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Kreuzdipol taugt nix? Wer hat Erfahrung damit?

Startbeitrag von raeuberhotzenplotz1 am 26.03.2016 19:01

Habe eine kleine terrestrische Anlage gebaut, Unitymedia wurde abgeklemmt (wegen Preiserhöhung). Standort 88074 Meckenbeuren. Die Bewohner schauen sowieso nur ARD & ZDF. Für's Radio habe ich ein Kreuzdipol montiert. Das Kathrein ABA20 ist ja nicht das schlechteste, oder?

Das Dipol hängt ca. 1,5m über dem Hausdach darüber ist dann noch eine WISI EB15. Geht auf einen Schwaiger Mehrbereichsverstärker (30dB).

Problem: die meisten UKW Sender kommen zwar mit ausreichend Feldstärke aber leicht angezerrt. Vor allem die Programme vom Grünten schwächeln. Im Autoradio sind diese kein Problem. Ich habe das Kreuzdipol genommen um alle Sender zu bekommen. Gewünscht wird vor allem BR Classic (Grünten), SWR2 (Waldburg), Radio Seefunk (FN), Radio Vorarlberg (Pfänder) und DLF (Witthoh). Mit einer 3-Element UKW Antenne dürfte der Grünten sauber zu bekommen sein, aber dann sind die anderen stark verzerrt...

Hat jemand Erfahrung, in wie weit man das Kreuzdipol noch tunen kann? Weiter nach oben, oder nach unten? Bringt drehen etwas (das Diagramm ist ja nicht wirklich rund...). Oder sollte ich mal versuchen die Sender mit starkem Pegel mit einer UKW Sperre (z.B. Kathrein EFK 74) runterzubekommen (der Säntis sticht natürlich mit 10dB über allen anderen Programmen heraus). Ich denke das ist aber eher Mehrwegeausbreitung und nicht Übersteuerung.

KÖNIG Meßempfänger ist übrigens vorhanden, aber UKW Empfang habe ich bisher nie optimiert.

Antworten:

Der Kreuzdipol empfängt quasi rund und empfängt so auch reflektierte Signale, was zu den Verzerrungen führt. Abhilfe schafft hier nur eine Yagi oder eventuell schon ein gut ausgerichteter Dipol. Leider schränkt das den Rundumempfang ein. Gibt es eine Richtung, aus der die gewünschten Fernempfänge, aber auch ein bayerischer Grundnetzsender einfallen? Hier würde ich z.B. bei gewünschtem Empfang aus Niedersachsen eher den Sender Münster für den WDR anpeilen, weil Langenberg bei falscher Ausrichtung oder Rundempfang auch verzerrt. Ebenso ginge es bei Hessen mit dem Standort Nordhelle.

