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freenet AG erwirbt die Media Broadcast Gruppe

Startbeitrag von Manfred Z am 03.03.2016 08:16

Zitat

Büdelsdorf, 3. März 2016 - Die mobilcom-debitel GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der freenet AG, hat heute einen Kaufvertrag über den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe unterzeichnet. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus zwei Holdinggesellschaften, sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft Media Broadcast GmbH, Köln, und weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Der Geschäftsbereich Satellite der Media Broadcast Gruppe (Media Broadcast Satellite GmbH und der Media Broadcast Satellite Services GmbH) ist von der Akquisition nicht umfasst.

Die Übernahme unterliegt den üblichen kartellrechtlichen Zustimmungen. Bei Vollzug der Transaktion wird die mobilcom-debitel GmbH einen Kaufpreis in Höhe von ca. 295 Millionen Euro für Geschäftsanteile und Gesellschafterdarlehen leisten sowie Bankverbindlichkeiten ablösen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird spätestens im April 2016 gerechnet.


http://www.boerse.de/nachrichten/DGAP-Adhoc-freenet-AG-erwirbt-die-Media-Broadcast-Gruppe-deutsch-/7645316

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Klaus Wegener
Das heißt mit anderen Worten, alle wichtigen Hörfunksender im Land werden in Zukunft von Mobilcom Debitel betreiben werden?


was meinst du mit wichtigen Hörfunksender? Die ÖR (bis auf rbb,MDR und NDR) betreiben ihre eigen Anlagen. Die freenet AG hat über ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft, der mobilcom-debitel GmbH, den Kaufvertrag über den Erwerb der Geschäftsanteile von Media-Broadcast-Gruppe gerrade unterzeichnet. Die Sendeanlagen der Media-Broadcast-Gruppe betreibt und gehören dann ab April der freenet AG bzw. Mobilcom Debitel. Der Kauf kostet die mobilcom-debitel GmbH 295 Millionen Euro. Die Übernahme unterliegt den üblichen kartellrechtlichen Zustimmungen und soll im April dieses Jahres vollzogen sein. Der Geschäftsbereich Satellite der Media-Broadcast-Gruppe (Media Broadcast Satellite GmbH, Media Broadcast Satellite Services GmbH) sind nicht betroffen.

Freenet ist Mobil- und Internetbranche. Das DSL Geschäft von freenet hat 1&1 aufgekauft. Bleibt also Mobilfunk. DAB+ vs. mobilem Internet-Broadcastig. ?! Na hoffendlich hat daß keine Nachteile für den Sendebetrieb von DAB+ und später DVB-T2 zur Folge...

von Kohlberger91 - am 03.03.2016 09:32
Fragt sich, ob ein Mobilfunker großes Interesse an kostenlosen terrestrischen Broadcast-Systemen hat, oder nicht eher solche "kostenlose" Konkurrenz blockieren müßte. Schließlich wird ja DAB+ zurecht durchaus als Gegenspieler zu mobilem Internet-Broadcast betrachtet...
Bedenklich ist das vor allem im Hinblick auf den Bundesmux, der von den Investitionen ins Sendenetz abhängt.

von DH0GHU - am 03.03.2016 09:57
Na gut, ich denke mir im Prinzip ists egal wie der Senderbetreiber heisst (MB oder freenet).

Denn der Betreiber ist ja an gewisse vertragliche und gesetzliche Vorgaben gebunden.

Freenet kann ja nicht einfach sagen "so wir schalten dann mal DAB+ und DVB-T2 ab"

Bezogen auf den Bundesmux hat Freenet als Rechtsnachfolger der MB ja die Verträge gegenüber dem DRadio und den Privaten einzuhalten und entsprechend die Leistungen zu erbringen.
Desweiteren denke und hoffe ich, dass Freenet DAB+ oder DVB-T2 als kostenlose Empfangswege nicht als Konkurrenz zu seinem Produkt "Internet" sieht, sondern als weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen.

von PEQsche - am 03.03.2016 10:08
Zitat
Kohlberger91
Freenet ist Mobil- und Internetbranche. Das DSL Geschäft von freenet hat 1&1 aufgekauft. Bleibt also Mobilfunk. DAB+ vs. mobilem Internet-Broadcastig. ?! Na hoffendlich hat daß keine Nachteile für den Sendebetrieb von DAB+ und später DVB-T2 zur Folge...


Na ja, [SARKASMUS EIN] die ersten 10 Sekunden Ausstrahlung im Monat sind kostenlos, danach wird ein Inklusiv-Volumen vereinbart, wenn das überschritten wird, wird die Bandbreite im Bundesmuxx auf 16 kbit/s reduziert, wenn ein Anbieter kündigen möchte, muss er eine spezielle Kündigungs-Gebühr zahlen, Anbieter ist nur über 0900 Nummer erreichbar... [SARKASMUS AUS]

von Klaus Wegener - am 03.03.2016 10:18
Zitat
PEQsche
Na gut, ich denke mir im Prinzip ists egal wie der Senderbetreiber heisst (MB oder freenet).

Denn der Betreiber ist ja an gewisse vertragliche und gesetzliche Vorgaben gebunden.

Freenet kann ja nicht einfach sagen "so wir schalten dann mal DAB+ und DVB-T2 ab"

Bezogen auf den Bundesmux hat Freenet als Rechtsnachfolger der MB ja die Verträge gegenüber dem DRadio und den Privaten einzuhalten und entsprechend die Leistungen zu erbringen.
Desweiteren denke und hoffe ich, dass Freenet DAB+ oder DVB-T2 als kostenlose Empfangswege nicht als Konkurrenz zu seinem Produkt "Internet" sieht, sondern als weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen.


