 05.01.2016 19:20
Zitat
sup2
Ach sooooo.....das ist also diese Sache mit den Kleinstsendern für Krisengebiete ?
10 Watt, Zuführung per Sat .... Kommt mir alles bekannt vor. Jetzt macht diese Sache endlich Sinn.



http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1331498,1340891#msg-1340891

[attachment 6675 250952051.jpg]

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 05.01.2016 22:50
Warum verbreitet man solch ein Programm nicht über MW oder LW? MW-Radios gibt es schon für 2€ und man kann die bestehenden Anlagen vom Deutschlandradio nutzen. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht.

von pfennigfuchser - am 06.01.2016 05:27
Integrationsbereitschaft von Zuwanderern faengt fuer mich mit dem Willen zum Erlernen der Sprache und der kulturellen Gegebenheiten des Aufnahmelandes an, die als Tatsachen zu verstehen und zu respektieren sind. Das Erlernen einer zunaechst fremden Sprache kann der gezielte Medienkonsum aus Funk- und Printmedien erheblich unterstuetzen und erleichtern. Dieser Medienkonsum sollte einen intensiven Sprachunterricht stets begleiten, der dann aktuelle Themen aus Politik, Kultur oder Sport aus der Berichterstattung aufgreifen und auswerten muss.

Diese Messlatte liegt bei Fluechtlingen niedriger, deren Kerninteresse lediglich das zeitweilige und befristete Asyl ist. Hier erwarte ich geringere sprachliche Fertigkeiten und lediglich die Akzeptanz der Gegebenheiten im Gastland. Wer von uns die Toleranz seiner Lebensgewohnheiten einfordern will, der sollte grundsaetzlich auch dazu bereit sein, sein Gastland so zu nehmen, wie es sich ihm praesentiert. Das schliesst kritische Betrachtungsweisen freilich nicht aus, denn nicht alles mag Fremden schluessig und vor allem sinnvoll erscheinen. Aber es ist zunaechst einmal so.

Insofern bleibt zu hoffen, dass nicht stur ein neues Minderheitenprogramm aus dem Boden gestampft wird, das arabischsprachigen Hoerern ein Programm "wie zuhause" liefert. Vorstellen koennte ich mir dagegen Nachrichten, Berichte und Musik aus allen Kulturkreisen, gern auch in Kombination mehrerer Sprachen. Vielleicht auch nach dem Prinzip des Inforadios, das alle Viertelstunde Nachrichten bringt. Gern dann langsamer und deutlicher gesprochen deutschsprachig vorgelesen - im Wechsel mit Nachrichten in arabischer Sprache oder den Sprachen anderer Hoerer der Zielgruppe. Musik und Unterhaltung sollte nicht ausgespart werden, sich aber aus allen Kulturen bedienen.

von PowerAM - am 06.01.2016 05:41
Zitat:
MW-Radios gibt es schon für 2€

wo denn?

von delfi - am 06.01.2016 07:37
Zitat
delfi
Zitat:
MW-Radios gibt es schon für 2€

wo denn?

Hab ich auch noch nie gesehen. Nur ein UKW-Radio habe ich mal für 1,79€ inklusive einer Tüte voller Marzipan erworben. Eines dieser ominösen 300 Mio. UKW-Radios, die ja unbedingt entsorgt werden müssen... Es funktioniert zwar, taugt aber nix.

von iro - am 06.01.2016 09:07
Mittelwelle ist doch Quatsch. Das würde viel zu teuer und am Abend ist Empfang dann auch nicht mehr einwandfrei möglich. Mit scheint auch eine Lösung über W-Lan oder eben per FM-Transmitter am besten geeignet möglich viel problemlos und preisgünstig mit dem Progamm zu versorgen.

von zerobase now - am 06.01.2016 09:11
Zitat
pfennigfuchser
Warum verbreitet man solch ein Programm nicht über MW oder LW? MW-Radios gibt es schon für 2€ und man kann die bestehenden Anlagen vom Deutschlandradio nutzen. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht.