von Japhi - am 26.03.2016 19:35
Ich kann nur die Situation mit einem Ringdipol am QTH2 wiedergeben der dort von ca. 1977 bis 1984 in Betrieb war. Dem gegenüber steht eine 8er und eine 4er unter Dach, sowie eine 8er auf Dach.
Da dort starker Mehrwegeempfang vorherrscht aber nicht unbedingt mit ausreichenden Pegeln war damals schon der Empfang der 3 bayerischen Programme vom Kreuzberg nicht ganz gleichmäßig stark. Verzerrungen im Sinne von Auslöschungen gab es aber eigentlich nie. Berühmt war der Empfang dennoch nicht, der Kreuzberg ging gerade so einwandfrei in Stereo auf der 96,3 (Pegel 8). Die 93,1 und 98,3 waren leicht angerauscht, Pegel jeweils 6-7. Der Bleßberg mit 91,7 und 94,2 gab es noch nicht in Stereo (Pegel 6) und beim Feldberg war am Grundig-Tuner die 89,3 so gerade an der Stereogrenze (Pegelzeiger zwischen 4 und 5). Die 94,4 war noch schlechter und die 96,7 ergab eine 7.
Die 8er wie auch die 4er unter Dach zeigen je nach Aufbauort schon mal Schwankungen bei gleicher ERP und gleichem Standort von 20dB (Tecsun Pegel, Empfangsqualtät dennoch um über 10dB unterschiedlich).
Dennoch würde ich auch dort niemals es mit einem Ring- oder Kreuzdipol nochmals versuchen. Dafür sind die Empfangspegel einfach zu schwach. Da kommt man mit einer 4er noch sehr besser weg wenn man die auf eine Kompromiß-Ausrichtung justiert.
Die Frage wäre bei dir, ob ggf. bei einer 4er der Öffnungswinkel es noch soweit mitmacht. Grundsätzlich würde ich dort vermutlich versuchen eine solche oder, immer besser ;-) , die 8er in Richtung Pfänder respektive etwas nördlich davon auszurichten. So sollten sich Pfänder und Grünten auf jeden Fall ziehen lassen. Es wäre auch zu klären, ob ggf. Lindau damit ausreichend empfangbar ist. Hieraus könnte sich die Option ergeben Grünten gewissermaßen aus der Hauptkeule nach links rauswandern zu lassen und ggf. mit Nebenkeulen für Witthoh und FN zu spielen. Die Nebenkeulen sind besonders bei stark einfallenden Sendern nicht zu unterschätzen und bieten eventuell die eine oder andere zusätzliche Möglichkeit.

von Thomas (Metal) - am 26.03.2016 20:27
BR Klassik, SWR2 vom Pfänder und DLF aus RV solltest Du über DAB hören, dann gibt es keine Verzerrungen oder Probleme. Radio V, Seefunk scheinen ja über Dipol zu gehen.
Besser dein DAB Radio anschaffen als eine UKW Antenne tunen

von lindau42 - am 27.03.2016 05:40
@lindau42:

Deine Empfehlung an Funkamateure ist dann wohl, die QSOs über Mobiltelephon zu führen? Dann gibt es keine Verzerrungen und Probleme.

von hegi_ms - am 27.03.2016 09:20
Danke für die Rückmeldungen...

Ja Digitalradio ist schon in Planung, da der BR ja sowieso BR Classic terrestrisch abklemmen will, dann kommt man um DAB nicht mehr herum.

Eventuell habe ich die nächsten Tage mal Zeit, dann werde ichma etwas mit der Höhe und mit Drehen probieren

von raeuberhotzenplotz1 - am 27.03.2016 09:55
@hegi_ms: Die Idee von lindau42 ist doch sehr gut. Ich weiß gar nicht was es da zu mäkeln gibt. Bayern Klassik wird eh über UKW abgeschaltet und bevor er sich für die anderen Programme krumm macht und X Euro für Antennen und Zubehör ausgibt stellt ja in der Tat besser ein DAB+ Radio hin.

von Spacelab - am 27.03.2016 10:21
Zitat
Spacelab
@hegi_ms: Die Idee von lindau42 ist doch sehr gut. Ich weiß gar nicht was es da zu mäkeln gibt. Bayern Klassik wird eh über UKW abgeschaltet und bevor er sich für die anderen Programme krumm macht und X Euro für Antennen und Zubehör ausgibt stellt ja in der Tat besser ein DAB+ Radio hin.

Vielleicht will man einfach bestehende Gerätschaften weiter nutzen ohne daß man grundsätzlich neuer Technik nicht aufgeschlossen wäre. Sowas nennt man dann auch Ressourcen und Umweltschutz. Außerdem schont es die Kasse. Sinngemäß Wir sind ja nicht bei der IKEA-Werbung, daß zum Früjahr alles raus muß und sich neu eingedeckt wird.

von Thomas (Metal) - am 27.03.2016 10:53
In dem man neue (Yagi) Antennen plus Zubehör kaufen muss schont man aber nicht die Haushalskasse. Schon gar nicht wenn man den ganzen Krempel kauft und installiert und man jetzt schon weis das man doch früher oder später auf DAB+ umsteigt weil eines der gewünschten Programme demnächst über UKW abschaltet. Sowas nenne ich dann eine astreine Fehlinvestition.