Ja das schon, aber man kann dann sehr wohl denn Ausbau verzögern oder Netzanpassungen vollziehen. Auch steht es freenet frei einen 2. Bundesmux überhaupt erst anzustreben. Ihr müßt da bissen mehr hinterfragen. Warum verkauft die MB ihre Anteile? Wenn das Geschäft gut lauft, verkauft man nicht, außer man ist so reich geworden damit und möchte nichts mehr zu tun haben oder das Geschäft lauft eben nicht gut. Die 2. Frage, was möchte freenet mit diesem Netz? Wenn das MB Geschäft nicht gut lauft, kauft man nicht... Also muß es gut laufen, nur warum verkauft aber dann die MB ihr Netz und behalt es nicht selber und verdient weiter Geld damit?... Die Erfahrung zeigt, wenn man bestimmte Technologen verhindern oder zumindest verzögern möchte, dann kauft man sie auf ;) Es gibt so viele gute Erfindungen und Technologen die so verzögert werden oder gar nicht erst auf dem Markt kommen (sehe Elektroautos (gab schon in die 80ern → Golf2), Flugzugreifen die sich beim Anflug schon drehen, damit der Rollwiederstand geringer ist und somit die reifen doppelt so lange halten würden, würden aufgekauft, man möchte ja neue reifen verkaufen, das selbe auch bei die Erneuerbare Energien usw... usw... .) Ich möchte aber jetzt nicht alles aufzählen, da sonst zu OT wird ;)

von Kohlberger91 - am 03.03.2016 10:49
Ich glaube nicht, dass bei Freenet das Geld so locker sitzt, dass man fast 300 Mio. Euro in den Sand setzen will nur um eine Konkurrenz zu beseitigen, die eigentlich gar keine wirkliche Konkurrenz ist. Allerdings werden sie die 300 Mio. wohl wieder reinholen wollen + Gewinn. Von daher könnten z.B. folgende Nachteile auftreten:

- langsamerer Ausbau des Bundesmuxes, da die Kosten für die Programmanbieter steigen
- Das Privatsender-Abo kostet keinen mittleren einstelligen Eurobetrag, sondern ca. 10€
- bei der nächsten "digitalen Dividende" gibt es evtl. einen Fürsprecher für das terrestrische Fernsehen weniger, außer sie machen das große Geld mit T2.

von Zwölf - am 03.03.2016 11:14
Es gibt jetzt eine ausführliche PM von freenet:

http://www.freenet-group.de/presse/einstieg-ins-tvgeschaeft--freenet-ag-mit-zwei-wichtigen-akquisitionen_5270624_4496444.html

Zitat

Einstieg ins TV-Geschäft – freenet AG mit zwei wichtigen Akquisitionen

Die freenet AG realisiert mit zwei grundlegenden Akquisitionen einen weiteren Schritt zum führenden Digital-Lifestyle-Provider. Sie übernimmt alle Geschäftsanteile an der MEDIA BROADCAST Gruppe, dem alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. Zudem hat sich die freenet AG mit 25 Prozent an der EXARING AG, dem Anbieter einer geschlossenen IP-Plattform für innovative Entertainment-Dienste aus München, beteiligt. Damit bietet die freenet AG ab dem dritten Quartal 2016 als einziger Anbieter überhaupt Full-HD und 4K sowohl stationär als auch mobil.

Das Zentrum des digitalen Lebens ist das Smartphone – insbesondere außerhalb der eigenen vier Wände. Wogegen zu Hause nach wie vor der Fernseher eine zentrale Plattform für Bewegbildunterhaltung ist. In Deutschland werden durchschnittlich 226 Minuten täglich ferngesehen (AGF/GfK 2016). Dazu kommen mehr als 18 Minuten (Forsa 2014) für digitale Dienste wie YouTube, Bezahldienste wie maxdome und Netflix. Mit den jüngsten Akquisitionen steigt die freenet AG in diesen Markt ein, der vornehmlich auf gängigen Wegen genutzt wird, aber durch Streaming-Angebote vor einem radikalen Wandel steht. [...]


von Manfred Z - am 03.03.2016 11:22
Ab dem 3. Quartal? Wird der Start von DVB-T2HD ins 3. Quartal verschoben, oder werden die Übernahmevertäge erst dann wirksam?

Prinzipiell besteht durch so einen Anbieter auch die Möglichkeit, dass T2 am Smartphone/Tablet gefördert werden, wenn sich die PM auch leider sehr internetfreundlich anhört.

von Zwölf - am 03.03.2016 11:32
@Zwölf

Das bezieht sich wohl auf die Beteiligung an der EXARING AG. Also dass Full-HD (DVB-T2) UND 4K (IP ---> mobil) ab dem 3. Quartal zur Verfügung stehen. Vorher "nur" Full-HD.

Heisst also nicht, dass der Start von DVB-T2 ins 3. Quartal verschoben wird. Da würden ARD und ZDF wohl Sturm laufen, weil man ja zur WM schon auf Sendung sein will.

So lese ich das jedenfalls aus dem Text.

von PEQsche - am 03.03.2016 11:38
Zitat
Zwölf
Ich glaube nicht, dass bei Freenet das Geld so locker sitzt, dass man fast 300 Mio. Euro in den Sand setzen will nur um eine Konkurrenz zu beseitigen, die eigentlich gar keine wirkliche Konkurrenz ist. Allerdings werden sie die 300 Mio. wohl wieder reinholen wollen + Gewinn. Von daher könnten z.B. folgende Nachteile auftreten:

- langsamerer Ausbau des Bundesmuxes, da die Kosten für die Programmanbieter steigen
- Das Privatsender-Abo kostet keinen mittleren einstelligen Eurobetrag, sondern ca. 10€
- bei der nächsten "digitalen Dividende" gibt es evtl. einen Fürsprecher für das terrestrische Fernsehen weniger, außer sie machen das große Geld mit T2.


So wird es auch sein. Eine Übernahme kostet immer Geld. Dieses Geld muß refinanziert werden. Diese kann man durch geringere Kosten, Freenet ist da ganz gut darin mit weniger service, weniger qualität. Oder man refinanziert sich indem man sich es durch höhere Preise es kompensiert. Höhere Preise ist aber das Letzte was man ber DAB+ einfühung braucht.

von Kohlberger91 - am 03.03.2016 12:20
Freenet und Debakel haben sich bei mir seinerzeit als Mobilfunkanbieter denkbar inkompetent gezeigt. Falsche, nicht nachvollziehbare Rechnungen und ein unterirdisch schlechtes Beschwerdemanagement. Das waren die beiden Unternehmen, denen ich bislang in meinem Leben fristlos gekündigt hatte.