Viele Flüchtlinge (bzw. "Flüchtlinge") haben ein Smartphone und dort ist fast standardmäßig ein UKW-Radio drin. Ein MW-Radio und erst recht ein LW-Radio) müßte man erstmal heranschaffen.

von 2-0-8 - am 07.01.2016 13:10
Ob sie es aber wegen diesem geplanten Programm benutzen ist die andere Frage...

Vielleicht wird halt doch nur gesurft, Facebook, Skype etc.

von RainerZ - am 07.01.2016 13:15
Diese Zielgruppe wird nicht erreicht, ausser einem Vorzeige-Hörer, der für die Zeitung abgelichtet wird.,. Es geht - wie auch bei diesem 0,0-% Hörer-Sender "Funkhaus"- nur darum, dass man zeigen kann, das man es ja angeboten hat. Ob es genutzt wird, steht auf einem anderen Blatt.
Wie schnell das alles geht, während woanders den Webradiomachern eine UKW-Verbreitung verboten wurde.

von sup2 - am 07.01.2016 13:45
Die Flüchtlinge hier in Deutschland hören doch sicherlich insbesondere bereits IHRE angestammten Heimatsender über Internet, oder meint ihr nicht ??

von Starsailor001 - am 07.01.2016 18:30
Zitat
Starsailor001
Die Flüchtlinge hier in Deutschland hören doch sicherlich insbesondere bereits IHRE angestammten Heimatsender über Internet, oder meint ihr nicht ??


Du meinst, um sich daran zu erinnern, warum sie aus ihren Heimatländern geflohen sind, hören sie sich die Propaganda von dort gerne weiterhin an?
Ich meine so: nein.

von Christian_66 - am 07.01.2016 18:46
...wie haben es denn damals die Polen hinbekommen die durch die Ruhrkohle auch Deutschland groß gemacht haben? Es muß in jedem Fall wohl trotz nicht vorhandener Mittel gut gelaufen sein. Und gründlich. Wer verstand von denen zwei Generationen weiter noch ein Wort polnisch?
=> Die Integration wird sicherlich weder an einem Integrationsradio, noch an einem FH Europa liegen...

von Thomas (Metal) - am 07.01.2016 19:19
Zunächst steht man aber hier und braucht ein paar Ankerpunkte, wenn man sich "integrieren" will. Was ja schon schwerg genug ist, weil niemand weiß, was das eigentlich sein soll, diese "Inetragtion".

Anyway, wenn man aber will, dass es möglichst viele Menschen gibt, die erfolgreich am Leben teilnehmen und dabei nicht auf eine Schussfahrt in einen Teufelskreis aus Vorurteilen, Ablehnung, Entfremdung und Gewalt geraten, dann ist es wichtig, dass es bessere Angebote gibt. Von daher wären arabische Sendungen auf inlndischen Sendern durchaus geeignet.

Denn erst mal muss jeder wissen, was was ist und wie der Hase läuft. Der Schlüssel zum Spracherwerb ist allerdings die Teilnahme am Leben, in der Schule, auf der Arbeit.

Die "Gastarbeiterprogramme" auf türkisch, italienisch etc. laufen übrigens nach wie vor auf Funkhaus Europa. Der ursprüngliche Zweck der Gastarbeiter aber war der inhumane Irrglaube, man könne Menchen wie Vieh zur Arbeit benutzen und anschließend gingen die wieder nach Hause. Integration war gar nicht gewollt, daher taugt das wenig als Beispiel.

Inosfern wäre der Anspruch an ein arabischsprachiges Programm (oder eines in Pashtu/Urdu) genau das: Anlaufstelle zu sein, um in einem fremden land,d essen Sprache viele noch nicht gut genug beherrschen, eine Quelle für zuverlässige Information zu sein.

Wobei die Hauptinformationsquelle natürlich das Internet sein wird.

von Alqaszar - am 07.01.2016 22:41
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.