von Spacelab - am 27.03.2016 10:59
Ich würde eine horizontale 5-Elemente-Yagi auf den 17 km entfernten Hoyerberg richten, da sollte der Pegel der BR-Programme für rauschfreien BR-Empfang ausreichen und noch genügend von den anderen gewünschten Sendern ankommen.

von FrankenWalder - am 27.03.2016 11:04
Zitat
Spacelab
In dem man neue (Yagi) Antennen plus Zubehör kaufen muss schont man aber nicht die Haushalskasse. Schon gar nicht wenn man den ganzen Krempel kauft und installiert und man jetzt schon weis das man doch früher oder später auf DAB+ umsteigt weil eines der gewünschten Programme demnächst über UKW abschaltet. Sowas nenne ich dann eine astreine Fehlinvestition.

Nur mal so: Was kostet die Antenne? Und was kosten die die neuen Endgeräte in Summe, während man das alte Zeug wie gewohnt weiterbetrieben kann?
Da wir da gerade beim Phrasen dreschen sind: Es ist wohl stationär als Vorgabe. Dann empfehle ich DVB-S :rp:

Trivia: Wir sind da in einer höchst sympatischen konservativen Region ;-) . Wärend sonst die einen immer wieder einen Fiat kaufen und nix davon haben wird dort eben gespart und dann mit der S-Klasse vorgefahren.
:bruell: :cheers:

von Thomas (Metal) - am 27.03.2016 12:47
Was hab' ich bloß wieder angerichtet? Ich bin davon ausgegangen, dass hier der Thread-Ersteller mit verschiedenen Antennensystemen experimentieren wollte und hiezu Informationen suchte.
Vielleicht ist der Mehrbereichsverstärker mit 30 dB Verstärkung das Problem.

von hegi_ms - am 27.03.2016 13:27
Zitat
Japhi
Der Kreuzdipol empfängt quasi rund und empfängt so auch reflektierte Signale, was zu den Verzerrungen führt.
Als die Radios noch Röhren hatten waren Kreuzdipole oder Ringdipole der letzte Schrei. Aber damals war die Anforderung auch noch kein Stereo.

von B.Zwo - am 27.03.2016 13:34
Ich würde mal einen Einfachen Dipol versuchen und auf den Grünten auszurichten um den BR zu empfangen..
Damit sollte Radio Vorarlberg dann auch noch gehen. Radio Seefunk sendet in Mono und sollte
deshalb auch relativ einfach zu empfangen sein.
Wenn dann SWR 2 und DLF via Witthoh grob von Hinten gesehen vom Dipol noch ausreichend
Kräftig sind wären die Wunschprogramme an Bord.
Leider hatte Ich noch Nie einen Kreuzdipol in Nutzung. Nur Dipol und Yagis.

von RADIO354 - am 27.03.2016 13:49
Zitat
RADIO354
... Radio Seefunk sendet in Mono...


Uaaahhh.. Danke. Ich dachte in seh nich richtig. Alle Tuner Radio Seefunk in Mono und auch auf dem Meßempfänger. Das gibt's doch gar nicht. Das kostet doch das gleiche, ob ich in Mono oder Stereo sende? Sind die bei RSF auf Küchenradios optimiert? Ich habe das schon der Antenne angelastet :confused:

An der Hausanlage hängen momentan 3 Hifi Tuner (DENON, YAMAHA und Grundig) dran. Die Bewohner sind wohl auch zufrieden mit dem Empfang, aber ich eben nicht. Hätte mehr erwartet von so einem Kreuzdipol, da man im Auto mit einer schnöden Stummel auf dem Dach besseren Empfang hat.

Wie gesagt ich werde das Kreuzdipol mal höher hängen und etwas drehen. Wenn das Erfolg hatwerde ich darüber berichten. Das Kreuzdipol war übrigens nagelneu, also kein alter verrrosteter Scherben.