Wenn sich da nix gebessert hat, dann viel Spaß mit dem Laden. Als Programmanbieter würde ich schauen, dass ich möglichst schnell Alternativen suche zu MB-Spiele...

von Peter Schwarz - am 03.03.2016 12:35
Auf der anderen Seite hat man als Mobilfunkanbieter eigentlich kein Interesse, dass übermäßig viel Bandbreite für mobiles Internetradio verbraucht wird, denn diese muss ja dann wieder bei den Netzbetreibern eingekauft werden, welche dann die Netze ausbauen müssen. Schlauer ist es, Mobilfunkverträge zu verkaufen und die Nutzer dazu zu bringen, diese dann möglichst wenig zu nutzen.

von fn1107 - am 03.03.2016 13:19
Zitat
Peter Schwarz
Freenet und Debakel haben sich bei mir seinerzeit als Mobilfunkanbieter denkbar inkompetent gezeigt. Falsche, nicht nachvollziehbare Rechnungen und ein unterirdisch schlechtes Beschwerdemanagement.


Mobilkom und Debitel waren die beiden Unternehmen, die zwar auf den ersten Blick immer mit günstigen Preisen oder Goodies gelockt hatten (z.B. war Mobilcom Ende der 90er Jahre der erste Provider, bei dem die ersten 10 Sekunden eines Gespräches kostenlos waren) - in den Fußnoten aber Klauseln versteckt hatten, die nicht unbedingt zum Vorteil der Kunden waren. Teilweise wurden Mehrwert-Dienste kostenpflichtig angeboten, die beim Original-Netzbetreiber kostenlos waren, die Erreichbarkeit der Kundenbetreuung war für Prepaid-Kunden jahrelang nur über eine 0900 Nummer möglich etc.

Und ausgerechnet diese beiden Betreiber, Mobilcom und Debitel, haben sich zusammengefunden und jetzt bekommen sie auch noch quasi ein Monopol bei der Ausstrahlung von Rundfunk und Fernsehen... :-(

von Klaus Wegener - am 03.03.2016 13:24
http://mobil.teltarif.de/freenet-media-broadcast-uebernahme-dab-dvbt/news/63056.html

Zitart:
Einstieg in das internetbasierte Fernsehen
Für die freenet AG und ihre Tochter mobilcom-debitel GmbH ist die Übernahme von Media Broadcast und die Beteiligung an der eXaring AG der Einstieg in das internetbasierte Fernsehen. Ab dem dritten Quartal will die freenet AG als einziger Anbieter überhaupt Full-HD und 4K sowohl stationär als auch mobil anbieten. Mit der Beteiligung von 25 Prozent an der eXaring AG sichert sich die freenet AG die Vertriebsrechte an der geschlossenen IP-Plattform. Auf der Basis eines eigenen Glasfaser-Netzes können technisch 23 Millionen Haushalte in Deutschland erreicht werden. Dabei ermöglicht die Bandbreite theoretisch auch Übertragungen bis zu 8K. Mit Media Broadcast hat die freenet AG den alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland übernommen. Im Laufe des zweiten Quartals soll die erste Stufe von DVB-T2-HD starten, wobei private Programme gegen ein Zugangsentgelt angeboten werden. Nutzern steht somit das vollständige Senderpaket in Full-HD zur Verfügung. "Die Media-Broadcast-Gruppe unterhält bereits jetzt ein rentables B2B-Geschäft durch die Entgelte der ausstrahlenden Sender. Mit der Einführung des entgeltpflichtigen Fernsehens in exzellenter Bildqualität wird die freenet AG mit ihrer großen Handelserfahrung das neue Privatkundengeschäft aufbauen", sagt Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender der freenet AG.
Abrufbar per App
Damit Nutzer künftig auch unterwegs auf die Video-on-Demand- und Streaming-Inhalte zugreifen können, wird die freenet AG Apps für iOS und ab dem dritten Quartal auch für Android anbieten. Die Set-Top-Box und der Videorekorder wandern in die Cloud. So sind Nutzer nicht mehr auf ihr Zuhause beschränkt, denn alle Dienste laufen ebenso auf mobilen Devices wie auch auf stationären.


Lese ich da jetzt eine art simpliTV Model raus?

von Kohlberger91 - am 03.03.2016 14:24
Das ist noch nicht ungewöhnlich: Jede Firma versucht in mehreren Bereichen Fuß zu fassen, falls es in dem einem Bereich nicht mehr so gut läuft, hat man noch woanders ein Eisen im Feuer und kann sogar schlecht laufende Bereiche zu Geld machen. Wenn es wieder besser geht, kauft man wieder woanders was hinzu. Krasses Beispiel war doch AOL: Angefangen hat der Laden als Mailbox für den C64. Auf dem Höhepunkt des CD-Rom Verschenkens und Börsenwert von zig Fantastillionen hatte man Time Warner gekauft. Kurzzeitig hieß die Klitsche AOL Time Warner, bis man 2003 das AOL aus dem Namen strich und noch später das Online Geschäft komplett an die Konkurrenz verhökerte. Heute ist aus der ehemaligen C64 Mailbox eine der größten Medienindustrien geworden. Warum sollte es Freenet da anders machen? Das war mal eine Tochter der Mobilcom, heute gehört die Mobilcom zu Freenet. Außerdem Gravis, ein Händler für Apple-Produkte, Debitel und vieles mehr. Da passt MB gut ins Portfolio.

von Bolivar diGriz - am 03.03.2016 16:37
Zitat
DJ Taifun
DVB-T bleibt dann und wird zur Internetplattform umgebaut, Mobilfunk übern TV :D


Na so kann man auch auf Freqenzen kommen die man sonst nicht zu haben sind :D
Verschreien wir es nicht. Nicht das es wirklich so kommt ;)

von Kohlberger91 - am 03.03.2016 20:32
Vielleicht wäre es zu kompliziert für Media Broadcast ein eigenes Vertriebsnetz für DVB-T2 aufzubauen. So wird auf ein vorhandenes Vertriebsnetz mit Endkundenerfahrung zurückgegriffen. Eine Win-Win-Situation für beide. Es wundert mich nur, dass TDF aufgegeben hat. Schließlich wurden die Mitarbeiter grenzübergreifend eingesetzt. Das wird wohl wegfallen. Auch die neue Preisregulierung durch BnetzA und die aufkommenden Konkurrenz spielen sicherlich eine Rolle für die Entscheidung.