Ist übrigens recht interessant, ORF kommt auch auf K38 und SRF auch auf K32 (allerdings nicht zu gebrauchen). Da ist richtig was in der Luft hier :)

von raeuberhotzenplotz1 - am 28.03.2016 09:42
Anno 2002 habe Ich wegen der Mono Aussendung bei Radio Seefunk angerufen.
Die Dame sagte mir sinngemäss " Dadurch ist die Reichweite im Alpinen Raum grösser " damit
meinte Sie villeicht, dass Mono in Bezug auf Verzerrungen wegen Mehrwegeempfangs weniger empfindlich
ist.

von RADIO354 - am 28.03.2016 09:48
Wie sind denn die Dipole im Kreuzdipol zusammengeschaltet ?
Bewirkt das Zusammenschalten zwar eine Bessere Rundempfangscharakteristik aber auch einen
Gewinnverlust gegenüber dem Einzeldipol in eine Richtung ausgerichtet ?
Das interessiert mich nun Doch. Villeicht gibt es Datenblätter dazu ?

von RADIO354 - am 28.03.2016 10:05
Zitat
raeuberhotzenplotz1
Hätte mehr erwartet von so einem Kreuzdipol, da man im Auto mit einer schnöden Stummel auf dem Dach besseren Empfang hat.

Das Autoradio hat gleitende Übergänge zwischen Stereo und Mono, die Heimtuner nicht. Daher täuscht das.

von B.Zwo - am 28.03.2016 10:07
Dieser Dipol ist mit - 3 dB Gewinn angegeben. Halbe Leistung gegenüber einem Einzeldipol.
Da wäre der Praktische Vergleich schon interessant.

von RADIO354 - am 28.03.2016 10:17
Ich habe an einem Mast mal zwei Kreuzdipole gesehen. Keine Ahnung ob die zusammen geschaltet waren.

von B.Zwo - am 28.03.2016 10:31
Mein Nachbar hat so einen Kreuzdipol mit einer LMK Peitsche. Begeistert ist er davon auch nicht. Da war mein Runddipol schon besser. Aber ein Problem hatten sie alle. Nämlich das sie, gerade wenn man im bergigen wohnt, zum zischeln und verzerren neigen. Gar kein Vergleich zu einer Yagi.

von Spacelab - am 28.03.2016 10:34
Ist eigentlich bekannt, wann BR Klassik auf UKW abgeklemmt wird? Das ist sowieso in diesem Fall das wichtigste Programm, der Rest ist Beiwerk...

von raeuberhotzenplotz1 - am 28.03.2016 17:27
Ab Anfang 2018 ist komplett Schluss. Hier im Forum hieß es mal das bis dahin das Sendernetz aber schon mal ausgedünnt wird.

von Spacelab - am 28.03.2016 17:41
Stereo-Empfang lässt sich mit einem Kreuzdipol eigentlich nie hochwertig realisieren. Das Problem ist nicht die Feldstärke, in Sendernähe geht das. Das Problem sind immer Reflektionen, die man genauso stark wie das Nutzsignal, aber zeitversetzt, mit empfängt. Selbst in Sendernähe ist also für sauberen Stereo-Empfang mindestens ein Dipol, besser eine Drei-Element-Antenne sinnvoll, um die störenden Reflektionen auszublenden.

Falls nur ein UKW-Empfänger an der Anlage hängt (es wird nicht ganz klar, ob es eine Mehrteilnehmeranlage ist), könnte man einen Antennenumschalter verwenden und jeweils eine UKW-Antenne auf den gewünschten Standort ausrichten.

Ein Zusammenschalten von mehreren UKW-Antennen auf einer Ableitung ist schwierig. Da muss man zwangsläufig Sperrkreise verwenden, um die jeweils aus der falschen Richtung eintreffenden Signale zu sperren. Diese dürfen dann nur mit der zweiten Antenne empfangen werden, bei der wiederum Sperrkreise für die Sender der ersten Antenne benötigt werden. Sonst hat man im Prinzip dasselbe Problem wie vorher. Zwar ist das Nutzsignal höher wegen besserer Richtwirkung, jedoch fängt man sich auch mehr Störsignal von der Seite ein, da auch dort eine bessere Antenne verwendet wird. Die Antennen benötigen in jedem Fall Vorverstärker, um sie voneinander zu entkoppeln.

von Schlosser - am 28.03.2016 18:24
Zitat
Schlosser
Stereo-Empfang lässt sich mit einem Kreuzdipol eigentlich nie hochwertig realisieren. Das Problem ist nicht die Feldstärke, in Sendernähe geht das. Das Problem sind immer Reflektionen, die man genauso stark wie das Nutzsignal, aber zeitversetzt, mit empfängt. Selbst in Sendernähe ist also für sauberen Stereo-Empfang mindestens ein Dipol, besser eine Drei-Element-Antenne sinnvoll, um die störenden Reflektionen auszublenden.(...)


Zitat
Spacelab
Mein Nachbar hat so einen Kreuzdipol mit einer LMK Peitsche. Begeistert ist er davon auch nicht. Da war mein Runddipol schon besser. Aber ein Problem hatten sie alle. Nämlich das sie, gerade wenn man im bergigen wohnt, zum zischeln und verzerren neigen. Gar kein Vergleich zu einer Yagi.


In der Tat hat so ein Kreuzdipol -3db Verlust gegenüber einem Dipol, aber es erfüllt alle meine Ansprüche und empfängt - das war mir wichtig - mehr oder weniger rund aus allen 4 Himmelsrichtungen.

Die obigen Zitate kann ich deshalb so nicht bestätigen, ich hatte mir extra eine Hirschmann GEMA 4 KR neu beschafft, mit 185 EUR nicht ganz billig,

Großartig ausgerichtet habe ich sie nach der Montage an der Mastspitze und des Setzen des Mastes nicht, Radio direkt angeschlossen, die Wunsch-Stationen getestet, alles da, wunderbar.

Seitdem geht die Ableitung in den LMKU-Anschluss des Mehrbereichsverstärkers mit 20db und von da auf die Hausverkabelung.

Die Justage der Multifeed-LNB bei teilweise geöffnetem Dach hat da deutlich länger gedauert ;-)

So ein Kreuzdipol, gerne auch mit der (obsoleten) LMK-Rute ist hier in der Region Württemberg eigentlich die Standard-Ausrüstung alle gängigen Antennenanlagen und hängt noch auf vielen Häusern, die noch keine Dachsanierung erhalten haben.

Oftmals sieht man auch nackte Masten die nur noch die GEMA 4 KR und die Sat-Antenne tragen, die sonstigen Antennen wurden demontiert. Und bei uns ist der Empfang mit Autoradio alles andere als einfach, vor der Erfindung von RDS-AF und der Verschmelzung SDR+SWF mit einer nun massiven Überdeckung alles andere als Banal! Das Radio tanzt quasi ständig zwischen den großen kW-Brummern umher.

Zurück zum eigentlichen Problem: Wahrscheinlich hast du einen satten Überpegel, der deinen 30db-Brummer von Verstärker hoffnungslos überfährt und das Zischeln ist das Resultat davon.

Wie reagiert denn ein Tuner, der direkt an die Ableitung der Antenne angeschlossen wird? Zischelt es da auch schon?

Kann natürlich an der Topographie liegen, aber so recht vorstellen mag ich mir das nicht. Mein Vater ist bezüglich zischelndem Stereo-Empfang seit jeher sehr pingelig und selbst der hat "nur" so eine Hirschmann GEMA 4 KR auf dem Dach. Damals wurde aber auch noch regelmäßig Radio DRS1 aus Beromünster über MW gehört, daher auch die LMK-Rute.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.03.2016 12:16
Zitat
Wolfgang R

Zurück zum eigentlichen Problem: Wahrscheinlich hast du einen satten Überpegel, der deinen 30db-Brummer von Verstärker hoffnungslos überfährt und das Zischeln ist das Resultat davon.

Kann natürlich an der Topographie liegen, aber so recht vorstellen mag ich mir das nicht.