von Seltener Besucher - am 04.03.2016 00:28
Man kann schon interessante Geschäftsmodelle entwickeln. Ich würde es gar nicht so negativ sehen. Da Radio, TV und Internet immer mehr verschmelzen kann ich mir gut vorstellen, dass man hier kombinierte Angebote macht.

von pfennigfuchser - am 04.03.2016 05:12
TDF hat in den letzten Jahren mehrere internationale Beteiligungen wieder verkauft;
2011: Alticom (NL) und Axión (ESP)
2012: Digita (FIN)
2014: Antenna Hungaria

Und jetzt also Media Broadcast. Ich denke auch, dass die Änderungen bei UKW ein wichtiger Grund sind. Für den Käufer dürfte UKW dagegen weniger wichtig sein [siehe Beitrag von Bolivar].

http://www.tdf.fr/groupe/pr%C3%A9sentation

von Manfred Z - am 04.03.2016 07:54
Ich muss zugeben, dass mich diese Nachricht einigermaßen schockiert hat! :eek:

Dass ausgerechnet ein Mobilfunkanbieter den Quasi-Monopolisten für "klassische" Rundfunkverbreitung (von der ARD mal abgesehen) übernimmt, könnte den Anfang vom Ende des terrestrischen Rundfunks hierzulande bedeuten.
Wenn ein Unternehmen ein konkurrierendes Unternehmen aufkauft, dient dies bekanntlich oft dazu, den Wettbewerber platt zu machen. Eine solche Situation ist hier zwar nicht direkt gegeben, aber die Mobilfunk-Lobby erhält damit sehr großen Einfluss auf die traditionelle Rundfunkversorgung, die eine indirekte Konkurrenz darstellt: An den Konsumenten, die ein Radioprogramm über UKW oder DAB+ kostenfrei hören können, kann ein Mobilfunkanbieter nix verdienen.

Ich befürchte, dass sich schon bald vor allem beim digitalen Rundfunk negative Entwicklungen zeigen werden; Beispiel DAB+: MB war bisher durchaus bereit, eine gewisse Anschub-Finanzierung zu leisten, um den Bundesmux und die Technologie als solche voran zu bringen. Statt DAB+ als frei empfangbares Radiosystem zu etablieren, dürften Techniken zur Verbreitung von Hörfunk via Mobilfunk forciert werden.
So wird MB zukünftig bestimmt nicht mehr die Stimme erheben, wenn es um den Wegfall von Rundfunkfrequenzen zugunsten des Mobilfunks gehen wird.

Man wird sehen, was überhaupt noch vom "klassischen" Rundfunk übrig bleiben wird, falls sich MB als bundesweiter Quasi-Monopolist irgendwann aus strategischen Gründen aus seinem heutigen Kerngeschäft zurückziehen sollte.
Ich persönlich halte das alles jedenfalls für mehr als bedenklich. :(

von DigiBC - am 04.03.2016 10:45
Zitat
fn1107
Auf der anderen Seite hat man als Mobilfunkanbieter eigentlich kein Interesse, dass übermäßig viel Bandbreite für mobiles Internetradio verbraucht wird, denn diese muss ja dann wieder bei den Netzbetreibern eingekauft werden, welche dann die Netze ausbauen müssen. Schlauer ist es, Mobilfunkverträge zu verkaufen und die Nutzer dazu zu bringen, diese dann möglichst wenig zu nutzen.


Glaube ich nichts von..,sonst würde man ja DAB+ in Smartphones seitens der Mobilfunker unterstützen.
Ausserdem hat Telefonica ja extra eine Datenautomatik eingeführt für das unkomplizierte Nachbuchen von Highspeedvolumen.
Wenn ich Optionen sprich Datenvolumen gebucht habe nutze ich diese auch ,ich bezahle ja schliesslich dafür.

von Skeletor - am 04.03.2016 11:25
Zitat

An den Konsumenten, die ein Radioprogramm über UKW oder DAB+ kostenfrei hören können, kann ein Mobilfunkanbieter nix verdienen.

Doch, klar verdient er was, indem er Radioprogramme via UKW + DAB+ an die Konsumenten verteilt und dafür Gelder von den Rundfunksendern verlangt.

Wenn diese Konsumenten alle ihren Radiokonsum via Mobilfunk bewerkstelligen würden, müsste man viel Geld in die Infrastruktur investieren, damit auch die nicht-radiohörenden Nutzer noch etwas von ihrer "Flatrate" haben. Und das bei tendenziell sinkenden Preisen pro GB.

Zitat

Glaube ich nichts von..,sonst würde man ja DAB+ in Smartphones seitens der Mobilfunker unterstützen.

Ca. 1/3 der Mobiltelefonnutzer sind Prepaidkunden, die sich ihre Geräte nicht beim Telco kaufen, sondern auf dem freien Markt. Das sind eine Menge Geräte. Wenn es nennenswerten Bedarf gäbe, würde dieser sicherlich von den Geräteanbietern abgedeckt werden. Scheint aber so nicht der Fall zu sein. Für mich z.B. wäre DAB+ im Gerät nicht kaufentscheidend, wo ich doch, wie der allergrößte Teil der Kunden, nicht einmal den UKW-Teil nutze. Die Geräte verkaufen sich also auch so, selbst einen fehlenden UKW-Teil würden die meisten Kunden nicht einmal bemerken. Da spart man sich doch ganz einfach die Kosten.

von iro - am 04.03.2016 11:46
Zitat
iro
Zitat

An den Konsumenten, die ein Radioprogramm über UKW oder DAB+ kostenfrei hören können, kann ein Mobilfunkanbieter nix verdienen.

Doch, klar verdient er was, indem er Radioprogramme via UKW + DAB+ an die Konsumenten verteilt und dafür Gelder von den Rundfunksendern verlangt.


Ja, so zahlen aber nur die Rundfunksender, während man bei der Verbreitung über Mobilfunk hauptsächlich bei den Konsumenten abkassieren würde, was vermutlich viel lukrativer wäre. Das Prinzip kennen wir doch schon von den Kabelnetzbetreibern.
Radiohören ginge dann nur noch mit SIM-Karte - keine angenehme Vorstellung... :(

von DigiBC - am 04.03.2016 12:06
Zitat
DigiBC
Radiohören ginge dann nur noch mit SIM-Karte - keine angenehme Vorstellung... :(


Anders als im Kabelgeschäft haben BR und viele andere ÖR-Anstahlten doch ihr eigens UKW/DAB/DVB-T(2) Netz und sind nicht von der freenet AG abhängig. Warum sollte ich dann eine SIM-Karte brauchen? Der ÖR setzt auf freies DAB+ und DVB-T2 und ob die Privatensender das mitmachen oder gefallen laßen würden, wenn die Hörer dann maßenweiße zu die Kostenlose ÖRs ausweichen. hmmm

von Kohlberger91 - am 04.03.2016 12:58
Denke ich auch. Was beim TV noch klappt, weil es einen höheren Stellenwert als das Radio hat, würde für die Privaten im Bereich Hörfunk den Todesstoß bedeuten.

Die ÖR wären über ihre eigenen Netze frei empfangbar. Ggf. sogar zusammen mit Privaten, die sich einem solchen Irrsinn entziehen würden.

von PEQsche - am 04.03.2016 13:55
Zitat
Kohlberger91
Anders als im Kabelgeschäft haben BR und viele andere ÖR-Anstahlten doch ihr eigens UKW/DAB/DVB-T(2) Netz und sind nicht von der freenet AG abhängig.


Welche Radiostationen genau wären denn nicht von der Freenet-Übernahme betroffen, betreiben also das Sendernetz in eigener Regie?

Der Bundesmuxx würde doch von Freenet übernommen oder somit wäre auch das DeutschlandRadio betroffen?

von Klaus Wegener - am 04.03.2016 15:41
Zitat
Klaus Wegener
Zitat
Kohlberger91
Anders als im Kabelgeschäft haben BR und viele andere ÖR-Anstahlten doch ihr eigens UKW/DAB/DVB-T(2) Netz und sind nicht von der freenet AG abhängig.


Welche Radiostationen genau wären denn nicht von der Freenet-Übernahme betroffen, betreiben also das Sendernetz in eigener Regie?

Der Bundesmuxx würde doch von Freenet übernommen oder somit wäre auch das DeutschlandRadio betroffen?

Was DAB+ anbelangt betreibt in Bayern z.B. die BDR die meisten Muxe. Etwas vergleichbares könnten die Medienanstalten evtl. auch auf Bundesebene gründen. Oder das DRadio übernimmt den Netzbetrieb des BuMuxes, so wie der BR den Netzbetrieb des neuen Oberfranken-Muxes übernommen hat. In jedem Fall würde der Netzbetrieb aber neu ausgeschrieben werden, wenn die MB sich aus dem DAB-Sektor zurückziehen würde; ich denke, dass sich da auch private Interessenten finden würden.

Zitat

Ja, so zahlen aber nur die Rundfunksender, während man bei der Verbreitung über Mobilfunk hauptsächlich bei den Konsumenten abkassieren würde, was vermutlich viel lukrativer wäre.

Beim Mobilfunk muss man sich die Einnahmen aber mit anderen Mobilfunkanbietern teilen, während man bei DAB+/UKW/DVB-T2 annähernd eine Art Monopol hat.

von Zwölf - am 04.03.2016 17:07
Zitat
Klaus Wegener
Welche Radiostationen genau wären denn nicht von der Freenet-Übernahme betroffen, betreiben also das Sendernetz in eigener Regie?

Der Bundesmuxx würde doch von Freenet übernommen oder somit wäre auch das DeutschlandRadio betroffen?


Neben den privaten Anbietern sind nicht nur das DRadio von der Freenet-Übernahme betroffen, sondern auch das ZDF und die ARD-Rundfunkanstalten in Ostdeutschland (MDR, RBB, NDR). Aber selbst die ARD-Anstalten in Westdeutschland sind nicht technisch unabhängig, denn im digitalen Bereich (DVB-T / DAB) strahlen sie ihre Programme nicht mehr ausschließlich über ihre eigenen Senderstandorte aus.

Bisher hatte sich die Privatisierung des Sendernetzes in Deutschland nicht qualitativ negativ ausgewirkt (wie beispielsweise in den Niederlanden), aber es bleibt abzuwarten, wie sich Freenet verhalten wird...

von DigiBC - am 04.03.2016 17:27
Ich denke, es wird hauptsaechlich um DVB-T2 gehen und dabei um die Privaten. Die sind kostenpflichtig und Freenet kann die Abos im Paket mit eigenen kostenpflichtigen IPTV Angeboten vermarkten. Dabei kostet die DVB-T2 Aussendung Freenet keinen Cent extra, denn die Programmanbieter zahlen dafuer an Freenet. Kombireceiver suchen dann automatisch den Empfangsweg aus. DVB-T2 hat Dank FullHD 1080p50 keinerlei Nachteile hinsichtlich Bildqualitaet und entlastet stattdessen das Freenet Glasfasernetz.

Um DAB+ und UKW wird es dagegen kaum gehen. Da hat Mediabroadcast sowieso kein Monopol mehr drauf und am meisten verdienen eher die Sendemastbesitzer daran. Ein Blick nach Holland verraet, wie diese beiden Uebertragungswege zukuenftig sehr kostenguenstig betrieben werden. Wettbewerb macht's moeglich.

von Nordlicht2 - am 04.03.2016 19:24
Hier ist die Auflösung, warum TDF verkauft: TDF hat seit dem 1. April 2015 neue Eigentümer, die an den Aktivitäten in Deutschland kein Interesse haben. Media Broadcast ist bereits seit dem 1. April 2015 nicht mehr in die Konzernstruktur von TDF integriert.

Dazu zwei Pressemitteilungen der TDF-Gruppe:

11. November 2014:

Zitat

Sales process TDF France

APG Asset Management N.V., Arcus Infrastructure Services, Brookfield Infrastructure Group and Public Sector Pension Investment Board (the Consortium) announce that the current shareholders of TDF (TPG, Ardian, BPI France Investissement and Charterhouse) have agreed to enter into exclusive negotiations with the Consortium for the acquisition of a business comprising primarily the French activities of TDF (de facto, all of TDF’s activities excluding the German ones). The Consortium's offer to the shareholders of TDF reflects an enterprise value of approximately €3.6 billion for the activities that are subject to the exclusive negotiations.