Wolfgang


Ja hier liegt schon ein 4-fach UKW Sperrkreis, das war auch mein Verdacht. Gerade SWR1 und SWR2 Waldburg und SRF1 Säntis donnern mit 30dB stärker herein, als die anderen Sender. Mit knapp 80dBµV an der Antennendose sind die auch zu hoch! Werde ich wenn ich wieder dort bin mal einbauen und berichten...

Ansonsten ist die Topographie schon schwierig viel hügeliges Gelände und im Hintergrund die Alpen. Den Grünten kann man z.B. nicht sehen, da sind irgendwelche Hügel im Allgäu davor. Den ORF (K5) hat man zu Analogzeiten nie sauber bekommen, auch nicht mit dem größten Yagi, waren immer Geisterbilder drin, trotz hohem Pegel...

Da BR Klassik sowieso in ca 1 1/2 Jahten abgeklemmt wir fürt längerfristig kein Weg an DAB+ vorbei :xcool: Aber vielen Dank für die Tipps :spos:

von raeuberhotzenplotz1 - am 29.03.2016 16:37
Also das Einzige was mir noch einfällt wäre halt, das Kreuzdipol mal durch Rückbau als Dipol zu testen (für den Fall das man gut drankommt).

Ich hatte auch zuerst ein Kathrein Kreuzdipol, habe aber seitlich einfallende Störer die mir einige Programme ausgelöscht haben (hr3, Hardberg z.B.). Beim Kreuzdipol konnte ich auch zwei Stäbe weglassen und er funktionierte dann wie ein Dipol (war schon recht gut...).

Habe aber dann aufgrund der Erfahrung mir eine 3 Elemente UKW Antenne besorgt, da ich aus der Gegenrichtung nur wenig Sender gebraucht habe und diese noch halbwegs gut mit der 3 Element gingen. Dafür kamen natürlich dann die 80+ km entfernten Stationen mit der 3 Element doch noch einen guten Tick besser. Eine 5 Elemente hätte ich nicht genommen, da der Öffnungswinkel ja dann immer kleiner wird und somit ohne Rotor man immer fokusierter auf bestimmte Standorte unter Ausblendung einiger gewünschten anderer Standorte wird.

von RainerZ - am 29.03.2016 19:57
Ich muss mich korrigieren: Mein wegen zischelndem Stereo-Empfang kritischer Vater hat kein Kreuzdipol auf dem Dach, es handelt sich um ein normales Dipol für die Mastspitz-Montage mit LMK-Rute, sieht ungefähr aus wie die noch erhältliche Kathrein ARA 10 - oder wie eine Hirschmann GEMA 4 KR, der man zwei der vier Dipol-Stäbe abmontiert hat.

Von der Ausrichtung stimmt sie mit der VHF-Yagi überein, sie "schaut" also auf S-Degerloch und bekommt vom hinten noch die Hornisgrinde mit rein, weshalb früher auch viel 100,4 (Radio Ladies First / Radio Victoria) gehört wurde, bevor es zu der Dudel-Station verkam.

Dennoch bin ich mit meinem Kreuzdipol weiterhin zufrieden, bei mir fällt aber auch ungefähr alles gleich stark ein.

Besonders weiter entfernte Stationen wie Hardberg (bringt mir hr4 über 101,6), Hornisgrinde oder Weinbiet gehen auch, sofern hier nicht schon anderweitig belegt.

Selbstredend gehen die Platzhirsche Frauenkopf/S-Degerloch und Raichberg auch ohne Zischeln, obwohl 90,1 Degerloch im Garten wegen der Topographie teilweise fadet!


Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.03.2016 07:47
Bei mir war z.B. mit Kreuzdipol hr1 auf 90,6 verzischelt, hr3 auf 92,7 durch big FM überlagert. Weitere Empfänge aus RLP und Hessen schwächer als jetzt auf der 3 Elemente wo die oben genannten gut gehen.