TDF provides services and infrastructure to the media, broadcasting and telecommunications sectors in France. The company owns and operates a high quality, national network of infrastructure with more than 6,690 multi-purpose towers and active rooftop sites, as well as 5,000 km of fibre backbone. These essential services drive almost 90% of the current revenues of the business and are supported by long-term contracts and inflation-linked cash flows. The portfolio’s growth will be driven by increasing tower deployment by mobile network operators as a result of rising mobile data consumption needs.

The Consortium will be working with the current shareholders of TDF, and the company itself, to seek the necessary authorisations as well as appropriate consultations, in particular with TDF’s employee representative bodies, regarding the Consortium’s offer, in order to achieve a definitive agreement.


1. April 2015:

Zitat

Brookfield Infrastructure, PSP Investments, APG and Arcus finalize the acquisition of TDF

Brookfield Infrastructure Group, Public Sector Pension Investment Board (PSP Investments), APG Asset Management N.V. and Arcus Infrastructure Partners today announced that their consortium has closed the previously announced agreement to acquire 100% of TDF’s business in France.

The closing represents the final stage of TDF’s sale, which was first announced on November 6, 2014, after fulfilment of all legal and regulatory requirements.

Olivier Huart, TDF’s CEO said: “TDF’s new shareholders are long-term investors who have deep experience in owning and operating infrastructure assets. The company is now well positioned for future growth, with a stronger balance sheet, a tradition of technological innovation and a strategy that will see TDF take advantage of new development opportunities and continue to be a trusted partner to clients.


http://www.tdf-group.com/news/press-releases

Im Lauf des Jahres 2015 hat sich der Crédit Agricole als weiterer Gesellschafter hinzugesellt.

von Manfred Z - am 05.03.2016 14:46
Bei Broadband TV News gibt es einen kommentierten Artikel von Jörn Krieger:

http://www.broadbandtvnews.com/2016/03/03/freenet-takes-over-media-broadcast/

Freenet hat mit dem Kaufpreis in Höhe von 295 Mio. EUR ein Schnäppchen gemacht. TDF hatte 2007 noch 850 Mio. EUR bezahlt. Dass der jetzt ausgeschlossene Satellitenbereich die Differenz wert ist, kann man wohl ausschließen. Möglich, dass die Differenz auch die seit 2016 schlechteren Aussichten im UKW-Geschäft widerspiegelt.

Wichtig ist, dass Media Broadcast jetzt einem strategischen Investor und nicht mehr internationalen Finanzgesellschaften gehört.

Man darf gespannt darauf sein, was mit dem Satellitenbereich geschieht.

von Manfred Z - am 06.03.2016 08:18
Was ist eigentlich mit dem Kurzwellenbetrieb? Hier gab es ja eine Kooperation zwischen TDF und MB, so nutzte die MB z.B. die Sendestelle der TDF in Frankreich und der Vertrieb lief meines Wissens nach auch über die MB. Besteht diese Kooperation fort?

von Max1 - am 06.03.2016 14:01
Zitat

Funktürme
gehören der https://www.dfmg.de/de/
die wiederum der Deutsche Telekom AG und der T-Mobile Deutschland GmbH gehört.
Also nur Sender, Antennen und Zuführung. Keine Standorte und Funktürme.
Daneben weiterer Kleinkram...
Der Kurzwellensenderstandort Nauen ist aber im Eigentum von MB.

von iro - am 08.03.2016 12:51
Zitat
iro
Funktürme gehören der https://www.dfmg.de/de/ die wiederum der Deutsche Telekom AG und der T-Mobile Deutschland GmbH gehört. Also nur Sender, Antennen und Zuführung. Keine Standorte und Funktürme. Daneben weiterer Kleinkram...,Der Kurzwellensenderstandort Nauen ist aber im Eigentum von MB.


Darum sehe ich jetzt auch kein Problem oder Gefahr wegen DAB+ oder das Rundfunk nur noch über Mobilfunk/Internet möglich wäre, wenn die freenet AG später mal keine Verträge in sachen Ausstrahlung oder/und Zuführung mehr mit die ÖR Sender wie NDR, MDR und co. verlängern oder abschießen würde. Damit sie vielleicht ihren Mobilfunk Rundfunk durch zusetzten können. Im Schlimmsten Fall müßte sie die ÖR-Sender wie MDR, rbb, NDR sich halt dann selber in die Funktürme von der Deutsche Funkturm GmbH Einmieten und selber um die Zuführung und Ausstrahlung kümmern oder es der Telekom machen laßen. Umkehrt ist es ja auch so. Jedenfalls in Bayern. Da mieten sich die Mobilfunkbetreiber ja auch nur in die BR- Grundstücke bzw. BR Füllsenderstandorte ein. Die Antennen und Technik gehört einen selber und betriebt sie auch selber, damit hat der BR auch nichts zu tun, obwohl die Mobilfunk- und BOS Signale von seinen Standort aus kommen ;). Wenn das zu teuer kommt oder nicht geht, warum auch immer, müßte man im schlimmen fall die ÖR-Anstahlten wie MDR, NDR, RBB selber Funktürme in Forum von Gittermasten errichten. Aber ich denke mal, es wäre kein Problem wenn man sich direkt bei der Deutsche Funkturm GmbH einmieten würde. ;)

von Kohlberger91 - am 08.03.2016 13:54
Der NDR muss sich nicht einmieten, der hat seine eigenen Sendemasten und MB als Untermieter.
Eigentlich ändert sich nicht viel, auch MB unterm alten Eigentümer hatte ja bereits gedroht, UKW-Sender abzuschalten, sollte den neuen Tarifen nicht zugestimmt werden.

von iro - am 08.03.2016 15:26
Zitat
iro
Der NDR muss sich nicht einmieten, der hat seine eigenen Sendemasten und MB als Untermieter.


Auch Mecklenburg Vorpommern? Zur DDR Zeiten war ja das alles Reichspost Anlagen die doch nach meinen Kenntnisstand an die Bundespost und zumit an die Telekom ging.

von Kohlberger91 - am 08.03.2016 15:47
Ja, MeckPomm gehört ja auch noch dazu. Dort ist es natürlich etwas anders aus historischen Gründen. Aber für Westdeutschland fällt mit auf Anhieb nur der BS-Drachenberg als nicht-NDR-eigenem Standort ein. Peheim gehört auch der DFMG, ebenso Rosengarten. Das sind aber auch alles Standorte, wo nur 1-2 NDR-Programme abgestrahlt werden.

von iro - am 08.03.2016 16:12
Zitat
iro
Ja, MeckPomm gehört ja auch noch dazu. Dort ist es natürlich etwas anders aus historischen Gründen. Aber für Westdeutschland fällt mit auf Anhieb nur der BS-Drachenberg als nicht-NDR-eigenem Standort ein. Peheim gehört auch der DFMG, ebenso Rosengarten. Das sind aber auch alles Standorte, wo nur 1-2 NDR-Programme abgestrahlt werden.


Das heißt in Mecklenburg Vorpommern hat der NDR die emalg. DDR Anlagen der Post übernommen?

von Kohlberger91 - am 08.03.2016 16:36
Zitat
iro
In MV dürften die meisten Türme auch der DFMG gehören.
Ich konnte nur feststellen, daß der MW-Sender Rostock-Stadtweide damals dem NDR übergeben wurde.


ja und da müßte sich dann der NDR sich direkt dort bei der Deutsche Funkturm GmbH einmieten. Und wenn das nicht möglich ist (warum auch immer) müßte man in MW selber Masten ausstellen und eine infrastruktur auf die Beine stellen, wenn es hart auf hart kommen sollte und freenet sagen würde "nö liebes NDR wir verlängern nur unter diese bedingungen, das es dann über unser Mobilfunksystem lauft"

von Kohlberger91 - am 08.03.2016 17:18
Zitat
Kohlberger91
Zur DDR Zeiten war ja das alles Reichspost Anlagen die doch nach meinen Kenntnisstand an die Bundespost und zumit an die Telekom ging.


Reichspost in der DDR? Da hat aber jemand in Geschichte schlecht aufgepasst...

von Bolivar diGriz - am 09.03.2016 07:22
Zitat
Bolivar diGriz
Zitat
Kohlberger91
Zur DDR Zeiten war ja das alles Reichspost Anlagen die doch nach meinen Kenntnisstand an die Bundespost und zumit an die Telekom ging.


Reichspost in der DDR? Da hat aber jemand in Geschichte schlecht aufgepasst...


Sorry aber man kann nicht alles wissen. So ausführlich wird das nicht in die Schulen vermittelt!
Da hab ich von Namen her jetzt mit der Bahn verwechselt Sorry Sorry Sorry. Aber das kommt halt vor. In der BRD hieß vieles was Staatlich war „Bundes-“. Also Bundespost, Bundesbahn usw. Aber wenn man schon besser weiß, dann hättest du auch die Lösung gleich mit sagen können und nicht "da hat aber schlecht in Geschichte aufgepasst" :angry: Ich habe mich als Kind sehr wohl über die DDR Informiert und viele Dokus über die DDR angeschaut. Als Kind der in einen Vereinigtes Deutschland aufgewaschen ist und die DDR leider nicht mehr live mit erleben, noch besuchen könnte. Hat mich dieser 2. Deutschen Staat sehr Interessiert und wollte alles darüber wissen, vor allem das System. Auch fand ich nicht alles schlecht von der DDR. Aber das ist ein anders Thema! Über den DLF hörte ich mal ein Studie, die aufzeigte das selbst der Kenntnisstand der bayerischen Hauptschüler bezgl. der DDR über dem von Gymnasiasten in Brandenburg stand. Von allen befragten Schülern, der auch in Berlin und Nordrhein-Westfalen organisierten Studie, wissen die bayerischen Schüler am meisten über die DDR beschied und sehen die DDR am kritischsten. Aber auch das ist ein anders Thema! Nur man sollte schon vorsichtig sein mit Behauptungen „man hätte in Geschichte nicht aufgepasst“ wenn man einen nicht einmal Persönlich kennt. Du wirst auch nicht alles wissen auf Anhieb. Das kann Niemand.

von Kohlberger91 - am 09.03.2016 15:24
Zitat
Kohlberger91
Zitat
iro
In MV dürften die meisten Türme auch der DFMG gehören.
Ich konnte nur feststellen, daß der MW-Sender Rostock-Stadtweide damals dem NDR übergeben wurde.


ja und da müßte sich dann der NDR sich direkt dort bei der Deutsche Funkturm GmbH einmieten. Und wenn das nicht möglich ist (warum auch immer) müßte man in MW selber Masten ausstellen und eine infrastruktur auf die Beine stellen, wenn es hart auf hart kommen sollte und freenet sagen würde "nö liebes NDR wir verlängern nur unter diese bedingungen, das es dann über unser Mobilfunksystem lauft"


Am neuen Sender Rostock Krummendorf gehoeren die NDR Sender dem NDR. Ab der Weiche ist dann alles MB. Das koennte inzwischen auch an anderen Standorten im Osten so sein. Bei DAB Sendestandorten definitiv, in Schwerin hat der NDR die Sendeantenne schon vor Jahren uebernommen. So viel MB ist also nicht im Spiel, als dass ein neuer MB Eigentuemer nun alles auf den Kopf stellen koennte. Zumal sich UKW Antennen und auch DAB Antennen, wie in Cottbus vorgefuehrt, auch gut auf Hochhaeusern montieren lassen. Dann ist nichtmal mehr die DFMG dabei. Unabhaengig davon haben sich zumindest einige UKW Funzelbetreiber die letzten Jahre andere Dienstleister gesucht, zuletzt Energy in Bayern. Wirklich langfristig sichere Kunden sind wohl ausschliesslich die welche die hohen MB eigenen DVB-T Antennen nutzen.