Es ist aber immer ein Kompromiss, manches ging per Rundempfang mit der Kreuzdipol besser, anderes mit der 3 Elemente. Ich habe halt eine FMScan Liste ausgedruckt und am geplanten Standort dann mir die Empfangsqualität der ca. 30 möglichen Programme notiert und später dann halt mich entschieden, was wichtiger ist.

Am alten QTH, früher in den 80ern war die 3 Element die wir hatten eigentlich schlechter als das Kreuzdipol des Nachbarn - er hatte BR/DRS eigentlich gleich gut wie wir, nur hatten wir eben fast keine brauchbare Hornisgrinde/Aalen Empfänge (90° einfallend) und Stuttgart "hinter" der Antenne kam noch mehr Mehrwege-belastet als sonst wo. Auch bei den Privatsender Aufschaltungen hatte man so teils das Nachsehen (wobei wir dann auch Kabel bekamen und ich andere Antennen vors Fenster bastelte)

Aktuell höre ich nur noch gelegentlich im Arbeitszimmer UKW, sonst fast nicht mehr. Habe auch DVB-S und DAB+ an den Antennensteckdosen die in fast jedem Zimmer sind und die Vertikal VHF empfängt selbst den hr auf Kanal 7B.

Bemerkenswert auch wie günstig die terrestrische Anlage war im Vergleich zu den Preisen in den 80er Jahren. In der Bucht bekam man für unter 100 Euro ne gute UHF + VHF und nen 5 Meter langen Hirschmann-Masten. Kathrein ABE01 (3 Element) war am teuersten, da neu (so um die 60 Euro), die Kreuzelement (ABA20) habe ich dann wieder verkauft und etwa 25 Euro Verlust gemacht...

von RainerZ - am 30.03.2016 15:25
Ich kann mich mit meinen Erfahrungen zu Kreuz- und Ringdipolen den Beobachtungen hier im wesentlichen anschliessen.

In Münster/Westfalen habe ich über Jahre UKW-Empfang über einen Kreuzdipol an einer Gemeinschaftsantenne gehabt. Bei der flachen Topographie gab es fast keine Probleme mit Reflexionen; deshalb sind damals WDR, NDR und BFBS einwandfrei in Stereo reingekommen. Lediglich beim Ortssender Münster-Baumberge gab es wegen Reflexionen ein angekratztes Signal: Der Sender lag hinter einem Bahndamm, es gab also keine Sichtverbindung, dafür Reflexionen von Hochhäusen auf der anderen Seite. Das war aber nicht wirklich ein Problem, denn der WDR kam vom Teutoburger Wald und aus Langenberg bestens rein.

An meinem jetzigen Wohnort Lörrach ist die Topographie schwieriger. Es gibt Reflexionen von einem Berghang und nur teils Sicht zu den Senderstandorten. Für die Hausversorgung ist ein Ringdipol vorhanden. Damit die bevorzugten UKW-Programme ohne Kratzer reinkommen, habe ich die Lage und Ausrichtung des Ringdipols mit einigem Zeitaufwand optimiert. Ein paar Zentimeter höher oder tiefer am Mast oder ein paar Grad Änderung in der Ausrichtung können schon etwas ausmachen! Mit Ausnahme von zwei französischen Programmen kommen so um die 20 Programme in Stereoqualität rein. Für den Rest braucht es halt die drehbare Yagi oder einen anderen Empfangsweg (DVB-S, DAB).

Beim Kreuzdipol würde ich auch einen teilweisen Rückbau testen, also wenn möglich einen oder zwei Halbdipole abschrauben. Eine völlig befriedigende Lösung wird es im bergigen Gelände aber kaum geben.

73 de Uli

von ulionken - am 30.03.2016 18:06
Ich persönlich nutze für UKW einen einfachen Dipol unter Dach im Mehrfamilienhaus. Reichlich Platz um sich Reflexionen zu nutze zu machen. Man braucht aber auch Glück. 2m weiter kann die Sache total nach hinten los gehen.

von pomnitz26 - am 30.03.2016 18:19
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