von Nordlicht2 - am 09.03.2016 15:27
wie schon gesagt, an bestehenden Verträgen zu rütteln dürfte kaum in Frage kommen.
Viel interessanter ist eher die zukünftige Geschäftsausrichtung. Betrachtet man weiterhin UKW und DAB als Kerngeschäft, oder eher als lästigen Klumpfuß? Forciert man z.B. den DAB-Ausbau durch pragmatische Lösungen und Risikobereitschaft, oder sieht man in DAB eine Gefahr für das UKW- und Internet-Geschäft und bremst daher? Oder sagt man sich einfach: Egal, was in 10 Jahren relevant ist: wir sind überall dabei?

von DH0GHU - am 10.03.2016 08:03
Sicher, das ist ein Vorteil von UKW gegenüber DAB. Da kann man mal eben einen Standort von einem anderen Anbeiter betreiben lassen. Man kann aber nicht beispielsweise einen 5C-Standort von einer Alternativfirma kostengünstig betreiben lassen, wenn MB gleichzeitig horrende Preise für einen weiteren Ausbau fordert.. Dazu müßte der Netzbetrieb selbst unabhängig sein und nur die Einzelstandorte vertraglich zugeordnet sein. MB tritt aber als Volldienstleister vom Multiplexer in Usingen bis zur Antenne am Masten auf.

von DH0GHU - am 10.03.2016 09:06
Antwort auf diverse Beiträge hier.

Das B in BRD steht dann wohl für Bananen Und in der Bananenrepublik gibt es natürlich nur ein Bananenkartellamt, eine Bananennetzagentur und Bananenmedienanstalten, die nichts überwachen und regulieren.

Nicht zu vergessen die Bananengerichte, die immer zugunsten derer urteilen, die das meiste Bananengeld gezahlt haben.

von Manfred Z - am 10.03.2016 11:43
Zitat
DH0GHU
Sicher, das ist ein Vorteil von UKW gegenüber DAB. Da kann man mal eben einen Standort von einem anderen Anbeiter betreiben lassen. Man kann aber nicht beispielsweise einen 5C-Standort von einer Alternativfirma kostengünstig betreiben lassen, wenn MB gleichzeitig horrende Preise für einen weiteren Ausbau fordert.. Dazu müßte der Netzbetrieb selbst unabhängig sein und nur die Einzelstandorte vertraglich zugeordnet sein. MB tritt aber als Volldienstleister vom Multiplexer in Usingen bis zur Antenne am Masten auf.


Nee, auch UKW kann nicht mal so eben von einem anderen Dienstleister betrieben werden. Es muss der andere Dienstleister entweder auch am vorhandenen Standort seine grosse UKW Antenne anbringen duerfen, was bei starken UKW Frequenzen im kW Bereich gar nicht so einfach geht, oder es muss auf einen anderen Standort verlagert werden, was eine vorherige Umkoordinierung und Genehmigung seitens der BNA erfordert.

von Nordlicht2 - am 10.03.2016 11:45
Warum so kompliziert? Der Konkurrent darf die bisherige Sendeantenne nutzen und bezahlt dafür einen von der Bundesnetzagentur regulierten Mietpreis.

Problem: Die BNetzA kann die Stellplatzmiete, die von der DFMG erhoben wird, nicht regulieren. Da ist bei Missbrauch das Kartellamt zuständig.

von Manfred Z - am 10.03.2016 11:53
Aber nur wenn die MB die bisherige Antenne auch weiternutzen oder vermieten moechte. Baut sie sie ab, weil sie keinen Kunden mehr hat, muss der andere Dienstleister seine eigene Antenne anbauen. Und das die regulierten Mietpreise gerade bei den hohen Sendeleistungen in die Hoehe geschnellt sind haben wir am Beispiel Alsterradio gesehen. Einen anderen Dienstleister nehmen und ohne groessere technische Aenderungen ordentlich Geld sparen wollen, ist nicht so einfach wie manche es gerne haetten. Bei Funzeln ist das natuerlich einfacher, auch bei DAB+, wenn man nicht gerade ein bundesweites SFN zum Vergleich heranzieht.

von Nordlicht2 - am 10.03.2016 12:28
So ist das eben, wenn Wettbewerb eingeführt wird. Um Rosinenpickerei durch die Konkurrenten zu verhindern, sah MB sich gezwungen, die bisherige Mischkalkulation aufzugeben und die tatsächlichen Standortkosten abzurechnen. Wenn dies mittelfristig zum Verlassen besonders teurer DFMG-Standorte (z.B. Fernsehtürme) führt, ist das Wettbewerbsziel doch erreicht.

Oder die DFMG muss von ihren hohen Preisen runter.

von Manfred Z - am 10.03.2016 13:52
Auf der Seite "meedia.de" ist ein Interview mit dem CEO von freenet bezüglich des Kaufes der Media Broadcast nachzulesen.

Interessant war eigentlich nur die Stelle, wo der CEO von freenet ankündigt, dass der Preis für die verschlüsselte Ausstrahlung der privaten HD-Sender via DVB-T2 unter allen anderen Verbreitungswegen (also insbesondere Kabel und Satellit) liegen werde. Wörtlich heißt es:

Zitat
Wir prüfen gerade verschiedene Preispunkte und Modelle. Aus wettbewerblichen Gründen will ich heute noch nichts sagen, aber in jedem Fall wird das Angebot billiger sein als alle anderen Mitbewerber.


Ich würde dies mal als deutlich unter 5 Euro im Monat interpretieren. Man ist sich bei freenet offensichtlich bewusst, dass das neue Geschäftsmodell mit codierten terrestrischen Antennenausstrahlungen in Deutschland auch nach hinten losgehen kann und ein absoluter Flop werden könnte.

Was die Übernahme für die Radio-Ausstrahlungen via Terrestrik bedeutet, wird mit folgender Aussage deutlich gemacht:

Zitat
Das offensichtliche Potenzial liegt im TV und dort können wir auch die Stärken der Freenet Gruppe voll ausspielen. Im Radio liegen auch Potenziale, denken Sie an DAB und an die Frage, was Menschen tun, wenn das Auto von selbst fährt. Radio ist ein fester Teil von Media Broadcast und wir haben keinerlei Pläne, das zu verändern.


http://meedia.de/2016/03/08/einstieg-ins-tv-geschaeft-wie-freenet-privatkunden-fuer-antennen-tv-in-hd-qualitaet-gewinnen-will/

von transponder - am 12.03.2016 15:11
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